INJELEA

Schloss Montfort, Langenargen

My Blog is my Castle #bloggenohneblog

Lesezeit:  4 Minuten

Bloggen ohne Blog” – geht das? Und geht das erfolgreich? Meike Leopold ruft zur Blogparade auf. Ein launischer Meinungsartikel (was wäre ein Blog schließlich ohne Launen und ohne Meinung).

Duplicate Content? Mir doch egal!

Früher, da war es so einfach zu bloggen. Okay, man musste selbst Hand anlegen und brauchte einen “Webspace” bei einem Hoster. Da gab es zig Blogsysteme wie WordPress oder Plog. Aber auch das Bloggen auf einer Plattform wie Blogger ging damals schon. Aber letztendlich war es das eigene Blog, egal ob selbst gehostet oder auf einer Plattform.

Dann kam Social Media (Nein, es kam nicht, es war schon da, denn ein Blog ist auch Social Media!). Facebook, Google Wave, Google Buzz, Posterous … Immer vielfältiger wurde die Landschaft. Inzwischen kann man auf allen möglichen Plattformen wie Medium bloggen. Google Plus ist je nach Gusto und Lesart der heilige Gral oder der heilige Friedhof. Doch plötzlich kann man jetzt auch auf Linkedin bloggen. Nicht mehr lange, dann ist Twitter das neue Medium mit mehr Zeichen, mehr Followern und mehr Mehr. Wofür also noch ein eigenes Blog?

Diese Frage habe ich mir in den letzten zehn Jahren immer wieder gestellt. Ja, mein Blog ist mein Castle. Doch was bringt es mir ansonsten außer viel Aufwand? Warum nicht einfach dort bloggen, wo die berüchtigten “Stakeholder” sind?

Weil mein Blog meine Zentrale ist. Sicher, auf Linkedin erreiche ich mit einem Artikel schon einmal 1.500 Leser oder mehr. Möglicherweise sind das auch die richtigen Leser, die ich erreichen will. Doch die ganzen Plattformen sind nichts anderes als Snapchat-Ruinen. Kaum ist mein Artikel gepostet und hat ein paar Leser, schon ist er wieder vergessen. Zwar gibt es ein paar “Evergreens”, doch ansonsten verschwinden die Artikel wieder im Vergessen. Vor allem weiß ich nicht so genau, wie das mit der jeweiligen Plattform weitergeht. Oder mit der jeweiligen Funktion.

Wer weiß, ob Linkedin seinen “Pulse” nicht in ein paar Monaten einstellt oder einfach nur die Regeln ändert? Wer weiß, ob sich das Schreiben längerer Artikel (also mehr als ein kleines Status Update mit 200 oder 400 Zeichen) auf der Plattform durchsetzt. Facebook Notes gibt es schon länger. Es verschwand quasi nach wenigen Monaten bis … Facebook letztes Jahr den Notes ein Facelifting verpasste. Und jetzt: Wo sind die Facebook Notes Blogger?

Auf einer Plattform stehe ich in der Konkurrenz mit allen möglichen und unmöglichen anderen Schreiberlingen, die um Aufmerksamkeit heischen so wie ich Schreiberling. So wie wir Blogger mit Suchmaschinenoptimierung versuchten, die Aufmerksamkeit Suchender bei Google auf uns zu lenken, so versuchen wir jetzt mit allen möglichen Tricks die Algorithmen der jeweiligen Plattform zu überlisten und … ja, wen eigentlich, auf uns aufmerksam zu machen. Entweder wir greifen auf Werbung zurück (Buh!) oder wir schreiben maschinengewehrartig Artikel mit schlagzeilenartig optimierten Titeln und Inhalten. Denn ansonsten können wir das auch gleich bleiben lassen und in unserer jeweiligen Filterblase bleiben. Wer liest denn den super Artikel auf Medium außer den (’tschuldigung) Nerds, die uns sowieso schon von Facebook, Twitter und inzwischen auch Linkedin kennen? Eben.

Da lobe ich mir meine Blogs. Meine Blogs sind meine Castles. Ich bestimme und ich optimiere und ich schreibe für mich. Wem das nicht passt, der wäre hier eh verkehrt. Ich verbiege mich nicht. Ich blogge, also bin ich.

Ich bekenne: Inzwischen zweit-, dritt- und mehrverwerte ich meine Blogartikel auf den Plattformen, über die ich gerade herziehe. Aber die Inhalte sind auf meinen Blogs.

Seltsamerweise hat sich etwas seit Jahren – auch trotz der neuen Plattformen – nicht verändert: Leute (er)kennen mich von meinen Blogs. Sicher, die Aufmerksamkeit gewinne ich zunehmend auf (mehr oder weniger flüchtigen) “Social Media”-Plattformen. Doch der (Wieder-)Erkennungseffekt kommt von mir als Person – und mein Blog ist Teil meiner Person.

Wie haben sie geheult, diese Posterous-Blogger, als Posterous eingestellt und abgestellt wurde. Wie werden die ganzen überzeugten Tumblr-Blogger heulen, wenn Marissa Tumblr abschaltet.

Ja, Bloggen ohne Blog, das geht. Das geht sicherlich auch erfolgreich – je nachdem, welche Ziele man erreichen will. Aber das eine (”Mein Blog ist mein Castle”) schließt das andere nicht aus (”Ich blogge dort, wo meine Stakeholder sind”). Also warum nicht auch beides nutzen? Und wenn sich ein Stakeholder wirklich über einen oder das Unternehmen ernsthaft informieren will, dann wird er den zentralen Hub (das eigene Blog) gerne besuchen.

Ich bleibe bei meinem Blog als meinem zentralen Hub, wo ich schreibe und blogge (und ja, mich auch präsentiere). Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass ein Blog seinen zentralen Nutzen hat. Und gerne re-blogge ich meine Artikel woanders.

Denn ich erinnere mich an Zeiten, als ein paar Unternehmen ihre “Homepage” abschalteten. Sie brauchten sie ja nicht mehr, es gab ja die Facebook-Seite. Träumt weiter. Keine Plattform ist “too big to fail”.

Mein Blog, mein Castle, meine Regeln.

P.S. Natürlich re-blogge ich diesen Artikel gleich noch auf Linkedin, Facebook und Medium. Damit ihn auch ja keiner verpasst. Es ist allerdings schade, dass ich auf Xing immer noch nicht bloggen darf 🙁

P.P.S. Habe fertig. Da, da, da, da und sogar da.

P.P.P.S. (01.03.2016) So sieht die Statistik für den Artikel auf Linkedin aus:

My Blog is my Castle auf Linkedin (01.03.2016)

My Blog is my Castle auf Linkedin (01.03.2016)

Bildnachweis: Schloss Montfort, Langenargen, eigene Aufnahme.

My Blog is my Castle #bloggenohneblog

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