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IN Jedem Ende Liegt Ein Anfang
Gutscheine der Deutschen Jugendherbergen

Ein Wochenende in der Jugendherberge Oberwesel – die Planung

Am 21. Oktober 2016 fahren Manuela und ich für zwei Übernachtungen zur Jugendherberge Oberwesel. Die Deutschen Jugendherbergen (DJH) haben mich eingeladen, damit ich mich von den Tagungs- und Seminarräumen für Gruppen überzeugen kann.

Update (31.10.2016): Mein Bericht zu Tagungen und Seminare in der Jugendherberge Oberwesel

Die neue Arbeitswelt: Raus aus dem Office

Als Berater und aus persönlichem Interesse beschäftige ich mich seit längerem mit Themen wie Zusammenarbeit/Kollaboration, Social Collaboration und Office. In den letzten Jahren verändert sich die Arbeitswelt zunehmend, wenn auch für den Einzelnen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Home Office, Mobile Office und Coworking Places gewinnen zunehmend an Bedeutung. Ich selbst bin gelegentlich im Coworking M1 (M1 wie „Mainz“).

Doch nicht nur „Einzelkämper“ wie Freelancer, Freiberufler und Selbstständige sondern auch Unternehmen beschäftigen sich mit neuen Arbeitsformen. So gibt es inzwischen Unternehmen wie Doist (das Unternehmen hinter Todoist) oder Buffer, die kein Büro mehr haben und deren Mitarbeiter über die ganze Welt verteilt sind. Für solche Unternehmen sind „Retreats“ besonders wichtig, um die soziale Bindung im Team zu steigern und zu erhalten. Es muss ja nicht gleich Hawai’i oder Island sein.

Greetings from the 2016 retreat in Iceland! ???? #doistretreat2016 #todoist #retreat #iceland #teambonding

Ein von Todoist (@todoistofficial) gepostetes Foto am

Auch konventionelle Unternehmen nutzen oft externe Räumlichkeiten, um Teamfindungsprozesse, wichtige Workshops oder Seminare fokussiert und ohne Störungen durchzuführen. Mir als Rheinhesse fiel das seit längerem beispielsweise im Margaretenhof oder in Jordan’s Untermühle auf (beides an der Selz), wo Teams aus Unternehmen „aufschlagen“, um sich in entspannter Atmosphäre konzentriert zusammenzufinden.

Jugendherbergen: Klassenfahrten und taffe Wanderer?

Aber Jugendherbergen? Wer käme da auf Jugendherbergen? Ich kenne Jugendherbergen aus meiner Schulzeit, als wir mit vielen Jungs in Mehrbettzimmern schliefen. Trotz aller Aufsicht durch die Lehrer war in den Mehrbettzimmern ein ständiges Kommen und Gehen (nicht nur jeweils Jungens oder Mädels). Gut schlafen ging einfach nicht. Die Waschgelegenheiten, die Dusche sowie die Toiletten waren irgendwo am Ende des Flurs. Das Essen war meistens irgendein Eintopf. Die „Seminarräume“ waren große kahle Räume, mit viel Glück gab es einen lichtschwachen Overhead-Projektor, anstelle einer Leinwand gab es die weiß gestrichene Mauerwand.

Später verband ich Jugendherbergen bestenfalls noch mit einer unbequemen aber sehr billigen Übernachtungsmöglichkeit für Wanderer. Aber doch nicht mit etwas für mich, über die Zeit war ich doch hinaus. Und als jugendlich sehe ich mich nun wirklich nicht mehr. Jugendherbergen? Pah, nur was für Klassenfahrten und spartanisch-harte Wanderer!

Also machte ich um Jugendherbergen immer einen Riesenbogen. Und Seminare, Workshops oder digitale Infrastruktur verband ich bislang überhaupt nicht mit Jugendherbergen.

Jugendherbergen für Tagungen und Retreats

Bis ich dann im Juni eine Anfrage bekam, mir für die Deutschen Jugendherbergen eine Jugendherberge mit zwei Übernachtungen für zwei Personen genau für so etwas anzusehen. Manuela und ich entschieden uns für die Jugendherberge Oberwesel. Die Jugendherberge sieht für Tagungen interessant aus und ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die Landschaft im und am Mittelrheintal sowie die Wandermöglichkeiten waren weitere Punkte, die uns für Oberwesel entschieden ließen. Denn spätestens dieses Jahr habe ich als Entspannender gemeinsam mit Manuela das Wandern entdeckt.

Als ich mich auf der Website der Deutschen Jugendherbergen umschaute, war ich doch etwas – nein, sehr – überrascht gewesen, dass das altbackene Flair, das ich in Erinnerung hatte, überhaupt nicht mit den Beschreibungen der Jugendherbergen übereinstimmte.

Die Ausstattung und die Angebote der Jugendherbergen unterscheiden sich oft sehr stark. Wer eine Jugendherberge für eine Tagung oder für sich persönlich in Betracht zieht, sollte sich die Beschreibungen der Jugendherberge mit ihren Details genau ansehen und im Zweifel auch bei der Jugendherberge anrufen.

Die Jugendherberge Oberwesel

Auf der Website der Deutschen Jugendherbergen gibt es für jede Jugendherberge Beschreibungen mit den Rubriken Porträt, Anreise, Ausstattung, Essen und Trinken, Freizeittipps, Klassenfahrten sowie Reiseangebote, Preise und die Möglichkeit zum Buchen. Für Oberwesel habe ich ein paar Auszüge.

Porträt:

  • 269 Betten in Zimmern für die 1-, 2-, 4- und Mehrbettbelegung. Alle Zimmer sind mit Dusche/WC ausgestattet.
  • … Bistro mit Aussichtsterrasse, Café-Bar, Snackbereich, 3 Speiseräume, Kinderspielecke.
  • 13 Aufenthalts- und Veranstaltungsräume unterschiedlicher Größe für 10 bis 46 Personen. 3 x 2 Räume sind kombinierbar für bis zu 90 Personen, 1 großer Kongress-Saal für bis zu 250 Personen mit Beschallungsanlage, 1 Musiksaal für bis zu 150 Personen mit umfangreicher Ausstattung für Veranstaltungen, Tagungen, Workshops, Projekttage und Musikfreizeiten.
    […]
  • Hauseigenes Hallenbad mit Lehrschwimmbecken, Gymnastik- und medizinisches Bad, Tischtennis, Kicker, Flipper, Billard, Gesellschaftsspiele, Freiluftschach, Bolzplatz, Volleyball und Basketball, Kinderspielplatz, Grillplatz mit Hütte und Lagerfeuer-Schale.

Ausstattung:

  • Modernste Tagungstechnik ist bei Tagungen und Veranstaltungen kostenlos. Entsprechend der Gruppengröße erhält jede Gruppe einen kostenlosen Veranstaltungsraum. Für jeden weiteren Raum wird eine Raummiete von 1,50 € pro qm und Tag berechnet.

An Tagungstechnik gibt es „Beamer, CD-Player, Diaprojektor, DVD-Player, Flipchart, Leinwand, Mikrofonanalage, Moderationskoffer, Musikanlage, Overheadprojektor, Pinnwand, Rednerpult, TV-Gerät, Whiteboard„. Die 19 Tagungsräume sind zwischen 15 und 187 Quadratmetern groß. Einer davon ist ein Musiksaal mit 127 Quadratmetern.

Essen und Trinken:

  • Frühstück mit verschiedenen Sorten Brot und Brötchen, Wurst- und Käseauswahl, verschiedenen Marmeladen, Honig und Nuss-Nougat-Creme, diversen Frühstücks-Cerealien, Quark oder Joghurt, frischem Obst und Gemüse, Milch Kaffee, Kakao und Tee
  • Mittagessen als 3-Gänge-Menü mit großem Salatbüfett
  • Abendessen mit einer warmen Komponente, Brot-, Wurst- und Käseauswahl und einem großem Salatbüfett
  • Lunchtüte für unterwegs
  • Bistro und Café-Bar mit leckeren Snacks und vielfältigen Kaffeespezialitäten
  • Bei Tagungen Pausenverpflegung mit Kaffee, Tee, wahlweise Gebäck, Kuchen, Obst, Süßigkeiten

Unser Plan für das Oberwesel-Wochenende

Vom 21. bis 23. Oktober fahren wir also zur Jugendherberge in Oberwesel. Ich werde mir die Jugendherberge insbesondere als Tagungs- und Seminargelegenheit für Gruppen ansehen. Am Freitag spazieren wir zum Günderodehaus, am Samstag wandern wir. Am Sonntag fahren wir zurück. Soweit der Plan. Die Außenaktivitäten hängen allerdings doch ein ganzes Stück vom Wetter in zweieinhalb Wochen ab – mal sehen.

TransparenzInfo: Ich habe Gutscheine in Höhe von 200 Euro von den DJH erhalten. Damit bezahlen wir eine 2-Bettbelegung mit Dusche/WC für 2 Personen (4 Übernachtungen à 43,50 €) mit Halbpension (Abendessen). Den Rest verprassen wir für Lunchpakete am Samstag und im Bistro.

Freitag, 21. Oktober 2016

  • Anfahrt und Ankommen in der Mittagszeit (Route auf Google Maps, die Fahrt wird etwa eine Stunde dauern).
  • Nachmittag: Spazierengehen zum Günderodehaus, Kaffee trinken, zurück gehen (Google Maps).
  • Nachmittag und Abend: Erkunden und Dokumentieren Jugendherberge.
  • Abend: Abendessen.

Das Günderodehaus ist eine „übriggebliebene Filmkulisse“ für die Filmreihe Heimat.

Hauptschauplatz ist das sogenannte Günderrodehaus in Oberwesel, das allerdings Karoline von Günderrode nie bewohnt hat (♁Lage).

(Seite „Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 26. September 2016, 18:22 UTC. (Abgerufen: 4. Oktober 2016, 10:55 UTC))

Ich habe keinen Teil der Filmreihe gesehen, aber etwas verwirrt mich: „Karoline von Günderrode“ schreibt sich mit zwei „r“, wohingegen fast immer „Günderodehaus“ (wie auch auf der Website) geschrieben wird. Das passt irgendwie nicht.

Das „Günderodehaus“ Filmhaus „Heimat 3“ bietet Ihnen einen der schönsten Ausblicke oberhalb von Oberwesel über das Rheintal und die Türme der historischen Altstadt.
Der Name basiert nur auf einer Legende, geschaffen von Edgar Reitz.
“… vor über 200 Jahren soll hier die berühmte Dichterin Carolin von Günderode (1780-1806) gelebt und geliebt haben.
[…]
Das Gebäude, im Naturschutz des UNESCO Welterbe, war zunächst nur als „Fliegender Bau“geplant. Nach Abschluß der Dreharbeiten sollte es ursprünglich wieder abgebaut werden.

(Youtube: Oberwesel | Günderodehaus | Filmhaus Heimat 3 | Rhein-Eifel.TV)

Vielleicht kann mich einer der Leser aufklären?

Samstag, 22. Oktober 2016

  • Morgen: Frühstücken.
  • Morgen: Lunchtüte (à 4,90 Euro) für die Wanderung holen.
  • Tagsüber: Wanderung.
  • Abend: Abendessen und Jugendherberge erforschen.

Diese Wandertouren kommen momentan in Frage:

Sonntag

  • Am Morgen: Frühstücken
  • Am Morgen: Rückfahrt nach Hause ins Selztal in Rheinhessen.
  • Rückfahrt: Je nach Wetter die B9 am Rhein entlang fahren und zwischendurch die Burg Sooneck (Wikipedia) erkunden sowie entweder gemütlich durch den Soonwald schlendern oder in der Nähe eine Tour wie die Rheinburgenweg-Extratour „Schellengang“ wandern.

Vielleicht versuchen wir auch die Burg Sooneck zu erobern und den Burgenblogger aus seiner Burg zu vertreiben 😉

Soweit der Plan

Soweit also der Plan. In zweieinhalb Wochen fahren wir (hoffentlich gemütlich und entspannt ohne Stau auf der A61) nach Oberwesel und schauen uns die Jugendherberge an. Und wenn das Wetter mitspielt, wandern wir. Und wenn nicht, dann wahrscheinlich auch.

Ich bin gespannt darauf, nach vier Jahrzehnten wieder einmal meine Füße auf Jugendherbergsböden zu setzen. Und mal schauen, wie fit die Jugendherberge Oberwesel für die neue Arbeitswelt ist.

… da fällt mir ein: So eine Jugendherberge wäre ja prädestiniert für ein BarCamp wie beispielsweise ein TouristikCamp, ein DigitalNomadCamp, ein HerbergsCamp oder ein WanderCamp 😎

2 Responses

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