Facebook räumt auf. Mit zunehmender Verbreitung erkennen Unternehmen wie Serena Software das Potential für sich und werfen Ballast über Bord. Warum eine eigene teure Infrastruktur vorhalten? Warum die Kommunikation mit Partnern länger über Email quälen?

So berichtet Bill Ives über Serenas Nutzung von Facebook als Frontend für eigene Intranet 

In my first post I referred to an article on their policy which I felt was somewhat mis-titled, Serena Software Adopts Facebook as Corporate Intranet, and said that they are not really going that far. Well, I was wrong. Serena is really replacing its existing intranet with Facebook as a front end linked to a low-cost content management system behind the firewall.

[…]

Serena has found that Facebook has also helped them with recruiting. People send their resumes through Facebook and prospective employees relate their use of the same networking tool that they use in their personal lives. Employee morale has also increased, as well as employee retention, as the whole firm is better connected. A few years ago, many people thought that blogs and business did not go together. We have seen that perception change dramatically. I wonder if the same will be soon said for Facebook and other social networking tools. 

[ Bill Ives: Serena has Adopted Facebook as Their Intranet

Warum schlägt Serena diesen Weg ein, wie sieht dieser Weg aus?

  • Serena arbeitet global in 18 Ländern. 35 % der über 800 Mitarbeiter arbeiten virtuell.
  • Serenea will die Mitarbeiter besser vernetzen und begeistern ("… to be better connected so they could be on the same level of understanding, excitement, and commitment to this transition."). Web 2.0 ist der beste Weg für ein Unternehmen als Ganzes.
  • Es gibt eigentlich kein Unternehmensintranet, in dem die Suche besser als im Internet funktioniert.
  • Serena benutzt eine private Facebook Gruppe zusammen mit einigen gesonderten Facebook Applikationen für eine bessere Intranet-Funktionalität ("… to better enable intranet functions.").
  • Interne Dokumente / Ressourcen sind abgesichert intern im Unternehmen, über die Oberfläche Facebook wird darauf (z.B. durch Links) darauf zugegriffen.
  • Serena Mitarbeiter gehen zu bestimmten Personen, um relevante Informationen zu erhalten. Klingt für mich wie die Institutionalisierung des Zugriffs auf Expertenwissen: "René and his staff provide press clippings and the HR people provide links to benefits information. In each case you learn about the people providing the information through their Facebook profiles, and not simply the content, itself.".

Externe Kommunikation

Für die Kommunikation mit Kunden und Marktplätzen benutzt Serena Öffentliche Gruppen in Facebook. Tatsächlich benutzen bereits einzelne Kunden Facebook anstelle Email zur Kommunikation. 

Interview 

In einem Kommentar weist Shel Holtz auf ein Interview mit dem CEO von Serena Software hin (Podcast): FIR Interview – Jeremy Burton, CEO, Serena Software, on Facebook Fridays.

Offene Intranets 

Internet, Extranet und Intranet verschmelzen. Bald wird es immer mehr Offene Intranets geben (was nicht bedeutet, dass alle Informationen für alle sichtbar sind).

Kommunikation findet statt, sie geschieht einfach. Ob mit oder ohne Genehmigung des Unternehmens. Nur diejenigen Unternehmen werden durchhalten, die lernen die Welle zu reiten. Die anderen werden untergehen.

Manchmal geschieht etwas ganz Besonderes. Und ganz selten bin ich dabei. So wie gestern. Und weil mir ein wenig die Worte fehlten twitterte ich nur "Experiencing Enterprise 2.0".

Gestern war ich von vormittags bis abends  Gast bei einem Open Space Workshop von CoreMedia. Viele Personen fanden sich im Kampnagel in Hamburg zusammen, um in einem offenen Rahmen Themen zu besprechen und zu erarbeiten. Die allermeisten der Anwesenden waren "CoreMedianer", d.h. Mitarbeiter und Führungskräfte von CoreMedia. Doch außer dem offenen Rahmen an sich war das Besondere auch, dass Externe dabei waren:

Once a quarter every CoreMedia employee is invited to be part of an
open space workshop. The whole workshop is organized by a few
volunteers. We all meet in a big room. There is no hierarchy and no
agenda, but a lot of open space.

[…]

So we decided to release the safety completely. For our next
CoreMedia Competence Center workshop we invited every employee, the
whole management team, customers, partners, friends, prospects,
artists, bloggers, journalists, students and our advisory board as well.

[ CoreMedia Open Space – Enterprise 2.0 at work

In einer lockeren Atmosphäre wurden über 20 Themen vorgeschlagen und in Workshops bearbeitet. Keine Vorgaben, alle Vorschläge wurden bearbeitet, ein Teil der Themen kam von Externen. Auf einer Twitterleinwand waren die Tweets von Teilnehmern zu sehen. Für einige der CoreMedianer war es sicherlich "bauchkribbelig" das Innere von CoreMedia mit Externen zu teilen. Manchmal gab es auch die Unsicherheit "… ob ich das jetzt überhaupt sagen darf".

Das Ambiente im Kampnagel und die super Vorbereitung der freiwilligen Organisatoren jedoch sorgten für "Entsicherung" und eine sehr gute Laune. In den Workshops und in den Pausen (die Übergänge waren fließend) gab es reichlich Gelegenheit, sich kennen zu lernen. Ich lernte viele CoreMedianer und Externe kennen und … ich lernte viel. Ich habe es sehr genossen, die CoreMedia-Luft zu atmen.

Ich war in zwei Arbeitsgruppen dabei (ich wechselte in der Hälfte) und hoffe, hilfreiche Hinweise gegeben zu haben. Die Diskussionen wurden inhaltlich auch mal kontrovers aber immer konstruktiv geführt. Dabei gab es durchaus (selbst-)kritische Ansichten.

Am Nachmittag präsentierten die Vertreter der Arbeitsgruppen die Ergebnisse zu den Themen. Ich bin sicher, dass ich in der Zukunft vieles davon wieder erkennen werde.

Reichlich Gelegenheit zum weiteren Networken gab es noch am Abend bei einem Bier, Wein oder Saft. Dabei wurde erzählt, ausgetauscht und gelernt. Angeblich soll es sogar einen weiteren Workshop gegeben haben: "Was ist Twittern?" :-)

Kommunikation 

Ach ja, ich habe heute auf der CoreMedia Website gestöbert und da zum Teil erstmalig die Hierarchien festgestellt. In den Arbeitsgruppen und den Gesprächen darin, dazwischen und danach ging es um Menschen und Inhalte.

Ich kann mir kein anderes Medium als solch einen Open Space vorstellen, das eine bessere, ungezwungenere und ehrlichere Kommunikation der Stakeholder eines Unternehmens mit dem Unternehmen und untereinander bietet. Und noch ein "ach ja": Ich zähle nicht nur die Externen sondern auch die Mitarbeiter und die Führungskräfte des Unternehmens zu den Stakeholdern. 

Danke 

Ich bin sehr froh, dass ich gestern bei einer ganz besonderem CoreMedia dabei und ein Teil davon sein durfte. Vielen Dank dafür an die vielen neuen Freunde.