Gerade habe ich mir trigami etwas näher angesehen, und ich war kurz davor mich zu registrieren. Das habe ich dann doch aufgrund der AGBs gelassen.

Was ist trigami?

trigami ist ein Meinungs-Marktplatz und eröffnet Blogs als Marketingkanal. Unternehmen können über trigami Produkt-Rezensionen bei Bloggern in Auftrag geben, welche dann in redaktioneller Freiheit von den Bloggern verfasst und veröffentlicht werden. 

[ trigami FAQ

Freistellung 

Zunächst las ich eher routinemäßig die AGBs durch. Dann jedoch stolperte ich über den Punkt 6, der eine Freistellung trigamis von Kosten einer Rechtsverteidigung freistellt. Diesen Punkt müsste ich als Bestandteil der AGBs bestätigen: 

6. Freistellung
Kunden, die Schäden bei anderen Kunden oder Dritten verursachen, stellen trigami von jeglichen Ansprüchen vollumfänglich frei und übernehmen auch die gesamten Kosten der Rechtsverteidigung von trigami.

Wenn ich Mist baue, dann habe ich dafür geradezustehen und die Suppe auszulöffeln. Das ist okay.

Aber habe ich das richtig verstanden?

Wenn im Rahmen eines Zivilrechtsverfahrens beispielsweise Schadensersatzsprüche an trigami gestellt würden, dann müsste ich deren Kosten für eine Rechtsverteidigung übernehmen? Bloß, weil trigami meinen Blog-Artikel dem Unternehmen vermittelt hat und dann von dem Unternehmen angegangen wird? Oder möglicherweise ein drittes Unternehmen aufgrund meines Artikels trigami rechtlich angeht?

Und vor allem: Nicht nur müsste ich die Kosten der Rechtsverteidigung übernehmen, ich müsste komplett für trigami einstehen. Wo trigami doch nur der Vermittler ist habe ich das komplette Risiko auch für trigami.

Eine derartige Freistellung bin ich nicht bereit zu vereinbaren – andere mögen das anders sehen.

Vielleicht verstehe ich das ja auch falsch, aber der Text ist recht einfach und eindeutig.

Zum Thema trigami AGBs siehe auch:

Steve Crescenzo berichtet auf seinem Blog Corporate Halluzinations ("A blog on communications, straight from the twisted and sometimes relevant mind of Steve Cresczenzo"), wie er auf der 16. Annual Corporate Communicators Conference in Chicago von Ragan eine Keynote Speech hielt. Er erzählt von den verschiedenen Gruppen von Berufskommunikatoren, die er in seinem langen Berufsleben traf. Natürlich gäbe es noch andere Typen, aber diese fünf Gruppen träfe er immer wieder:

Group #1: The “Julie from the Love Boat” communicators. These are the people who desperately want to be the social director at their companies. […]

Die sind bei allen sozialen Events dabei, sind immer nett und schwirren umher mit netten Worten. Aber dann stehen sie an der Bar und erzählen, dass sie keiner ernst nimmt. Die sollten lieber die Kommunikation verlassen und Parties und Events planen.

Group #2: The “Larry King of the Suckups” communicators. “Journalist” (and I use that term very loosely) Larry King never met a softball question he didn’t like. If he had Adolph Hitler on his show while Hitler’s panzer blitzkrieg was sweeping across Poland, King would have asked the dictator about his dog.[…]

Sie sprechen zwar mit wichtigen oder bekannten Leuten, aber an die harten Fragen gehen sie nicht ran. Das Unternehmen könnte restrukturiert werden oder massiv Leute entlassen, solche Typen würden dann über das neue Intranet-Portal berichten.

Group #3: The “Barney Fife All Talk” communicators. Remember Barney Fife, from Mayberry? Barney would always talk tough . . . but he would always cave in when it counted. There are communicators who do this, too.[…]

Ganz grob übersetzt: Große Schnauze und in Wirklichkeit den Schwanz einziehen. Immer mit harten Worten mit Leuten aus HR, Webmaster, Print Designer darüber reden, wie Kommunikation gut gemacht wird. Und dann lassen sie diese Leute alle möglichen nette Spielereien verwirklichen, weil es beispielsweise "cool" oder "hipp" ist. Sie lassen die Leute von HR (Human Resources, Personalabteilung / -bereich) unverständliche Geschichten über das Bonusprogramm des Unternehmens schreiben, und dann bringen sie das unverständliche Zeug auch noch in den Kommunikationskanälen unter.

Group #4: The “Dr. Phil Me Up With Bad Advice” communicators. Dr. Phil “I’m practically obese but I wrote a diet book anyway, and I can’t believe people actually buy it” McGraw is the king of the worthless, patronizing advice. He’ll tell a heroin addict to “get real.” He’ll tell a wife beater that he needs to “straighten up his act.” Thanks, Phil.[…]

Diese Gruppe gibt gerne vollkommen nutzlose, väterliche Tipps. Wie dem Heroinabhängigen zu sagen, er solle mal auf den Boden kommen und vernünftig werden. Im Unternehmen gibt es dann Artikel, wie man den Reifen wechselt, Gewicht abnimmt oder den Urlaub plant.

Group #5: The “Winston Churchill Stand and Fight” communicators. These communicators—and they are out there, believe me—are the ones fighting the good fight. […]

Die Kämpfer für eine gute Kommunikation. Sie widersetzen sich den Anwälten / Rechtsabteilungen, sie bedrängen und beraten ihre Vorstände, sie lassen sich nicht durch HR beeindrucken, und bewegen Marketingleute und Buchhalter dazu, wie richtige Menschen zu kommunizieren.

Winston Churchill hielt am 13. Mai 1940 nach seinem Amtsantritt als britischer Premierminister die berühmte Rede, in der er seinen Landsleuten im Kampf gegen Hitler nichts als Blut, Schweiß und Tränen anbot. Und diese Rede schrieb Creszenzo zu einer Kampfesrede für die Kommunikatoren in Unternehmen um:

We shall go on to the Fourth Quarter, we shall fight in corporate headquarters, we shall fight in the branches and silos, we shall fight with growing confidence and growing strength for Social Media tools, we shall defend our copy, whatever the cost may be, we shall fight in the IT trenches, we shall fight in the accounting offices, we shall fight the crazy Web designers and the clueless HR people. We shall never surrender!

[ Zum Artikel: Steve Crescenzo – What kind of communicator are you?

Ich wäre gerne ein "Winston Churchill", aber der zweite Weltkrieg dauerte nach dessen Rede nur noch 5 Jahre…

Wie steht es mit Euch, seid Ihr ein "Winston Churchill" oder wärt Ihr gerne einer?

Beim Betrachten dieses Videos ahnte ich sofort, warum es in Heiligendamm so einen Zaun gibt.

In Heiligendamm gibt es vermutlich eine Lobby, in der Politiker Lobbyisten die Lobbyisten Politiker in dunkle Ecken schleppen, und der Zaun ist dafür da, damit die Lobbyisten Politiker den Politikern Lobbyisten nicht entkommen.

[ gefunden bei Thomas im Textdepot – Der teuerste Honig ]

P.S.: Andererseits habe ich gehört, dass Heiligendamm keine Lobby hat – außer natürlich gewissen Politikern.

Nachtrag: Grandioses PR-Desaster

Julius Endert versteht das mit dem Lobbyismus einfach nicht. Nur unter diesem Gesichtspunkt kann ich seine Aussage nachvollziehen:

Entweder die Staatchefs der Welt treffen sich demnächst wirklich auf einem Flugzeugträger oder sie finden wieder einen Weg, mit der Bevölkerung und auch ihren Kritikern ins Gespräch zu kommen.
So bringt das jedenfalls nichts.

Denn unter dem Gesichtspunkt des Lobbyismus muss der nächste G8-Gipfel auf einem Flugzeugträger stattfinden. Wo sonst könnte man besser unter sich lobbyieren und sich gegenseitig in dunkle Ecken ziehen. Ich war schon auf einem amerikanischen Flugzeugträger in dunklen Ecken und da funktioniert das so … (ZENSIERT).

Seit zwei Tagen macht mir meine Nichte die Nase lang, denn sie hat in Ingelheim im Tiger-Garten Waldeck die zwei Tiger-Babies gesehen und ich nicht. Das hat mir keine Ruhe gelassen. Also wollte ich mir die jungen Racker in Ingelheim selbst auch betrachten und dabei gleich ein paar Bilder machen.

(Heißt das übrigens "Tiger-Babies" oder "Tiger-Babys"? Der Duden besteht anscheinend auf "Tiger-Babys", aber hat der immer recht?)

Update (9. Juli 2007) – Aktuelle Bilder und ein Video: Tiger-Babys im Tiger-Garten Waldeck bei Ingelheim 7 Wochen alt

Update (27. Juli 2007) – Aktuelle Infos und ein Video: Tiger-Jungen im Tiger-Garten Waldeck bei Ingelheim 10 Wochen alt 

Aufregung 

Das mit dem Ansehen klappt momentan aber nicht, denn die Tiger sind durch den ganzen Medien-Rummel (Fernsehen, Zeitung) ganz aufgeregt. Sie haben sich durch die letzten Tagen etwas Ruhe redlich verdient – sie sind im hinteren Bereich der Anlage und auch nicht von Besuchern zu sehen. Nicht in Natur zumindest. In dem Restaurant-Inneren gibt es eine Video-Übertragung. Die anderen Tiger kann man in der Anlage auch weiterhin bestaunen. Die kleinen Racker sind übrigens Zwillinge.

Bilder 

Tja, schade. Eigentlich. Aber ich habe 4 Bilder bekommen, die ich hier veröffentlichen darf. Und ich darf die Tiger-Babies besuchen, wenn sie im Juni noch ihre ersten Ausflüge im Freien unternehmen :-)

Da sind sie also, die Tiger-Babies vom Tiger-Garten, noch ganz frisch letzte Woche mit ihrer Mama:

Wenn ich die Tiger-Babies dann bei ihren Erkundungen beobachte werde ich selbstverständlich auch meine Kamera mitnehmen und hier darüber berichten :-)

Vielen Dank an den Tiger-Garten Waldeck e.V.