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BarCamp Bonn #bcbn15

BarCamp Bonn – ein Rückblick #bcbn15

Lesezeit:  6 Minuten

Gestern war ich auf dem BarCamp Bonn, das im Forum Internationale Wissenschaft Bonn stattfand. Ein kleiner Rückblick.

Fahrt zum BarCamp Bonn

Kurz vor sieben Uhr fuhr ich von Selzen aus los. Auf der Autobahn war fast nichts los, und gegen 8:45 traf ich in Bonn am Veranstaltungsort ein. Trotz eines Hinweises, dass es mit dem Parken eng sein könne, konnte ich nur etwa 100 entfernt in einer Seitenstraße parken.

Die Registrierung war einfach: Mit dem Namen gab es einen Haken auf der Teilnehmerliste, eine Badge, Blog, Kugelschreiber und einen Flyer mit den WLAN-Daten. Wie es eben bei öffentlichen Einrichtungen so ist, muss sich jeder mit einem eigenen Nutzer und Passwort am WLAN anmelden – allerdings nach Herstellen der Verbindung in einem Browserfenster. Das ist sowas von unhandlich. Die Session ist schnell mal weg, wenn man das Notebook zuklappt oder inaktiv ist. Und pro Device ein separater Login (so hörte ich)? Auf einem BarCamp? Joachim Selzer wies darauf hin, dass Freifunker da gerne einspringen und ein Netz aufbauen könnten.

Gegen 9:30 Uhr ging es los. Die Begrüßung, die Vorstellungsrunde (Name, Tätigkeit/Unternehmen, drei Schlagworte) und die Sessionplanung dauerten etwa eineinhalb Stunden.

Es gab so viele Sessionvorschläge, dass Sessions mit wenigen Teilnehmermeldungen leider runterfielen 🙁 An sich sollte das kein Problem sein. Aber das wurde erst anschließend gemacht, nachdem sooo viele Vorschläge kamen. Die Sessionplanung wurde an zwei Wänden eingetragen und dann auch in den TimeTabler, so dass der Session-Plan auch online abrufbar war. BarCamp Bonn: Sessionplan Ich schätze, es dürften etwa 150 Teilnehmer gewesen sein. Die Location reichte gerade so für die vielen Leute und die Sessions. Im Foyer war es ziemlich eng. Aber andererseits hatte das BarCamp dadurch eine gemütliche Atmosphäre. Mir gefiel das so. Die Organisation hat bis auf einzelne Ausnahmen sehr gut geklappt. So wurde ein Frühstück angekündigt. Das bestand dann aber ausschließlich aus Mettbrötchen, die es auch erst um 11 Uhr gab. Vegetarier oder Leute, die einfach kein Mett mögen, gingen da leer aus. Wäre das anders angekündigt worden, hätte sie sich noch selbst etwas mitbringen können. Aber mir gefiel das mit den Mettbrötchen, ich hatte schon ewig keine mehr gegessen. Das Mittagessen war vielfältig, mit kleinen Vorspeichen und sehr, sehr lecker. Mir hätte es besser gefallen, das Frühstück bereits um 9:00 Uhr und das Mittagessen (wie stattgefunden) um 12 Uhr zu haben.

Soweit ich das mitbekommen habe, klappte es mit den Beamern und der Einrichtung der Session-Räume sehr gut. Es gab sogar Session-Engel (sorry, ist das der korrekte Begriff) für jeden Raum, die zur Stelle und gegebenenfalls zur Hilfe waren. Wieso eigentlich Bonn? Ich fuhr zum BarCamp nach Bonn, weil es ein neues BarCamp war und ich „mal neue Gesichter“ sehen wollte. Und um auch mal neue Themen zu erleben. Ersteres klappte sehr gut, das Zweite… wie so oft verplapperte ich mich mal und verpasste eine Session oder interessante Sessions liefen parallel. So ist das aber eben mal.

Life happens.

Auf jeden Fall hat mir das BarCamp Bonn sehr gut gefallen. Vielen Dank an die Sponsoren und an die Organisatoren:

Karin Krubeck, Leiterin Community Operations bei Chefkoch.de. Bloggt privat unter Bonn geht essen und outet sich als Lindenstraße-Fan Johannes Mirus, Blogger, Marktforscher und Social-Media-Fuzzi. Bloggt unter 1ppm.de, hält auch in den dunkelsten Zeiten zum 1. FC Nürnberg. Sascha Foerster, Wissenschaftsblogger, Community Manager bei der Max Weber Stiftung und bloggender Doktorand im Projekt Nachkriegskinder. Sammler von Bonner Blogs.

Vielen Dank auch an alle anderen Helfer wie beispielsweise an der Registrierung! Schande über mich, ich muss endlich wieder…. am 18. April ist ja BarCamp Rhein-Neckar 😉

Cafe-Roller

Cafe-Roller.de vor dem BarCamp Bonn

Im Foyer gab es jederzeit Getränke. Ein persönliches Highlight war jedoch für mich der Cafe-Roller vor dem Gebäude. Ich genoss es, einfach mal rauszugehen und dort einen oder zwei oder… leckeren Kaffee zu trinken.

11:00 Cryptoparty

Cryptoparty Session (Jochim Selzer @jselzer)

Joachim Selzer hielt eine kurze Cryptoparty. Dazu gibt es von mir einen Rohmitschnitt.

Cryptopartys dienen der Absicherung normaler “Haus- und Hofkommunikation”. Es geht nicht um Profiverschlüsselung!

Mailverschlüsselung

GPG schützt aber nur Inhalt der Mail, keine Metadaten wie Empfänger, Betreff…

Windows: Gpg4Win
Mac: GPG Mac

Hinweis: Edathy wurde über Metadaten gefunden/enttarnt, nicht über Inhalte (egal, wie man über Edathy denken mag…).

Plattenverschlüsselung (Notebooks, Handys)

  • Mac-eigene Verschlüsselung
  • Win: Bitlocker
  • Truecrypt (trotz Bedenken für Otto Normal noch verwendbar, bekannte Codebasis) ==> Ersatzweise Veracrypt

Chatverschlüsselung

Anonymisierung (z.B. Tor) – aber auch Profiling (Browser, Hardware etc) ohne Cookies

TOR (The Onion Router)

Passwortverwaltung

Keepass 1.x, gibt es für alle möglichen Plattformen, u.a. Mac, Linux, iOS

Info (nicht für „Produktion“)

  • CryptoCat

Weitere Infos zu Cryptopartys gibt es bei Cryptoparty Bonn/Köln.

13:00 Best of 200+ Social Media Tools

Oliver Überholz aka @getoliverleon hielt seine Session mit einem Schnelldurchlauf durch Tools die er bzw. sie bei mixxt schon benutz haben. Die Präsentation gibt es nach Anmeldung zu einem Newsletter auf mixxt.de.

14:00 Xerox-Gate

David Kriesel berichtete über Fall, der immer noch nicht ausgestanden ist und möglicherweise sehr viele Untenrehmen und Privatpersonen betrifft. Denn es geht um einen Bug beim Scannen von Scannstationen des Unternehmens Xerox. Seit 2006 ist in vielen Workcentern (kommerzielle Scan- und Kopiergeräte) eine fehlerhafte Programmroutine im Einsatz, durch die Zahlen beim Scan falsch ersetzt werden.

Kurz und knapp allgemeinsprachlich erklärt von mir:

Scanner scannen nicht nur einfach Fotos von beispielsweise Verträgen, Geschäftsberichten oder sonstigen Dokumenten. Sie versuchen Speicherplatz zu sparen. Dazu zerlegen sie Dokumente in Abschnitte. Ein Abschnitt kann beispielsweise ein Foto oder eine Grafik enthalten. Dazu wird dann ein dafür gut geeignetes Kompressionsverfahren verwendet.

Bei Texten oder Zahlen jedoch werden andere Kompressionsverfahren benutzt. Zusätzlich werden bestimmte Scanbereiche soweit analysiert, dass gleich aussehende Zeichen nur einmal abgespeichert werden und dann später lediglich darauf verwiesen wird.

Beispiel: Gibt es in einer Tabelle 80 mal eine „6“ und 40 mal eine „8“, dann werden der Scan der „6“ und der der „8“ jeweils nur ein Mal als Muster abgespeichert. Dort, wo beispielsweise in der gespeicherten Datei eine „6“ stehen soll (weil im Original so gesehen), dann wird 40 Mal nur auf das eine Muster („Pattern“) verwiesen. Das braucht viel weniger Speicherplatz.

Dumm nur, wenn die Mustererkennung versagt und 40 Mal anstelle eines klaren „6“-Musters das Muster angezeigt wird, das wie eine „8“ aussieht. Bei einer Versicherungssumme steht dann unter Umständen ein falscher Betrag. Oder in einem Laborbericht steht ein falscher Blutwert. Was aber, wenn aufgrund des falschen Blutwertes ein falsches Medikament verwendet wird? Oder sogar unnötigerweise operiert wird?

Solch ein falsches „Pattern Matching“ hat David Kriesel 2013 bei Geräten des Unternehmens Xerox, eines internationalen Konzerns, entdeckt. David hat erzählt, wie er das enteckte und wie die Kommunikation mit dem Support von Xerox (eigentlich gar nicht!) und mit einem Vice President und dem Chefentwickler von Xerox (erst mal nicht, dann zäh und schließlich gut) ablief.

Das Kritische: Xerox hat 2013 dann irgendwann Bugfixes für die Workcenter erstellt und sie zum Download zur Verfügung gestellt. Aber das bedeutet nicht, dass die Vertriebspartner diese Patches auch eingespielt haben! Außerdem könnte jeder Dokumentenscan mit Zahlen, der seit 2006 mit einer Großzahl von Xerox-Workcenter-Modellreihen durchgeführt wurde, falsch sein! Wer weiß schon, mit welchen Geräten beispielsweise ein Krankenhaus wichtige Unterlagen eingescannt hat und anschließend die Originale gelöscht hat?

Wenn Ihr Unternehmen Xerox-Workcenter einsetzt, sollten Sie prüfen, ob ihre Scans möglicherweise falsch sind.

Alles weitere im Blog von David.

15:00 Homeoffice

Home Office Session (Joas Kotzsch @mcjoas)

Joas Kotzsch berichtete über die Erfahrungen in seiner Werbeagentur, die 2010 von einem Anwesenheitsbüro mit 300 Quadratmeter auf ein Unternehmen mit Home Offices wechselte.

Ein hochspannendes Thema mit vielen Einblicken beispielsweise höherer Produktivität und weniger Zeitverbrauch (beruflich und privat). Ich verließ die Session früher, weil direkt anschließend meine Session war.

16:00 Selbstorganisation – #productivity Mindset

Bei meiner Session „Selbstorganisation – #productivity Mindset“ habe ich mich über die rege Diskussion gefreut. Ein bisschen unsicher war ich durchaus, da ich keine Methoden oder Prinzipien oder Tools erläutern wollte. Zumindest nicht als Thema in meiner Präsentation. Es ging mir um eine Einstellung und Haltung, wie man an das Thema Selbstorganisation und Productiviti herangeht. Ich glaube, mein Weg hat gut funktioniert. Das Feedback hat mich auch darin bestätigt.

Natürlich haben wir dann trotzdem beispielhaft über Methoden wie „Getting Things Done“ oder das Eisenhower-Prinzip oder Tools wie Toggl gesprochen. Aber das war auch das Schöne: Es ging eben nicht um ein Abspulen von irgendwelchen Lehrmeinungen sondern um Anstöße und den Austausch von Erfahrungen.

Ein kleiner Wermuthstropfen für mich: Mein Bluetooth-Lautsprecher hat nicht funktioniert. In der Präsentation sind zwei kleine Auszüge aus „Modern Times“ und Loriots Feierabend. Als es dann soweit war, blieb der Ton stumm. Dumm. Wieder habe ich gelernt: Sei nicht so sicher, dass alles so funktioniert. Prüfe es vor Ort! Ich hatte nämlich nur die Box eingeschaltet, das Bluetooth vom Macbook eingeschaltet und verbunden. Der kurze Bestätigungston hatte mir gereicht. #fail

Das nächste Mal spiele ich zum Testen ein Video auch kurz an.

Nun ja. Life happens.

17:00 Abschluss-Session
BarCamp Bonn: Abschluss-Session

Um 17 Uhr war dann noch eine kurze Abschluss-Session. Die Begeisterung über ein gut geklapptes, interessantes und spannendes BarCamp Bonn war groß.

Wenn es ein #bcbn16 gibt und es bei mir klappt, bin ich dabei!

Fotos

Flickr Fotoalbum „BarCamp Bonn“ (Diashow)

7 Responses

  1. Schöne, ausführliche Zusammenfassung, lieber Frank. Vielen Dank für Deine rege Beteiligung in meiner Session. Gerne hätte ich mich im Nachhinein noch mit Dir weiter ausgetauscht … müssen wir bei einem der nächsten Camps nachholen. Beim KrisenPRCamp in Köln, sind wir uns ja schon mal über den Weg gelaufen 🙂

    1. Das Thema Homeoffice bewegt mich halt sehr. Einerseits aus persönlichem Interesse und persönlicher Betroffenheit (wenn auch in Selbstständigkeit) und andererseits, weil es im Bereich Zusammenarbeit dazu einige Herausforderungen gibt. Wobei die Herausforderung immer öfter lautet, dass man eben auch mit Leuten aus anderen Unternehmen zusammenarbeitet. Und die können eben nicht einfach mal für eine Besprechung ein paar Stunden reisen, da muss man eben auch im Alltag Möglichkeiten finden.

      Echt, wir haben uns dort gesehen. Irgendwie kann ich mich nicht erinnern, dass ich überhaupt dort war… langsam verliere ich den Überblick über die ganzen Veranstaltungen und treffen 😉

  2. Pingback : Eine riesengroße Wuchtbrumme | BarCamp Bonn

  3. Ja, da haben wir uns gesehen. Kai Thrun hatte uns vorgestellt. Wir sprachen über unsere Länderfaibles: Hawaii, Dubai, Brasilien 😉

    1. Oh, endlich fällt der Groschen. Klar doch haben wir uns unterhalten 🙂 Irgenwie war ich die ganze Zeit gedanklich beim Social Media Monitoring Forum #fail

  4. Pingback : BarCamp Bonn Nachbericht

BarCamp Bonn - ein Rückblick #bcbn15

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