Heute Abend hat unser Haus Zuwachs bekommen – eine Findelkatze. Sie stand einfach so auf der Terrasse rum. Irgend jemand hat sie wohl gebracht und einfach da stehen gelassen. Kein Zettel, kein Hinweis. Mit großen Augen schaut sie uns an. Jetzt gehört sie wohl uns.

Findelkatze

Unsere Terrasse und der Garten sind definitiv noch nicht Frühjahr-like. Jemand müsste dringend Unkraut jäten, Rasen (schon wieder) mähen, die Platten säubern u.v.m. Hat jemand nichts besseres zu tun :-) Wir fahren nämlich erst einmal demnächst nach Roma und Firenze.

Ich schaffe es leider nicht zum morgigen (22.04.2008) Social Web Breakfast in Frankfurt, aber es sind noch Plätze für andere da (Corporate Blogging am Beispiel des Froschblogs der Werner & Mertz GmbH):

Seit dem 05. September berichten Birgitta Schenz, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei Werner & Mertz GmbH, und ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem Unternehmensalltag des Herstellers der "FROSCH"-Artikel in dem firmeneigenen Weblog "Froschblog". Gebloggt wird über die "Aktivitäten rund um FROSCH" – vom Wetter in Karneval in Mainz über Kundenfeedback und Produkttests bis hin zu Inhalten von Marketingkampagnen. Fr Schenz setzt dabei auf ein interdisziplinäres Team aus den Abteilungen Produktentwicklung, Verbraucherberatung, Marketing, IT und Öffentlichkeitsarbeit. 

Mal reinschnuppern? Hier gehts zum FROSCH Blog! 

Ed Wohlfahrt wurde getroffen: Er erhielt eine Presseaussendung der Deutschen Post via Email. Ed wunderte sich, war neugierig und fragte nach, als er auf eine Emailanfrage keine Antwort erhielt ("Relations a la Pleon"):

Was mich nämlich interessierte war, ob ich die Aussendung vielleicht nur deshalb bekommen habe weil ich blogge. Die freundliche Dame der PLEON Berlin sah diesen Umstand als einen mehrerer möglicher Gründe für die Aussendung an mich. Sie sagte es sei bei Pleon mittlerweile gängige Praxis, in Abstimmung mit der hauseigenen Abteilung Online Relations (hört hört!) ausgewählte Blogger zu kontaktieren, für die das Thema der betreffenden Aussendung möglicherweise interessant sein könnte. Dies geschieht jedoch so, dass man diese vorher telefonisch kontaktiert und fragt, ob dies auch gewünscht sei, was in diesem Falle unterblieb.

Auch mich hat diese Presseinformation mit dem Titel "DHL startet internationale Initiative ‚Discover Logistics’" getroffen: 

Sehr geehrter Herr Hamm,

anbei uebermitteln wir Ihnen eine aktuelle Presseinformation zum Start der internationalen Initiative "Discover Logistics" von DHL.

Doch obwohl der Absender die Deutsche Post ist und auch der Kontakt für Journalistenfragen aus der Pressestelle bei der Deutsche Post World Net ist, so gehört die Antwortadresse doch zu Pleon.

Auch mir geht es nicht um ein "Draufhauen" auf eine Agentur oder ein Unternehmen. Aber ich erwarte auch im Umgang mit Bloggern dieselbe professionelle und aufrichtige Vorgehensweise, wie ich dies im Umgang mit anderen Medienvertretern erwarte (was allerdings auch da nicht immer der Fall sein soll…). 

  • Aber auch mich hatte zuvor niemand kontaktiert und von mir eine Aussage erhalten.
  • Das Thema der Aussendung könnte für mich kaum interessant sein.
  • Wenn mein Blog von Pleon gelesen worden wäre, dann wäre dies doch recht klar geworden (odr?)

Also kein Draufhauen sondern der Hinweis: Bitte sauber recherchieren und per Email vor einer Aussendung zunächst respektvoll kontaktieren und anfragen. Danke.

Heute Abend las ich das Buch Interne Kommunikation von Dieter Herbst aus dem Jahr 1999. Auf etwa 170 Seiten beschreibt der Autor die Herausforderungen und den Rahmen der Kommunikation in Unternehmen – mit beiden Beinen auf dem Boden. Das liegt vielleicht daran, dass er 15 Jahre lang in der Unternehmenskommunikation von Schering war. Aus dieser Zeit bringt er auch Beispiele (z.B. zur Mitarbeiterbefragung).

Aus dem Inhaltsverzeichnis

  1. Kommunikation wird immer wichtiger
  2. Kommunikation heißt Austausch und Verständigung
  3. Kommunikation ist ein wichtiges Fundament
  4. Alle sind an der Kommunikation beteiligt
  5. Interne Kommunikation ist ein lebendiger Prozess
  6. Kommunikation ist systematisch und langfristig gestaltet
  7. Instrumente sind sinnvoll aufeinander abgestimmt
  8. Die Beteiligten urteilen: Das Beispiel Schering
  9. In Ausbildung und Weiterbildung geht es voran
  10. Der Überblick
  11. Der Service 

Was schief laufen kann

Auch am Ende geht Dieter Herbst darauf ein, was in der Internen Kommunikation schief laufen kann:

Häufige Fehler in der Internen Kommunikation 

  • Interne Kommunikation gilt nur als Kostenfaktor. […]
  • Interne Kommunikation wird nicht systematisch gestaltet, sondern sie geschieht einfach. So kann sie nicht das Erreichen der Unternehmensziele unterstützen.
  • Interne Kommunikation wird nur aus Sicht des Managements betrieben, die Meinungen, Wünsche und Erwartungen der Mitarbeiter spielen keine oder eine zu geringe Rolle. […] 
  • Interne Kommunikation ist nicht in der Geschäftsführung oder deren unmittelbareer Nähe fest und dauerhaft verankert. […]
  • Interne Kommunikation ist ein Programm, das aus der Tasche gezogen wird, wenn das Unternehmen in Schwierigkeiten steckt. Sind die Probleme gelöst, geht es weiter wie vorher. […]
  • Das Management informiert falsch, zu spät, unzureichend oder vermittelt Informationen, die keinen Neuigkeitswert haben. […]

Mir gefällt’s

Das Buch ist mittlerweile neun Jahre alt und offenbar inzwischen nicht mehr lieferbar
(z.B. Amazon, Buch.de). Das Intranet kommt darin bereits vor, steckt
aber noch in den Kinderschuhen. Das Buch ist fast zehn Jahre alt und
dennoch einigen Unternehmen vermutlich noch fünf Jahre voraus.

Wer keine wissenschaftliche Abhandlung sondern eine lockere und nicht zu dichte Übersicht zur Internen Kommunikation sucht, der ist bei diesem Buch genau richtig.

Wer will es?

Weil es das Buch nicht mehr gibt: Der erste, der in einem Kommentar den Wunsch äußert, erhält das Büchlein zugeschickt (Email-Adresse für Kontaktaufnahme nicht vergessen). 

Heute morgen fuhr ich früh zur Arbeit und nahm mir einen ruhigen Tag im Büro vor. Das funktionierte.

Außerdem nahm ich mir vor, nicht in Twitter, XING, Facebook, Email oder sonstiges reinzuschauen. Das funktionierte nicht. Und über Twitter, XING, Facebook, Email oder sonstiges kamen die Glückwünsche rein.

Ich fühle ich mich doch etwas überwältigt und möchte mich bei Euch / Ihnen allen bedanken für die vielen herzlichen Wünsche.

Jetzt sitze ich zuhause mit der allerbesten aller Ehefrauen auf einen Kaffee. In aller Ruhe bereiten wir uns auf den Abend mit Freunden vor. Mit selbstgemachtem Chili con Carne, selbstgebackenem Maisbrot und selbstgekauftem Rotwein gönnen wir uns einen gemütlichen Abend. Einfach so.

Bishop Museum
Das Magazin "Museum" ist eine zweimonatige Veröffentlichung vom American Association of Museums und berichtet in der März / April Ausgabe auf zehn Seiten über Hintergründe und Auswirkungen des Native American Graves Protection and Repatriation Act (NAGPRA):

On Nov. 16, 1990, Congress signed into law the Native American Graves Protection and Repatriation Act (NAGPRA), landmark legistation that permanently altered the relationship between museums and Native Americans.

[…]

The 1990 act required museums and federal agencies to work with federally recognized tribes and Native Hawaiian organizations to determin the disposition of Native human remains and sacred and funerary objects taken from federal lands or located in museum collections.

[ Museum: Paradise Almost Lost – Hawaii’s Bishp Museum Grapples with NAGRA, Ausgabe März / April 2008, Seite 47 ]

Anfang dieses Jahres ludt ich mein Bild vom Bishop Museum hoch, das ich 2005 aufgenommen hatte. Jetzt ist es auf Seite 53 im Museum Magazine :-)

Museum - magazine of American Association of Museums

Im Februar erhielt ich über Flickr eine entsprechende Nachfrage von der Chefredakteurin, ob sie das Bild für das Magazin verwenden dürfe. Ja, das durfte sie ;-)

Banken gehen sehr zögerlich mit der Anwendung von Web 2.0 um. Thomas Bahlinger berichtet auf die bank über "Web 2.0-Dienste bei Banken: Einsatzszenarien im Vertrieb" und kommt zu dem Schluss:

Web 2.0 bedarf einer wahrnehmbaren Kulturänderung und ist ein mittelfristiges Investment. Erfolge stellen sich, wenn überhaupt, dann nur indirekt ein. Vertrauen muss aufgebaut werden, und die Internetgemeinde ist nicht schnell zu überzeugen. Banken sollten sich entweder voll auf den Trend Web 2.0 einlassen, sich intern danach ausrichten und dann offensiv extern Web 2.0-Dienste anbieten oder sich gänzlich zurückhalten und in der Abwarteposition verbleiben.

Auf BankenVersicherungen.de gibt es vom Autor weitere Informationen zu der Benchmarking-Studie ("Benchmarking 2008 – Web 2.0"):

Die ersten Ergebnisse der Benchmarking-Studie zum Angebot von Web 2.0-Diensten auf den Websites der Finanzdienstleistungsbranche sind ernüchternd. Nur wenige der 131 getesteten Banken und Versicherungen greifen das Thema auf.

[…]

Chats könnten einen ganz neuen Kommunikationskanal zum Kunden öffnen – werden aber weitgehend gemieden. Blogs spielen in der Welt der Banken und Versicherungen ebenfalls keine Rolle.

Für mich ist dies kein überraschendes Bild. Offensichtlich geht es in der Betrachtung jedoch um "Webauftritte" im Internet. Noch wesentlich interessanter wären für mich Einblicke in die Anwendung von Web 2.0 in den Unternehmen selbst. Denn wie Thomas Bahlinger feststellt geht es schließlich um eine "wahrnehmbare Kulturänderung".

Ich frage mich, welche Auswirkungen es hat, wenn bestimmte Abteilungen einer Bank extern mit Web 2.0 "arbeiten" oder sogar extern über Web 2.0 mit Kunden (oder Anspruchsgruppen allgemein) kommunizieren. Denn es dürfte früher oder später zu Reibungen mit den anderen Abteilungen kommen, die beispielsweise im Back-Office noch wie gehabt und wie seit vielen Jahren üblich arbeiten bzw. kommunizieren.

Wenn sich Banken jedoch intern "danach ausrichten" (Web 2.0), dann läuft dies nach meiner Überzeugung auf eine Entwicklung zu Enterprise 2.0 hinaus. Man kann nicht trocken bleiben, wenn man ins Wasser steigt. 

[ via Sinnmacherblog – Banken 2.0

Ich habe mir den Kopf zerbrochen, warum Bank 2.0 so sehr auf sich warten lässt. Möglicherweise schätzen die Banken Web 2.0 als zu rund ein und setzen lieber auf das quadratische Rad:

[ via work.innovation Blog – Entdeckt: Die Präsentation bei der Erfindung des Rades

Die Werkstation bezieht Stellung und zeigt Flagge gegen China:

Werkstation: Not made in China

Ich schließe mich Johnny Haeusslers Aussage (in "Werkstation ohne China") an:

Ich bin branchenfremd, daher kann ich die Größe der Werkstation nicht einschätzen, doch würde sie es auch noch schaffen die gesamte Kundenliste zu diesem Schritt zu bewegen, könnte sie Wirtschaftsgeschichte schreiben. Es dürfte nicht leicht (und schon gar nicht kostenschonend) sein, im technischen Sektor auf in China produzierte Materialien zu verzichten und ich bin gespannt, ob andere Unternehmen es der Werkstation gleichtun werden. 

Viel mehr fällt mir dazu nämlich nicht ein. Das – wie ich meine – Besondere ist jedoch, dass Frank Nägele, Geschäftsführer der Werkstation GmbH, beim Spreeblick einen sehr ausführlichen und ausgewogenen und für mich sympathischen Kommentar schrieb:

Es ist mir VÖLLIG klar, dass es im IT-Bereich eigentlich KEINE Produkte gibt, die nicht wenigsten ein bisschen ‘Made in China’ inside haben. Ich kann auch nicht jede Komponente zerlegen und die Teile aus China ausbauen. ABER – ich kann bewusst und mit Bedacht auf Produkte ausweichen, die soweit als möglich nicht in China hergestellt werden. Das kostet mehr Geld – aber das ist ein Teil meine Entscheidung – und damit muss ich klar kommen. Nicht mehr – aber eben auch nicht weniger.

[…]

Ich kann mir durchaus vorstellen, mit dem einen oder anderen Lieferanten irgendwann wieder in eine Geschäftsbeziehung zu treten (sucht Euch einen aus ;-). Die Aussage in der Mail lasse ich aber einfach mal so stehen – und wir sollten nicht vergessen: hinter diesen Firmen stecken auch Menschen, die so Manches erdulden müssen! 

[ Zum kompletten Kommentar von Frank Nägele

Authentizität und Vertrauen 

China und besonders die führenden Menschen des Regimes in China haben keine Authentizität und das Vertrauenskonto ist deutlich in den Miesen: Sie (d.h. China und die Mitglieder des Regimes) sprechen jeweils so, wie es für sie gerade opportun erscheint, und ihre Handlungen lösen ihre Aussagen aus den letzten Jahren nicht ein. Außerdem widersprechen Chinas Aussagen und Handlungen immer wieder meinem moralischem und politischen Grundverständnis.

Für Frank Nägele habe ich gerade ein Vertrauenskonto erstellt :-)

Olympia-Boykott Peking 2008 

Ich bleibe bei meinem Olympia-Boykott Peking 2008 und werde darauf achten, möglichst keine Produkte oder Dienstleistungen aus China zu akzeptieren, bis China seine Haltung zu Tibet im Besonderen und den Menschenrechten im Allgemeinen zum Positiven ändert.

Fest verankert in westlichen Gesellschaften ist die Unschuldsvermutung, an die ich fest glaube. In Anlehnung daran glaube ich im Umgang miteinander an die

Authentizitätsvermutung

  1. Jeder Mensch, der sich äußert und in Kommunikation eintritt, ist solange als authentisch anzusehen, solange seine Kommunikation konsistent ist, seine Handlungen den Inhalten und dem Geist seiner Kommunikation entsprechen und Widersprüche in Kommunikation und Handlungen nicht offensichtlich oder gar nachgewiesen sind.
  2. Gleiches gilt analog für Organisationen, denn letztendlich kommunizieren nicht Organisationen sondern die Menschen dieser Organisationen. Organisationen sind Zusammenschlüsse von Menschen.
  3. Eine Trennung der Authentizitätsvermutung zwischen Menschen und ihrer Organisation ist nicht zulässig. Verliert jedoch eine Organisation ihre Authentizität, so läuft ein dieser Organisation angehöriger Mensch Gefahr, zumindest einen Teil seiner Authentizität zu verlieren. Dies gilt im ebenso umgekehrten Sinne.

Abgeleitet hiervon ergibt sich die

Vertrauensunterstellung 

  1. Jeder Mensch hat das Recht darauf, dass ihm Vertrauen unterstellt wird. Dies gilt, solange für ihn die Authentizitätsvermutung zutrifft. Vertrauen auszuüben bedeutet (hier) für einen Menschen, einseitig in Vorleistung für einen anderen Menschen zu treten.
  2. Nach der Vertrauensunterstellung erhält jeder Mensch zunächst ein Vertrauenskonto mit einem "positiven" Bestand. Verstöße gegen die Authentizitätsvermutung verringern je nach Schwere den Bestand. Bestätigungen der Authentizitätsvermutung erhöhen je nach Schwere den Bestand. Jeder Mensch legt den initialen Bestand und die Höhe von Bestandsveränderungen des Vertrauenskontos anderer Menschen selbst fest.
  3. Gleiches gilt für Organisationen (siehe Authentizitätsvermutung). 

Ich freue mich immer wieder, wenn ich das Bestandskonto eines Menschen oder einer Organisation "erstelle", und ich freue mich sehr, wenn ich den Bestand erhöhe :-)
Aber ebenso geschieht es, dass ich den Bestand verringere und ein Mensch oder eine Organisation seine respektive ihre Authentizität verliert ;-)

Am 3. Juni 2008 gehe ich in Frankfurt zu "media coffee: Im Sog des Internets – Was bleibt übrig von Print, TV und Radio?" – einer Veranstaltungsreihe, die in Hamburg (gestern), Köln, Frankfurt am Main, Berlin und München stattfindet.

Im vergangenen Jahr verfolgte ich bereits die Blogberichterstattung von Jens Petersen, Leiter der Abteilung Media Communications bei news aktuell – damals zum Thema "Von der Edelfeder zum Contentlieferanten?". Die Idee

  • eine Veranstaltungsreihe
  • zu einem bestimmten Thema (zu Medien)
  • durch verschiedene Städte reisen
  • verschiedene Teilnehmer auf dem Podium

fand ich schon damals sehr gut. Nicht zuletzt die Blogpostings hatten mich neugierig gemacht. Als ich dann heute die Berichte aus Hamburg las, und dass media coffee Anfang Juni in Frankfurt ist, habe ich mich direkt angemeldet. Ich bin einfach neugierig, das Thema interessiert mich und vielleicht lerne ich etwas, mit dem ich Kollegen zum Internet bekehren kann :-) Das war es gestern in Hamburg:

Hier gehts zur Anmeldung bei news aktuell

P.S. Ich bin schon ganz neugierig, wer in Frankfurt dabei ist ;-)