Ich zeige mich tief beeindruckt von den letzten Äußerungen und Stellungnahmen der deutschen Politiker und Regierungsmitglieder ZensUrsula von der Leyen und Karl-Theodor zu Guttenberg über die Ausübung demokratischer bürgerlicher Rechte. Die unzivilisierten Taten und Haltungen entstehen aber nicht im Rahmen der politischen Auseinandersetzung und des demokratischen Prozesses sondern bei den Vergewaltigungen. Diese jedoch blieben weitgehend unverfolgt und daher ungesühnt.

Eine zivilisierte Politikergemeinschaft, einschließlich ihrer Regierungsmitglieder, die den Geist des Grundgesetzes ernsthaft achtet (und nicht ächtet, danke für den Hinweis @ComPod), darf gerade im realen Leben nicht tolerieren, dass jeder Straftaten nahezu unbehindert begehen, dann Bilder und Videos vergewaltigter Kinder ungehindert erstellen und dann abseits des Internets verbreiten kann. "Das Leid der Opfer ist real, nicht virtuell", sagt Zensursula. Doch jede Duldung solcher Straftaten schändet die hilflosen Kinder erneut und bereitet den Weg für neue Straftaten. Mitglieder der Politikergemeinschaft verfallen in den Wahn, diese Straftaten ignorieren und nicht verfolgen zu wollen. Stattdessen peitschen sie wirkungslose Ablenkungsmaßnahmen durch, verleumden Kritiker als Pädokriminelle und stellen Bürger als Verhinderer des Rechtsstaats ins Abseits.

Enttäuschung

Einerseits bin ich enttäuscht. Diese Politiker sträuben sich gegen die effektive Verfolgung und Verhinderung kinderpornographischer Straftaten. Dies wäre eines der wichtigsten Vorhaben in vielerlei Hinsicht. Wäre es. Wenn diese Politiker das Übel an der Wurzel packen wollten. Sie ziehen es aber vor, ihr Ego zu profilieren und ihren Ministerposten für nach der Wahl zu sichern.

und Bestätigung

Andererseits erfüllen diese Politiker meine Erwartungen. Sie sind ahnungslos und unbelehrbar. Schlimmer noch: Sie sind unwillens zu lernen. Mit ihnen kann man offensichtlich keinen politischen Dialog führen. Doch noch schlimmer: Durch ihre Taten und ihre Worte binden sie Ressourcen, die für eine Beseitigung des Übels besser eingesetzt wären.

Stoppzeichen

Ihre Resozialisierung und Wiedereingliederung in die Gesellschaft ist genauso wünschenswert wie sie unmöglich erscheint. Die Republik muss ihnen daher ein deutliches und wirkungsvolles Stoppzeichen zeigen, das sie nicht umgehen können.

Doch falls der politische Diskurs dies in den nächsten Wochen nicht schafft, so gibt es dennoch ein Mittel gegen diese Politiker. Wählen Sie es, greifen Sie zu. Am 27. September ist Bundestagswahl. Wählen Sie weise und richtig.

Meine Authorisierung,

Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten.

Noch. Noch scheinen die DNS-Sperren nicht aktiv zu sein.

die Freiheit

Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet.

Durch wen soll diese Freiheit zukünftig gewährleistet werden, wenn der Bundestag (Legislative) dem Bundeskriminalamt (BKA, Exekutive) die Rechtsprechung (Judikative) überträgt? Denn das BKA wird zukünftig Recht und Unrecht sprechen und entscheiden, wer das Recht gebrochen hat und deswegen nicht mehr gehört und gesehen werden darf.

und die Zensur

Eine Zensur findet nicht statt.

Noch nicht.

P.S.: Für den Fall, dass Sie meine Quelle nicht (mehr) kennen, verrate ich sie Ihnen gerne.

Seit längerem gibt es die Möglichkeit, Petitionen beim Deutschen Bundestag online einzureichen. Im Februar bereits legte die Petition für Grundeinkommen den Bundestagsserver lahm. Und heute morgen hatte ich dieses wunderbare Gefühl von Politik:

Petition: Internet - Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten
Die Petition "Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten"
von
Franziska Heine hat 50306 Mitzeichner

Wie wunderbar wäre dieses Gefühl erst, im Juni mit 100.000 oder sogar 200.000 Mitzeichnern aufzuwachen? 

Nach der Eröffnungsrede von Matthias Schrader (die leider in deutsch war) spricht Jeff Jarvis – natürlich mit What Would Google Do?
:-)

Next09: Matthias Schrader Next09: Jeff Jarvis

Jeff Jarvis spricht relativ gut deutsch, entschuldigt sich aber für sein Deutsch und wechselt nach englisch.

Anstelle das zu bloggen, was Jeff erzählt (übrigens sehr unterhaltsam wie fast alle amerikanischen Sprecher), blende ich hier seine Präsentation von Slideshare ein:

Was ich gut finde: Jeff Jarvis geht nach seinem Vortrag offensiv in Diskussion. Er verlangt Fragen und rennt auch mit seinem Mikro durch die Gegend zu den Fragenden :-)

Auf die Empfehlung Klaus Ecks "möglichst viele Profile im Netz anzulegen" ("KnowEm: Eine Basis für das Online Reputation Management schaffen") reagiert Rainer Helmes nicht sehr enthusiastisch:

Ok! … aber ein Profil sollte ausreichen, oder? – Nur welchen Dienst nehmen? […] Nur m.E. bedeutet hier Masse nicht unbedingt Klasse! […] Aber welche Dienste brauchen wir wirklich? […] Was die Anzahl der genutzten Dienste angeht, tendiere ich mehr zu dem Ansatz weniger ist mehr. […] Bin ich der einzige, der hierzu – etwas ketzerisch – fragt: Was soll das? Wer braucht das? Ich freue mich auf zahlreiche Kommentare :-)

[ Das PM-Blog: Online Identitäten – Wer bin ich? ]

Ich verlasse mich vor allem auf mich selbst, wenn es um meine ganzheitliche Darstellung geht. Denn jeder Dienst für Profile hat seine eigenen Schwerpunkte und Besonderheiten. Und ich möchte mich nicht auf einen einzigen "fast optimalen" Dienst verlassen.

Deswegen pflege ich ein einziges zentrales Profil (ZenProfil :-)) über mich. Ich entscheide, welche Texte, Links, Präsentationen ich dort ablege und der Allgemeinheit zur Verfügung stelle, und wie ich dies tue. Mein ZenProfil liegt auf meinem INJELEA:

http://www.injelea.de/doku.php/frank_hamm

Dort kann ich mich austoben oder einschränken, wie ich es will. Nur bei wenigen ausgewählten Diensten (z.B. XING) pflege ich mein jeweiliges Profil recht detailliert (aber eben nicht komplett). Bei den meisten Diensten sind nur ein paar Kerninformationen hinterlegt – inklusive des PURL (Persistent Uniform Resource Locator) auf mein ZenProfil. Durch meinen PURL bin ich gerüstet, falls ich auf ein anderes CMS oder Wiki umsteige.

http://purl.oclc.org/net/frank-hamm

Dann gibt es noch die praktische zentrale OpenID von vielen, vielen Anbietern. Doch welchen wählen? Was geschieht, wenn es diesen Anbieter nicht mehr gibt? Meine Lösung dafür ist meine eigene OpenID-Adresse

Dazu benötige ich keinen eigenen OpenID-Server. Über "delegated identity" und wenigen Meta-Tags verweise ich auf einen OpenID-Dienst:

<link rel="openid.server" href="http://www.myopenid.com/server" />
<link rel="openid.delegate" href="http://injelea.myopenid.com" />

Menschliche Besucher werden via Meta-Tag auf mein ZenProfil umgeleitet:

<meta HTTP-EQUIV="REFRESH" content="6; url=http://purl.oclc.org/net/frank-hamm">

Falls mir myOpenID nicht mehr gefallen sollte, dann wähle ich einen anderen aus und ändere die Meta-Tags meiner OpenID-Adresse entsprechend ab.

Meine Devise: Möglichst viele Spuren hinterlassen, aber komplett gibt es mich nur bei mir. 

Insgesamt bringt Masse zwar Aufmerksamkeit – Klasse erreiche ich aber durch Konzentration auf wenige Seiten mit Verweis auf ein zentrale Stelle. Klasse bedeutet: Qualifizierte Informationen über mich für Informations- und Dialogsuchende. Deswegen pflichte ich Rainer Helmes bei:

[…] weniger ist mehr.

P.S.: Nach Diktat verreist