Rechercheverwaltung: Suchen und Finden ist nicht alles.

Zur Verwaltung von Rechercheergebnisse habe mir ich Evernote, OneNote, Scrivener, Zotero und (außer Konkurrenz) Pocket betrachtet. Mir geht es um das Ablegen, das Anreichern und das Wiederfinden von Rechercheergebnissen. “Literaturverwaltung” triff es nicht genügend – ich nenne es Rechercheverwaltung.

Im Februar schrieb ich über meine Entscheidung, Scrivener fürs Bloggen zu verwenden. Jenen Artikel schrieb ich mit Scrivener. Scrivener ist kein Markdown-Editor, aber es lässt sich damit in Markdown schreiben. In Scrivener habe ich über dreißig “Artikel-Dummies” angelegt und mit ein paar Metadaten versehen. Nach meinem ersten Eindruck ließen sich viele Artikel sehr gut mit Scrivener verwalten und bearbeiten. Doch inzwischen entschied ich mich für ein anderes Schreib-Setup mit Todoist, Evernote, Zotero und WriteMonkey. Insgesamt besteht jedoch das Schreiben zu einem großen Teil aus der Recherche.

In diesem Artikel beschreibe ich meine Eindrücke, wie sich Rechercheergebnisse mit Scrivener oder anderen Werkzeugen verwalten lassen. Der Fokus liegt auf der Recherche im Browser und das unmittelbare Ablegen. Dabei geht es mir nicht um die Suche nach Quellen und Material sondern um das “Abspeichern” und Verwalten von Ergebnissen einer Recherche. Die Recherche selbst erfolgt beispielsweise mit der Google-Suche (oder anderen Web-Suchmaschinen), aber auch mit der Twittersuche, mit der Suche in abgelegten Lesezeichen in Bookmarkdiensten wie Pinboard oder Diigo, in Amazon oder mit/in anderen Diensten. In den Ergebnissen der Suchen befinden sich einzelne Ergebnisse, die möglicherweise oder wahrscheinlich für den Artikel, das Buch oder die Artikelserie interessant sein können. Die Ergebnisse können beispielsweise Blogartikel, Nachrichten, Produktinformationen auf einer Website, Pressemitteilungen, Bücher (inkl. ISBN) oder Whitepaper (als PDF).

Diese Ergebnisse gilt es für den eigenen Zugriff abzulegen und für die weitere Verwertung beispielsweise mit Schlagworten oder Notizen zu versehen. Beim Schreiben dann dienen diese Rechercheergebnisse und deren Zusatzinformationen sowie eventuelle Verknüpfungen als Quellenmaterial für den eigenen Artikel, die eigene Artikelserie oder das eigene Buch. Das verstehe ich unter Rechercheverwaltung fürs Schreiben:

  • Ablegen: Recherchematerial ablegen (d.h. Importieren von Seiten, Artikeln, Dateien), möglichst vollständig für vom Original unabhängigen Zugriff.
  • Anreichern: Recherchematerial mit Zusatzinformationen versehen (strukturierte und unstrukturierte Metadaten), auch zum Verknüpfen von Recherchematerial untereinander oder zu einem Artikel/Thema.
  • Wiederfinden: Recherchematerial wiederfinden (Suche über Inhalt und Metadaten, Sortierung, Gruppierung).

In den drei Rubriken Ablegen, Anreichern und Wiederfinden vergebe ich dann nach meinen Eindrücken je Produkt ein bis fünf „coole Smileys“ (einige Smileys hat WordPress „eingebaut“), wobei die Coolness bei fünf Smileys richtig gut ist. Außerdem informiere ich noch kurz über die Möglichkeit, das Tool gemeinsam mit anderen zu benutzen („Zusammenarbeit„).

Ich verwende den Begriff “Rechercheverwaltung”, weil mir der deutsche Begriff “Literaturverwaltung” nicht hinreicht (schließlich geht es um mehr als Literatur). Auch der englische Begriff “Reference Manager Software” erscheint mir ungenügend, denn da geht es um die Verwaltung von Referenzen. Doch mir geht bei “Rechercheverwaltung” auch um Grundlagenmaterial, Hintergrundmaterial, Experten, Ankündigungen, Diskussionsgruppen (beispielsweise in Foren, Facebook).

Diese Tools habe ich mir angeschaut:

  • Evernote
  • OneNote
  • Scrivener
  • Zotero
  • Pocket (außer Konkurrenz)

Ich habe mich bewusst auf Tools beschränkt, die ich mindestens schon etwas kenne. Weitere Tools (”Reference Manager”) wie Mendeley und Docear habe ich daher außen vor gelassen. Sicherlich gibt es noch weitere Werkzeuge. Welches Tool können Sie empfehlen (und warum)?

Damit die einzelnen Tools im Artikel ebenso für diejenigen greifbar sind, die das Tool nicht selbst einsetzen, habe ich einen Artikel ausgesucht, den ich in allen Tools mit ausgesuchten Screenshots begleite.

Die fiktive Situation: Ich bereite einen Artikel über BarCamps vor und darüber, wie sich „Barcamper“ auf ein Barcamp vorbereiten. Dabei stoße ich auf den Artikel „How to Barcamp – von der Idee zur Session“ von Insa Künkel (auf Twitter: @textinsicht). Der Artikel gefällt mir sehr gut, und ich teile die Ansicht der Autorin. Deswegen beschließe ich, mir den Artikel als Quelle für meinen eigenen Beitrag aufzuheben.

Ich liebe Barcamps. Warum? Weil ich neugierig bin. Mich gerne überraschen lasse. Zudem habe ich immer Ideen für Themen, die ich mit anderen diskutieren möchte.

Evernote

Evernote benutze ich seit 2009, und seit 2010 habe ich einen Premium-Account. Damals habe ich mir vor unserem Hawai’i-Urlaub einen Premium-Account geholt, um in einem Notizbuch einen Reiseführer mit unseren Reiseunterlagen offline auch auf meinem iPhone zur Verfügung zu haben. Bereits mit der kostenlosen Version lässt sich Evernote sehr umfangreich nutzen. Doch auch wenn es inzwischen viele Möglichkeiten gibt, online zu sein, ist es für mich nach wie vor wichtig, auf wesentliche Rechercheergebnisse offline zugreifen zu können.

Meistere alle deine Aufgaben – Evernote ist für alles, was du vorhast, der richtige Ort.

Evernote gibt es für MacOS und Windows sowie für praktisch alle Mobilgeräte (iOS, Android). Für Windows gibt es eine App im Store.

Ein großer Vorteil von Evernote ist der Evernote Web Clipper. Mit dieser Browsererweiterung lassen sich Webseiten in Evernote abspeichern als

  • Artikel (d.h. ohne Kopf-, Fußzeile und Navigation),
  • Artikel ohne Formatierung,
  • Ausschnitt des markierten Inhalts,
  • ganze Seite,
  • Lesezeichen oder
  • Schnappschuss (Screenshot).

Je nach Konfiguration speichert der Clipper die Notiz immer in ein festgelegtes bestimmtes Notizbuch, oder Evernote wählt aufgrund des Artikelinhalts das Notizbuch selbst aus.

Das funktioniert seit Jahren bereits erstaunlich gut. Zur Not markiere ich entsprechende Teile eines Artikels im Browser und füge sie über die Zwischenablage in eine Evernote-Notiz ein. Dann musste ich allerdings die Adresse (URL) manuell hinzufügen, was ansonsten der Web Clipper automatisch übernimmt. Den Artikel versehe ich dann mit Schlagworten. Die Schlagworte sind entweder fachlich (also über den Inhalt wie “Science Fiction” oder “Collaboration”), oder sie sagen etwas über die Verwendung aus. So kann ich eine Notiz mittels Schlagwörtern einem oder mehreren Projekten oder Kunden zuordnen. 1

Rechercheverwaltung: Index-Notiz in Evernote

Rechercheverwaltung: Index-Notiz in Evernote

Fürs Schreiben lege ich für einen Artikel selten ein eigenes Schlagwort an. Meistens habe ich eine “Index-Notiz”, in der ich meine Artikelidee kurz umschreibe. Anschließend füge ich Links zu anderen Notizen in Evernote hinzu, wie zu solchen, die ich über den Web Clipper als Notiz in Evernote angelegt habe (grüne Links).

Pro:

  • Sehr gutes Importieren von Webseiten. Dateien aller Formate können in einer Evernote-Notiz abgelegt und werden.
  • Eine sehr gute Suchfunktion inklusive einer umfangreichen Suchsyntax.
  • Für praktisch alle Mobilgeräte (iOS, Android) oder Notebooksysteme (MacOS/Windows) gibt es Software/Apps.
  • In der erfassten Seite lässt sich einfach Text hinzufügen.
  • Dateien lassen sich sehr einfach (beispielsweise per Drag & Drop) in eine Notiz einfügen. Das Bearbeiten solcher Dateien ist dann aber etwas umständlich.

Contra:

  • Tags (Schlagworte) sind die einzige Möglichkeit, strukturiert Informationen über einen Artikel abzulegen.
  • Beim Windows-Programm bemerke ich immer wieder “Hick-Ups” während denen Evernote für ein paar Sekunden nicht reagiert. Außerdem wird manchmal der Inhalt einer Notiz in der Übersicht nicht angezeigt, erst nach dem Öffnen einer Notiz durch einen Doppelklick zeigt den Inhalt an. Das nervt einfach.
  • Seit einigen Monaten gibt es immer wieder Gerüchte über eine mangelnde Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Evernote hat Stellen abgebaut und kappt derzeit viele Tools und Funktionen.
  • In Evernote habe ich ein paar tausend Notizen für unterschiedliche Zwecke wie ein persönliches Journal, Recherchematerialien, eigene Notizen für Planungen oder “Merker”, das führt dazu, dass Evernote für mich etwas unübersichtlich wurde.

In Kürze:

  • Ablegen: 8-) 8-) 8-) 8-) 8-)
  • Anreichern: 8-) 8-) 8-)
  • Wiederfinden: 8-) 8-) 8-) 8-) 8-)

Zusammenarbeit: Notizbücher können freigegeben und von mehreren Nutzern (wenn auch nicht parallel) bearbeitet werden.

Screenshots

Rechercheverwaltung mit Evernote: How to Barcamp - Auswahl

Rechercheverwaltung mit Evernote: How to Barcamp – Auswahl

Rechercheverwaltung mit Evernote: How to Barcamp - Auswahl in Evernote

Rechercheverwaltung mit Evernote: How to Barcamp – Auswahl in Evernote

Rechercheverwaltung mit Evernote: How to Barcamp - Artikel ohne Formatierung

Rechercheverwaltung mit Evernote: How to Barcamp – Artikel ohne Formatierung

Rechercheverwaltung mit Evernote: How to Barcamp - Artikel ohne Formatierung in Evernote

Rechercheverwaltung mit Evernote: How to Barcamp – Artikel ohne Formatierung in Evernote

Rechercheverwaltung mit Evernote: How to Barcamp - Artikel

Rechercheverwaltung mit Evernote: How to Barcamp – Artikel

Rechercheverwaltung mit Evernote: How to Barcamp - Artikel in Evernote

Rechercheverwaltung mit Evernote: How to Barcamp – Artikel in Evernote

Rechercheverwaltung mit Evernote: How to Barcamp - Ganze Seite in Evernote

Rechercheverwaltung mit Evernote: How to Barcamp – Ganze Seite in Evernote

Rechercheverwaltung mit Evernote: How to Barcamp - Anmerkungen in Evernote

Rechercheverwaltung mit Evernote: How to Barcamp – Anmerkungen in Evernote

OneNote

In meinem “Office 365 Business Premium”-Abonnement ist OneNote enthalten. Ich lese immer wieder, OneNote sei ein besseres Evernote – aber auch, dass Evernote ein besseres OneNote sei. Wieder andere sagen, beide seien in Wirklichkeit gar nicht vergleichbar. Ich kenne OneNote nur sehr oberflächlich und habe noch nicht wirklich mit OneNote gearbeitet. Doch ich habe mir OneNote ganz kurz angeschaut, um damit eventuell Rechercheergebnisse zu verwalten.

Alle Ihre Notizen auf allen Ihren Geräten

OneNote gibt es für MacOS und Windows sowie für praktisch alle Mobilgeräte (iOS, Android). Für Windows gibt es eine OneNote-App im Store.

Der OneNote Clipper zum Importieren von Webseiten ist inzwischen “okay”, und es gibt ihn auch als Plugin für Firefox. Mit dem OneNote Clipper lässt sich das Notizbuch direkt auswählen. Microsoft hat sich viel Zeit gelassen, aber inzwischen importiert der Clipper recht gut

  • Artikel,
  • Schnappschüsse (Screenshots, vom OneNote Clipper „Bereich“ genannt) und
  • ganze Seiten.

Was mich beim Clipper immer wieder stört: Er vergisst den Account, mit dem ich angemeldet bin. Dann muss ich mich entweder wieder anmelden (was im Clipper sehr schnell geht) oder ich muss den Account wechseln, weil ich plötzlich mit meinem Microsoft-Account anstelle mit dem „Office 365“-Account angemeldet bin.

Da ich OneNote bislang noch nicht intensiv eingesetzt habe, und ich mich auch für diesen Artikel nur kurz damit beschäftigte, begebe ich mich ein wenig aufs Glatteis und freue mich über Korrekturen und weitere Informationen.

Eine Sache fasziniert mich allerdings: Die Möglichkeit, mit dem Stift Anmerkungen und Hervorhebungen vorzunehmen.

Pro:

  • Sehr gutes Importieren von Webseiten. Dateien aller Formate können in einem Notizbuch abgelegt werden.
  • Es gibt eine gute Suchfunktion, die auch notizbuchübergreifend suchen kann.
  • Man kann Notizen innerhalb von OneNote verlinken.
  • Ein Notizbuch ist quasi gekapselt, darin kann ich gut Informationen fokussiert ablegen und bearbeiten.
  • Das Anreichern von Inhalten soll mit einem Stift sehr gut gehen.
Rechercheverwaltung mit OneNote: How to Barcamp - Anmerkungen in OneNote

Rechercheverwaltung mit OneNote: How to Barcamp – Anmerkungen in OneNote

Zu meiner Schande habe ich noch nicht mit einem Stift gearbeitet, seitdem ich mein neues Notebook (HP Spectre x360) habe – auch wenn ich bereits einen Stift habe. OneNote steht – nicht nur deswegen – auf meiner Liste. Vor kurzem beispielsweise hat mir Stephan List auf seinem Toolblog vielversprechende Hinweise zur Nutzung von OneNote gegeben („OneNote für das Projektmanagement„). Es könnte also durchaus sein, dass ich mein Urteil über OneNote demnächst revidiere.

Contra:

  • Ich habe keine Möglichkeit gefunden, strukturiert Informationen (”Metadaten”) über einen Artikel oder eine Notiz abzulegen.
  • Sowohl in Seitenlisten oder in Suchergebnissen werden nur ein paar Zeichen des Titels angezeigt, es gibt keine weitere Informationen zu den Notizen (Evernote beispielsweise zeigt die ersten Sätze an und einen Thumbnail).
  • Zwar gibt es eine notizbuchübergreifende Suche, aber eine einfache Liste oder gar eine „Metadatensuche“ beispielsweise über Schlagworte, um mir einen schnelle Übersicht zu verschaffen, fehlen mir.

In Kürze:

  • Ablegen: 8-) 8-) 8-) 8-)
  • Anreichern: 8-) 8-) 8-) 8-)
  • Wiederfinden: 8-) 8-) 8-)

Zusammenarbeit: Notizbücher können freigegeben und von mehreren Nutzern – auch gleichzeitig – bearbeitet werden.

Screenshots

Rechercheverwaltung mit OneNote: How to Barcamp

Rechercheverwaltung mit OneNote: How to Barcamp

Rechercheverwaltung mit OneNote: How to Barcamp - Ganze Seite in OneNote

Rechercheverwaltung mit OneNote: How to Barcamp – Ganze Seite in OneNote

Rechercheverwaltung mit OneNote: How to Barcamp - Ganze Seite in OneNote

Rechercheverwaltung mit OneNote: How to Barcamp – Ganze Seite in OneNote

Rechercheverwaltung mit OneNote: How to Barcamp - Bereich (Screenshot) in OneNote

Rechercheverwaltung mit OneNote: How to Barcamp – Bereich (Screenshot) in OneNote

Rechercheverwaltung: OneNote-Suche

Rechercheverwaltung: OneNote-Suche

Scrivener

Scrivener (MacOS/Windows) benutzte ich eine Zeitlang im Februar. Scrivener gibt es nur als Kaufversion, lässt sich jedoch für 30 Tage testen. Die Idee von Scrivener ist nach meinem Eindruck, beim Schreiben von Texten, die inhaltlich zusammenhängen, möglichst viel in einer Umgebung zu haben. Also angefangen bei der Rechercheverwaltung bis zur Ausgabe des Artikels.

Scrivener is a powerful content-generation tool for writers that allows you to concentrate on composing and structuring long and difficult documents.

Doch wie sieht es mit der Rechercheverwaltung von Scrivener aus?

Für den Import von Dateien unterstützt Scrivener im wesentlichen Dateien im Format Word, OpenOffice, HTML, Text und RTF. Andere Dateien wie PDF können durch Drag and Drop in Scriveners Rechercheordner gezogen werden. Außerdem hat Scrivener einen Import für Webseiten als reinen Text, PDF-Dokument und MHT (in komplett ein Archiv gepackte HTML-Seite).

Die Importe von Webseiten haben mich enttäuscht, vermutlich weil ich die Importe von Evernote gewohnt bin. Reiner Text geht, aber es ist reiner Text, der sich dann sehr, sehr sperrig lesen lässt (immerhin kann ich dann auch Inline-Kommentare anlegen). Die PDF-Datei, die aus der Webseite entsteht, ist okay, aber sehr sperrig, denn sie umfasst die ganze Seite mit Navigation, Sidebars, Kopfzeile, Fußzeile. Da könnte ich gleich eine PDF-Datei aus der Webseite mit Print Friendly & PDF erzeugen.

Über die Zwischenablage lässt sich eine Seite in einen Text (d.h. Dokument) importieren, aber das Ergebnis ist unvorhersehbar gut oder schlecht. Insgesamt ist das alles sehr mäßig. Hinzu kommt, dass ich mitten im Beutezug (aka „in der Recherche“) vom Browser nach Scrivener wechseln muss, um dort den Import aufzurufen. Dann dauert der Import sogar von reinem Text (nachvollzogen von mir auf zwei Windows-Rechnern) recht lange – und ich bekomme oft einen Hinweis (den ich bestätigen muss), dass der Import lange dauern würde. Abschließend muss ich mich auch noch zwischen der empfohlenen Systemcodierung oder einer anderen Codierung wie UTF-8

Bei Evernote oder OneNote kann ich hingegen „on the fly“ aus meiner Rechercheumgebung „Browser“ heraus mein Material ablegen – und das ist innerhalb von zwei bis drei Sekunden erledigt.

In Scrivener sind alles Dokumente (Seite, Ordner, PDF …), für die eine Zusammenfassung, Notizen, Schlüsselworte (auf Projektebene definierbar), Schlüsselwörter, benutzerdefinierbare Meta-Daten und Kommentare angelegt werden können. Bei Seiten oder Ordnern (de facto sind das Seiten mit Unterseiten) können Inlinekommentare und Fußnoten angelegt werden. Mit “Referenzen” können Verknüpfungen von einem Dokument zu anderen Dokumenten, zu Dateien auf der Festplatte oder ins Internet angelegt werden. Insofern bietet Scrivener vielfältige Möglichkeiten, Dokumente mit Metadaten und Verknüpfungen anzureichern.

Im Gliederungs-Editor lassen sich mehrere Dokumente in einer Liste mit auswählbaren Eigenschaften anzeigen, die Eigenschaften lassen sich da auch bearbeiten (beispielsweise Schlüsselwörter). Sortieren lassen sich diese Listen allerdings nur nach dem Namen – was auch gleich die Anordnung der Dokumente ändert. Die Suche lässt sich nach bestimmten Eigenschaften eingrenzen, auch lassen sich Suchen anlegen. Das fehlende Sortieren und Filtern lassen für mich Scrivener allerdings sehr unhandlich für die Rechercheverwaltung werden. Ein schneller Klick auf ein Schlüsselwort und die Anzeige aller Einträge (und zwar nur für die Rechercheeinträge)? Fehlanzeige.

Pro:

  • Flexibles Definieren und Verwenden von Schlüsselworten, Notizen, Kommentaren und Schlagworten
  • Eine sehr gute Suchfunktion (deren Benutzung allerdings umständlich ist), Suchergebnisse lassen sich als Sammlungen abspeichern
  • Dokumente lassen sich in selbst angelegten Sammlungen ablegen (dabei verbleiben sie in der primären „Mappe“, es wird nur eine Referenz abgelegt)

Contra:

  • Mäßiges Importieren von Webseiten als Text, da hier nur wirklich der Text extrahiert wird. Die PDF-Dateien enthalten die komplette Seite inklusive Nicht-Inhalt wie Navigation, Widgets.
  • Unflexibles Arbeiten mit Teilmengen und Eigenschaften (beispielsweise Schlagworten).

In Kürze:

  • Ablegen: 8-) 8-)
  • Anreichern: 8-) 8-) 8-) 8-) 8-)
  • Wiederfinden: 8-) 8-) 8-)

Zusammenarbeit: Scrivener ist ein reines Einzelnutzerprogramm. Eine gemeinsame Nutzung und Bearbeitung mit mehreren Benutzern ist nicht vorgesehen und nach meinem Stand auch nicht möglich. Ich testete Scrivener mit der Datenablage in meiner Cloud (Owncloud), aber verschiedene Berichte warnen vor inkonsistenten Datenbeständen, wenn man beispielsweise sein Projekt auf einen Rechner geöffnet lässt, und dasselbe Projekt auf einem anderen Rechner öffnet.

Screenshots

Rechercheverwaltung mit Scrivener: How to Barcamp - als Liste

Rechercheverwaltung mit Scrivener: How to Barcamp – als Liste

Rechercheverwaltung: Scrivener Importauswahl

Rechercheverwaltung: Scrivener Importauswahl

Rechercheverwaltung: Scrivener Importcodierung

Rechercheverwaltung: Scrivener Importcodierung

Rechercheverwaltung mit Scrivener: How to Barcamp - Scrivener in UTF-8-Text

Rechercheverwaltung mit Scrivener: How to Barcamp – Scrivener in UTF-8-Text

Rechercheverwaltung mit Scrivener: How to Barcamp - Scrivener in Text (Systemcodierung)

Rechercheverwaltung mit Scrivener: How to Barcamp – Scrivener in Text (Systemcodierung)

Rechercheverwaltung mit Scrivener: How to Barcamp - PDF in Scrivener

Rechercheverwaltung mit Scrivener: How to Barcamp – PDF in Scrivener

Rechercheverwaltung mit Scrivener: How to Barcamp - Print-Friendly-PDF

Rechercheverwaltung mit Scrivener: How to Barcamp – Print-Friendly-PDF

Zotero

Zotero ist eine Literaturverwaltungssoftware für Mac, Windows und Linux. Die Installation erfolgt standalone oder als Browsererweiterung für Firefox. Es gibt Plugins für Browser, Word und Libreoffice.

Zotero [zoh-TAIR-oh] is a free, easy-to-use tool to help you collect, organize, cite, and share your research sources.

Der Vorteil von Zotero liegt in der Optimierung für Literatur und strukturierten Daten. Das sorgt beispielsweise dafür, dass beim Speichern eines Buches von Amazon (vial Link) Daten wie ISBN oder Autor strukturiert abgelegt werden. Wikipedia-Seiten werden mit Daten wie Page Version ID abgespeichert, außerdem wird ein Snapshot abgelegt. Auch andere Webseiten werden mit der Browser-Erweiterung zuverlässig gut und mit einem Snapshot abgelegt.

Die Bibliothek von Zotero wird lokal gehalten aber synchronisiert mit der Zotero-Datenbank. Zotero unterscheidet “Data Syncing” (Einträge, Notizen, Schlagworte etc.) und “File Syncing” (Dateianhänge) (siehe Syncing). Speicher für Data Syncing ist kostenlos und hat keine Begrenzung, Speicher für File Syncing ist nur bis zu 300 MB kostenlos (2 GB für $20/Jahr, 6 GB für $60/Jahr, unbegrenzt für $120/Jahr). Der Clou ist jedoch, dass File Syncing für einem eigenem WebDAV-Speicher konfiguriert werden kann. Ich nutze daher meine Owncloud im eigenen NAS-Server, wo ich noch ein paar Terabyte frei habe.

Quellen haben sowohl vordefinierte Metadaten (wie Sprache, Autor, Titel) als auch frei definierbare Notizen, Tags (Schlüsselworte). Außerdem können Quellen untereinander referenziert werden („Zugehörig“). Alle Quellen werden in der Bibliothek abgelegt. Jede Quelle kann in keiner, einer oder mehreren Sammlungen abgelegt werden. Einer Quelle können mehrer unterschiedliche Anhänge zugeordnet werden, das können beispielsweise ein Snapshot (eine Offline-Version der Website in HTML mit Grafiken), ein PDF-Dokument oder jegliche andere Art von Datei sein. Im Gegensatz zu Scrivener, das Dateien selbst öffnet, übergibt Zotero dem Betriebssystem die Anhänge beim Öffnen. Ein Snapshot beispielsweise wird mit dem Browser geöffnet und ist in der Ansicht manchmal kaum von der Original-Website zu unterscheiden. Oft offenbart nur ein Blick in die Adresszeile des Browsers, dass die Dateien lokal gespeichert sind.

Eine Sammlung

… ist ein eigener Ordner, in den Einträge projekt- oder themenbezogen einsortiert werden können. Zu einer Sammlung können weitere Unterordner angelegt werden. Einträge in Sammlungen sind Aliase, keine Duplikate.

Das Browser-Plugin erkennt beim Clippen der Website, um welche Art von Quelle es sich handelt, verwendet unterschiedliche Icons und Metadatenstrukturierungen und benutzt dabei sogenannte Translators. Diese erkennen beispielsweise, ob es sich um einen Wikipedia-Eintrag oder um ein Buch bei Amazon handelt, und fügen entsprechende Metadaten hinzu.

Pro:

  • Es gibt eine Bibliothek für alles, man muss bei einem neuen Projekt nicht wieder neu beginnen, sein Recherchematerial aufzubauen.
  • Sehr umfangreiche Möglichkeiten mit Metadaten zu arbeiten.
  • Schlagworte lassen sich nicht nur frei vergeben sondern die Ergebnisse sehr gut danach filtern.

Contra:

  • Ein weiteres Programm, das lokal (standalone oder als Browsererweiterung) installiert werden muss.

In Kürze:

  • Ablegen: 8-) 8-) 8-) 8-)
  • Anreichern: 8-) 8-) 8-) 8-) 8-)
  • Wiederfinden: 8-) 8-) 8-) 8-)

Zusammenarbeit: Ich benutzte Zotero bislang nur als Einzelnutzer. Zotero bietet jedoch die Nutzung von Gruppen.

Screenshots

Rechercheverwaltung: Zotero-Plugin

Rechercheverwaltung: Zotero-Plugin

Rechercheverwaltung mit Zotero: How to Barcamp - Zotero-Liste

Rechercheverwaltung mit Zotero: How to Barcamp – Zotero-Liste

Rechercheverwaltung mit Zotero: How to Barcamp - Zotero-Snapshot

Rechercheverwaltung mit Zotero: How to Barcamp – Zotero-Snapshot

Pocket (außer Konkurrenz)

Pocket ist genau genommen kein Verwaltungssystem. Ursprünglich war Pocket nur ein Tool, um sich Artikel in eine “Read it later”-Liste abzulegen und später in aller Ruhe zu lesen. Demensprechend hieß Pocket früher auch “Read it later”. Inzwischen jedoch bietet Pocket beim Premium-Account weitere Möglichkeiten, die es zumindest teilweise für die Recherche interessant machen. Und ja: Ich habe einen Premium-Account und habe es deswegen mit aufgenommen :-)

Wenn du Dinge findest, die du dir später ansehen möchtest, dann speichere sie in Pocket.

Pocket gibt es als App für iOS, MacOS und Android sowie im Browser. Mittels Browser-Erweiterungen können Seiten zur eigenen Pocket hinzugefügt werden. Pocket gibt es als Integration in vielen Tools (wie RSS-Reader), um den aktuellen Artikel in der eigenen Pocket abzulegen.

Pro:

  • Tags (Schlagworte) für Seiten/Artikel.
  • Ein “Nur-Text-Modus”, der recht zuverlässig den Textinhalt (und teilweise auch Bilder) aus einer Seite/einem Artikel extrahiert und sehr angenehm zum Lesen darstellt.
  • Vorgeschlagene Tags (nur Premium-Account).
  • Alle bisher gemerkten Seiten werden in einer permanenten Bibliothek mit dem kompletten Text gespeichert (nur Premium-Account).
  • Sehr schnelle Volltextsuche in der permanenten Bibliothek (nur Premium-Account).

Contra:

  • Es können ausschließlich Webseiten abgelegt werden (indem sie in die “Pocket” gelegt werden).
  • Der Zugriff auf die Artikel in der permanenten Bibliothek funktioniert nur im Online-Zugriff.
  • Außer Tags gibt es keine weitere Möglichkeit, Seiten/Artikel zu kennzeichnen, also auch keine Notizen, Metadaten etc.

In Kürze:

  • Ablegen: 8-) 8-) 8-) 8-) 8-)
  • Anreichern: 8-)
  • Wiederfinden: 8-) 8-) 8-)

Zusammenarbeit: Es gibt keine Möglichkeit, eine Pocket mit mehreren Accounts gemeinsam zu nutzen.

Screenshots

Rechercheverwaltung mit Pocket: How to Barcamp - als Kacheln

Rechercheverwaltung mit Pocket: How to Barcamp – als Kacheln

Rechercheverwaltung mit Pocket: How to Barcamp - als Liste

Rechercheverwaltung mit Pocket: How to Barcamp – als Liste

Rechercheverwaltung mit Pocket: How to Barcamp - in Pocket

Rechercheverwaltung mit Pocket: How to Barcamp – in Pocket

Fazit und Empfehlung

Die Werkzeuge sprechen sehr unterschiedliche Bedürfnisse an. Und ich habe so meine Bedürfnisse für das Schreiben von (Blog-)Artikeln, wozu keines der Werkzeuge so richtig passt. Das sollten Sie im Hinterkopf behalten, wenn Sie sich diesen Artikel oder eines der Tools anschauen: Ich habe mir die Tools aus meiner Brille als „Online-Artikel-Schreiber“ angeschaut ;-)

  • Der Import von Webseiten ist bei Scrivener dermaßen schlecht, dass ich von Scrivener als mein Tool für die Rechercheverwaltung absehe. Die Verwaltung von Referenzen ist von der Oberfläche und Bedienung einfach unhandlich.
  • OneNote hat für mich Potential. Derzeit kenne ich OneNote einfach noch nicht gut genug. Meine Bedenken habe ich damit, einen übergreifenden Pool von Recherchen verwalten und verwenden zu können. Die Anmerkungen
  • Evernote ist sehr flexibel sowohl was den Import als auch was die Suche angeht. Ich werde weiterhin auf Evernote setzen.
  • Zotero scheint mir für den Aufbau einer Rechercheverwaltung sehr gut geeignet. Die Handhabung der Metadaten ist sehr flexibel.

PDF-Dateien von Web-Seiten kann ich mit PDF Friendly & PDF sehr gut erzeugen und in Zotero importieren. Whitepaper oder andere PDF-Dateien, die unter Umständen sehr groß sind, lassen sich in Zotero ebenfalls sehr gut importieren und verwalten. Das zusammen mit Online-Referenzen und Snapshots ist für mich sehr reizvoll.

Wenn ich eigene Notizen zusammen mit Fremd-Referenzen alle in dem großen Pool Evernote versammle, dann ist das einfach überbordend. Dazu kommt, dass Evernote die Inhalte in einer eigenen Datenbank ablegt. Die Größe einer Evernote-Datenbank liegt mit ein paar Tausend Notizen inklusive von Dateien sehr schnell im Gigabyte-Bereich. In der Datenbank-Datei (*.exb) sind dann auch alle Notizbücher enthalten inklusive den Dateien.

Meine Vorstellung und mein Fazit gehen dahin, dass ich auf ein Duo von Evernote für kleine schlanke Happen zur Gedankensammlung und von Zotero für Sammlungen von großen Dateien und umfangreichen Metadaten zur Referenzierung setze. Dadurch entlaste ich Evernote von viel Balast und nutze die Vorteile von Zotero. Für kleinere abgeschlossene Projekte setze ich vermehrt OneNote ein, um es besser kennen zu lernen.

Jeder sollte ein paar Tools ausprobieren und sich dann für die für ihn am besten geeignete Umgebung entscheiden.

Zum Stöbern


  1. Über das Vergeben von Schlagworten („Tags“) ließe sich ein eigener Artikel schreiben. Beispielsweise vergebe ich Schlagwörter wie „.P.<projektname>“, um alle Notizen zu einem Projekt wiederzufinden. Oder „.K.<kundenname>“, um alle Notizen zu einem Kunden wiederzufinden. Oder Aktionsschlagworte wie „.to.<tue das oder jenes>“ (wie „.to.writeabout“). Das funktioniert mit „lokalen“ Schlagworten sehr gut. Bei der Zusammenarbeit mit wenigen anderen lässt sich eine solche Namenskonvention einhalten. Bei vielen Co-Workern klappt das einfach nicht.  
Pomodoro-Timer

Nun, der Titel „Ich kann nicht Pomodoro!“ ist eindeutig schlecht gewählt und eigentlich nur meiner momentanen Schreiblaune geschuldet. „Ich kann nicht Pomodoro-Schreiben“ wäre etwas konkreter aber immer noch schlecht Deutsch.

Pomodoro? Schreiben?

Gerade habe ich im Rahmen eines Kundenauftrags einen Artikel geschrieben und abgegeben. Insgesamt habe ich etwa zweieinhalb Stunden für den Artikel aufgewendet.

Für das Zeitmanagement … okay, Zeit lässt sich nicht managen … für das Aufgabenmanagement gibt es verschiedene Methoden, Prinzipien (wie das Eisenhower-Prinzip) und Techniken. Eine der Techniken ist die Pomodoro-Technik:

Die Pomodoro-Technik (orig. pomodoro technique von italienisch pomodoro = Tomate und englisch technique = Methode, Technik) ist eine Methode des Zeitmanagements, die von Francesco Cirillo in den 1980er Jahren entwickelt wurde. Das System verwendet einen Kurzzeitwecker, um Arbeit in 25-Minuten-Abschnitte – die sogenannten pomodori – und Pausenzeiten zu unterteilen. Der Name pomodoro stammt von der Küchenuhr, welche Cirillo bei seinen ersten Versuchen benutzte.

(Seite „Pomodoro-Technik“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 10. Dezember 2015, 17:27 UTC. (Abgerufen: 10. März 2016, 12:03 UTC))

Sie kennen doch diese lustigen Küchenwecker in form einer Tomate?

Und so geht die Pomodoro-Technik:

Man lege eine Aufgabe fest, stelle den Wecker auf 25 Minuten, arbeite solange an der Aufgabe (und an sonst gaaaaar nichts!) bis der Wecker klingelt, pausiere für 5 Minuten, arbeite weiter an der Aufgabe für 25 Minuten, nach der 4. Arbeitsphase mache man eine längere Pause mit 15 Minuten.

Voilá. Habe fertig.

Andererseits gibt es diverse Studien, die aufzeigen, dass jegliche Ablenkung einen aus seiner konzentrierten Arbeit herauswirft. Anschließend braucht das Gehirn – je nach Studie – zwischen 10 und 20 Minuten, um wieder auf gleichem Produktivitätsniveau wie vor der Ablenkung zu sein.

Beispiel: Ich setze mir den Timer auf 25 Minuten und beginne mit konzentriertem Schreiben an einem Artikel für einen Kunden. Jegliche Benachrichtigungen des Rechners und des Smartphonse sowie das Telefon habe ich ausgestellt. Ahhhh … welche Ruhe! Dann schreibe ich und recherchiere ich und schreibe ich und bin mitten im Flow als … RRRRRRIIIIIIINNNNNNGGGG!

Der Wecker reißt mich aus meiner Konzentration. 5 Minuten bin ich jetzt gezwungen, nicht zu schreiben sondern etwas anderes zu tun (bei mir also typischerweise: Kaffee holen). Dann, nach 5 Minuten, fange ich wieder an zu schreiben. Doch ich bin voll aus meiner Konzentration gerissen und brauche weitere 10 Minuten, bis ich wieder „fully operational“ bin. Bäm!

Sie merken vermutlich, dass ich damit ein Problem habe. Für micht lohnt sich die Verwendung der Pomodoro-Technik zum längeren Schreiben von Artikeln nicht. Im Gegenteil: Dafür ist für mich die Pomodoro-Technik kontra-produktiv.

Tomighty: Habe fertig!

Tomighty: Habe fertig!

Doch wenn ich, so wie jetzt, einen kleinen Artikel zwischendurch schreibe, dann nehme ich beispielsweise Tomighty, klicke auf die Tomate und schreibe los. Jetzt beispielsweise zeigt Tomighty mir noch 8 Minuten und 47 Sekunden restliche Zeit an, bis der erste (und damit für diesen Kurzartikel letzte) Pomodoro-Slot zu Ende ist.

Dabei habe ich schon ein Titelfoto ausgewählt und in mein Blog hochgeladen. Allerdings muss ich noch …

So, jetzt noch …

Voilá. Habe fertig.

Office Online (Excel, Word etc.) besteht darauf, Menüs für freigegebene Dateien in meiner und nicht in der Sprache des Betrachters oder Bearbeiters anzuzeigen.

Excel ist seit Jahren die Standard-Tabellenkalkulation in Unternehmen. Doch der Thron wackelt. Seit einigen Jahren gibt es Google Tabellen. Der große Vorteil: Google Tabellen kann ganz einfach geteilt und von anderen im Browser bearbeitet werden.

Doch auch Excel gibt es seit einiger Zeit Online. Ein großer Vorteil aus meiner Sicht ist, dass es die Excel-Tabellen einerseits als Datei mit dem ganzen Funktionsumfang von Excel und andererseits als Browserversion mit einem Funktionsumfang, der für die meisten Einsätze ausreicht. Eine Excel-Datei kann mit Office 365 sowohl im eigenen Unternehmen als auch extern im Betrachtungsmodus und im Bearbeitungsmodus freigegeben werden. Für Externe gibt es einen Link, mit dem das anonyme Betrachten oder Bearbeiten möglich ist. Dabei wird sogar das Office-Menüband angezeigt.

Soweit, so gut. Doch leider wird das Office-Menüband immer mit meiner „Office 365“-Sprache angezeigt, mit der ich die Exceldatei angelegt habe (d.h. bei Office 365 in OneDrive for Business). Das gilt übrigens für alle Microsoft-Office-Dateien. Gebe ich jetzt eine Office-Datei frei und verschicke ich den Freigabelink an eine andere externe Person, greift diese Person über mein OneDrive for Business auf die Datei zu. Und damit mit den Einstellungen meines OneDrive for Business. Beispielweise mit meiner Sprache.

Excel Online - Menü-Sprache

Excel Online – Menü-Sprache

Dabei spielt es keine Rolle, mit welcher Rechnersprache oder mit welcher eingestellten Browsersprache die externe Person zugreift. Ich lege eine Datei an und verschicke den Freigabelink an jemanden beispielsweise in den USA oder in Frankreich. Diese Personen (gleich ob Betrachter oder Bearbeiter) sehen das Menü und das Menüband jedoch nicht in Englisch oder in Französisch sondern in Deutsch. Dieses Verhalten ist laut Microsoft-Support „Standarddesign“ und kann vom Betrachter oder Bearbeiter nicht beeinflusst werden.

Das ist absolut inakzeptabel.

Oder mit anderen Worten: Dieses Verhalten ist Mist.

 

Mein Schreib-Setup mit WriteMonkey

Für das Planen, Recherchieren und Schreiben von Artikeln setze ich auf Todoist, Evernote, Zotero und WriteMonkey. Anstelle einer „One size fits all„-Lösung habe ich mich für eine „best-of-breed„-Lösung entschlossen.

Seit über zehn Jahren blogge ich. Okay, ich blogge nicht nur sondern ich schreibe auch einfach nur Artikel (ich versuche einen „Casus Belli“ analog des Pallenberg-Falles zu vermeiden)1. Ich habe in über 40 Jahren Hausarbeiten, eine Diplomarbeit, Thesen, Konzepte, Essays, Ausschreibungen, Pflichtenhefte, Buchartikel geschrieben. Insgesamt habe ich Texte unterschiedlichster Art geschrieben. Die weitaus größte Anzahl an Texten jedoch umfasste weniger als zwei oder drei Tausend Wörter, und die meisten davon umfassten weniger als ein Tausend Wörter. Auch dieser Artikel wird deutlich unter zwei Tausend Wörter bleiben.2

Die Auszeichnungen bei solchen Artikeln halten sich im kleinen Rahmen. Fett, kursiv, Links, Aufzählungen, Zitate, bestenfalls Fußnoten. Dafür brauche ich kein Word und kein Layout – vor allem, wenn letztendlich das Format auf HTML hinausläuft. Also alles kein Hexenwerk. Doch das Planen, Recherchieren und Schreiben von mehreren solcher Artikel erfordert irgendwann doch ein Mindestmaß an Setup. Ob dann letztendlich alle Artikel wirklich Blogartikel sind, sei dahingestellt. Aber ein Großteil davon sind Blogartikel.

Nachdem ich zunächst dachte, Scrivener wäre eine geeignete Umgebung fürs Schreiben (und da fürs bloggende Schreiben), habe ich mir jetzt eine eigene Schreibumgebung zusammengestellt.3

  • Todoist (Planen)
  • Evernote (Recherchieren)
  • Zotero (Recherchieren)
  • WriteMonkey (Schreiben)

Bei meiner Hardware setze ich auf ein HP Spectre x360 (ein 13-Zoll-Notebook ähnlich einem Macbook Air) mit Windows 10, einen älteren aber zuverlässigen Desktop-PC mit Windows 10 und zwei 21-Zoll-Monitoren, ein iPad3 (das inzwischen mit iOS 9 recht lahm geworden ist) und ein HTC One. Konzentriertes Arbeiten und das eigentliche Schreiben erfolgen mit dem Notebook und dem Deskop-PC. Wenn ich bei dem iPad oder dem HTC auf etwas stoße, dann benutze ich sie zum Erfassen.

Nach einigem Ausprobieren habe ich mich also zu diesem – noch frischen – Setup zum Schreiben entschlossen. Ich bin selbst gespannt, wie es sich bewährt.

Todoist

Mein Schreib-Setup mit Todoist

Mein Schreib-Setup mit Todoist

Meine Schreibaufgaben verwalte ich in Todoist. Für meine Blogs und für Kunden habe ich jeweils ein eigenes Projekt in Todoist. Jeder Artikel, auch jede Idee, erhält eine Aufgabe mit einem „Arbeitstitel“ als Aufgabenname. Neben dem Namen kann jede Aufgabe diese Eigenschaften haben (muss sie aber nicht):

  • Prioritäten
  • Fälligkeitsdatum
  • Priorität
  • Erinnerungen
  • Kommentare
  • Unteraufgaben (beispielsweise „Recherchiere X,Y,Z“)

Möglicherweise kommt mir eine spontane Idee zu einem Artikel, von dem ich außer dem Arbeitstitel noch keine weiteren Vorstellungen habe. Dann lege ich eine Aufgabe direkt in Todoist an – oder ich schicke eine Mail an Todoist mit dem Arbeitstitel als Betreff und eventuell noch ein oder zwei erläuternden Sätzen als Text. Todoist macht daraus eine Aufgabe in meinem Todoist-Eingang.

Kommentare in Aufgaben benutze ich für Artikel in Todoist kaum, bestenfalls erläutere ich meine Idee mit ein oder zwei Sätzen im Kommentar. Alles weitere notiere ich in Evernote (oder direkt im Artikel).

Evernote

Sobald ich mehr als ein oder zwei Sätze zu einem Artikel notieren will, lege ich für den Artikel in Evernote eine Notiz mit demselben Arbeitstitel als Titel für die Notiz an. Außerdem kopiere ich mir den Evernote-Link zur Notiz. Den Aufgabennamen in Todoist versehe ich dann mit dem Evernote-Link:

evernote:view/27131/s1/512cacb9-93a1-4187-bee2-6c53724fc03c/519cacb9-93a1-4137-bei2-6c53441fc03c/ (Mein Schreib-Setup)

In Todoist bekommt der Aufgabenname ein Evernotesymbol, und beim Klicken auf den Aufgabennamen öffnet sich die Evernote-Notiz.

In der Evernote-Notiz hinterlege ich Gedanken(sprünge), Ideen, Aufzählungslisten, kurze Absätze im Unreinen und vor allem Links zu Quellen, über die ich irgendwann (oder beim Erstellen der Aufgabe) stolpere. Wenn ich ziemlich sicher bin, dass ich einen Quellenartikel für diesen Artikel verwenden werde, erfasse ich den Artikel mit dem Evernote Web Clipper. Wann immer es geht, speichere ich dabei nur den Artikel und nicht die komplette Seite („Page“) in Evernote. Den Evernote-Link zu dem Quellenartikel kopiere ich dann in meine primäre Aufgabennotiz. Damit habe ich die Aufgabennotiz und zugehörige Quellenartikel jederzeit auch offline zur Verfügung.

Wenn ich, beispielsweise beim Surfen, auf einen Artikel stoße und mir ein möglicher eigener Artikel dazu einfällt, lege ich eine Notiz in Evernote an. Das können beispielsweise sein:

  • Ein freier Text, dem ich bereits einen Arbeitstitel verpasse.
  • Ein Foto von etwas, das mir „über den Weg läuft“.
  • Ein Artikel, den ich mit dem Web Clipper erfasse.

Manchmal schiebe ich einen Text, ein Foto oder einen Artikel erst einmal in meine Inbox in Evernote. Bei meiner täglichen Morgen- oder Abendroutine stoße ich dann auf die Evernote-Notiz, lege ich gegebenenfalls noch meine Artikel-Notiz an, und lege ich eine Artikel-Aufgabe in Todoist an.

Evernote benutze ich eher für die Quellensammlung „on the fly“, während ich also gar nicht am Artikel schreibe (oder an einem ganz anderen). Ich stolpere in einem anderen Zusammenhang über einen Quellenartikel und denke mir, der könnte doch für „Arbeitstitel“ interessant sein. Also speichere ich ihn vorsichtshalber ab (oder den Link dazu.

Zotero

Mein Schreib-Setup mit Zotero

Mein Schreib-Setup mit Zotero

Neben Evernote benutze ich für die Quellenverwaltung (ich nenne es Rechercheverwaltung) weiterhin noch Zotero. Zotero ist eigentlich eine Literaturverwaltungssoftware für Mac, Windows und Linux. Die Installation erfolgt standalone oder als Browsererweiterung für Firefox. Es gibt Plugins für Browser, Word und Libreoffice.

Zotero [zoh-TAIR-oh] is a free, easy-to-use tool to help you collect, organize, cite, and share your research sources.

Der Vorteil von Zotero liegt in der Optimierung für Literatur und für strukturierte Daten. Das sorgt beispielsweise dafür, dass beim Speichern eines Buches von Amazon (vial Link) Daten wie ISBN oder Autor strukturiert abgelegt werden. Wikipedia-Seiten werden mit Daten wie Page Version ID abgespeichert, außerdem wird ein Snapshot (eine Offlineversion) abgelegt. Auch andere Webseiten werden mit der Browser-Erweiterung zuverlässig gut und mit einem Snapshot abgelegt. Auch PDF-Dateien lassen sich gut in Zotero ablegen, mit Eigenschaften wie Schlagworten versehen und per Volltextsuche recherchieren. Dabei können es sowohl PDF-Dateien zum Download sein (wie Whitepaper) als auch solche PDF-Dateien, die ich mit Print Friendly & PDF erzeugt habe.

Die Bibliothek von Zotero wird lokal gehalten aber synchronisiert mit der Zotero-Datenbank. Zotero unterscheidet “Data Syncing” (Einträge, Notizen, Schlagworte etc.) und “File Syncing” (Dateianhänge) (siehe Syncing). Speicher für Data Syncing ist kostenlos und hat keine Begrenzung, Speicher für File Syncing ist nur bis zu 300 MB kostenlos (2 GB für $20/Jahr, 6 GB für $60/Jahr, unbegrenzt für $120/Jahr). Der Clou ist jedoch, dass File Syncing für einem eigenem WebDAV-Speicher konfiguriert werden kann. Ich nutze daher meine Owncloud im eigenen NAS-Server, wo ich noch ein paar Terabyte frei habe.

Zotero benutze ich, wenn ich konkret für einen Artikel recherchiere. Dazu lege ich dann in Zotero eine Sammlung mit dem Arbeitstitel als Namen an. Eine Sammlung ist

… eigener Ordner, in den Einträge projekt- oder themenbezogen einsortiert werden können. Zu einer Sammlung können weitere Unterordner angelegt werden. Einträge in Sammlungen sind Aliase, keine Duplikate.

Ein Eintrag (also ein Buch, ein Artikel etc.) kann in mehreren Sammlungen sein. Wenn ich dann für einen Artikel recherchiere, kann ich zukünftig (so der Plan) auf ähnliche Artikel in einer anderen Sammlung zurückgreifen.

Ich gebe zu, dass die Zweiteilung der Quellen-/Rechercheverwaltung in Evernote und Zotero auf den ersten Blick unförmig wirkt. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass Evernote schnell unübersichtlich wird, wenn ich Hunderte von Artikel darin abgelegt habe. Wenn ich versuche, alles Mögliche und Unmögliche inklusive vieler großer Artikel in Evernote zu packen, wird mir Evernote einfach zu sperrig und überbordend.

WriteMonkey

Mein Schreib-Setup mit WriteMonkey (inkl. Jumps und Preview)

Mein Schreib-Setup mit WriteMonkey (inkl. Jumps und Preview)

Auf meinen Windows-Rechnern nutze ich WriteMonkey, ein sehr guter (wenn auch nicht unbedingt „sexy“) Markdown-Editor (mehr über Markdown-Editoren für Windows, Mac und online). Mit Markdown 4 konzentriere ich mich auf den Text und nicht die Oberfläche des Editors. Das beispielsweise kann WriteMonkey:

  • Wort- und Zeichenzähler
  • Überschriftennavigation
  • Fussnoten
  • Auto Save
  • Plugins (beispielsweise Lorem-Ipsum-Generator, Pomodoro-Timer), allerdings nur gegen eine finanzielle Unterstützung
  • Export in Word, HTML (Datei und Zwischenablage)
  • Zieldefinition und Fortschrittsanzeige (wie viele Wörter oder Zeichen ich schreiben möchte und schon geschrieben habe)
  • Umfangreiche Konfiguration wie Schriften, Farben, Hintergründen, Fußzeile
  • Wörterbücher
  • Konfigurierbare Nachschlagelinks für Online-Sites wie Wörterbücher, Wikipedia
  • Ablenkungsfreies Schreiben

WriteMonkey ist ein richtig guter Markdown-Editor, und darin ist er um ein Wesentliches besser als Scrivener.5

(Übrigens arbeitet Iztok Stržinar inzwischen an WriteMonkey 3)

Mein Schreib-Setup im Explorer

Mein Schreib-Setup im Explorer

In meiner Owncloud habe ich einen Ordner „Writing“ mit Unterordner für meine Blogs oder Kunden(blogs). Jeder Artikel bekommt im entsprechenden Unterordner eine Markdown-Datei mit dem Arbeitstitel als Dateinamen. Fotos oder Grafiken für den späteren Blogartikel bekommen als Dateinamen dann Arbeitstitel_Fotoname.Erweiterung.

Fazit

Artikel bis zu einer Länge von etwa 2.000 Wörtern werde ich zukünftig (soweit dem nicht andere Anforderungen entgegenstehen) in meinem Setup aus Todoist, Evernote, Zotero und WriteMonkey verwalten, recherchieren und schreiben. Weitere Vorteile hat die Verwendung unterschiedlicher Plattformen übrigens auch: Das schnelle Umschalten unter Windows mit ALT+TAB oder WIN+Tab sowie das „Fensterln“ auf zwei großen Monitoren auf meinem Schreibisch.

P.S. Wenn Sie sich fragen sollten, warum ich so viele Fußnoten in diesem Artikel erstellt habe, dann sollten Sie diese Fußnote lesen: 6.


  1. Eigentlich müsste ich jedoch nicht krampfhaft versuchen, einen Casus Hamm zu vermeiden, weil ich bedeutungslos bin
  2. WriteMonkey sagt mir, es wurden etwa 1.500 Wörter. 
  3. „Warum ich Scrivener doch nicht fürs Bloggen benutze“ ist genügend Stoff für einen weiteren Artikel, den ich … einen Moment bitte … in meine Artikelplanung in Todoist einfüge. 
  4. Siehe Markdown Syntax und Markdown Extra
  5. Einige Vorzüge von WriteMonkey, auch gegenüber Scrivener, hat Dane Tyler in „Why WriteMonkey?“ beschrieben 
  6. Bisher habe ich noch keine Fußnoten in Markdown benutzt, also probiere ich es einmal aus. 
Print Friendly & PDF

Lange Artikel in einer ablenkungsfreien Umgebung zu lesen macht Sie produktiver als sie „auf der Flucht“ zwischen Facebook, Twitter und E-Mail zu lesen. Mit Print Friendly & PDF können Sie lange Artikel mit der richtigen Konzentration und auch offline als PDF lesen.

In der Artikelreihe „Meine Tools“ stelle ich Ihnen Tools aus meinem Werkzeugkasten vor. Dabei handelt es sich um Software, Dienste oder auch einmal um ein Stück Hardware. Den Anfang mache ich mit „Print Friendly & PDF“.

Vielleicht kennen Sie das: Sie stoßen auf einen vielversprechenden Online-Artikel, aber Sie haben nicht die Zeit, um ihn sofort lesen. Und vielleicht kennen Sie bereits ein Tool wie Pocket, mit dem Sie den Artikel zum späteren Lesen vormerken können. Aber vielleicht ist es ein „Langleser“ (ein langer Artikel mit einer Vielzahl von Informationen), und Sie planen ihn wahrscheinlich später offline zu lesen. Und Sie würden den Artikel gerne als PDF abspeichern.

Vor längerem bereits stieß ich auf ein Tool, das eine solche Aufgabe recht zuverlässig erledigt, und auf das ich gerne für solche Fälle zurückgreife. Print Friendly & PDF entfernt fürs Lesen unnötige Elemente wie Navigationsmenüs, Anzeigen, Sidebars und Widgets. Falls Print Friendly & PDF dennoch solche Elemente nicht selbst entfernt, klicke ich darauf und voilá: Weg sind sie.

Reading with Print Friendly

Reading with Print Friendly

Irgendwann beispielsweise stolperte ich auf einen Artikel von Chris Winfield im Buffer-Blog: „The Ultimate Guide to Becoming Your Best Self: Build your Daily Routine by Optimizing Your Mind, Body and Spirit„. Als ich mit dem Lesen des Artikels begann, merkte ich, dass es ein „Langleser“ ist und dass ich ihn gerne als PDF abspeichern würde. Ich klickte auf mein Bookmarklet von Print Friendly & PDF. Die Seite wurde abgedunkelt und nach etwa 2 Sekunden erschien die druckfreundliche Version des Artikels. Nach einem Klick auf „PDF“ hatte ich eine gut formatierte PDF-Datei mit dem vollständigen Artikel: 25 Seiten voller Informationen, einschließlich Links und Lesezeichen in der PDF-Datei.

The Ultimate Guide to Becoming Your Best Self: Build your Daily Routine by Optimizing Your Mind, Body and Spirit (PDF, 2,5 MB)

Reading with Print Friendly: PDF

Reading with Print Friendly: PDF

Ich speicherte die PDF-Datei in meinem Verzeichnis „Lesestoff“ in meiner Owncloud. Owncloud ist ein Synchronisierungsdienst ähnlich wie Dropbox, den man auf dem eigenen Server installiert. Das Verzeichnis wird wie einige andere auch mit allen meinen Geräten synchronisiert. Ich kann PDF-Dateien sogar per Email auf meinen Kindle senden. Wenn ich mich in einen ablenkungsfreien Lesemodus wechsele, lehne ich mich oft im Zug oder auf der Couch zurück und öffne ich eines der mit Print Friendly & PDF generierten Dokumente.

Nach meiner Erfahrung ist Print Friendly & PDF sehr zuverlässig (auch wenn ab und an mal eine Aufzählungsliste verloren gehen kann). Das Bookmarklet von Print Friendly & PDF lässt sich sehr einfach und schnell als Lesezeichen ablegen.

Viel Spaß beim Ausprobieren: Print Friendly & PDF

Bloggen mit Scrivener

Vor kurzem noch bloggte ich über “die besten Markdown-Editoren für Windows, MacOS und Online”. Fürs Bloggen habe ich mich bislang auf WriteMonkey verlassen und wollte das bislang auch weiter tun. Jetzt werde ich es mit Scrivener versuchen.

Denn im Gespräch mit Jan Theofel auf Twitter ging es um das Schreiben eines Buches und dafür empfahl ich ihm Scrivener. Anschließend wurde ich nachdenklich. Für einen Blogartikel ist WriteMonkey eine sehr gute Wahl, doch ich fragte mich, wie das bei einer Artikelserie aussieht. Oder bei mehreren Artikeln, die Recherchen zu ähnlichen oder verbunden Themen erfordern. Schließlich beabsichtige ich, wieder mehr zu schreiben rund um die fachlichen Themen, die mich bewegen. Außerdem habe ich einen Auftrag angenommen, bei dem ich für einen Kunden viele Artikel zum Themenkomplex Intranet und Kollaboration schreibe. Diese Woche wollte ich damit anfangen (siehe “Joggen, Schreiben und #SunriseRun”).

Gestern also war der Tag, an dem ich anfangen wollte. Doch dann erinnerte mich an Scrivener. Scrivener ist genau genommen keine Textverarbeitung. Es ist ein Autorenprogramm für die Recherche, die inhaltlichen Verbindungen von Textabschnitten, das Strukturieren und das Schreiben eines Werkes. Das ist also mehr als “nur” Schreiben und Formatieren. Genau genommen ist eine Reihe von (Blog-)Artikeln zu einem Thema auch ein Werk, für das es einen kompletten Workflow von Recherche bis zur Ausgabe gibt:

  • Recherche: Das Wiederfinden von bereits gefundenem Material (beispielsweise in Lesezeichen, in Evernote oder in Pocket) oder das Suche von neuem Quellenmaterial (beispielsweise mittels Google)
  • Strukturieren des Recherchematerials: Das Ablegen der Recherchematerialien und das Zuordnen zu bestimmten Teilen des Werkes (beispielsweise einzelnen Artikeln einer Serie oder Kapiteln eines Buches)
  • Strukturieren des Werkes: Die Gliederung in Artikel oder Kapitel
  • Schreiben und Umschieben von Text (beispielsweise Absätze, Aufzählungen, Formatierungen, Links)
  • Ausgabe des Gesamtwerkes (beispielsweise ein Buch) oder von einzelnen Teilen (wie beispielsweise eines einzelnen Blogartkels).

Bisher hatte ich das alles verteilt in Evernote, Verzeichnissen, einzelnen Dateien (oder auch beispielsweise in WordPress selbst). Beim Erstellen insbesondere von mehreren Artikeln war das schnell unübersichtlich. Diese Unübersichtlichkeit hielt sich jedoch bei einzelnen Artikeln (die auch oft ohne Zusammenhang waren) in Grenzen beziehungsweise ließ sich mit ein bisschen Gehirnschmalz überblicken.

Bloggen mit Scrivener: Editor

Bloggen mit Scrivener: Editor

Vor einiger Zeit hatte ich mir eine Scrivener-Lizenz für ein Projekt (das nicht zustande kam) zugelegt. Am Donnerstag und heute nahm ich mir kurzfristig Zeit, Scrivener herunterzuladen und etwas in seine Philosophie einzutauchen. Für kurze und/oder isolierte Blogartikel werde ich weiterhin WriteMonkey benutzen. Aufgrund meiner Erfahrungen mit dem Eintauchens in Scrivener habe ich mich entschlossen, Scrivener fürs Bloggen einzusetzen.

Bloggen mit Scrivener: Editor (ablenkungsfrei)

Bloggen mit Scrivener: Editor (ablenkungsfrei)

Scrivener verfügt über ein sehr gutes und humorvoll geschriebenes Tutorial, und inzwischen gibt es das Tutorial auch in Deutsch. Tatsächlich ersetzt das Tutorial ein Buch zum Einarbeiten. Dabei unterstützt Scrivener den kompletten obigen Workflow. Beispiele für Funktionen von Scrivener:

  • Ablenkungsfreies Schreiben: Vollbilddarstellung, keine Symbolleisten, keine Titelleiste, „Typewriter-Modus“ (der aktuelle Absatz oder sogar die aktuelle Zeile wird auf dem Display vertikal zentriert).
  • Unterstützung eines Zeichen- oder Wortzählers, der in der Fußzeile angezeigt wird.
  • Unterstützung eines Zielmodus sowohl für das einzelne Dokument als auch für das Projekt (ein Werk wie beispielsweise ein Buch)mit dem man ein Ziel angibt (Anzahl Wörter).
  • Ausgabe in unterschiedlichste Formate wie MultiMarkdown, PDF, E-Book (epub, mobi), Word.
  • Vier verschiedene Anzeigemodi inklusive einer Pinwand (”Corkboard”).
  • Notizen, Kommentare, Inlinekommentare, Fußnoten.
  • Frei definierbare Schlüsselworte und Metadaten.
  • Automatisches Sichern im Sekundentakt.
  • Automatisches Anlegen einer Sicherung (auch als ZIP-Datei)
  • Verschiedene Projektvorlagen.

Mit den Ausschlag gab der Artikel “Bloggen mit Scrivener und MultiMarkdown” auf Scrivpost. Scrivpost ist ein Blog mit Tipps und Tricks zu Scrivener. Weitere Informationen zu Scrivener gibt es im Artikel “Scrivener im Test” vom August 2015.

Hier sind noch Links zu ein paar Schreibprogrammen:

Markdown-Editoren: WriteMonkey

Markdown-Texte zu schreiben ist einfach. Dazu reicht ein Texteditor wie Notepad oder sogar Vim oder EDLIN. Inzwischen gibt es viele Markdown-Editoren. Es gibt sie als Software für Windows/MacOS/Linux, als App für Mobil-Betriebssysteme wie iOS und Android sowie als App im Microsoft Windows Store. Markdown-Editoren stellen im Gegensatz zu reinen Texteditoren spezielle Funktionen für das Schreiben mit Markdown zur Verfügung.

Gelegentlich erhalte ich Hinweise auf weitere Markdown-Editoren. Deswegen schrieb ich den Artikel am 10.10.2016 grundlegend. Ich arbeite die Hinweise in den Artikel jetzt ein. Letztes Update 10.10.2016.

„Gute“ Markdown-Editoren

Gute Markdown-Editoren sollten für mich folgendes können:

  • Syntax-Hervorhebung durch entsprechende Formatierung des Textes beim Schreiben (beispielsweise eine Hervorhebung von Links, Überschriften im Editor).
  • Syntax-Vervollständigung (optional): Beispielsweise wird bei Eingabe einer öffnenden eckigen Klammer gleich eine schließende eckige Klammer hinzugefügt (optional, weil ich für Markdown normalerweies nicht wirklich viele Markups benötige).
  • Automatisches Hinzufügen eines Aufzählungszeichens beim Einfügen einer Zeile in einer Liste.
  • Vorschau des Textes als komplett formatierten Textes, wie er beispielsweise in einer Website aussehen würde (entweder Live oder auf Klick).
  • Exportieren des Markdown-Textes als Markdown und HTML sowie optional in weiteren Formaten wie RTF (Zwischenablage oder Datei)
  • Ablenkungsfreies Schreiben: Vollbilddarstellung, keine Symbolleisten, keine Titelleiste, möglicherweise sogar mit „Typewriter-Modus“ (der aktuelle Absatz oder sogar die aktuelle Zeile wird auf dem Display vertikal zentriert).
  • Unterstützung eines Zeichen-, Wort-, Zeilen-, Seitenzählers, der optional auch in der Fußzeile angezeigt wird (ansonsten aber jedenfalls als „Pop-up“).
  • Unterstützung eines Zielmodus, für den man ein Ziel angibt, wie viele Zeichen oder Wörter man in dem jeweiligen Dokument oder am Tag schreiben möchte.

Ansonsten gute Editoren wie der von mir sehr geschätzte FocusWriter (der ein sehr guter Editor fürs Ablenkungsfreie Schreiben ist) sind daher für mich keine wirklichen Markdown-Editoren.

Synchronisierung

Ein besonderer Punkt ist die Synchronisierung der Markdown-Dateien. Die Synchronisierung kann entweder über das Dateisystem erfolgen (indem man beispielsweise die Dateien in einem Dropbox-Ordner oder OneDrive-Ordner ablegt) oder das kann durch einen eigenen Synchronisierungsdienst erfolgen. Das schöne Einfache an Markdowndateien an sich ist ja eben, dass man sie auf einem anderen Gerät mit einem einfachen Editor bearbeiten kann. Inzwischen gibt es ein paar Online-Editoren, die eine Synchronisierung beispielsweise über Dropbox ermöglichen. Ein Szenario sieht also so aus: Ich bearbeite eine Markdowndatei auf dem Mac mit Byword (s.u.), später mal im Browser mit einem Online-Editor und dann auch noch auf dem Windows-Notebook mit …? Genau: Eigentlich bin ich auf der Suche nach einem guten Markdowneditor für Windows. Und jetzt schreibe ich einen Artikel über Markdown-Editoren.

Verschlüsselung

Bei der Synchronisierung kann es bei starken Sicherheitsansprüchen zu einer Herausforderung kommen: Normale Textdateien sind bei der Synchronisierung über einen Anbieter wie Dropbox, Microsoft oder Box für den Anbieter einsehbar. Zwar gibt es Lösungen wie Boxcryptor, die funktionieren allerdings nicht bei der Benutzung eines Online-Markdown-Editors wie StackEdit. Wer wirklich sicher und verschlüsselt mit Markdown arbeiten möchte, der wird auf keinen Online-Markdown-Editor setzen. Eine weitere Möglichkeit der Synchronisierung (neben Drittanbieter wie Boxcryptor für Public-Cloud-Anbieter) ist eine eigene „Cloud“. Ich benutze Owncloud auf meinem „Network Attached Storage„-Server (NAS-Server) in der Wohnung, die Synchronisierung erfolgt ausschließlich mit HTTPS.

Markdown-Editoren für Mac oder iPad habe ich hier etwas vernachlässigt, da ich seit kurzem wieder ein Windows-Notebook habe und mit Byword und iA Writer sehr zufrieden bin.

Ich habe inzwischen mehrere Markdown-Editoren mehr oder weniger intensiv benutzt oder kurz angetestet. Einige davon stelle ich hier vor. Ich hatte mich bei der ersten Veröffentlichung des Artikels auf kostenlose Markdown-Editoren beschränkt, wobei es bei einigen davon eine Kauf- oder Abonnement-Version gibt. Inzwischen habe ich jedoch Editoren aufgenommen, die es nur gegen Bezahlung gibt.

Software

In alphabetischer Sortierung.

Byword (MacOS, iOS)

Auf dem Macbook Air benutze ich Byword als Markdown-Editor, der fast alle meine Anforderungen erfüllt. Allerdings gibt es ihn nur für MacOS und iOS. Meine Markdowndateien kann ich – weil Markdowndateien eben nur Textdateien sind – aber auch auf meinem Windows-Notebook bearbeiten.

Haroopad (Windows, MacOS, Linux)

Markdown-Editoren: Haroopad

Markdown-Editoren: Haroopad

Haroopad gibt es als Programm für verschiedene Betriebssysteme. Unter Windows wird er im Benutzerverzeichnis installiert.

  • Export als HTML und PDF
  • Live-Vorschau einspaltig, zweispaltig oder dreispaltig
  • Zeilen- und Wortzähler
  • Markdown Autocompletion
  • Markdown Syntax Helper
  • Verschiedene Themes
  • CSS-Angaben lassen sich bearbeiten beziehungsweise in unterschiedlichen Einstellungen abspeichern

Der Editor ist nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut.

iA Writer (MacOS, iOS, Android)

Der iA Writer ist ebenfalls ein zuverlässiger Markdown-Editor. Ich habe noch eine ältere Version, die mir völlig ausreicht.

LightPaper (MacOS)

Jens Boje nutzt ihn als Notizapp: „Übersichtliches Design und die Markdownunterstützung ist ok.

LightPaper kostet 17,84 USD (Stand 10.10.2016).

MacDown (MacOS)

KP Frahm weist mich auf Twitter auf MacDown hin.

MacDown is an open source Markdown editor for OS X, released under the MIT License.

MarkdownPad (Windows)

Markdown-Editoren: MarkdownPad2 (Source: MarkdownPad)

Markdown-Editoren: MarkdownPad2 (Source: MarkdownPad)

Markdownpad ist ein klassisches Windowsprogramm wie WriteMonkey – und sieht ziemlich altbacken aus. Er beherrscht HTML- und PDF-Export, eine Live-Vorschau. Es gibt eine Pro-Version für 14,95 USD, die beispielsweise Einschränkungen (welche?) aufhebt oder ein Auto-Save kann.

Für mich kam MarkdownPad aufgrund der Oberfläche nicht in Frage, außerdem crashte die Vorschau ständig.

Markdown Pro (Mac)

Guybrush Threepwood empfiehlt auf Twitter Markdown Pro:

MarkPad (Windows, Windows Store App)

Markdown-Editoren: MarkPad

Markdown-Editoren: MarkPad

Ein einfacher Markdown-Editor mit Live-Vorschau. Der Modus fürs Ablenkungsfreie Schreiben blendet nur die Vorschau aus. Wer sonst nichts braucht, okay.

MWeb (MacOS)

Tipp von Jens Boje: „Markdownunterstützung war gut, konnte auch in docx exportieren, hat taging für Notizen und Unterstützung fur static site Generatoren.“ (14.09.2016)

MWeb kostet 14,99 USD (Stand 10.10.2016)

SmartDown II (Windows)

Tipp von Stephan Lamprecht: SmartDown II – wenig bekannter Markdown-Editor für Windows .

Typora (Windows, MacOS, Linux)

Tipp von Stephan Lamprecht: Typora – wirklich schöner Markdown-Editor für Windows .

Ulysses (MacOS, iOS)

Michael Greth meint auf Facebook, für ihn sei Ulysses (MacOS/iOS) der perfekte Markdown Editor.

Write!: (Windows, Mac, Linux)

Ein innovativer Editor fürs Ablenkungsfreie Schreiben (Windows), der Markdown insofern unterstützt, als dass er Markdown sofort ins WYSIWY konvertiert. Der Editor kostet einmalig 24,95 USD und beinhaltet eine Synchronisierung über eine eigene Cloud für ein Jahr. Anschließend kostet ein Abonnement für die Synchronisierung über die Cloud 4,95 USD jährlich. Siehe („Write! Is No Longer Subscription-Based„.

Write! kann jedoch auch zum Bearbeiten von Dateien im Dateisystem genutzt werden.

Inzwischen benutze ich Write! neben WriteMonkey gerne zum Schreiben, auch in Markdown.

WriteMonkey (Windows)

Markdown-Editoren: WriteMonkey

Markdown-Editoren: WriteMonkey

Auf meinem Windows-Notebook nutze ich WriteMonkey, der für mich noch einiges mehr als Byword kann. Die Hervorhebung von Markdown könnte etwas besser sein (beispielsweise Fett zwischen zwei Sternchenpaaren sollte auch fett angezeigt werden).

  • Wort- und Zeichenzähler
  • Überschriftennavigation
  • Auto Save
  • Plugins (beispielsweise Lorem-Ipsum-Generator, Pomodoro-Timer), allerdings nur gegen eine finanzielle Unterstützung
  • Export in Word, HTML (Datei und Zwischenablage)
  • Zieldefinition und Fortschrittsanzeige
  • Umfangreiche Konfiguration wie Schriften, Farben, Hintergründen, Fußzeile
  • Wörterbücher
  • Konfigurierbare Nachschlagelinks für Online-Sites wie Wörterbücher, Wikipedia
Markdown-Editoren: WriteMonkey Progress

Markdown-Editoren: WriteMonkey Progress

Das Ablenkungsfreie Schreiben funktioniert mit ihm wirklich super, aber – wie soll ich sagen – der Editor ist nicht wirklich „sexy“ unter Windows 10. Das kann ich gut verkraften, denn ich mag ihn wirklich. Allerdings braucht er irgendwie jedes Mal recht lange zum Starten. Und das ist nervig, wenn ich „mal schnell“ zwei oder drei Dateien bearbeiten möchte.

Iztok Stržinar, der Autor von WriteMonkey, arbeitet derzeit an Version 3, die es für Windows, Mac und Linux geben wird.

WritePlus (Windows Store App)

Markdown-Editoren: Writeplus

Ein einfacher Editor, der erst mit In-App-Kauf ($) für mich wesentliche Funktionen freischaltet:

  • Wortzähler ($)
  • Wörterbuch und Thessaurus ($)
  • Export nach Word, PDF, HTML ($)
  • Entfernen von Werbeeinblendungen im Menü ($)
  • Keine Vorschau

Eine Enttäuschung, der notwendige In-App-Kauf ist unnötig, weil es viel bessere kostenlose Markdown-Editoren gibt.

Auf ein Wort zu Windows Store Apps

Markdown-Editoren: Windows Store

Markdown-Editoren: Windows Store

Die Suche und Versuche dazu waren ernüchternd. Ich habe keinen Markdown-Editor gefunden, der nach meinen Ansprüchen diese Bezeichnung verdient.

Software und Online

Laverna (Online, MacOS, Windows)

Markdown-Editoren: Laverna

Markdown-Editoren: Laverna

Ein sehr aktives Open-Source-Projekt. Laverna bietet verschiedene Notizbücher, die Notizen werden mit Markdown geschrieben. Sogar Aufgaben gibt es (was ich aber noch nicht probiert habe). Die Synchronisierung erfolgt entweder über einen Dropbox-Ordner oder über RemoteStorage. Die Daten können verschlüsselt werden, damit können weder Dropbox oder ein RemotStorage-Anbieter reinschauen. Die Ablage erfolgt mit Markdown-Dateien und mit zusätzlichen Metadaten-Dateien. Import und Export der Laverna-Daten über z.B. json ist möglich.

Laverna gibt es im Browser und als Apps für Linux, MacOS, Windows. Eine Android-Version soll es bald auch geben. Weiterhin ist es möglich, Laverna selbst zu hosten.

Was mir da noch fehlt, ist ein einfacher Export einer Notiz als HTML (entweder als Datei oder über die Zwischenablage). Momentan geht es nur, indem man in der Vorschau den Text mit der Maus markiert und dann in die Zwischenablage kopiert. Bei langen Texten ist das umständlich. Außerdem gibt es keine Möglichkeit, ein Markdown-Dokument außerhalb von Laverna zu öffnen oder zu speichern.

Eine vielversprechende Lösung, die nicht meine Ansprüche erfüllt, die ich aber im Auge behalten werde.

Wer eine Möglichkeit für Journal-Writing oder für ein Tagebuch sucht, der sollte sich Laverna einmal anschauen.

Simplenote (Online, Windows, MacOS, iOS, Android)

Markdown-Editoren: Simplenote

Markdown-Editoren: Simplenote

Notes, ganz einfach. Eigentlich sind es nur Textnotizen. Allerdings werden die Notizen auf den Simplenoteservern mit Apps zwischen vielen Plattformen synchronisiert, und es gibt eine Versionsführung der einzelnen Notizen.

Simplenote gibt es im Browser (mit eingeschränkten Markdown-Fähigkeiten) sowie als Apps für iOS, Android, MacOS. Einzelne Notizen können an andere Notes-Accounts freigegeben werden (indem man deren Registrierungsemail als Schlagwort angibt).

  • Vorschau durch Umschalten zwischen Editor und Vorschau
  • Jedes Dokument muss einzeln in den Markdown-Modus geschaltet werden (Öffnen des Info-Zeichens)
  • Wort- und Zeichenzähler
  • Teilen eines Dokuments mit einem Simp.ly-Links, jeder mit dem Link kann das Dokument dann betrachten

Vor einiger Zeit bereits übernahm Automattic Simplenote. Seitdem gibt es nur gelegentlich eine Änderung, aber Simplenote ist weiterhin sehr stabil.

Für mich ist das also kein wirklicher Markdown-Editor, aber es ist eine einfache Lösung mit Synchronisierung zu Mobilgeräten. Markdown wird allerdings nach meiner Erinerung nur im Browser unterstützt.

Online-Editoren

Dillinger (Online)

Markdown-Editoren: Dillinger

Markdown-Editoren: Dillinger

Dillinger ist ein fähiger Online-Editor für Markdown mit einem gutne Kern-Editor und erinnert mich an StackEdit. Keine Registrierung, ebenfalls einfach loslegen.

  • Synchronisieren („Link“) mit Dropbox, Github, Google Drive, OneDrive
  • Exportieren als HTML, Styled HTML, Markdown, PDF
  • Speichern nach und Importieren von den vier oben genannten Diensten
  • Wortzähler

Dillinger ist ein sehr guter Online-Editor und unterscheidet sich nur kaum von StackEdit. Dillinger ist Open Source und wird aktiv weiterentwickelt.

Draft (Online)

Markdown-Editoren: Draft

Markdown-Editoren: Draft

Der Kern-Editor von Draft ist nicht ganz so gut wie der von Markable.in oder von StackEdit. So gibt es zwar eine Vorschau, allerdings fehlt eine Syntax-Hervorhebung. Dafür aber verfolgt Draft ein interessantes Konzept: Das Arbeiten mit und an Entwürfen. Explizite „Hauptentwürfe“ können gespeichert werden. Entwürfe können von anderen überarbeitet und mit Verbesserungsvorschlägen versehen werden. Man bekommt einen Link, den man (auch per Email direkt aus Draft heraus) weitergeben kann:

Anyone with this link can see and edit your document. You’ll get an email alert to accept or reject their changes.

Auch komplette Ordner können geteilt werden. Diese „Team Folders“ ermöglichen sogar Diskussionsstränge („discussion threads“), um sich über die Dokumente auszutauschen. Die Original-Dokumente selbst bleiben unangetastet, bei Änderungen gibt es wieder neue Versionen, deren Änderungen Sie akzeptieren können – oder auch nicht.

Das Importieren und Exportieren von Dokumenten erfolgt mit Filestack (ehemals Filepicker) in einem Pop-Up mit den Optionen Computer, Dropbox, Google Drive, Evernote, Box, FTP. Das Importieren bei Dropbox, Evernote, Box, Google Drive ist nicht nur ein Laden des Dokuments, anschließend werden Änderungen auch synchronisiert.

Markdown-Editoren: Draft Filepicker

Markdown-Editoren: Draft Filepicker

Eine Funktion, die ich noch nicht ausprobiert habe, verspricht:

Draft has a magic „Ask a Professional“ button. One click, and you can send whatever you’re working on (Christmas letter, cold email to a potential customer, blog post, etc.) to a staff of reviewers to get suggested edits.

Weitere Funktionen von Draft:

  • Kommentare
  • Anlegen eines Dokuments per Email (jeder Account hat eine geheime Email-Adresse @draftin.com)
  • Veröffentlichen von Dokumenten beispielsweise auf WordPress, Tumblr, Linkedin, Mailchimp, Svbtle, Ghost, Basecamp
  • „Hemmingway Mode“: Sie können nichts löschen, nicht im Dokument blättern, nur schreiben
  • „Image Hosting“: Sie können Bilder zu den Dokumenten hinzufügen, die dann von Draft gehostet werden
  • Wörter und Zeichen für das aktuelle Dokument zählen
  • Ein ganzer Statistikbereich mit Grafiken und Auswertungen zu Anzahl der Wörter pro Tag, Wörter pro Stunde am Tag und vielem mehr.
  • „Draft Sites“ legen eine Subdomain für einen Ordner an (beispielsweise „.withdraft.com“

Die Registrierung bei Draft ist kostenlos, für ein Abonnement (39,99 USD/Jahr) gibt es den Zugang zu einer Community mit anderen Autoren, 20 Prozent Rabatt für Profi-Dienste, Webcast und weitere Angebote.

Markdown-Editoren: Draft Entwurf

Markdown-Editoren: Draft Entwurf

Draft bietet sehr viele Möglichkeiten, zwar nicht alle, die ich gerne hätte, aber noch viele mehr. Ich bin (scheint das irgendwie irgendwie durch bei meinem Schreiben?) ziemlich begeistert. Draft hatte ich vor einigen Monaten zuletzt ausprobiert und danach wieder vergessen. Jetzt ertappe ich mich dabei, dass ich diesen Text (den ich derzeit in WriteMonkey bearbeite) in Draft laden möchte …

Draft ist übrigens von Nathan Kontny, dem CEO von Highrise.

Hashifiy.me (Online)

Markdown-Editoren: Hashify

Markdown-Editoren: Hashify

Ein eher spartanischer Markdown-Editor. Er bietet neben einer Vorschau in der rechten Browser-Hälfte eigentlich keine zusätzlichen Funktionen. Man ruft die Startseite unter hashify.me auf und bekommt den Editor. Plötzlich zeigt der Browser eine neue Adresse an, die man auch teilen kann. Auch einen Bitly-Link gibt es. In einem anderen Browser aufgerufen scheint es eine Kopie zu sein. Gemeinsames Editieren wie bei einem Etherpad gibt es nicht.

Markable.in (Online)

Markdown-Editoren: Markable.in (Source: Markable.in)

Markdown-Editoren: Markable.in (Source: Markable.in)

Markable.in ist ein Online-Markdown-Editor, der nach der kostenlosen Registrierung einen sehr guten Kern-Editor bietet. Zusätzlich gibt es:

  • Versionen von Texten
  • Import von Evernote, Dropbox und HTML-Dateien
  • Exportieren nach HTML, Markdown, PDF, Word
  • Speichern in Evernote und Dropbox
  • Auf Tumblr veröffentlichen

Leider gibt es keine Synchronisierung sondern „nur“ Import und Export. Der Editor scheint auch keinen Offline-Modus zu unterstützen – was im Übrigen auch keiner der Online-Markdown-Editoren zu unterstützen scheint.

StackEdit (Online)

Markdown-Editoren: StackEdit

Markdown-Editoren: StackEdit

StackEdit kann ohne Registrierung genutzt werden. Mit 5 US-Dollar pro Jahr gibt es die Registrierung. Ohne Registrierung kann ich jedoch nicht erkennen, welche zusätzlichen Funktionen es gibt. Der Online-Editor hat einen sehr guten Kern-Editor (d.h. Vorschau, Syntax-Hervorhebung).

  • Importieren vom beziehungsweise Exportieren ins Dateisystem
  • Importieren von URL
  • Synchronisieren mit Dropbox, GoogleDrive, CouchDB
  • Veröffentlichen auf Tumblr, WordPress, Github und weiteren Plattformen

StackEdit ist ein sehr guter Online-Editor.

Fazit

Keiner der Markdown-Editoren ist für mich wirklich perfekt, aber ich habe Favoriten.

Online-Editoren haben meistens einen sehr guten Kern-Editor (z.B. Syntax-Hervorhebung, Vorschau), dafür fehlt es ihnen oft an zusätzlichen Features, die ich gerne hätte (wie Ablenkungsfreier Modus, Zähler, Zielmodus).

Die klassischen Windows-Programme sind manchmal träge und von der Oberfläche her ziemlich altbacken. Windows Store Apps könnten da (ähnlich wie die Mac-Apps Byword oder iA Writer) ein flüssigeres und sexy Schreibgefühl vermitteln, aber einen wirklich guten Markdown-Editor habe ich nicht gefunden.

Meine Favoriten:

  • Online: Draft und StackEdit
  • Windows: WriteMonkey
  • MacOS und iOS: Byword

Windows, MacOS und iOS

Dokumente, die ich auf gar keinen Fall in einer Public Cloud wie bei Dropbox oder Google Drive haben möchte, lege ich in ein mit meiner Owncloud synchronisiertes Verzeichnis. Ich bearbeite sie dann mit WriteMonkey (Windows) oder mit Byword (Mac, iOS). Das trifft auch oft auf Markdown-Dokumente bei bestimmten Kundenprojekten zu, denn die liegen im zugehörigen Projektordner, der in keinem Public-Cloud-Verzeichnis liegt. Es gibt allerdings auch in dieser Beziehung unkritische Projekte, da synchronisiere ich die Dateien schon mal über Google Drive oder Dropbox.

Online

Unkritische Markdown-Dokumente liegen bei mir schon einmal in der Dropbox. Dropbox ist nun einmal der beste Nenner, wenn es um App- oder Online-Anbindung geht. Und für solche unkritische Dateien werde ich zukünftig vielleicht Draft oder StackEdit benutzen. Draft bietet auch eine sehr gute Möglichkeit mit anderen an einem Dokument zu arbeiten (insbesondere ohne einen Account haben zu müssen). Andererseits kann nicht jeder mit Markdown schreiben, dann kann ich auch ein Google Dokument benutzen. Wo bei dort das gemeinsame Überarbeiten sehr, sehr schnell unübersichtlich wird. Was wiederum für Draft spricht. Oder möglicherweise doch für eine Kombination von Microsoft Word und Word Online. Denn mit Word Online kann man ebenfalls gemeinsam parallel ein Dokument bearbeiten und kommentieren. Und mit installiertem Work kann man ebenfalls gemeinsam parallel ein Dokument bearbeiten und mit „Überprüfen“ auch Änderungen annehmen oder ablehnen. Aber es ist dann eben kein Markdown, was doch so schön einfach ist.

Das Markdown-Leben ist kompliziert.

Weitere Links

Hier sind noch ein paar Links wie zu Editoren und Vergleichsartikeln.

Enjoy!

Sichern und Synchronisieren

Wer mehr als einen Rechner hat, der hat sehr schnell Bedarf an der Synchronisation von Dateien und Verzeichnissen. Schon seit ein paar Jahren bieten Dropbox und Co. praktische Lösungen über die Cloud. Auch für eine private Clound gibt es Lösungen wie beispielsweise Owncloud, das ich auf meinem NAS-Server und meinen Geräten einsetze.

Doch es gibt Situationen, in denen es um die Synchronisierung oder die Sicherung von lokalen Dateien mit und auf Serververzeichnissen geht. Oder in denen man einfach keinen „Cloud Overhead“ haben will (und sei es aus Datenschutz).

Aus Gründen bin ich (wieder einmal) auf der Suche nach einer solchen Lösung. So nutze ich derzeit Grav für die Website „Ich, der Taumler„. „Ich, der Taumler“ hoste ich auf meinem NAS-Server im Wohnzimmer. Grav ist ein datenbankloses Content Management System (oder auch „Flat-File-System„). Wenn ich zuhause bin, kann ich direkt über eine Freigabe die Artikel und Seiten bearbeiten (das sind Textdateien in Markdown). Und wenn ich unterwegs bin, könnte ich anschließend die Artikel und Seiten von meinem Notebook aus synchronisieren. Oder ich könnte einfach die Dateien der Website auf einen Webspace bei Host Europe oder Strato kopieren und anschließend per SFTP synchronisieren. Vielleicht betrachte ich das aber auch nur als Lernprojekt und lösche die Website irgendwann einmal …

Für den privaten Einsatz (oder den Einsatz als Selbstständiger) jedenfalls sollte die Lösung kostenlos sein oder zumindest wenig kosten. Nachfolgend gibt es eine kleine unvollständige Übersicht.

Synkron

Synkron ist kostenlos und synchronisiert Verzeichnisse. Synkron gibt es für Windows (auch als Windows Portable, Mac und Linux (Dokumentation.

Synkron ist eine plattformübergreifende Open-Source-Software basierend auf Qt zur Synchronisation von zwei oder mehr Ordnern.

Synkron kann anscheinend jedoch nur lokale Verzeichnisse synchronisieren.

Duplicati

Duplikati ist kostenlos und ein reines Backup-Tool (auch verschlüsselt), sowohl komplett als auch anschließend inkrementell. Duplicati gibt es für Windows, Mac und Linux.

Duplicati is a backup client that securely stores encrypted, incremental, compressed backups on cloud storage services and remote file servers. It works with Amazon S3, Windows Live SkyDrive, Google Drive (Google Docs), Rackspace Cloud Files or WebDAV, SSH, FTP (and many more). Duplicati is open source and free.

FreeFileSync

FreeFileSync ist kostenlos und synchronisiert Dateien und Verzeichnisse. FreeFileSync gibt es für Windows, Mac und Linux.

FreeFileSync is a free Open Source software that helps you synchronize files and synchronize folders for Windows, Linux and Mac OS X. It is designed to save your time setting up and running backup jobs while having nice visual feedback along the way.

FreeFileSync (auch als Windows Portable erhältlich) synchronisiert auch mit SFTP.

DSynchronize

DSynchronize ist kostenlos für Windows erhältlich und gibt es auch als Windows Portable.

DSynchronize is a stand-alone utility that let you periodically synchronize two or more folders on Hard Disk, Floppy Disk, LAN, USB Key, CD-DVD (with packet writing software) and FTP server.

Toucan

Toucan ist eine portable Windows-Anwendung und wird derzeit nicht weiterentwickelt.

Toucan is a custom built portable app for advanced users to synchronise, backup and encrypt their data, wherever they are.

Areca Backup

Areca Backup gibt es kostenlos für Linux und Windows.

It basically allows you to select a set of files / directories to back-up, choose where and how (as a simple file copy, as a zip archive, …) they will be stored, and configure post-backup actions (like sending backup reports by email or launching custom shell scripts)

PureSync

PureSync zum Synchronisieren und zum Sichern gibt es für Windows in einer für privaten Gebrauch kostenlosen Version und in einer Professional Version. Die Professional Version unterstützt unter anderem FTP, das Ausführen mit anderem User Account und das Kopieren von geöffneten Dateien (Versionsunterschiede).

PureSync von Jumping Bytes ist eine Software zum Synchronisieren von Dateien und Ordnern, sowie für Backups.

Ich setze PureSync seit etwa drei Jahren in der Professional Version (19,95 Euro) ein und bin sehr zufrieden. Ich schiebe beispielsweise neue Musikdateien von meinem Windows-PC auf meinen Asustor-NAS per FTP.

Weitere Tools

Es gibt noch einige Tools mehr. Insbesondere gibt es einige kostenpflichtige Tools wie SyncBackSE beziehungsweise SyncBackPro oder GoodSync (was in der kostenlosen Version aufgrund der Beschränkungen ziemlich nutzlos ist).

Google-Kalender: Gesamtsicht

Der Google-Kalender ist ein wichtiger Baustein für meine Officeorganisation. Aber auch für mein „Privatleben“ ist er unverzichtbar. Das Praktische ist eben gerade, dass der Google-Kalender unterschiedliche Kalender mit einstellbaren Rechten bietet. Somit gibt mir der Google-Kalender einen guten Überblick über verschiedene Kontexte (beruflich, privat, hobbymäßig) und die Möglichkeit, Termine mit anderen zu planen.

Jeder Google-Kalender lässt sich je nach Bedarf ein- oder ausblenden und mit verschiedenen Einstellungen versehen.

Meine Frau und ich haben einen gemeinsamen Kalender für gemeinsame Termine. Wir beide können so einen gemeinsamen Termin planen und eintragen, auch wenn der andere gerade nicht da ist. So werde ich beispielsweise Kinokarten für Spectre holen und dann die Kinoveranstaltung in unseren MuF-Kalender eintragen. Da wir uns unsere persönlichen Kalender gegenseitig freigegeben haben, sehen wir auch jeweils, ob der andere Zeit hat. Meine Konferenzen im separaten „Public“-Kalender sieht Manuela ebenfalls.

Kalenderbeispiele

Meine Kalender

  • Frank Hamm: Mein persönlicher Kalender mit Terminen, die ich fest belege. Meine Frau hat Schreibrechte darauf, alle anderen sehen lediglich die (Nicht-)Verfügbarkeit.
  • Public: Mein öffentlicher Kalender, dessen Details ich freigegeben habe. Das sind beispielsweise Veranstaltungen wie BarCamps oder Konferenzen.
  • Events: In diesem Kalender trage ich Veranstaltungen ein, die mich interessieren, und zu denen ich mich vielleicht kurzfristig entscheide hinzugehen (dann wandern sie in den Public-Kalender) oder die ich eventuell auf Twitter oder im Lifestream verfolgen möchte.
  • MuF (Manuela und Frank): Unser gemeinsamer Kalender. Dort tragen wir gemeinsame Termine wie Kinobesuche, andere Veranstaltungen oder geplante Ausflüge ein.
  • Tasks: Diesen Kalender benutze ich, um mir Zeitscheiben für bestimmte Tätigkeiten einzuplanen (beispielsweise fürs Bloggen), die nicht zeitkritisch sind. Wenn mir da etwas dazwischen kommt, kann ich die Zeitscheibe für die Aufgabe auch verlegen. Wenn also jemand einen Termin mit mir vereinbaren will, dann stehen Zeiten in diesem „Tasks“-Kalender dafür grundsätzlich auch zur Verfügung.
  • Geburtstage: Google zeigt mir die Geburtstage von Kontakten an.
  • …: Andere Kalender, die ich mit unterschiedlichen Rechten beispielsweise für Kunden anlege.

Weitere Kalender

  • Manuela: Meine Frau hat mir Schreibrechte auf ihren Kalender gegeben. Somit sehe ich nicht nur, dass ich einen Kinobesuch für uns beide einplanen kann (und im Public-Kalender eintrage). Ich kann auch einer Freundin/Bekannten am Telefon sagen, dass meine Frau am Abend leider nicht für ein kurzes Telefonat von drei oder vier Stunden da ist. Auch kann ich als „Assistent“ einen Termin für meine Frau vereinbaren und in ihrem Kalender eintragen (oder ihn löschen, weil jemand anruft und absagt).
  • Deutsche Feiertage: Ein Kalender, den ich lesend abonniert habe.
  • Tag des Jahres: Ein Kalender, den ich lesend abonniert habe. Unerhört wichtig für mich für das Projekt Meine 365 :-D
  • Wochennummer: Ein Kalender, den ich lesend abonniert habe. Ich selbst arbeite nicht mit Kalenderwochen, aber manchmal fragt mich ein Kunde, ob wir in einer bestimmten Kalenderwoche einen Termin vereinbaren können.
  • Toggl: Eine Kalendersicht zu meiner Zeiterfassung mit Toggl. Diesen Kalender blende ich normalerweise aus.
  • …: Weitere Kalender für verschiedene Zwecke und je nach Bedarf.

Meine Kalender in dieser Woche

Google-Kalender: Terminübersicht

Google-Kalender: Terminübersicht

Diese Woche habe ich zwei „Public“-Veranstaltungen im entsprechenden Kalender: Der Webmontag Darmstadt (den ich leider absagen musste) und das EnjoyWorkCamp (inklusive Vorabendevent) in Stuttgart. Dann habe ich noch ein paar feste Termine (in meinem „Frank-Hamm“-Kalender). Dazu gehören beispielsweise das Packen für das EnjoyWorkCamp und die Bahnfahrten nach Stuttgart und zurück. Gerade habe ich übrigens das Joggen für den Freitag morgen gelöscht, weil ich mir in der Bahn nicht extra die Laufklamotten mitnehmen will. Die Bahnfahrten habe ich eben in den „Public“-Kalender verschoben. Darin stehen die Zugnummern, die Gleise, die Zeiten. Falls also jemand im selben Zug ist…

In dem „Tasks“-Kalender habe ich mir für morgen einen Termin zur Vorbereitung einer Präsentation eingestellt. Morgen kommen auch die Katzensitter, die sich bis am Samstag um unseren HerrIdefix kümmern. Am Donnerstag fahre ich meine Frau zum Bahnhof, sie ist dann für ein paar Tage unterwegs.

Diese Woche sind ein paar Geburstage. Das Hotel in Stuttgart habe ich mit Anschrift und Kontaktdaten eingetragen. Der blaue Termin für das EnjoyWorkCamp kommt übrigens aus dem Google+-Event.

Ein Bahn-Rant zwischendurch…

BTW ein Bahn-Rant: Ich finde es total armselig, dass die Bahn nur eine rudimentäre Kalenderdatei für die Zugfahrt anbietet. Darin sind dann zwei Termine: Ein Termin für die Hinfahrt und ein Termin für die Rückfahrt. Seit Jahren schafft sie es nicht, essentielle Informationen wie Platzreservierungen, Umsteigebahnhöfe, -zeiten und -gleise in die Kalenderdatei zu packen. Also suche ich mir jedes Mal wieder die Angaben aus dem Ticket heraus und befülle händisch die Termine. Für die Hinfahrt am Donnerstag beispielsweise sieht der Termin der Bahn „Nackenheim -> Stuttgart“ von 14:36 bis 16:35 Uhr so aus:

Reise: Nackenheim nach Stuttgart Hbf
Datum: 05.11.2015

ab Nackenheim 14:36
an Stuttgart Hbf 16:35

Alle Angaben ohne Gewähr. Fahrplanänderungen vorbehalten. Bitte prüfen Sie kurz vor der Reise den aktuellen Fahrplan unter: www.bahn.de

„Nackenheim -> Stuttgart“ steht sowieso im Termin-Betreff. Datum und Uhrzeiten stehen ebenfalls im Termin. In meinem angepassten Termin steht dann:

ab Nackenheim 14:36, Gleis 1, RB 38749
an Mannheim 15:44, Gleis 7a
ab Mannheim 15:56, Gleis 4, ICE 577, Wg 7 Platz 67 (Gang, Tisch)
an Stuttgart 16:35 Gleis 5

Dass Bahn-Angaben ohne Gewähr sind und Fahrplanänderungen vorbehalten sind, weiß ich als Bahnfahrer seit 1971. Das sind vollkommen unwichtige Informationen. Wichtig und relevant für mich sind meine Reservierungs- und Fahrplandaten. Ja, auch ich benutze die Bahn-App – wenn ich Empfang habe. Und wenn ich mich nicht ärgere, dass die Bahn-App plötzlich wieder eine Suchanfrage nach der Verbindung startet.

Genug gerantet…

MuF – Manuela und Frank

Den MuF-Kalender habe ich freigegeben: Manuela darf Termine ändern, und öffentlich sichtbar sind „Belegtzeiten“ (d.h. die Nicht-Verfügbarkeit).

Google-Kalender: Freigabeeinstellung Verfügbarkeit (MuF)

Google-Kalender: Freigabeeinstellung Verfügbarkeit (MuF)

Public

Der Public-Kalender ist mit allen Details öffentlich sichtbar. Wer auch immer die entsprechende Adresse hat, kann ihn sich ansehen. Dazu gehören dann Termine wie das BarCamp RheinMain in Bingen und der Digital Workplace Day in Berlin.

Google-Kalender: Freigabeeinstellung Details (Public)

Google-Kalender: Freigabeeinstellung Details (Public)

Kalender zur Verfügung stellen

Google-Kalender lassen sich auch einbetten. Damit kann jeder seinen Kalender in einer Website anzeigen. Sinnvoll ist das bei Veranstaltungskalendern oder bei Vorträgen.

Google-Kalender: Kalendereinstellungen + Einbetten (Public)

Google-Kalender: Kalendereinstellungen + Einbetten (Public)

Google rückt dann einen HTML-Quellcode („iframe„) heraus, mit dem der Kalender in einer Website angezeigt wird. Dabei berücksichtigt Google selbstverständlich die Freigabeeinstellungen (z.B. nur Verfügbarkeit oder auch Details). Das Besondere: Diese eingebetteten Kalender lassen sich dahingehend konfigurieren, welche Element und sogar welche Kalender angezeigt werden.

Google-Kalender: iFrame-Einstellungen

Google-Kalender: iFrame-Einstellungen

Je nachdem, welche Optionen (beispielsweise Kalender) ausgewählt sind, verändert sich der iframe-Quellcode. Ich benutze einen solchen iframe-Quellcode für eine Kalenderübersicht auf meiner Website. So sieht es aus, wenn sich jemand anderes die Seite anschaut.

Google-Kalender: iFrame auf Website

Google-Kalender: iFrame auf Website

Wenn jemand einen Termin mit mir vereinbaren möchte, dann schicke ich ihm einen Link zu meiner Kalenderübersicht :-) Das Termine suchen geht dann viel schneller als wenn wir uns ständig Emails hin- und herschicken. Manchmal tut es auch ein schnelles Telefonat, aber eben nicht immer.

Es gibt auch Lösungen wir Calendly, mit denen andere mir direkt eine Terminanfrage senden können. Allerdings habe ich derartige Lösungen in den letzten Jahren allzuoft wieder verschwinden sehen.

Google-Kalender: Calendly

Google-Kalender: Calendly

Google-Kalender mit WordPress

Ein weiterer Vorteil von Google-Kalender ist die Unterstützung beispielsweise durch Plugins für WordPress. Ich habe mich für das Plugin Google Calendar Events entschieden, mit dem ich den Termine aus meinem Public-Kalender beispielsweise auf meinem INJELEA-Blog anzeige auf meinem INJELEA-Blog anzeige.

Google-Kalender: Terminkalender mit WordPress

Google-Kalender: Terminkalender mit WordPress

Was fehlt

Bisher kenne ich keinen Kalender, der diese beiden Funktionen hat.

Erinnerung zum Terminende

Alle Kalender haben die Möglichkeit, Erinnerungen vor dem Beginn des Termins einzustellen. Doch mir fehlen Erinnerungen zum Terminende. Da sitze ich in einem Meeting und habe keinen Folgetermin. Doch das Meeting zieht und zieht sich. Oder es ist unheimlich interessant. Doch ich habe noch ein paar Aufgaben auf meiner Liste. Da fände ich es gut, mich vor dem Ende des Termins an eben solches erinnert zu werden.

Vor-/Nachzeit

Oft habe ich einen Termin außer Haus, zu dem ich eben auch anreisen muss. Nach dem Termin fahre ich wieder zurück. Die Zeit blockiere ich mir derzeit mit eigenen Terminblockern. Damit sehen beispielsweise meine Frau oder Geschäftspartner in ihrer jeweiligen Ansicht, dass ich beschäftigt bin. Verschiebt sich jedoch der Auswärtstermin, dann muss ich daran denken, die blockierten Zeiten manuell zu verschieben. Das ist zwar eine Kleinigkeit, aber eine nervende Kleinigkeit.

Bei manchen Terminen (beispielsweise einem geplanten Telefonat) trage ich mir eine Vorbereitungszeit für den Termin ein (beispielsweise um Unterlagen durchzulesen oder bereit zu legen, um diverse Programme oder Browsertabs schon zu öffnen). Immer wieder verschiebt sich ein Telefontermin, und dann würde mir ein „angehefteter Vorbereitungstermin“ auch die Suche nach einer entsprechenden Zeitlücke helfen. Denn dann dauert der gesamte Termin eben keine 30 Minuten sondern dazu kommen möglicherweise vorher noch 30 Minuten Vorbereitungszeit und danach 15 Minuten Nachbereitungszeit. Also muss ich nicht nur diese beiden Vor-/Nachzeiten mit verschieben sondern gleich eine Lücke von 1,25 Stunden suchen.

Fragen? Hinweise?

Arbeiten Sie mit Google-Kalendern? Was finden Sie daran besonders gut oder besonders schlecht? Oder nutzen Sie lieber einen anderen Kalender?

Trennung privat und geschäftlich - eine Illusion

Für mich gibt es meine Lebenswelt, in der es viele unterschiedliche „Mikrowelten“ gibt. Eine davon ist meine Arbeitswelt. Arbeiten ist Bestandteil meines Lebens genauso wie es meine Hobbies, meine Freundschaften, meine Privatsphäre und einige weitere Welten sind.

Der Begriff „Arbeit“ hat eine traditionelle Bedeutung des Arbeitens für andere gegen Geld (als Angestellter oder als Selbstständiger). Im Unternehmensumfeld wird das Arbeiten – oft auch jetzt noch – mit einer bestimmten Zeit und einem bestimmten Ort verbunden. Also von beispielsweise neun bis siebzehn oder sogar einundzwanzig Uhr im Büro im Unternehmen. Inzwischen verliert diese Bedeutung immer mehr seinen ausschließlichen Anspruch. Damit einhergehend stellen immer mehr die strikte Trennung von Beruf und Privatem in Frage. Für mich gibt es diese strikte Trennung nicht. Auch im Beruf am Schreibtisch unterhalten wir uns über persönliche Dinge und Interessen. Und im Privaten unterhalten wir uns über die Arbeit. In Gesprächen mit Freunden oder Bekannten lerne ich Dinge für die Arbeit, und „bei der Arbeit“ lerne ich etwas über andere Menschen und deren Interessen.

Integration und Veränderung

Diese integrierende Sichtweise ist eine große Herausforderung insbesondere für diejenigen, die mit einer traditionellen, diskriminierenden Sichtweise groß und oft auch erfolgreich wurden. Das stellt viele persönliche Werte und insgesamt auch gesellschaftliche Werte in Frage. In den letzten zehn Jahren habe ich persönlich eine große Reise mit vielen persönlichen Veränderungen erlebt, was meine Werte und meine Überzeugungen angeht. Begonnen hat meine Reise im Jahr 2005 durch das Bloggen. Durch das Bloggen begannen sich meine Sichtwinkel zu verändern, bis ich nicht nur über den Tellerrand blickte sondern auch ab und zu aus dem Teller stieg.

Neue Sichtwinkel und neue Sichtweisen führen zu vielen Fragen, zur Überprüfung von Werten und letztendlich zu ständigen und vielen Veränderungen. Darin besteht die kardinale Antwort auf die Frage danach, welchen Herausforderungen wir uns als Person, als Mitarbeiter und Führungskraft, als Unternehmen und als Gesellschaft stellen müssen: Veränderungen. Es kommt immer wieder zu Veränderungen im Kopf, der Umwelt, dem Leben.

Ein Großteil meiner Veränderungen kommt durch meine persönliche digitale Transformation seit 2005. Die „Digitale Transformation“ hat inzwischen die Gesellschaft erfasst. Jeder kann sich diesen Veränderungen stellen oder sich ihnen verweigern. Mittelfristig allerdings sehe ich eine Verweigerung oder sogar das Verfallen in eine katatonische Haltung als sinnlos an, denn „Resistance is futile!“. Ich frage mich, wie wir als Gesellschaft und in der Wirtschaft – in Deutschland und insgesamt als Menschheit – mit den ständigen und zunehmenden Veränderungen umgehen sollen. Ich habe keine fertigen Antworten und keine Wahrheiten. In der Wirtschaft gibt es aber immer mehr Menschen, die so wie ich mögliche Antworten ausprobieren. Dazu gehören neue Organisationsformen und neue Wertesysteme. In der Gesellschaft insgesamt sind wir noch weit hintendran, uns diesen Veränderungen zu stellen.

Das Leben besteht aus ständigen Veränderungen. Wir sollten uns Veränderungen nicht verwehren sondern sie umarmen und als ständigen Quell des Lernens und des Fortschreitens begrüßen.

Ich habe kein Konzept, doch meine Methode ist, mich den Veränderungen zu stellen und auch selbst Veränderungen anzustoßen. Das fällt mir immer wieder schwer, und oft schaffe ich das nicht. Aber tolle Momente und Erfahrungen bestärken mich darin, es immer wieder zu versuchen. Deswegen lebe ich nicht für die Arbeit und arbeite ich nicht für das Leben, sondern ich lebe für das Leben:

Living for Life.

Leben und Arbeiten

gehören zusammen, denn Arbeit ist ein Bestandteil unseres Lebens so wie viele andere Bestandteile auch. Ich glaube an ein selbstbestimmtes Leben, in dem Menschen ihr Privatleben, ihre Hobbies und ihre Interessen im Einklang mit ihrer Arbeit und im Einklang mit ihrer Umwelt (wie beispielsweise einem Team) organisieren. Menschen und Organisationen verfolgen eine Vision oder zumindest Ziele. Wie diese Ziele innerhalb eines gemeinsamen Wertegefüges im Detail erreicht werden, ist nachrangig.

Vor vielen Jahren war ich in einem Unternehmen angestellt, wo es die typische Anwesenheitspflicht gab. Für ein Projekt jedoch klinkten ein Kollege und ich uns aus dem Unternehmen regelmäßig aus und arbeiteten zusammen, wo und wann wir wollten. Das Ziel war ein Konzept für ein Business Data Warehouse. Wir trafen uns beispielsweise abends bei mir zuhause. Selten waren wir so produktiv wie mit diesem „Setting“. Mein Kollege und ich haben unsere Arbeit geregelt und erledigt.

Wir waren damals bereits Wissensarbeiter, auch wenn der Begriff Peter Druckers noch nicht so verbreitet war. Mit der Zunahme der Wissensarbeit wird es immer wichtiger, selbstständig, autonom und doch kollaborativ zu arbeiten. Deswegen muss und wird sich die Arbeitsumgebung für Wissensarbeiter verändern. Das Sinnbild für amerikanische Startups in San Francisco, das Arbeiten im Cafè bei WLAN und Musik, sehe ich zukünftig für immer mehr herkömmliche deutsche Unternehmen als Realität.

Hierarchiegetriebene Arbeitsformen stehen der Kreativität und der Produktivität von Wissensarbeitern im Weg. Doch hierarchiegetriebene Arbeitsformen haben je nach Aufgabenstellung und Umfeld durchaus ihre Berechtigung. Je nach Aufgabenstellung und Umfeld gibt es jedoch besser geeignete Organisations- und Arbeitsformen. Beispiele sind Holakratie und Soziokratie, welche ich grundsätzlich für geeignet halte. Aber das „kommt darauf an“. Einer der großen Fehler der letzten Jahrzehnte war der Glaube, Hierarchie sei immer, überall und für jeden die einzig geeignete Möglichkeit der Organisationsform. Diesen Fehler sollten wir nicht für andere Organisationsformen wiederholen. Für die Zukunft sehe ich, dass Organisationen ihre Organisationsformen ausprobieren und anpassen werden. Und es wird innerhalb von Organisationen parallel unterschiedliche Organisationsformen geben.

Meine Vision ist, dass sich die Gesellschaft und die Wirtschaft grundlegend zu einem ideellen Wertegefüge hin ändern werden, so wie es beispielsweise in Star Trek immer wieder angesprochen wird und wie es in dem Buchprojekt Trekonomics beschrieben wird:

In Star Trek, humanity has reached abundance. Thanks to scientific progress and good governance, the Federation has overcome the social ills commonly associated with the uneven distribution of material wealth. The citizens of the Federation no longer work to sustain and provide for themselves — they find meaning in more elevated pursuits.

Sich an so etwas heute schon heranzutasten, auszuprobieren und zu leben, in der „Mikrokultur“ eines Unternehmens, das ist einer meiner Träume, der mich begeistert.

You may call me Trekkie.

Die Wertesysteme von Unternehmen bröckeln

Der ideale Rahmen für Freude an der Arbeit ist ein gemeinsames Wertesystem. Innerhalb von klassisch organisierten Unternehmen jedoch gibt es unterschiedliche Wertesysteme, die zu ständiger Konkurrenz führen. Führungskräfte gegen Führungskräfte, Führungskräfte gegen Mitarbeiter, Mitarbeiter gegen Mitarbeiter, Abteilungen gegen Abteilungen. Vorstände gegen Vorstände. Diese Konkurrenz ist einerseits geprägt von Kontrolle bis in die Details, um die eigene Position zu sichern und zu verbessern. Andererseits gibt es ständig Maßnahmen, um diese Kontrolle auszuhebeln, damit die eigene Position verbessert oder gesichert wird – manchmal auch nur, um ein eigenes Wertesystem abseits der Konkurrenz zu leben.

In den letzten Jahren beobachte ich vermehrt, dass sowohl Mitarbeiter als auch Führungskräfte dieses Konkurrenzsystem anzweifeln oder sogar ablehnen. Doch „Befreiungsversuche“ im System sind schwierig. Erst wenn es aus oberen Hierarchieebenen (dem „Establishment“) Veränderungsbestrebungen gibt, ändert sich auch das Unternehmen. Das geht nicht von heute auf morgen. Wichtiges Erfolgskriterium für Veränderungen von oben ist nach meiner Erfahrung „Freiheit geben und Vorbild sein“.

Ich für mich bin immer auf der Suche. Dann bereitet es mir immer wieder Freude, wenn ich dadurch in Gesprächen (ich vermeide gerne Wörter wie „Besprechung“, „Meeting“ oder „Workshop“) den Tellerrand etwas herunterziehen kann und dann Neugierde und Bereitschaft erkenne. Für mich ist es ein Erfolg, wenn meine Impulse aufgenommen und verarbeitet werden. Und es ist ebenso ein Erfolg für mich, wenn ich etwas von anderen lerne.

Ich beschäftige mich mit den Themen Zusammenarbeit und Produktivität. Das sind meine persönlichen Treiber und die Treiber, die die nächsten Jahre zu ständigen Veränderungen und Anpassungen in Unternehmen sorgen werden.

Stillstand war gestern. Fortschritt ist heute. Morgen ist Warp Speed.

Spaß bei der Arbeit

„Spaß bei der Arbeit“ ist ein relativ neues Konzept. Ich habe nie richtig verstanden, warum sich beides zumindest in Deutschland so lange ausschloss. Nachdem ich 2005 mit dem Bloggen angefangen hatte und sich mein Netzwerk ständig vergrößerte, hatte ich 2007 in Frankfurt mein erstes BarCamp. Seitdem gehe ich etwa zwei bis fünf Mal im Jahr auf ein BarCamp oder eine ähnliche Veranstaltung. Dort geht es um fachliche und persönliche Themen, um Augenhöhe, um Austausch – und immer ist der Spaß dabei. Spaß und Freude gehören für mich zur Arbeit, weil Arbeit ein großer Teil unseres Lebens ist.

Mich beschäftigen die Themen Zusammenarbeit und Produktivität in Organisationen. Doch es darf nicht nur um schneller und weiter gehen sondern auch um besser, anders und freudiger. Wie können wir mit mehr Freude arbeiten? Wie können wir besser im Sinne von richtiger arbeiten? Wie schaffen wir es als Menschen, bei allen Belastungen mit diesen Belastungen ausgewogen und Mensch zu bleiben? Das sind Fragen, über die ich mich gerne austauschen möchte, damit wir das besser verstehen und wir es besser in die Unternehmen hineinbringen können. Denn:

Das Leben ist zu kurz, um nur ernst zu bleiben ;-)

Lesetipps

Von mir Geschriebenes:

Anregungen zum Lesen:

Dieser Artikel erschien in leicht veränderter Form auf Enjoy Work – Lebens- und Arbeitswelten mit Zukunft.