Kolumne

Ich bin Journalist

Soeben las ich bei Andreas Popp von einer Studie im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums.

Müssen wir uns Gedanken machen? Kommt die nächste große Droge auf uns zu?

Eine halbe Million Deutsche seien süchtig. Ich machte und mache mir deswegen Gedanken. Schlimme Gedanken. Popp fand die Fragen, die bei der Erhebung gestellt wurden, faszinierend. Ich notierte mir deswegen die Fragen der Studie, um sie in aller Ruhe zu beantworten. Doch als ich die Antworten niederschreiben wollte, da stockte mir der Atem. Ich bin atemlos und ratlos:

  1. Wie häufig finden Sie es schwierig, mit dem Atmen aufzuhören, wenn Sie an der Luft sind?
  2. Wie häufig setzen Sie Ihr Atmen fort, obwohl Sie eigentlich aufhören wollten?
  3. Wie häufig sagen Ihnen andere Menschen, z.B. Ihr Partner, Kinder, Eltern oder Freunde, dass Sie das Atmen weniger nutzen sollten?
  4. Wie häufig bevorzugen Sie das Atmen statt Zeit mit anderen zu verbringen, z.B. mit Ihrem Partner, Kindern, Eltern, Freunden?
  5. Wie häufig schlafen Sie zu wenig wegen des Atmens?
  6. Wie häufig denken Sie an das Atmen, auch wenn Sie gerade nicht an der Luft sind?
  7. Wie oft freuen Sie sich bereits auf Ihren nächsten Atemzug?
  8. Wie häufig denken Sie darüber nach, dass Sie weniger Zeit mit dem Atmen verbringen sollten?
  9. Wie häufig haben Sie erfolglos versucht, weniger Zeit mit dem Atmen zu verbringen?
  10. Wie häufig erledigen Sie Ihre Aufgaben zu Hause hastig, damit Sie früher wieder Atmen können?
  11. Wie häufig vernachlässigen Sie Ihre Alltagsverpflichtungen (Arbeit, Schule, Familienleben), weil Sie lieber atmen?
  12. Wie häufig atmen Sie, wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen?
  13. Wie häufig nutzen Sie das Atmen, um Ihren Sorgen zu entkommen oder um sich von einer negativen Stimmung zu entlasten?
  14. Wie häufig fühlen Sie sich unruhig, frustriert oder gereizt, wenn Sie nicht atmen können?

Haben Sie die Fragen alle durchgelesen? Haben Sie sie verstanden? Nein? Dann ersetzen Sie das Atmen mit diesem Internet. Denn darum ging es in der Studie im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums: Um dieses Internet und die Internetsucht.

Also atmen Sie einmal tief durch. Ersetzen Sie das Atmen mit diesem Internet. Jetzt. Na also, geht doch. Jetzt sollten Sie sie verstanden haben. Und: Bemerken Sie den Unterschied? Nein?

Eben. Sie dürfen weiteratmen.

P.S.: Und das Atmen lasse ich mir auch nicht von diesem Kauder verbieten.

Andrea Back fragt in ihrer Blogparade: „Haben sich Ihre Lesegewohnheiten verändert, und wenn ja, wie?“ Da schmettere ich ihr ein heftiges „Ja!“ entgegen. Ich bin ein halbes Jahrhundert jung, und da sollten sich meine Lesegewohnheiten nicht verändert haben? Ich bin ein „Digital Silver„: Ich habe Silber im Haar und Bits in den Knochen!

Entspannt lesen im Palmengarten Frankfurt

Entspannt lesen im Palmengarten Frankfurt

Erzählen Sie doch kurz von Ihren Beobachtungen und Erlebnissen. Haben sich Ihre Lesegewohnheiten verändert? Wie lesen Sie Nachrichten, Fachbücher, Zeitschriften und Belletristik? Sind Sie schon eBook-Anhänger oder Sympathisant der Gegenbewegung fürs Papier?

Als Digital Silver kann ich Andrea Back ein paar Antworten auf ihre Fragen liefern.

Ein Bücherwurm

Damals, in meiner Jugend, da war ich ein Bücherwurm. Ich habe Bücher verschlungen, ich war süchtig nach dem Duft der Druckerschwärze. Geschichte, Gesellschaft, Science Fiction – nichts war vor mir sicher. Ich war neugierig und hatte ständig ein „Warum?“ in meinen Gedanken. Neben dem Faktischen war mir Fantasie wichtig. Wann immer ich es mir leisten konnte, holte ich mir einen neuen Karl May Band. 73 Stück dieser Bände stehen bei meinen Eltern. Weiterlesen

Ich bin Journalist

Gerade loben viele Autoren und Blogger und Schreiberlinge und Kommentatoren (ja, wer eigentlich? Vor allem Linke, Liberale, Sozis?) Frank Schirrmacher für seinen Artikel „Bürgerliche Werte ‚Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat‘“ in den Himmel und sehen in ihm gar einen Konvertiten. Ich sehe ihn gar nicht. Ein Kommentar – vielleicht aber auch nur eine Mischung aus Kolumne, Kommentar und Analyse.

Ich sehe Frank Schirrmacher weder als Konvertiten noch sehe ich ihn überhaupt. Sechs Mal kommt im Text das Wort „Ich“ vor – aber ausschließlich in zwei Zitaten von Charles Moore. Im Artikel selbst verwendet Frank Schirrmacher grandios nichtssagende Formulierungen wie:

Es gibt Sätze, die sind falsch. Und es gibt Sätze, die sind richtig. Schlimm ist, wenn Sätze, die falsch waren, plötzlich richtig werden. Dann beginnt der Zweifel an der Rationalität des Ganzen. Dann beginnen die Zweifel, ob man richtig gelegen hat, ein ganzes Leben lang. Es ist historisch der Moment, wo alte Fahrensleute sich noch einmal zu Wort melden, um zu retten, was zu retten ist.

Ja, es gibt Sätze, die falsch sind. Daran glaube ich bereits seit Jahrzehnten. Richtig und Falsch sind relativ in Bezug auf das Auge des Betrachters. Doch wer ist der Betrachter? Bei wem beginnen die Zweifel? Wer ist „man„? Und woher kommt das Zitat im Titel des Artikels? Wer beginnt zu glauben? Was glaubt Schirrmacher, was zu retten sein sollte und was zu retten ist?

Schirrmacher hat hier vieles geschrieben, das ich nachvollziehen kann. Doch was Schirrmacher glaubt, welche Ansichten er hat: Das weiß ich nicht, besonders nicht nach diesem Artikel. Vielleicht ist man noch auf der Suche. Es braucht halt immer etwas Zeit. Viel davon hat man nicht mehr. Schirrmacher versteht grandios einen Eindruck von seiner Person zu vermitteln, den er nicht stützt, nicht belegt und mit dem er mich nicht überzeugt. Man schreibt einfach nur nieder, was da so ist. Analytisch journalistisch nichtssagend. Ein paar Zitate, die meisten von Charles Moore, ein paar Statements. Fertig ist eine Mischung aus Kolumne, Kommentar und Analyse.

Ich halte ihn für einen anonymen Journalisten, der in seinen Artikeln vermeintlich objektive Sachverhalte mal so und mal so erscheinen lässt, als ob er selbst eine Meinung hätte. In diesem Artikel habe ich keine von Schirrmacher gefunden.

Das, was er als vermeintlich überraschende Sachverhalte und Meinungen (anderer und von wem auch immer) darstellt, weiß ich schon länger.

Man könnte sagen: Im Rechten nichts Neues. Ich tue es: Im Rechten nichts Neues.

Dietmar Wolff vom BVDZ (Satire)

Dietmar Wolff vom Bundesverband Deutscher Fernsehanbieter (BDFA) echauffiert sich in einer Sendung des Magazins „Kontraste“ vom 21.07.2011 über die Verlagsbranche und deren Vorstoß in den ureigensten Markt der Fernsehanbieter:

Dieser Markt wird halt gestört durch einen… einen Teilnehmer am Markt, nämlich die Verlagsbranche.
[…]
Sie sollen Zeitungen machen, sie sollen Zeitschriften machen. Sie sollen also da in ihrer Kernkompetenz, was sie auch gut machen und in hoher Qualität auch… auch bringen, das sollen sie tun.

Sagt also der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Fernsehanbieter, Dietmar Wolff. Das ist doch mal ein Wort! Da bin ich bin voll auf seiner Seite! Diese Verlage sollen bei ihren Leisten bleiben und den Markt nicht künstlich dadurch verzerren, dass sie in fremden Gefilden segeln. Also eben keine Videos, Fernsehen, TV machen, insbesondere auch nicht in diesem Internet. Dieses Internet gehört. Was haben Mitglieder des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger wie der SpringerVerlag,  die FAZ oder der Wiesbadener Kurier beispielsweise mit Videos am Hut, die sie dann im Internet senden? Das ist fremdes Revier, Verlage!

…ups!

Dietmar Wolff ist gar nicht vom Bundesverband Deutscher Fernsehanbieter, er ist vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BVDZ). Auf der Website des BVDZ habe ich zwar außer in irgendwelchen Verlags… äh… Pressemitteilungen nicht finden können, dass er der Hauptgeschäftsführer ist oder wer sonst die Nebengeschäftsführer sind. Aaber das muss ja nicht sein, denn es geht ja ums Verlagsgeschäft und nicht das Internetgeschäft bei diesem Bundesverband. Und er meint tatsächlich, dass Fernsehanbieter nicht in deren Markt räubern sollen.

Da muss ich zunächst wohl alles komplett falsch verstanden und zitiert haben…. Damit Sie sich selbst ein Bild verschaffen können: ARD Mediathek:

Kontraste – Vereint gegen Tagesschau – Verlage klagen gegen App – Donnerstag, 21.07.2011 | Das Erste

P.S. Was hat Dietmar Wolff eigentlich im Fernsehen zu suchen? Wieso reicht es ihm eigentlich nicht, in einer Zeitung seine Meinung zu äußern. Mehr als Meinung ist das für mich auch nicht…

[ via Stefan Felten ]

Bildquelle: Selbst gebastelt auf Basis einer Bildschirmausschnittskopie dieses Internets

Ich bin Journalist

Gegenwärtig kochen wieder einmal – wie immer wieder seit Jahren – die Gemüter hoch und erhitzen sich in der ewigen Diskussion „Journalisten versus Blogger“. Gängige Variationen dazu lauten beispielsweise „Presse versus Blogs“ oder „Qualitätsjournalismus versus Dilettantismus“.

Qualitätsjournalismus

Vorgestern erhitzt sich Jürgen Vielmeier bei Basic Thinking in einem Artikel über die mangelhafte journalistische Arbeit sogenannter selbsternannter qualitätsjournalistischer Medien (meine Formulierung). Diese haben ihre Art der Quellenangabe verbessert und verweisen nicht mehr nur auf „Quelle: Internet“ sondern sogar sehr detailliert beispielsweise auf einen „Internet-Blogger“. Doch diese neue revolutionäre Art genügt ihm nicht, diese Welt ist ihm nicht genug. Seinen Frust muss er loswerden, denn „es hatte sich in den letzten Tagen angestaut und mich ein wenig verblüfft zurückgelassen“. Jürgen ist nicht nur angesäuert sondern ausgesprochen sauer. Vollkommen zu Recht. Das war ich in solchen Fällen auch schon. Natürlich ebenfalls vollkommen zu Recht.

BTW Ich habe einmal gelernt, dass im Qualitätsjournalismus nach der ersten Erwähnung einer Person mit ihrem Vor- und Nachnamen (natürlich ohne Titel, es sei denn dieser ist für den Artikel relevant) bei nachfolgenden Erwähnungen nur noch der Nachname verwendet wird. Qualifiziert meine Verwendung des Vornamens „Jürgen“ anstelle des Nachnamens „Vielmeier“ mich damit als Nichtqualitätsjournalist und dieses Medium damit als Nichtqualitätsmedium?

Leser

Martin Weigert echauffiert sich vorgestern auf Netzwertig.com über ein gravierendes Problem in diesem unseren Netz: „… sich im Netz rasant verbreitende Falschmeldungen und Halbwahrheiten rund um die großen Technologie-Firmen“. Und meint damit irgendwie ebenfalls diese sogenannte selbsternannte qualitätsjournalistische Medien. Martin versteift sich zur Forderung, Sie (ja, genau Sie, die Leser!) seien geradezu verpflichtet „…jede scheinbar ach so wichtige Nachricht zu Facebook, Google, Apple & Co genauer zu hinterfragen und nicht alles sofort zu glauben, was veröffentlicht wird“. Da hätten Sie aber viel und lange zu tun. Aufgrund unserer zunehmend vernetzten Welt (bla, bla, bala) dürfen Sie nicht bei Meldungen zur Technologiebranche Halt machen. Stellen Sie sich beispielsweise vor, sich aufgrund einer Tagesschaumeldung zur Reaktorkatastrophe in Japan erst einmal stundenlang auf die Recherche nach Hintergründen und Quellen zu begeben. Huch, fast hätte ich IHN vergessen, den Link auf Martin, die Quelle.

BTW Qualifiziert die Verwendung des Verbs „echauffieren“ anstelle des Verbs „erhitzen“ mich als Qualitätsjournalist und dieses Blog als Qualitätsmedium?

Dilettanten

Gestern beruhigt sich Jürgen Martin, versucht auszugleichen und behauptet, es gäbe Dilettanten auf beiden Seiten. Schließlich bestünde die Blogosphäre größtenteils aus Dilettanten. Was nicht abwertend gemeint sei. Ich bevorzuge den Begriff „Amateure“. Was nicht nur nicht abwertend sondern sogar aufwertend gemeint ist.

Dilettantismus trifft da deutlich eher auf die etablierten Verlage zu. Denn sie „…brüsten sich mit ihrem hohen Qualitätsanspruch, beschäftigen eine Schar vorzüglich ausgebildeter, hochintelligenter Journalisten und sollten eigentlich in ihrer Onlinearbeit (die nunmal aus mehr besteht als der eigentlichen Schreib- und Recherchetätigkeit) eine Vorbildfunktion einnehmen“. Recht hat er, der Jürgen Martin.

Nachtragende Redaktion: Aufgrund eines Hinweises von kadekmedien führte der verantwortliche Redakteur ein ausführliches intensives Gespräch mit dem Journalisten dieses Artikels über dessen Dilettantismus. Denn dieser hatte in diesem Abschnitt Jürgen Martin und Martin Jürgen verwechselt. Der Journalist wurde eindringlich gebeten, über seine Einstellung zum Qualitätsjournalismus nachzudenken.

Ich bin Journalist

Journalismus ist für mich keine Frage des Unternehmens, des Mediums, der Ausbildung oder des puren Anspruchs. Sondern eine Frage des Handelns. Ausbildung kann dazu allerdings hilfreich sein. Muss aber nicht, wie Sie möglicherweise bei manchen, selbstverständlich vereinzelten, ausgebildeten Journalisten nachvollziehen können. Qualität ist eine Eigenschaft, die sich aus den Ergebnissen des Handelns ergibt.

Apropos Journalismus. Journal kommt nicht von ungefähr von Jour.

Das Journal [ʒʊrˈnaːl] (frz. journal [ʒuʀˈnal] = Zeitung, Tagebuch) ist eine besondere Form des Tage- oder des Notizbuchs.

Es dient dem Notieren thematisch orientierter Einfälle. Methodisch wird dies beim so genannten Journal-Writing im Bereich journalistischer Recherche, wissenschaftlicher Forschung und schriftstellerischer Arbeit umgesetzt. Es bildet ein wichtiges Handwerkzeug für das Kreative Schreiben.

[ Wikipedia: Journal (Buch) ]

So, jetzt versuchen Sie einmal mir zu folgen:

  1. Ich schreibe täglich (in diesem elektronischen Buch und/oder in anderen)
  2. Ich notiere Einfälle, Ideen, Beobachtungen
  3. Meine Einfälle orientieren sich thematisch
  4. Die Notizen ordne ich thematisch beispielsweise durch Kategorien und Schlagwörter zu
  5. Ich recherchiere
  6. Gleichzeitig generiere ich dadurch unzählige schriftstellerische Erzeugnisse
  7. Ich bin und schreibe kreativ (oder wie wollen Sie diesen Artikel sonst bezeichnen?)

Ich bin Journalist.

Über die Qualität meiner Ergebnisse lasse ich mit mir diskutieren. Aber ich bin Journalist.

P.S.: Ich hoffe, Sie haben nicht alles kommentarlos und ohne eigene Recherche für bare Münze gehalten. Denn (um mit Martins Worten zu schreiben) über diesem Text prangt das Logo eines renommierten Medienhauses: INJELEA.

Ich möchte mich bei Ihnen entschuldigen. Es tut mir leid. Eine äußerst ernst gemeinte Kolumne.

Ich genieße es sehr, weitgehend unabhängig von Raum, Zeit und verschiedenen Endgeräten wie beispielsweise MacBook, iPhone oder Boxee Box zu sein.

Für gemeinsamen Speicher nutze ich Sugarsync und Dropbox. Meine persönlichen Lesezeichen habe ich quasi überall dank Xmarks. Und dann ist noch die unendliche Weite von Apps, Scriptlets, Addons und Buttons, die mich Inhalte vormerken und später genießen lassen. Weiterlesen

„Es gibt kein Bier auf Hawaii“ sang Paul Kuhn 1963 und begründete damit eine der größten Kulturlügen, gegen die auch heutige Hawaiisüchtige („Addicted“) wie ich immer noch zu kämpfen haben.

Meldungen wie die von Tagesschau.de („New York entdeckt das Bier„) erscheinen meinen unwissenden Zeitgenossen als ganz normal:

New York erlebt zur Zeit eine wahre Bier-Schwemme. Immer mehr Bars bieten „beer-tastings“ an, Proben von ausgefallenen Gerstensäften aus aller Welt. Restaurants in Manhattan empfehlen das passende Bier zum Menü. Wer es noch ausgefallener haben will, kann Bier-Cocktails probieren: Mit Tomatensaft, Limetten und Tequila.

Doch erzähle ich Ihnen, dass ich bereits 1983 Bier am anderen Ende der Vereinigten Staaten, auf Hawaii, getrunken habe, dann schauen sie mich ungläubig an. Auch wenn ich erzähle, dass ich jedes Mal dort Bier trinke (neben den ganzen leckeren Cocktails wie Blue Hawaii oder Mai Tai natürlich). Und sie wenden sich spätestens dann empört ab, wenn ich ihnen von Brauereien auf Hawaii berichte. Als ob ich sie „veräppeln“ wolle. Als ob ich jemals überhaupt irgend jemanden veräppelt hätte… Weiterlesen

Claudia Sommer beschreibt und beschreit geradezu „Das Ende der Link Economy„. Ich glaube nicht daran, ich bin dagegen, und ich gebe nicht auf.

Claudia Sommer hätte darüber schreiben können, ob sie das Ende der Link Economydas gut oder schlecht findet. Hat sie aber nicht. Sie hat das Ende beschrieben und „nur“ prophezeit:

Der von Facebook eingeführte Like Button ist Anfang vom Ende der Link Ökonomie und der Beginn des Web 3.0.

Ich halte das Ende der Link Economy, wenn es denn dann kommt, für schlecht. Ja, auch ich benutze den Like Button. Ja, mir gefallen auch Texte, Bilder, Videos. Aber ich gebe nicht auf, meine (Mis-)Wertschätzung und vor allem auch meine Meinung auf mehreren Wegen zu bekunden. Nicht immer passt es gerade. Nicht immer habe ich Zeit, Lust und Laune zum Verlinken. Doch Kommentare, Links und Zitate sind nicht tot und werden es auch nicht sein. Denn ich gebe nicht auf.

  • Ich like – na und? Wieso nicht?
  • Ich schreibe einen Artikel in meinem INJELEA-Blog und verlinke.
  • Ich poltere als Der Taumler, verlinke, zitiere.
  • Ich twittere, verlinke mit Kurz-URLs und kommentiere kurz und knapp.
  • Ich setze Facebook-Statusmeldungen ab – inklusive Links. Ich kommentiere auf Facebook die Statusmeldungen anderer.
  • Ich führe wieder eine Blogroll. Ich baue sie wieder auf. Und ich freue mich über einen Linktausch via Blogroll, wenn er nett zustande kommt – durch Dialog und Kommunikation wie mit mediaman evolution.

Ich glaube nicht an den Tod der Link Economy. Sie wird neben dem „Liken“ weiterbestehen und im Gegensatz dazu den Dialog am Leben erhalten. Nur mit „Like“ oder „Dislike“ alleine lässt es sich nicht leben. Oder reicht es Ihnen, wenn Ihnen Ihre Frau / Ihr Mann dutzende Male einen Kuss überbretzelt, aber kein einziges Wort mit Ihnen wechselt?

Der Tod der Link Economy? Nur über meine Leiche – oder durch das Leistungsschutzrecht!

P.S. Sie können helfen, das Leistungsschutzrecht zu verhindern ;-)

Das Ende der Link Economy

Aus gegebenem Anlass: Immer wieder erhalte ich auf Facebook Friend Requests von Personen, deren Name ich nicht kenne. Mag sein, dass ich vergesslich bin. Meiner Vergesslichkeit könnte nachgeholfen werden, wenn denn die Person ein Bild von sich und kein Icon als Profilbild hätte. Das wäre das Mindeste.

Es würde noch viel mehr helfen, wenn die Person etwas mehr von sich auf ihrem Profil freigeben würde als nur diesen Satz:

[…] only shares some profile information with everyone. If you know […], send him a message.

„Some information“ ist aber nur der Name. Sonst nichts.

Möglicherweise könnten dann weitere Informationen wie Ortschaft/Stadt, Unternehmen, Interessen oder einige Basisinformationen helfen. Vielleicht ein Link zum XING-Profil, weil da mehr Information steht? Möglicherweise, auch wenn ich keine Lust habe mich für ein paar grundlegende Informationen durchzuklicken.

Aber so was von kein Profil?

Also bitte: Ein paar Basisinformationen auf der Facebook-Profilseite müssen schon sein. Oder ein kurzer Satz wie „Hallo, beschäftige mich auch mit Enterprise 2.0, würde mich über Austausch freuen“ oder „Wir haben uns letzte Woche auf der XYZ-Konferenz unterhalten…“

Langsam nerven mich diese Friend Requests, von denen ich dann sage: So unhöflich kann doch kein Friend sein. Sind sie aber.

Ich werde diese Friend Requests nicht ignorieren. Das geht nicht, ich muss etwas tun. „Not now“ ist zunächst das einzige, was mir bleibt. Dann muss ich auf die Seite der Friend Requests, muss dann auf „Hidden Requests“ klicken, und kann dann sagen „Delete Request“.

Schade eigentlich, denn

(The sender won’t know)

Immerhin kann ich dann nach dem „Delete Request“ noch sagen „Don’t know […]“

Alles sehr umständlich. Wie wäre es mit einem „Auto Delete after x Days“? oder einem „Auto Don’t know after x Days“?

Irgendwie die Pest, man will sowas nicht haben und kann sich nicht wehren.

Das Treffen in Brakel

Dieser Autor weiß nicht, wieso er dieses Groschenheft entdeckte. Sehr wohl weiß er, was ein Groschenheft ist. Er selbst hat noch welche gekauft: Hefte, die nur ein paar Groschen kosteten, und die im Allgemeinen periodisch erschienen. Zum Verstandnis jüngerer Leser sei angemerkt: Ein Groschen war eine 10 Pfennig-Münze, zumindest zu der Zeit und für den Autor, als er ebensolche Hefte kaufte. „Perry Rhodan“ war für den Autor ein solches Groschenheft, ein Groschenroman, der gleichzeitig in fünf (!) verschiedenen Auflagen erschien. Damals kostete ein Heft noch nur 70 Pfennige, man kann es also getrost noch als ein Vielfaches eines Groschen bezeichnen, heute kostet es ein wenig Vielfaches eines Euro. Von einem Euroheft zu sprechen wäre jedoch geschmacklos.

Aber dieser Autor schweift ab. Es geht um das Groschenheft „Das Treffen in Brakel“:

Fünf Autoren auf einem Schloss in Ostwestfalen, fernab der Zivilisation. Sie essen, trinken, reden, rauchen – und schreiben. Mit ihren Geschichten geben sie sich die Klinke in die Hand. Sozusagen.

Dieser Autor hatte im Kiosk um die Ecke gestöbert und war über den Namen einer der Autoren dieses Groschenheftes gestolpert. Dieser Autor liest gerne den Martenstein und hat auch schon über ihn geschrieben. Was, das weiß er nicht mehr, aber es muss nichts Schlechtes gewesen sein. Immerhin sind wir beide Scheinjuden.

Jetzt liest dieser Autor dieses Groschenheft der Autoren, Schreiberlinge, Journalisten, Dichter und was sonst noch alles Alex Capus, Harald Martenstein, Tilman Spengler, Joseph v. Westphalen und Willi Winkler. Sie schrieben es in Brakel, auf Schloss Gehrden (wo auch immer dies in Ostwestfalen sein mag), auf Einladung von FSB. Nein, es handelt sich nicht um den russischen Geheimdienst, sondern um die Franz Schneider Brakel GmbH, einen Türklinkenhersteller. Weiterlesen