Vielleicht hat es der eine oder andere bereits mitbekommen: Wir fliegen morgen nach Hawaii :-). Gebucht hatten wir bereits vor einigen Monaten bei Opodo einen Flug mit Lufthansa. Vor einiger Zeit hatten wir uns beide bei ESTA (Wikipedia) registriert und unsere Freigabe erhalten. Heute – 23 Stunden vor dem Flug – bekam ich brav und verläßlich Emails von Lufthansa mit Links zum Online Check-in. Super, dachte ich, das klappt ja. Also auf den Link geklickt, einen anderen Platz ausgewählt und schwups war ich eingecheckt.

Seltsam, dachte ich. Wie komme ich an meine Mobile Bordkarte? Auf der Seite hatte ich vor Wochen noch einmal alles nachgeschlagen, und die Mobile Bordkarte hatte ich auch schon länger für lokale Flüge genutzt. Früher musste ich (so meine Erinnerung) noch meine Emailadresse eingeben. Da stand aber jetzt schon:

Bitte holen Sie Ihre Bordkarte bis spätestens 09:25h am Drop-off Schalter ab.

Ich also auf der Lufthansa-Seite zur Mobilen Bordkarte nachgeschaut:

Nach der Bestätigung „Sie sind eingecheckt“ erhalten Sie die innovative Mobile Bordkarte per E-Mail oder SMS-Link direkt auf Ihr internetfähiges Mobiltelefon gesendet. Sie beinhaltet neben dem 2D-Barcode einen Klartext mit allen wichtigen Informationen zu Ihrem Flug.

Ich habe also gewartet, noch mal nachgeschaut. Ständig ist die Inbox zu voll, laufend kommen Emails. Aber die mit der mobilen Bordkarte kam nicht.

Nochmals checkte ich ein, diesmal über den Browser meine Begleiterin. Nein, ich hatte wohl nichts übersehen. Kein Hinweis, kein Link. Noch nicht einmal mittels PDF konnte ich die Mobilen Bordkarten ausdrucken. Kein Hinweis, keine Email, nichts, nada, tipota.

Jetzt folgte der Anruf bei der Lufthansa. Ja, ich sei mit meiner Frau eingecheckt. Hm, die mobile Bordkarte ginge nicht… Das liege momentan noch an den Nachwehen der Aschewolke. Dafür hatte ich Verständnis. Aber warum kein Hinweis, keine Erläuterung? Nix, gar nix?

Deswegen habe ich auf Twitter meinem Ärger Luft verschafft. Und dachte: Die Lufthansa liest das vielleicht, aber das geht denen am … vorbei. Das hat man ja oft genug gehört, dass die von Twitter keine Ahnung haben. Menno, ich hatte ja keine Ahnung.

Wir haben haben DMs ausgetauscht und Lufthansa hat mich auf die Seite "Datenerfassung für die USA" hingewiesen.

Fluggesellschaften sind bei Flügen in die USA gesetzlich zur Übermittlung von Daten an die US-Behörde über das "Advance Passenger Information System" (APIS) verpflichtet.

[…]

Die Erfassung der APIS-Zusatzdaten über das Internet ist grundsätzlich für alle Lufthansa Flüge in die USA möglich.

Stimmt. Hätte ich das vor dem Online Check-in gemacht, dann hätte ich auch meine Mobile Bordkarte bekommen. Dumm gelaufen. Hätte ich aufgepasst, dann hätte ich auch die Seite gefunden. Jetzt sind mir die Zusammenhänge klar.

Vielen Dank für die Hilfe, liebe Lufthansa.

Was bleibt, ist ein Verbesserungsvorschlag: Bitte den Hinweis auf die APIS-Datenerfassung deutlich sichtbar auf der Seite der Mobilen Bordkarte und des Online Check-ins hinterlegen.

Hier ist erst einmal Pause.

Dieses Wochenende genoß ich den Live Stream vom Merrie Monarch Festival aus Hilo, Hawaii, auf KFVE. Ich hatte den Vorteil des Zeitunterschieds von 12 Stunden zwischen Hilo (PST, Pacific Standard Time) und Schwabenheim (CEST, Central European Summer Time). So habe ich das Hula-Festival am Morgen während des Frühstücks geschaut. Der Gesamtgewinner ist Ke Kai O Kahiki:

Six-man Waianae halau Ke Kai O Kahiki won every award they competed for in the Merrie Monarch hula festival, including best overall. It’s the second year in a row that the halau, under the direction of kumu hula O’Brian Eselu has won the overall prize and the fourth time in history, having also achieved top honors in 2000 and 2004.

[ Ke Kai O Kahiki wins top Merrie Monarch honors for second year in a row ]

[ Direct link to video ]

"halau" steht hier für Schule und "kumu hula" steht für Hulalehrer. Hula ist der historische Tanz der Hawaiianer. Bedingt durch die Besiedlungshistorie gibt es zwei Hulaarten: Der ursprüngliche Kahiko-Hula ist von Trommeln und anderen ursprünglichen Instrumenten geprägt und ist sehr kraftvoll. Die Bekleidung ist eher offenherzig. Beim Auana-Hula haben die Tänzer lange Hosen bzw. lange Röcke an, alles züchtig. Die Instrumente sind Klavier, Gitarre, Ukulele. Der Auana-Hula entstand erst nach der Ankunft der Missionar.

Mehr Informationen zu den Gewinnern und viele Videos gibt es auf K5: The 2010 Merrie Monarch Festival on K5.

Ich habe das Firefox-Addon "Fox Splitter" benutzt, um in einem Fenster gleichzeigit den Videostream anzuschauen und Twitter zu benutzen. Das Hashtag #merriemonarch war die letzten drei Tage auf Twitter Trending Topic.

How are you watching #merriemonarch festival?

Was ist ein Social Media Newsroom? Wie erstellt man einen Social Media Newsroom? Michael Praetorius erläutert das Prinzip des Social Media Newsrooms anhand des Content Management Systems (CMS) NOEO und zeigt dabei auch das Backend von NOEO:

[ via talkaboutpr ]

Mir gefallen die Darstellung und Erläuterung von Praetorius. Das CMS NOEO scheint mir aufgrund seiner Erläuterung genau so etwas zu sein, wonach ich für mein nächstes INJELEA suche: Eine zentrale Plattform, auf der ich meinen Content von allen (un)möglichen anderen Plattforen syndiziere.

Allerdings ist nach meinem Eindruck NOEO nur etwas für den Unternehmenseinsatz und da auch nicht nur für ein 5-Mann-Unternehmen. Was mich irritiert: Wenn NOEO wirklich so gut für Social Media-Syndizerung geeignet ist, warum nutzt das Unternehmen kein Social Media? Oder tut es das? Eine erste Suche mit Bing, Google, Facebook und Twitter nach NOEO ist nicht sehr ergiebig. Der Twitteraccount ist wenig vernetzt.

Media Room ohne Media?

Auf der Unternehmenswebsite von NOEO ist von Social Media nichts zu sehen. Unter „Presse“ gibt es nur einen Media Room ohne Media. Leider – aber dann gibt es ja noch Optimierungspotential, das Michael Praetorius auch nutzen sollte. Immerhin ist @Praetorius auch Geschäftsführer von NOEO GmbH ;-)

Meine Empfehlung an NOEO: Mehr Social Media inklusive Flickr und YouTube und dann einen Social Media Newsroom auf der eigenen Website.

In zwei Wochen geht es los mit dem Flieger nach Hawaii. Die Urlaubsvorbereitungen sind nahezu abgeschlossen. Mein iPhone werde ich mit nach Hawaii nehmen – aber die Roaming-Preise sind ein Wahnsinn. Glücklicherweise gibt es oft genug Wifi/WLAN, und zur Hälfte des Urlaubs haben wir Internetzugang in den Bed & Breakfast-Unterkünften.


[ Direktlink Flickr Album ]

In den letzten Wochen habe ich daher einige iPhone Apps gesammelt und liste sie hier auf. Sofern ich nichts dazu vermerkt habe ist die jeweilge App kostenlos:

Weiterlesen

In den letzten Wochen kam schon einmal der eine oder andere Tweet von mir mit Inhalten zu Hawaii. Eine der wichtigsten Erkenntnisse, die ich aus den Urlaubsvorbereitungen gewonnen habe, lautet: Gedruckte Reiseführer sind zum Sterben verurteilt.

Nahezu die gesamte Urlaubsvorbereitung lief übers Netz:

We ordered an updated travel guide on Amazon but honestly I don’t think we’ll need it. I subscribed to blogs, followed people on Twitter, became a Fan of Facebook pages and read, read, read. I followed a mess of links to sites like Honolulu on Metromix or Center’d. I started to retweet and to @ people on Twitter, to comment on blogs and on Facebook. I joined conversation.

[ Hawaii 2010 – The Power of Social Media ]

Vor Ort ist ein gedrucktes Buch schon praktisch. Aber gerade in Hawaii werden wir oft auf das iPhone und das MacBook zurückgreifen können. Überhaupt ist Social Media in
Hawaii sowas von hipp und angekommen. Viele Restaurantchefs und Chefköche twittern. Die Chefköche von Hawaii haben eine iPhone-Anwendung herausgebracht, die ständig erweitert wird: What Chefs Eat. Das Maui Visitor Bureau fährt gerade eine Social Media Kampagne. Blogger und
Podcaster werden dafür bezahlt, dass sie über Events berichten und dann
im Visit Maui Blog
schreiben und podcasten

In March 2010, the Maui Visitors Bureau made a bold decision to invite a
new media team (aka bloggers and podcasters) to join their traditional
spring press trip. This blog is the starting point for those activities
and is Maui nui’s way of engaging in a more casual and personal
conversation about what it is like to visit Maui. Whether you are a
kamaʻāina (resident) or a malihini (visitor), we welcome you to add your
comments and connect with us across the web.

Alles sauber abgegrenzt mit Disclosure. Dafür
ist ein ganzes Team schon einmal ein paar Tage im Ritz
Carlton, Kapalua
.

Das Merrie Monarch Festival, das diese Woche stattfindet, hat neben der Website eine Facebook Page. Die Wettbewerbe werden von K5 nicht nur im Fernsehen gesendet sondern auch ab morgen früh (CEST) live gestreamt. Auf Facebook und Twitter wird miteinander darüber geredet. Auf YouTube stehen haufenweise Videos zum Merrie Monarch Festival. und dieses Jahr werden es noch einige mehr werden.

[ Direktlink YouTube ]

Für jede größere Veranstaltung gibt es eine Facebook-Page und meistens einen
Twitter-Account. Ich habe (natürlich) auch meinen speziellen
Twitteraccount @hawaiitwentyten und
ein extra Tumblog.
Mitte Mai werde ich dann beim Treffen des Social Media Club Hawaii in
Honolulu sein.

iPhone und MacBook reichen mir für Hawaii vollkommen aus. Irgendwann müssen die Verlage damit rechnen, dass sie  keine klassischen Reisebücher als Buch verkaufen werden können. Mit dem iPad oder vergleichbaren Geräten wird der Trend noch verstärkt. Bei meinem nächsten größeren Urlaub möchte ich ein solches Gerät mit einem guten großen Display und vielen Offline-Inhalten mitnehmen. Doch die Vorbereitung wird dann bereits vollkommen online stattgefunden haben.

Aber so, wie Social Media jetzt in Hawaii verbreitet ist, wird Social Media für immer mehr Belange auch in immer mehr Gegenden zum Alltag werden. So, wie es jetzt schon für uns in Hawaii sein wird.

On April 23 we will arrive in Honolulu Airport. Our (social)
adventure in paradise will begin. We will take a lot of pictures and
some videos. We will twitter and we will blog. And we hope to meet a lot
of people of Hawaii IRL. Social Media can’t replace real life but it
can enrich your life and can provide you with a feeling of those people
you meet on Twitter, Facebook etc. And sometimes people in social media
even may be closer than they appear.

We already feel the spirit of
Aloha.

Aloha und Mahalo

Bis zum 30. April läuft die Umfrage "Enterprise 2.0 und die Rolle von Führungskräften". Stephan Grabmeier, Moderator des Human Resources Forums auf Xing, führt die Studie gemeinsam mit der Selbst-GmbH, dem Marktforschungsinstitut defacto research & consulting GmbH und der Deutschen Telekom durch.

Ziel der Umfrage ist die Messung von Akzeptanz und Affinität von Führungskräften im Wandel von traditionellen Unternehmen zu einem Enterprise 2.0. Alle Teilnehmer der Umfrage erhalten auf Wunsch als kleines Dankeschön einen Management Report mit den zentralen Ergebnissen der Umfrage.

Zur Umfrage:

 

Das Zeit-Magazin widmet sich diese Woche der Frage „Typisch jüdisch?“ und den Dramen, die das Leben eines jeden Juden bestimmen: Gott, Sex, Mutter, Geld, Identität und Liebe. Als ob das typisch jüdisch wäre. Aber irgendwie doch. Wirklich? Irgendwie erwischt es doch jeden damit, mit diesen Themen.

Andererseits erwischt es jeden irgendwann damit, in eine Schublade gesteckt zu werden. Harald Martenstein beispielsweise, der in seiner Kolumne bekennt:

Ich gehöre zum dreizehnten Stamm des jüdischen Volkes. Ich bin ein sogenannter Scheinjude. Seit mein Name in der Zeitung steht, bekomme ich vier oder fünf Mal im Jahr Briefe, in denen ich als Jude angesprochen, als Jude gelobt oder als Jude beschimpft werde.

Ich bin auch einer dieser Scheinjuden. Potentiell zumindest. Ich kann mich zwar nicht daran erinnern, jemals als Jude beschimpft oder gelobt worden zu sein. Aber es hätte sein können, und es könnte mich jederzeit erwischen. Denn ich bringe Voraussetzungen dafür mit:

  • Meine Körpergröße gab im Wachstum bei 1,74 Meter auf. Ich bin nicht gerade kleinwüchsig aber jedenfalls kein großer Deutscher.
  • Blonde Haare habe ich auch keine. Ich habe schwarze Haare. Also früher jedenfalls. Inzwischen drängt sich die Farbe Grau Silber immer mehr in den Vordergrund.
  • Ich reite gerne auf der Geschichte der Deutschen herum und bestehe darauf, man müsse aus der Geschichte etwas lernen (andererseits sollte jeder etwas aus der Geschichte und den Geschichten der Menschheit lernen).
  • Ich zucke bei rechtsradikalen Parolen zusammen (bei linksradikalen allerdings auch).
  • Ich habe eine schräge Nase, die sich etwas in die eine Gesichtshälfte – also eher als zur Mitte hin – neigt. Manchmal kokettiere ich damit, dass ich in einer Schlägerei meiner wilden Jugendzeit etwas abbekommen hätte („Ihr solltet die anderen drei sehen!“). Tatsache ist jedoch, dass ich mich ganz selten geprügelt habe (Obwohl ich dann … verloren habe? Ist das typisch jüdisch?). Die schräge Nase muss wohl genetisch sein (spricht das für jüdisch?).
  • In meiner Schulzeit habe ich mehrfach Hava Nagila gejodelt. Ich weiß, das ist schon ewig her. Aber das hebt mich gegenüber Martenstein hervor. Der hat das anscheinend noch nicht, denn sonst würde er nicht seine Idee so hervorheben, mit Esther Kogelboom in einer Laubhütte am Alexanderplatz Hava Nagila jodeln zu wollen.
  • Ich gehe gerne in Synagogen und habe dort ein irgendwie ergriffenes Gefühl. Jedoch gehe ich auch gerne in christliche Kirchen oder Moscheen oder andere Gotteshäuser. Dort fühle ich mich ebenfalls irgendwie ergriffen. Vielleicht hängt das mit meinem seltsamen Gefühl für Geschichte zusammen.
  • Ich könnte mich als einen „Freund Israels“ bezeichnen, weil ich vieles bewundere, was Israel geschaffen hat. Aber ich mag nicht, dass Israel vieles zerstört hat.
  • Ich bin kein reiner Deutscher (ich weiß jedoch nicht einmal, was ein reiner Deutscher ist). Tatsache ist: Ich weiß recht wenig über meine Vorfahren. Mein Vater kommt aus Rheinhessen, es gibt hier viele „Hamms“, aber wer weiß schon, wer davor von woher aus welchem Volk oder welchem Glauben kam. Meine Mutter kommt aus dem Odenwald. Ihre Großmutter hat mir vor vielen Jahren erzählt, dass mein Ur-Urgroßvater (alles mütterlicherseits) um 1880 als Gastarbeiter aus Italien kam und den Krähbergtunnel mitbaute (Gastarbeiter gab es nicht erst in den 1960ern!). Aber vielleicht hatte der einen jüdischen Vorfahren, und ich habe dadurch die geringe Körpergröße, die schiefe Nase und das schwarze Haar. Vielleicht war einer seiner Vorfahren aber auch ein Arier, der im Rahmen der Völkerwanderung aus Asien nach Italien verschlagen worden war.

Mein Versuch, mich als Scheinjude zu legitimieren, ist nur unwesentlich von Erfolg gekennzeichnet. Aber es bleiben berechtigte Zweifel daran, dass ich keiner bin. Jeder könnte einen Anlass dafür haben oder finden, dass ich einer bin. Sogar ich. Sogar, dass ich jüdische Vorfahren habe(n könnte).

Tatsache ist, dass mich Themen wie Gott, Sex, Mutter, Geld, Identität und Liebe beschäftigen. Bin ich deswegen ein Jude? Nein. Aber einer dieser Scheinjuden, wie jeder einer ist oder sein könnte.

Wahrscheinlich bin ich auch ein Scheinpalästinenser, ein Scheinchrist, ein Scheinaraber, ein Scheinarier, ein Scheindeutscher, ein Scheinmensch und ein Scheinaußerirdischer. Gründe dafür gibt es immer, wenn ein Mensch nach Gründen für Schubladen oder für Vorurteile sucht.