Morgen (01.10.2008) bin ich auf der SCOPE_08 in Heidelberg:

Lernen kann spannend sein, mitreissend und ansteckend. Das hat die SCOPE_07 elegant unter Beweis gestellt. Und Lernen wird immer wichtiger. Deswegen findet sie auch in diesem Jahr statt. Als Scope_08.

Wer, wo, wie?
Dann treffen sich Unternehmer, Personaler, Entscheider, Trainer und Trendnasen zum zweiten Mal in Heidelberg, um die Zukunft des Lernens + Arbeitens kennen zu lernen, sich auszutauschen und zu gestalten. 

Für die "True Learnings" sind im Vorfeld einige Vorbereitungen und Interviews gelaufen:

 

Von der SCOPE gibt es morgen ein Livestreaming mit der Möglichkeit der Beteiligung von "außen".

David Mark Zuckerberg, Gründer und CEO von Facebook (Natürlich Mark, wie komme ich nur auf David…), stellt sich am 6. Oktober von 10.30 bis 11.30 Uhr im Livestream und Chat Fragen beantworten von Ulrike Reinhard, Markus Beckedahl, Dominik Wind und … den Usern, die im Chat teilnehmen!

Jeder kann sich auf WE-TV anmelden und mitmachen. Zur Übertragung, Einblendung von mehreren Gesprächspartnern und für den Chat kommt Netviewer present zum Einsatz.

Ich habe bei der Live-Session mit David Weinberger im Juni teilgenommen. Es gab zwar Anfangs ein paar kleinere Problemchen, aber dann hat es die ganze Zeit super geklappt. Mittlerweile gab es noch einige andere Livestreams. Und jetzt das!

Das Event habe ich mir bereits vorgemerkt: Event auf Venteria

 

Gestern startete ich auf dem BarCamp Stuttgart die Session "Politik 2.0 und Social Media" (Tag: "Politik2.0"). Die Idee dazu kam mir am Samstag bei der Vorstellungsrunde, als sich für mich überraschend einige Teilnehmer mit den Tags "Politik", "Grüne" oder "SPD" versahen. Heiner Wittmann hielt am Samstagnachmittag eine Session zu Politik und Blogs in Frankreich. In Frankreich tickt (nicht nur) die politische Netzkultur anders. Bereits da kam es zu Diskussionen über Politik in Deuschland.

Gestern Nachmittag leitete ich zunächst mit Vorbemerkungen in die Session ein; danach gingen wir direkt in eine intensive Diskussion über.

Vorbemerkungen

Zum Bundestagswahlkampf 2005 gab es erste neue Anfänge der Parteien und der Medien im Netz, die sich hauptsächlich auf Blogs konzentrierten. Ich war beispielsweise einer von fünf Bürgerbloggern, die auf dem Bürgerblog des WDR den Bundestagswahlkampf begleiteten. Nach der Bundestagswahl hörten fast alle Aktivitäten schlagartig auf. So war das Blog von Brigitte Zypries plötzlich nicht mehr erreichbar und verweist inzwischen auf den normalen Webauftritt.

Dieses Jahr jedoch steigt die Sichtbarkeit von Politikern wieder an – zu einem Großteil vermutlich durch die Aktivitäten in den USA. Für mich war der Twitter-Dialog von Hubertus Heil und Reinhard Bütikofer auf dem Democratic National Convention in Denver ein Schlüsselerlebnis. Mittlerweile twittert auch Volker Beck, Grüner Bundestagsabgeordneter und Erster Parlamentarischer Geschäftsführer.

Diskussion

Ich empfand die Diskussion als sehr konstruktiv, erfrischend und inspirierend. Die Aspekte und Argumente waren sehr vielfältig. Ich versuche hier, einige davon ungeordnet aufzulisten:

  • Politiker sind auch nur Menschen  
  • Spitzenpolitiker haben einen vollen Terminplan und können nicht nur socializen.
  • Politiker wollen auch ein Privatleben haben.
  • Bürger wissen das (s.o.) und erwarten nicht, dass Polititker ständig und über private Details erzählen, das können auch gar nicht leisten.
  • Social Media ist zeitaufwändig für Politiker
  • Social Media kann Zeit sparen (z.B. direkter Kontakt mit und Nachfrage bei einem Politiker ohne drei Stunden für Fahrt und Termin im Büro des Abgeordneten verbringen zu müssen.
  • Social Media kann "Hierarchien" in Politik überbrücken (von Basis zu Spitze und umgekehrt)
    (Anmerkung: aber auch Silos)
  • Bürger erwarten durch Social Media eine größere Nähe und aktuelle(re) Informationen
  • Es geht eigentlich nicht (nur) um die "Promi-Politiker", sondern auch um den Politiker aus der eigenen Gemeinde, Stadt, Wahlkreis etc.
  • Die politische Basis soll kommunizieren.
  • Spitzenpolitiker können durch ihre Aktivitäten andere zu Social Media motivieren.
  • Bürger erwarten persönliche Meinungen von Politikern und keine Textbausteine von der Partei / Regierung.
    (Anmerkung: Ich äußerte meinen Eindruck, dass 90 Prozent der Antworttexte von einigen Politikern auf Abgeordnetenwatch.de aus Textbausteinen bestehen)
  • Politiker erwarten, dass Bürger ihnen mitteilen, was konkret von ihnen erwartet wird.
    (Anmerkung: Erste Hinweise könnt Ihr, liebe Politiker 1.5, dieser Liste entnehmen)
  • Die breite Masse ist nicht auf Twitter oder anderen Social Media, aber Multiplikatoren tummeln sich dort.
  • Die Entwicklung zu den elektronischen Massenmedien (Radio, Fernsehen) hat zur einseitigen Kommunikation durch Broadcasting geführt.
    (Anmerkung: Al Gore beschreibt in seinem Buch "Angriff auf die Vernunft" sehr gut die Veränderung der politischen Diskussionskultur in den USA)
  • Guter Versprecher: "Bundestagssession" :-)
  • Social Media ist nicht nur Twitter (z.B. sind einige Grünen auf Facebook aktiv)
  • Social Media / Netzaktivitäten müssen nachhaltig sein.
  • Social Media Aktivitäten dürfen nicht nur zu reinen Kampagnen verkümmern.
  • Eine "Partei 2.0" ist eine super Idee (z.B. partei20.mixxt.de, netzverbesserer.mixxt.de)
  • Politik kann durch das Web verändert werden
  • Keiner kannte eine zentrale Übersicht zu Politik 2.0 Aktivitäten (z.B. ein Wiki mit Links zu Abgeordneten 2.0, Plattformen o.ä.)
  • Politik 2.0 soll muss weiter verfolgt werden!

Am Ende vereinbarten einige von uns, Hinweise, Seiten, Blogartikel etc. mit dem Tag "Politik2.0" zu taggen. Existierende Beispiele:

Meine
Liste ist unvollständig und möglicherweise gefärbt durch meine
persönliche Sichtweise. Ich würde mich freuen, wenn andere (Teilnehmer
vom BarCamp oder generell Leser hier im Blog) die Liste in den
Kommentaren ergänzen würden. Auch gerne subjektiv (solange netiquett und nicht ausfallend etc.). 

Vielen Dank an alle Teilnehmer und insbesondere an die Twitterer, auf deren Notizen und Hinweise ich zurückgreifen konnte: @ha75, @hensch, @jokerine, @mwhiegl, @roadkill, @Zellmi. (habe bestimmt jemanden vergessen).

Nachtrag (29.09.2008)

Alexandra Graßler hat mich im Kommentar auf einen Ihrer Artikel mit Links zum Thema hinwewiesen: Politik und das Internet – eine Nachlese zum Vortrag bei der FES (FES = Friedrich-Ebert-Stiftung).

Blöderweise sehe ich ihre Kommentare zwar im IntenseDebate Dashboard – aber nicht hier unter dem Beitrag :-( Vielleicht liegt es daran, dass sie TinyUrl verwendet hat, aber ich kann die Kommentare nicht moderieren / freigeben…

Heute werde ich zwei Sessions halten:

  • Politik 2.0 & Social Media (Diskussion)
  • Public Relations vs. Journalismus vs. Blogger (Diskussion, z.B. Determinationsthese)
    (evtl. fällt die aus, weil gestern in der Session "Online-Redaktion / Journalismus" schon einiges hochkam)

Ich war auf dem Barcamp … Stuttgart und habe richtig geüberschriftet und verlinkt. Gebloggt aber habe ich, dass ich auf dem Barcamp Frankfurt sei. Es wird wohl dafür mal wieder Zeit :-)

Suchen Sie den Fehler

BarCamp StuttgartDieses Wochenende bin ich auf dem BarCamp Frankfurt. (Korrektur: Dusselig wie ich war, schrieb ich "Frankfurt"- der Link ist richtig).

Gestern war ich auf dem Opening Event / Get-Together im Ratskeller. Irgendwann zwischen 1 und 2 Uhr waren Morgenland und Frogpond zurück.

Mein Programm für heute:

  • 10.30 Uhr Zukunft der Online-Redaktion von Saim Alkan (Text-Gold.de)
  • 14.00 Uhr World Social Web Dialog. Neue Internetstandards für die organisierte Weltzivilgesellschaft (Ingmar Redel)
  • 15.00 Uhr Politik und Blogs in Frankreich (Heiner Wittmann)
  • 16.00 Uhr Microblogging. identica/MBC09 (Markus Heurung)
  • 17.30 Uhr Enterprise 2.0. Unternehmenskultur alpha und omega. (frogpond aka Martin)

BarCamp Stuttgart

Damals (ach ja, da war sogar ich noch jung …) gab es noch kein Powerpoint, selbst Microsoft gab es gerade einmal sechs Jahre. Damals gab es Overheadprojektoren und ein Fach namens Methodik/Didaktik an der Offizierschule der Luftwaffe. Es war im Jahre 1981, als ich lernte, dass nicht mehr als sieben Aufzählungspunkte mit nicht mehr als jeweils sieben Wörtern auf eine Folie gehörten. Dass man seine Zuhörer fesseln müsse. Dass man spannend mit modulierter Stimme erzählen müsse. Und vieles mehr. Damals.

Heute braucht man Mac OS X 10.4.10 Quartz PDFContext und erstellt mit Apple Keynote 3.0.2 (so steht es in den Eigenschaften der heruntergeladenen PDF-Datei) eine Präsentation, die von dem "Death by Powerpoint" erzählt, und wie man ihn vermeiden kann.

Death by PowerPoint

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[ via namics Webblog ]

Während einer Veranstaltung der Darmstädter PR-Agentur Profilwerkstatt ("Web x.0 – was PR von morgen sich trauen muss") fragte ein Teilnehmer Robert Basic ("PR und Blogs"), wer ihn denn authorisieren würde, "über Unternehmen, Produkte und Services zu bloggen". Da ist die Diskussion also immer noch: Wer darf denn außer Public Relations Leuten oder Journalisten (möglicherweise auch Politiker, sofern sie denn eine haben) überhaupt in diesem Staat seine Meinung äußern – egal ob Blog oder nicht?

Meine Meinung, die ich hier dazu äußere, ist eindeutig. Ich darf hier oder woanders, in einem Blog oder einem anderen Subkanal des Internets oder einem anderen Kanal, meine Meinung aufgrund des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland äußern:

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

[ Grundgesetz für die Bundesrepublic Deutschland, Artikel 5, Absatz 1 ]

Basta!

[ Eine der seltenten Gelegenheiten, bei denen ich dieses Zitat verwende ]

Allerdings habe ich einen Verbesserungsvorschlag für Satz 2 des Artikels 5:

Die Medienfreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk, Film, Internet oder andere Kanäle werden gewährleistet.

Weitere Meinungsäußerungen zur Veranstaltung (mit weiteren Links zu weiteren Meinungsäußerungen):

Abgesehen davon freue ich mich, auch beim Kaffeeklatsch meine Meinung zu äußern. Je nach Kaffee und Teilnehmer kommt es manchmal zu erstaunlichen Ergebnissen. Oder wer glaubt ernsthaft, der Wortlaut des Grundgesetzes sei nur während der offiziellen Treffen und Konferenzen und dort auch nicht während der Kaffeepausen entstanden? Es soll sogar Menschen geben, die glauben, Kaffeepausen seien die besseren Konferenzen

Inzwischen bin ich im dritten Monat meines Public Relations Fernstudiums angelangt. Zu Anfang hatte ich geäußert, meine Studienaufgaben auch einmal zu veröffentlichen. Irgendwie ging mir das im Laufe der knappen Zeit unter.

Hier ist ein Teil der ersten Studienaufgabe. Mir fällt es nach wie vor schwer – diese andere Art des Lernens, die ich schon vergessen geglaubt hatte. Vielleicht auch deswegen freue ich mich schon auf den Präsenzworkshop im November in Heidelberg.

Zuerst wollte ich noch Erläuterungen schreiben – aber ich lasse es einfach. Für Fragen gibt es die Kommentarfunktion.

Bei Bertrand Duperrin gerade gelesen und gesehen: "Digital natives, e-culture, e-students". K-12er beschreiben ihr Lernleben und ihre Wünsche:

Teach me to think

to create

to analyze

to evaluate

to apply

teach me to think

[ Direktlink YouTube: A Vision of K-12 Students Today ]

K-12

Und hier zum Verständnis, was Wikipedia zu "K-12" sagt:

K–12 (pronounced "kay through twelve", "kay to twelve" or just "kay twelve") a designation for the sum of primary and secondary education. It is used in the United States, Canada, and some parts of Australia.[1]

The expression is a shortening of Kindergarten (5 or 6-year-old) through 12th grade (or grade 12) (generally 17 or 18-year-old), the first and last grades of free education in the United States, Australia and English Canada.

[ Wikipedia: K–12 (education) ]

Digital Natives?

Aber auch interessant war für mich ein Erfahrungsaustausch mit Praktikanten (ca. 20 Jahre jung, nicht repräsentativ): SchülerVZ, evtl. Facebook: Ja, auch für Private Messages. Instant Messageing: Ja, auch zum Telefonieren. Aber ansonsten: Blogs, Wikis (z.B. Wikipedia), Registrieren bei Webdienste: Nein, eher nicht. Fazit: Da habe ich mehr Bits in den Knochen ;-)

Ich fände es interessant, die Nutzungsverteilung digitaler Medien bei verschiedenen Altersstufen in Deutschland zu kennen. Weil doch immer so gerne von den Digital Natives gesprochen wird. Doch vielleicht sind diese noch die Exoten?