INJELEA

IN Jedem Ende Liegt Ein Anfang

Gegen das Vergessen

Vor 67 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, brannten in der Reichspogromnacht (auch: Reichskristallnacht) die Synagogen in ganz Deutschland.

Der deutsch-polnische Jude Grynszpan begang am 7. November 1938 in Paris ein Attentat auf Ernst vom Rath. Das war der Vorwand, auf den die Nazis gewartet hatten. Eine Welle von angeblich spontanen, in Wirklichkeit jedoch von SS und SA geplanten, organisierten und durchgeführten Gewaltaktionen gegen Juden überzog das Land.

In einer gezielten Aktion verwüsteten SA- und SS-Truppen in ganz Deutschland jüdische Geschäfte und Einrichtungen und setzten Synagogen in Brand. Hunderte Menschen wurden während des als "Reichskristallnacht" bekannt gewordenen Pogroms misshandelt und getötet. Tausende Menschen wurden in Vernichtungslager geschleppt.

[ Quelle: tagesschau.de ]

Juden waren …

… schon immer die Zielscheibe von Haßtiraden gewesen. Einst wurden sie verfolgt und über die ganze Welt zerstreut. Sie mußten sich mit den Tätigkeiten und Berufen begnügen, die Ihnen vorgeschrieben wurden. Sie wurden in eine Ecke gedrängt, doch sie lernten in ihrer Ecke zurechtzukommen. Sie kamen besser zurecht, als dies vielen lieb war.

Neid und Angst vor dem Unbekannten wurde zu Haß, und der entlud sich in gemeinschaftlichen Pogromen – nicht nur in den Fürstentümern und Reichen, die später zur deutschen Nation wurden, sondern auch in anderen Ländern wie Frankreich und Rußland. In Deutschland wurde dieser Haß von den Nazis kanalisiert, verstärkt und zur Verführung benutzt. Aber zu einem Verführer gehört immer auch ein Verführter!

Für mich gibt es in der Medienlandschaft der jüngeren Zeit zwei ganz herausragende Meilensteine zum Thema Drittes Reich, die mir immer präsent sind. Es gibt andere (beispielsweise "Das Tagebuch der Anne Frank" und Inszenierungen davon sowie "Der Nazionalsozialismus Dokumente 1933-1945" von Walther Hofer), jedoch bewegen mich in ihrer Eindringlichkeite diese beiden immer wieder:

  • "Hitlers willige Vollstrecker" von Daniel Goldhagen
    Ganz gewöhnliche Deutsche, brave Bürger, wurden zu Bestien, quälten Tausende Menschen und brachten sie um. Auch wenn die Interpretation Goldhagens zu einem Historikerstreit führte: Die Beschreibungen, was und wie Menschen die abscheulichen Grausamkeiten verübten, lassen mich an der Unmenschlichkeit der Menschen verzweifeln. Nie wieder!
  • "Schindlers Liste" verfilmt von Steven Spielberg
    Ein eindrucksvolles Werk mit Liam Neeson und Ben Kingsley über die Abstrusität von ganz "normalen" Killern und dem Lebemann, der sein Gewissen entdeckt. Die Eindringlichkeit der Schwarz-Weiß Bilder droht mich jedesmal zu erdrücken.

Weitere interessante Links
zum Thema gibt es unter
del.icio.us/injelea.

Das Buch liegt jetzt wieder auf dem Nachtisch, und die DVD liegt auf dem Player.

Geschichte ist nicht tot. Geschichte lebt, sie hat eine Vorgeschichte, und sie wird zur Vorgeschichte ihrer Zukunft. Aus Geschichte können und müssen wir lernen.

Deswegen sind die Reichspogromnacht, das Nazitum, das Dritte Reich, der Zweite Weltkrieg und der Vernichtungsfeldzug gegen Juden für mich die Mahnmale

gegen das Vergessen

Technorati Tags: Holocaust, Shoa, Pogrome, Reichskristallnacht, Synagogen, Juden, Rechtsextremismus

%d Bloggern gefällt das: