Public Relations, Online PR, Social Media und Corporate Communications

Auf Besser 2.0 stellt Frank Wolf die Social Software Matrix vor. Derzeit vergleicht die Matrix neun Social Software Suites (Atlassian Confluence, blueKiwi, Google Apps Pro + Wave, IBM Lotus Connections, Jive SBS, Liferay Social Office, Microsoft SharePoint, Socialtext, MindTouch):

Der Markt für Social Software explodiert förmlich. Neue Anbieter kommen aus den Nischen von Foren-, Wiki- oder Blogsoftware und rüsten Ihre Produkte zu vollwertigen Social Software Suiten auf. Auf der anderen Seite gibt es die etablierten Platzhirsche im Bereich Collaboration und CMS Anbieter, die Ihren Tools Web 2.0 Funktionen hinzufügen. Ein sehr dynamischer Markt, der in Zukunft einige Stars aber auch viele Sternschnuppen sehen wird. Die Matrix soll helfen, in diesem Dschungel den Überblick zu behalten und angepasst an die eigenen Bedürfnisse und Absichten eine Shortlist der spannendsten Anwendungen erstellen zu können. Diese engere Wahl sollte dann im Idealfall als Pilot installiert und ausführlich getestet werden. Erst dann kann man eine wirklich belastbare Entscheidung über das am besten passende System treffen.

[ Es ist eine Matrix! Social Software verstehen und vergleichen mit der Socialsoftwarematrix ]

Die Matrix unterscheidet verschiedene geschäftliche Anwendungsfälle, technische Szenarien und Aspekte zur Bewertung des Anbieters.

  • Geschäftliche Anwendungsfälle: Enterprise Communication, Collaboration & Knowledge Exchange, Social Networking & Expert Search, Personal Information Management, Project Management
  • Technische Szenarien: Operational Flexibility, Customization & Extensibility, Data & Security
  • Anbieter: Vendor Position, Support & Services

Auf Diigo, einem Social Bookmark-Dienst, pflege ich eine Liste für Beispiele eines Social Media Newsroom. Viele der Beispiele habe ich vom PR-Blogger Klaus Eck übernommen:

Viele Unternehmen öffnen sich online ihren Kunden. Das machen einige Organisationen durch ihre Social Media Newsrooms (oder Social Media Releases) deutlich. Der alte Presseraum auf einer Website hat längst ausgedient und ist wenig serviceorientiert gewesen. An die Stelle statischer Inhalte treten längst RSS-Feeds und multimediale Inhalte, die zudem auf den Dialog mit den Stakeholdern setzen. Für Kunden, Blogger und Journalisten bietet ein solcher PR 2.0-Raum vielfältige Informationen. Neben Medien wie (möglichst lizenzfreie) Fotos, Podcasts, Slideshares und Videos zeigen immer mehr Unternehmen auch ihre Engagements auf den verschiedensten Portalen.

[ 21 Beispiele für den Social Media Newsroom ]

Meine Diigo-Liste „Social Media Newsrooms“ hat mittlerweile 43 Einträge. Heute gab es drei Neuzugänge:


Auf Twitter hat mich jemand per Direct Message nach einer Liste von Enterprise 2.0 Blogs gefragt. Flugs habe ich auf Diigo eine Liste mit Listen Feed Play angelegt und ein paar Einträge zu Twitter, Blogs und Foren reingepackt – eine Metaliste sozusagen :-)

Hier als Liste und anschließend als Webslides


Falls Sie weitere Listen zu Blogs, Twitter, Foren etc. wissen, freue ich mich über einen Hinweis in den Kommentaren oder einfach eine Nachricht auf Twitter – meine Monitor läuft mit :-)

Gestern ist bei PR-Journal meine Rezension von Rainer Bartels „Erfolgreiche Online-PR“ erschienen:

Die Bedeutung des Internets hat für Unternehmen in den letzten Jahren rasant zugenommen. Die Anzahl der Veröffentlichungen zu Online-PR nimmt ebenfalls zu, um dem gestiegenen Bedarf Rechnung zu tragen. Doch die Literatur ist meistens konzeptionell orientiert oder behandelt Fragestellungen größerer Unternehmen. Rainer Bartels Buch „wendet sich ganz ausdrücklich an Selbständige und Unternehmen, die über ein sehr begrenztes Marketing-Budget verfügen“ und will neben Grundlageninformationen vorwiegend pragmatische Anregungen, Anleitungen und Hinweise geben.

Interesse? Da gehts lang: PR-Journal – Bartel: Erfolgreiche Online-PR

Weitere Rezensionen:

Silicon.de berichtet, dass nach Angaben des IT-Sicherheitsdienstleisters ScanSafe bereits 76 Prozent seiner Klienten den Zugang zu Social Networks blockierten. Das entspräche einem Anstieg um 20 Prozent innerhalb von sechs Monaten:

Social Computing wird von immer mehr Unternehmen unterbunden. Nicht nur Facebook und Co geraten zunehmend in die Kritik, sondern auch der Microblogging-Dienst Twitter. Bundestag und SPD wollen den Abgeordneten das Twittern während der Bundestagswahl untersagen.

[ Social Networking und Twitter – der Hype kippt ]

Da gerät Twitter in Kritik, weil Abgeordnete mehr oder weniger valide Informationen vorab weitergeben. Ihr Ahnungslosen: Das war vorher schon verboten; gestört hat das auch damals nicht. Zwar waren die SMS-Nachrichten nicht für jeden sichtbar, nach dem Schneeballsystem verbreiteten sich diese Informationen dann doch. Kein Wunder, dass ein Kanzleramtschef Verkehrsregeln für das Internet will, die es schon längst gibt.

Da sei den US-Marines das Twittern und auch die Nutzung von Facebook und MySpace untersagt. Ihr Ahnungslosen: Die US Navy ist schon weiter, denn „The Navy supports Social Media„. Und die NATO ruft Soldaten und Zivilisten zu dem Videowettbewerb „Why Afghanistan Matters“ auf.

Da werden Webseiten von der Firewall geblockt, weil sie einer
bestimmten Kategorie zugeordnet sind (beispielsweise Online-Shopping,
Sport und Webmail). Ihr Ahnungslosen, was wird die Mehrzahl der Mitarbeiter in zwei Jahren in Zeiten von iPhone, Android-Phone und Co. die Firewall noch interessieren?

Christiane Schulzki-Haddouti hat bereits am 18.August 2009 die Studie „Kooperative Technologien in Arbeit, Ausbildung und Zivilgesellschaft“ veröffentlicht („KoopTech-Studie ist online„). Ja, dies ist in Netzzeiten bereits gefühlte Ewigkeiten her, und ich bin momentan sowieso etwas langsam.*

In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Innovations- und Technikanalyse geförderten Projekt hat die Kulturpädagogin und IT-Journalistin Christiane Schulzki-Haddouti “Kooperative Technologien in Arbeit, Ausbildung und Zivilgesellschaft” untersucht. Schulzki-Haddouti war für die 14-monatige Arbeit an dieser Studie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der h_da beschäftigt. Das Projekt wurde zudem von Prof. Dr. Lorenz Lorenz-Meyer vom Studiengang Online-Journalismus betreut.

Doch die Studie hat es in sich, auch wenn ich sie noch nicht gelesen
sondern nur überflogen habe.* Auf über 300 Seiten behandelt Christiane Kooperation, Innovation, Entwicklung und Anwendung kooperativer Technologien, Akzeptanz- und Erfolgsfaktoren und fünf verschiedene Szenarien.

Bemerkenswert ist nicht nur der Umfang und der wissenschaftliche Charakter der Studie: Sie ist unter der Creative-Commons-Lizenz BY-NC-SA 3.0 veröffentlicht. Ich freue mich, dass ich zusammen mit elf anderen Teilnehmern wie beispielsweise Jörg Hoewner, Dieter Rappold und Tim Schlotfeldt mit einem Interview zu dieser Studie beitragen durfte.

Ich habe mir ganz fest vorgenommen, mir dieses geradezu monumentale Werk „reinzuziehen“*, auch wenn es bereits im letzten Jahr entstand. Denn die Grundzüge gelten nach wie vor und unverändert. Ein wunderbares Grundsatzwerk, auf das ich mich sehr freue.

*) weil ich gerade viel lese, arbeite, mache, tue, lese….

Während die Bundeswehr Anfragen von Bloggern nicht beantwortet, die NATO aber schon Versuche unternimmt sieht es überm Teich ganz anders aus. Da bloggt der Commander U.S. Pacific Fleet, Admiral Robert F. Willard, die U.S. Naval Air Forces twittern und die Navy twittert News an „ihre Familie“.

So ist es nur konsequent, dass @Roxannedarling und @Shane von Beachwalks.tv zusammen mit anderen vor Kurzem auf dem Flugzeugträger USS Nimitz eine Nacht verbrachten. Das passt, denn der Flugzeugträger und sein Public Affairs Officer Theresa Donnelly („The Navy supports Social Media“) twittern nämlich selbst :-)

Der erste Videobericht („Beach Walk 744 – USS Nimitz Steel Beach #1„) ist bereits online. Und heute morgen gibt es das zweite Video bereits auf YouTube:

[ Direktlink YouTube – Beach Walk 745 – USS Nimitz Steel Beach #2 ]

Nachtrag: Roxanne hat mich informiert, dass der Artikel auf Beachwalks.tv jetzt online ist

@fwhamm & @jfsd beat me to the punch, but here is video #2 from our visit to @USS_Nimitz http://bit.ly/4wDjk (back to more editing)

Hier das Video auf Viddler, dort kann man nämlich auch Videokommentare direkt in der Timeline geben:

[ Direktlink Viddler ]

Noch ein Nachtrag: Bare Feet Studios (Roxanne) – The U.S. Navy is Using Social Media

Here is a brief late night interview with Public Affairs Officer Jason Salata (who manages the @USS_Nimitz twitter account) talking about how the U.S. Navy has jumped into social media in the past several months. Shane and I filmed this while on board the USS Nimitz, over “Mid Rats” aka midnight rations. The scrambled egg sandwiches were ono-licious!

Für den Lehrstuhl für Industriebetriebslehre an der Universität Erlangen-Nürnberg läuft eine Umfrage zum Einsatz von Web 2.0-Anwendungen in der Praxis. Stefanie John hat mich angeXINGt und mich um Teilnahme und Weitergabe des Links gebeten.

Ich habe soeben an der Umfrage teilgenommen. Knapp 10 Minuten habe ich dafür gebraucht. Die Fragen beziehen sich auf den Einsatz von Web 2.0-Anwendungen wie Wikis und Blogs in Unternehmen. Die anonymisierte Umfrage ist auf

http://www.unipark.de/uc/n_uni_industriebetriebslehre/43a1/

Wer möchte, der kann seine E-Mailadresse angeben und erhält dafür die Ergebnisse der Umfrage.

Seit einiger Zeit geht es vielen Bloggern – vollkommen zu Recht – um die Art und Weise, welche Beziehungen „man“ mit Ihnen haben sollte oder wie „man“ Kontakt mit ihnen aufnehmen sollte.

Ich bin zu der Überzeugung gelangt, dass ich mir zunächst über mich selbst klar werden muss. An welche Verhaltensregeln möchte ich mich halten? Wie verhalte ich mich? Wie sollte ich mich verhalten, wenn ich es auch bislang vielleicht nicht konsequent getan habe? Meine Überlegungen führten zu meinem

Code of Conduct

(Wie so oft ein ständiger Entwurf anstelle eines Wartens auf die glückseligmachende Version 1.0)

Präambel

  1. IN Jedem Ende Liegt Ein Anfang.
  2. Märkte sind Gespräche.
  3. Menschen sind Gespräche.
  4. Gleiches mit Gleichem. Was ich von anderen erwarte, das erwarte ich auch von mir.
  5. Nichts ist absolut. Alles ist und bewegt sich im Kontext.

Erstkontakte

  1. Ich lese, sehe und höre zu, bevor ich erstmalig Kontakt mit einer Person oder einem Organisation (z.B. Unternehmen) aufnehme.
  2. Ich verschaffe mir einen Eindruck von den Themen und der Identität dessen, den ich ansprechen will.
  3. Ich nehme Erstkontakte auf über Email, Social Network oder IM (Kontaktmöglichkeiten). Oder im richtigen Leben.
  4. Ich identifiziere mich und stelle mich vor.
  5. Ich zeige, dass ich den Adressaten kenne.
  6. Ich beschreibe meine Absichten.
  7. Ich frage nicht nach, ob eine Mitteilung (Email, IM, DM etc.) ankam.

Folgekontakte

  1. Ich nehme Kontakt auf über Email, Social Network, IM, Telefon bzw. VOIP oder Post (Kontaktmöglichkeiten). Oder im richtigen Leben.
  2. Ich identifiziere mich.
  3. Ich frage nach angemessener Zeit höflich nach, ob eine Mitteilung ankam.

Mitteilungen

Mitteilungen haben einen vom Absender definierten Empfängerkreis (ein oder mehrere Adressaten).

  1. Ich versende persönliche Mitteilungen und keine gestreuten Massenmitteilungen.
  2. Ich schicke Mitteilungen zu, die mit den Themen oder der Identität des Adressaten harmonieren.
  3. Ich sende Informationen in angemessenem Umfang zu.
  4. Ich beschreibe zusätzliche und umfassendere Informationen kurz und verweise auf die Adresse im Netz.
  5. Ich biete Fakten, Hintergrundinformationen, Meinungen und – wenn vorhanden – Medienformate wie Fotos, Videos an.

Veröffentlichungen

  1. Ich benutze „das Netz“ (d.h. Blog, Feeds, Lifestreams oder PR-Dienste) für Veröffentlichungen, d.h. gleiche Inhalte an viele Adressaten.
  2. Ich entscheide nach Interesse, Aktualität und Stimmung, wann und worüber ich schreibe.
  3. Ich lege zusätzliche und umfassendere Informationen im Netz ab und verweise darauf.
  4. Ich veröffentliche Beiträge und Zitate grundsätzlich ohne Einholung einer Freigabe.
    • Bei bestehenden Kontakten ist es eine Frage des Kontextes und der Person.
  5. Ich erteile keine Freigabe. Es gelten mein gesprochenes und mein geschriebenes Wort. Und meine Handlungen.
  6. Ich ignoriere Sperrfristen. Es sei denn („Verhandlungssache“):
    • Ich kenne die Kontaktperson gut.
    • Die Kontaktperson und ich besprechen das Vorgehen einvernehmlich.
    • Es ist eine interessante Story.

Teststellungen und Geschenke

  1. Produkte zum Testen sind willkommen. Ich schreibe darüber, falls, wann, wieviel und was ich will. Unaufgefordert zugesandte Produkte betrachte ich als persönliche Geschenke. Alles andere: Verhandlungssache.
  2. Persönliche Geschenke sind eine Frage der Nähe und des Geschmacks. Mein Geschmack entscheidet darüber, ob ich ein persönliches Geschenk behalte, verschenke oder entsorge.
  3. Eine Ansichtskarte ist ein persönliches Geschenk.

Postambel

  1. Mögliche oder bestehende Interessenskonflikte lege ich offen.
  2. Ich stehe zu meinen Fehlern.
  3. Ehrlichkeit und Offenheit zahlen sich aus und führen zu Respekt.

Weblinks