Am vergangenen Samstag (19.04.2008) war ich in Bingen auf dem Bürgerkongress. Zunächst einmal: Kurt Beck war nicht da. Genausowenig wie in der Woche zuvor in Ludwigshafen. Obwohl er mich persönlich eingeladen hatte. Aber dafür war der rheinland-pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch da und begrüßte rund 160 Bürger. Angemeldet hatten sich 200. Geblieben bis zum letzten von drei Workshops sind etwa 100.

Bei der Allgemeinen Zeitung gibt es einen Bericht über den Bürgerkongress in Bingen:
Bürgerlotsen im Verwaltungsdschungel.

Von mir gibt es vor allem subjektive Eindrücke und Gedankenschnipsel:

  • Der Kongress war gut vorbereitet, organisiert und moderiert.
  • Die Bürger waren kommunallastig, weil viele der Bürger aus der Kommunalverwaltung kamen (oder früher waren). Soll in Ludwigshafen besser gewesen sein.
  • Die Bürger waren altlastig, weil ich deutlich unter dem Durchschnittsalter lag. Soll in Ludwigshafen besser (jünger) gewesen sein.
  • Karl Peter Bruch bezeichnete die Bürgerkongresse als eine einmalige Sache, die es so in der Bundesrepublik noch nicht gab. Ich würde mich aber freuen, wenn es keine einmalige Sache bliebe.
  • Viele andere Bürger meinten, dass Bürger mehr beteiligt werden sollten. Ich meine das auch.
  • Wie versprochen hielten sich das Ministerium und die Staatskanzlei raus.
  • Die Abschnitte:
    • Wie empfinden die Bürger die jetzige Verwaltung?
    • Wie könnte eine bürgernahe Verwaltung aussehen?
    • Wohin soll die Reform gehen: Gebietsstrukturreform (neue Gliederung von Kreisen und Gemeinden) oder Interkommunale Zusammenarbeit?
  • Viele Bürger bemängelten die Vermischung von Verwaltung einerseits und Politik bzw. Parteien andererseits.
  • Gut sind Bürgerbüros, Infozentren, persönliche Kontakte, hohe Kompetenz einzelner Mitarbeiter
  • Schlecht sind persönliche Kontakte, Obrigkeitsdenken, zu wenig Personal, keine Kundenorientierung, zu wenig Infos über / im Internet, telefonische Auskunftserteilung

Innerhalb einer Woche soll es eine kurze Doku auf der Website geben, vor der Sommerpause eine ausführliche Doku.

Insgesamt ist es eine gute Idee, die schon viel früher hätte sein können. Die man wiederholen sollte, einfach so und ohne viel Trara (schreibt man das so?).