Die Politiker strotzen nach der Wahl ohne Sieger vor Siegesbewußtsein. Gleichzeitig putzen Sie den politischen Gegner herunter. Beides tun sie mit einer Inbrunst, die ich so in noch keiner Bundestagswahl zuvor erlebt habe.

Wenn sie so den politischen Gegner betrachten und bewerten, so frage ich mich jedoch: Sehen sie sich vielleicht selbst so?

Die Wahrheit liegt im wohl im "Auge des Betrachters":

Im Auge des Betrachters
(Klicken zum Vergrößern)

Weiterlesen

Wie bereits angedroht, haben Manuela und ich gestern das Kulinaria Schwabenheim heimgesucht. Das war genau das Richtige gegen mein Wahlloch:

  • 5 Gänge mit jeweils 3 Kleinigkeiten
    (macht 15 verschiedene Gerichte)
  • Zu jeder Kleinigkeit gab es 3 Weine aus Schwabenheim
    (macht 15 verschiedene Weine)

In den Zwangspausen zwischen den Gängen erzählte der Mundartautor und Liedermacher Volker Gallé verschiedenes Wissenswertes oder einfach nur Interessantes – alles in rhoihessisch (schon gewußt, der Rheinhesse kennt kein "ch", nur "sche" – da bin isch mir jetzt ganz sischer). Margit Preußner gab Chansons zum Besten – ganz ohne instrumentale Begleitung.

Dem Maître de Cuisine Dirk Roediger und seinen Helfer gelang es, im Festzelt ein Festessen mit wahrlich kulinarischen Genüssen zu kreieren. Silke Eckhard überzeugte mit einem angenehmen Ambiente in der Organisation und Dekoration.

Durch den Abend führte der Weinmacher und Steve Eckhard vom Weingut Margaretenhof. Das Kulinaria wurde gemeinsam vom TSG Schwabenheim und den lokalen Winzern verantstaltet. Die Tischnachbarn paßten gut zu uns, und das Wahlthema war gar kein Thema an diesem Abend.

Wenn isch nächstes Jahr wieder die Wahl haben sollte, so werde isch nächstes Jahr wieder einen kulinarischen Abend in Schwabenheim auf der Kerb verbringen – auch wenn isch dann hoffentlisch keine Auszeit von einem Bundestagswahlkampf brauche. Weiterlesen

Noch vor kurzem war der Name Chad Kroski in aller Munde. Was macht
er jetzt eigentlich? Begründete Gerüchte, er sei tot, haben sich
scheinbar nicht bestätigt. Muß man jetzt sagen: "Leider"?

Sein Blog
strotzt nicht gerade vor Einträgen, vielleicht hat er auch bei T-Mobile
zu viel zu tun. Bereits Work in Process lachte über dieses Blog. Wobei ich bisher nirgendwo eine Bestätigung fand, dass
es tatsächlich sein Blog ist und nicht das irgendeines Nachahmertäters.
Wenn es tatsächlich das Seine ist, dann gibt es hier einen evidenten
Unterschied zwischen dem philosophischen Anspruch auf seiner Homepage (Kant, Kerouac) und
der trivialen Wirklichkeit seines Blogs:

Pasta oder Pommes? Fisch oder Fleisch?

Ist er jetzt ein Genie oder ein… Offensichtlich hat diese Divergenz auch ein Leser des Blogs erkannt und empfiehlt dem vermeintlichen Chad Kroski:

Hallo Chad, bei Identitätskrisen und Depressionen empfehle ich die Lektüre des Buches "1984" von George Orwell.

Ich weiß nicht so recht, was ich von Chad halten soll. Hatte er doch
fast das gesamte deutsche Inter-Netz durcheinandergewirbelt. Und dann
solch ein Abstieg?

Dazu passen würde jedoch bedauerlicherweise die Werbeeinblendung auf seiner originären Webiste http://www.chadkroski.de. Oder braucht er das Geld so dringend? Irrt sich ConnectedMarketing.de, wenn die Feststellung erhoben wird:

Chad Kroski ist ein Pinsel

Ist Chad vielleicht sogar ein Einfaltspinsel???

Weiterlesen

Jetzt, da wir wissen, dass Westerwelle am Boden liegt, ist es
vielleicht verständlicher, warum Joschka
Kopf steht:

Joschka steht Kopf(Wiesbaden, Luisenplatz, am 14.09.2005 nach Wahlrede von Fischer)

[ angeregt durch: Lummaland – FDP: Westerwelle am Boden ]

[ Info zum Auftritt von Joscha Fischer ]

Weiterlesen

Schon mal gefragt, warum man
bei Wikipedia einfach so ohne Registrierung Artikel ändern kann und warum es
trotzdem funktioniert?

Netz-Enzyklopädist Jimmy Wales plaudert ein bißchen dazu in einem Interview in der ORF Futurezone:

Wir nahmen beim Start ganz einfach an, dass ganz Viele gut sind und
nur ganz Wenige schlecht und offenbar hat sich diese Einschätzung als
richtig erwiesen.

[ zum Artikel | via Work in Process ]

Weiterlesen

Heute morgen stand ich bereits um kurz nach sieben auf der A643 ("Schiersteiner Autobahn") Richtung Wiesbaden im Stau. Nicht nur, dass die Ferienzeit vorbei ist, die Stauzeit ist jetzt eingetroffen. Ich muss also meine Abfahrtszeit um mindestens eine Viertelstunde nach vorne verlegen (Seufz).

In Wiesbaden fuhr ich zur Tanke rein (133,9 für Benzin lasse ich mir nicht entgehen). Beim Rausfahren liessen zwei freundliche Autofahrer freundlicherweise genügend Platz, damit ich bei der nächsten Grünphase einfädeln konnte. Dann kam jedoch ein Rettungswagen, Chaos entstand beim Freimachen einer Spur. Meine Befürchtungen zerstreuten ein freundlicher LKW- und ein freundlicher PKW-Fahrer, die mir wieder Platz zum Einscheren liessen. Danke!

An einer roten Ampel in Wiesbaden hielt ich brav, ebenso einige andere PKW-Fahrer. Einige Sekunden später flitzte zwischen den Autofahrern ein Radfahrer über die Ampel. Ich schaute nach: Die Ampel war noch Rot. Außerdem fuhren von links noch andere Autofahrer in den Kreuzungsbereich. Der Radfahrer flitzte die abschüssige Straße mit etwa 60 bis 70 Stundenkilomenter.

Vor einiger Zeit unterhielt ich mich mit einem radfahrenden Kollegen, der sich über die Un-Eignung Wiesbadens für Radfahrer beschwerte (fehlende Radwege, hohe Bordsteinkanten etc.). Da gebe ich ihm Recht. Die Message kam jedoch auch rüber: "Meine Wünsche werden nicht erfüllt, also werde ich gezwungen, gegen die Regeln zu verstoßen. Ich kann gar nicht anders, ich bin nur das Opfer!". Das dachte wohl auch der Flitzer, als die Ampel nicht wunschgemäß grün war…

Weiterlesen

Am Sonntag abend nach dem TV-Duell gab Hr. Jung von der
Forschungsgruppe Wahlen ein paar Zahlen zum Besten. Na ja, so zum
Besten stand es nicht damit.

Es gab unter anderem die Frage an
die Repräsentativen, welche Eigenschaften sie welchem Kandidaten
aufgrund des Duells zuordnen würden:

  • Glaubwürdiger
  • Sympathischer
  • Arbeitsplätze schaffen

Die
möglichen Antworten waren Merkel, Schröder und – klar – unentschieden.
Also wenn man die Prozentzahlen der möglichen Antworten für jede Frage
zusammenzählt, dann muss für jede Frage genau 100 Prozent als Summe
herauskommen (Merkel + Schröder + Unentschieden = 100). Man kann es
sich noch einfacher machen. Zählt man die letzte Stelle jeder der drei
Antwortmöglichkeiten zusammen, dann muss da eine 0 stehen. Ganz einfache Rechnung. Beispiel:

37 + 37 + 24 = 98

Halt! Da steht keine 0 am Ende! Und die Summe lautet auch nicht 100! Was ist da passiert?

Diese
einfache Rechnung habe ich für die Befragung der Repräsentativen nach
45 Minuten durchgeführt. Für alle drei Eigenschaften. Nirgendwo eine
Null ("0") am Ende! Fehlerquote 100 Prozent! Dann habe
ich diese einfache Rechnung für die Befragung nach 90 Minuten
durchgeführt. Besser: Die Fehlerquote sank auf 33,33… Prozent. Diesmal ergab die Kontrolle den Fehler nur bei der letzten Eigenschaft. Besser. Aber immer noch: Peinlich.

Entweder hat die Forschungsgruppe Wahlen eine oder mehrere Antwortmöglichkeiten verheimlicht ("Buuuuuh", geht aber aufgrund der Logik nicht), oder sie hat sich verrechnet ("Gelächter"). Wir haben auch gelacht über die Stimmenauszählung und Berechnung in Florida für die Wahl des US-Präsidenten …

[ siehe auch: Bürgerblog – "Die Macht der Repräsentativen" ]

Weiterlesen

INJELEA Magazin 2005/09

Ich bin drin!

Seit heute bin ich im Bürgerblog bei wdr.de: "Im Bürgerblog beobachten User für wdr.de den Bundestagswahlkampf 2005".

Mitte August bewarb ich mich per Email um eine Teilnahme, 11 Tage später kam dann eine erste Antwort. Eine Email folgte der anderen, und dann war ich plötzlich mit dabei.

Gestern war der große (erste) Tag. Die beiden Kandidaten Merkel und Schröder stellten sich zum TV-Duell. Für einen Wahlbeobachter ein klarer Auftrag. Ich legte gestern das Schreibzeug bereit und schaltete kurz nach acht die Glotze an.

Ich war zwar schon ein bißchen nervös, ich schrieb dann aber tapfer mit und heute morgen – nach einer Nacht-des-darüber-Schlafens – schrieb ich meine Eindrücke nieder. Mein Beitrag ist jetzt nachzulesen auf www.buergerblog.de:

TV-Duell: Prädikat "Nicht besonders wertvoll"

Weiterlesen

Das Interview von Ray Nagin ist nicht mehr zu unterdrücken. Auch die "alten Medien" wie Tagesschau, FAZ berichten bereits intensiv darüber und das Interview kursiert in verschiedenen Media-Formaten überall im Netz – unzensiert in der Originalversion. So gibt es das Original Interview auch bei vowe.

Ray Nagin, der Bürgermeister von New Orleans, macht die Schnauze auf und verteilt kräftig Schelte mit kräftigen Worten ("Get off your asses"). Er rüttelt woimmer es geht und geht dabei nicht sanft mit dem politischen Establishment in den US um, auch nicht mit dem US-Präsidenten.

[ via Basic Thinking ]

Sicher scheint zu sein, daß die Hilfe nicht funktioniert. Und gleich, ob und in welchem Anteil die Stadt New Orleans (viele Polizisten scheinen abgehauen zu sein), der Staat Louisiana, die Bundesbehörden oder der US-Präsident dafür verantwortlich sind: Ohne solch einen emotionalen Ausbruch wie den von Ray Nagin wird niemand aufgerüttelt (Politiker nicken nur verständnisvoll ihr Haupt, versprechen Hilfe und eilen zur nächsten Pressekonferenz).

Interessant: In der heutigen Ausgabe der Allgemeinen Zeitung Mainz wird eine Verbindung zwischen Ausgaben für den Irak-Krieg und der Befestigung der Deiche um New Orleans gezogen:

Seit gestern sind in Washington Dokumente bekannt geworden, aus denen hervorgeht, dass wegen des Irak-Krieges staatliche Zuschüsse zur Verfestigung der Deiche rund um New Orleans drastisch reduziert worden waren. "Die Deicher wären höher und stärker gewesen, und es hätte mehr Pumpen gegeben, wenn das Geld nicht gefehlt hätte", so Mike Parker, der frühere Leiter des Ingenieurkorps der US-Armee, das auch für den Deichschutz zuständig ist. Daten aus dem Büro der Senatorin Mary Landrieu, die den schwer gestroffenen Bundesstaat Louisiana in Washington vertritt, zeigten gestern, dass seit dem Jahr 2001 das Armeekorps zur Flutabwehr rund 500 Millionen US-Dollar beantragt, die Bush-Regierung davon jedoch nur ein Drittel genehmigt hatte.

Weiterlesen

Es ist jetzt mitten am Tag, freitags genau 5 Minuten nach High Noon – in Honolulu! Hier und jetzt in Schwabenheim an der Selz ist es kurz nach Mitternacht. Und mir geht es gut! Die Beste aller Ehefrauen kam gerade von Dieter Nuhr zurück und ist schon mal ins Bett. Ich habe ihr versprochen gleich nachzukommen (schneller tippen, ich mach ja schon!).

Und ich bin glücklich. Ab nächste Woche darf und werde ich meine Stimme erheben. Davon mehr noch an diesem Wochenende.

Und solange ich hier noch sinnig vor mich hin- und rumtippe höre ich "The Breeze of Hawaii". Gerne höre ich zwischendurch den Jingle: "You’re listening to the Breeze!" Total genial! Ich bin glücklich! Gute Nacht. Ich bin der Letzte, ich mache das Licht aus.

Jetzt. Jetzt! JETZT!!!

Na gut(e Nacht)…

Weiterlesen