INJELEA

BarCamp Rhein-Neckar

BarCamp Rhein-Neckar 2015 – mein Rückblick

Lesezeit:  6 Minuten

Am letzten Samstag war das BarCamp Rhein-Neckar in Heidelberg. Ich fand es toll und würde es wieder tun. Auch wenn ich in kaum einer Session war.

Am Samstag fuhr ich gegen 7 Uhr los. Ich hatte mich gegen die Bahn entschieden, weil ich mit dem Auto etwa eine Stunde und mit der Bahn knapp zwei Stunden benötigen würde. Ich fand in der Nähe einen Parkplatz und lief gemütlich zum Veranstaltungsort, dem Kultur- und Kreativwirtschaftszentrum Dezernat 16 in der alten Feuerwache Heidelberg.

Ich hatte mich als Engel gemeldet. Die Engel betreuten die Räume, unterstützten die Session-Halter, saßen am Empfang. Um 8:30 Uhr gab es im Raum Foyer 2 eine kurze Einweisung für die Engel. Vorher hatte ich mir bereits einen leckeren Lindenkaffee und eine Laugenstange gegönnt.

Gegen neun Uhr begann das BarCamp mit der Begrüßung und Einweisung. Anstelle einer Vorstellungsrunde (Name, evtl. Unternehmen, drei Schlagworte) gab es einen Zettel zum Ausfüllen, alle Zettel wurden dann später an eine Wand gepinnt.

Frühstücken beim Sessionplan BarCamp Rhein-Neckar

Frühstücken beim Sessionplan BarCamp Rhein-Neckar

Engel-Zeit

Ich hatte mich als Raumengel für das Atelier 2 für ersten beiden Sessions gemeldet. Also ging ich dann etwas vorzeitig zum Atelier 2. Allerdings dauerte es noch etwas, bis jemand mit dem Schlüssel da war. Atelier 1 und Atelier 2 waren außerhalb des eigentlichen Feuerwachengebäudes im “Hinterhof”. Das war aber kein Problem, weil sie erstens nicht weit weg waren (ca 50 Meter) und das Wetter trocken und super sonnig war. Die erste Session um 10:30 Uhr “Freifunk Rhein-Neckar” bekam ich komplett mit. Ben und Lucas stellten das Konzept und die Umsetzung des Freifunks vor. Näheres im Freifunk-Wikipedia-Eintrag und im Blogartikel von Ben „Freifunk auf dem Barcamp Rhein Neckar. Grundsätzlich hatte ich schon mal etwas von Freifunk mitbekommen, aber ich erhielt einen guten Überblick und weiß jetzt auch, wie ich mitmachen könnte.

Die nachfolgende Session “Verfasste Studierendenschaft” von Fabian Kunz fiel aus, weil keine Interessenten kamen. Ich habe mich mit Fabian noch kurz etwas unterhalten, dann ging ich zum Empfang, um mich schon etwas früher als Empfangs-Engel zu melden. Zunächst habe ich mir etwas von dem leckeren Essen genommen. Am Empfang checkte ich dann zwei oder drei Nachzügler ein, gab die T-Shirts aus (die leider am Morgen noch nicht fertig gewesen waren), beantwortete ein paar Fragen. Insgesamt ein lockerer Job. Ich war bis etwa 13:30 Uhr am Empfang.

Sessionplan BarCamp Rhein-Neckar

Sessionplan BarCamp Rhein-Neckar

Meine Session “Headset Porn”

In meiner Session “Headset Porn” waren wir nur zu sechst. Ich stellte zunächst mein neues Headset “Backbeat Pro” von Plantronics vor (siehe “Plantronics Backbeat Pro für daheim und das (Mobile) Office”), aber wir kamen schnell in die Diskussion, warum, wieso, weshalb welche Headsets… und landeten auch schnell bei Bluetooth, NSA und allen möglichen Themen.

Hintergrund der Session war die Überlegung, dass jeder mit einem Headset dieses für bestimmte Zwecke einsetzt. Beispielsweise im Hobby oder als Angestellter (wie um in Ruhe im Büro programmieren zu können).

Meine Session “Productivity”

Das war ein “Aufguss” meiner Session, die ich auf dem BarCamp Bonn gehalten hatte (siehe “Selbstorganisation – Productivity Mindset)”. Mir ging es da kaum um Methoden, Technologien und Tools sondern primär um die “Prinzipien” Fokus, Rituale, Timeboxing und Ausgewogenheit, die es einem ermöglichen, produktiv zu arbeiten. Wie schafft es ein Angestellter, ein Selbstständiger, eine Person im Privaten oder im Hobby, produktiv zu sein. Also beispielsweise ein Berater, ein Webentwickler, ein Programmierer, jemand mit einem zeitaufwändigen Hobby.

Die allerletzte Session “Zeitmanagment”

Nach meiner Session verquatschte ich mich mit ein paar Leuten über Produktivität, Zeugs und Zeugs. Dabei wollte ich eigentlich so gerne pünktlich in die Session “Zeitmanagement” von Gunthart Mau. So bekam ich dann nur noch etwa 20 Minuten von der letzen Session mit. Aber auch da fand ich mich schnell rein. Zeitmanagement ist schließlich auch mein Thema (wo bei ich niemanden kenne, der wirklich die Zeit managen kann).

Das, was ich von der Session mitbekam, hat mir gut gefallen. Auf dem Flip-Chart sah ich beispielsweise das Eisenhower-Prinzip und die Pareto-Regel. In der Diskussion nahm Gunthart auch viele Anregungen auf.

Sonnenuntergang in Rheinhessen

Sonnenuntergang in Rheinhessen

Für den Rückweg brauchte ich wieder etwa eine Stunde, so dass ich – nach einem kurzen Halt für den Sonnenuntergang in Rheinhessen – gegen halb Neun am Samstag Abend wieder zurück war.

Meine Meinungen und Anregungen zum BarCamp

  • Ich war (positiv) überrascht über die vielen BarCamp-Neulinge. Und ich finde das gut so, dass es viele Neugierige gibt, die sich auf das Format und die Offenheit einlassen.
  • Ich hätte mir eine klassische Vorstellungsrunde gewünscht. Auch mit zwei oder drei Hundert Teilnehmern dauert es (wenn die Orga auf zügige Durchführung achtet) nicht besonders lange.
  • Anfangs fehlten die Raumnamen für die beiden Ateliers. Dann fiel mir auf, dass die Räume klassische Raumnamen hatte. Irgendwie gefällt mir die Tradition, dass die Räume die Namen von Sponsoren bekommen.
  • Ich finde es gut, dass die Sessions wirklich nur mit 45 Minuten geplant waren und es so zwischen den Session auch 15 Minuten fürs Austauschen, Kaffee trinken und Netzwerken gab. Manche Barcamps verplanen immer volle 60 Minuten, so dass die Sessions nahtlos ineinander übergehen und somit schnell eine Hektik aufkommt.
  • Wie wäre es mit “Sponsoren-T-Shirts”? Die könnten eine spezielle Aufschrift und einen höheren Preis als die anderen T-Shirts haben. Also beispielsweise 49 Euro. Ist nur so eine Idee von mir.
  • Die Organisation hat insgesamt sehr toll funktioniert. Dafür, dass es das erste BarCamp Rhein-Neckar für dieses Orga-Team war und dass Leute ohne jegliche BarCamp-Erfahrung im Orga-Team waren, war das super gelungen.
  • Die T-Shirt-Liste bitte das nächste Mal alphabetisch sortieren 😉

Warum ich auf BarCamps gehe

  • Ich will neue Leute kennen lernen
  • Ich will Leute persönlich kennen lernen, die ich bisher nur online kenne
  • Ich will mich mit Leuten austauschen, die ich schon persönlich kenne
  • Ich will mich mit Leuten persönlich austauschen
  • Ich will mich mit Leuten austauschen über Themen, die ich noch nicht kenne, die ich nicht besonders kenne oder die ich kenne
  • Ich will von anderen lernen
  • Ich will dazu beitragen, dass andere von anderen oder von mir lernen

BarCamps sind für mich eine wunderbare Möglichkeit, mich mit Neuem in Kontakt zu bringen, Neues zu lernen und über den Tellerrand zu schauen.

Sponsoren

Vielen Dank an die Sponsoren des BarCamps Rhein-Neckar!

  • LindenKaffee, Heusenstamm
  • MFG Innovationsagentur Medien- und Kreativwirtschaft, Stuttgart
  • Welldone-Studios, Voerg und Feigenbutz GbR, Heidelberg
  • Ausstellungs- und Messe GmbH, Frankfurt
  • Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH, Heidelberg
  • LANGE + PFLANZ Werbeagentur GmbH, Speyer
  • Schlegel & Vogel Haus-und Anlagentechnik GbR, Schönebeck
  • Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Heidelberg
  • Cogitars GmbH, Heidelberg
  • O’Reilly Verlag GmbH & Co. KG, Köln
  • dpunkt.verlag GmbH, Heidelberg
  • trio-interactive it services GmbH, Mannheim
  • Kanzlei Maria Dimartino, Eppelheim
  • Fahrwerk, Agentur für Marketing und Ambient Media GmbH & Co. KG, Heidelberg
  • erdfisch, Heidelberg
  • socialmediawall.me, NOEO GmbH, München
  • Dezernat 16, Kultur- und Kreativwirtschaft, Heidelberg
  • Heidelberger Dienste gGmbH, Heidelberg

Engel-Bücher

Als Dankeschön durfte sich jeder der Engel ein Buch vom Sponsor O’Reilly Verlag auswählen. Danke! Eine tolle Idee!

Fotografie für Journalisten (O'Reilly Verlag)

Fotografie für Journalisten (O’Reilly Verlag)

Ein Gegen-Rant

Jens Grochtreis schreibt einen Rant unter anderem übers BarCamp Rhein-Neckar (Barcamp Heidelberg – Barcamp der Beliebigkeit) – und ich verstehe den Rant nicht.

Ja, früher, damals, 2006 mögen sich alle Sessions um das Internet gedreht haben. Ja, meist mögen es Entwickler, SEO-Zauberer und “Entrepeneurs” gewesen sein. Aber so habe ich das auch schon bei meinem ersten BarCamp 2007 in Frankfurt nicht empfunden. Ich war wie viele andere kein Entwickler, SEO-Zauberer oder “Entrepreneur”. Und in den letzten neun Jahren haben sich immer mehr und mehr unterschiedliche Leute in BarCamps eingebracht. Die Mischung wurde immer gemischter. Deswegen haben sich aus den allgemeinen BarCamps auch die Themen-BarCamps wie Web Developer Camp, EduCamp, UXCamp, CorporateLearningCamp, DevOpsCamp, MobileCamp oder PMCamp entwickeln.

Es gibt Web Developer oder Programmierer, die Wert auf bestimmte Headsets legen, damit sie in Ruhe ihrer Tätigkeit nachgehen können. Es gibt Web Developer, die sich informieren wollen, welche Dinge für produktives Arbeiten interessant sind oder wie sie ihr Zeitmanagement gestalten können. Es ist okay, wenn Jens das nicht interessiert. Ich würde auf einem Web Developer Camp aber auch nie eine Session zu Hawaiianischen Tänzen anbieten.

Wenn Jens mit den Sessions der allgemeinen BarCamps nichts (mehr) anfangen kann, wenn die Themenvielfalt für ihn einfach erschlagend uninteressant ist, warum geht er hin und beschwert sich danach? Allgemeine BarCamps sind schon lange keine spontanen Internet-Selbsthilfegruppen mehr wie vielleicht vor neun Jahren.

Jens, warum gehst Du nicht gleich auf eine reine Entwickler-Konferenz wie die Unkonf? Und wenn Du nicht selbst ein “WebCamp” organisieren möchtest, warum gehst Du nicht einfach auf ein Web Developer Camp? Nein, es ist kein Affront, ein Barcamp thematisch einzugrenzen. Deswegen gibt es seit Jahren Themen-BarCamps.

Dass Dir die Entwicklung der letzten Jahre nicht passt, das verstehe ich. Aber warum kommst Du auf ein BarCamp, für das Du Deine Session in das Pad für Themenvorschläge und -wünsche eingetragen hast und dort aufgrund der anderen Einträge schon lange die von Dir unerwünschte Themenvielfalt hättest erkennen müssen? Und warum beschwerst Du Dich dann noch hinterher? Das verstehe ich an Deinem Rant nicht.

Um Deine Redewendung zu verwenden:

Au Backe

Leseliste

Flickr Fotoalbum

Flickr Fotoalbum „BarCamp Rhein-Neckar 2015“ (Diashow)

4 Responses

  1. Ich wußte nichts von der Existenz der parallel stafindenden Unkonf. Und selbst wenn, hätte ich eventuell trotzdem das Barcamp vorgezogen, weil ich mehr Themen als nur Entwickler-Themen haben möchte. Ich finde es klasse, über den Tellerrand hinauszuschauen. Aber im Rahmen des Themas Internet und Arbeit für und im Internet. Dazu gehört Selbstorganisation ganz eindeutig, aber nicht Hawaiianische Tänze oder das Fotografieren toter Ratten.

    Ich finde die beliebige Themenvielfalt verstörend. Klar hatte ich schon meine Befürchtung, als ich das Pad sah. Doch in der Vergangenheit wurden die Vorankündigungen von Themen nur sehr sporadisch genutzt. Deshalb hatte ich noch Hoffnung. Dass sie so schnöde betrogen wird, hatte ich nicht geahnt. Offenbar war noch ein Rest Hoffnung für das einst so geliebte Format drin.

    Offenbar hat sich die Barcamp-Relität von mir wegbewegt. Also lasse ich Dich weiter tanzen, aber möglicherweise ohne mich. Das finde ich schade, weil ich mal dieses Format gleiebt habe. Aber es scheint nicht zu ändern zu sein.

    1. In den letzten Jahren habe ich den Anteil der Internetthemen auf allgemeinen Barcamps immer weiter zurückgehen sehen. Inzwischen gehe ich eher auf Themen-Barcamps, und auf allgemeine eher nur gezielt hier in der Nähe. Vielleicht habe ich halt die Entwicklung bei allgemeinen Barcamps viel mehr wahrgenommen als Du. Deswegen war ich durch die gefühlte Heftigkeit Deines Artikels doch ziemlich überrascht.

  2. Pingback : Barcamp Rhein-Neckar in Heidelberg | juna im netz

  3. Pingback : Barcamp Rhein-Neckar 2015 oder: Wie ich mir einmal ein Barcamp vor die Haustür holte | Jana Stahl ­– Die Wort-Ratgeberin

%d Bloggern gefällt das:
Mahalo (Thanks/Danke) for sharing! I'd appreciate you following me or liking my page, mahalo again!