Blogmonitoring: Zu aufwändig, zu teuer? Nicht unbedingt. Für ein einfaches Blogmonitoring bestimmter Suchbegriffe (d.h. Unternehmen, Personen, Themen, Schlagwörter) stellt das Web die notwendigen Tools zur Verfügung – kostenlos. Und das ohne ständiges händisches Suchen mit Google und Co.

Anwendungsbeispiele 

Oliver Gassner zeigte auf dem WeblogCamp@CeBIT, wie er ein Monitoring benutzt, um Ideen für seine Artikel zu finden. Unternehmen wollen wissen, was über sie geschrieben wird. Unternehmen möchten im Rahmen eines Issues Managements alarmiert werden, wenn ihr Namen (oder Produkt) im Zusammenhang mit kritischen Themen genannt wird. Ich möchte informiert werden, wenn im Web etwas über mich oder INJELEA geschrieben wird und wenn Artikel zu bestimmten Themen, die mich interessieren, im Netz veröffentlicht werden.

Suchbegriffe 

Zunächst müssen die passenden Suchbegriffe her. Ich will wissen, wenn jemand die Zeichenfolge "Frank Hamm" schreibt. Kein "Frank" oder "Hamm". Kein "Frank" und "Hamm". Sondern genau in dieser Reihenfolge. Weiterhin könnte dies ein Unternehmensname sein (oder der Begriff "INJELEA"), oder ein Produktname, ein Ortsname (z.B. "Schwabenheim"). Außerdem muss ich überlegen, welche Kombinationen mit mehreren Begriffen die Suche weit genug eingrenzen. Der Name eines Großunternehmens alleine ist zuviel. Mehrere kreative Kombinationen mit Wörtern wie "Umweltschutz", "Gift" etc. könnten für ein Unternehmen der Chemiebranche hilfreich sein. Das hängt jedoch von der Zielsetzung ab.

Suchdienste 

Die gängigen Suchdienste von Google, AOL, Yahoo! oder anderen sind recht träge. Außerdem gelangen im Allgemeinen die meist verlinkten bzw. gefragten Seiten immer auf die erste Seite. Sie sind daher wenig hilfreich. Die Ergebnisliste kann auch nicht "maschinenlesbar" ausgegeben werden. Der Suchdienst sollte daher

  • eine zeitaktuelle Suche
  • in Blogs und Nachrichtenseiten
  • mit möglichst vielen "Operatoren" (und, oder, Phrase, Eingrenzung auf Sprache) 
  • mit zeitlich absteigender Ergebnisliste
  • in RSS- oder Atom-Format

ermöglichen. Meine persönlichen Kandidaten sind (in Klammern eine einfache Beispielsuche):

Wie man bei der Suche nach "bundeskanzlerin" sehr schnell erkennt, sind die Ergebnisse je nach Dienst durchaus sehr unterschiedlich.

Ich favorisiere Bloglines, weil Blogs und Nachrichtenseiten gleichzeitig durchsucht werden können, die erweiterte Suche viele Möglichkeiten bietet und neue Beiträge sehr schnell berücksichtigt werden (inzwischen teilweise auch Tweets von Twitter!).

Suchmöglichkeiten bei Bloglines

Feedreader

Warum aber RSS oder Atom? Weil die Suche nicht immer und immer wieder manuell aufgerufen und ausgeführt werden soll. Automatisch soll die Suche ausgeführt werden und mir präsentiert werden. Deswegen RSS bzw. Atom, denn einen RSS-Feed kann ich mit jedem Feedreader abonnieren (z.B. online mit Netvibes  oder Bloglines, aber auch mit jedem als Software auf dem Rechner installiertem Feedreader).

Jeder Feedreader ruft den RSS-Feed (bzw. Atom) regelmäßig auf und zeigt neue Ergebnisse an.

Ergebnis

Ein einfaches Blogmonitoring, das nichts kostet. Am Anfang ist ein spielerisches Austesten angebracht (insbesondere mit der erweiterten Suche); mit der Zeit werden die Ergebnisse besser.

Und bei Bedarf kann ich den RSS-Feed sogar in einem Blogartikel einbetten:

Darüber, wie das geht, schreibe ich ein anderes Mal :-) (Nachtrag – habe ich ja schon: RSS und Atom syndizieren mit Feed2JS)

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