Gegenwärtig hypt einerseits die Frage, ob (und die Feststellung dass) Bloggen am Ende ist. Andererseits lesen 13% der Internetnutzer Corporate Blogs (inzwischen sicherlich mehr als im Herbst letzten Jahres). Meine Meinung: NUMDE (Na und, mir doch egal)!

Bloggen ist nicht Mittel zum Zweck. Bloggen ist das Ziel. Auch wenn es hier und bei mir momentan etwas zu ruhig ist, dann bedeutet dies nur, dass mir derzeit die Zeit dazu fehlt. Nicht, dass ich das Ziel aus den Augen verloren habe. Ich blogge, weil ich etwas zu sagen habe. Nicht weil mich Reichweite interessiert. Sondern weil mich Inhalt, Aussage und Dialog interessieren. Weil ich bin, wie ich bin:

Ich blogge, also bin ich.

Julius Endert berichtet ein wenig von der Next08, und er liest sich so gar nicht euphorisch an, wie man das angesichts des bekannten (inzwischen Monster-)Events (diesmal 1.200 Teilnehmer) vermuten könnte. Eines aber hat es ihm angetan – das soziale Experiment Glücklich ohne Email:

Da möchte ich an dieser Stelle noch eben ein unerhörtes soziales Experiment erwähnen. „Leute, verzichtet auf Emails, sie halten euch nur vom Arbeiten ab“, mit dieser Provokation stürmte Luis Suarez Rodriguez auf die Bühne und berichtete von seinem Selbstversuch, der das Publikum sofort in zwei Lager spaltete, genau wie seine Kollegen bei IBM. „Du wirst so was von gefeuert“, meinten die einen. „Endlich mal einer, der die Eier (sorry, das hat er wirklich gesagt) hat, sich dem Email-Wahnsinn zu widersetzen.“

Nicht mail, kommunizieren und effizient arbeiten. Der Email-Antichrist hat nur noch maximal acht Mails am Tag und alle im Saal waren neidisch. Statt Sklave seiner Inbox zu sein, nutz Luis Suarez Rodriguez einen ganzen Satz neuer Werkzeuge, darunter Wikis, Rss und Community, verknüpft mit einer ordentlichen Suche. 

Spricht da etwa zwischen den Zeilen der Neid aus Julius Enderts Worten? Wie viele Emails er wohl pro Tag so bekommt?

Aber auch wenn ich es letztes Jahr noch prophezeite: Das Ende von Email ist – zumindest für mich – immer noch nicht da. Doch es naht. Zumindest im persönlichen Bereich. Und ich eile dem Ende glücklich entgegen.

Allerdings geht es nicht nur um die Menge. Mir zumindest nicht nur. Im Job dreht sich zwar nahezu alles um und über Email (sofern bestimmte Personen sich die Emails nicht ausdrucken oder zum x-ten Male zuschicken lassen, um sie dann doch zu ignorieren), ich empfinde mich jedoch als nur gering im Vergleich zu vielen anderen "belastet". Immerhin sind es eher die Umstände und die Haltung der Personen, die mich manchmal nahezu verzweifeln lassen.

Gerade heute beispielsweise versendete ich eine Email mit einer Tabelle im Anhang (ein Export aus einer Datenbank). Sie kam an. Der Empfänger öffnete die Email. Er öffnete offensichtlich die Excel-Datei, die ich angehängt hatte. Denn dann rief er mich an:

Er: Was bedeutet der Wert "-1"?

Ich: Der Wert "-1" bedeutet "keine Angabe"

Ich wiederholte einfach nur den Satz, der sich gar nicht versteckt in der Email in wenigen Zeilen zur Erläuterung nicht nur nicht verbarg sondern sogar ins Auge des Lesers sprang. Zumindest hätte springen sollen (Vielleicht hatte der Satz ja einen Bug?).

Es ist der Umgang der Menschen mit dem Medium Email, der mich verzweifeln lässt. Und ich hoffe, es sind nicht dieselben Menschen, mit denen ich in zehn Jahren einmal über Social Software kommuniziere. Nein, eigentlich kann ich mir das gar nicht vorstellen. Also, dass dieselben Menschen …

Wie gesagt, es ist nicht das Medium – es sind die Menschen. Die Menschen müssen sich einfach nur etwas normaler verhalten. So wie wir Menschen eigentlich programmiert hätten sein sollen. In der Zwischenzeit gehe ich schon mal los irgendwie glücklich dem Ende von Email entgegen.

P.S. Schade eigentlich, dass ich es nicht zur Next08 schaffte. Ich wäre gerne – und wahrscheinlich auch euphorisch – gekommen. Andererseits … mir hat wohl niemand eine Email mit einer Einladung geschickt. Kann also nicht so wichtig gewesen sein … oder habe ich sie im falschen Ordner abgelegt … muss gleich mal nachsehen …

Vor einem Jahr wurden die beiden Tiger Keno und Bombay in Ingelheim am Bismarckturm geboren. In einer Woche, am 24. Mai, gibt es eine Geburtstagsfeier.

Leider waren wir in den letzten Monaten nicht oft dort und haben sie besucht. Doch wir wollen endlich mal wieder hin. So werden wir uns dann ins Auto setzen und mal sehen, wie scharf ihre Krallen inzwischen sind. 

Der Eventeintrag bei Venteria:

Hier noch das Video der beiden Racker, als sie 12 Wochen jung waren:

Link: sevenload.com

Vom 27. Mai bis zum 5. Juni 2008 findet die MoReq2 Roadshow 2008 in Zürich, Wien, Frankfurt und Berlin statt. Wie bereits im November 2007 wird Dr. Ulrich Kampffmeyer, PROJECT CONSULT, in Thema und Veranstaltung einführen und begleiten. Einige der Programmpunkte:

  • Thematische Einführung
  • MoReq2 Inhalte
  • Marktstudie „Records Management in DACH 2008“
  • MoReq2 Test- und Zertifizierungsverfahren
  • Von Compliance profitieren durch Enterprise Content Management als Compliance Plattform
  • Praxisberichte
  • Vorträge zur Situation des Records Managements in D / A / CH

[ ausführliches Programm ]

Was ist MoReq?

MoReq (Model Requirements for the Management of Electronic Documents and Records) ist der europäische Standard für das elektronische Records Management. Er wurde im Rahmen des IDA-Programmes der Europäischen Kommission entwickelt und vom DLM-Forum veröffentlicht. Ursprünglich sollte MoReq zur Vereinheitlichung des Dokumentenaustauschs zwischen der europäischen Kommission und den Regierungen der Mitgliedsstaaten beitragen. Inzwischen hat sich MoReq als Grundlage für verschiedene Standards für das elektronische Dokumenten-, Archiv- und Records-Management etabliert. An MoReq orientieren sich z. B. die Standards für das Records Management in der öffentlichen Verwaltung in England (TNA), in den Niederlanden (ReMano), in Norwegen (NOARK) und Luxembourg (SEL ECM).

[ Wikipedia

Anmeldung 

Wie bereits im vergangenen Jahr schaffe ich es leider nicht zu der interessanten Veranstaltung :-) Dabei dürfte in so ziemlich jedem Unternehmen (zumindest ab einer gewissen Größe) das Records Management auch und gerade aufgrund der vielfältigen Schnittstellen zum Content Management für Intranet Manager relevant sein. 

Zur Anmeldung Roadshow 2008

Marktbefragung

Im Vorfeld der Roadshow führt PROJECT CONSULT eine Marktbefragung zum Thema Akzeptanz von Records Management in Deutschland, Österreich und der Schweiz durch. Die Befragung erfolgt getrennt für Anbieter und Anwender:

 

Ich bin wieder im Lande. In der Zwischenzeit ist auf contentmanager.de mein Bericht über den Web 2.0 Kongress erschienen:

Am 16. und 17. April 2008 tagte in Wiesbaden der vierte Web 2.0-Kongress. Über 140 Marketing- und IT-Verantwortliche informierten sich über die Anwendung von Web 2.0 in der Unternehmenskommunikation und im kommerziellen Marketing. Zahlreiche Beispiele aus der Praxis bewiesen, dass Web 2.0 den Unternehmensalltag erreicht hat. Insbesondere im Marketing und der externen Unternehmenskommunikation wird Web 2.0 bereits intensiv genutzt. Intern setzen Unternehmen das Web 2.0 vorwiegend für die Vernetzung und das Wissensmanagement ein.

Mein Eindruck und Fazit:

Viele Unternehmen setzen Web 2.0 bereits ein. Je näher das Unternehmen am Endkunden ist, und je jünger die Zielgruppen sind, desto schneller erfolgt die Einführung von Web 2.0 bei Unternehmen im Außenkontakt. Intern fördert das Web 2.0 die Vernetzung zum Wissensaustausch und bietet dadurch zusätzlich vor allem Vorteile gegenüber der klassischen Top-Down Kommunikation.

[ Zum Bericht – Web 2.0 Kongress: Das Web 2.0 wird erwachsen ]

P.S. In den nächsten Wochen wird es hier im Blog etwas ruhiger bleiben.