Es wird Zeit für mich mal wieder zu einer "Veranstaltung" zu gehen. Praktischerweise ist am kommenden Montag Webmontag in Frankfurt.

Also werde ich auf meinem Feierabendweg von Wiesbaden nach Schwabenheim einen kleinen Schwenk über Frankfurt machen :-)

[ Termin auf venteria

Stephen Dale wurde von jemandem aus einer Kommunalverwaltung gefragt, wie sie Social Networking Websites benutzen könnten, um sich mit ihren Bürgern auszutauschen (frei übersetzt: "engage with"). Er fühlte sich erneut zum Hinweis verpflichtet, dass Technologie an sich nicht die Antwort ist:

I know this is a very contentious thing to say, but you don’t need online social networking tools to engage with citizens.  You could  – for example –  talk and listen to them (an ancient craft, dating back several millennia, but rapidly falling into disrepute).

[ Zum Artikel: It’s not the (social networking) technology – it’s the people that matter ]

Mein Kommentar getreu dem Motto "Wer viel zu sagen hat, der fasse sich kurz":

Bingo! 

Heute morgen beispielsweise habe ich mich mit der allerbesten aller Ehefrauen über ein wichtiges Thema ausgetauscht – ganz ohne Software und Technologie.

P.S. Bei Politikern habe ich immer wieder den Eindruck, dass sie es verlernt haben sich mit ihren Bürgern auszutauschen. Eher fokussieren sie sich auf gestelzte und doch platte Antworten. Beispiel? Die Abgeordneten des Wahlkreises Mainz auf Abgeordnetenwatch.de: Ute Granold (CDU), Michael Hartmann (SPD), Rainer Brüderle (FDP). Da würde auch kein Ausbau der Plattform zu einer Social Networking Website helfen.

Nachtrag (28.03.08): Am Permalink ist noch zu erkennen, dass ich "Technogie" geschrieben habe – im Titel habe ich den Schreibfehler bereits korrigiert. Steffen war zu spät, ich hatte das "lo" schon eingefügt, als ich heute seine Email las ("Ich kaufe ein ‚lo‘ für den Titel… ;-)" )

Im Juni diesen Jahres werde ich bei PR PLUS ein Fernstudium Public Relations beginnen. In 18 Monaten werde ich 18 Studienbriefe mit Aufgaben beackern, 5 Workshops vor Ort in Heidelberg erleben sowie via Internet auf dem Online-Campus studieren.

Corporate Communications, Kommunikation und Public Relations 

War ich vor drei Jahren noch jemand, der hauptsächlich Webmaster sowie Techniker war und sich auch so sah, so lässt sich meine derzeitige Tätigkeit am ehesten mit dem
Begriff "Intranet / Internet Manager" beschreiben (mein offizieller Titel im Job lautet "Manager Public Relations", beinhaltet jedoch nicht eine gleichlautende Funktion). Die Aufgabenstellung eines "Intranet / Internet Managers" wird sich in den nächsten Jahren wandeln, denn die Fokussierung – besonders in der Kommunikation und der Beziehungspflege – auf ein einzelnes Medium halte ich für eine Beschränkung. Ich sehe eher eine Fokussierung auf Themen und / oder Bezugsgruppen. 

Ich interessiere mich heute hauptsächlich für die Themen Corporate Communications, Kommunikation und Public Relations:

Corporate Communications

soll die Kommunikation des Unternehmens nach Außen und Innen anhand der entwickelten und vorhandenen Corporate Identity bewerkstelligen. […]

Kommunikation

Es gibt keine Kommunikation ohne Reaktion. […]

Public Relations

Public Relations ist die Erstellung und Pflege von Beziehungen einer Organisation (oder einer Person) mit internen oder externen Öffentlichkeiten. […]

Ich bewege und sehe mich immer mehr und öfter in diesen Themen, besonders jedoch mit dem Fokus auf Online und Enterprise 2.0.

Online-Relations

Marcel Bernet berichtet von einer Studie ("USA-Studie: Noch zehn Prozent wählen die Zeitung"), nach der sich die Informationsbeschaffung bezüglich Nachrichten von Print über Radio und TV hin zu dem Internet entwickelt. Die Meinungsbildung findet zunehmend im Netz statt – nicht nur durch wenige Gatekeeper sondern durch Publikation und Interaktion des "langen Medienschwanzes". Martin Oetting zur künftigen Entwicklung der Mediengesellschaft

Und diese Entwicklung ist die folgende: Die Anzahl der relevanten Gatekeeper steigt radikal und stetig steigend an. Punkt. Wer das verstanden hat, wird sich von nichts mehr schocken lassen. 

[…] 

Die Nutzer konsumieren nicht mehr nur noch Medieninhalte – sie ordnen, sichten, verteilen, und vor allem: produzieren jetzt selbst. Ohne Redakteur, Chefredakteur, Sendeanstalt, Druckpresse, Distributionsverfahren, und vor allem: ohne Eintrittsbarrieren.

Die Beziehungspflege mit den Stakeholdern der Unternehmen wird zukünftig überwiegend online stattfinden. Aber nicht ausschließlich. Elemente der klassischen Public Relations werden weiter existieren und funktionieren. Es gilt das Alte mit dem Neuen zu kombinieren.

Enterprise 2.0

Die Grenzen zwischen intern und extern, oben und unten, links und rechts verwischen.
Stakeholder sind extern wie intern und in mehreren Rollen. Enterprise 2.0 mag ursprünglich durch Technologie getrieben worden sein – aber die Wirkungen auf und die Voraussetzungen von Kultur und Kommunikation sind immens. Treibende Gründe für eine Entwicklung hin zu Enterprise 2.0 sehe ich bei Kultur und Kommunikation.

Mein Fernstudium Public Relations

Meine Interessen haben sich in den letzten fast drei Jahren grundlegend
geändert. "Schuld" daran sind dieses Blog, das Netz und die Menschen in
diesem und meinem Netz(werk). Dafür danke ich Euch.

All dies werde ich nicht aufgeben (auch wenn ich zeitlich mehr eingebunden sein werde). Gleichzeitig will ich mich noch weiter entwickeln und diese
Weiterentwicklung auf eine Basis setzen. Die nächsten 20 Jahre Arbeitswelt möchte ich vorbereiten und sie weiter mit interessanten Tätigkeiten füllen. Ich habe mich für ein
Fernstudium Public Relations und aufgrund von Erkundigungen für PR PLUS
entschieden.

Ich freue mich auf das Fernstudium und die nächsten Jahre. Und den einen oder anderen Beitrag darüber kann und will ich wohl nicht ausschließen :-)

Am 16. und 17. April findet in Wiesbaden der Web 2.0 Kongress statt. Ich nehme mir für beide Tage frei, denn ich habe eine Akkreditierung für den Kongress, werde ihn besuchen und darüber berichten. Nach aktuellem Stand werde ich Zugang zu WLAN haben – ich bin gespannt, wie gut die Verbindung sein wird.

Zielgruppen der Veranstaltung sind Internet/Intranet Manager, Webdesign Manager und sehr viele Leiter von Webentwicklung, IT, Softwareentwicklung, Web Application, E-Commerce, Leiter Marketing, Business Development, Werbung, Direktmarketing :-)

Der Kongress startet am 16. April mit einer Session von Prof. Dr. Marc Drüner: "Web X.0: Was war, was ist, was wird sein…?", gefolgt von zwei Keynote-Sessions:

  • "MySpace in der Markenkommunikation" von Joel Berger, Managing Director, MySpace/Fox Interactive Media Germany GmbH
  • "Online Search – Risks and Opportunities for the Auto Manufactuer Outline" von Frank Einecke, EMEA Senior Business Manager Automotive, Google Europe

Anschließend geht es weiter mit zwei parallelen Vortragsreihen:

  1. Marketing 2.0 & Communication 2.0
  2. Enterprise 2.0

Ich werde mich konzentrieren auf … "Enterprise 2.0" – wer hätte das gedacht ;-)

An beiden Tagen gibt es sehr interessante Vorträge. Beispiele, die mich interessieren:

  • "Warum ist die globale Vernetzung von Unternehmen wichtig?" von Dr. Willms Buhse, Executive Director Client Services, CoreMedia AG
  • "Skywiki – Der Wissensmarkt bei Fraport" von Helmut Sins, Leiter der Abteilung Digitale Mediensysteme, Fraport AG
  • "You! – Nutzerzentrierte Telekommunikation mit Enterprise 2.0" von Thomas Zimmermann, COO, Siemens Enterprise Communication GmbH & Co. KG
  • "Unterstützung der Unternehmenskommunikationdurch Web 2.0 oder: Einsatz von Wikis in der Unternehmenskommunikation" von Cleo Herbst, Produktmanager Intranet und Holiday Cars, Sixt AG
  • "Realisierung des Daimler-Blogs" von Uwe Knaus, Leiter Corporate Blog, Daimler AG
  • "Enterprise 2.0 – Potenziale und Bezug zur SOA" von Christian Kappert, Geschäftsführer, WidasConcepts ITConsulting GmbH
  • "Web 2.0 zur Kooperationsunterstützung im Unternehmen" von Prof. Dr. Wolfgang Prinz, Institutsleiter, Fraunhofer FIT – leider parallel zu:
  • "Web 2.0 – Herausforderungen für Banken" von Frank Schwab, Direktor Strategy & Innovation, Deutsche Bank AG – wahrscheinlich werde ich mich dafür entscheiden
  • International Keynot "Web-scale Computing: Compete on Ideas, not Resources" von Dr. Werner Vogels, Vice President and Chief Technology Officer, Amazon.com

Vielleicht werde ich aber auch den einen oder anderen Vortrag sausen lassen für ein gutes Gespräch mit einem Kaffee unter Freunden und / oder Gleichgesinnten :-) Außerdem bietet sich der Abend am 16. April an zum "Get Together – Socializing, Networking and more".

Wer zum Web 2.0 Kongress kommen wird und sich vielleicht auch noch mit mir treffen möchte, der kann sich im Kommentar hier melden oder bei Venteria eintragen. Falls jemand am Vortrag anreist und sich gerne mit mir am Abend treffen möchte, der darf sich ebenfalls gerne bei mir melden – ich arbeite in Wiesbaden und wohne nicht weit weg in Rheinhessen.

Elita Wiegand hat einen Artikel von Doc Sarah ("Avaaz.org: Stimme für Tibet") aufgegriffen und berichtet im innovativ.in Business Blog über eine Möglichkeit, den Dalai Lama und Tibet zu unterstützen und China zum Dialog aufzurufen ("Protestwelle erreicht Höchststand"). Avaaz.org sammelt Unterschriften für eine Petition, die chinesischen Offiziellen in London, New York und Beijing übergeben werden soll:

An den Chinesischen Präsidenten Hu Jintao:
"Als Bürger dieser Welt ersuchen wir Sie, bei der Reaktion auf die Proteste in Tibet, zur Zurückhaltung und zum Respekt der Menschenrechte. Berücksichtigen Sie bitte die Anliegen der Tibeter, indem Sie einen bedeutungsvollen Dialog mit dem Dalai Lama eröffnen. Nur durch Dialog und Reformen kann eine längerfristige Stabilität erreicht werden. Chinas aussichtsvolle Zukunft liegt in harmonischer Entwicklung seiner Beziehung zur Welt durch Dialog und Respekt.

Soeben (20:03 Uhr) waren es bereits 940.053 Unterschriften: Zur Petition: Tibet – Unterstützen Sie den Dalai Lama 


Olympiaboykott Peking 2008

Aus Solidarität mit Tibet und den Bürgern Chinas, die unter den Maßnahmen für Olympia in Peking zu leiden haben, boykottiere ich die Olympischen Spiele in Peking:

Olympia-Boykott Peking 2008

Auch 2008 gibt es in Ingelheim reichlich Gelegenheit zu einem Weinhöfefest. Wie jedes Jahr lag in den Geschäften ein Flyer mit den Terminen aus:

Seit 1990 öffnen die Ingelheimer Winzer an Wochenenden im Frühjahr und Sommer ihre Höfe und laden Sie dazu ein, schöne gesellige Stunden in gemütlichem Ambiente zu verbringen.

Guter eigener Wein, gutes Essen und oft auch gute Musik gehören zu einem Hoffest in Rheinhessen dazu (z.B. beim Hoffest im Margaretenhof). Manchmal gibt es nur musikalische oder kulinarische Kleinigkeiten, manchmal wird das ganze Wochenende üppig geschlemmt, oft mit Jazz-Sessions:

Regelmäßig treffe ich mich im Arbeitskreis Intranet in Frankfurt mit Kollegen aus anderen Unternehmen, um Neues zu lernen und Erfahrenes
auszutauschen. Insgesamt gibt es vier dieser Arbeitskreise: Zwei in Frankfurt und jeweils einen in Leipzig und in München. Die Organisation der Arbeitskreise Intranet erfolgt durch die Agentur aexea. Gestern trafen sich alle Arbeitskreise erstmalig in Frankfurt für einen gemeinsamen Konvent.

Saim Alkan stellte zusammen mit Dr. Mark-Steffen Buchele in einem Vortrag 5 Thesen zur Zukunft des Intranets zur Diskussion. Die Thesen (Artikel auf XING, Gruppe "Online-Redaktion Internet, Intranet, Extranet") und meine Kommentare:

1. Suchen wird einfacher und besser. (Semantische Suche, Social Tagging, neue Darstellungsformen von Suchergebnissen im Intranet)

Die Suche wird personifiziert lernen. Aufgrund meiner persönlichen Such- und Aufrufhistorie erhalte ich in den Ergebnissen präferiert Seiten bzw. Dokumente,

  • die ich in der Vergangenheit (des Öfteren) aufgerufen habe – die Verknüpfung erfolgt auch semantisch, nicht nur aufgrund der konkreten Sucheingabe
  • die neu im Suchindex sind, und die ich aufgrund meiner Suchhistorie (auch wieder semantisch) wahrscheinlich erhalten will.

2. Die richtigen Informationen für jeden jederzeit. (Portallösungen, Mobiles Intranet)

Die Grenze zwischen Privat und Beruf verwischt zunehmend. Der Mitarbeiter 2.0 wird flexibler und gleichzeitig eigenverantwortlicher (werden müssen). Das Szenario:

Ich rufe auch am Wochenende von meinem privaten Smartphone oder Subnotebook vom Café aus das Intranet auf (natürlich authentifiziert und über VPN), informiere mich und arbeite. Aber ich organisiere meine Arbeit auch selbst. Wann und wo ich arbeite bestimme ich. Dazu gehört die Freiheit auch im Büro Privates zu erledigen (z.B. im Internet) oder auch an Werktagen einmal nicht zu arbeiten. Die zeitliche Trennung Werktage vs. Wochenende entfällt auch beim "normalen" Mitarbeiter.

Siehe hierzu: "ROWE bei Best Buy: Results-Only Work Environment" im INJELEA.de Blog 

3. Das Intranet wird das Leitmedium der Organisation. (neue Kommunikationskultur unterstützt bottom-up ohne top-down zu vernachlässigen)

Print in der internen Unternehmenskommunikation wird sterben (ach, endlich :-)). Das papierlose (druckerlose) Büro wird wahr. Face-to-Face Kommunikation wird sogar eher zunehmen, da die Vernetzung im Netz sich im real Life niederschlägt und konkretisiert. Arbeit und Kommunikation erfolgen aufgabenorientiert und nicht hierarchieorientiert. Intranet ist das Medium dafür – auch für Mitarbeiter ohne Büroarbeitsplatz, die Kiosksysteme oder fortgeschrittene Smartphones nutzen.

4. Mehr bewegte Bilder. (Den Nutzerwunsch nach bewegten Bildern erfüllen)

Ja. Außerdem gehört das Video Streaming elementar dazu (one-to-one bis many-to-many inkl. Aufzeichnung):

  • Kommunikation (z.B. ad hoc für kurzfristige Meetings). Instant Multimedia Messaging 
  • Kollaboration in Verbindung mit anderen Tools wie Desktop / Device Sharing. 

5. Alle machen mit. (Social Media wird konkreter, nützlicher für die Unternehmen)

Jeder. Immer. Überall. Auch der CEO ;-)

Diese Eindrücke nahm ich vom gestrigen Konvent mit als persönliche Thesen mit:

  • Web 2.0 ist entweder schon da in Unternehmen, wird gerade eingeführt oder wird beobachtet. Bei der Einführung gibt es unterschiedliche Vorgehen: Der große Rundumschlag mit allem ist selten, meistens wird aufgrund konkreter Punkte eine einzelne Web 2.0 Anwendung (z.B. ein Wiki) eingeführt oder mit Pilotgruppen erarbeitet.
  • Aufgabenstellungen und Probleme sind nicht spezifisch für eine bestimmte Branche sondern für das jeweilige Unternehmen ("Es kommt darauf an.").
  • Je weiter oben in der Hierarchie der Verantwortliche für das Intranet ist (bzw. einen direkten Draht nach ganz oben hat), desto höher das Budget, desto besser die Awareness und desto "einfacher" das Umsetzen.

Nachtrag (20.03.2008): Saim Alkan hat auf text-gold.de über den Konvent berichtet: Die Zukunft des Intranet – Konvent des Arbeitskreis Intranet

  • Was machen neugierige Leute?
    Sie denken sich etwas Lustvolles aus und programmieren das Ganze mit Ajax und REST-URLs. Dann nennen sie das noch Backgroundr ohne "e" aber mit "r" am Ende.
  • Was macht ein CEO von neugierigen Leuten?
    Er sorgt für den richtigen Namen mit "er" am Ende und spielt mit. Dann sagt er: Mein Hintergrund ist Stukr, Jürg Stukr
  • Was macht ein neugieriger Blogger mit einem Namen ohne "er" am Ende?
    Er verfällt in zunächst in Trauer!

Dann sagt er: "Das ist dr Hammr"

Backgroundr: Das ist dr Hammr

Die aktuelle Lage in Tibet bzw. Lhasa verschärft sich von Tag zu Tag. Während der Dalai Lama Chinas Regierung angreift ("Es ist kultureller Völkermord"), und im Netz gelegentlich über einen Olympia-Boykott (Google Blog Suche, Google News Suche) nachgedacht wird, sehen der IOC-Präsident und unsere Regierung dies anders:

Ich habe mir jedoch meine eigene Meinung dazu gebildet. Die sogenannte Volksrepublik China unterdrückt seit Jahrzehnten das Volk von Tibet, mißachtet die Menschenrechte und greift jetzt besonders hart und gewaltsam durch, weil sie zu den Olympischen Spielen in Peking eine Mustershow durchziehen will und als besonders weltoffen, friedlich und fortschrittlich gelten will.

Mich erinnert dies es Vorgehen fatal an das Vorgehen der Nazis zu den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin, als das Dritte Reich die Olympischen Sommerspiele für eine Imagekampagne sondergleichen mißbrauchten – und die demokratischen Nationen fielen darauf hinein. Die Berichterstattung war voll des Lobes über das Dritte Reich und die Organisation der Spiele in Berlin. Alles schien so schön in Ordnung in Deutschland zu sein.

Ich kann und will dem Regime in Peking seine Menschenverachtung nicht einfach so durchgehen lassen.

Olympia-Boykott Peking 2008

Ich boykottiere die Olympischen Spiele 2008 in Peking. Ich werde weder mir Berichte im Vorfeld zu den Vorbereitungen der Olympischen Spiele ansehen oder anhören (außer es ist ein kritisierender Bericht), noch werde ich Berichte von den Olympischen Spielen 2008 in Peking ansehen oder anhören. Und es ist mir komplett egal, ob die deutsche Mannschaft haufenweise Goldmedaillen einsammelt.

Ich rufe zum Olympia-Boykott auf!

Ich würde mich freuen, wenn sich andere diesem Boykott anschließen würden:

P.S. Hier sind noch Quelltexte zum Einbetten der Grafik via Flickr:

Originalgröße:
<a href="http://www.flickr.com/photos/injelea/2338536238/" title="Olympia-Boykott Peking 2008 von Frank Hamm bei Flickr"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3269/2338536238_21ccaeeb5c_o.png" width="631" height="159" alt="Olympia-Boykott Peking 2008" /></a>

Mittel:
<a href="http://www.flickr.com/photos/injelea/2338536238/" title="Olympia-Boykott Peking 2008 von Frank Hamm bei Flickr"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3269/2338536238_0d62965016.jpg" width="500" height="126" alt="Olympia-Boykott Peking 2008" /></a>

Klein:
<a href="http://www.flickr.com/photos/injelea/2338536238/" title="Olympia-Boykott Peking 2008 von Frank Hamm bei Flickr"><img src="http://farm4.static.flickr.com/3269/2338536238_0d62965016_m.jpg" width="240" height="60" alt="Olympia-Boykott Peking 2008" /></a>

Olbornhalle in SchwabenheimGestern nachmittag berichtete mir ein Besucher, dass nur wenige Meter von unserem Zuhause vor der Olbornhalle (unsere Turn- und Gemeinschaftshalle in Schwabenheim) ein Polizeiaufgebot sei. Schäuble komme ja am Abend, sagte mein Gast. Tatsächlich, das wäre mir fast entgangen. Andererseits – entgangen ist mir wohl nichts.

Ich hörte auch einmal einen Hubschrauber über unserem Dach kreisen und war nahezu euphorisch ob der kommenden Großveranstaltung. Gegen 17:40 Uhr gingen die allerbeste aller Ehefrauen und ich in Richtung Olbornhalle in Erwartung der Menschenmassen und der Demo. Tatsächlich stellten die etwa 30 Polizisten den größten Anteil der Menschen rund um die Halle. Vereinzelte Neugierige und Organisatoren (der CDU vermutlich) standen herum. Ein paar Transparente standen in einer Ecke noch zusammengerollt.

Wir entschieden uns für einen kurzen Spaziergang in Richtung Elsheim und kamen nach 18:00 Uhr wieder zurück. Jetzt war ein gemeinsamer Stand der Grünen und der Piratenpartei aufgebaut. Die Demonstranten (etwa 20) standen an ihrem Stand oder woanders. Ein paar Schaulustige mehr aus Schwabenheim hatten sich versammelt. So nach und nach trafen dann auch Teilnehmer für die CDU-Veranstaltung mit ihrem Auto ein.

Olbornhalle in Schwabenheim

Irgendwie war ziemlich "tote Hose". Ich war versucht, noch länger zu bleiben, auf Schäuble zu warten und auch in die Halle zu gehen. Alle standen ziemlich lustlos herum, nur die Demonstranten versuchten gelegentlich mit Sprechchören Stimmung zu erzeugen. Da die Veranstaltung mich kurzfristig erwischt hatte und ich noch den letzten Abend mit meiner Frau vor ihrem Urlaub genießen wollte, habe ich mich für Privat vor Politik entschieden (Schande über mich). Nach 3 Minuten Fußweg war ich gegen 18:25 Uhr wieder zuhause.

Schäuble hat die Demonstranten wahrgenommen, er hat sein Programm von der Sicherheit abgespult, und mit Sicherheit hatte sich die CDU mehr von der Veranstaltung erhofft. So interpretiere ich meine Wahrnehmung und den Bericht im Main Rheiner: "Staat muss Bürger schützen".

Rund 600 Stühle hatten die Veranstalter gestellt, zirka 400 waren besetzt, als Schäuble pünktlich gegen 18.30 Uhr eintraf. Alle warteten gespannt, was der Bundesinnenminister zu sagen hatte, den seine Zuhörer mit anhaltendem Applaus in Rheinhessen willkommen hießen. Die Begrüßung hatte die Bundestagsabgeordnete Ute Granold übernommen, und Kerstin Saala, Vorsitzende des Gemeindeverbands Gau-Algesheim, ließ die Geschichte der Region kurz Revue passieren. Auch die Mainzer CDU-Chefin Dr. Andrea Litzenburger saß in Schwabenheim auf dem Podium, genauso wie Thomas Günther, Vorsitzender der CDU Mainz-Bingen. 

Ein Drittel der Stühle blieb leer, allgemeines Bla-Bla, es waren welche von der CDU da. Ich hoffe, das nächste Mal bin ich besser vorbereitet und motiviert. 

Zumindest einer fand das alles sehr interessant und schnüffelte überall herum:

Hundsdemo gegen Schäuble