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IN Jedem Ende Liegt Ein Anfang
Volkswagen-Dieselgate: Homepage

Volkswagen definiert transparente Information #Dieselgate

Heute abend meldete ZDFheute, dass Volkswagen eine „Internetseite“ zum ‪#‎dieselgate‬ hätte. Wer hätte das gedacht. Wo doch die Homepage von Volkswagen eben nichts, aber auch gar nichts zum Abgasskandal anzeigte. Kein Text, kein Link, kein Hinweis. Noch nicht einmal oder auch besonders nicht zur Nachrichten-Primetime.

Wir werden alle unsere Kunden weiterhin fortlaufend und transparent informieren. – Thomas Zahn, Leiter Vertrieb und Marketing

Volkswagen, Dieselgate, Winterkorn. Für Volkswagen scheint es derzeit nicht besonders einfach zu sein. Ich beschäftigte mich bislang nicht näher mit dem Thema, auch nicht aus Public-Relations-Sicht. Doch heute bekam ich in ZDFheute die Nachricht mit, dass es eine Website mit Informationen gäbe. Dort könnten Kunden sich mit ihrer Fahrzeug-Informationsnummer erkundigen, ob ihr Fahrzeug betroffen sei.

Unser Golf Plus mit Dieselmotor ist aus dem Jahr 2006 und sollte daher nicht betroffen sein. Doch ich bin neugierig und öffne die Volkswagen-Homepage.

Volkswagen-Dieselgate: Homepage

Volkswagen-Dieselgate: Homepage

Kein Text, kein Link, kein Hinweis auf Informationen zur Diesel-Affäre. Ein Klick auf Aktuelle Meldungen führt auf eine Liste von News.

Volkswagen-Dieselgate: News

Volkswagen-Dieselgate: News

Der zweite Eintrag führt unter der sinnigen Überschrift „Volkswagen aktuell.“ durch den Link Mehr zu einem Text mit etwa zweihundert Wörtern, selbstverständlich irgendwie passend in kleiner Schrift. Nach dem Durchlesen von allgemeiner Argumentation und der Bitte um Verständnis folgt ein weiterer Link zu weiterer Information.

Volkswagen-Dieselgate: Nachricht

Volkswagen-Dieselgate: Nachricht

Dort informiert die erste Nachricht auf volkswagen-media-services.com über eine Internetseite zur Aufklärung. Na also, denke ich. Und weiter geht es über …mehr

Volkswagen-Dieselgate: Media Services

Volkswagen-Dieselgate: Media Services

zu einer Pressemitteilung! Als normaler Kunde, so stelle ich mir vor, klicke ich gerne ständig auf irgendwelche Links und freue mich über eine Pressemitteilung. Aber immerhin ist dort ein Link zu www.volkswagen.de/info.

Volkswagen-Dieselgate: Pressemitteilung

Volkswagen-Dieselgate: Pressemitteilung

Wo ich als Kunde zunächst erfahre, dass Volkswagen keine Zeit verlieren werde. Werde? Warum verliert Volkswagen nicht jetzt schon keine Zeit, denke ich mir. Ich jedenfalls verliere weitere Zeit, weil ich erst einmal weiter nach unten scrollen muss.

Volkswagen-Dieselgate: Information

Volkswagen-Dieselgate: Information

Dann sehe ich eine Schaltfläche, mit der ich prüfen kann, ob mein Fahrzeug betroffen ist.

Volkswagen-Dieselgate: Information

Volkswagen-Dieselgate: Information

Volkswagen-Dieselgate: Prüfen

Volkswagen-Dieselgate: Prüfen

Endlich am Ziel. Und tatsächlich stelle ich fest, dass mein Fahrzeug nicht betroffen ist, wie mir Thomas Zahn, Leiter Vertrieb und Marketing Deutschland, versichert.

Volkswagen-Dieselgate: Nicht betroffen

Volkswagen-Dieselgate: Nicht betroffen

Genauso, wie er mir versichert, dass Volkswagen seine Kunden transparent informiert.

Public Relations und Krisenkommunikation geht anders. Wichtige Informationen für Kunden hinter einem Link in einer für die Presse bestimmten Mitteilung nach zig Klicks zu verstecken ist… eine miserable User Expericence und nach meinem Verständnis kein transparentes Informieren. Und unter „keine Zeit verlieren“ verstehe ich ebenfalls etwas anderes.

Update: Während ich hier den Artikel erstelle, hat Volkswagen den Text von „Aktuelle Meldungen“ auf „Aktuelle Kundeninformation“ geändert. Außerdem führt ein Klick darauf jetzt direkt zur Website mit Informationen zum Dieselgate. Endlich.

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