Kolumne

Immer wieder und in letzter Zeit vermehrt erhalte ich E-Mails oder sogar Briefe und Umschläge (ich!) mit Anfragen von Personen oder Gesellschaften, die ich zuvor nicht kannte und die mir ein Angebot unterbreiten. Lesen Sie sich dies durch, bevor Sie dies tun.

Gastartikel

Gerne gebe ich jemandem die Gelegenheit zu einem Gastartikel im Blog, wenn das Thema des oder der Gastartikel zu meinen Interessen und den Themen meines Blogs passen. Also beispielsweise nicht für Gastartikel zu Lotterien oder Versicherungen. Auch nicht, wenn Sie durch einen Artikel im Internet auf mich aufmerksam geworden sind.

Affiliate-Partnerprogramme

Ich habe kein Interesse an Affiliate-Partnerprogrammen, Linktausch oder ähnlichen Aktionen für meine Webauftritte. Auch dann nicht, wenn

  • dadurch erhöhte Zugriffszahlen möglich sind oder sogar versprochen werden oder
  • das Layout automatisch an das Aussehen meiner Website angepasst wird.

Konferenzen

Ich gehe sehr gerne auf (Un-)Konferenzen. Ich halte auch gerne Vorträge auf (Un-)Konferenzen. Wenn Sie mir eine Konferenzteilnahme schmackhaft machen wollen, dann:

  • Schicken Sie mir kein Papier sondern elektronische Exemplare (Sie kennen doch „E-Mail“? Da gibt es „Anhänge“.).
  • Noch besser: Schicken Sie mir eine persönliche Nachricht, in der Sie auf die entsprechenden Informationen wie Konferenzprogramm im Internet verlinken.

Eine Bitte noch: Das Konferenzthema sollte zu mir und meinen Themen passen ;-)

Lehrgänge

Ich habe kein Interesse an irgendwelchen Lehrgängen wie „Netzwerkkompetenz wie?“, „Kommunikation effektiver gestalten“. Auch und insbesondere nicht, wenn Sie über eine Internet-Recherche auf micht aufmerksam geworden sind.

Wenn ich Bedarf an einem Lehrgang habe, dann recherchiere ich selbst und frage in meinem Netzwerk.

Ablage „P“

Auf Kontaktaufnahmen, welche diese Kriterien nicht (oder leider doch…) erfüllen, landen in der Ablage „P“ wie Papierkorb. Auch wenn es eine elektronische Kontaktaufnahme ist.

  • Eine unpassende elektronische Kontaktaufnahme entsorge ich entweder mit einem kurzen Hinweis auf diesen Text oder unkommentiert.
  • Eine unpassende papierne Kontaktaufnahme entsorge ich bestenfalls unkommentiert.

Ach ja: Wenn ich mich durch mehrfache unpassende Kontakaufnahmen (insbesondere wenn ständig mit demselben Text) genervt fühle, dann kontaktiere ich Sie, unterhalte mich ganz nett mit Ihnen und erkläre Ihnen die Situation. Übrigens: Wie viele Euro kostet Sie eine Arbeitsstunde?

(Frauen wissen, was Männer wünschen – wenn diese eine Wunschliste haben)

Die allerbeste aller Ehefrauen @manuela hat ihrem GöGa (GötterGatten) ein Gadget zu Weihnachten geschenkt: Eine Boxee-Box! Eine Box, die seine Informationslandschaft verändern wird.

In weiser Voraussicht und aus reinem Eigennutz führt dieser Autor auf Amazon.de eine Wunschliste. Primär tut er dies, um sich selbst in geeigneter Situation aus eben diesem Fundus selbst bedienen zu können. Doch es begab sich zu dieser vorweihnachtlichen Zeit des Jahres 2010, da ihn seine allerbeste aller Ehefrauen reichlich fordernd bat: „Schau nicht mehr in Deine Amazon-Wuschliste, wenn Dir…“. So also tat er genau dieses nicht mehr und erhielt am Heiligen Abend eine Boxee-Box! Über die freute er sich gar sehr, denn aus reinem Spieltrieb nur hatte er sich diese jene Schachtel auf seine Liste getan. Und Männer seien wohl die größten Spielkinder, so hatte er einmal gehört.

So spielt dieser Autor nun also mit dieser Schachtel („Box“) und freut sich sehr. Blöde nur, dass er immer wieder durch irgendwelche gesellschaftlichen Verpflichtungen (z.B. Eltern oder Freunde besuchen, Essen, sich mit der besten aller Ehefrauen unterhalten) von diesem seinen Spieltriebe abgehalten wird. Weiterlesen

Ein Hinweis im Kommentar von Stig Pfau zu „Social Media der Streitkräfte: Deutsch und britisch“ führte mich zum Army Live Blog („The Official Blog of the United States Army„). Neben der umfangreichen Blogroll in der rechten Spalte überraschte mich der Artikel „TEDxPentagon„:

At first glance, TEDxPentagon seemed to be just another addition to the military’s land of acronyms and abbreviations. At least that’s what I thought when I was invited to attend.  After further research, I found that TED-Technology, Entertainment, Design-was so much more.
[…]
TEDxPentagon was held Friday at the Navy Memorial Burke Theater in Washington D.C.  The Office of the Secretary of Defense Public Affairs hosted this event featuring 11 speakers from across the DoD.

(DoD: Department of Defense / Verteidigungsministerium)

Army und TEDx? Zwei „Formate“, die eigentlich nicht zusammen passen, wenn man an das (vermeintlich) verkrustete hierarchische Image vieler Streitkräfte denkt. Bei der Suche nach „tedx“ und „pentagon“ fand ich dann auf Flickr das Fotoalbum TEDX Pentagon (Profil) vom U.S. Africa Command:

As part of an independently organized TED talks, the Department of Defense is hosting TEDxPentagon, a military focused speaker series featuring stories from men and women of the U.S. Armed Forces. DoD’s TEDxPentagon event, which will be streamed live on the Web, is entitled „The Human Stories“ and will feature 10 service members, including GEN Ward, and one Army spouse.

(USAFRICOM All rights reserved)

Die Kontakte auf Flickr beinhalten unter anderem PACOM (United States Pacific Command), Chairman of the Joint Chiefs of Staff, Commander, U.S. Pacific Fleet und U.S. Department of State.

Auf „Armed with Science“ gibt es den Artikel „TEDxPentagon: What are the Human Stories?„:

By sharing “The Human Stories” with you, TEDxPentagon hopes to reinforce the idea that our military’s strength is not in its physical assets, but in the men and women who continually perform amazing acts of heroism in their own unique way.

Armed with Science schreibt über sich:

In January 2009, the Defense Media Activity launched, “Armed with Science: Research and Applications for the Modern Military,” a weekly webcast highlighting the importance of science and technology to the modern military. The program featured interviews with Defense Department scientists, engineers.

Auch da gibt es eine umfangreiche Blogroll.

Wenn ich das alles so auf mich einwirken lasse, dann werde ich durch die schiere Masse an Angeboten der US-Streitkräfte bzw. des DoD fast erdrückt. Das sagt nichts über die Qualität aus, aber doch über den Umgang mit Social Media. Es gibt viele Auftritte und viele Verlinkungen von den klassischen Websites aus.

Rant

Die Bundeswehr wirkt daneben äußerst blass und vor allem: Rückständig.

Genauso rückständig, wie sich die Regierung, die Regierungsparteien und der Bundesminister der Verteidigung bislang in der Diskussion über die zukünftige Aufgabenstellung, die Struktur und die Größe der Bundeswehr verhalten haben. Offizielle Stellungnahmen, die außer Allgemeinplätzen nichts enthalten. Dass die Bundeswehr kleiner werden soll, dass die Wehrplicht in der Diskussion steht – das weiß ich seit den Neunzigern. Von den ursprünglich fast 700.000 Soldaten (Bundeswehr und NVA) im Jahr 1990 soll die Truppenstärke weiter auf unter 200.000 schrumpfen. Aber selbst bei dem Parteitag der CDU gab es keine Festlegung, wie groß die Bundeswehr (Personenstärke) sein soll (obwohl der Herr BMVg mehr Redezeit als bei der CSU hatte) . Wobei – sollte da nicht zuerst die Aufgabenstellung definiert werden? Um dann über benötigte Personenzahlen und Ausrüstungen zu sprechen? Seit dem Mauerfall drückte sich bislang jede Regierung davor, konkret zu werden und eine Vision für die Bundeswehr aufzuzeigen.

Deswegen erwarte ich auch nicht, dass die Bundeswehr besonders innovativ mit Social Media umgeht. Denn ihr fehlt die strategische Ausrichtung.

Seit dem ersten November können Bundesbürger den neuen Personalausweis bestellen. Abgesehen von möglichen Datenschutzbedenken und dem „gehackten Personalausweis“ gibt es seit ein paar Tagen Verwirrungen um die Vor- und Rufnamen in Pässen und Personalausweisen. Doch wozu haben wir schließlich unsere Ministerien? Genau, damit sie uns Bürger als fleißige, verständige und verständliche Helfer zur Seite stehen. So auch das Bundesministerium des Innern, das prompt die Verwirrungen in Deutsch sich bemühte zu entwirren.

Diese EntWirrungen stehen dann auch konsequent zur DesInformation des Bürgers auf dem Personalausweisportal des Ministeriums zum Abrufen mittels dieses Interdingens bereit. Am 19. November verklärte das Bundesministerium des Innern die Vor- und Rufnamen in Pässen und Personalausweisen. Die VErklärung ist für mich allerdings etwas… verwirrend und veranlasste mich zum Nachdenken und zu Fragen: Weiterlesen

Vor ein paar Tagen entdeckte ich den Stanza Reader für mein iPad. Der Stanza Reader kann verschiedene E-Book-Formate (z.B. MOBI) lesen und von verschiedenen Plattformen herunterladen. So also stöberte ich soeben auf den Plattformen nach freien Büchern und stieß auf eine Rede des von mir so gerne gelesenen wenn nicht sogar bewunderten Autors Mark Twain, der nicht nur ein fabulöser Autor war: Hawai’i war eines seiner schriftstellerischen Objekte, die er zum Subjekt einer Reihe von Briefen machte, die er in verschiedenen Lokationen Hawai’is wie Honolulu schrieb, und die im Sacramento Union veröffentlicht wurden. Für meine regelmäßigen Leser mag daraus sogleich der weitere Grund für meine Bewunderung ersichtlich sein.

Ich fand eben diese Rede „Die Schrecken der deutschen Sprache“ in einem Verzeichnis über den Stanza Reader auf Feedbooks.com, von wo aus ich sie als E-Book direkt aus der Reader-Anwendung heraus in den Reader herunterlud, der im Übrigen nicht der Gegenstand dieser Betrachtung sein soll, sondern er soll der Inhalt eben dieser Rede sein. Mark Twain hielt diese Rede am 21. November 1897 vor dem Presse-Club in Wien, wobei er einige Vorschläge zur Verbesserung der deutschen Sprache unterbreitete, die er, was auch für mich nach wie vor und immer wieder sehr erstaunlich ist, hervorragend sprach und schrieb, und in der Mark Twain auch auf seine gerne gewählte ironische Art und Weise zurückgriff. Weiterlesen

Stopp von Anssi Koskinen

Ich bin dagegen, dass Mitarbeiter am Arbeitsplatz ihre Zeit und die Zeit ihres Arbeitgebers vertrödeln, während sie etwas besseres zu tun haben: Arbeiten. Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat entgehen in Deutschland den Unternehmen wertvolle Produktivkräft. Kein Wunder, dass wir Deutschen es nie so richtig behende von Null auf Hundert schaffen.

Der Grund ist offensichtlich: Wir Deutschen vertrödeln unsere Zeit mit Facebook. Viel schlimer: Facebook mag neu sein – das Vertrödeln ist es nicht. Seit Jahren werden Millionen unseres Bruttosozialproduktes in den Wind geschossen. Deutsche Mitarbeiter quatschen in der Kaffeeküche. Deutsche Mitarbeiter verrauchen sinnlos Zeit und schädigen dabei auch noch ihre Gesundheit. Obwohl… das treibt immerhin den Anteil der Gesundheitsbranche am Bruttosozialprodukt in die Höhe. Deutsche Mitarbeiter sitzen sich sogar am Schreibtisch gegenüber und diskutieren die neuesten Bundesligaspiele und -ergebnisse. Deutsche Mitarbeiter telefonieren mit Frau, Mann, Kind, Kegel, Studienkollegen, Vereinskollegen und wem auch sonst noch. Die jüngeren, die mittleren und die älteren Mitarbeiter SMSen sich die Finger wund.

All dies tun sie anstelle dass sie ihre ganze Arbeitskraft für ihren fürsorglichen Arbeitgeber einsetzen. Welch Verschwendung! So kann es nicht weitergehen! Deswegen bin ich gegen Facebook, Twitter und überhaupt das ganze Internet am Arbeitsplatz für jeden und jederzeit! Deswegen habe ich Verständnis für Unternehmen wie Daimler, das Facebook an einigen Standorten gesperrt haben soll:

Jeder fünfte Büroangestellte nutzt bei der Arbeit soziale Online-Netzwerke wie Facebook und Twitter. 41 Prozent rufen laut einer Umfrage ihre privaten Emails ab. Das ist vielen Arbeitgebern ein Dorn im Auge. Daimler geht nun dagegen vor.

[ n-tv.de: Daimler verbietet Facebook via @westerbarkey ]

Deutsche Mitarbeiter sollten sich auf deutsche Tugenden wie Fleiß, Strebsamkeit und Ehrlichkeit besinnen – wenn sie arbeiten. Doch warum arbeiten sie dann nicht? Vielleicht, weil zu Arbeitsteilung, Hierarchie und Organisation in klassischen deutschen Unternehmen eine weitere Tugend gehört: Verantwortung. Führungskräfte sind verantwortlich für ihre Mitarbeiter. Wie kommt es also, dass deutsche Mitarbeiter seit Jahrzehnten wertvolle Arbeitszeit ihrer Unternehmen verschwenden? Erhalten Sie keine Arbeitspakete von ihren Führungskräften? Werden sie etwa nicht geführt?

Ich bin dafür, dass Mitarbeiter gelegentlich auch während ihrer Arbeitszeit privat kommunizieren. Solange ihre Arbeit nicht darunter leidet. Dafür sind beide verantwortlich: Sie selbst und ihre Führungskräfte.

Unternehmen verlangen von ihren Mitarbeitern Flexibilität. Sie sollten sie auch ihren Mitarbeitern zugestehen.

Kailua Beach

Jochen Mai hat in seiner neuen Bürokolumne auf dem Portal der Wirtschaftswoche Tipps gegeben, wie Sie entspannter im Büro ankommen. Ich fahre nahezu jeden Arbeitstag von der Mainzer Rheinseite über das Nadelöhr der Schiersteiner Brücke nach Wiesbaden. Für 30 Kilometer benötige ich zwischen 30 und 90 Minuten. Wie komme ich entspannt(er) also im Büro an?

Dauernde Spurwechsel bringen nichts.

Stimmt. Ich habe mich für die rechte Spur auf der Autobahn entschieden. Denn links fahren die Eiligen: Sie bremsen sich und andere ständig selbst aus und sind sowieso in der Überzahl. Ich fahre rechts vorbei.

Jeden Tag denselben Weg zu fahren, ist Gift für unseren Geist.

Ich versuche es. Was angesichts der Brückensituation allerdings schwierig ist. Schätze ich jedoch die Lage aufgrund von Wetter und/oder Tageszeit und/oder Jahreszeit und/oder (Nicht-) Urlaubszeit kritisch ein, so fahre ich durch Vororte von Mainz und fahre erst kurz vor der Brücke auf.

Das gibt mir auch die Gelegenheit zu einer Weiterlesen

Vor wenigen Tagen hat Su Franke auf dem Namics Weblog den Social Media Starter (der keinesfalls Guideline sein wollte) veröffentlicht. Klaus Eck greift den Artikel auf, vergleicht den Tenor der Inhalte und meint „Keine Angst vor Social Media Guidelines„:

Es mögen nur Begrifflichkeiten sein, die Namics von den Vorschlägen des Hightech-Verbandes Bitkom trennt, aber sie zeigen, wie schwer sich viele Unternehmen mit den neuen Regeln tun. Schließlich haben einige Facebook-Nutzer das Gefühl, ihr privates Vergnügen soll zwar nicht verboten, aber zumindest eingedämmt und (für das Business) zweckentfremdet werden. Wem gehören die Kontakte auf Xing nach dem Ausscheiden eines Mitarbeiters? Dem Unternehmen? Ist das wirklich undenkbar und die tatsächliche Debatte der Arbeitsrechtlicher absurd? Sie findet zumindest statt.

Namics‘ Starter kommt vom Tenor her wesentlich „freundlicher“ weg für die Mitarbeiter als Bitkoms Guidelines. Und da taucht die alte Fragestellung wieder auf: Wem gehören die Kontakte? Dem Arbeitgeber? Oder mir? Sind das nicht meine Kontakte?

Da ist es bereits, dieses „Possesivpronomen“ (besitzanzeigendes Fürwort). Welch ein schrecklicher Begriff mit welch schrecklicher Bedeutung:

Mit diesem Begriff bezeichnet man Pronomen, die ein Abhängigkeitsverhältnis – oft ein konkretes Besitzverhältnis – zum Referenten ausdrücken, beispielsweise mein Haus, sein Auto, ihre Oma.

Die Kontakte, die in einer Liste auf Facebook, Xing, Linkedin oder irgendeinem von mir gepflegten Adressbuch stehen, das sind Menschen. Mit diese Kontakten hatte ich Kontakt – elektronisch oder persönlich oder beides. Diese Kontakte stehen in solchen Listen, weil ich persönlich mich dazu entschieden habe, sie dort einzutragen (oder meine Zustimmung gegeben habe). Dies war weder die Entscheidung meines Arbeitgebers noch eine Entscheidung, die ich aufgrund meines Arbeitsverhältnisses getroffen habe. Irgendwann begann sich meine persönliche Sphäre mit meiner „Job-Sphäre “ zu vermischen. Inzwischen kommen vermehrt Personen auf die Liste, mit denen ich aus meinem Jobkontext Kontakt hatte. Doch diese Menschen sind auf dieser Liste aus persönlichen Gründen und ausschließlich aufgrund meiner persönlichen Entscheidung.

Diese Kontakte gehören nicht meinem Arbeitgeber. Vielleicht nehme ich dies sogar in meinem nächsten Arbeitsvertrag auf, sicherheitshalber.  Auch die nach Beginn eines Arbeitsverhältnisses in einer solchen Liste von mir hinzugefügten Kontakte gehören dann nicht meinem nächsten Arbeitgeber. Denn Sie gehören auch nicht mir. Diese Kontakte sind Menschen, Menschen sind nicht besitzbar – sie gehören niemandem außer sich selbst.

Gebrauch der Hilfsverben als Vollverben [Bearbeiten]

Nicht in jeder Verwendung sind die Verben „haben“, „werden“ oder „sein“ Hilfsverben. Sie können auch als eigenständige Verben auftreten.

[…] „Haben“ dient zumeist besitzanzeigend oder als Zuordnung eines Sachverhaltes zum Subjekt („Otto hat ein Auto“, „Ich habe Bauchschmerzen“).

[ Wikipedia: Hilfsverb ]

Deswegen habe ich keine Kontakte.

Mein Leben ohne Internet? Dieses Wochenende verbringe ich zusammen mit der allerbesten aller Ehefrauen in Berlin. Dies nahm ich zum Anlass für einem Selbstversuch. Ich war erfolgreich.

Ein Wochenende ohne Internet in Berlin zu verbringen, das müsste doch zu schaffen sein, sagte ich mir. Dann könne ich dieses Experiment doch problemlos auf mein Leben ausweiten. Zunächst einmal ginge es doch nur um ein Wochenende in der Hauptstadt, auch wenn es sich um ein verlängertes Wochenende handelte. Berlin, die Hauptstadt! So viel zu entdecken, so viel zu erleben! Für Ablenkung wäre dann also gesorgt.

Vorsorglich, für alle Fälle eines Fehlschlages, wählte ich ein Hotel mit kostenlosem WLAN. Und damit ich im Falle eines Falles nicht mitten in der Nacht feststellen sollte, dass mir ein Endgerät fehlt, nahm ich mein iPhone und mein iPad mit nach Berlin.

Das erwies sich als Glücksfall, denn trotz mehrfacher Ansätze musste ich meinen Selbstversuch erfolgreich unvermittelt des Öfteren abbrechen und in die gewohnten Verhaltensmuster zurück fallen.

So sei es denn. Ich ergebe mich dem unabwendbaren Schicksal.

Ich bin wieder online. Endlich.


Falls Sie Unterstützung bei einem eigenen Feldversuch benötigen: http://twitter.com/fwhamm
Geschrieben mit meinem iPhone
Nach Diktat immer noch verreist

Das Zeit-Magazin widmet sich diese Woche der Frage „Typisch jüdisch?“ und den Dramen, die das Leben eines jeden Juden bestimmen: Gott, Sex, Mutter, Geld, Identität und Liebe. Als ob das typisch jüdisch wäre. Aber irgendwie doch. Wirklich? Irgendwie erwischt es doch jeden damit, mit diesen Themen.

Andererseits erwischt es jeden irgendwann damit, in eine Schublade gesteckt zu werden. Harald Martenstein beispielsweise, der in seiner Kolumne bekennt:

Ich gehöre zum dreizehnten Stamm des jüdischen Volkes. Ich bin ein sogenannter Scheinjude. Seit mein Name in der Zeitung steht, bekomme ich vier oder fünf Mal im Jahr Briefe, in denen ich als Jude angesprochen, als Jude gelobt oder als Jude beschimpft werde.

Ich bin auch einer dieser Scheinjuden. Potentiell zumindest. Ich kann mich zwar nicht daran erinnern, jemals als Jude beschimpft oder gelobt worden zu sein. Aber es hätte sein können, und es könnte mich jederzeit erwischen. Denn ich bringe Voraussetzungen dafür mit:

  • Meine Körpergröße gab im Wachstum bei 1,74 Meter auf. Ich bin nicht gerade kleinwüchsig aber jedenfalls kein großer Deutscher.
  • Blonde Haare habe ich auch keine. Ich habe schwarze Haare. Also früher jedenfalls. Inzwischen drängt sich die Farbe Grau Silber immer mehr in den Vordergrund.
  • Ich reite gerne auf der Geschichte der Deutschen herum und bestehe darauf, man müsse aus der Geschichte etwas lernen (andererseits sollte jeder etwas aus der Geschichte und den Geschichten der Menschheit lernen).
  • Ich zucke bei rechtsradikalen Parolen zusammen (bei linksradikalen allerdings auch).
  • Ich habe eine schräge Nase, die sich etwas in die eine Gesichtshälfte – also eher als zur Mitte hin – neigt. Manchmal kokettiere ich damit, dass ich in einer Schlägerei meiner wilden Jugendzeit etwas abbekommen hätte („Ihr solltet die anderen drei sehen!“). Tatsache ist jedoch, dass ich mich ganz selten geprügelt habe (Obwohl ich dann … verloren habe? Ist das typisch jüdisch?). Die schräge Nase muss wohl genetisch sein (spricht das für jüdisch?).
  • In meiner Schulzeit habe ich mehrfach Hava Nagila gejodelt. Ich weiß, das ist schon ewig her. Aber das hebt mich gegenüber Martenstein hervor. Der hat das anscheinend noch nicht, denn sonst würde er nicht seine Idee so hervorheben, mit Esther Kogelboom in einer Laubhütte am Alexanderplatz Hava Nagila jodeln zu wollen.
  • Ich gehe gerne in Synagogen und habe dort ein irgendwie ergriffenes Gefühl. Jedoch gehe ich auch gerne in christliche Kirchen oder Moscheen oder andere Gotteshäuser. Dort fühle ich mich ebenfalls irgendwie ergriffen. Vielleicht hängt das mit meinem seltsamen Gefühl für Geschichte zusammen.
  • Ich könnte mich als einen „Freund Israels“ bezeichnen, weil ich vieles bewundere, was Israel geschaffen hat. Aber ich mag nicht, dass Israel vieles zerstört hat.
  • Ich bin kein reiner Deutscher (ich weiß jedoch nicht einmal, was ein reiner Deutscher ist). Tatsache ist: Ich weiß recht wenig über meine Vorfahren. Mein Vater kommt aus Rheinhessen, es gibt hier viele „Hamms“, aber wer weiß schon, wer davor von woher aus welchem Volk oder welchem Glauben kam. Meine Mutter kommt aus dem Odenwald. Ihre Großmutter hat mir vor vielen Jahren erzählt, dass mein Ur-Urgroßvater (alles mütterlicherseits) um 1880 als Gastarbeiter aus Italien kam und den Krähbergtunnel mitbaute (Gastarbeiter gab es nicht erst in den 1960ern!). Aber vielleicht hatte der einen jüdischen Vorfahren, und ich habe dadurch die geringe Körpergröße, die schiefe Nase und das schwarze Haar. Vielleicht war einer seiner Vorfahren aber auch ein Arier, der im Rahmen der Völkerwanderung aus Asien nach Italien verschlagen worden war.

Mein Versuch, mich als Scheinjude zu legitimieren, ist nur unwesentlich von Erfolg gekennzeichnet. Aber es bleiben berechtigte Zweifel daran, dass ich keiner bin. Jeder könnte einen Anlass dafür haben oder finden, dass ich einer bin. Sogar ich. Sogar, dass ich jüdische Vorfahren habe(n könnte).

Tatsache ist, dass mich Themen wie Gott, Sex, Mutter, Geld, Identität und Liebe beschäftigen. Bin ich deswegen ein Jude? Nein. Aber einer dieser Scheinjuden, wie jeder einer ist oder sein könnte.

Wahrscheinlich bin ich auch ein Scheinpalästinenser, ein Scheinchrist, ein Scheinaraber, ein Scheinarier, ein Scheindeutscher, ein Scheinmensch und ein Scheinaußerirdischer. Gründe dafür gibt es immer, wenn ein Mensch nach Gründen für Schubladen oder für Vorurteile sucht.