Evernote + Postach.io = Everfach

Evernote + Postach.io = Everfach

Evernote ist das Schweizer Messer fürs Büro. Notieren, Schreiben, Planen und jetzt auch Bloggen. Das Startup Postach.io gewinnt den Devcup Gold von Evernote. Jeder Evernoter kann jetzt mit Postach.io genial und einfach bloggen.

Ich benutze Evernote seit 2010 mit einem Premiumaccount, mit dem ich damals unsere komplette Reiseplanung in einem Offline-Notizbuch ablegte. Doch inzwischen dient es mir sowohl als Speicher für Freizeit, Büro und Job (zusammen mit Pinboard) als auch als Schreibmedium. Warum also nicht auch zum Bloggen? Eben.

Evernote + Postach.io = Everfach.

Ich habe ein Fach aka Notizbuch in Evernote angelegt und blogge jetzt via Postach.io auf everfach.frank-hamm.com.

Wie damals beim Taumler probiere ich es zunächst noch ohne konkrete Vorstellungen aus. Was mich am Taumler etwas stört, ist die Speicherung meiner Beiträge bei Tumblr. Wenn Tumblr geschlossen wird (beispielsweise wenn Mayer meint, Tumblr müsse ins Büro von Yahoo), dann sind meine Inhalte weg. Deswegen veröffentliche ich dort keine eigenen Inhalte mehr, die nur noch im Taumler abgelegt sind.

Mit Postach.io sind meine Inhalte komplett in Evernote und damit auch lokal auf meinen Devices (Mac, Windows, Android, iOS). Das kann Postach.io:

  • Ein Notebook in Evernote festlegen
  • Alle Notes mit dem Tag #published werden im eigenen Postach.io-Blog veröffentlicht (das Hashtag kann geändert werden)
  • Notes mit festzulegenden Tags werden getwittert beziehungsweise auf Facebook veröffentlicht
  • Text, Fotos, Audio – alles was von Evernote unterstützt wird
  • Formatierungen wie mit dem Evernote-Editor oder mit Markdown (ich bevorzuge Markdown)
  • Shortcodes beispielsweise für Youtube, Slideshare, Vimeo
  • Einfacher HTML-Code wird unterstützt
  • Mehrere Themes zur Auswahl
  • Theme-Anpassungen im Quelltext möglich
  • Alle Notizen mit dem Tag #page werden als Seite und nicht als Artikel angelegt
  • Mittels Disqus kann kommentiert werden

Also rein theoretisch kann ich jetzt super simpel von jeder Evernote-App aus bloggen. Oder mit jeder anderen App, die Notizen in Evernote erstellen kann. Praktisch gibt es noch ab und zu mit der Formatierung Probleme (beispielweise beim Posten per Email).

[ Direktlink YouTube ]

Die Referentenansicht von Powerpoint ermöglicht dem Referenten ein entspannteres und besseres Präsentieren. Auf dem BarCamp Stuttgart habe ich in einer Session die Referentenansicht mit Powerpoint 2013 vorgestellt.

Ich habe die Präsentation mit Powerpoint 2011 für den Mac gezeigt. Bislang gibt es für den Mac keine aktuellere Version. Obwohl dort ein paar Werkzeuge im Vergleich zur aktuellen Windowsversion 2013 fehlen, bietet dieses Powerpoint die wesentlichen Vorteile in der Referentenansicht.

Zwischen Lync und Skype telefonieren

Zwischen Lync und Skype telefonieren

Im Frühjahr gab Microsoft die Verküpfung ihres Communication-Servers Lync mit Skype bekannt. Lync-Benutzer und Skype-Benutzer können jetzt miteinander chatten und telefonieren. Es gibt jedoch ein paar Fallstricke, besonders bei Office 365 Small Business Premium. Ich zeige Ihnen, wie es geht.

Quer verstreut übers Netz bei Skype und Microsoft gibt es Artikel und Wikiseiten und alles Mögliche. Doch so richtig einfach ist es doch nicht. Aber Microsoft hat angekündigt, die Verknüpfung zwischen Officewelt und Consumerwelt voranzutreiben. Auch Videokonferenzen sollen hinzukommen. Nach meinen Recherchen habe ich es endlich hinbekommen und konnte zumindest mit mir selbst telefonieren :-)

Office 365 Administration

In der Office Administration muss der Administrator die externe Kommunikation freigeben. Zunächst gehen Sie über den „Organisation verwalten“ in die Diensteinstellungen:

Organisation verwalten (Office 365)

Organisation verwalten (Office 365)

Dort aktivieren Sie unter „Instant Messaging, Besprechungen und Konferenzen“ die externe Kommunikation für Ihre Benutzer:

Diensteinstellungen: Externe Kommunikation auf EIN (Office 365)

Diensteinstellungen: Externe Kommunikation auf EIN (Office 365)

Lync (Windows)

In Lync können jetzt die Benutzer einen Skype-Kontakt (d.h. externen Kontakt außerhalb der eigenen Organisation) hinzufügen:

Skype-Kontakt in Lync hinzufügen

Skype-Kontakt in Lync hinzufügen

Wichtig: Dort müssen Sie die Microsoft-ID des Skype-Kontaktes verwenden! Eine Skype-ID (z.B. „frank.hamm“) reicht nicht aus. Sie müssen die Microsoft-ID (früher: Live-ID) verwenden.

Der nächste Fallstrick: Das ist eine Email, die leider so nicht von Lync anerkannt wird. Sie müssen die Email in einer speziellen Syntax angeben (wenn es keine outlook.com)-Adresse ist. Anstelle von beispielsweise „vorname.name@domain.tld“ müssen Sie dann angeben „vorname.name(domain.tld)@msn.com„. Sie fügen also ihre Email-Domain in Klammern hinter ihren Namen hinzu und erweitern die Adresse um „msn.com“:

Skype-Kontakt in Lync: name(domain.tld)@msn.com

Skype-Kontakt in Lync: name(domain.tld)@msn.com

Der Skype-Kontakt muss die Anfrage bestätigen. Den umgekehrten Weg habe ich noch nicht hinbekommen (d.h. Skype Kontaktanfrage an Lync-User stellen). Möglicherweise braucht es aber auch eine gewisse Zeit, bis das Skype-Verzeichnis neue Lync-User mit aufgenommen hat. Das Profilfoto wird leider nicht übertragen.

Nach der Kontaktaufnahme sehen beide die Präsenzanzeige des anderen, können chatten und VoIPen (Internettelefonie):

Chatten und telefonieren zwischen Lync und Skype

Chatten und telefonieren zwischen Lync und Skype

Für alle Fälle:

Haben Sie Erfahrungen mit der Verknüpfung von Skype und Lync?

 

Microsoft Powerpoint Folienmaster

Bildquelle: Microsoft Office.com

Microsoft Office mit den verschiedenen Jahreszahlversionen war lange Zeit mein Begleiter. Doch inzwischen lautet die Dachmarke „Office 365„, und die Lizenzmodelle sind mit der Onlineversion komplexer geworden.  Da gibt es zum einen die Versionen für den Home- und Businessgebrauch und zum anderen für Unternehmen. Dabei sind auch Versionen zur Installation auf dem Rechner, doch Microsoft favorisiert die Office 365-Variante mit den Online Webapps – bei denen dann auch die lokale Installation dabei ist oder sein kann.

Seit meinen Office 2003-Zeiten hat sich einiges geändert, und so kämpfe ich mich gerade durch die Basics der Folienmaster, Folienlayouts und Designs. Vorbei ist die Zeit, da es einfach nur eine Vorlage gab. Weder die Microsoft-Hilfe noch die Website helfen auf Anhieb und ohne größere Rumsucherei weiter. Doch was bedeutet was? Mein bisheriges Verständnis:

  • Ein Design kümmert sich um Farben, Schriftarten und Effekte. Laut Microsoft hat „ein erfahrender Designer jedes Design in PowerPoint erstellt.“
  • Ein Folienmaster hat verschiedene Vorgaben (Fußzeile, Elemente)
  • Ein Folienlayout legt innerhalb eines Folienmasters die Positionierung von Elementen fest. Beispiel: Eine Trennfolie hat keine Fußzeile aber ein großes Grafikobjekt. Wähle ich dieses Layout („Trennfolie“) für eine neue Folie so muss ich nur noch ein Foto auswählen und evtl. einen Titel vergeben.
  • Eine Vorlage kann mehrere Folienmaster mit jeweils mehreren Layouts haben
  • Ein Design verändert Farben und Schriften eines Folienmasters (und seiner Layouts)

Einen Master und Layouts hinzubekommen ist nicht allzu schwer. Wie erstelle oder ändere ich aber ein Design? Anscheinend brauche ich dazu einen Designer, so zumindest ist nach der Suche bei den Microsoftquellen mein Eindruck. Eine verständliche Erläuterung, wie ich ein Design erstelle oder ändere, habe ich auf Anhieb nicht gefunden. Also werde ich einfach ausprobieren…

Beim Durcharbeiten der wenigen Quellen „Office Support“ und Microsoft Powerpoint Blog (dessen letzter Artikel vom März diesen Jahres ist) habe ich diese hilfreichen Artikel zu Powerpoint 2013 gefunden:

(März 2017: Das Webinar „What you need to know about Powerpoint Slide Masters“ der Microsoft Office Blogs ist inklusive des Videos leider nicht mehr verfügbar.)

Ich bin dann mal wech zum Rumprobieren…

Virtual Private Network overview

Virtual Private Network overview – Ludovic.ferre (CC BY-SA 3.0)

Früher, damals als Angestellter, Hobbyblogger und Barcamper, war mir das Thema Sicherheit und Datenschutz für mich persönlich gar nicht so bewusst. Erst im Laufe der Jahre habe ich ein Bewusstsein dafür entwickelt. Die diversen “Vorkommnisse” wie Schäuble 2.0 und Zensursula haben mich sensibler für Offenheit und Sicherheit gemacht. Als Selbständiger erhalten jetzt in Zeiten von PRISM, Tempora und Co. die Themen Datensicherheit, Datenschutz und Verschlüsselung eine besondere Wertigkeit.

Da ich des Öfteren WLAN benutze (BarCamps, Konferenzen, Hotels…) und auch die Datenverbindung via UMTS und selbst bei einem deutschen Provider nicht besonders gesichert ist, habe ich mich zur Nutzung von VPN (Virtual Private Network) entschlossen. Das Recherchieren und Umsetzen dieses und anderer Themen kostet Zeit. Doch das bin ich mir, meinem sozialen Graphen und meinen Kunden schuldig.

Vor einiger Zeit bereits habe ich in meiner Fritz!Box 7390 VPN eingerichtet. Damit läuft die Verbindung von zwischen meinem Endgerät und meinem Router verschlüsselt ab. Allerdings nur bis dorthin, “nur” über IPsec und mit den Geschwindigkeitsbeschränkungen einer asynchronen 16MBit/s DSL-Verbindung.

Ich habe mich für ein VPN mit OpenVPN bei einem Anbieter entschlossen. OpenVPN soll sehr sicher sein, und es gibt reichlich Software und Apps dafür. Aber welcher Anbieter?

Anforderungen

Meine Anforderungen für einen VPN-Anbieter:

  • Zuverlässigkeit
  • Schnelle Verbindungen
  • OpenVPN
  • Mehrere Endgeräte (z.B. Windows PC, Mac, iOS-Device, Android-Device)
  • VoIP, keine gesperrten Ports
  • Keine Volumenbegrenzung
  • Mindestens zehn international verteilte Nodes (mindestens in Deutschland, USA)
  • Preislich maximal 8 USD/Monat (auch über längere Vertragsdauer)

Gelandet bin ich zunächst bei PrivateInternetAccess von London Trust Media Inc. Seit etwa 6 Wochen teste ich den Anbieter und bin sehr zufrieden. Stabile und schnelle Verbindung, OpenVPN, viele zuverlässige Nodes auch zum schnellen Umschalten. Ich kann jederzeit und überall mit jedem meiner Geräte auf VPN-Verbindung wechseln.

Da gibt es schon einmal den Effekt, dass ich mit Last.fm kein Radio mehr hören kann und ich es zunächst Last.fm in die Schuhe schiebe. Bis ich feststelle, dass ich via VPN von Rumänien aus zugreife und Last.fm für dieses Land kein Radio unterstützt :-)

Alles gut?

Aber es gibt ein “Aber”: London Trust Media Inc. ist ein US-Anbieter. Snowden, PRISM, NSA und FBI fallen mir da als Begriffe sofort ein. Das ist der Grund, warum ich PrivatInternetAccess trotz der guten Leistung und des günstigen Preises wahrscheinlich nicht nehmen werde. Schade. Aber auch wenn ich dem Anbieter die besten Absichten unterstelle, so zeigt mir der Fall des E-Mail-Anbieters Lavabit, dass kein US-Unternehmen wirklich sicher ist.

Das ist genau genommen gerade für Unternehmen (und nicht nur für Selbständige wie mich sondern auch für große Konzerne) eine Katastrophe. Keine Unternehmensdaten, keine Kundendaten in US-Händen sind mehr sicher. Die Safe Harbor-Vereinbarung vermittelte jahrelang ein trügerisches Gefühl der Sicherheit, als ob die US-amerikanischen Datenzentren doch eigentlich in der EU stünden und alles in Ordnung sei. Doch spätestens seit der Pressemitteilung der Konferenz der deutschen Datenschutzbeauftragten des Bundes und der Länder vom 24. Juli 2013 sollte dieses Gefühl der Sicherheit einem Gefühl des Entsetzens weichen.

Zwischenbemerkung: Ja, ich benutze noch viele andere US-Anbieter. Aber eins nach dem anderen.

Bisher habe ich noch keinen deutschen Anbieter gefunden, der zu günstigem Preis meine Anforderungen erfüllt (z.B. OpenVPN, mehrere Clients, mehrere verteilte Nodes – siehe oben). Da gibt es zum Beispiel einen in Neuseeland… Moment mal, da war doch was mit den Five Eyes (USA, Kanada, Großbritannien, Australien, Neuseeland)… also da auch eher nicht :-(

Können Sie mir helfen?

Sie sehen, ich bin in einer Zwickmühle zwische gut und billig einerseits und sicher andererseits. Allerdings einen richtig guten Anbieter habe ich bisher noch nicht gefunen.

Haben Sie eine Empfehlung für mich?

Links

Ein paar Links zum Thema. Zum Einstieg in das Thema Verschlüsselung empfehle ich die Serie „Mein digitaler Schutzschild“ auf Zeit-Online von Patrick Beuth. Und ebenfalls eine Empfehlung: Folgen Sie ihm auf Twitter.

Zum Thema Cloud gibt es Ausführung, warum wir keine US-Anbieter (oder Tochtergesellschaften davon) nutzen sollten: US Cloud Anbieter: oder der effiziente Selbstbedienungsladen. Da bin ich immer wieder hin- und hergerissen. Es ist so schön bequem…

Eine Übersicht, mit welcher Software wir es PRISM & Co erschweren können: PRISM-Break.

VPN Provider

  • Anonyproz: 8 USD/Monat oder 10 USD/Monat mit HTTPS und SSH Tunneling. VoIP. P2P/Bittorent on dedicated servers. Mehr als 30 Server weltweit. Keine Volumenbeschränkung. Server Switching. Mehrere Verbindungen von unterschiedlichen Geräten gleichzeitig. Neuseeland.
  • Privateinternetaccess: 5,95 USD/Monat oder 36,95 USD/Jahr. P2P, VoIP. 5 Geräte gleichzeitig, keine Volumenbeschränkung, keine Logs. Vermittelt den Eindruck, ein UK-Unternehmen zu sein (“London Trust Media”), Adresse aber Michigan, US.
  • Witopia startet bei 50 USD/Jahr
  • SecurityKISS: 5,99 Euro/Monat oder 4,49 Euro/Monat bei jährlicher Zahlung. Ohne feste IP, 50 GB Volumenbegrenzung. Anderes Packet mit 1 feste IP ohne Volumenbegrenzung. P2P, VoIP, mehrere Clients Dublin, Irland
  • IPredator.se: Nur ein Gerät gleichzeitig (FAQ)

Windows und Mac

iPhone & Android

Queerbeet

Bildquelle: Ludovic.ferre (CC BY-SA 3.0)

Wie lautet die deutsche Übersetzung für „Productivity Hacks“? Mir fiel keine passende Übersetzung dazu ein. Produktivitätstipps? Effizienzticks? Egal.

Um effizient bei der Erstellung dieses Quickie-Posts zu bleiben, verzichte ich auf eine Deutschifizierung und liefere kurz und knapp 17 Productivity Hacks für Arbeit, Büro und Freizeit. Sogar für die Steuererklärung :-)

  1. Zeitig aufstehen.
  2. Aufgaben in überschaubare Häppchen aufteilen.
  3. Konzentriert an einer Aufgabe arbeiten.
  4. Endezeitpunkt für eine Aufgabe setzen und einen Timer starten, der dann alarmiert.
  5. Keine Benachrichtigung über neue Emails benutzen.
  6. Emails nur zwei oder drei Mal am Tag abrufen, lesen und bearbeiten.
  7. Entspannen zwischendurch.
  8. Aufgaben Management oder eine simple Aufgabenliste nutzen.
  9. Kalender nutzen.
  10. Verschiedene Kalender für verschiedene Themen nutzen (z.B. Public, Finanzkalender, Haushaltskalender, Blogkalender/Editorial Calendar,…).
  11. Notizbuch/bücher für Recherchen (z.B. Evernote), Links dazu in die Aufgabe des Task Managers setzen.
  12. Abschalten (kein Social Media für einige Stunden oder einen ganzen Tag).
  13. Körperlich betätigen (nicht unbedingt Hochleistung oder Joggen, regelmäßig Spazieren gehen ist auch gut), dabei gehen die Gedanken andere Wege.
  14. Urlaub machen zum Entspannen (für manche ist Extremsport auch entspannen), auf andere Gedanken kommen.
  15. Inspirationen holen in anderen Blogs und Nachrichtenseiten, RSS-Feeds und Blogroll, Flipboard, Zite, Abfragen in Twitter oder Google News, Blogsuchmaschinen.
  16. Weg vom Computer, Pausen machen.
  17. Den Tag beenden. Ein Ultimatum setzen und ins Bett gehen.

In diesem Sinne: Gute Nacht!

 

Effizient schreiben mit Markdown

Regelmäßig schreibe ich Texte auf verschiedenen Geräten. Seit einiger Zeit verwende ich Editoren, die Markdown unterstützen. Damit geht das Texten schneller und einfacher als mit aufgeplusterten Alleskönner-Editoren. Denn im Gegenzug dazu brauche ich für Markdown-Editoren nur die Tastatur und ein paar kleine Syntaxregeln. Der Lohn ist schnelleres und konzentrierteres Schreiben.

Plattformnemesis

Meine digitale Officeumgebung setzt sich aus Geräten verschiedener Hersteller mit unterschiedlichen Betriebssystemen und in unterschiedlichen Größen zusammen. Vielen geht es mittlerweile ähnlich. Da ein Windowsrechner oder ein Macbook, dort ein Smartphone oder ein Tablet – und manche haben so wie ich alle Kombinationen. Dazu kommt neben der privaten noch die berufliche digitale Umgebung.

Doch oft genug, wenn Sie den Text vom Vortag brauchen, ist der auf einem anderen Gerät in einem anderen Format. Sicherlich gibt es Dateisynchronisierungsdienste wie Dropbox oder SugarSync, doch ausgerechnet dann haben Sie das benötigte Textverarbeitungsprogramm nicht auf dem Gerät, an dem Sie jetzt sitzen (oder das Sie in der Hand halten). Wenn Sie überhaupt im Büro auf Ihre Dropbox zugreifen können (klar, der Browser…). Und beim Kopieren über die Zwischenablage erhalten Sie die unglaublichsten Formatierungen. Der größte gemeinsame Nenner ist eine Textdatei, denn die lässt sich auf allen Geräten bearbeiten. Alles, was Sie dazu benötigen, ist ein puristischer Texteditor und eine Tastatur. Einmal in einer Textdatei geschrieben lässt sich der Text in verschiedene Zielformate exportieren.

Formatierungen

Aber wozu gibt es bei Word, LibreOffice und Kollegen schließlich die netten Symbolleisten zur Formatierung? Diese Symbole in den Leisten sind wichtig, damit Sie beispielsweise

  • Textstellen hervorheben können,
  • Links setzen können und
  • Aufzählungslisten erstellen können

Byword (iPad)

Doch das geht nicht nur mit den mächtigen Textverarbeitungsprogrammen. Bevor es grafische Benutzeroberflächen gab verwendete man bereits textliche Auszeichnungssprachen. Mit den Auszeichnungssprachen werden im Text Anweisungen beispielsweise für spätere Druckformatierungen hinterlegt. So erstellte ich in den Achtzigern bei IBM am Terminal umfangreiche Dokumente für Datenmodellierung und Prozessmodellierung. Dazu werden die entsprechenden Kommandos direkt im Text geschrieben (dieses Wort jetzt fett, das hier kursiv, jetzt eine Aufzählungsliste…). Für die Ausgabe werden die Kommandos interpretiert und der Text wird entsprechend dargestellt.

Heutzutage ist HTML eine der wichtigsten Auszeichnungssprache. Nahezu jede Seite im World Wide Web wird als HTML an den aufrufenden Browser übergeben. HTML könnten auch Sie in jedem Texteditor Artikel schreiben und darin Textformatierungen vornehmen. Doch HTML ist für das schnelle Schreiben viel zu umständlich und kompliziert.

Markdown

Als eine einfache Möglichkeit, um Texte zu formatieren, haben John Gruber und Aaron Swartz Markdown “erfunden”. Diese einfache Sprache können Sie sehr schnell lernen. Im Alltag benötige ich nicht mehr als zehn unterschiedliche Anweisungen und schreibe damit umfangreiche Texte. Mit Markup können Sie schnell Texte schreiben und darin Formatierungen vornehmen.

Markdown ist eine vereinfachte Auszeichnungssprache, die von John Gruber und Aaron Swartz entworfen wurde. Ein Ziel von Markdown ist, dass schon die Ausgangsform ohne weitere Konvertierung leicht lesbar ist. Als Auszeichnungselemente wurden daher vor allem Auszeichnungsarten verwendet, die in Plaintext und E-Mails üblich sind.

[ Seite „Markdown“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 26. März 2013, 11:53 UTC. (Abgerufen: 29. März 2013, 16:32 UTC) ]

Sie erstellen Markdown-Texte mit einem Markdown-Editor und können Sie über die Zwischenablage als formatierten Text in einem Content Management System (beispielsweise einem Blog) ganz einfach einfügen. Editoren wie Byword exportieren aber auch beispielsweise in PDF, RTF, Word und sogar LaTeX.

Markdown-Editoren

Es gibt verschiedene Markdown-Editoren von kostenlos bis kostengünstig für alle Plattformen. Ich benutze Markdown-Editoren auf meinem MacBook, meinem Windows-Rechner, meinem iPad, meinem iPhone und meinem Android-Smartphone.

  • Kein Wechsel von Tastatur zu Maus und zurück (oder von der virtuellen iPad-Tastatur zum Display und zurück). Sie tippen, sonst nichts. Damit sind Sie automatisch viel schneller als im ständigen Wechsel.
  • Auf Tablets und Smartphones haben Sie den Editor sowieso immer im “Volltextmodus”, die Editoren für Mac oder Windows sind auf das Arbeiten im Volltextmodus ausgelegt.
  • Die meisten Markdown-Editoren blenden sogar die Menüzeile aus
  • Damit fokussieren Sie sich immer auf den Text und dessen Inhalt. Keine Ablenkung, kein Herumspielen.

Viele Markdown-Editoren gibt es für mehrere Plattformen. Für den Einstieg liefere ich Ihnen eine Auswahl von günstigen Markdown-Editoren:

  • Writing Kit (iPad), kommerziell für wenige Euro
  • FocusWriter (Mac, Windows, Linux), kostenlos (Nachtrag: FocusWriter ist nur ein „Distraction Free Editor“, kann aber kein Markdown)
  • WriteMonkey (Windows), kostenlos
  • Byword (Mac, iPad), kommerziell für wenige Euro
  • iA Writer (Mac, iPad, iPhone), kommerziell für wenige Euro
  • Nachtrag: Draft (Online), kostenlos, ermöblicht auch gemeinsames Bearbeiten

Die Editoren fallen in die Kategorie Distraction Free Writing. Ziel ist das ablenkungsfreie Schreiben (oder auch Produktivität).

Bloggen mit Markdown

Ich schreibe viele Texte wie diesen zunächst in der Markdown-Syntax. Auf dem iPad und dem Mac benutze ich Byword, auf dem Windows-Rechner WriteMonkey. Einen Text bearbeite ich auch wechselnd auf verschiedenen Geräten. Dabei greife ich von allen Anwendungen auf ein Dropbox-Verzeichnis zu.

Irgendwann gelange ich zur Überzeugung, dass der Text fertig oder fast fertig ist. Ich kopiere dann den HTML-Quelltext in die Zwischenablage und füge ihn anschließend im Blogeditor ein. Das kann auf dem iPad sein (dort benutze ich Blogsy oder die WordPress-App) oder dem MacBook oder dem Windows-Rechner (dort benutze ich den Editor im WordPress-Backend).

Bei längeren Texten verwende ich mit dem iPad das Apple Wireless Keyboard. Dann geht das Editieren wesentlich flüssiger als mit dem virtuellen Keyboard des iPads, doch diese Tastatur ist sperrig für unterwegs. Das Logitech Ultrathin steht auf meinem Wunschzettel :-)

Da ich also auf unterschiedlichen Plattformen vorschreibe ist Markdown optimal, um später auch Auszeichnungen wie Fett, Listen, Links via HTML mit in den Editor des Content Management Systems (CMS) zu übernehmen. Komplexe Dinge wie Fotogalerien mache ich immer am Schluss im Zielsystem.

Wer immer direkt, beispielsweise von seinem Desktoprechner aus, im CMS editiert, für den ist einerseits kein Markdown nötig. Andererseits ermöglicht Markdown das stressfreie und auf den Inhalt orientierte Erstellen von Texten.

Gespräche

Die Anregung zu diesem Blogartikel kam zuerst durch ein Status Update von Marcel Weiss:

Ich blogge zunehmend nur noch mit dem iPad.

In dem Kommentar-Thread äußerte ich, ich würde Texte auf dem iPad mit Byword schreiben und den Inhalt später als HTML-Quelltext in den Blog-Editor (beispielsweise Blogsy) kopieren.

Später habe ich dann noch nachgefragt

Dort können Sie weitere Argumente und Hinweise nachlesen wie die von Franziska Köppe aka @_fk75. Franziska benutzt Markdown für das Redaktionssystem Redaxo.

Screenshots

Auf Flickr gibt es ein Fotoalbum mit ein paar Screenshots, wie Markdown in den Editoren aussieht.

[AFG_gallery id=’22‘]

Dieser Artikel als Markdown

Dieser Artikel als Markdown-Datei (ohne Fotos)

Tag Cloud

Tag Cloud

Tags (Schlüsselworte) waren eine der großen Neuerungen im Web 2.0. Zunächst nur bei Social Bookmarks bekannt geworden, gibt es sie inzwischen in vielen Diensten. Doch wo bleibt der Dienst, der mir bei meinen Tags hilft?

Tags hier, Tags da, Tags überall: Social Bookmarks, Evernote, Outlook, Gmail, Pocket…

Nicht immer heißen sie Tags. Doch auch die Kategorien in Outlook sind für mich nichts anderes als Tags. Meine Social Bookmarks liegen bei Pinboard, vorher bei Diigo, davor bei Delicious.  Bei etwa sieben Jahren sammeln sich da Tags in verschiedenen Schreibeweisen an. Evernote nutze ich inzwischen auch etwa drei Jahre. Schnell ist ein Tag vergeben oder geändert oder gelöscht. Doch so schnell und vorteilhaft das dezentrale einfache Vergeben von Tags ist, so nachteilig ist es für mich mit ein paar Tausend Tags, die über alle möglichen Diensten verteilt sind.

Warum muss ich meine Tags überall separat vorhalten und so beispielsweise unterschiedliche Schreibweisen riskieren (nein, nicht riskieren: Das passiert quasi systeminhärent automatisch)?

Warum gibt es keinen Tagging Service, bei dem ich alle meine Tags/Keywords zentral verwalte und nicht separat bei jedem einzelnen Dienst?

Wenn ich dann beispielsweise anfange ein Tag zu tippen, kommt die automatische Vervollständigung vom Tagging Service. Umbenennen eines Tags? Kein Problem: Einmal im zentralen Tagging Service geändert, erfolgt die Änderung in allen anderen Diensten. Oder auch in beispielweise Evernote gelöscht oder geändert: Schwups, zu allen anderen Diensten gelöscht oder verteilt.

Träumen wird man ja wohl mal dürfen…

Lifeworkcamp 2012: Sessionplan für den Freitag

Bei dem Lifeworkcamp 2012 am vergangenen Freitag ging es um Ziele, Bedingungen und Möglichkeiten zukunftsweisender Lebens- und Arbeitsformen. Viele verbinden mit der heutigen Arbeitswelt das Burnout-Syndrom. Beraterin und Coach Barbara Fischer-Reineke ludt ein zur Diskussionssession „Burnout vermeiden – wie geht das?„. Fischer-Reineke berät und coached Betroffene zum Thema Burnout („Individualpsychologische Beratung, Lebensberatung, Mentalcoaching, Burnout Coaching, Ermutigung“).

Aktuelle Entwicklung

Das Thema Burnout wird in der Gesellschaft immer wichtiger. Gerade in der Wirtschaft haben immer mehr Menschen einen Burnout. Doch Betroffene haben nicht nur aus beruflichen Gründen einen Burnout. Auch im Privatleben beziehungsweise in der fehlenden Ausgewogenheit können die Gründe liegen. Alarmierend ist die Entwicklung, dass die Betroffenen/Klienten bei einem Burnout zunehmend jünger sind.

Mögliche Gründe für Burnout

In der Diskussion entwickelten wir die folgenden möglichen Gründe für einen Burnout:

  • Die Leidenschaft und die Leistung werden von Vorgesetzten hinterfragt
  • Es gibt einen Hang zur Perfektionierung
  • Betroffene können nicht „Nein“ sagen
  • Der Druck auf Betroffene, Leistungen zu erbringen, steigt (hierbei insbesondere der Zeitdruck)
  • Gründe und Einflüsse können auch in schlechter oder falschen Ernährung liegen
  • Burnout-Gefährdete stellen die Bedürfnisse anderer Personen (Vorgesetzte, Kollegen, Bekannte) vor die eigenen Bedürfnissen („Aber ich will doch noch…“)

Es gibt keinen Burnout ohne Depression aber Depressionen ohne Burnout!

Burnout-Vorbeugung

Eine Burnout-Vorbeugung fängt im Kopf an. Wichtig sind die eigene Haltung und die Umgebung.

  • Gute und ausgeglichene Ernährung
  • Rituale und Strukturen geben Halt
  • Abgrenzung lernen: „Nein“ sagen können
  • Eine Kultur der Fehlertoleranz leben (sehr wichtig in Unternehmen)
  • Das Wort „MUSS“ aus dem eigenen Sprachschatz streichen und ersetzen durch: „Will“, „kann“ und „darf“
  • Gemeinschaftssinn haben
  • Werte entwickeln und haben
  • Ein Hobby als Kraftquelle für sich selbst haben
  • Selbstwertschätzung üben

Die Prävention muss in der Familie und der Erziehung beginnen. Das bedeutet auch, bei den eigenen Kindern ein Bewusstsein schaffen und ein Vorbild sein.

Welche Aspekte aus der Session habe ich vergessen? Welche Aspekte fehlen Ihnen in dieser Aufstellung?

Auf dem Lifeworkcamp hielt ich am Freitag, 12.10.2012, die Session „9 to 5 versus ROWE“ (ROWE=Results Only Work Environment). Die Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren für viele (Wissens-) Arbeiter verändert. Immer öfter geht es um die Ergebnisse und nicht darum, von Neun bis Siebzehn Uhr (9 to 5) im Büro zu sitzen. Die Entwicklungen des digitalen Arbeitsplatzes inklusive des mobilen Arbeitsplatzes mit Notebook, Tablet und Smartphone sowie die Anforderungen durch Unternehmen und durch Mitarbeiter verändern die Arbeitswelt, die Arbeitszeit und die Arbeitswelt. Nach meiner kurzen Einführung diskutierten wir in die Möglichkeiten und die Gefahren dieser neuen Arbeitswelt. Welche Aspekte gilt es zu beachten?

9 to 5

Ab 1990 arbeitete ich als Angestellter meistens in typischen „9 to 5“-Jobs: Morgen zur Arbeit fahren, am Schreibtisch Platz nehmen, diesen nur zu Besprechungen und Pausen verlassen, am Nachmittag wieder nach Hause fahren.

Als ich 2005 mit dem Bloggen begann veränderte dies auch meinen „privaten Arbeitsplatz“ als Blogger und Social Networker. Zu Veranstaltungen und Konferenzen nahm ich mein Notebook mit, die Verbindung ins Internet und damit zu allen nötigen Informationen und auch zum Selberschreiben gab es via WLAN immer öfter, dann kamen die UMTS-Sticks, die Smartphones und die Tablets.

Ähnliche Veränderungen gibt es in immer mehr Unternehmen. Mehrere Standorte, Internationalisierung, Flexibilisierung, Globalisierung hinterlassen ihre Spuren. Und dann sind noch die Mitarbeiter, die mehr als nur 9 to 5 wollen…

ROWE – Results Only Work Environment

Vor fünf Jahren bloggte ich über „ROWE bei Best Buy: Results-Only Work Environment“ (Wikipedia, oft auch Results-Oriented Work Environment), einem neuen Arbeitszeit- und Arbeitsortmodell, das in einem Brand Eins-Artikel vorgestellt wurde:

– An diesem Montag wird Dawn Paulson wohl schon um 14 Uhr nach Hause fahren und ein paar Besprechungen verpassen. Stattdessen wird die 30-jährige Mitarbeiterin der amerikanischen Elektronikkette Best Buy ihren Hund ausführen und sich später von zu Hause oder aus einem Café ins Büronetz einloggen. Wie die zwei folgenden Arbeitstage aussehen, wisse sie noch nicht, sagt Paulson. Nur so viel stehe fest: Am Donnerstag werde sie für ein langes Wochenende zu ihren Schwiegereltern fahren, Laptop und Blackberry im Gepäck, um bei E-Mails und Telefonaten nicht den Anschluss zu verlieren. Wie viele Stunden sie in dieser Woche arbeiten wird? „Keine Ahnung, ist mir auch egal“, antwortet Dawn Paulson.

Der Kerngedanke von ROWE ist das ergebnisorientierte Arbeiten, bei dem es um das Erzielen von Ergebnissen geht. Dabei ist es unwichtig, wo oder wann sie erzielt werden. ROWE gibt es nicht nur als umgesetztes Modell bei Best Buy sondern inzwischen bei immer mehr Unternehmen. Die beiden „Erfinder“ Cali Ressler und Jody Thompson, die ROWE bei Best Buy einführten, haben inzwischen ein Beratungsunternehmen gegründet und unterstützen Unternehmen bei der Einführung von ROWE.

Results-Only Work Environment goes beyond telework. It’s a management strategy where employees are evaluated on performance, not presence. In a ROWE, people focus on results and only results – increasing the organization’s performance while cultivating the right environment for people to manage all the demands in their lives…including work.

Sessionnotizen

Die folgenden Notizen habe ich auf Basis meiner Stichworte in Noteshelf erstellt.

Die Teilnehmer waren unter anderem

  • Coaches, viele nannten Change Management als ihr Thema
  • Grafik Designerin, die keinen 9 to 5-Job hat
  • Personalentwicklerin, die sich mit Zeitmodellen beschäftigt
  • Viele beschäftigen sich mit Social Media
  • IT’ler

What really motivates us

Aus den Teilnehmern kamen die Hinweise auf „What really motivates us“ und „Drive“. Dies ist die Originalrede von Dan Pink bei TED:

[ TED – Dan Pink: The puzzle of motivation ]

Von RSA (Royal Society for the encouragement of Arts, Manufactures and Commerce) gibt es ein animiertes Video:

This lively RSA Animate, adapted from Dan Pink’s talk at the RSA, illustrates the hidden truths behind what really motivates us at home and in the workplace.

[ RSA Animate – Drive: The surprising truth about what motivates us ]

Die Seite von Daniel Pink zu seinem Buch Drive:

Career analyst Dan Pink examines the puzzle of motivation, starting with a fact that social scientists know but most managers don’t: Traditional rewards aren’t always as effective as we think.

Auf Amazon gibt es zu dem Buch diese Kurzbeschreibung:

Sind wir nicht alle davon überzeugt, dass wir am besten mit äußeren Anreizen wie Geld und Prestige oder durch Zuckerbrot und Peitsche zu motivieren sind? Alles falsch , sagt Daniel H. Pink in seinem provokanten und zukunftsweisenden Buch. Das Geheimnis unseres persönlichen Erfolges ist das zutiefst menschliche Bedürfnis, unser Leben selbst zu bestimmen, zu lernen, Neues zu erschaffen und damit unsere Lebensqualität und unsere Welt zu verbessern.
Daniel H. Pink enthüllt die Widersprüche zwischen dem, was die Wissenschaft weiß, und dem, was die Wirtschaft tut und wie genau dies jeden Aspekt unseres Lebens beeinflusst. Er demonstriert, dass das Prinzip von Bestrafung und Belohnung exakt der falsche Weg ist, um Menschen für die Herausforderungen von Heute zu motivieren, egal ob in Beruf oder Privatleben.

Urlaub als Motivation?

Phil Libin ist CEO von Evernote (Wikipedia), einem weltweit erfolgreichen Unternehmen rund um Notizen. Die Mitarbeiter von Evernote können so viel Urlaub nehmen, wie sie wollen. Da kommt sofort ein erschreckender Gedanke bei vielen hoch: Arbeiten die überhaupt noch? Ja, das tun sie:

A. We recently changed our vacation policy to give people unlimited vacation, so they can take as much time as they want, as long as they get their job done. If you want to take time off, talk to your team, but we’re still measuring you on the same thing, which is, did you accomplish something great? Frankly, we want to treat employees like adults, and we don’t want being in the office to seem like a punishment. We always try to ask whether a particular policy exists because it’s a default piece of corporate stupidity that everyone expects you to have, or does it actually help you accomplish something? And very often you realize that you don’t really know why you’re doing it this way, so we just stop doing it.

Q. Is the unlimited vacation policy working?

A. So far. We had to modify it slightly because one of the first things I started worrying about is whether people would actually take less vacation. I don’t want people not to take any vacation because that’s just bad for them, and it’s bad for me. You’re not going to get a lot of work out of someone if they haven’t taken a vacation in a while. So we started rewarding people for taking at least a week at a time on a real trip by giving them $1,000 spending money. That seems to be going well.

[ The New York Times – Phil Libin: The Phones Are Out, but the Robot Is In ]

Mitarbeiter bei Evernote bekommen sogar zwei Mal im Monat eine „professional housecleaning“ ;-)

Aspekte

Weitere Aspekte  aus der Diskussion:

  • Mitarbeiter arbeiten zuhause und mit mehr Freiheit
  • Privat und Geschäft verschwimmen immer mehr
  • Es muss jedoch einen Rahmen geben. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Mitarbeiter sich überfordern („freiwillig in den Burnout“)
  • Will das wirklich jeder? Nicht jeder ist der Typ dafür
  • Der Vorgesetzter muss loslassen und unabhängig arbeiten lassen
  • Vorgesetzte sind jedoch nicht auf „Führung“ vorbereitet, oft werden sie Vorgesetzte aufgrund fachlicher Qualifikation
  • Es gibt eine Tendenz / Möglichkeit zur Selbstausbeutung bei Mitarbeitern (sie arbeiten zu viel)
  • Ein Team ist der strengere Vorgesetzte und muss korrigieren
  • Maximal fünfeinhalb Stunden eines Tages sind wirklich buchbar und produktiv
  • Es ist eine Frage der Führung
  • Wir kommen aus der Industrialisierung, doch jetzt gibt es (zunehmend) andere Formen der Arbeit, mit den wir anders umgehen müssen

Weitere Infos

Uwe Hauck (der auch in der Session teilnahm) veröffentlichte im Mai 2012 einen Artikel im Rahmen einer Blogparade:

Bereits heute motiviere ich mich am besten selbst, in dem ich mich mit Aufgaben befasse, die mich begeistern, in dem ich in jeder neuen Herausforderung die Chancen sehe, etwas auf die Beine zu stellen und mich durch meine Leistung zu beweisen. Der Präsenzgedanke des Mitarbeiters, der für seine Führungskraft stets sichtbar und verfügbar ist, wird in der Zukunft immer mehr einer Situation weichen, in der wir verschiedenen “Herren” dienen und ggf. auch teilselbständig arbeiten.

[ Blogparade: Was zeichnet die Führungskraft der Zukunft aus? ]

Nigel Marsh hielt eine Rede/Präsentation bei TED zur work-life balance: How to make work-life balance work

Work-life balance, says Nigel Marsh, is too important to be left in the hands of your employer. Marsh lays out an ideal day balanced between family time, personal time and productivity — and offers some stirring encouragement to make it happen.

Oder kurz gesagt:

The small things matter.

Noteshelf

Die Stichworte habe ich während der Session mit Noteshelf und einem Stylus (allerdings nicht mit dem Alupen) erstellt und als PDF exportiert: