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Ich schreibe über Public Relations, Social Media, Social Business, Enterprise 2.0, Intranet, Unternehmenskommunikation und regionale Themen aus Rheinhessen.
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Daniel Rehn beschreibt in seinem Artikel “Gold Digger, das sind wir“, wie Social Media Berater und Agenturen hinter dem Gold des Social Media hinterherjagen und gegenseitig ihre Claims, die Unternehmen, abstecken. Rehn sieht das Ende des Goldrauschs kommen, denn die großen Claims seien vergeben. Für mich gibt es einen wesentlichen Grund dafür: Die Professionalisierung der PR. Sie wird zum Tod der Social Media-Agenturen und -Berater führen.
Damals wie heute gab es Glücksritter, die hinter dem vermeintlichen Glück her waren wie der Teufel hinter einer armen Seele. Vor 115 Jahren waren die Goldgräber während des Kondike-Goldrauschs hinter dem Gold her und steckten ihre Claims ab. Heute sind es nach Rehn die Social Media-Agenturen und Berater:
Die Glücksritter von heute unterscheiden sich jedoch von den damaligen Trappern mit Abenteuerlust und den Verzweifelten, die sich in ihrer Not nicht mehr anders zu helfen wussten. Die heutigen Glücksritter, das sind wir, die Agenturen und Berater (ganz egal ob Werbung, PR, Marketing oder Kommunikation per se), die ihre ganz eigenen Claims abzustecken versuchen: Unternehmen als Kunden, die man ins Social Web zu bringen verspricht (und versucht und zuweilen auch erfolgreich).
[...]
Heute sind nur noch wenige ganz große Unternehmens-Claims vorhanden, die abzustecken sich lohnt.
Die Social Media-Erde ist umgegraben und manchmal auch verwüstet. Doch die reinen Social Media-Agenturen haben es nicht nur immer schwerer, ein Stück vom kleiner werdenden Kuchen zu bekommen: Sie sind nicht wettbewerbsfähig. Reine Social Media-Agenturen und Berater werden nicht mehr lange mithalten können, weil die Unternehmen sie aufgrund der PR-Professionalisierung nicht mehr benötigen werden.
In den letzten Jahren fand eine Professionalisierung der PR und der Kommunikation statt. Es gibt Kommunikationswissenschaftler wie Ansgar Zerfaß (Wikipedia), die mit ihren Werken und Studien dazu beitrugen und sie weiter vorantreiben. Es gibt in Darmstadt seit einigen Jahren einen Studiengang für Online-Journalismus, der von Thomas Pleil mit seiner Professur für Public Relations mitgeprägt wurde. Die Absolventen von PR- und Kommunikationsstudiengängen drängen seit Jahren erfolgreich in den Unternehmensmarkt. Sie wissen um die Notwendigkeit, PR und Unternehmenskommunikation ganzheitlich und strukturiert zu betreiben.
Vorbei sind schon lange die Zeiten, in denen alleine Pressemitteilungen mit anschließenden Clippings für das Wohlbefinden des Vorstands und die Weiterbeschäftigung der Agentur und des Pressesprechers sorgten. Pressemitteilungen sind nur ein Medium unter vielen, die alle zur Erreichung definierter (und dokumentierter!) Ziele eingesetzt werden. Was bringen Hochglanzclippings, wenn die Presseartikel nur so und nur vom Pressesprecher und vom Vorstand gelesen werden? Vorbei werden auch bald die Zeiten sein, in denen die Goldgräber voller Stolz auf die Diagramme mit den ansteigenden Linien der Follower auf Twitter, der Fans auf Facebook und der Einkreisenden auf Google+ verweisen und liebevoll lächelnd den Scheck für das nächste Social-Media-Unternehmensprofil-Fan-Seiten-Auftritt-Gedöns einstreichen.
Die goldenen Zeiten für Social Media-Agenturen und -Berater werden bald vorbei sein, weil realitätsbewusste PR- und Kommunikationsverantwortliche wissen, dass Only-One-Voice-, Only-One-Message-, Only-One-Channel-, Only-One-Direction und Only-One-Stakeholder-Policies für ein Unternehmen heutzutage tödlich sein können. Weil die Social Media-Goldgräber wie Daniel Rehn immer öfter auf realitätsbewusste PR- und Kommunikationsverantwortliche in den Unternehmen treffen werden, wird der Social Media-Goldrausch bald zu Ende gehen.
Die Social Media-Goldgräber werden sich nach einem einleitenden Satz wie “Alles gut und schön mit Ihrem Social Media-Konzept und ihren Social Media-Kennziffern, aber…” Fragen stellen müssen wie beispielsweise
Immer mehr Unternehmen werden ihr eigenes Know-How und ihr eigenen Ressourcen rund um Social Media aufbauen – eingebettet in eine gesamtheitliche Public Relations. Gefragt sein werden PR-Beratungen, für die Social Media ein Baustein ihres Portfolio ist. In den Unternehmen werden PR-Manager gefragt sein, die einerseits gesamtheitlich denken und handeln können, die aber andererseits (je nach Unternehmen) in bestimmten Bereichen spezialisiert sind. Dies können Spezialisierungen für Bezugsgruppen, Medien, fachliche Themen oder für Kombinationen davon sein. Es wird keinen großen Markt mehr für Social Media-Agenturen und -Berater mehr geben.
Doch an ihnen wird es liegen, wie sie ihre Wirkungsstätten zurücklassen, so Rehn:
Aber dieses Mal liegt es in unserer Verantwortung, ob und wie wir das Territorium zurücklassen. Geplündert und verwüstet oder machen wir uns die Mühe eine überlebensfähige Umgebung zurückzulassen, die sich selbstständig regenerieren kann und auch ohne uns und unser Zutun fortbestehen kann.
Rehn wird sicherlich seinen Beitrag für eine überlebensfähige Umgebung leisten, denn er war an der Hochschule Darmstadt bei Professor Pleil um Online-Journalismus zu studieren ![]()
Bildnachweise:
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