Auszeit, Sport, Nachdenklichkeit

Gestern war ich auf dem Rückweg vom SPAZ in Mainz nach Hause und etwas in Eile. Doch dann, zwischen Essenheim und Elsheim, hielt ich gedanklich inne – und kurz darauf mit dem Wagen. Das Wetter war wunderschön, und mir flogen gerade ein paar Gedanken im Kopf herum. Warum also nicht den Augenblick und die Gelegenheit nutzen: Carpe Momentum.

Lektion Wandern

Allerdings hatte ich in der letzten Zeit meine eigene Lektion Wandern vernachlässigt:

Immer dabei haben
– festes Schuhwerk
– Regenjacke / Schirm
– Jeans / feste Hose
– Ersatzsocken

Denn ich hatte zwar Schuhe an :-) aber keine wirklich für leicht matschiges Gelände geeigneten. Und dennoch nahm ich mir die Zeit für einen Spaziergang, um meine Gedanken zu sammeln. Das nächste Mal bin ich wieder gewappnet.

Blicke

Ein wahnsinniges Wetter mit weitem Blick und einer farbenfrohen Herbstszenerie hatte mich verführt. Genau das Richtige, um den Blick abwechselnd auf die Natur und ins Innere zu richten.

Die Belohnung waren Farben, Gelände, ein strahlend blauer Himmel, Blicke auf der Höhe sowie ins Selztal und jede Menge in den Aufwinden segelnde Greifvögel. Und ein paar neue Gedanken für mich.

All dies wäre mir entgangen, hätte ich den Moment nicht genutzt.

[ Flickr Fotoalbum: Rheinhessen im Herbst 2012 ]

Heute war ich im Auenland und bin ein wenig herumgewandert. In der Ingelheimer Rheinaue (nicht zu verwechseln mit der Ingelheimer Aue in Mainz) gibt es neben dem Blick auf den Rhein (und Blick auf die ebsch Seit) jede Menge Wiesen, ein paar Bäume, Wasser, Bäche… und einen Ent (obwohl ich mir da nicht sicher bin, er bewegte sich nicht). Dabei widmete ich mich ein wenig der iPhoneography, d.h. meinem iPhone und Apps wie True HDR und TiltShift Generator:

iPhoneography is an art of creating photos with an Apple iPhone.[1][2][3] It’s a style of mobile photography that differs from other forms of digital photography in that images are shot and processed on the iOS device. It does not matter whether a photo is edited using different graphics applications or not. However, this issue is often argued over among iPhone photographers.

[ Iphoneography. (2012, September 2). In Wikipedia, The Free Encyclopedia. Retrieved 12:49, September 10, 2012  ]

Für mich genau das Richtige zum Ausatmen und Nachdenken.


Größere Kartenansicht

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[ Flickr Fotoalbum „Im Auenland“ ]

In den letzten 12 Monaten hat meine Ausgewogenheit ziemlich gelitten. Die schwere Krankheit meines Vaters, die Unterstützung meiner Eltern, der Tod meines Vaters und die Verantwortung für eine weitere Verwandte haben ihre Spuren hinterlassen und mein Gleichgewicht angegriffen. In den letzten Wochen habe ich das Laufen wieder aufgegriffen und darin eine Normalität gefunden.

Ich bin kein Schnellläufer sondern ein Traber und Jogger, der beim Laufen zwischen dem Genießen der Umwelt und dem Sinnieren über Themen pendelt. Ich erfreue mich an schöner Landschaft, an Tieren (die ich oder die mich aufscheuchen) sowie an Pflanzen einerseits und denke andererseits über Aufgaben, Probleme, Herausforderungen nach. Meistens finde ich Lösungen oder Wege, die ich beschreiten will.

In den letzten Monaten war ich etwas außer Tritt gekommen und nur noch unregelmäßig gelaufen. Jetzt schaffe ich es mindestens ein Mal pro Woche zu einem Lauf im Selztal (okay, heute endlich einmal zum zweiten Mal innerhalb einer Woche). Es gibt ein paar offene Baustellen, die ich derzeit angehe, und andere, die ich bereits erledigt habe. Und wieder andere Baustellen umgehe ich.

Dabei hilft mir das Joggen, es macht mir den Geist frei fürs Jonglieren:

Jogging (engl. jog „trotten“) ist eine Form des Freizeit- beziehungsweise Laufsports, bei der durch gemächliche Dauerläufe die Kondition (Ausdauer) gesteigert wird.

[ Seite „Jogging“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 28. Juni 2012, 12:22 UTC. (Abgerufen: 7. September 2012, 14:11 UTC) ]

Heute lief ich gegen 7:30 Uhr los. Es war frisch, gerade einmal fünf Grad waren es. Im Tal war die Sonne noch nicht angekommen. Ich lief den Hang zu Plateau hinauf mit der Absicht, nach spätestens fünf Kilometern wieder zurück zu sein. Doch oben angekommen genoß ich die Sonne und wunderbare Ausblicke. Ich joggte auf dem Plateau, irgendwann durch das Tal über die Selz und auf der anderen Seite an der Selz zurück.

Ich machte viele Pausen, um die Landschaft zu genießen und Fotos zu machen. Nach etwas über elf Kilometern war ich körperlich etwas matt aber geistig frisch für den Tag.

Was machen Sie für Ihre Ausgewogenheit, für Ihr Gleichgewicht?

P.S. Auf Runtastic sind die Laufstrecke und meine gemächliche Trott-Geschwindigkeit zu sehen :-)

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[ Flickr Fotoalbumg „Joggen überm Selztal“ ]

 

Wandern in Rheinhessen: Zwischen Engelstadt und Jugenheim

Wandern ist vielleicht etwas übertrieben, Spaziergang trifft es recht gut. Am vergangenen Donnerstag nahm ich mir etwa 70 Minuten für einen Spaziergang auf dem Hochplateau über dem Selztal zwischen Engelstadt, Bubenheim, Elsheim und Jugenheim. Kaum Betrieb, an den Hängen waren viele Winzer dabei, die Weinreben für den Frühling und das Austreiben fit zu machen.

Bei schönem Wetter, so wie am letzten Donnerstag, macht es echt Laune dort herumzulaufen. Zeit für etwas Ausspannen und Nachdenken. Ich war von einer Erkältung noch angeschlagen, deswegen also kein Lauf sondern eher ein gemütliches Spazierengehen: Weiterlesen

Wandern bei Sprendlingen

Ich wandere gerne. Es geht mir dabei nicht so sehr um das Ankommen und das Ziel. Mir geht es um das Abschalten, den Ausgleich zu hektischen Zeiten oder den Ausgleich zu Dingen, die mir ständig im Kopf herumgeistern. Wandern (oder auch Spazieren gehen) lässt mich ausatmen und ruhig werden. Für mich ist Wandern keine Freizeitbeschäftigung sondern eine Beschäftigung mit der Umgebung und mit mir selbst.

Wandern ist eine Form des Gehens über längere (mehrstündige) Strecken in der Natur. Früher eine häufige Art des Reisens, stellt es heute hauptsächlich eine Freizeitbeschäftigung dar.

[ Seite „Wandern“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 9. November 2011, 21:15 UTC. (Abgerufen: 17. November 2011, 17:51 UTC) ]

Fokus nach außen

Jeder Spaziergang, jede Wanderung läuft bei mir ähnlich ab: Anfangs will ich doch möglichst schnell und weit gehen, dann will ich den Kopf freibekomme. Das funktioniert bei mir dadurch, dass ich meine Aufmerksamkeit nach Außen richte: Die Landschaft, Tiere, Menschen, Eindrücke. Ich genieße und sehe schöne Dinge. Ich will Schönes sehen. Und wenn ich das will, dann tue ich es und werde dadurch locker. Das, was mich die ganze Zeit beschäftigte, wird immer unwichtiger. Dafür tritt die Umgebung in den Vordergrund.

Fokus nach innen

Irgendwann, meistens etwa nach einer halben Stunde, lasse ich los und genieße nur noch. Und dann etwa nach noch einmal einer halben oder auch einer ganzen Stunde kommen Themen hoch, die mich beschäftigen. Wirklich beschäftigen. Das können aktuelle Aufgaben sein oder grundsätzliche Überlegungen. Und plötzlich betrachte ich sie mit anderen Augen, von außen, in aller Ruhe. Viele Dinge werden klarer, und oft treffe ich beim Wandern Entscheidungen. Es ist kein bewusstes Beschäftigen mit diesen Themen. Irgendwo aus mir heraus kommen sie nach oben. Gleichzeitig genieße ich weiter. Und dann wird mir vieles klarer.

Versuchen Sie es auch einmal. Lassen Sie los beim Wandern.

Falls Sie jetzt einmal abschalten wollen und auf andere Gedanken kommen wollen, habe ich zwei Fotoalben für Sie.

[ Direktlink Flickr-Album Wandern bei Sprendlingen ]

[ Direktlink Flickr-Album Ingelheimer Auen ]

Mit 47 noch einmal studieren und mit 50 den Job wechseln? Was bewegt jemanden, den sicher geglaubten Job abzulegen und nach einer Auszeit von zehn Wochen einen Neuanfang zu wagen? Ein subjektiver Reisebericht ohne Ende.

Wir haben das erste Oktoberwochenende 2011. Es ist BarCamp-Zeit: BarCamp Stuttgart 4. Es ist für mich auch die Zeit für einen Rückblick und einen Ausblick. Und wenn es „die Community“ interessiert, dann halte ich auf dem BarCamp eine Session über meine Auszeit im Frühjahr diesen Jahres. Darüber, welche Erfahrungen ich in zehn Wochen mit dem „Nichtstun“ machte, was vor mir lag, welche Erwartungen ich im Juli (noch) hatte. Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.

Dieser Artikel ist entspricht zu einem Großteil den „Notizen eines Auszeitlers“ auf dem Weichensteller-Blog mit den Teilen Anfang, Auszeit sowie Toolblick und Ausblick. Auch wenn „erstens“ und wenn „zweitens“, so hat sich an meiner positiven Grundhaltung nichts geändert.

Ein neuer Weg - Im Wald um den Haidel

Ein neuer Weg - Im Wald um den Haidel

Kurz vor meinem fünfzigsten Geburtstag war mein letzter Arbeitstag. Kopfüber fiel ich in eine Auszeit. Alles Planen hatte nichts genutzt: Sie war da. Zehn Wochen zwischen zwei Jobs. Trotz aller Gedanken über meine Auszeit war ich nicht wirklich darauf vorbereitet. Die ersten Tage vergingen noch wie im Fluge. Der Job war sofort aus meinem Kopf, doch ich hatte ein anderes Problem: Ich war Onliner. Ständig warben akustische und optische Meldungen um meine Aufmerksamkeit. Genauso ständig war das Gefühl, ich könnte etwas verpasst haben. Dazu kamen die Geburtstagsfeier, Ostern, kleinere und größere Erledigungen. Die ersten drei Wochen waren wie ein Urlaub, den man zu Hause verbringt, und an dessen Ende man feststellt: „Morgen bin ich wieder im Büro“. Doch da war kein Büro. Es ging einfach weiter. Weiterlesen

Vor etwa 35 Jahren las ich das erste Mal Perry Rhodan. Mich fasziniert(e) das All, die Technik, die Menschen, das friedliche Ende des kalten Krieges. Und die fortgeschrittene Medizin, die Zelldusche und die Zellaktivatoren.

Keine Krankheit kann das Leben eines Zellaktivatorträgers bedrohen.

Doch ich weiß, dass das wirkliche Leben nicht für immer ist. Kein Zellaktivator wird einen Menschen biologisch unsterblich werden lassen. Keine fortgeschrittene Zivilisation oder Superintelligenz wird plötzlich auftauchen und ewiges Leben verleihen. Mir nicht und niemand anderem, so gerne ich mir das für ihn auch wünsche.

Das zu wissen ist nicht dasselbe, wie es zu erfahren, Stück für Stück.

Ich bin sehr oft unterwegs. Dazwischen schwanke ich von Grübeln zu Ablenkung und zurück. Das wird sich wieder ändern. Das Leben wird weitergehen. Vorerst.

Das Leben ist nicht für immer.

Ich taumele derzeit sehr, denn ich bin persönlich sehr betroffen. Betroffen von der wahrscheinlich tödlichen Krankheit einer Person, die ich liebe und der ich mein Leben verdanke: Mein Vater. Seit ein paar Tagen gibt es Anzeichen, seit letzter Woche gibt es immer wieder Untersuchungen. Jetzt steht fest: Eine Gewebeprobe wird entnommen, eine „richtige“ Operation kommt wahrscheinlich nicht in Frage. Chemo oder Bestrahlung. Punkt.

Wie wird es, wenn „jemand“ alt wird? Wie ist es, wenn „jemand“ todkrank wird? Wie ist das, wenn es einen nahen Angehörigen oder den Partner trifft? Das sind Fragen, die ich mir früher schon stellte. Genau jetzt suche ich intensiv in mir nach Antworten und finde sie nicht. Ich kann und will nicht beschreiben, was ich denke, wie ich fühle. Chaos.

Anfang der Woche erklärte mir sinngemäß eine Freundin, deren Mann und deren Mutter in den letzten zweieinhalb Jahren starben:

Du kannst Dir vorher über alles Mögliche Gedanken machen, Dir vorstellen, wie Du was machen wirst. Aber wenn es passiert, dann trifft es Dich unvorbereitet. Du musst es einfach akzeptieren, wie es kommt und damit umgehen.

Ähnliche Worte hörte ich jetzt von meiner Mutter, aber beide können wir es noch nicht.

Ich bin sehr betroffen. Deswegen bin ich online ruhiger und unstetig zugleich. Über mehr möchte ich nicht schreiben.

Nachtrag:

Zeit

Sie verrinnt zwischen den Fingern schneller als jeder Sand. Schnell wie Wasser…

Heute erschien von mir auf dem Weichensteller-Blog der erste von drei Teilen einer Artikelserie über meine Auszeit. Die Autoren des Weichensteller-Blogs:

[…] sind eine Gruppe von jungen Leuten, die sich im Rahmen einer Social-Media-Fortbildung eher zufällig begegnet sind, sich jedoch alle für ein gemeinsames Thema interessieren: Veränderungen. In bester Social-Media-Manier haben wir deshalb beschlossen, ein Blog ins Leben zu rufen, in dem wir uns über Veränderungen austauschen wollen.

Von meinem Alter her passe ich zwar nicht zu den Autoren :-) aber Veränderungen hatte ich in der letzten Zeit reichlich. Deswegen habe ich gerne zugesagt, einen Gastartikel zu schreiben. In dem Gastartikel berichte ich über die Anfänge meiner Veränderungen, meine Motivation und meine Auszeit:

Mit 47 noch einmal studieren und mit 50 den Job wechseln? Was bewegt jemanden, den sicher geglaubten Job abzulegen und nach einer Auszeit von zehn Wochen einen Neuanfang zu wagen? Ein subjektiver Reisebericht ohne Ende.

Kurz vor meinem fünfzigsten Geburtstag war mein letzter Arbeitstag. Kopfüber fiel ich in eine Auszeit. Alles Planen hatte nichts genutzt: Sie war da.

In dem heute erschienenen ersten Teil schreibe ich auf dem Weichensteller-Blog über meinen Weg in die Auszeit. Die Anfänge gehen bis ins Jahr 2005 zurück:

Notizen eines Auszeitlers – Anfang„.

Im nächsten Teil berichte ich dann über meine Erfahrungen in der Auszeit, und im dritten Teil… To be continued :-)

Nachträge

Teil 2 (12.07.2011): Notizen eines Auszeitlers – Auszeit

Wenn Du mit einer Aufgabe, einer Tätigkeit beginnst, dann setze Dir ein zeitliches Ende. Am Besten stellst Du Dir einen Wecker/Alarm. Dann vergisst Du die Zeit und gehst in Deiner Aufgabe auf. Bis der Wecker klingelt. Dann kannst Du immer moch verlängern, aber erst dann.

http://www.evernote.com/pub/fwhamm/lektionen