Selzen im Selztal

Seit einiger Zeit sollte klar sein, dass ich in Selzen im Selztal wohne und eine persönliche Ansicht hinsichtlich der richtigen Rheinseite und der falschen Rheinseite habe. Offenbar gibt es bei Gesprächspartnern immer noch Unklarheiten bezüglich meiner Heimat.

Es scheint immer noch an der Zeit, diese Unklarheiten zu beseitigen.

Selzen

Selz (links Hahnheim, rechts Selzen)

Selz (links Hahnheim, rechts Selzen)

Das geschichtsträchtige Selzen hat etwa 1.500 Einwohner, liegt an der Selz und liegt im Selztal (siehe unten).

Die erste urkundliche Erwähnung Selzens ist im Jahr 782 als „Salzen“ im Lorscher Codex zu finden. Gräberfunde aus der jüngeren Steinzeit – 2000 v. Chr.-, aus der Römerzeit – 100 nach Christus – und aus der Frankenzeit des 6./7. Jahrhunderts dokumentieren einen geschichtsträchtigen Ort.

[ Seite „Selzen“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 23. November 2014, 12:42 UTC. (Abgerufen: 24. Januar 2015, 13:49 UTC) ]

Es gibt in der Gemeinde Selzen ein paar kleinere Betriebe und vor allem: Weingüter. Das Zuckerlottche (der Beiname kommt von den jährlichen Rübentransporten) hatte hier auch einen Bahnhof – wenn auch auf der anderen Seite der Selz in der Gemeinde Hahnheim. Die Hahnheimer und die Selzer Frösche leben jedoch friedlich zusammen und miteinander, auch wenn sie auf jeweils gegenüberliegenden Seiten der Selz leben. Selzer Frösche?

Einer Legende nach seien die Bewohner im Mittelalter verpflichtet gewesen, die Frösche in der Selz oder im Teich dadurch zum Schweigen zu bringen, dass sie mit Stangen in das Wasser schlugen. Die Gutsherrschaft wollte ungestört vom Quaken schlafen. Deshalb tragen die Bewohner den Spitznamen Selzer Frösche.

[ Seite „Selzen“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 23. November 2014, 12:42 UTC. (Abgerufen: 24. Januar 2015, 14:05 UTC) ]

Die allerbeste aller Ehefrauen und ich wohnen seit 2012 in Selzen (und haben seitdem noch keine Gutsherrschaften wohl aber Frösche bemerkt). Zuvor wohnten wir von 1999 bis 2012 in Schwabenheim an der Selz. Wie der Name erahnen lässt, liegt auch Schwabenheim an der Selz.

Schwabenheim an der Selz

Schwabenheim

Mein Vater kommt aus Schwabenheim an der Selz, meine Mutter kommt aus Höchst im Odenwald (wo ich auch aufwuchs). Mich verschlug es durch eine Verkettung diverser Realitäten 1999 zusammen mit diemanue.la wieder in die Heimatortschaft meines Vaters. Die Ortschaft Schwabenheim an der Selz (Wikipedia-Eintrag) hat über 2.600 Einwohner und ist damit die bevölkerungsstärkste Gemeinde der Verbandsgemeinde Gau-Algesheim. Meistens wird sowohl von Fremden als auch Eingeborenen aus Gründen der Kürze die Bezeichnung „Schwabenheim“ verwendet. Dies kann jedoch zu Verwechslungen mit der Ortschaft Pfaffen-Schwabenheim der Verbandsgemeinde Bad Kreuznach führen. „Schwabenheim an der Selz“ gibt es erst seit 1904, die Ortschaft selbst ist allerdings doch etwas älter:

Es gilt als fränkische Gründung in der Zeit um 500 nach Chr. und wurde 766 erstmals urkundlich in den „Lorscher Annalen“ erwähnt. Der älteste erwähnte Name war „Suaboheim“, seit dem 13. Jahrhundert änderte sich dieser in „Sauerschwabenheim“. Der Zusatz „sauer“ bezieht sich auf den gleichnamigen Bach der durch das 12 Hektar große Landschaftsschutzgebiet „Pfauengrund“ fließt und diente zur besseren Unterscheidung der Gemeinde Pfaffen-Schwabenheim bei Bad Kreuznach. 1904 wurde der heutige Name Schwabenheim an der Selz eingeführt.

[ Quelle: Verbandsgemeinde Gau-Algesheim, abgerufen 24. Januar 2015 ]

Bis heute prägen Weingüter und Winzer das Bild von Schwabenheim.

Selztal

Die Selz ist als linker Nebenfluss des Rheins eines der Hauptgewässer in Rheinhessen (Bundesland Rheinland-Pfalz).

[ Wikipedia-Eintrag Selz ]

Die Selz ist etwa 63 km lang, entspringt in Orbis in der Pfalz und mündet bei Ingelheim (Wikipedia-Eintrag) in den Rhein. Von Selzen aus sind es mit dem Daumen auf der Google-Maps geschätzt noch etwa 25 Kilometer bis nach Ingelheim am Rhein. Von Alzey bis Ingelheim gibt es einen ausgeschilderten Rad- und Wanderweg an der Selz entlang. Dieser Wanderweg führt nur ein paar hundert Meter an INJELEA vorbei. Insbesondere am Wochenende und bei schönem Wetter „ist der Teufel los“. Deswegen findet man an diesem Rad- und Wanderweg immer wieder Straußwirtschaften oder ähnliche Einrichtungen zur geistigen Ertüchtigung.

 

Selztal im Herbst

Für mich verbanden sich früher mit dem Selztal vor allem die Gemeinden Stadecken-Elsheim, Bubenheim, Schwabenheim an der Selz und Groß-Winternheim. Jetzt also auch noch Selzen und Hahnheim. All diese Gemeinden liegen in Rheinhessen.

Rheinhessen

Rheinhessen (Touristik-Website, Wikipedia-Eintrag), auch „Land der tausend Hügel“ genannt, ist eine Region im Bundesland Rheinland-Pfalz. Die Region Rheinhessen umfasst etwa den Landkreis Mainz-Bingen (Verwaltungssitz in Ingelheim) und den Landkreis Alzey-Worms.

Gaaaaanz früher einmal gehörte Rheinhessen zum Großherzogtum Hessen und später zum Volksstaat Hessen. Aufgrund des Namensteils „hessen“ und der früheren Zuordnungen unterstellen Viele eine immer noch existierende Zuordnung Rheinhessens zum benachbarten Bundesland Hessen (das übrigens auf der falschen Rheinseite liegt, s.u.).

Was jedoch vollkommen falsch ist, denn Frankreich und die USA befreiten Rheinhessen 1945 aus dem hessischen Joch:

Rheinhessen entstand unter diesem Namen nach 1815, als die vorher politisch stark zersplitterte Region erstmals vereinigt und dem Großherzogtum Hessen zugeschlagen wurde, das sich dadurch über den Rhein hinaus ausdehnte. Teile Rheinhessens gehörten vor der französischen Revolution zu den linksrheinischen Gebieten der Kurpfalz, von Kurmainz oder des Hochstiftes Worms. Rheinhessen blieb bis 1945 beim dann so genannten Volksstaat Hessen. Durch die Grenzziehung zwischen französischer und amerikanischer Besatzungszone wurde es dann (mit Ausnahme der rechtsrheinischen Stadtteile von Mainz und des bis dahin zu Guntersblum gehörigen Kühkopfs) von Hessen getrennt und war ab 1946 einer von fünf Regierungsbezirken des neugeschaffenen Landes Rheinland-Pfalz.

Seite „Rheinhessen“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 21. Januar 2015, 11:58 UTC. (Abgerufen: 24. Januar 2015, 14:13 UTC) ]

Viele Rheinhessen beharren darauf, dass Rheinhessen bereits seit vielen Jahrhunderten als Region bestünde. Schließlich seien sie Rhoihesse und: „Mer babbele rhoihessisch“.

Rheinhessen liegt nicht in der Pfalz sondern grenzt lediglich an diese Region. Helmut Kohl ist also kein Rheinhesse. Das Tragen dieser Bürde obliegt den Pfälzern.

Festzuhalten gilt: Rheinhessen liegt

  • links des Rheins
  • auf der richtigen Rheinseite
  • nicht in Hessen
  • nicht in der Pfalz

und ist Teil von Rheinland-Pfalz.

Die Hauptstadt Rheinhessens ist…

Mainz

Die Hauptstadt (auch des Landes Rheinland-Pfalz) liegt im richtigen Rheinknie auf der richtigen Rheinseite.

Mainz

Mainz ist weltweit bekannt für die Mainzer Fastnacht. Ebenfalls sehr bekannt ist Mainz für seine römischen Wurzeln („Mogontiacum„). Vielen unbekannt sein dürfte die substantielle Angst vieler Bauherren, auf Überreste ebensolcher römischen Wurzeln wie römsche Schiffe oder Heiligtümer zu treffen. Römische Schiffe werden manchmal auch römische U-Boote genannt, da sie gelegentlich auftauchen – vorwiegend beim Ausheben von Fundamenten. Das Heiligtum der Isis und Mater Magna führte zu einer Unterbrechung von 17 Monaten beim Bau der Römerpassage (Einkaufszentrum).

Sehenswürdigkeiten von Mainz sind beispielsweise: Mainzer Dom, Kirche St. Stephan mit den Chagall Fenstern, Kleinkunstbühne Unterhaus, Wochenmarkt, Staatstheater Mainz, Altstadt, Neustadt und Museen.

Bedauerlicherweise wurden im Rahmen der neuen Grenzziehung nach 1945 die auf der falschen Rheinseite liegenden Mainzer Stadtteile Amöneburg, Kastel und Kostheim (nach deren Anfangsbuchstaben „AKK“) der Stadt Wiesbaden zugeschlagen. Dies führte zu dem immer noch andauernden AKK-Konflikt.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz ist eine parlamentarische Republik mit der Hauptstadt Mainz. Rheinland-Pfalz

… umfasst im Norden vom Rheinischen Schiefergebirge den südlichen Teil der Eifel, den Hunsrück, den westlichen Westerwald, das südwestliche Siegerland und den nordwestlichen Teil des Taunus sowie im südlichen Bereich das Mainzer Becken, das Rheinhessische Hügelland, das Nordpfälzer Bergland, die Westpfälzische Moorniederung, die Westricher Hochfläche, den Pfälzerwald und einen Teil der Oberrheinischen Tiefebene. Es grenzt im Norden an Nordrhein-Westfalen, im Osten an Hessen und Baden-Württemberg, im Süden an die französische Region Elsass sowie als Teil der Großregion im Süden an Lothringen und das Saarland, und im Westen an die luxemburgischen Distrikte Grevenmacher und Diekirch sowie an die Provinz Lüttich der belgischen Region Wallonien. Rheinland-Pfalz ist das Bundesland mit der größten linksrheinischen Fläche.

Seite „Rheinland-Pfalz“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. Januar 2015, 08:56 UTC. (Abgerufen: 24. Januar 2015, 14:19 UTC) ]

Rheinland-Pfalz liegt somit weit überwiegend auf der richtigen Rheinseite.

Richtige Rheinseite

Die richtige Rheinseite ist hier in Rheinhessen und drüben im Rheingau eine moralisch-subjektiv positive Einordnung in Bezug auf hüben relativ des Flusses Rhein. Typischerweise wird diejenige Rheinseite als die richtige Rheinseite eingeordnet, auf der man gerne wohnt oder wohnen würde. Andere, auf der jeweils anderen Rheinseite wohnhafte Personen, wohnen demzufolge auf der falschen Rheinseite.

Auf unserer und auf der falschen Rheinseite wird oft abwertend von der jeweils anderen als der ebsch Seit gesprochen.

Ich wohne in Rheinhessen und daher auf der richtigen Rheinseite. Es gibt andere Personen, die aus ihrer Sichtweise ebenfalls auf der richtigen Rheinseite (z.B. in Wiesbaden) wohnen.

Auch im Rheinland und an der Mosel soll es unterschiedliche Einordnungen geben.

(A.d.V.: Wiesbaden liegt definitiv auf der falschen Rheinseite.)

Tag Cloud

Ich habe ein paar Lesezeichen zu interessanten Artikel überm Tellerrand und davor gesammelt zu Content Management Systemen (CMS), Nexialismus, Social Intranet, Facebook, Journalismus, Digitaler Transformation, Storytelling, New Work und Productivity.

Seit einigen Jahren benutze ich Social Bookmarks, inzwischen ist Pinboard das Werkzeug zur Sammlung meiner Lesezeichen. Für meine Leser kennzeichne ich besonders Lesenswertes mit dem Tag “INJELEA-Lesenswertes“. In unregelmäßigen Abständen veröffentliche ich diese lesenswerten Lesezeichen hier im Blog.

  • Einfache, simple Content-Management-Systeme (CMS) – INJELEA Blog
    „Für ein kleines Projekt bin ich auf der Suche nach einem kleinen simplen Content Management System (CMS). Aus einer ganzen Reihe habe ich eine Liste auf vier Systeme zusammengedampft: GetSimple CMS, Grav, Fork und CMS Made Simple.“
  • Nexialist und Nexialismus im Unternehmen – INJELEA Blog
    „In Unternehmen herrschen Tunnelblicke. Erfolgreich war bisher in Unternehmen, wer als Spezialist über einen Wissensvorsprung vor anderen verfügte.“
  • Contunda UG – SEO-Agentur aus Essen Social Intranet | Interview mit Dr. Carsten Rose
    „Es ist mir sehr unangenehm, weil die Antworten auf meine Fragen so genial sind. Ich habe Carsten Rose während meiner Weiterbildung zum Social Media Manager kennengelernt. Von der ersten Stunde an ging es bei ihm immer um Social Intranet.“
  • Facebook at work: Soziales Netzwerk für Firmen – SPIEGEL ONLINE
    Ein soziales Netzwerk für die Kommunikation in Unternehmen? Genau das will Facebook mit einem neuen Angebot schaffen, das ausschließlich Firmen offenstehen soll. Der Dienst soll interne E-Mails und Chats überflüssig machen.
  • Robot Writing Moves from Journalism to Wall Street | MIT Technology Review

    Software that was first put to work writing news reports has now found another career option: drafting reports for financial giants and U.S. intelligence agencies.The writing software, called Quill, was developed by Narrative Science, a Chicago company set up in 2010 to commercialize technology developed at Northwestern University that turns numerical data into a written story. It wasn’t long before Quill was being used to report on baseball games for TV and online sports outlets, and company earnings statements for clients such as Forbes.

  • Wissensfabrik | Digitalmotor
    Die Digitalisierung als Jobmotor: „Die digitale Transformation fordert nicht nur Unternehmen, sondern auch Staaten oder besser gesagt Gemeinschaften heraus. Denn natürlich stellt sich die Frage, welche Form der Staat in einer digitalen Gesellschaft annimmt beziehungsweise welche Rolle ihm zukommt. Um sich als digitale Gemeinschaft entwickeln und die Vorzüge des digitalen Wandels zu nutzen, braucht es einige Grundvoraussetzungen. Auch die Gesellschaft braucht eine Digitalisierungstrategie, die aufzeigt, wie man von der Digitalisierung profitieren und wo man bewusst Grenzen setzen will. In Anlehnung an die Digitalisierungsstrategie eines Unternehmens geht es bei Gemeinschaften um deren Infrastruktur, Fähigkeiten und Werte.“
  • Aesop Story Engine
    „Aesop Story Engine is a collection of thirteen unique components wrapped in a plugin that can be used to tell rich, interactive stories in any WordPress theme. Check out the playground, see a real story built with Aesop, or create your own demo.“
  • torial Blog | Storytelling-Tools: Geschichtenerzählen war gestern
    „Modernes Storytelling bedarf keiner Zauberkünste. Marvin Oppong testet Storytelling-Tools. Immer mehr kostenlose Tools drängen auf den Markt und machen ansprechendes Storytelling auch für Anfänger möglich.“
  • Wie eine Webseite entsteht (2): Die Lust am Scheitern
    „Mut machen, bevor es ernst wird: Eine kleine Lehre über die Kunst des Scheiterns und die richtige Herangehensweise bei Webprojekten. Im ersten Teil der Serie über die Entstehung von Webprojekten ging es darum, eine Vision für den Relaunch dieser Seite (trendschau.“
  • Wie eine Webseite entsteht (1): Idee und Konzept
    „Wie eine Webseite entsteht: Im ersten Teil der Serie geht es um ein Ziel und ein Konzept für das Redesign der Trendschau. Es gibt tausend falsche Wege, wie man ein Web-Projekt angehen kann. Genauso gibt es mehr als einen richtigen Weg, der zum gewünschten Ziel führt.“
  • Marktforschung mit einfachen Mitteln (Teaser und Präsentation) | Moderne-Unternehmenskommunikation.de

    Joerg Hoewner von K12 liefert eine top Präsentation zum Thema Markforschung mit Links und Tools aber vor allem auch zum Vorgehen.“Eine im Dezember gehaltene Präsentation zu den Möglichkeiten, mit “Hausmitteln” an marketing-relevante Informationen zu kommen. Nicht als Absage an MaFo-Unternehmen, sondern als Teaser, die eigenen Möglichkeiten zu nutzen, um mehr zu forschen und zu lernen.“

  • Catharina Bruns: „Erfüllende Arbeit findet man nicht – man muss sie sich gestalten“
    „Jeder war schon einmal auf der Suche nach einer erfüllenden Arbeit. Doch nicht alle finden sie. Der Grund dafür ist ebenso einfach wie erhellend: „Erfüllende Arbeit findet man nicht – man muss sie sich gestalten“, sagt Catharina Bruns.“
  • 10 Productivity Exercises to Keep Your Brain in Check
    „I speak from experience when I say mental health in the workplace cannot be overlooked. I recently quit my job with a well-known mobile technology news and reviews website, Pocketnow.“

Alle besonders lesenswerten Lesezeichen gibt es auf Pinboard: “INJELEA-Lesenswertes“. Und natürlich auch zum Abonnieren als RSS-Feed ;-)

Viel Spaß beim Lesen, ein gutes Rest-Jahr und erfolgreiches Adventskalender-Schokoladen-Weihnachtsmann-Sammeln.

Live long and prosper!

Immer noch gespannt auf…  Star Trek: Renegades

[ Direktlink zum Trailer von Star Trek: Renegades ]

 

Vernetztes Unternehmen: Unternehmenskommunikation (Soll)

Ich schreibe gerade an einem Beitrag darüber, wie sich die Rolle der Unternehmenskommunikation verändert. Klassisch ist die Unternehmenskommunikation die Bewahrerin der Kommunikationsbeteiligten und der Kommunikationsbeziehungen sowohl des Unternehmens als auch im Unternehmen.

Dementsprechend stellen sich (immer noch) einige Unternehmenskommunikatoren und PRler die Unternehmenskommunikation so vor:

Vernetztes Unternehmen: Unternehmenskommunikation (Soll)

Vernetztes Unternehmen: Unternehmenskommunikation (Soll)

Tatsächlich aber sieht die Unternehmenskommunikation mindestens so aus:

Vernetztes Unternehmen: Unternehmenskommunikation (Ist) 2.0

Vernetztes Unternehmen: Unternehmenskommunikation (Ist) 2.0

 

Dementsprechend muss sich die Rolle der Unternehmenskommunikation ändern vom autarken Kontrolleur zum Teilnehmer, Führer (im Sinne von Leadership) und Enabler.

Graph (Nexus)

In Unternehmen herrschen Tunnelblicke. Erfolgreich war bisher in Unternehmen, wer als Spezialist über einen Wissensvorsprung vor anderen verfügte. Unternehmen aber brauchen heute verknüpfte Spezialisten und Generalisten, die Anwendungswissen und Forschungswissen für das Unternehmen greifbar machen. Unternehmen brauchen Nexialisten.

Als Person und als Berater für Kommunikation und Kollaboration halte ich Enterprise 2.0 für ein Konzept, das Grenzen in Unternehmen und über Unternehmensgrenzen hinaus überwinden hilft und Unternehmen flexibler macht. Als Science Fiction-Fan bin ich überzeugt, dass Szenarien und Verknüpfungen gedacht werden können. Ich sehe mich selbst seit einiger Zeit als “Nexialist”. Ich lehne mich mich jetzt aus dem Tellerrand, aber ich glaube, dass mit „Nexialisten“ das grundlegende Problem des “Wissensmangements” und der Silos in Unternehmen angegangen werden kann.

Fehlende Verknüpfungen in Unternehmen

Die klassische Unternehmenswelt ist durch den Taylorismus geprägt. Dieser führt zur Bildung von hierarchischen Silos, in denen Wissen gehortet und vor dem Zugriff anderer Zuständigkeiten gehütet wird. Denn jeder, der außerhalb des eigenen Silos sitzt, ist ein Konkurrent. Das bezieht sich nicht nur auf Organisationseinheiten und deren Vertreter (beispielsweise Abteilungsleiter) sondern auch auf “ganz normale” Kollegen, die früher oder später im Karriereweg als Konkurrenten das eigene Fortkommen behindern könnten.

Damit steht dem Unternehmen viel Wissen nicht zur Verfügung obwohl es ganz konkret bei der Lösung eines Problems helfen könnte (“Anwendungswissen”). In Folge findet auch gerade ein präventiver Austausch zwischen Personen nur erschwert statt. Ein präventiver Austausch behebt nicht absehbar ein konkretes Problem, bildet aber Grundlagen für zukünftige Fälle. Ich nenne dies das “Forschungswissen” von Unternehmen.

In Unternehmen fehlen meistens Personen, deren Aufgabe die Verknüpfung der verschiedenen Wissensträger und Silos für beide Szenarien (Anwendungswissen und Forschungswissen) ist. Unternehmen setzen darauf, dass im Projektfall die nötigen Personen aus dem gesamten Unternehmen zusammengetrommelt werden und für eine mehr oder weniger konkrete Problemstellung eine Lösung finden.

Doch wer weiß dann überhaupt, wer über das nötige Wissen verfügt? Und wer ist dazu bereit, selbst im Rahmen eines Projektes, den anderen für ihn wertvolles Wissen zur Verfügung zu stellen? Abgesehen davon, dass die Verknüpfung des Wissens bereits längere Zeit zuvor hätte stattfinden müssen, um die Grundlagen zu bilden…

In der Enterprise 2.0 Welt ist oft die Rede davon, über den Tellerrand zu schauen. Die Vernetzung mittels Enterprise Social Networks beispielsweise soll durch die Verbindungen und die Verknüpfungen sowohl zu einer erhöhten Verteilung des vorhandenen Wissen als auch zu einer Generierung von neuem Wissen führen.

Es fehlt ein Nexus (lat.: Verbindung, Gefüge), das die verschiedenen “Universen” verbindet (siehe auch: Star Trek: Treffen der Generationen) Versuche, solche Verknüpfungen verschiedener Silos oder Mikrokulturen für eine grundsätzliche Anpassung oder sogar Änderung des Systems über hierarchische Gliederungen wie Change Manager oder Diversity Manager zu erreichen, waren nach meinem Dafürhalten nicht sonderlich erfolgreich, weil sie mit meist mit alten Strukturen neue Verbindungen erzeugen sollten. Außerdem war deren Aufgabe nicht die grundsätzliche Änderung und Ergänzung des Systems sondern die Behebung einzelner Schwachstellen des Systems.

Nexialisten in der Science Fiction

Alfred Elton van Vogt (A. E. van Vogt) definierte “Nexialist” im Jahr 1950 in seinem Werk “The Voyage of the Space Beagle”:

One skilled in the science of joining together in an orderly fashion the knowledge of one field of learning with that of other fields.

Oder, wie van Vogt den Protagonisten Grosvenor sagen ließ: “applied whole-ism“.

A. E. van Vogt war Science Fiction Autor und erkannte, dass das Spezialistentum dem Generieren und Finden von Wissen abträglich sein kann – und sogar tödlich. In “Black Destroyer” beschrieb er 1939 Jahren die Geschichte der Bestie Coeurl, die ein Erkundungsraumschiff erobern will. Später, 1950, wurde diese Geschichte Bestandteil des Sammelbands “The Voyage of the Space Beagle” (übrigens eine Anspielung an Darwins „The Voyage of the Beagle„. Ein Nexialist (der Protagonist Grosvenor) rettet durch die Verknüpfung von Fachwissen ein ganzes Raumschiff, sogar die ganze Menschheit, vor dem Außerirdischen. Parallelen mit den späteren Plots von Star Trek und Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt sind auffällig (A. E. van Vogt bekam nach einer außergerichtlichen Einigung von 20th Century Fox eine Entschädigung).

Ein paar Jahre später zog der Nexialismus auch bei Perry Rhodan ein. Zu den bekanntesten Nexialisten im “Perryversum” zählen Sato Ambush, Horation Denver und der Barkonide Nex.

Als Nexialisten (abgeleitet von lat. Nexus = Verbindung) werden Wissenschaftler bezeichnet, die sich nicht auf ein Fachgebiet spezialisieren, sondern die Erkenntnisse aus vielen verschiedenen Wissensgebieten interdisziplinär bei ihrer Arbeit berücksichtigen. Man könnte Nexialisten als »ganzheitliche Multiwissenschaftler« bezeichnen.

Ursprünglich hatten die Nexialisten lediglich die Aufgabe, als Koordinatoren für stark spezialisierte Wissenschaftler zu arbeiten. Durch den Einsatz der Nexialisten sollte vermieden werden, dass ein »Fachidiot« den anderen nicht mehr verstand. Der Nexialismus bzw. die Nexialistik hat sich allerdings […] als eigenständiger Wissenschaftszweig etabliert und wird an den Universitäten gelehrt.

[ Seite Nexialist. In: Perrypedia, Bearbeitungsstand: 31. Oktober 2013, 21:37. URL: (Abgerufen: 30. März 2014, 21:05) ]

Nexialisten in Unternehmen

Eigentlich müssten Unternehmen daran interessiert sein, in ihren Reihen den einen oder anderen Nexialisten zu haben. Denn die meisten Unternehmen (generell von Organisationen) fördern heutzutage aufgrund ihres funktionalen und tayloristischen Aufbaus in spezialisierten Organisationseinheiten ein starkes Konkurrenzdenken und eine isolationistischen Haltung. Sowohl vom Wissen und den Sichtweisen also auch von einem starren Logikdenken her ähneln die Organisationseinheiten darin den Wissenschaftlern, die van Vogt beschrieb:

Nexialism is basically a liberal arts version of science in a world where all scientists narrow-mindedly hold to their area of expertise and that focus only. Chemists only think in terms of chemistry, but with Nexialism, they can also apply principles from mathematics and geology and all the other sciences! Woah. Apparently scientists in the future are a dumb, egotistical lot, because the ship is wracked with infighting and politicking between the scientific disciplines, during all the alien incursions.

[ Battered, Tattered, Yellowed, & Creased ~ Adventures in Vintage Genre Fiction: The Voyage of the Space Beagle – A.E. van Vogt ]

Wer kennt sie nicht, die Meetings, bei denen sich die Teilnehmer vor allem um die eigenen Themen und die eigene Sphäre drehen. Und in denen die Spezialisten (ITler, PRler, Marketer, HRler..) vor allem auf ihre Sichtweise und auf ihre Interessen Wert legen – weil sie oft auch nur sie kennen und sie optimieren wollen.

Diese stark arbeitsteiligen Organisation war bisher vorteilhaft, weil es um die Effizienzsteigerung, um eine höhere Produktivität ging. Das ging (und geht auch jetzt noch in vielen Bereichen) gut, solange die Umwelt und die Märkte sich nicht zu schnell veränderten. In der inzwischen schnell wandelnden Welt und Wirtschaft geht es oft darum, nicht besser sondern anders zu werden. Für Unternehmen stellt sich ihre Umwelt nicht so sehr kompliziert sondern komplex dar zunehmend weniger existeren in einer eher komplexen den komplizierten Welt. Andere Erkenntnisse gewinnt man aber schlecht innerhalb von nahezu geschlossenen Systemen und mit Subsystemen, die kaum über Verbindungen verfügen.

Unternehmen basieren auf der Klassischen Logik, in der jede Aussage einen von genau zwei Wahrheitswerten hat, und in der jede zusammengesetzte Aussage eindeutig durch die Wahrheitswerte ihrer Teilaussagen bestimmt wird. Das setzt allerdings voraus, dass die Wirklichkeit vollständig erfasst wurde und es eindeutige Wahrheiten gibt. Als „Vater“ der klassischen Logik gilt Aristoteles. Van Vogt hat mit seinen drei Werken zur Welt der Null-A eine Welt (eigentlich mehrere Welten) beschrieben, in denen es um die (Er)Kenntnis einer Welt geht, die nicht den strengen Regeln der klassischen Logik folgt. Da geht es nicht um Wahrheiten sondern um Realtitäten, Semantik und Nichtklassische Logik.

Derzeit ergeht es Unternehmen oft wie den Physikern, die mit der klassischen Mechanik nicht weiterkamen. Da gab es plötzlich Dinge, die sich damit und mit strengen kontinuierlichen Ursache-Wirkung-Beziehungen nicht erklären ließen. Nun sind Nexialisten keine Quantenmechaniker, aber oft stehen Unternehmen vor der Herausforderung eines Quantensprungs ;-)

Die Aufgabe von Nexialisten ist die Verknüpfung verschiedener Spezialisten, Abteilungen, Geschäftseinheiten sowie deren Wissen und deren Sichtweise – also deren Wirklichkeiten. Nexialisten sind personifizierte springende Knotenpunkte des Unternehmensnetzwerks:

  • Ein Nexialist ist ein Netzwerker, der Verbindungen zu vielen Kollegen im eigenen Unternehmen als auch zu Kollegen in anderen Unternehmen hält. Bei Bedarf stellt der Nexialist Verbindungen zwischen den Kollegen her – auch unternehmensübergreifend
  • Der Nexialist kennt sich ausgesprochen gut in seinem Unternehmen aus (Organisation, Zuständigkeiten, Fachgebiete, Prozesse)
  • Ein Nexialist verfügt sowohl über ein umfangreiches Allgemeinwissen als auch über Grundwissen in den Wissensbereichen seines Unternehmens
  • Ein Nexialist ist ein Moderator, der in persönlichen oder politischen Zwistigkeiten vermittelt
  • Ein Nexialist gibt Anschübe über den Tellerrand – auch von außen – zu blicken

Mit diesen Anstößen lasse ich Sie jetzt… nicht alleine. Schließlich ist dies ein Blog mit Kommentarfunktion ;-)

CMS (Collage)

Für ein kleines Projekt bin ich auf der Suche nach einem kleinen simplen Content Management System (CMS). Aus einer ganzen Reihe habe ich eine Liste auf vier Systeme zusammengedampft: GetSimple CMS, Grav, Fork und CMS Made Simple.

Manchmal muss es kein Porsche, kein Mercedes und kein Volkswagen sein. Manchmal reicht einfach nur ein Fahrrad. Klar kann das Brausen über die Straße Spaß machen. Doch wenn der Drahtesel direkt vor der Haustür steht, und der Bäcker nur ein paar hundert Meter entfernt ist: Warum erst in die Garage joggen, das Tor aufmachen, den Motor anwerfen…

Inzwischen gibt es Content Management Systeme wie Sand am Meer. Vor allem gibt es sehr leistungsfähige CMS. Doch je leistungsfähiger das CMS ist, desto mehr schleppt das System an Ballast mit, wenn man die ganzen Leistungen gar nicht braucht. Je nach Einsatzzweck ist weniger eben mehr.

So setzten viele der einfachen Content Management Systeme auf das Dateisystem, um dort beispielsweise im XML-Format die Seiten abzulegen. Damit wird der Overhead eines Datenbanksystems vermieden. Für datenbankbasierte dynamische Systeme wie WordPress gibt es dann extra Plugins wie Cachify, um Seiten und Beiträge in der Datenbank oder für noch schnelleren Zugriff im Dateisystem zwischenzuspeichern.

Die vier Content Management Systeme habe ich noch nicht ausprobiert oder getestet. Die Liste ist bei weitem nicht umfassend. Ich habe auch keine umfangreiche Funktions- oder Eigenschaftsmatrix. Vielleicht ist jedoch jemand auf der Suche nach einem einfachen CMS, und die Liste hilft dabei. Die Informationen habe ich jeweils der Website entnommen. Alle Systeme sind kostenlos und für den eigenen Webspace zum Herunterladen. Für eine Microsite im Intranet (ohne soziale Funktionen) mögen sie eventuell auch geeignet sein.

Für den geplanten Einsatz werde ich möglicherweise auf GetSimple CMS oder Grav setzen, da sie beide ohne Datenbank auskommen und Fork sowie CMS Made Simple wahrscheinlich zuviel an Funktionen enthalten.

Ursprünglich bezog ich auch Statamic ein, auf das ich in meinen Bookmarks stieß. Sebastian Schürmanns veröffentlichte im September 2013 ein kleines Statamic-Tutorial auf t3n. Aber es gab einige Artikel wie „How Is Grav Different?„, die mich mehr zu GetSimple CMS oder Grav tendieren lassen. Aber wer weiß…

GetSimple CMS

GetSimple CMS

GetSimple has everything you need, and nothing you don’t

  • Open Source
  • Aktuelle Version: 3.3.4
  • PHP
  • XML-basiert
  • „Undo“ für jede Aktion
  • Plugin System
  • HTML5 Template
  • Dokumentation in einem Wiki
  • Community driven
  • Einfaches 5-Minuten-Setup
  • Seitenversionen
  • Multi-User-fähig

Grav

Grav

Das CMS wird entwickelt von RocketTheme, die Templates und Plugins für Joomla, WordPress, Magento anbieten. Wie die Versionsnummer andeutet, ist das CMS noch im Beta-Stadium. Dennoch scheinen es schon einige Leute einzusetzen (mein Eindruck nach einer quick-and-dirty Googlesuche).

It is fast, has sophisticated caching, and a light footprint for optimal performance. Content is just simple markdown files in folders, with no complicated databases to deal with. A powerful API and extensive hooks allow for plugins to extend Grav and a comprehensive package manager provides easy installation and updating of extensions.

  • Open Source
  • Aktuelle Version: 0.9.13
  • PHP
  • Inhalte in Markdown-Dateien, keine Datenbank
  • Installation: Entzippen
  • Twig Templating
  • Package Manager (für Plugins)
  • Smart Caching
  • Ausführliche Dokumentation
  • Benutzer- und rollenbasiert (noch nicht vollständig implementiert)
  • Multi Language Support

Fork

Fork

Ein einfaches CMS, das aber auch auf Datenbank setzt.

Fork CMS is dedicated to creating a user friendly environment to build, monitor and update your website. We take great pride in being the Content Management System of choice for beginners and professionals.

  • Open Source
  • Aktuelle Version: 3.8.4
  • PHP
  • MySQL
  • Extensions (Apps)
  • Templates
  • Community driven
  • Optimiert für Marketing (apps, SEO… was auch immer das genau heißt)

CMS Made Simple

CMS Made Simple

Dieses „simple“ CMS ist inzwischen gar nicht mehr so simple, legt aber Wert auf einfache Bedienung und Verwaltung.

CMS Made Simple™ is an open source ( GPL) package first released in July 2004. Its built using PHP that provides website developers with a simple, easy to use utility to allow building small-ish (dozens to hundreds of pages), semi-static websites. Typically our tool is used for corporate websites, or the website promoting a team or organization, etc. This is where we shine. There are other content management packages that specialize in building portals, or blogs, or article based content, etc. CMS Made Simple™ can do much of this, but it is not our area of focus.

Für eine wirklich simple Website im Sinne von wenigen Seiten und gelegentlichen Updates und nur wenigen Benutzern scheint es mir doch überdimensioniert.

  • Open Source
  • Aktuelle Version: 1.11.12., 2.0-beta3
  • PHP
  • MySQL oder PostgreSQL
  • Benutzer- und Gruppenmanagement, Berechtigungssystem
  • Module
  • Templates
  • Dokumentation
  • Community
  • API

Liste von 20 Flat-File-Systemen (Nachtrag 12.01.2015)

Sebastian Schürmanns hat mich auf Twitter auf einen Artikel mit einer Übersicht von Flat-File-Systemen hingewiesen.

In „20 Flat-File-Systeme im Test“ stellt er die Systeme vor:

In der folgenden Tabelle sind zahlreiche Flat-File-Systeme mit ein paar Eigenschaften aufgeführt, die für die erste Auswahl wichtig sein könnten. Die Angaben “Start” und “Zuletzt” sind etwas ungenau, können aber einen Anhaltspunkt liefern, wie alt oder jung die Systeme sind und ob sie noch weiterentwickelt werden. Unten werden dann ausgewählte Systeme nochmal ausführlicher vorgestellt.

Eine wirklich sehr umfangreiche Liste. Zusätzlich hat Schürmanns von den Systemen einige ausgewählt und näher vorgestellt: Dropplets, Grav, HTMLy, Kirby, Nibbleblog, Pico, Razor, Statamic und Yellow. Zusätzlich gibt er Empfehlungen für bestimmte Einsatzzwecke. Prädikat: Lesenswert!

98 Cent

Seit November bin ich Kunde bei Telefónica Germany GmbH für DSL/Festnetz. Der Start dieser Kundenbeziehung war wenig vielversprechend. Und jetzt genehmigt Telefónica sich ein zinsloses Darlehen.

Meine erste Rechnung von Telefónica war am 10.12.2014. Aufgrund des Vertrages (beispielsweise eines Startguthabens als DSL-Neukunde) versprach mir die Rechnung eine Gutschrift:

Ihre aktuelle Rechnung beläuft sich auf: Gesamtbetrag –57,36 Euro
[…]
Wir werden den genannten Betrag Ihrem Konto gutschreiben.

Ich war gespannt und wartete. Auf meinem Bankkonto erfolgte die Gutschrift bislang nicht. Ich legte mir die Gutschrift für die Januarrechnung auf Wiedervorlage. Heute kam die Januarrechnung:

Ihre aktuelle Rechnung beläuft sich auf: Gesamtbetrag 0,98 Euro
[…]
Der offene Rechnungsbetrag wird am 16.01.2015 von dem Konto IBAN […] eingezogen. Die Abbuchung erfolgt unter Nennung der Mandats-Id […]

Der Betrag von 0,98 ist aufgrund der Rechnungspositionen nachvollziehbar. Unter anderem ist dabei eine Gutschrift für den wenig vielversprechenden Start dieser Kundenbeziehung (übrigens nur, weil ich mich beschwert habe). Doch was wurde aus den 57,36 Euro, die meinem Konto gutgeschrieben werden sollten?

In einem Anruf bei der Rechnungshotline von Telefónica für O2 erfuhr ich heute Mittag, dass die Gutschrift vom Dezember nicht auf mein Bankkonto überwiesen sondern meinem Telefónica-Kundenkonto gutgeschrieben wurde und bei zukünftigen Rechnungen berücksichtigt würde. Im Gespräch erfuhr ich dann auch, dass ich die unmittelbare Überweisung des fälligen Gutschriftbetrages anfordern könne. Auf meine Rückfrage, wieso dann 98 Cent in diesem Monat eingezogen würden, bekam ich im wesentlichen nochmals dieselben Aussagen.

Telefónica hat seit dem 10. Dezember 2014 bei mir eine Schuld in Höhe von 57,36 Euro. Anstatt diese Schuld zu begleichen bedient sich Telefónica dieser fälligen Schuld, um sich eines zinslosen Darlehens zu bedienen, bis eventuell fällige Rechnungsbeträge nach und nach die Gutschrift ausgleichen. Dies wäre bei mir voraussichtlich im April der Fall.

Unter “Zahlungsbedingungen/ Rechnungsstellung” steht in den „Allgemeinen Geschäftsbedingungen Festnetz (Business) Stand: Mai 2014“ hinsichtlich Fälligkeit und Aufrechnung:

Unter 9.2

Soweit nicht abweichend vereinbart, sind sämtliche Entgelte mit Zugang der Rechnung fällig und müssen binnen zehn (10) Werktagen nach Zugang der Rechnung ohne Abzug auf dem dort angegebenen Konto gutgeschrieben sein.

Unter 9.2

Gegen Forderungen von Telefónica Germany steht dem Kunden die Befugnis zur Aufrechnung nur soweit zu, als die Gegenansprüche unbestritten oder rechtskräftig festgestellt sind.

Telefónica selbst jedoch meint anscheinend, dass es keiner Fälligkeit für aus Telefónica-Rechnungen entstehenden Kundenforderungen bedarf. Und Telefónica selbst rechnet Forderungen des Kunden gegen eigene Forderungen auf. Da werden einfach mal ohne Vereinbarung die Schulden beim Kunden über Monate verteilt abgestottert, und damit wird sich mal schnell ein zinsloses Darlehen genehmigt. Der Kunde soll sich gefälligst melden, sein Recht einfordern und den Aufwand damit haben.

Ich weiß, wie hart in Unternehmen die Liquiditäten kalkuliert werden. Das ist aber kein Grund, den Kunden sang- und klanglos mit dieser Art von kreativer Liquiditätsplanung zu überfahren. Das empfinde ich als eine unverschämte Vorgehensweise. So geht man nicht mit Kunden um. Auch nicht, wenn es nur um 57,36 Euro geht. Und auch nicht und schon gar nicht, wenn Kunden wie ich oder andere wenig vielversprechende Starts der Kundenbeziehungen haben.

Tag Cloud

Zum Jahresbeginn ein paar Lesezeichen, die sich in den letzten Wochen angesammelt haben.

Seit einigen Jahren benutze ich Social Bookmarks, inzwischen ist Pinboard das Werkzeug zur Sammlung meiner Lesezeichen. Für meine Leser kennzeichne ich besonders Lesenswertes mit dem Tag “INJELEA-Lesenswertes“. In unregelmäßigen Abständen veröffentliche ich diese lesenswerten Lesezeichen hier im Blog.

  • holy fruit salad!: Neue Dinge tun …
    „Ich bin nicht die größte Freundin von Vorsätzen rund um den Jahreswechsel, weil ich an den Neustart zu jeder Zeit glaube. Aber natürlich denkt man knapp vor Beginn eines neuen Jahres immer darüber nach, was anders laufen könnte, was man verändern kann, sollte, möchte.“
    via Pocket
  • A new way to work

    Corporations were created to give limited liability to organizations that were taking on large, capital-intensive projects, like building railways. Today, most corporations have little physical capital and instead derive their value from intangible goods and services.via Pocket

  • Wolf Lotter: Die Selbstbestimmer – brand eins online
    Leben bedeutet: sein eigenes Ding machen. Das ist auch die Grundlage der neuen Wirtschaft. Doch erst steht einmal der Abschied von unserem alten Selbst-Bild an. Am 8. via Pocket
  • Outlook on the Global Agenda 2015 – Reports – World Economic Forum

    Ich denke an die von Isaac Asimov skizzierte und entwickelte Zukunft. Besonders auch an Caliban und das Nullte Robotergesetz. Wir werden – als Mensch und als Rasse – ersetzbar und später auch unnötig. Wann kommt Skynet?“Author Andrew McAfee Co-Director, Initiative on the Digital Economy, MIT Sloan School of Management and a Member of the Global Agenda Council on the Future of Jobs Author Andrew McAfee Co-Director, Initiative on the Digital Economy, MIT Sloan School of Management and a Member of the Globa“

  • 5 Productivity Resolutions to Kick-Start the New Year
    Unless something truly catastrophic and unexpected happens, in one more day, we will have successfully completed another trip around the sun. Per the norm, people around the world are beginning to reflect on another year passed. via Pocket
  • The Future of Work: A Manifesto — Medium
    This manifesto is about the future of work in a post-­Cluetrain world. This manifesto is also about an emerging ideology of business, where people are at the center of a human ecosystem instead of boxed into a mecha­nical system. via Pocket
  • Manager mailen auch an den Weihnachtsfeiertagen – aus Angst um ihren Job und wegen der Arbeitsverdichtung. Eine LAB & Company-Umfrage | Management-Blog
    ie meisten Manager arbeiten auch an den Weihnachtsfeiertagen ihre Job-E-Mails ab, genauer gesagt: 68 Prozent. 83 Prozent lesen laufend ihre E-Mails. Jeder siebte Manager – also 14 Prozent – arbeitet Weihnachten mindestens einige Stunden. Auch Silvester und Neujahr lassen 65 Prozent nicht von ihrem Mail-Account ab. Herausgefunden hat das die Personalberatung LAB & Company bei einer Befragung von 483 Entscheidern – von denen drei Viertel über 100 000 Euo verdienen – für ihr Manager-Panel.
  • Beispiele für Social Media Guidelines für Unternehmen › Natascha Ljubic – Social Media für Unternehmen
    Folgende Beispiele für Social Media Guidelines für Unternehmen sollten anderen Unternehmen helfen ihre eigenen zu entwickeln. Ohne Regeln geht es nicht bei Social Media, und zwar nicht nur wegen der informationstechnologischen Sicherheit. Unternehmen fürchten auch um weiche Faktoren wie das Image und den aufgebauten Markenwert.
  • Die neue Kunst das Richtige zu messen – Guido Bosbach

    Das 6. Global Drucker Forum, letzte Woche in Wien, hat auch mir – wenn auch nur per Live-Stream – ein paar (teils banale) eye-opener geschenkt.Einer davon war die Aussage, dass wir inzwischen deutlich öfter „wichtig nehmen was wir messen können, als zu messen was wichtig ist“.

    Eine Bemerkung, die vor dem Hintergrund eines Wandeln von einfach messbaren Ergebnissen aus z.B. einer Industrieproduktion hin zu den komplexer „messbaren“ Ergebnissen von Wissensarbeit, zu denken gibt.

  • Augenhöhe – Warum mir das Projekt wichtig ist – boblog
    Seit ich aus meinem “alten” ArbeitsLeben ausgestiegen bin habe ich mich intensiv mit der Frage beschäftigt, wie Unternehmen gestaltet und geführt werden können, so dass ALLE Stakeholder einen möglichst hohen “Gewinn” aus der gemeinsamen Aktivität ziehen können. Die in den letzten 30 Jahren vorherrschende Idee des Shareholder Values hat – so man den einschlägigen Studien glauben kann – eine Ertragsmaximierung vor allem für die Vorstände der Unternehmen bedeutet und damit in keiner Weise zum eigentlichen Ziel geführt, Unternehmen langfristig auf eine stabile Basis zu stellen.
  • Bericht zur #RMK2014 | PROJECT CONSULT Unternehmensberatung Dr. Ulrich Kampffmeyer GmbH
    Sehr umfangreicher und dokumentierender Bericht von der Records Management Konferenz im November. Zu den einzelnen Keynots/Präsentationen gibt es Links mit Abstracts (die gar nicht so abstrakt oder kurz sind).
  • Das Ende unserer erkenntnisreichen Reise | Expedition Wohnungswirtschaft
    Kai Heddergott war fast ein Jahr unterwegs und sammelte Einblicke in die Digitale Transformation für die Wohnungswirtschaft: “
    Als Aareon-Reporter hatte ich den Auftrag, mich mit Unterstützung meines Redaktionsteams auf die Spur des Metatrends der Digitalisierung zu machen: Welche Folgen hat die zunehmende Nutzung digitaler und mobiler Services für die Branche? Wie wirken sich diese Entwicklungen auf die Wohnungswirtschaft aus und wo lassen sich schon jetzt in der täglichen Praxis erste Anwendungen beobachten? Wie wird das Miteinander von Wohnungswirtschaft und ihren Kunden künftig gestaltet?“

Alle besonders lesenswerten Lesezeichen gibt es auf Pinboard: “INJELEA-Lesenswertes“. Und natürlich auch zum Abonnieren als RSS-Feed ;-)

Viel Spaß beim Lesen, ein gutes Rest-Jahr und erfolgreiches Adventskalender-Schokoladen-Weihnachtsmann-Sammeln.

Live long and prosper!

Apropos Star Trek: Renegades fast fertig

[ Direktlink zum Trailer von Star Trek: Renegades ]

Star Trek Renegades ist fast fertig. In den nächsten Wochen werden die komplizierten Special Effects noch vollendet. Hoffentlich geht STR auch on air:

We are very pleased to announce that by February 10th, we will have a nearly completed film ready to show CBS should they decide to graciously consider and review the film!