DresdenAm Donnerstag, 5. Juni, konnte ich kurzfristig zum Dresdner Zukunftsforum. Kurzfristig bedeutet, dass ich zunächst von Marcella Gäb eine Einladung hatte, aber aufgrund eines Projekttermins im Büro absehbar keine Zeit hatte, die Einladung anzunehmen. Aufgrund einer Terminverschiebung ergab sich jedoch am Mittwoch, dass ich doch kommen konnte. Also flugs Flug und Hotelzimmer gebucht, und am Donnerstag morgen flog ich nach Dresden.

Vorbereitung: Future Talks

Als Vorbereitung gab es in den Tagen vor der Veranstaltung eine PodCastreihe mit insgesamt neun Teilen:

Grußwort: Thomas Jurk

Im Allgemeinen sind Grußworte von Politikern … politisch und daher wenig inhaltsvoll sondern eher langweilig. Zu meiner Überraschung gefiel mir die Rede doch einigermaßen. Muss ein guter Redenschreiber gewesen sein :-)

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Am nächsten Wochenende gibt es ein Live-Event der Extraklasse im Netz aber ohne doppelten Boden und vor allem ohne Ticket. David Weinberger, Co-Autor des Cluetrain Manifests, stellt sich den Fragen der deutschen Netzgemeinde:

Am Sonntag, den 15. Juni 2008, von 17:00 bis 18:00 stellt sich David Weinberger den Fragen der deutschen Netzgemeinde. Moderiert und geleitet wird das Gespräch von Ulrike Reinhard und Steffen Büffel für das WE Magazine (http://www.we-magazine.net).
Ebenfalls mit dabei ist Sören Stamer, CEO von CoreMedia und Mit-Herausgeber des Buches „Enterprise 2.0 – Die Kunst, loszulassen“ (http://www.diekunstloszulassen.de), in dem David Weinberger mit dem Artikel „Kontrolle als Risiko“ vertreten ist. Und natürlich sind Sie dabei – denn der Livecast steht allen offen, die Lust haben, sich per Chat über www.we-magazine.net an der Diskussion zu beteiligen.

[ mehr: Livestream and chat with David WE-inberger;-) ]

Soeben habe ich Bier, Chips und Barbecue, Beamer und eine Leinwand bei der allerbesten aller Ehefrauen geordert. Bekommen werde ich höchstens Spaghetti und ein gutes Glas Wein. Muss wohl selbst grillen :-)

Es mag welche geben, die einen Sonntag nicht besonders geeignet für ein
solches Event halten. Ich finde das super. Denn ich kann mir den Termin
ganz sicher freihalten, habe absolute Ruhe und kann mich voll und ganz
darauf konzentrieren. Und genau das werde ich tun. Ich freu mich drauf!

Live auf INJELEA

Dank Ulrike gibt es den Live-Event auch auf INJELEA Live!

Wenn ich über Enterprise 2.0 oder Social Software mit Personen spreche, für die das Thema neu ist, dann ist eine der häufigsten Reaktionen: "Aber dann beherrschen doch Anarchie und Chaos das Unternehmen! Jeder macht doch, was er will!". Interessanterweise kommt diese Reaktion sowohl von Führungskräften als auch von "normalen" Mitarbeitern.

  • Führungskräfte befürchten den Verlust von Kontrolle, Macht und Position. Sie bestehen im Allgemeinen darauf, dass eine Hierarchie Regeln festlegt und meinen indirekt, dass sie zu dieser Hierachie gehören sollten (weil sie es jetzt ja auch tun). Schließlich weiß jemand aus der Hierarchie am besten, wie das Unternehmen funktioniert. Sie haben es schließlich selbst festgelegt.
  • Mitarbeiter hingegen befürchten Reibungsverluste bei der Arbeit und persönliche Konflikte aufgrund von doppelter Arbeit, Zuständigkeiten etc.. Sie befürchten, dass die Arbeit darunter leidet, wenn es keine Strukturen gibt, und wollen Regelungen für Zuständigkeiten und Abläufe. Sie bestehen allerdings (natürlicherweise?) nicht darauf, dass solche Strukturen aus der Hierarchie heraus definiert werden, sondern sie wollen oft einfach nur bei der eigenen, gemeinsamen Festlegung solcher Strukturen unterstützt und geführt werden. Denn die normalen Mitarbeiter wissen schließlich am besten, wie das Unternehmen funktioniert. Und nicht die "da oben".

Michael Koch meint in seinem Beitrag "Hierarchien vs. Struktur":

Im Zusammenhang mit Social Software in Unternehmen (Enterprise 2.0) heisst es immer, dass Hierarchien keine Rolle spielen (dürfen). Meiner Meinung nach wird das häufig falsch interpretiert als dass “Strukturen” keine Rolle spielen (dürfen). 

Es ist also zu unterscheiden zwischen “Hierarchien”/”Rollen” und (komplexen) “Strukturen”.

Ich stimme Michael (natürlich!) zu und meine, dass in der Diskussion oft diese beiden Fragestellungen verwechselt werden:

  1. In welchen Strukturen soll gemeinsam gearbeitet und kommuniziert werden?
  2. Wer soll diese Strukturen festlegen? 

 

Am 18. September findet in Köln das Enterprise 2.0 FORUM statt.

Anhand von Best-Practices und Executive Roundtables diskutieren und erörtern Unternehmensentscheider die Herausforderungen und Potentiale beim Einsatz von Blogs, Wikis, Social Networks und anderen Web 2.0 Anwendungen im Unternehmen. 

Derzeit gibt es eine Anmeldung zum Frühbucher-Preis für 690 Euro, ab 31.7. kostet die Anmeldung 890 Euro. Zu spät für diejenigen, die also also den Save-the-Date-Preis von 490 Euro bis zum 31.5. verpasst haben.

Zu spät? Nicht für die Leser von INJELEA!

INJELEA-Leser erhalten bis zum 22.06.2008 die Anmeldung zum Enterprise 2.0 FORUM in Köln zum Treuepreis in Höhe von 490 Euro!

Wie gehts? Bei der Anmeldung den Code "STDINJELEA" (ohne Anführungszeichen) angeben – und schon wirds günstiger ;-)

Heute morgen lief ich wieder durch das Selztal und schaffte es das erste Mal über eine Stunde (wenn auch nur gaaaanz knapp). Was auch daran liegen könnte, dass ich ein lausiger Läufer bin. Aber ich laufe auch nicht, um anzukommen oder um schnell zu sein. Um es mit den Worten von Abraham Lincoln zu sagen:

Ich gehe langsam, aber ich gehe nie zurück.

[ Karriere-Bibel: Handeln statt Reden – Weise Worte ]

(Zwar laufe ich auch schon mal eine Strecke zurück, aber es ist dann doch ein anderer Weg)

Ich laufe, weil es mir Spaß macht, mit beiden Füßen auf der Erde alte Wege neu kennen zu lernen, meine Gedanken fliegen zu lassen und immer wieder auch neue Wege zu beschreiten und Neues kennen zu lernen (oder auch: "… to boldly go where no Frank has gone before.").

Ich freue mich über die Landschaft, die Tier- und Pflanzenwelt und die Menschen, denen ich begegne. Fast jeder Wanderer, Radfahrer oder Winzer grüßt freundlich zurück und schenkt mir ein Lächeln.

Nachdem ich vergangenes Jahr wieder mit dem Laufen begann (und im Winter doch das Laufen wg. Krankheit und Zeitmangel unterbrach) laufe ich jetzt wieder regelmäßig 2 bis 3 Mal die Woche. Ich nehme mir einfach die Zeit und genieße sie sehr. Als lausiger Läufer habe ich meine durchschnittliche Laufzeit immerhin auf 30 bis 40 Minuten hochgeschraubt.

Heute gelaufen 

Heute morgen habe ich mich mit einer Stunde Laufzeit für etwa neun lausige Kilometer (Schwabenheim, Bubenheim, Elsheim, Schwabenheim) sogar selbst übertroffen (Karte auf Running Map) und mich danach so richtig gut erschöpft gefühlt. Gegen 9:00 Uhr waren einige Winzer und Hilfskräfte in den Weinbergen unterwegs, um die Weinreben zu bearbeiten und die Triebe zurechtzubiegen und ggf. zu schneiden. Auch Steve, der Winzer von nebenan, kam mir entgegen. Wahrscheinlich war er bereits seit Stunden auf und am Arbeiten.

Vom Hang aus hatte ich einen super Blick auf das Selztal. Ich habe beim Laufen keine Kamera dabei, deswegen ein Bild vom Oktober letzten Jahres (etwa von derselben Position):

Selztal: Schwabenheim

Aus Freude am Laufen 

Das Schöne am Laufen ist, dass es auch überhaupt nicht teuer ist. Es braucht überhaupt nur ganz wenig dafür.

Aus Freude am Laufen

Drüben im Sinnmacherblog gibt es ein sexistisches Comic zu bestaunen.

Möchtest Du noch irgendwas sagen, bevor […]

Als ob immer die Frauen unter der Fussball-Knute der Männer stehen würden. Die Wahrheit ist: Ich fühle mich unterdrückt :-)

Ich sitze gerade im Frankfurter Flughafen, Gate A1, und warte für den Flug LH1050 nach Dresden. Ganz kurzfristig, nämlich gestern Mittag, konnte ich die Einladung zum Dresden Future Forum annehmen.

Glücklicherweise (aber auch leider) verschob sich im Büro ein Termin, so dass ich plötzlich doch Luft habe, um in die Luft nach Dresden zu gehen. Ich freue mich bereits sehr auf das Forum, die Vorträge, die Themen, die Atmosphäre und natürlich die vielen interessanten Leute.

Um den Baumschubser Earl Sneed Sinclair (Papa Dino) zu zitieren: "Bin da, wer noch?" 

Ich bekenne: Ich habe Steve Rubel weder per RSS abonniert noch verfolge ich ihn (auf Twitter). Natürlich lese ich so das eine oder andere über ihn. Heute las ich etwas von ihm, das mich beeindruckte:

Whenever I give a speech I usually start with an admission – I have the best job in the world (for real). Every day when I come to work at Edelman Digital I think of what the great Joe DiMaggio once said back in 1941: "I want to thank the Good Lord for making me a Yankee."

Work for me is not just a way to make a living. It’s a way of life. I am fortunate to have found a job that aligns my personal and professional interests so deeply that I look forward to Mondays. 

[ Steve Rubel auf Edelman Digital – Authenticities: How’d You Score That Gig? ]

Dazu zwei Gedanken: 

  1. Steve liebt seinen Job, er steht dazu und sagt das auch. Was will ein Unternehmen mehr, dass ein Mitarbeiter über das Unternehmen sagt?
  2. Die Arbeit ist für Steve ein Lebensstil, etwas Persönliches. Steve freut sich auf Montage, weil Jobsphäre und Persönliche Sphäre in hohem Grad zueinander passen.

Herzlichen Glückwunsch, Steve und Edelman Digital!

Steffen Büffel von media-ocean hat mich vor dem Dresden Future Forum geinterviewt. Steffen über mich und unseren Future Talk: 

Frank habe ich zunächst durch sein Weblog, gegenseitiges kommentieren, dann durch Twitter und letzten Endes durch ein “echtes” Treffen bei der Web2Expo in Berlin kennengelernt. Im Future Talk erläutert Frank, wie er den Spagat zwischen der 1.0- und der 2.0-Welt hinbekommt und wo er die Chancen und Herausforderungen für Unternehmen sieht, sich in Richtung Enterprise 2.0 zu entwickeln.

[ Zum Interview: Dresden Future Talks #6: Frank Hamm, INJELEA

Natürlich hat mich Steffen per Twitter informiert, dass der Beitrag
online ist. Und ich habe im getwittert, dass ich gerade unterwegs sei (zum media coffee). Deswegen habe ich mir den Beitrag heute Abend noch gar nicht angehört. Mache ich aber jetzt. Damit ich weiß, was ich gesagt habe, und das, bevor mich jemand von Euch danach fragt ;-)

<Retourkutsche>Steffen habe ich zunächst durch sein Weblog,
gegenseitiges kommentieren, dann durch Twitter und letzten Endes durch
ein "echtes" Treffen bei der Web2Expo in Berlin
kennengelernt.</Retourkutsche> 

Was für mich ein weiteres
Mal die These unterstreicht, dass das Web (2.0) oft nur eine
Vorbereitungsphase für das Kennenlernen im richtigen Leben ist (früher
oder später). Und bisher hat das Bild, das ich mir online von jemandem
machte, mit der richtigen Person ziemlich gut übereingestimmt.

Heute Abend war ich zum media coffee in Frankfurt im Museum für Kommunikation. Zunächst einmal kam ich zu spät – dachte sogar, ich käme überhaupt nicht mehr an. Denn die B43 war komplett dicht. Ich hatte nicht gewusst, dass Jon Bon Jovi in der Commerzbank-Arena ein Konzert gibt. Gegen 19:20 Uhr war ich dann dort.

Da waren zum Großteil eher klassische Gäste (mit Anzug und Kravatte bzw. Kostüm) aber auch ein paar Jeans. Branchenmäßig natürlich von "den Medien" aber auch Agenturleute oder Vertreter von Unternehmen.

Außerdem waren da

* Robert Amlung, Leiter des Bereichs für digitale Strategien des ZDF
* Hans-Dieter Hillmoth, Programmdirektor von Hit Radio FFH
* Tobias Trevisan, Geschäftsführer FAZ und F.A.Z. Electronic Media GmbH
* Peter Turi, Journalist und Geschäftsführer turi2 GmbH
* Dr. Uwe Vorkötter, Chefredakteur Frankfurter Rundschau

moderiert von Meinolf Ellers, Geschäftsführer von dpa-infocom. 

Jens Petersen hat wieder einmal mit ein paar Liveposts von der Veranstaltung berichtet, das lässt sich im media coffee blog nachlesen.

Gut geführt und in lockerem Gespräch ging es um die immer wiederkehrende Debatte "Was dürfen die Öffentlich-Rechtlichen im Web" aber auch darum, was das Web noch so bringt. Eigentlich weiß keiner so genau, wie die Zukunft des Webs und der Medien aussieht. Zittern tut aber keiner vor der nächsten Zeit.

Gegen Schluß gab es noch einen (frommen?) Wunsch von Peter Turi: Dass das Web 2.0, das Bottom-Up, auch im wirklichen Leben ankommt. Fänd ich gut. Wär doch schön, wenn endlich die Bürger demokratisieren und die Hierarchien niederreißen. Als Enterprise 2.0 gibt es ja (habe ich so mal gehört) bereits ähnliche Ansätze für bessere Unternehmen :-)

Für mich war es recht interessant, einmal wieder über einen Tellerrand zu schauen. Für dieses Publikum war der Rahmen einer Podiumsdiskussion genau richtig geeignet, danach gab es noch Möglichkeit bei einem Gläschen und kleinen Snacks zum Meinungsaustausch. Meiner Meinung nach ein ruhiger gemischter und angemessener Rahmen, in dem nur Peter Turi mit seinem T-Shirt und seinen Meinungen etwas herausragte. Ach ja, Robert Amlung hatte auch keine Kravatte an :-)