Enterprise 2.0Die zwei nächsten Wochenenden bin ich auf den Veranstaltungen BarCamp Stuttgart und Corporate Learning Camp (Frankfurt). Auf beide freue ich mich sehr, und auf beiden Veranstaltungen biete ich einen Rundumschlag Enterprise 2.0 an.

Zu Enterprise 2.0 habe ich eine Präsentation erstellt, mit der ich auf den Veranstaltungen eine Session anbiete. Ich bin mir bewusst, dass es einige Teilnehmer gibt, die im Themenkomplex Enterprise 2.0, Social Collaboration, Social Intranet „drin“ sind. Deswegen stelle ich für Neulinge und Interessierte meine Präsentation vorab auf Slideshare, YouTube und hier zur Verfügung, um in der Session selbst mehr Zeit für Diskussionen zu haben. Meine Absicht ist es, dann mehr auf Fragen einzugehen, die von den Teilnehmern kommen.

Als Basis dient die Präsentation zu Enterprise 2.0:

  • Wie funktionieren Unternehmen 1.0?
  • Warum funktionieren Unternehmen 1.0 immer weniger?
  • Einsatzfelder und Ziele von Enterprise 2.0 / Social Software
  • Unternehmensbeispiele: Welche Unternehmen setzen auf Enterprise 2.0 und/oder Enterprise Social Software
  • Softwarebeispiele: Was gibt es an Software und welche Funktionen haben sie?

In der Präsentation bin ich auch auf Software und Beispiele eingegangen, da in Gesprächen oft Fragen aufkamen wie „Was gibt es da?“, „Welche Unternehmen setzen das ein?“ und „Wie sieht so eine Software aus?“.

Enterprise 2.0, Social Collaboration und Social Intranet sind jedoch nicht primär eine Frage der Software und deren Features. Außerdem sehe ich Social Collaboration als ständiges Lernerlebnis.

Mit Michael Ludwig Höfer hat sich dazu im Forum des Corporate Learning Camps eine Diskussion entwickelt, die ich auf beiden Veranstaltungen gerne (weiter)führen möchte.

Präsentation

Zum Durchblättern und Herunterladen (als PDF) auf Slideshare:

Als Video mit Tonspur

Die Präsentation habe ich mit Powerpoint 2013 erstellt und anschließend mit Audiokommentaren versehen. Danach habe ich sie aus Powerpoint heraus als Video exportiert und auf YouTube hochgeladen. Herausgekommen ist eine halbe Stunde Präsentation mit Tonspur.

[ Direktlink YouTube ]

Videos aus der Präsentation

Die in der Präsentation angesprochenen Videos liegen in einer Playlist auf YouTube.

Im Courtyard Marriott vor der Salesforce Customer Company Tour
Im Courtyard Marriott vor der Salesforce Customer Company Tour

Im Courtyard Marriott vor der Salesforce Customer Company Tour

Gerade sitze ich in meinem Hotelzimmer im Courtyard Marriot an der Orleanstraße in München. Ich bin hier für die Salesforce Customer Company Tour 2013, die morgen im Münchner Messezentrum von 08:30 Uhr bis 18:00 Uhr stattfindet.

Im Mai erhielt ich von Salesforce eine Einladung zur Customer Company Tour 2013. Ursprünglich hieß die Veranstaltung Cloudforce München, aber die Umbenennung folgt der Entwicklung des Unternehmens hin zu einer Customer Company. Alles soll im Fokus des Kunden stehen, nicht im Fokus der Cloud. In den letzten Jahren hat sich denn auch ein Salesforce Universum entwickelt, das sich jenseits des ursprünglichen CRM-Sterns ausbreitet (CRM = Customer Relation Management). Zahlreiche Akquisitionen haben die Funktionsvielfalt erhöht, rund um Salesforce gibt es eine inzwischen riesige Entwicklergemeinde, die für dieses expandierende Universium neue Anwendungen zusammentstellt.

Mit Do.com gibt es eine Galaxis im Bereich Task Management, mit DimDim hat Salesforce eine Conferencing-Galaxis übernommen. Mit Oracle gibt es die Kooperation mit einem Paralleluniversum. Interessant ist hier, dass die eigentlich verfeindeten CRM- und Human Capital Management-Galaxien über Dimensionsbrüche in das jeweils andere Universum eingelassen werden. Geradezu nebenbei überholt Salesforce noch den Platzhirschen SAP und kauft für schlappe 2,5 Milliarden US-Dollar den Spezialisten ExcactTarget.

Viele Veränderungen für einen CRM-Spezialisten, bei dem sich vorgeblich alles um den Kunden dreht. Wirklich? Mit Chatter gibt es seit längerem eine Lösung für die Kommunikation und Kollaboration im Unternehmen. Jetzt legt Salesforce nach mit den Company Communities und bedroht damit die klassischen Platzhirsche wie Jivesoftware mit Jive oder IBM mit Connections. Intranets sind das Herz, das Rückrat jedes Unternehmens, das in der heutigen Zeit mit Veränderungen aus dem Markt und aus dem Unternehmen Schritt halten will.

Salesforce wird möglicherweise weiter in das Innere, den Nukleus von Unternehmen vorstoßen und nicht bei Sozialen Intranets halt mache. Warum nicht auch in den Nukleus der ERP-Systeme (Enterprise Resource Planning). Wenn Salesforce schon jetzt Unternehmen wie Microsoft, IBM, Oracle und SAP Konkurrenz macht: Was oder wer will Salesforce davon abhalten, weitere Universen zu penetrieren oder sogar zu schlucken? Warum eigentlich nicht – solange die Salesforce auf der guten Seite bleibt?

Das ist ein Teil meiner Überlegungen, mit denen ich heute abend zum Dinner ins BNM-Restaurant und morgen zur Salesforce Customer Company Tour gehe.

Wer mich und andere dabei verfolgen möchte, der möge entweder mir auf Twitter folgen (@fwhamm) oder den Hashtags #CCT13 oder #SalesforceLive. Derweil versuche ich Tweeple zur Veranstaltung in meine Liste CCT13MUC aufzunehmen. Derzeit ist das Aufkommen noch gering, aber spätestens morgen bei 2.300 Teilnehmern dürfte ich den Überblick verlieren :-)

Disclosure: Salesforce zahlt meine Teilnahme, die An- und Abreise und die Übernachtung von Montag auf Dienstag.

Social Media Editor
Social Media Editor

Social Media Editor

Soziale Netzwerke sind für viele Mitarbeiter und Führungskräfte immer noch ein #Neuland, das sie vor Allem mit Gefahren und nicht mit Chancen verbinden. Was aber passieren kann, wenn man sich auf dieses Neuland einlässt, zeigt ein herrlich unaufgeregtes und spannendes Interview mit Lars Wienand.

Lars Wienand ist „140-Zeichen-Setzer“ bei einem Unternehmen. Für sein Unternehmen tummelt er sich auf sozialen Netzwerken,  die Fakten- und Meinungsmärkte darstellen. Und damit macht er sein Unternehmen besser:

Es ist ganz klar so, dass uns soziale Netzwerke jeden Tag an irgendwelchen Stellen besser machen. Sie machen uns entweder schneller, weil wir früher was erfahren, oder sie korrigieren Fehler, sie korrigieren Einschätzungen. Da draußen sind so viele Menschen, die zu so vielen Themen Experten sind, die sich dann auch zu Wort melden, die Ergänzungen liefern. Wir profitieren jeden Tag davon.

Für seine Kollegen sei er in manchen Teilen eine Belästigung. Doch andererseits sei er eine zusätzliche Quelle, eine Sammlung von Quellen. Seinem Unternehmen verschaffe er Hinweise, die es sonst nicht erfahren hätte. Aus Sucht oder Pflichtgefühlt laufe man Gefahr, gar nicht mehr abzuschalten, Freizeit und Beruf würden verschwimmen. Aber er hat Spaß ein seiner Arbeit, denn immer bekomme er Rückmeldungen, auch ein Retweet sei eine Belohnung.

Seinem Unternehmen geht es wie so vielen Unternehmen heutzutage, denn immer mehr Unternehmen bewegen sich in einem äußerst volatilen und dynamischen Markt. Ständig kommen alte oder neue Mitbewerber mit neuen Ideen, neuen Produkten und neuen Vorgehensweisen.

Sie denken an die IT-Branche? Raumfahrt? Mitnichten: Lars Wienand ist Social-Media-Redakteur bei der Rhein-Zeitung. Roman Mischel von Onlinejournalismus.de porträtierte ihn für die fünfte Folge des Journalisten-Berufsporträt-Formats ABZV Videoreporter.

Doch was unterscheidet eine Zeitung heutzutage von einem Technologieunternehmen, einer Unternehmensberatung, einem Pharmaunternehmen oder einem Chemieunternehmen? Bei den meisten Unternehmen geht inzwischen es um die schnelle Anwendung und Umsetzung von Daten, Informationen und Wissen. Immer weniger finde ich essentielle Unterscheidungsmerkmale, denn der Anteil der Wissensarbeiter nimmt in allen Unternehmen zu. Die Mechanismen an sich im Informations- und Innovationsmanagement und in der Kommunikation sind gleich.

Lars Wienand ist der Prototyp eines Communication and Innovation Scouts, der neue Ereignisse, Themen und Trends erkundet und für einen ständigen Austausch zwischen seinem Unternehmen und seinen Stakeholdern sorgt. „Klassische“ Unternehmen sollten darüber einmal nachdenken ;-)

Video

Der Social Media-Redakteur: Lars Wienand, Rhein-Zeitung (ABZV Videoreporter Folge #5) from ABZV on Vimeo.

Hintergrund: http://videoreporter.abzv.de/2013/lars-wienand-rhein-zeitung/

Als wohl erster Social Media-Redakteur einer deutschen Regionalzeitung sitzt Lars Wienand an den Schalthebeln von Facebook, Twitter & Co. bei der Rhein-Zeitung. „Wir profitieren jeden Tag von den sozialen Netzwerken“, ist Wienand überzeugt. Seine Kollegen schätzen ihn oft als weitere Quelle, sehen ihn manchmal aber auch als „weitere Störung im Ablauf“.

You've Got Mail

You've Got Mail

Angeblich steht angesichts der Social Media-Ära das Ende von E-Mail unmittelbar bevor – zumindest drängt sich mir der Eindruck beim Lesen vieler Beiträge in den Sozialen Medien und den klassischen Medien auf. Doch ich glaube nicht daran.

E-Mail für mich

E-Mail ist für mich eine wunderbare Möglichkeit zur zeitverzögerten textlichen Kommunikation zwischen zwei Personen. Dazu kann ich jegliche Dateitypen an eine E-Mail anhängen und damit unter anderem Bilder, Office-Dokumente, Whitepapers versenden. Das Medium E-Mail verliert für mich seine Vorteile, sobald

  • die Kommunikation in die Zusammenarbeit übergeht (beispielsweise zur gemeinsamen Bearbeitung eines Dokuments),
  • Echtzeitkommunikation erforderlich ist,
  • die Nachrichten für eine oder mehrere Öffentlichkeiten relevante Informationen enthalten (und es nur darum geht),
  • mehr als zwei oder drei Personen beteiligt sind oder
  • die Anzahl der ausgetauschten Nachrichten ein gewisses Maß an Anzahl (für mich ein subjektive Zahl) überschreitet.

Danach verliert E-Mail für mich seine Nützlichkeit in diesem Rahmen. Davor ist E-Mail eine wunderbare Möglichkeit für fachliche und soziale Kommunikation. E-Mail ist für mich also ein wunderbares soziales Medium zur zeitverzögerten textlichen Kommunikation zwischen zwei Personen.

E-Mail für mich ist außerdem ein wichtiges Medium als Informations- und Nachrichtenticker. Richtig eingesetzt erhalte ich via E-Mail Benachrichtigungen über neue Nachrichten. Diese neue Nachrichten können stammen aus

  • einem Nachrichtenportal (Nachrichtenzusammenfassungen),
  • einem Shop (beispielsweise ein Sonderangebot oder eine Kaufbestätigung mit PDF),
  • einem anderen Sozialen Medium wie Blogs, Facebook, Xing oder Twitter,
  • einem operativen System einer Organisation (beispielsweise ein ERP-System wie SAP),
  • einem Newslettersystem,
  • einem geschlossenen Forum (genau genommen auch ein Soziales Medium) oder
  • einer von mir aufgesetzten Suchabfrage (beispielsweise aus einem Monitoring über die Erwähnung meines Namens).

Voraussetzung dafür, dass E-Mail ein hilfreicher Nachrichtenticker sein kann und nicht zum Informationstsunami wird, ist ein intelligenter Umgang mit den eingehenden Tickern. Ohne Filterregel geht für mich dabei gar nichts. Denn ansonsten spamme ich mich selbst zu und die interpersonelle Kommunikation geht dabei unter.

Tipp

Im Übrigen benutze ich als Nachrichtenticker wann immer möglich RSS anstelle von E-Mail. Somit laufen beispielsweise neue Blog- und Nachrichtenartikel, mein Monitoring und diverse Watchlists (Schlagwörter mit interessanten Themen) in meinen RSS-Reader. Das verschlankt meine E-Mailfächer und trennt persönliche Kommunikation von Information, Ticker und Recherche.

Wieso gibt es eigentlich immer noch keine RSS-Feeds beispielsweise für allgemein zugängliche Google+-Communities oder Facebookgruppen, beziehungsweise warum sind RSS-Feeds oft nur mit Tipps und Tricks zugänglich? :-(

Social Media für mich

Social Media für mich ist genau das nicht, was ich über E-Mail geschrieben habe:

  • Das gemeinsame Arbeiten an Inhalten (egal ob direkt im Text oder angefügte oder verknüpfte Dokumente oder Dokumentsammlungen)
  • Kommunikation in Echtzeit (ein unmittelbares Gespräch, womöglich mit Video)
  • Bereitstellen von Informationen für eine oder mehrere Personengruppen ((Teil-)Öffentlichkeiten, Zielgruppen, Stakeholder etc.)
  • Mehrere beteiligte Personen
  • Viele ausgetauschte Nachrichten (die dann an sich nachhaltig gespeichert sein sollten)

Social Media ist für mich ein gemeinsamer andauernder Prozess, in dem Inhalte, Fakten, Meinungen und Erfahrungen ausgetauscht und entwickelt werden. Dabei bilden sich Netzwerke von Personen rund um gemeinsame Interessen.

Social Media ist für mich daher immer auch mit Öffentlichkeit verbunden. Das können auch geschlossene Teilöffentlichkeiten sein wie die Gruppen in Facebook oder die Communities in Google+ oder den Internetdinosaurieren: Newsgoups oder Diskussionsforen.

Social Media ist nicht E-Mail

Deswegen bedeutet für mich Social Media nicht das Ende von E-Mail. Selbst wenn es innerhalb einer Social Media-Plattform die Möglichkeit zum Austausch persönlicher Nachrichten gibt, dann ersetzt dies nicht die klassische E-Mail. Denn eine Plattform ist nicht das Internet, es ist nur eine Plattform im Internet.

Social Media wird die E-Mail (elektronische Post) nicht ablösen. Kein Unternehmen, sei es auch Atos, kann E-Mail durch Social Media oder eine wie auch immer geartete eigene Enterprise Social Software ablösen. Denn solche Unternehmen ersetzen lediglich ein bestimmtes Medium der elektronischen Post innerhalb des Unternehmens durch eine anderes. Das wird den falschen Umgang mit elektronischer Post nicht beheben sondern nur in einem anderem Medium fortsetzen.

Und wenn solche Unternehmen E-Mail im Unternehmen abschaffen: Wie sollen die Mitarbeiter den richtigen Umgang mit E-Mail lernen, damit sie sinnvoll und richtig via E-Mail mit Anspruchsgruppen wie Kunden, Lieferanten, Nachbarn, Journalisten, Aktionären kommunizieren können?

Sicherlich wird es irgendwann einen Nachfolger für die klassische E-Mail geben (und dieser damit endlich POP, SMTP und IMAP sterben lassen). Aber Social Media ist dieser Nachfolger nicht. Ich glaube nicht daran.

Sehen Sie Social Media als Nachfolger für E-Mail? Warum glauben Sie daran? Oder warum nicht?

Bianca Gade befragte visionäre Führungskräfte für eine Interviewreihe. Jetzt veröffentlicht sie auf ChiliConCharme vier Videos, in denen Daniel Kraft, Stephan Grabmeier, Stefan Pfeiffer und Kai-Eric Fitzner Fragen beantworten zu Themen wie:

Wie sieht für sie der Arbeitsalltag im vernetzten Unternehmen aus?

Was hat sich verändert?

Was wird sich verändern?

Und welche Message möchten sie Kritikern mitgeben?

ChiliConCharme – Führungskräfte sagen, was Führungskräfte am Arbeitsplatz der Zukunft erwarten ]

Die Führungskraft als Tor

Beim Betrachten der Videos kam mir ein zusammenfassender Gedanke:

Die Führungskraft von morgen ist ein Tor.

Motivator

Die Führungskraft motiviert seine Mitarbeiter, nicht durch ständige Peitsche und gelegentliches Zuckerbrot sondern durch Vorbild sein, Anstöße geben, Sinn geben.

Moderator

Die Führungskraft gleicht aus, wägt ab und vermittelt.

Mentor

Die Führungskraft leitet an und hin, gibt Rat und gibt weiter.

Navigator

Die Führungskraft taucht auch selbst ein und findet Wege für sich und für andere.

Kommunikator

Die Führungskraft spricht und unterhält sich mit seinen Mitarbeitern, übersetzt zwischen Mitarbeitern, übersetzt zwischen Mitarbeitern und Unternehmen – unabhängig vom Medium.

Konzeptor

Die Führungskraft analysiert, bettet die Lage in Ziele ein (und umgekehrt) und entwickelt Vorgehensweisen.

Kollaborator

Die Führungskraft arbeitet zusammen und lässt zusammen arbeiten durch Silos hinweg – Mitarbeiter und Führungskräfte.

Integrator

Die Führungskraft  ist nie alleine sondern verbindet Führung, Menschen, Mitarbeiter und Konzepte miteinander – die Silos und auch das Unternehmen übergreifend – und verknüpft scheinbar Getrenntes.

Innovator

Die Führungskraft denkt quer, lässt querdenken und schöpft und erschafft Neues.

Aber…

sind wir nicht alle ein bisschen Tor heutzutage bei der zunehmenden Projektarbeit, der siloübergreifenden Arbeit, der eigenverantwortlichen Arbeit?

Ich bin im Web (noch) älter geworden, während das Web 2.0 seinen Siegeszug antrat. Mittlerweile spricht kaum noch jemand von Web 2.0. Man hat es hinter sich gelassen, angeblich verinnerlicht. Noch schlimmer ist es mit einem Wort, das wie kaum ein anderes die Besonderheiten und den Siegeszug des Web 2.0 kennzeichnet: „Beta“. Doch es ging verloren wie das Web 2.0. Einfach so.

Web 2.0

Als ich im Jahr 2005 mit dem Bloggen begann gab es kaum einen neuen Webdienst oder ein Startup, das sich nicht mit einem „Beta“-Label oder -Badge schmückte. Flickr trieb es so weit, dass sie sich bei einem Relaunch selbstironisch das Label „Gamma“, dem nächsten Buchstaben im griechischen Alphabet, anhefteten. Nun, das Flickr von damals ist Geschichte. Das „Beta“ leider auch.

In letzter Zeit musste ich immer wieder an diese Sturm- und Drangphase denken, als Fehler und Blogartikel darüber an der Tagesordnung waren (zur Erläuterung an die „Digital Natives“: Twitter und Facebook spielten noch überhaupt keine Rolle, damals). Ein Startup launchte, wies auf seinen „Beta“-Status hin, fiel zunächst auf die Nase, wir berichteten darüber (oder sorgten sogar dafür), die Jungs oder/und Mädels lernten daraus, standen auf und machten weiter. Und wir berichteten darüber. Das war in Ordnung so, das war Beta.

Beta war Programm und Bestandteil eines Lernprozesses.

„Der einzige Fehler: Ihn zwei Mal machen“

Fehler zu machen gehörte einfach dazu. Zu nahezu allem. Fehler machen war normal. Jeder durfte und sollte Fehler machen. Der einzige wirkliche Fehler war, ein und denselben Fehler zwei Mal zu machen. Denn dann bedeutete dies, dass man aus dem Fehler nicht gelernt hatte. Dazu waren die Fehler nun mal da: Zum Lernen.

Irgendwie waren wir alle mehr oder weniger „fehlertolerant“. Wir wussten, dass auch wir lernten. Wir liefen mit einem eingebrannten „Beta“ in der Stirn herum. Wir erkannten uns. Der große Rest hatte es nur noch nicht kapiert. Die waren immer noch verbohrt und wollten die 120-prozentige fehlerfreie Lösung, am besten zu Beginn des zweijährigen Projektes genau so geplant und dann… „Go Live! Yeah!“. Mission fullfilled. Gratifikation auf dem Konto.

Wir wussten es besser. Doch dann wurde das Web 2.0 erwachsen und irgendwann nannten sie es…

Social Media und Enterprise 2.0

Da ging auch alles sehr schnell und es lief auch mal etwas schief. Aber da war ja der Shitstorm, der einen Fehler sofort anprangerte. Alle lachten und waren froh, dass es sie nicht erwischt hatte. Die Erwischten liefen rot an oder ignorierten den Shitstorm. Irgendwann beruhigte sich das Social Media Web 1.0 wieder. Es war ja auch irgendwie eine abgeschlossene Welt von Tech- oder Kommunikations-Nerds.

Dooferweise sprangen immer mehr Unternehmen auf den Social Media-Zug auf. Nachdem sie (und vor allem die Berater) mit Enterprise 2.0 doch nie so richtig ernst genommen worden waren hatten sie jetzt ein goldenes Kalb gefunden, das ihnen goldene Eier legen sollte. Social Media verhalf dem alten Enterprise 2.0 von 2006 zu neuem Elan.

Da sprach man dann von „einem neuen Typ von Unternehmen“, das Kollaboration, Kommunikation und Prozesse optimieren würde. Social Media als Infrastruktur und horizontale Schicht darübergelegt – das war der neue Trend. Und dies sorgte schließlich dafür, dass es kaum noch Fehler gab. Oder man hörte zumindest kaum von welchen Fehlern. Auf den verschiedenen Kongressen erfuhren wir von immer mehr „Success Stories“.

Und wenn es schief ging? „Shitstorm“ war das neue Bingo. Egal ob intern oder extern etwas nicht geklappt hatte: Schnell einen Shitstorm drüber, und die Sache war erledigt. Ganz Gewiefte nahmen dieses Socialdingens und legten es mit Geschäft zusammen. Das war dann…

Social Business

Spätestens mit Social Business verloren wir alle unsere Unschuld, und unser eingebranntes „Beta“ verblasste. Denn bei wirklich ernsthaftem Geschäft, da macht man keine Fehler. Man zahlt dem Beratungshaus, dem selbständigen Berater und vor allem dem eigenen Mitarbeiter kein Geld dafür, dass diese dann einen Fehler machen. Das könnte auf einen zurückfallen. Außer man bekommt sein Geld zurück, und der Fehler verschwindet unter dem Niebel des Vergessens (Ich bitte um Verzeihung. Es sollte heißen „Nebel des Vergessens“ oder „Teppich des Vergessens“, die Versuchung für diesen Fehler war zu groß). Vor allem, weil die besonderen aber einflussreichen Minderheiten, Analysten und Investoren, keine Fehler verzeihen. Denn sie machen nie welche. Deswegen muss der Aktienkurs immer steigen.

Und man macht das Fehler machen auch nicht zum Geschäftsprozess. Plötzlich war das Fehler machen wieder das Versagen. Und wer versagt, den prangern wir an. Der darf seinen Fehler auch nicht korrigieren. Der bekommt sein Versagen unmißverständlich vorgehalten, denn wir wissen es ja besser.

„Fehler!“

Ich habe mich akklimatisiert. Ich ließ mich von der neuen schönen Welt assimilieren. Wenn jemand einen Fehler macht, dann schreie ich „Fehler!“. Da hat mal wieder jemand versagt. Mir passiert sowas natürlich nie. Ich habe dieses eingebrannte „Beta“ auch nicht mehr. Viele andere anscheinend auch nicht mehr.

Gestern abend schaute ich im ZDF den „Twitter-Jahrhundert-Skandal“. Ich nenne ihn jetzt einmal so, weil ich diesen Tenor in Blogs, auf Twitter und auf Facebook spüre. Ich habe während der rührseligen Twitterversuche von Oliver Kahn und Jeannine Michaelsen auch gelacht. Irgendwie hatte ich den Eindruck, beide wussten nicht wirklich, um was es bei Twitter geht. Oder sie konnten es nicht vermitteln. Oder sie waren nervös (vielleicht sogar der Oli, weil es was Neues und Unbekanntes ist). Kai Thrun hat es den „Twitter-Vorfall“ genannt. Thrun stimmt jedoch nicht in das allgemeine Gelächter ein und meint, der Twitter-Vorfall im ZDF decke viel mehr auf als eine Accounteinrichtung.

Beta

Da fasse ich mir jetzt an die eigene Nase. Wo ist meine Signatur, mein eingebranntes „Beta“ geblieben? Wieso habe ich in der letzten Zeit bei so vielen Fehlern von anderen eingestimmt und sogar laut (d.h. im Netz) gelacht? Wieso haben wir einen nicht angemeldeten niebelschen Teppich zur Staatsaffäre hochstilisiert?

Wir tun so, als solle jeder doch auch mal dieses Social Media ausprobieren. Und wenn er es tut, dann war das nix. Denn wir erwarten Perfektion.

Doch Beta, das ist das Wissen um die eigene Unvollständigkeit. Das Wissen, das andere auch nicht anders sind. Das andere ebenfalls ihr ganzes Leben lang lernen, und dass es nicht immer beim ersten Mal klappt. Aber auch, dass es andere gibt, die einem helfen. Andere, die auch nicht hundertprozentig sind. Die Welt ist so komplex und schnell geworden, dass wir einfach kaum noch elendiglange Projektpläne mit in Beton geschriebenen Projektergebnisse schreiben können. Und wenn, das war das ein Fehler. Denn es gibt immer einen, der schneller und besser ist. Auf der Autobahn, auf dem Sportplatz, im Job, im Bett.

Wir sind nicht der Gipfel der Schöpfung. Wir sind Beta.

Warum also sind wir im Leben inzwischen so wenig Beta? Wo ist unsere Fehlertoleranz geblieben? Warum müssen wir so oft und so gerne einen Shitstorm (mit-)lostreten?

Weil wir Menschen sind. Menschen machen keine Fehler. Das haben wir so gelernt. Deswegen haben wir das Wort „Beta“ verloren. Aber wir können es wieder finden. Wir müssen nur wollen.

 

Social Media ist ein zusammenfassender Begriff für eine Menge von Kommunikations- und Kollaborationswerkzeugen (oder auch „Kanälen“). Social Media werden zunehmend geschäftlich außerhalb und innerhalb von Unternehmen genutzt. Inzwischen hat sich der Begriff Social Business durchgesetzt (zur Abgrenzung Enterprise 2.0 vs. Social Business)

Die neue Art der Kommunikation und Zusammenarbeit mittels Social Media ändert auch die Anforderungen an Führungskräfte. „Management by Order Mufti“ funktioniert immer weniger.

Die Autorität, die Muftis zeitweise hatten und haben, kann man an der im Französischen, aber auch im Deutschen, Niederländischen und Italienischen vorkommenden Redewendung „par ordre du mufti“ erkennen (in deutschsprachigen Texten oft „per Order di Mufti“, „per order mufti“ etc.). Sie meint eine undurchsichtige, von oben herab erlassene Verordnung.

[ Seite „Mufti“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 16. Februar 2012, 15:11 UTC (Abgerufen: 10. Mai 2012, 13:52 UTC) ]

Stefan Pfeiffer ist Marketing Lead Social Business Europe bei IBM Deutschland und gab den Netmedianern in Vorbereitung des IOM Summit ein Interview zum Thema „Leadership 2.0“.

Weitere Erläuterungen im Artikel bei Netmedia: Leadership 2.0 – Interview mit Stefan Pfeiffer, IBM Deutschland.

Zur Vorbereitung einer Session in der Bankenbranche als Teil eines Workshops habe ich eine Einführung und Thesen für das Banking erstellt. In abgewandelter Form stelle ich sie hier zur Verfügung und zur Diskussion.

Vormals privat genutzte Soziale Netzwerke werden zunehmend auch beruflich genutzt. Die Grenzen zwischen privat und beruflich verschwimmen. Kunden wollen persönliche Betreuung und Nähe. Im Netz finden sie professionelle Ansprechpartner und Fachleute. Das mobile Netz explodiert. Kunden und Mitarbeiter wollen überall und jederzeit handeln können und auch im Beruf auf keinen Komfort verzichten. Unternehmen adaptieren das soziale und das mobile Netz für sich und nutzen den Peer-to-Peer-Gedanken.

Diese Veränderungen machen vor den Banken nicht halt. Dazu kommt, dass der Wettbewerb im Banking oft zu vergleichbaren, austauschbaren Produkten geführt hat und dass die Banken oft ein Refinanzierungsproblem und ein Regularienproblem haben.

Vier Thesen zum Banking der nächsten Jahre:

  1. Banking findet jederzeit und überall statt.
  2. Banking ist persönlich und lokal.
  3. Immer mehr Bank-Produkte sind austauschbar.
  4. Banking geschieht ohne klassische Banken.

Historie

Nach dem Platzen der Dotcom-Blase wiedererstarkte das Web durch interaktive und kollaborative Elemente. Als Folge technischer Entwicklungen konnten Benutzer ohne große Ausbildung oder technische Voraussetzung Inhalte einfach pflegen und veröffentlichen („Web 2.0“). Die große Akzeptanz und Nutzung der neuen Möglichkeiten führte dazu, dass 2006 das Time Magazin „You“ zur „Person of the Year“ benannte. 2006 kreierte Harvard-Professor Andrew McAfee den Begriff „Enterprise 2.0“ und sagte den Einzug des Web 2.0 in Unternehmen voraus. Er hatte Vorteile für die Wissensarbeiter und die Zusammenarbeit im Unternehmen im Fokus.

Das Web 2.0 erstarkte zunächst im Konsumentenbereich, doch immer mehr Experten, Selbständige und Unternehmen nutzten die neuen Möglichkeiten zur Kommunikation, zur Beziehungs- und Netzwerkpflege sowie zur Kollaboration. Am Anfang waren es einzelne Experimente. So versuchte sich im deutschen Bankenbereich die Eurohypo mit dem PerfectCity Blog (das Exbundesminister Töpfer mit einem Gastartikel startete) und mit der Immobiliencommunity Ourbania (beide inzwischen eingestellt).

Durch den anhaltenden Konkurrenzdruck gelang es immer weniger Unternehmen, Alleinstellungsmerkmale in ihren Marketing-Mix zu finden und umzusetzen. Immer mehr Unternehmen nutzten Social Media für Public Relations, Marketing und Recruiting sowie Enterprise 2.0 für Change Management und Innovation Management. Vom Konkurrenzdruck getrieben griffen sie auf die Mechanismen des Web 2.0 zurück.

Die Entwicklungen der letzten Jahre:

  • Siegeszug der Sozialen Netzwerke
    Otto Normalbürger betreibt Beziehungspflege. Normale Mitarbeiter vernetzen sich privat – und beruflich – in Netzwerken. Immer mehr Mitarbeiter bilden und pflegen ihr eigenes Netzwerk, sowohl online als auch im richtigen Leben.
  • Explodierende mobile Nutzung des Netzes
    Jeder will und kann schnell und einfach „das Netz“ zur Beziehungspflege nutzen. Der iPhone-Effekt überträgt sich in berufliche Sphäre. Klassische Anbieter wie RIM (Blackberry) und Nokia sind angeschlagen.
  • Adaption des Sozialen und des Mobilen durch Unternehmen
    Unternehmen sehen mögliche Wettbewerbsvorteile durch agilere Kommunikation und Kollaboration. Bottom-Up-Experimente von Unternehmen werden ergänzt oder abgelöst durch strategische Vorgehen (extern und intern).
  • Kommerzielle Akzeptanz des Peer-to-Peer-Gedanken (P2P)
    Aktion und Kommunikation unter Gleichgestellten wird als Prinzip kommerziell eingesetzt. Das führt zu neuen Anbietern, die nicht die Lösung für ein Problem sondern die Plattform zum Finden einer Lösung bereitstellen. Im Finanzbereich führte dies zu Unternehmen wie Smava (P2P-Lending) und Kiva (Social Lending).

Aktuelle Situation

Die mobile Nutzung von Angeboten und Netzwerken nimmt im Privaten und im Kommerziellen immer weiter zu. Mitarbeiter und Führungskräfte sind immer weniger bereit, mit einer veralteten Infrastruktur immer höhere Leistungen zu erbringen. Die Unternehmen erlauben zunehmend ihren Mitarbeitern, ihre eigenen Geräte für ihre berufliche Tätigkeit zu verwenden („Bring Your Own Device“, BYOD). Selbst Vorstände üben Druck in ihrem Unternehmen aus, weil sie „auch so ein iPad wie ihre Tochter“ wollen.

Kunden verlangen nach funktionierendem Mobile Banking. Sie sind nicht bereit, auf ansonsten gewohnten Komfort zu verzichten. Sie wollen überall und jederzeit eine Bankentransaktion durchführen. Banken geben dem Druck der Kunden nach und suchen nach Lösung. So startet die Raiffeisen Bank International Österreich mit einer Lösung, mit der Kunden kontaktlos per Smartphone bezahlen können.

Bankinstitute suchen weiter nach Vorteilen im Wettbewerb. Hierbei führt die Vielfalt der Institute vor allem in Deutschland durch die Sparkassen und die Volks- und Raiffeisenbanken zu einem hohen Innovationsdruck. Einerseits suchen viele einzelne Institute Lösungen für ihre Kunden, und andererseits schließen sich Institute mit anderen Instituten oder branchenfremden Partnern für innovative Lösungen zusammen.

Doch viele Banking-Leistungen sind Massenware. Im klassischen Marketing-Mix lassen sich kaum Vorteile über die Konkurrenz erreichen. Die Produkte (Product) sind vergleichbar und haben dieselben Preise (Price). Klassische Kommunikationspolitik (Promotion) ist austauschbar. Die bisherige Distributionspolitik (Place) sorgte für eine Konzentration auf wenige Niederlassungen, Filialen oder Automatencenter.

Die Situation vieler Banken in der Refinanzierung ist angespannt. Regularien wie Basel III erschweren das operative Geschäft und belasten die Institute mit personellem und infrastrukturellem Aufwand.

Kunden wollen eine persönliche Betreuung, was die Banken durch die angespannte Marktsituation mit klassischen Verfahren wie Beratungstermine vor Ort in der Filiale oder sogar beim Kunden nur sehr beschränkt leisten können. Anbieter wie Backbase arbeiten an intelligenten Angeboten, mit der die Kunden eine individuell konfigurierte Portal-Lösung erhalten.

Viele Personen (beispielsweise Lothar Lochmaier oder Boris Janek) oder Institute (beispielsweise Volksbank Bühl) positionieren sich im Social Web für das Banking als Experte. Kunden und Banken orientieren sich im Social Web – auch im B2B-Bereich.

Thesen

In den nächsten Jahren wird sich das Banking radikal verändern:

  1. Banking geschieht jederzeit und überall.
    Banken sind Mitglieder vieler Netzwerke mit ihren Kunden, Mitbewerbern, Partnern. Das Gerät spielt keine Rolle mehr, Automatencenter werden abgelöst durch einfache und sichere Mobile Banking Lösungen. Die Nutzung des des Netzwerks und des Banking erfolgt in verschiedenen Rollen (als Kunde, Mitarbeiter, Privatperson). Mobile Endgeräte wie Smartphones und Tablets verdrängen stationäre Endgeräte wie PCs.
  2. Banking ist persönlich und lokal.
    Die Grenzen zwischen privat und beruflich verschwimmen, auch beim Banking. Soziale Netzwerke helfen, den persönlichen Kontakt zwischen Bank und Kunde wiederherzustellen. Persönliche und örtliche Nähe sind abgestuft. Zunächst allgemein in Netzwerken, doch im Bedarfsfall geht die Kommunikation in eine persönliche Online-Kommunikation (auch mit Video) bis hin zu einem persönlichen Treffen. Dadurch ist die Bank überall auf Wunsch greifbar und nahe.
  3. Immer mehr Bank-Produkte sind austauschbar.
    Klassische Bankprodukte wie Konsumkredite oder Hausfinanzierung sind billig sowie allgemein und „auf Knopfdruck“ verfügbar. Deswegen spielt das Produkt bei der Entscheidung für eine Bank kaum eine Rolle. Kunden haben mehrere Banken. Je weniger ein Kunde persönliche Nähe empfindet, desto eher bezieht er einzelne austauschbare Produkte von anderen Banken oder benutzt er Vermittlungsplattformen. Die Vereinheitlichung von Bankleistungen macht vor B2B nicht halt. Unternehmen gehen nicht zur Bank sondern zu Plattformen wie einem möglichen „Smava for Enterprises“. Banken müssen Social Banking im Portfolio haben, sonst verlieren sie einen großen Teil ihrer Kundschaft.
  4. Banking ohne klassische Banken.
    Die bisherigen Banken erhalten Konkurrenz durch neue Mitspieler aus dem Quartärsektor (Informationssektor) und aus dem Ausland. Google hat bereits eine Banklizenz, zu Facebook gibt es Gerüchte. Startups besorgen sich Banking Know-How beispielsweise von motivierten „Banking-Aussteigern“, die mehr wollen als Status und Gehaltscheck. Oder „Banking-Aussteiger“ gründen eigene Startups. Die neuen Player bringen neue Ideen und neue Plattformen. Reputation und Empfehlungen sorgen für die Vernetzung der Kunden und der Institute. Privat- und Unternehmenskunden holen sich ihre Leistungen auch von internationalen Plattformanbietern – wenn die gefühlte Nähe stimmt.

 

Was halten Sie von diesen Thesen?

Nachtrag: Über Renate Eck stieß ich auf diesen interessanten Artikel auf iBusiness: Weitere Fünf Szenarien für die Zukunft der Banken

Am 7. und 8. Februar 2012 fand in Paris der jährliche Enterprise 2.0 Summit statt. An zwei Tagen traffen sich Vertreter aus Unternehmen und Beratungsunternehmen im Cercle National des Armées, um Erfahrungen zu Enterprise 2.0 weiterzugeben und auszutauschen. Zeit für einen Rückblick und subjektive Eindrücke.

Eindrücke

Mein Eindruck nach dem Enterprise 2.0 Summit ist, dass Enterprise 2.0 in vielen Unternehmensbereichen angekommen ist. Waren es früher noch vor allem IT- und Kollaborationsvertreter, so kommen die Teilnehmer inzwischen aus den verschiedensten Bereichen und aus unterschiedlichen Hierarchieebenen. Nachdem ein Teilnehmer irgendwann bemängelt hatte, dass zu wenig HR-Leute zu solch einer Veranstaltung kämen, ergab eine Zählung in einer Session, dass doch einige HR-Vertreter da waren. PR, Marketing, HR, Change Management… Enterprise 2.0 ist in den Unternehmen angekommen.

Doch scheinbar gibt es auch den Eindruck, dass noch zu wenige IT-Leute sich für Enterprise 2.0 interessieren – zumindest die „klassischen“ IT-Leute. Riitta Raesmaa griff eine Twitter-Diskussion von Dion Hinchcliffe und Mark Masterson und zog dann Parallelen zwischen den Feldern des IT-Servicemanagement / ITIL und des Enterprise 2.0 / Social Business.

These areas — IT Service Management & Enterprise 2.0/Social Business — have a lot in common. Both are about people, processes and the tools. And in both areas the discussion is too often spinning around the technology and the processes, leaving the people play the supporting part in the process and tool play. And it should be the opposite.

[ Best Practices, Enterprise 2.0 and Social IT – with Passion ] Weiterlesen

 

Enterprise 2.0 entstand aus einer Technologiesicht und zeigte Auswirkungen auf die Arbeit der „Knowledge Worker“ (Wissensarbeiter). Kern dieser Betrachtung waren Wissensaustausch und Kollaboration. Inzwischen reden viele Unternehmen, Berater und Experten von Enterprise 2.0 aber auch von Social Business.

Nach fast sechs Jahren zeigt sich, dass die Auswirkungen von Enterprise 2.0 und Social Business (nach meiner Meinung eine gesamthaftere Betrachtung) viel mehr Bereiche betreffen als der „Erfinder“ Andrew McAfee bedachte. Am 7. und 8. Februar 2012 bietet der jährliche Enterprise 2.0 Summit die Gelegenheit, sich zu den Entwicklungen von Enterprise 2.0 auszutauschen.

Kommunikation

Grundlage für die umfangreicheren Auswirkungen sind die verbesserten Kommunikationsmöglichkeiten sowohl durch das Enterprise 2.0-Konzept an sich als auch durch die moderneren Technologien. Die technologischen Entwicklungen im Web 2.0 ermöglichten erstmals technisch unbedarften Anwendern auf einfache Art und Weise Inhalte zu erstellen und die Inhalte von anderen Menschen zu kommentieren. Dies führte zu einer Explosion nicht nur der Inhalte sondern auch der Kommunikation.

Durch die plötzlich unkomplizierten Fähigkeiten zur Kommunikation entstanden neue Beziehungen zwischen Menschen und Gruppierungen. Erstmals war eine Beziehungspflege im Netz, d. h. online, wirklich möglich. Menschen in Unternehmen griffen diese neuen technologischen Möglichkeiten auf und veränderten die Kommunikation zwischen Menschen und über Inhalte. Andrew McAfee erkannte diese Entwickung und grundsätzlich deren Potential. Weiterlesen