Heute war Gartenaktion angesagt. Heute Morgen bereits hatte mich die allerbeste aller Ehefrauen unter Drohungen zum Gartencenter geschleppt.

Immerhin, unser Vorgarten benötigte tatsächlich einige Pflanzen: 

Gartenaktion: Davor

Glücklicherweise wurde das Bepflanzen zur Chefsache erklärt. Chefsachen sind Dinge oder Vorgänge, an die kein Normalsterblicher Hand anlegen darf. Was ich als Normalsterblicher sehr gut fand. Ich las jede Menge im Netz, trank Kaffee und faulenzte herum. Soeben durfte ich das Ergebnis bestaunen und wohlgefällige lobende Kommentare abgeben. Ich bin äußerst zufrieden mit meiner … Frau ihrer Arbeit.

Gartenaktion: Danach

Jedenfalls haben wir jetzt wieder jede Menge Rosmarin, Thymian, Salbei, Lavendel und Currykraut im Vorgarten. Nur für den Fall, dass der Koch im Haus etwas davon benötigt (wobei das Entfernen von Pflanzenteilen aus dem Vorgarten schon immer eine sehr gefährliche Tätigkeit darstellte).

Gartenaktion: Danach

Auf der Karriere-Bibel schreibt Jochen Mai ("Per Twitter zum Job – Eine Bewerbung in 140 Zeichen") über eine Titelgeschichte bei BusinessWeek. Darin geht es auch über eine Frau, die per Twitter einen neuen Job fand.

Eine tolle Geschichte, typisch Amerika. Aber was wäre, wenn das künftig auch hier möglich wäre? Eine Mikrobotschaft im Verfolgerkreis, eine Bewerbung, nicht länger als 140 Zeichen… Wie sähe dann so eine Bewerbung aus?

( Hervorhebungen im Original )

Nach drei eigenen Beispielen ruft Jochen Mai zu weiteren Vorschlägen (als Kommentar oder als eigenen Blogeintrag) für eine solche Twitter-Bewerbung auf:

Oder was denken Sie? Das muss jetzt nicht gleich in eine Blogparade ausarten, aber texten Sie doch hier in den Kommentaren oder im eigenen Blog, wie Ihrer Meinung nach eine gute Twitter-Bewerbung aussehen müsste. Wer weiß, vielleicht dient uns allen das mal als Vorlage!

Passend dazu weist Jochen Mai über Twitter darauf hin.

Gut, aber…

Hm, da werde ich doch nachdenklich. Die Idee ist gut, echt gut. Aber … was ist mit dem War for Talents, über den ich gerade schon wieder etwas gelesen habe ("Rethinking the ‘War for Talent’")? Müssten sich da die Rollen nicht inzwischen drehen:

  • Müssten nicht die Unternehmen über Twitter nach Kollaborierern ("Mitarbeiter" klingt so altmodisch, "Kollaborateure" wär wohl ein schlechter Begriff…) suchen? Ich denke so etwa an "Verzweifelt gesucht:…"
  • Müssten nicht die Kollaborierer eine Ausschreibung über Twitter starten und unter den Unternehmen nach ihren eigenen Kriterien radikal aussieben? Müssten beispielsweise die sich bewerbenden Arbeitgeber ihre Attraktivität durch weiche Faktoren beweisen?

… mal weitergedacht

Dann wäre das wirklich kein Stellengesuch bzw. eine Bewerbung über Twitter. Dann wäre das eine Stellenanzeige für eine Arbeitgeberposition:

Stellenanzeige: Attraktive Arbeitgeberposition bei Digital Native zu vergeben, Minimum Enterprise 2.0 + Kultur 2.0 http://tinyurl.com/5ub7a5

Ein gerütteltes Maß an Kreativität bei den Bewerbern (Unternehmen) wäre das Mindeste, damit sie nicht sofort rausfliegen. Bewerbungen über den Postweg beispielsweise wären inakzeptabel und würden zur sofortigen Disqualifizierung führen.

So, jetzt wird das auch gleich noch in Twitter getweetet (Tweet). Das ist ja wohl das Mindeste an Kreativität, was man von mir erwarten würde :-)

Am 18. September findet in Köln das Enterprise 2.0 FORUM, eine Folgeveranstaltung zum Enterprise 2.0 SUMMIT auf der diesjährigen CeBIT, statt. Noch bis heute gibt es die Anmeldung zum Save-the-Date-Preis von 490,- € zzgl. MwSt.

Die Programminhalte:

  • Enterprise 2.0 – Potentiale und Herausforderungen für das Unternehmen (u.a. mit einer Keynote von Suw Charman-Anderson zu Social Software für die interne Kommunikation und Kollaboration)
  • Wiki-Lösungen für das Wissens- und Kollaborationsmanagement
  • Erfolgsfaktoren im Kollaborationsmanagement 2.0
  • Vom Kollaborationsmanagement 2.0 zum Competence Networking

In Vorträgen, Roundtables und Best-Practises gibt es Bewährtes und Neues zu Enterprise 2.0.

Im Tagesschau Blog berichtet Christian Thiels über seinen Kollegen Marcus Bornheim, der an Leukämie erkrankt ist:

Marcus hat Leukämie und braucht – wie so viele Menschen, die diese heimtückische Krankheit haben – dringend Hilfe. Über die Typisierung, mit der vielleicht ein geeigneter Spender von Blutstammzellen oder Knochenmark für die Betroffenen gefunden werden kann, haben wir hier schon berichtet. Heute ist Zeit für eine kurze Zwischenbilanz. 

[ Tagesschau Blog: Typfragen

Inzwischen fanden bereits sogenannte Typisierungsaktionen statt, und in den nächsten Wochen sollen noch fast 30 weitere Typisierungsaktionen stattfinden. Mit den Typisierungsaktionen werden die potentiellen Spender und ihre Merkmale registriert, so dass für einen Erkrankten dann zentral in dieser Datei nach einem Spender gesucht werden kann:

Die DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH ist mit über 1.707.125 registrierten Spendern die weltweit größte Stammzellspenderdatei. In den letzten 15 Jahren hat sie über 14.159 Stammzelltransplantationen ermöglicht. 

[ DKMS: Wir über uns ]

Vor ein paar Jahren ließen sich meine Frau und ich uns typisieren. Die Typisierung erfolgt durch eine Blutentnahme und tut nicht weiter weh. Irgendwie hoffen wir immer, dass wir irgendwann irgendjemandem damit helfen können.

Jetzt hoffen wir sehr, dass wir oder jemand anderes über die DKMS gefunden wird. Für einen unserer Freunde, der erkrankt ist. Für Marcus Bornheim. Und für alle anderen, die damit eine zweite Chance erhalten.

Bitte, lasst Euch typisieren: Ständige Einrichtungen zur Typisierung  

Nachtrag

In einem Kommentar auf dem Tagesschau Blog weist "Grinsekatze" darauf hin, dass die Typisierung nicht nur per Blutentnahme sondern auch per Wangenabstrich und Postversand möglich ist:

Eine Typisierung ist übrigens nicht nur in Kliniken oder bei Typisierungsaktionen möglich – über die DKMS-Homepage kann man eine Brieftypisierung anfordern. Ein paar Tage später erhält man per Post die “Geräte” für einen Wangenabstrich, nach Anleitung den Abstrich machen, alles eintüten und zurückschicken.

Ganz hilfreich, wenn man auf dem Land wohnt… :-)

Bereits zum dritten Mal führt Jane McConnell (Blog Globally local – locally global) die Global Intranet Survey durch. Dieses Mal müssen sich die teilnehmenden Unternehmen / Organisationen registrieren. Dafür erhalten sie die Möglichkeit ihre Ansichten zu relevanten Themen zu äußern, damit diese Themen in der Umfrage detailliert ausgearbeitet werden. Diese Kurzumfrage wird bis zum 10 Juni geöffnet sein.

Die Umfrage selbst wird von Juni bis Ende August stattfinden. Die Teilnehmer der Umfrage erhalten ein freies Exemplar der Studie Global Intranet Trends. Die Teilnahmebedingungen:

  • You may be any type of organisation from multinational company to government agency to NGO.
  • You must participate using your organisational email (no gmails, hotmails, etc.).
  • You may be any size of organisation. Participants range from under 5,000 to over 200,000 employees.
  • You must be the person who has some degree of responsibility or involvement in the intranet or portal. This is not an end-user survey.

Weitere Informationen zur Umfrage und den Teilnahmebedingungen sowie die Anmeldung gibt es auf der Website von NetStrategy JMC

Kongress Media führt derzeit eine Intranet Befragung durch zum Thema … Web 2.0 :-)  Bisherige Ergebnisse:

  • Web 2.0 Werkzeuge wie Social Tagging, Social Bookmarking, Blogs, Wikis und Social Networks stellen eine Renaissance für das Wissens- nd Kollaborationsmanagement dar
  • Realität scheint noch weit von der Experten-Vision entfernt zu sein
  • Intranet-Projektverantwortliche stufen ihr Projekt mit einer relativ hohen Bedeutung für die Geschäftsaktivität des Unternehmens ein – wenn es sich um große Projeke handelt; und diese Verantwortliche sind dann zufrieden mit ihrem Projekt

Zum den Inhalten der Projekte sagen die Zwischenergebnisse:

Auf der Projektliste vieler Unternehmen stehen vor allem die Integration externer Informationsressourcen, die Integration von Drittanwendungen wie auch die Umsetzung von Personalisierungsansätzen. Web 2.0 Anwendungen wie Wikis und Blogs sind nur vereinzelt bei größeren Projekten im Projektplan.

[ Intranets noch lange nicht im Web 2.0 angekommen ]

Auf den Intranet.days werden erste Zwischenergebnisse gezeigt (und ich bin leider nicht dabei).

Seit meinem Urlaub liegt ein Buch ganz oben im Stapel zum Lesen bereit ("Die Kunst, loszulassen"), und ich kam aus Zeitmangel einfach nicht zum Lesen. Gestern endlich fing ich erneut damit an, aber jetzt ist es zu spät. Meine Frau hat das Buch für sich entdeckt und es mir weggeschnappt.

Sie hat sich das Inhaltsverzeichnis durchgelesen und sich als erstes für leichte Kost und dieses Kapitel entschieden: 

Mollys geheimes Tagebuch oder Bekenntnisse eines Anfängers über soziale Software 

Nicht nur, dass ich jetzt nicht zum Lesen des Buchs komme: Ich sitze hier am Tisch und muss auch noch ihre Kommentare über mich ergehen lassen:

Ich könnte mich wegwerfen!

Köstlich geschrieben, super!

Ich glaube, ich werde mal das komplette Buch mal lesen.

Ach, es ist einfach zu schön 

Gerade amüsierte sie sich über die Angst von Molly, alte Emails zu löschen: Irgendeine Email könnte irgendwann einmal noch wichtig sein. Zumindest hatte Molly, die Protagonistin des Kapitels, immer diese Angst. Jetzt wohl nicht mehr.

Ich fürchte, ich werde noch warten müssen, bis die allerbeste aller Ehefrauen das Buch ausgelesen hat. 

In der Zwischenzeit fahre ich schon mal ins Büro 1.0 und checke meine Emails, stöbere in diversen Worddateien und hoffe auf vergnügliche Besprechungen :-)

Am Mittwoch Abend schaffte ich es nach Drais zu den Erdbeeren – ein Jahr musste ich darauf warten:

Erdbeeren Strawberries

Der Preis für eine Schale mit 250 Gramm Erdbeeren liegt derzeit bei 2,50 Euro. 

Ein Foto von Ein Foto von Mila Als ich dann mal weg war hatte ich tatsächlich Zeit zum Lesen der Geschichte um das Foto von Mila (SWR.de) von Jörg Matheis.

Am 28. August 1988 stießen während des Flugtags auf dem Militärflugplatz in Ramstein drei Maschinen einer italienischen Kunstflugstaffel zusammen. Eine stürzte in die Zuschauermenge, über 70 Menschen starben. In seinem Roman "Ein Foto von Mila" macht Jörg Matheis dieses Ereignis zum Ausgangspunkt einer subtilen Geschichte der Liebe und der Katharsis. Mila, die junge Freundin des Ich-Erzählers Lorenz, wurde bei dem Flugunglück schwer verletzt. Seitdem ist sie verstört, die Liebe zwischen ihr und Lorenz eine Gratwanderung. Lorenz war Fotograf, aber anders als seinen Mentor Szyponka interessierten ihn nicht realistische Reportagen, sondern aufwendige Inszenierungen.

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"Ein Foto von Mila" beschreibt Leben, Schicksal und Zusammentreffen von Menschen, die rund um Ramstein wohnen oder zur Geschichte hinzustoßen:

  • Mila ist verwundet von Ramstein und leidet. Ihre Haut verbrannte. Ihre Seele brannte. Sie weiß nicht, was und wohin sie will. Aber eigentlich wusste oder sagte sie das vor Ramstein auch nicht.
  • Lorenz fotografiert(e). Er leidet darunter, dass Mila leidet, und hofft darauf, dass ein Foto von Mila Mila aufrüttelt – sie und ihn. Er war auch schon in Afrika mit Szyponka – aber das "ist nicht sein Ding".
  • Frieder litt bereits vor Ramstein darunter, dass Mila … jetzt träumt Frieder davon die Gegend zu entwickeln und alle aufzurütteln.
  • Wheeler war Kämpfer und lebt jetzt in der vernarbten Gegend. Weiß er mehr über Ramstein?
  • Luchs baut auf – Festungen und eine Theorie. Wheeler gehört zu seiner Theorie.
  • Szyponka fotografiert. Action und so. Beispielsweise in Afrika. Dort lebt er inzwischen. Er will Lorenz "auf seine Seite ziehen" und bietet ihm Ruhm und eine Ausstellung.

Lorenz weiß nicht so recht. Aber auf jeden Fall er will mit einem einzelnen Foto von Mila die Spannung platzen lassen. Alles soll kulminieren mit der richtigen Beleuchtung, mit bedeutungsgeladenen Objekten. Drappiert um Mila herum. Licht, Rot, Feuer, Wasser. Mila soll loslassen und in der Wirklichkeit ankommen, vielleicht auch ihn und die Wirklichkeit verstehen. Oder will er selbst in der Wirklichkeit ankommen? Er vermisst Mila – denn irgendwie gibt es kein Band mehr zwischen ihnen. Lorenz schreibt in der Ich-Person eine Geschichte, die in der Vergangenheit begann und unvermindert anhält. Er schreibt von seiner schwierigen Liebe zu Mila, seiner Frau, seinen Spannungen mit Frieder, seinem Bruder und den Gedanken, die ihn bewegen. Wheeler ist ein Soldat, der sich selbst seine eigenen Gedanken macht – wahrscheinlicherweise. Luchs wird getrieben von Theorien und Ahnungen, was wirklich geschah, und er erklärt die Welt. Szyponka gehört eigentlich nicht dazu. Er kommt zur Geschichte dazu und mag Lorenz (oder einfach nur dessen Bilder?). Er bietet Möglichkeiten und lockt.

Zu Beginn springt alles. Die Handlung, die Personen, die Zeit, die Geschichte. Hin und her tänzeln die Sätze und die Kapitel. Mir fiel es zunächst schwer einen Faden zu finden. Sowohl für die Geschichte als auch für die Sätze. Aber die Geschichte ist wie die Reise ohne Ticket. Ich erkannte das Ziel sehr spät – eigentlich gar nicht. Es offenbarte sich mir. Der Weg sprang von Seite zu Seite. Doch irgendwann ließ ich mich auf den Weg ein und ließ mich treiben. Und der Weg ist das Ziel. Das Schönste ist, wenn der Weg einen das Ziel erkennen läßt. Klingt das etwas … verwirrt? Mag sein. Doch alle sind verwirrt. Von Ramstein und der Welt. Letztendlich sind sie alle Suchende in der Welt. 

Ramstein mag ein großer verwirrender Einschnitt für die Hauptprotagonisten gewesen sein. Doch Mila, Lorenz und Frieder waren bereits vorher verwirrt. Sie waren jung und suchten ihren Weg. Ramstein unterbrach ihren Weg und ließ sie in eine Dämmerung versenken.

Es ist schwierig, sich ein Bild von "Ein Foto von Mila" zu mache. Ich mag den Stil der Erzählung. Verwirrend und versprechend zugleich. Irgend etwas wird geschehen. 

Hinweis:
Jörg Matheis ist ein Arbeitskollege, mit dem ich zwar nur gelegentlich Kontakt habe, den ich aber ich sehr schätze.

Also irgendwie weiß ich nicht mehr, warum andere davon alles mögliche unterschiedliche halten. Denn selbst innerhalb eines Blogs heißt es:

NUMDE! Ich twittere, also bin ich!

Warum? Ich will Spaß!