INJELEA

Betroffenheit

Betroffenheit

Ich taumele derzeit sehr, denn ich bin persönlich sehr betroffen. Betroffen von der wahrscheinlich tödlichen Krankheit einer Person, die ich liebe und der ich mein Leben verdanke: Mein Vater. Seit ein paar Tagen gibt es Anzeichen, seit letzter Woche gibt es immer wieder Untersuchungen. Jetzt steht fest: Eine Gewebeprobe wird entnommen, eine “richtige” Operation kommt wahrscheinlich nicht in Frage. Chemo oder Bestrahlung. Punkt.

Wie wird es, wenn “jemand” alt wird? Wie ist es, wenn “jemand” todkrank wird? Wie ist das, wenn es einen nahen Angehörigen oder den Partner trifft? Das sind Fragen, die ich mir früher schon stellte. Genau jetzt suche ich intensiv in mir nach Antworten und finde sie nicht. Ich kann und will nicht beschreiben, was ich denke, wie ich fühle. Chaos.

Anfang der Woche erklärte mir sinngemäß eine Freundin, deren Mann und deren Mutter in den letzten zweieinhalb Jahren starben:

Du kannst Dir vorher über alles Mögliche Gedanken machen, Dir vorstellen, wie Du was machen wirst. Aber wenn es passiert, dann trifft es Dich unvorbereitet. Du musst es einfach akzeptieren, wie es kommt und damit umgehen.

Ähnliche Worte hörte ich jetzt von meiner Mutter, aber beide können wir es noch nicht.

Ich bin sehr betroffen. Deswegen bin ich online ruhiger und unstetig zugleich. Über mehr möchte ich nicht schreiben.

Nachtrag:

Zeit

Sie verrinnt zwischen den Fingern schneller als jeder Sand. Schnell wie Wasser…