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Notizen eines Auszeitlers

Lesezeit:  12 Minuten

Mit 47 noch einmal studieren und mit 50 den Job wechseln? Was bewegt jemanden, den sicher geglaubten Job abzulegen und nach einer Auszeit von zehn Wochen einen Neuanfang zu wagen? Ein subjektiver Reisebericht ohne Ende.

Wir haben das erste Oktoberwochenende 2011. Es ist BarCamp-Zeit: BarCamp Stuttgart 4. Es ist für mich auch die Zeit für einen Rückblick und einen Ausblick. Und wenn es „die Community“ interessiert, dann halte ich auf dem BarCamp eine Session über meine Auszeit im Frühjahr diesen Jahres. Darüber, welche Erfahrungen ich in zehn Wochen mit dem „Nichtstun“ machte, was vor mir lag, welche Erwartungen ich im Juli (noch) hatte. Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

Dieser Artikel ist entspricht zu einem Großteil den „Notizen eines Auszeitlers“ auf dem Weichensteller-Blog mit den Teilen Anfang, Auszeit sowie Toolblick und Ausblick. Auch wenn „erstens“ und wenn „zweitens“, so hat sich an meiner positiven Grundhaltung nichts geändert.

Ein neuer Weg - Im Wald um den Haidel

Ein neuer Weg - Im Wald um den Haidel

Kurz vor meinem fünfzigsten Geburtstag war mein letzter Arbeitstag. Kopfüber fiel ich in eine Auszeit. Alles Planen hatte nichts genutzt: Sie war da. Zehn Wochen zwischen zwei Jobs. Trotz aller Gedanken über meine Auszeit war ich nicht wirklich darauf vorbereitet. Die ersten Tage vergingen noch wie im Fluge. Der Job war sofort aus meinem Kopf, doch ich hatte ein anderes Problem: Ich war Onliner. Ständig warben akustische und optische Meldungen um meine Aufmerksamkeit. Genauso ständig war das Gefühl, ich könnte etwas verpasst haben. Dazu kamen die Geburtstagsfeier, Ostern, kleinere und größere Erledigungen. Die ersten drei Wochen waren wie ein Urlaub, den man zu Hause verbringt, und an dessen Ende man feststellt: „Morgen bin ich wieder im Büro“. Doch da war kein Büro. Es ging einfach weiter.

Der Anfang

Angefangen hatte die Geschichte im Jahr 2005, als ich in der IT einer Bank das Intranet betreute. Es war die Zeit, als die ersten Webprogramme mit etwas Technikwissen auf einen Server relativ einfach installiert werden konnten. In meinem Job fehlte mir das Ausprobieren und „Herumspielen“. In einem Unternehmen mit festen Abläufen probiert man nicht einfach mal etwas Neues aus. Doch mit den Möglichkeiten des neuen Web 2.0 konnte ich als Privatperson ein Serverprogramm zum Erstellen und Bearbeiten von Artikeln aussuchen und auf meinem gemieteten Webhosting installieren. Wenige Tage darauf bemerkte ich, dass ich bloggte. Einfach so. Doch das Entscheidende am Bloggen bemerkte ich im Laufe der nächsten Monate: Ich ließ die Technik hinter mir und lernte viele interessante Menschen und Themen kennen.

Und es ging immer weiter. Blogs, Communities, Twitter, Facebook – doch das sind alles nur Werkzeuge. Wer sich darauf einlässt, loslegt und loslässt, der öffnet seinen Kopf und seinen Geist. Jeder entscheidet für sich, wie weit er sich der Welt öffnet. Ich unterhielt mich mit anderen Menschen und lernte über sie neue Dinge kennen. Zuerst online in Kommentaren. Dann kamen die ersten Treffen im „richtigen Leben“. Locker mit den vermeintlich Unbekannten an einem Tisch sitzen ging überraschend schnell. Denn meistens kennt man sich schon irgendwie und ist gar nicht so sehr unbekannt. Letztendlich geht es um Unterhaltungen, um Gespräche, um Kommunikation. Man lernt, etwas von sich preiszugeben und dabei in Vorleistung zu treten. Und man lernt, dass die anderen Menschen das ebenfalls tun.

Damals gab es bei weitem noch nicht so viele Blogger wie heute. Viele davon kamen jedoch wie der PR-Blogger Klaus Eck aus dem Bereich Public Relations (PR, Öffentlichkeitsarbeit). Irgendwann reifte in mir die Idee, dass wir Blogger alle irgendwie PR für die eigene Person betrieben und an unserer Reputation arbeiteten. Das faszinierte mich. Gleichzeitig begann sich mein Job zu verändern. Ich war zusammen mit dem Intranet und dem Internetauftritt inzwischen in der Unternehmenskommunikation. Die Technik trat in den Hintergrund. Es kam zu ersten Überschneidungen meiner Jobsphäre und meiner Onlinesphäre. Das Bloggen hatte mich hungrig gemacht, ich wollte noch mehr. Mehr PR-Wissen und mehr PR-Anwendung. Mehr Menschen, mehr Beziehungsarbeit. Ich wollte „PR machen“. Ich wollte einen neuen Weg gehen.

Doch wer stellt schon einen Blogger, BWL’ler und IT’ler auf die Position eines PR-Managers? Ich entschied, mir über ein PR-Studium ein breites Basiswissen zu verschaffen.

Ein neuer Anfang

Zuerst erschrak ich doch etwas bei dem Gedanken, mit 47 noch einmal für 18 Monate zu studieren. Doch in den drei Jahren als Blogger hatte ich letztendlich nichts anderes gemacht als jeden Tag etwas Neues zu lernen.

18 Monate sind ein überschaubarer Zeitraum. Die herzliche Aufnahme durch das Team von PR PLUS gab den Ausschlag. So studierte und bloggte ich gleichzeitig weiter. Ich lernte weiter, und ich lernte neue Themen kennen. Mich faszinierte besonders Enterprise 2.0, das Bringen des Web 2.0 ins Unternehmen. Dabei bemerkte ich, dass die Einführung und die Akzeptanz von Enterprise 2.0 stark von der richtigen Kommunikation und Beziehungspflege abhängt. Ich wollte also nach meinem Studium PR machen, ich wollte viel und oft etwas online machen beziehungsweise online sein, und irgendwie sollte dann auch noch Enterprise 2.0 eine Rolle dabei spielen. Dann schaute ich mir meinen aktuellen Job an und dachte spätestens dann: „Du musst Dich verändern!“

Ich war in einer Bank mit einem relativ sicheren Job und vielleicht sogar dem Ausblick auf eine geruhsame Zeit in die Rente. Doch die Zeiten, zu denen ein Angestellter so wie mein Vater nach über 30 Jahren in einem Unternehmen in Rente geht, sind vorbei. Eine „Jobsicherheit“ gibt es so nicht mehr. Und wie geruhsam war meine Zeit wirklich? Ich hatte mich seit 2005 mit einem enormen Tempo verändert (zumindest empfand ich dies so), ich würde weiterhin viel lernen (das hatte ich vor), und ich würde mich weiterhin stark verändern (zumindest hoffte ich dies). Ich bemerkte, wie schwer es mir zunehmend fiel, am Morgen zurückzuschalten, in vielen Situationen ruhig zu bleiben, und am Abend Gas zu geben und wieder eine neue Richtung einzuschlagen. Ich empfand diese Anspannung nicht als geruhsam.

Auszeit

Im April 2011 hatte ich den letzten Arbeitstag in meinem alten Job. Mein Resturlaub und das Guthaben aus meinem Langzeitkonto ermöglichten mir einen Rückzug und ein Abschalten für über 10 Wochen. Ursprünglich hatte ich gehofft, recht kurzfristig von dem alten in den neuen Job zu wechseln. Glücklicherweise ging dies so nicht.Der Anfang war schwer. Zunächst hatte ich ständig das Gefühl, ich würde etwas verpassen. Aber als ich nach etwa drei Wochen zu einem Urlaub für eine Woche in den Bayerischen Wald fuhr, kippte bei mir im Kopf ein Schalter: Ich fand auch durch die Unterstützung meiner Frau meine innere Ruhe. Ich war trotz WLAN im Hotel nur gelegentlich online. Ich schaltete alle Benachrichtigungen von iPhone, iPad, und Notebook aus. Nachdem wir wieder zu Hause waren sprang ich nicht sofort auf und ging ans Telefon, obwohl ich doch beim Abendessen war.

Kreuzbachklause im Bayerischen Wald

Kreuzbachklause im Bayerischen Wald

Ich las viel. Ich begann meine Ernährung umzustellen. Nach zweieinhalb Jahren Pause begann ich wieder mit dem Joggen. Nach vielen Jahren Unterbrechung widmete ich mich wieder dem Autogenen Training. Inzwischen schalte ich jederzeit und bewusst ab. Es tut nicht mehr weh, einen ganzen Tag lang nicht online zu sein.

Die größten Gefahrenquellen und Aufmerksamkeitsfresser sind für mich Twitter, Facebook und E-Mail. Routinemäßig rufe ich am Morgen und am Abend bewusst diese Kanäle auf, um mich zu informieren, um zu reagieren und um aktiv zu werden. Ebenso bewusst lasse ich diese Kanäle viele Stunden oder einen ganzen Tag aus. Zu bestimmten Anlässen aktiviere ich die Kommunikationskanäle.

Ich reise gerne und genieße fremde Landschaften und Menschen. Doch je fremder Landschaften und Menschen sind, desto mehr Aufmerksamkeit und Konzentration benötige ich dafür. Ich hatte am Ende meiner Auszeit noch einen Urlaub im Allgäu. Beide Male, im Bayerischen Wald und im Allgäu, war die Landschaft faszinierend schön und doch gleichzeitig nicht zu fremd. So konnte ich sie in aller Ruhe genießen und mich dennoch auf Lesen, Sport und Abschalten konzentrieren.

Lektionen

Nachfolgend habe ich ein paar Lektionen zusammen gestellt, die ich für mich persönlich aus meiner Auszeit mitgenommen habe. Sie sind immer unvollständig und bedürfen ständiger Überprüfung. Für mich ist es wichtig, möglichst oft zu reflektieren und der Lage entsprechend neue Lektionen zu lernen.

Laufen und Wandern

Im Auto habe ich jetzt fürs Laufen gerne parat:

  • Laufschuhe, Klamotten, Socken, Ersatzunterwäsche
  • Laufschuhe in separatem Schuhbeutel (je nach Wetter und Untergrund können Schuhe ganz schön dreckig werden)
  • Ein großes Handtuch zum Abtrocknen
  • Eine Flasche Wasser für danach
  • Für alle Fälle, wenn ich einfach nur einmal ein paar hundert Meter spazieren gehen will, habe ich ebenfalls im Auto dabei:
  • Festes Schuhwerk
  • Regenjacke / Schirm
  • Jeans / feste Hosn
  • Ersatzsocken
  • Apropos Auto: Nach dem Joggen oder Wandern stelle ich sicher, dass sich im Profil der Schuhe nichts Unangenehmes festgesetzt hat. Und zwar vor dem Einsteigen…

Der kleine Hunger zwischendurch

Ich habe meistens etwas für den kleinen Hunger zwischendurch dabei und deponiere etwas beispielsweise im Auto oder in der (Notebook-) Tasche. Am besten geeignet ist etwas, das unempfindlich gegen Hitze ist, beispielsweise ein Proteinriegel. Im Auto sollte man auf keinen Fall Obst deponieren!

Im Ernstfall gehe ich in den nächsten Supermarkt und hole mir einen Proteinriegel oder einen Proteinshake. Rein, genau einen Riegel oder Shake kaufen, Raus.

Social Media

Einfach nur mal kurz reinstöbern in Twitter, Facebook, Tumblr, Feedreader: Das geht gar nicht. Wenn ich erst einmal etwas Interessantes sehe, dann will ich teilen, reden, schreiben… Also nie nur zum Lesen mal kurz irgendwo reinschauen. Abschalten und ganz bewusst einschalten.

Dabei geht es nicht nur um das eigene Einstellen. Nach dem eigenen Erstellen eines Artikels oder Tweets ist es gut möglich, dass jemand darauf reagiert. Jemand findet es gut oder schlecht und schreibt einen Kommentar beziehungsweise eine Antwort oder eine Frage. Deswegen sollte man anschließend einige Minuten bereit sein und zuhören / lesen.

Ist es möglich, schnell einmal ein Bild beispielsweise auf Flickr einzustellen? Ja, aber man sollte für den nächsten Tag einplanen, nach Reaktionen zu schauen.

Kann man einen kompletten Blogeintrag erstellen und sich dann längere Zeit in die Offlinewelt begeben? Nein! Wenn er den Leuten gefällt (oder auch nicht) und sie kommentieren, dann sollte man spätestens am Tag danach reagieren. Leider habe ich dagegen auch schon einmal verstoßen und die Kommentierer hängen lassen…

Planen

Eine Auszeit ist zeitlos. Ich erstelle dennoch zumindest gedanklich Tages- und Wochenpläne. Damit verpasse ich nichts davon, was ich mir vorgenommen habe. Jeden Morgen oder am Abend zuvor erstelle ich eine kurze Liste mit einem bis drei Aufgaben, die ich an diesem Tag erledigen will. Ich beginne mit der mir wichtigsten Aufgabe, bevor ich irgendetwas anderes tue.

Pfeif’ auf den Plan

Ich bleibe flexibel. So schön ein Plan auch ist: Ich halte mich nicht sklavisch daran. Wenn die Sonne scheint und die Landschaft oder das Schwimmbad lockt, dann verschiebe ich die Einkaufstour in der Stadt. Bei größeren Sachen ist das möglicherweise schwierig, weil es Abhängigkeiten gibt. Aber je kleiner der Punkt auf dem Plan ist, desto leichter lässt er sich verschieben.

Lesen

Ich habe immer etwas zum Lesen griffbereit. Das iPad ist optimal, weil die Auswahl groß und das Gewicht klein ist. Seit Ende April gibt es einen deutschen Kindle-Shop. Das Amazon Kindle mit seinen Bedienelementen ist für mich genial, und das Display ist blendfrei. Digitale Bücher lassen sich jederzeit ad hoc benutzen. Aber auch ein schönes „richtiges“ Buch ist okay. Egal welches Medium, ich genieße das Lesen.

Entspannt lesen im Palmengarten Frankfurt

Entspannt lesen im Palmengarten Frankfurt

Apropos Kindle: Ohne Farbe, nur wenige Bilder, ohne Umschlag gerät der Inhalt von Texten geradezu automatisch in den Fokus. Einfach. Genial.

Notizen, Notizen…

Wenn ich eine Idee habe, dann notiere ich sie. Ich bin ein Onliner und versuche daher Medienbrüche zu vermeiden. Aber ich gehe nicht sofort online, um zu bloggen, zu schreiben und auszuformulieren.

Ich notiere die Idee mit Schlagwörtern oder kurzen Sätzen. Am liebsten mache ich das auf dem iPhone oder auf dem iPad. Auf gar keinen Fall gehe ich dazu „schnell einmal“ ans Notebook oder den Desktoprechner – dort sind die Ablenkungsgefahren zu groß.
Fotografien mit dem iPhone sind eine gute Stütze. Ich fotografiere etwas, das ich sehe oder skizziert habe. Die Fotografie lege ich digital mit Stichworten ab.

Fokus

Leere hilft bei der Konzentration auf das Wesentliche: Ein leerer Schreibtisch, ein leerer Wohnzimmertisch, ein leerer Rechner-Desktop.

Zeitenende

Wenn ich mit einer Aufgabe, einer Tätigkeit beginne, dann setze ich mir ein zeitliches Ende. Gerne stelle ich mir einen Alarm. Dann vergesse ich die Zeit und gehe in der  Aufgabe auf. Bis der Wecker klingelt. Dann kann ich immer noch verlängern…

Viel ist zu viel

Zehn Wochen sind eine lange Zeit. Ich wollte die lange Zeit mit möglichst Vielem nutzen. Und das Viele wollte ich ausnutzen. So wollte ich beispielsweise beim Joggen möglichst schnell eine Strecke über 10 Kilometer laufen. Doch eine Muskelzerrung zwang mich zurück zu schalten und inne zu halten. Es bringt nichts, sich zu überfordern.

Spaß

Spaß ist wichtig! Nutze dafür den Tag, die Minuten und die Nacht. Zumindest in (m)einer Auszeit

Sei glücklich

Carpe Diem („Nutze den Tag“) ist nicht genug. Genieße den Augenblick. Jeder Augenblick ist DER Augenblick zum Genießen. Sei glücklich. Du wirst lächeln.

Toolblick und Ausblick

Ich habe vieles in meiner Auszeit gelernt, vor allem auch über mich. Ich verschätzte mich und überschätzte mich. Dabei gibt es viele auch kostenlose Quellen, die ihre Erfahrungen teilen (die ich gelesen habe und dennoch…). Ebenso gibt es einige Programme, die bei der Konzentration und beim Abschalten helfen.

Literatur/Blogs

In meiner Auszeit habe ich viel gelesen. Hier ist eine kleine Auswahl zu den Themen Fokus, Einfachheit und Organisation.

Software und Webdienste

Bereits vor meiner Auszeit habe ich verschiedene Programme und Webdienste benutzt. Inzwischen benutze ich gerne solche, die ein Abschalten und Fokussieren erleichtern beziehungsweise unterstützen.

Aufgaben

  • 2Do: Die einfache und doch „stylische“ iPhone- und iPad-App synchronisiert mit den Aufgaben via Toodledo.

Textbearbeitung, einfach und ohne Ablenkung

  • iA Writer: Schreiben ohne Ablenkung für Mac und iPad (inklusive Dropbox-Synchronisierung).
  • Ommwriter: Schreiben ohne Ablenkung für Mac und PC. Es gibt zwar inzwischen eine iPad-Version, aber die Texte können nicht synchronisiert werden sondern nur per Email verschickt.
  • Focuswirter: Eine Alternative für den Ommwriter. Mac, PC, Linux

Notizen

  • Evernote: Ein „virtuelles Gedächtnis“ für PC, Mac, iPad, iPhone, Android und andere Plattformen. Evernote synchronisiert über das Netz alle Geräte und liefert eine Texterkennung für die Suche sowie in der Premiumversion die Offlinespeicherung auf Mobilgeräten.
  • Noteshelf: Freihandzeichnen wie auf dem Moleskin – aber auf dem iPad (INJELEA-Blog: Papierlos mit iPad, Noteshelf und AluPen).

Musik

  • Last.fm: Musikdienst mit Software für PC und Mac. Ich gebe einen Musikstil oder einen Interpreten (beispielsweise „Andreas Vollenweider“) ein, um entspannende Hintergrundmusik zu hören).
  • Songbird: Musik-Player für PC und Mac mit ein paar Erweiterungen zum Hören von MP3 oder Radiostationen zum Entspannen.
  • Squeezebox: Internetradio und den eigenen Server auf dem Network Attached Storage.

Lesen

  • Amazon Kindle (als eigenes Gerät mit WLAN/3G oder als Anwendung, unter anderem auch für iPhone-/iPad).
  • Calibre (PC, Mac, Linux) zum einfachen Konvertieren von PDF-Dateien in E-Book-Formate. Anschließend kann das E-Book aufs iPad in die iBook-App synchronisiert werden oder per Email auf das Amazon Kindle-Gerät geschickt werden.

Ach ja, „richtige“ Bücher aus totem Holz lese ich auch noch gelegentlich. Noch… aber eigentlich fast gar nicht mehr: Ich war ein Bücherwurm. Es lebe das Digitale.

Eine Reise ohne Ende

In den Jahren seit 2005 hat sich viel für mich verändert, und die Veränderungen dauern noch an. Ich werde dafür sorgen, dass sie nicht aufhören. Ich will nicht aufhören zu lernen und Neues zu erforschen auf meiner Reise.

Kaltes Wasser - Erlauzwieseler See

Kaltes Wasser - Erlauzwieseler See

Noch weiß ich nicht, wie sich mein neuer Job ausgestalten wird. Ich will ihn mitgestalten und Dynamik hineinpacken. Ich weiß nicht, wie ich meine Gedanken, Überlegungen und Gewohnheiten aus meiner Auszeit im Joballtag erhalten werde. Ich habe gelernt, dass die beste Planung eben nur eine Planung ist und das Leben viel komplizierter ist, als man es sich manchmal wünscht. Doch das ist auch das Schöne an so einer Reise. Dann ist es am Besten den Blick nach vorne zu richten. Und manchmal muss man einfach ins kalte Wasser springen.

Irgendwann, hoffentlich erst in einigen Jahrzehnten, wird meine Reise doch zu Ende sein. Aber bis dahin genieße ich die Reise jeden Augenblick.

Doch erstens und zweitens

Der Plan war gut. Doch das Leben ist komplizierter als der Plan. Da kommt schon einmal ein „ABER“ und wirft sich vor einem auf die Reiseroute.

Erstens hatten sich meine Erwartungen nicht erfüllt. Manchmal passt es und manchmal nicht. Für mich ist das kein Beinbruch und kein Ende. Es ist ein weiterer Neuanfang und Reiseabschnitt, zu dem ich mir jetzt auch verstärkt die Frage stelle: Job oder selbständig? Vielleicht ist genau das mehr Chance als vorher, als ich aus der behäbigen Sicherheit meines langjährigen Jobs heraus agierte. Ich habe die Zeit, mich zu sammeln, auszuprobieren, zu planen und zu tun.

Eigentlich.

Denn zweitens neigt sich jede Reise irgendwann ihrem Ende zu. Oft absehbar und manchmal abrupt. Ich hoffe, dass meine Reise noch möglichst lange dauert. Doch die Reise meines Vaters endet demnächst. Unerwartet und in den nächsten Wochen oder Monaten. Das trifft mich und meine Familie hart. Ich bin viel unterwegs in Kliniken und bei meiner Familie.

Mein Sammeln und Ausprobieren hat sich deswegen momentan stark verlangsamt. Meine Prioritäten haben sich momentan geändert.

IN Jedem Ende Liegt Ein Anfang

Doch noch nie war mir mein Leitmotiv so präsent wie jetzt. Ich „glaube“ nach wie vor daran. Jetzt erst recht. Wahrscheinlich bin ich einfach nur so wie der Skorpion in der Fabel: Es ist meine Natur, geprägt durch jahrzehntelange Sozialisation durch andere, die Umwelt und durch mich.

Ich werde wieder durchatmen und weiterreisen.

Präsentation

Die Präsentation zur Session auf dem BarCamp Stuttgart.

[ Direktlink zur Präsentation auf Slideshare ]

Linksammlung

Auf Diigo habe ich eine Linksammlung abgelegt, in der auf die Erwähnungen von Lesestoff, Software und Web verwiesen wird.

Meine Liste auf Diigo: Notizen eines Auszeitlers.

4 Responses

  1. Pingback : Notizen eines Auszeitlers | INJELEA Blog « Joachim Haydecker

  2. Grüß dich Frank,

    ich freu mich für dich dass du mit 50 Jahren noch so in Bewegung bist, hinterfragst, dich immer wieder neu ausrichtest 🙂 Es ist spannend und nachvollziehbar zu lesen, wie du die Zeit erlebt hast, und welche Schwierigkeiten sich ergeben haben – hoffe ich werde in 15 Jahren auch noch so flexibel sein, oder besser: lebendig 😉

    Ein Satz noch zu deinem Vater: Für mich als ehemaliger Krankenpfleger sind mir solche Situationen als Beobachter und Unterstützer vertraut. Es ist immer traurig wenn uns nahestehenden Menschen auf absehbare Zeit unwiederuflich gehen werden. Rückblickend meine ich dass es ein Privileg ist, wenn wir Zeit haben voneinander Abschied zu nehmen. Wenn Menschen plötzlich gehen, dann bleibt oft einiges noch unausgesprochen, ungefragt, ungesagt. Das ihr die Zeit habt finde ich kostbar.

    Viele Grüße aus Ansbach
    Ludwig

    1. Hallo Ludwig,

      ich glaube, dass „wir alle“, die wir im Social Web so aktiv sind, auch weiterhin unsere Agilität pflegen werden und auch über den Tellerrand schauen werden.

      Es ist für mich momentan zwar eine schwierige aber auch eine erfahrungsreiche Zeit. Ich bin froh, meinem Vater noch begleiten und mich von ihm verabschieden zu können.

      Viele Grüße aus Schwabenheim
      Frank

  3. Pingback : mahrko – co2-neutral durchs web » Rückblick aufs Barcamp vor der Haustür

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