Public Relations, Online PR, Social Media und Corporate Communications

Gestern abend war Claus Weselsky von der Gewerkschaft der Lokführer mit einem Interview jeweils im Heute-Journal und in der Tagesschau den Tagesthemen präsent – und damit auch im Social Web.

Mit dem kostenlosen Version des Tools Talkwalker Social Analytics habe ich im Schnellschuss ohne große Prüfungen eine Abfrage gestartet:

#gdl OR gdl OR #bahnstreik OR bahnstreik OR #weselsky OR weselsky OR „gewerkschaft deutscher lokomotivführer“

Eingegrenzt sind die Ergebnisse von 21:00 bis 23:30 Uhr am 3. November 2014 und auf die Medientypen Blogs, Facebook, Foren, Twitter. News habe ich explizit ausgeschlossen, und auf Plattformen wie Google+ oder Instagram tat sich de facto gar nichts. Das Heute-Journal begann um 21:45 Uhr, die Tagesthemen begannen um 22:15 Uhr. An der Darstellung über die Zeit sind die Interviews jeweils gut nachzuvollziehen.

Monitoring GdL (Resultate über Zeit)

Monitoring GdL (Resultate über Zeit)

Twitter ist wie zu erwarten klar der stärkste Medientyp.

Monitoring GdL (Medientypen)

Monitoring GdL (Medientypen)

Insgesamt gab es im Zeitraum 1.146 Erwähnungen.

Monitoring GdL (Buzz)

Monitoring GdL (Buzz)

Männer beteiligten sich weit mehr als Frauen. Um das weiter zu hinterfragen, würde ich jetzt die Resonanz der Themen generell zu der Resonanz der beiden Nachrichtensendungen vergleichen. Möglicherweise ist #GdL bzw. #Bahnstreik einfach ein Männerthema – vielleicht weil die meisten Pendler immer noch Männer sind?

Monitoring GdL (Geschlecht)

Monitoring GdL (Geschlecht)

Und das war der eigentliche Anlass, weswegen ich nachschaute: Die Tonalität. Für mich hat die automatische Auswertung der Tonalität von Blogartikeln, Statusupdates oder Tweets keine absolute Aussage und keine hohe Zuverlässigkeit. Ich benutze die Tonalität eher, um plötzliche Veränderungen festzustellen, um dann weiter nachzuforschen.

Doch irgendwie passt diese Verteilung zu meinen Erwartungen nach dem gestrigen Interview.

Monitoring GdL (Tonalität)

Monitoring GdL (Tonalität)

Interessant wäre es, jetzt den Peak gegen 22:15 Uhr hinsichtlich der Themen zu analysieren. Ich habe nur das Interview im Heute-Journal gesehen, dazu passt der Peak negativer Tonalität. Die Wortwahl, das Auftreten und die Art der Antworten waren prädestiniert für genau diesen Peak. Teilweise ließ er Marietta Slomka nicht ausreden, oder er antwortete mit längeren Monologen. Seine Antworten waren selten wirklich Antworten sondern meist Stellungnahmen und Vorwürfe. Danach war er in den Tagesthemen, bei gleichem Verhalten würde dazu der darauffolgende Peak negativer Tonalität passen.

Monitoring GdL (Tonalität über Zeit)

Monitoring GdL (Tonalität über Zeit)

Die Menge der Treffer und das geringe Zeitfenster sind für mich Anlass, die Auswertung mit Vorsicht zu genießen. Dennoch wage ich eine Interpretation:

Weselsky hätte mit einem besseres Medientraining und wirklichem Interviewverhalten (d.h. auf Fragen zu antworten) derartige negative Peaks vermeiden können. So aber gehe ich davon aus, dass seine Interviews noch weiter polarisierten. Vielleicht war aber auch seine Zielsetzung genau dies: Einschwören auf eine absolute Position (was er selbst seinen Gegnern vorwarf).

Bildquellen: Alle Grafiken sind Screenshots aus Talkwalkers Social Analytics Tool.

Viva la Revolución (Tie Cut)

Kein frischer Wind sondern ein Sturm geht durch die Unternehmen und die Unternehmenskommunikation. Thilo Specht sagt, Intern sei das neue Extern in der Kommunikation, und Lars Kempin meint, man solle einfach mal ein Seminar halten, wenn man keine Ahnung habe. Beide zusammen haben acht MBA-Studenten am Institut für Marketing und Kommunikation MBA-Studenten das Thema Interne Kommunikation näher gebracht. Heraus kam das von den Studenten erarbeitete Manifest der Integralen Kommunikation.

Manifest der Integralen Kommunikation

Manifest der Integralen Kommunikation (Quelle: Thilo Specht)

Da finden sich dann so wunderbare Aussagen wie:

Scheitern und Irren sind keine Tabus, sondern Meilensteine auf dem Weg des Besserwerdens. Deswegen müssen Fehler, Misserfolge und andere schlechte Nachrichten genauso kommuniziert werden wie gute.

(das erinnert mich doch sehr an das verlorene Wort „Beta“)

Wenn Lars meint „Es lebe die Integrale Kommunikation!„, so schnappe ich mir eine Überschrift aus Thilos Artikel und werfe in den vormedialen Raum:

Viva la Revolución!

Viva la Revolución!

Viva la Revolución! – Mauricio Moreno (CC-BY-2.0)

Tatsächlich habe ich genau diesen Ausruf in der Präsentation für mein Social Business Seminar verwendet. Denn die neuen Ausprägungen der Kommunikation und der Kollaboration rütteln an den traditionellen Werten von Top-Down, One Voice und Wasserfall-Kommunikation. Doch bereits seit längerem wird so manchem Unternehmenskommunikator und PR’ler klar, dass sich die Public Relations definitionsgemäß weder auf die externe PR-Arbeit noch auf ein Herausposaunen beschränken.

Die Pflege von Beziehungen mit Öffentlichkeiten basiert auf Kommunikation, und Kommunikation ist per definitione mindestens bilateral. Und Öffentlichkeiten beinhalten interne und externe Öffentlichkeiten. Wer sich PRler genannt und auf das Herausposaunen nach außen beschränkt hat, war für mich zumindest kein wirklicher PRler. Wenn ich mir dann die Entwicklung im Bereich Enterprise 2.0 und Social Business betrachte, dann verändert sich gerade in vielen Unternehmen deren Kultur. Sicherlich fast immer langsam, sehr langsam. Genau das ist aber auch eine Eigenheit von Unternehmenskultur. Deswegen aber trifft der dem „Management-Papst“ Peter Drucker zugeschriebene Ausspruch um so mehr zu:

Culture Eats Strategy For Lunch

Denn Kultur ist etwas tief in den Menschen verankertes, das mit ein paar warmen Worten in einer Ansprache oder in einem Artikel des CEOs und ein paar begleitenden Maßnahmen für eine neue Strategie nicht verändert wird:

Culture is a balanced blend of human psychology, attitudes, actions, and beliefs that combined create either pleasure or pain, serious momentum or miserable stagnation. A strong culture flourishes with a clear set of values and norms that actively guide the way a company operates. Employees are actively and passionately engaged in the business, operating from a sense of confidence and empowerment rather than navigating their days through miserably extensive procedures and mind-numbing bureaucracy.

[ Culture Eats Strategy For Lunch ]

Betrachte ich mir dann das 3-Ebenen-Modell von Edgar H. Schein, so bemerke ich in meinem Berufsleben seit den Achtzigern in vielen Unternehmen eine Veränderung.

  1. an der Oberfläche liegen die sichtbaren Verhaltensweisen und andere physische Manifestationen, Artefakte und Erzeugnisse.Beispiele sind das Kommunikationsverhalten mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten, Logo, Parkplätze, Bürolayout, verwendete Technologie, das Leitbild, aber auch die Rituale und Mythen der Organisation.
  2. unter dieser Ebene liegt das Gefühl, wie die Dinge sein sollen; kollektive Werte sind beispielsweise „Ehrlichkeit“, „Freundlichkeit“, „Technik-Verliebtheit“, „spielerisch“, „konservativ“ usw. also Einstellungen, die das Verhalten von Mitarbeitern bestimmen.
  3. auf der tiefsten Ebene sind die Dinge, die als selbstverständlich angenommen werden für die Art und Weise, wie man auf die Umwelt reagiert (Grundannahmen). Diese Grundannahmen (engl. basic assumptions) werden nicht hinterfragt oder diskutiert. Sie sind so tief im Denken verwurzelt, dass sie von Mitgliedern der Organisation nicht bewusst wahrgenommen werden.

Es ist dieses Muster von Grundannahmen, die Schein als Kultur beschreibt.

[ Seite „Organisationskultur“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 14. April 2014, 12:52 UTC. (Abgerufen: 28. September 2014, 14:11 UTC) ]

Mehr dazu in meinem Audioboo „Viva la Revolución!„:

Viva la Revolución (Tie Cut)

Viva la Revolución (Tie Cut)

Und deswegen trage ich jetzt auch als sichtbares Artefakt endgültig keine Krawatte mehr.

Siehe auch:

Anmerkung zu Pinterest: Zwangsakquisition mag ich nicht. Wenn ich mir bei Pinterest keine Pins ohne Registrierung ansehen kann, dann lasse ich es eben. Unternehmen sollten das beachten, wenn sie Pinterest als Plattform einsetzen wollen.

Sascha Stoltenow at Content Strategy Forum

In der Mittagspause traf ich mich mit Sascha „@BendlerBlogger“ Stoltenow von Script Communications in Frankfurt. Sascha und Script Communications haben nicht nur die Idee und die Umsetzung des Content Strategy Forums vorangetrieben sondern es als Organisatoren überhaupt erst möglich gemacht.

(Das Interview ist in englisch)

Ich bin am zweiten Tag auf dem Content Strategy Forum in Frankfurt. In der Mittagspause traf ich mich mit Lisa und Jaro, beides Studenten der Hochschule in Darmstadt. Bereits letztes Jahr trafen wir uns auf dem Content Strategy Camp in Dieburg (Interview mit Prof. Thomas Pleil).

Mit den Beiden unterhielt ich mich darüber, warum sie auf dem Content Strategy Forum sind und was sie davon mitnehmen. Tatsächlich sind sie hier zum Arbeiten, denn sie helfen bei der Organisation des Forums :-)

Jetzt kommt Jörg Blumtritts Präsentation zu „Data driven storytelling: from facts to narratives“.

Postmodernism has taught us to distrust facts and look out for constructs. Data scientists like Kate Crawford have pointed out the problem of big data being inherently biased. But it is no law of nature that data-driven storytelling has to be positivistic. Data does tell stories. We can use it as illustrations for our narrative, to make our story more graphic, to persuade people by drawing a vivid image, instead of insisting that facts would prove us correct. So let us use data as metaphors to speak to our audience in words that make sense to them.

Deirdre & Jonathan (European Commission)

Dieser Artikel wird definitiv in Deutsch Englisch sein :-)
Deirdre Hodson und Jonathan Stockwell:

Waltzing Matilda – Digital Transformation at the European Commission

More relevant to user needs and more coherent: those are the main goals for the European Commission’s digital transformation programme. From a web strategy geared more towards reaching out and increasing visibility, the organisation is shifting to one based on being more relevant and useful. Already, it has cut large swathes of obsolete content from its largest websites. A rigorous and comprehensive user-needs analysis is well underway, with input from 100,000 users. The challenge ahead is to develop living content strategies based on what Europeans really want from the Commission. It’s a complex task for a political body with such a diverse set of users from all across Europe and beyond, but change is in the air.

Thanks for reading :-)

Sascha Stoltenow opening Content Strategy Forum 2014

Ich bin auf dem Content Strategy Forum in Frankfurt. Seit Jahren blogge ich von Veranstaltungen, aber so richtig „live“ im Sinne eines Streams habe ich es noch nicht getan. Heute probiere ich es mit dem „Livelbog“-Plugin für WordPress.

10:20 Uhr: Nach zwei Vorträgen bin ich mit dem Verhalten des Plugins sehr zufrieden. Im separaten Browser sehe ich den Artikel nicht angemeldet, und die Liveblogs aktualisieren recht schnell. Wie sieht das bei Euch aus? Seht Ihr die Aktualisierungen gleich? Oder müsst Ihr die Seite aktualisieren?

11:05 Uhr: Das war es für den Vormittag von mir. BTW Das Liveblog sollte die Einträge automatisch aktualiseren :-)

11:10 Uhr: What I learned with this plugin: Disable plugins Shareaholic,Cachify and Contextual Related Posts.

11:11 Uhr: I guess I should decide zuerst, in welcher Sprache ich blogge :-) Over and out

Update (03.07.2014): Präsentation von Eric Reiss

 

Code of Conduct (Bloggerkodex)

Präambel

  • Menschen sind Gespräche.
  • Gleiches mit Gleichem. Was ich von anderen erwarte, das erwarte ich auch von mir – und umgekehrt.
  • Nichts ist absolut. Alles ist und bewegt sich im Kontext.
  • Ich bin Blogger. Für diese Rolle gilt dieser Code of Conduct. Erwarten Sie nicht, dass der Code of Conduct für meine Rolle als Berater davon großartig abweicht.

Marketingkooperationen, Linktausch, Affiliate-Partnerprogramme, Advertorials, Sponsored Posts

Ich habe kein Interesse an Affiliate-Partnerprogramm, Linktausch, Linkbuilding, Marketingkooperation, Artikel mit einem Link oder ähnlichen Aktionen für meine Webauftritte. Auch dann nicht, wenn

  • dadurch erhöhte Zugriffszahlen möglich sind oder sogar versprochen werden,
  • das Layout automatisch an das Aussehen meiner Website angepasst wird,
  • ich den Artikel selbst schreiben darf oder muss.

Insbesondere nicht, wenn es um Suchmaschinenoptimierung (SEO) und Suchmaschinenmarketing (SEM) geht. Ganz besonders nicht, wenn der Artikel nicht als Werbung gekennzeichnet werden soll.

Falls ich doch eine derartige Kooperation eingehe (weil wir uns kennen), dann stehen bei jedem Artikel der Name des Autors (und nicht nur der Organisation) und die Art des Beitrags (z.B. Sponsored Post, Werbung).

Jeder Link im Artikel, der nicht auf eine meiner Websites geht, erhält das Attribut „Nofollow“ (wie durch die Webmasterrichtlinien von Google vorgeschrieben). Ich erhalte eine monetäre dreistellige Vergütung.

„Kontakt“ im Social Web

Zur Bedeutung von Freunden, Kontakten und Kontaktanfragen im Social Web lesen Sie bitte meinen Beitrag zur Blogparade Friend, Contact or Foe?

Meine Mitteilungen

  • Ich schicke Mitteilungen zu, die mit den Themen oder der Identität des Adressaten harmonieren.
  • Ich sende Informationen in angemessenem Umfang zu.
  • Ich beschreibe zusätzliche und umfassendere Informationen kurz und verweise auf die Adresse im Netz.
  • Ich biete Fakten, Hintergrundinformationen, Meinungen und – wenn vorhanden – Medienformate wie Fotos, Videos an.
  • Ich bin damit einverstanden, dass Mitteilungen an Autoren, Redakteure und Medien unter Nennung meines Namens veröffentlicht werden – außer wir haben zuvor etwas anderes vereinbart.
  • Ich freue mich, wenn ich zuvor um weitere Informationen, Einzelheiten oder Meinungen gefragt werde. Das ist aber keine Voraussetzung.

Mitteilungen an mich

  • An mich unaufgefordert gesendete Mitteilungen, die offensichtlich an einen größeren Empfängerkreis gerichtet sind, betrachte ich als zur Veröffentlichung freigegebene Mitteilungen (sinngemäß als „Leserbriefe“).
  • PR-Veröffentlichungen und Pressemitteilungen betrachte ich als öffentlich. Einseitig verkündete Sperrfristen sind mir egal.
  • Informationen an mich, die nicht zu meinen Themenschwerpunkten passen, sind mir zuwider. Das gilt insbesondere aber nicht nur für Post, die ich unaufgefordert über Presseverteiler erhalte.
  • Wer mir ohne Vereinbarung Massenmitteilungen zusendet, darf als Dank mit einem Newsletter rechnen.
  • Hintergrundinformationen sind nützlich. Ein Link auf die Startseite irgendeiner Unternehmens- oder Produktwebsite mit dem Hinweis „Weitere Informationen und Fotos finden Sie hier“ ist nicht hilfreich.
  • Wenn Sie mir etwas zu sagen haben, dann verpacken Sie es gut und für mich zugeschnitten. Noch besser: Schicken Sie mir eine kurze Nachricht und vereinbaren Sie ein kurzes Telefonat (noch besser: Skype, Lync, Hangout). Senden Sie mir anschließend vertiefendes Material.
  • Freigabeverfahren? Nein, so etwas habe ich nicht. Ich berichte, wie und was ich will. Wenn ich unsicher über etwas bin, dann frage ich nach. Oder ich bitte vorab um Ihre Meinung zu meinem Artikel. Aber erwarten Sie nicht, dass ich Inhalte vor der Veröffentlichung von Ihnen freigebe lasse.
  • Ich ignoriere Sperrfristen. Es sei denn… Verhandlungssache.
  • Bitte schreien Sie mich nicht an.

Meine Veröffentlichungen

  • Ich entscheide nach Interesse, Aktualität und Stimmung, wann und worüber ich schreibe.
  • Ich lege zusätzliche und umfassendere Informationen im Netz ab und verweise darauf.
  • Ich erteile keine spezielle Freigabe. Wenn ich etwas gesagt oder geschrieben habe, dann ist das so. Jeder mag mich zitieren. Es gelten mein gesprochenes und mein geschriebenes Wort. Und meine Handlungen.
  • Ich lege offen, wenn ich im Zusammenhang mit einer Veröffentlichung eine Vergütung oder Aufwandsentschädigung (beispielsweise Reisekosten) erhalte.
  • Ich erwarte eine Entschädigung, wenn ich auf Ihre Veranlassung hin etwas veröffentliche und mir dadurch ein hoher Aufwand entsteht.
  • In meinen Blogs wird mit offenem Visier geschrieben.

Teststellungen und Geschenke

  • Produkte zum Testen sind willkommen. Ich schreibe darüber, falls, wann, wieviel und was ich will. Unaufgefordert zugesandte Produkte betrachte ich als persönliche Geschenke. Alles andere: Verhandlungssache. Machen Sie mir ein Angebot. Die Art und die Bedingungen der Teststellung mache ich öffentlich.
  • Persönliche Geschenke sind eine Frage der Nähe und des Geschmacks. Mein Geschmack entscheidet darüber, ob ich ein persönliches Geschenk behalte, verschenke oder entsorge.
  • Eine Ansichtskarte ist ein persönliches Geschenk, das ich behalte.

Gastartikel

  • Wenn ich jemanden persönlich kenne, dann gebe ich gerne die Gelegenheit zu einem Gastartikel – wenn das Thema zu meinen Themen und zu meinem Profil passt.
  • Also beispielsweise nicht für Gastartikel zu Versicherungen oder Lotterien. Das ist kein Gastartikel. Auch nicht, wenn Sie durch einen Artikel im Internet auf mich aufmerksam geworden sind.
  • Bei einem Gastartikel erwarte ich einen redaktionellen Artikel. Keine Werbung, kein Advertorial, kein Sponsored Post. Auch nicht wenn Sie sich mit ähnlichen Ressorts beschäftigen.
  • Bei jedem Artikel steht der Name des Autors.

Lehrgänge und Seminare

Ich habe kein Interesse an Lehrgängen wie „Netzwerkkompetenz wie?“, „Kommunikation effektiver gestalten“. Auch und insbesondere nicht, wenn Sie über eine Internet-Recherche auf mich aufmerksam geworden sind. Wenn ich Bedarf an einem Lehrgang habe, dann recherchiere ich selbst und frage ich in meinem Netzwerk.

Konferenzen

Ich gehe sehr gerne auf (Un-)Konferenzen. Ich halte gerne Vorträge auf (Un-)Konferenzen. Wenn Sie mir eine Konferenzteilnahme schmackhaft machen wollen, dann schicken Sie mir kein Papier sondern elektronische Exemplare (Sie kennen doch Email?). Noch besser: Schicken Sie mir eine persönliche Nachricht, in der Sie auf die entsprechenden Informationen wie Konferenzprogramm im Internet verlinken. Und ja: Das Konferenzthema sollte zu mir und meinen Themen passen.

Wenn Sie mich als Blogger einladen, dann erwarte ich eine Blogger-Akkreditierung.

Code of Conduct (Bloggerkodex)

Postambel

  • Mögliche oder bestehende Interessenskonflikte lege ich offen.
  • Ich stehe zu meinen Fehlern.
  • Ehrlichkeit und Offenheit zahlen sich aus und führen zu Respekt.

Weblinks

Zuletzt aktualisiert am 2. Februar 2015.

Talkwalker Social Media Search

Talkwalker Social Media Search: „unwetter OR gewitter OR überschwemmung OR luftmassen OR sturmtief OR hagelkörner OR streckensperrung OR hitzegewitter OR sturm“

Talkwalker bietet mit seiner kostenlosen Social Media Search eine Einstiegsdroge in das Social Media Monitoring. Die Social Media Search punktet mit einer gefälligen Oberfläche, guten Drill-Down-Möglichkeiten und zahlreichen Auswahlmöglichkeiten.

Im letzten Jahr reagierte Talkwalker mit Talkwalker Alerts bereits auf die schwächelnden Google Alerts. Jetzt legt Talkwalker mit der kostenlosen Variante ihres Vollproduktes nach. Talkwalker gab mir die Möglichkeit, vorab die Talkwalker Social Media Search auszuprobieren. Da ich das „normale“ Produkt kenne, fiel mir einerseits der Einstieg leicht. Andererseits musste ich mich gelegentlich zügeln, da ich einfach die Social Media Search wie das volle Produkt behandeln wollte ;-)

Die erste Suchabfrage ergibt zugleich den Projektnamen. Dieses Projekt kann nachträglich nicht mehr bearbeitet werden, und es gibt nur ein Projekt.

Es können im Projekt Suchabfragen ausgeführt werden, die letzten fünf Abfragen sind in der Historie sichtbar. Die Ergebnisse sind in der freien Version auf 7 Tage beschränkt. Die Suchabfragen unterstützen eine umfangreiche Syntax, die zunächst dieselbe wie bei dem professionellen Account zu sein schien.

Ich habe mich auf die Unwetter der letzten Tage gestürzt:

unwetter OR gewitter OR überschwemmung OR luftmassen OR sturmtief OR hagelkörner OR streckensperrung OR hitzegewitter OR sturm

Meine Versuche mit der Syntax eine einzelne Quelle auszuschließen, schlug allerdings fehl:

(unwetter OR gewitter OR überschwemmung OR luftmassen OR sturmtief OR hagelkörner OR streckensperrung OR hitzegewitter OR sturm) AND -site:forum.daserste.de

(unwetter OR gewitter OR überschwemmung OR luftmassen OR sturmtief OR hagelkörner OR streckensperrung OR hitzegewitter OR sturm) AND -source_id:“ex:forum.daserste.de“

Wie sehr Statistiken einen in die Irre führen können, zeigt nämlich das Wörtchen „sturm“ in meiner Abfrage. Bei den Meinungsführern ist „forum.daserste.de“ nämlich ganz oben dabei – weil dort im Forum ständig der „Sturm der Liebe“ tobt :-D

Die maximal fünf Abfragen lassen sich vergleichen. Also beispielsweise die Umwetterabfrage mit der Abfrage „INJELEA OR fwhamm“. Das das nicht wirklich sinnvoll ist, dürfte klar sein. Aber so lassen sich beispielsweise Marken, Unternehmen, Personen oder Kampagnen vergleichen. Und im Drill-Dow lassen sich dann die Bösewichter mit der negativen Tonalität identifizieren – um festzustellen, dass es gar keine Bösewichter sind ;-)

Für aktuelle Themen zeigt sich hier übrigens, wie sehr Twitter den News-Medien voraus ist. Auf Twitter war schon längst alles gelaufen, bis die News-Medien die Unwetter wirklich aufgriffen. Allerdings können unter Umständen automatisierte Accounts wie @warndienst das Bild verfälschen, wenn die Automaten mit einem inkorrekten Regelwerk falsche Meldungen raushauen.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Sortierung oder die Auswahl zu ändern (wenn auch nicht im Umfang wie der volle Talkwalker-Account).

Das Tool bietet eine Auswahl der Möglichkeiten, welche die volle Talkwalker-Version beinhaltet. In der vollen Talkwalker-Version beispielsweise lassen sie einzelne Artikel in der Tonalität verändern. Die automatische Tonalitätsanalyse ist in der kostenlosen Talkwalker Social Media Search daher mit großer Vorsicht zu verwenden. Allerdings halte ich eine automatisierte Tonalitätsanalyse generell für eine Tendenz und einen Warnindex. Ob jetzt 40 oder 60 Prozent Artikel negativ sind, das ist dann eher eine Glaubensfrage. Wenn aber der Anteil der negativen Artikel von 40 plötzlich auf 60 Prozent anspringt, dann sollte ich einfach einmal meinen gesunden Menschenverstand anwenden und weiter analysieren.

Natürlich macht ein Unternehmen nichts kostenlos, ohne eine Absicht damit zu verbinden. Talkwalker bietet an, die Social Media Search zu einem 14-tägigen, kostenlosen Testaccount der vollen Talkwalker Version upzugraden – und wer dauerhaft dessen umfangreiche Möglichkeiten nutzen möchte, der muss dafür zahlen. Mehr zahlen bedeutet aber eben auch deutlich mehr bekommen ;-)

Fazit: Für kein Geld bietet die Talkwalker Social Media Search eine super Oberfläche mit Drill-Down und relativ umfangreichen Analysemöglichkeiten für eine schnelle Analyse.

Flickr Fotoalbum Talkwalker Social Media Search

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Blogger Relations

Mike Schnoor ruft zur Blogparade “Blogger Relations” auf, und ich folge seinem Ruf nach seinem Stubser. Die Versuchung in mir ist groß, möglichst viele der bereits geschriebenen Artikel zu lesen, um mich mit dem erworbenen Wissen als Experten zu präsentieren. Doch genau dies sind alle Blogger irgendwie sowieso: Experten.

Ein Experte ist eine Person, die zu einem zufälligen Zeitpunkt genau ein bisschen mehr weiß als andere, möglichst als genau die anderen, die gerade im Raum, auf Facebook oder auf Twitter sind.

Solch ein Zeitpunkt ist ein Punkt, und der nächste Punkt kommt sofort als Fragezeichen oder Ausrufezeichen. Denn im nächsten Augenblick kommt der nächste Blogger daher, und dahin ist es mit dem mühsam erworbenen Expertentum. Kaum ein Blogartikel, der nicht umgehend durch einen anderen ergänzt, kritisiert, verbessert, widerlegt werden könnte. Deswegen ist geradezu fahrlässig, sich als Unternehmen oder Blogger auf sein Expertentum zu verlassen oder zu berufen. Kaum ist das Expertentum veröffentlicht – schon meldet sich jemand dazu auf Twitter, auf Facebook, auf Google+ oder sonst irgendwo. Oder der Artikel selbst erscheint auf einem Mikroblog (wie Twitter!). Was ist überhaupt ein Blog?

Das Blog [blɔg] (auch: der Blog) oder auch Weblog [ˈwɛb.lɔg], engl. [ˈwɛblɒg], Wortkreuzung aus engl. World Wide Web und Log für Logbuch, ist ein auf einer Website geführtes und damit – meist öffentlich – einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Web-Logger, kurz Blogger genannt, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert (‘postet’) oder Gedanken niederschreibt.

[ Seite „Blog“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 21. November 2013, 14:37 UTC. (Abgerufen: 21. November 2013, 15:07 UTC) ]

Das Blog muss also weder auf einer eigenen Website sein noch muss es öffentlich einsehbar sein. Die Inhalte unterliegen strenggenommen keiner Beschränkung. Auch die nachfolgenden Absätze und Abschnitte in Wikipedia lassen für mich nur einen Schluss zu: Jemand veröffentlicht mehr oder weniger regelmäßig etwas digital. Dabei ist es unerheblich, ob dies auf einer selbst verantworteten oder betriebenen Plattform (“Webspace”) erfolgt oder ob dies bei einem Anbieter auf dessen Plattform erfolgt. Also beispielsweise auf der Website einer Zeitung oder auf der Website eines anderen Anbieters wie… Twitter, Facebook, Google+! Das Netz macht alle gleich. Auch wenn es viele nicht so sehen, ich sehe es so. Was zwingt mich dazu, meine Inhalte wie Texte, Fotos oder andere Materialien auf einem “klassischen” Blog zu veröffentlichen? Nichts und niemand.

Deswegen sind wir alle Publisher 2.0. Doch wir sind mehr als Publisher – wir sind soziale Wesen. Wir agieren, reagieren und interagieren. Wer daher meint, einfach eine Schublade mit dem Aufkleber “Blogger” versehen und darin “klassische” Blogger einpacken zu können, um diese bei Bedarf mit einer Bloggermitteilung zu bombardieren, der versteht Menschen nicht. Ich stimme also Mike Schnoor zu, wenn er sagt:

Ich rate immer dazu, zwischen Journalisten und Bloggern in puncto Höflichkeit und Ehrlichkeit keinen Unterschied zu machen.

Dabei sollte es keine Rolle spielen, wo die Journalisten und Blogger ihre Inhalte veröffentlichen. Wer seine Kolumne beispielsweise auf Google Buzz veröffentlichte, der hatte zwar 2011 Pech, weil seine Inhalte weg waren – aber er war Blogger. Wer heute im Social Web publiziert und für ein Unternehmen “relevant” ist, der hat eine respektvolle Art und Weise in der Pflege der Beziehungen durch dieses Unternehmen (oder seine Vertreter wie Agenturen) verdient. Denn wir sind soziale Wesen. Deswegen glaube ich Mike Schnoor, wenn er sagt:

Zudem glaube ich, dass viele Blogger gar nicht so heiß auf abgedroschene PR-Infos sind.

Zudem glaube ich, dass viele Journalisten und viele andere Stakeholder gar nicht so heiß auf abgedroschene PR-Infos sind. Was bedeutet dies für Unternehmen?

  • Recherchieren
  • Analysieren
  • Strategien festlegen
  • Planen
  • Umsetzen

Dabei geht es um Unternehmensziele, Themen/Botschaften, Stakeholder, Maßnahmen, Budgets, Zeiträume. Es geht darum, zielorientiert Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Das beginnt nicht mit einer Blogger- oder Pressemitteilung sondern mit einem PR-Konzept. “Aber, das kostet doch Zeit und Geld!” Stimmt.

Beziehungspflege ist eine zeit- und oft geldintensive Tätigkeit. Gerade deswegen sollten Sie am Anfang investieren und nicht am Ende. Seien Sie sich über ihre Ziele, Strategien und Stakeholder im Klaren und handeln Sie erst dann. Konzentrieren Sie ihre Kräfte. Dazu gehört auch, dass Sie ihre Stakeholder segmentieren, wenn beispielsweise bestimmtes Fachwissen oder Wissen über die Stakeholder notwendig sind. Doch wenn Sie der Überzeugung sind, dass bestimmte Stakeholdergruppen wichtig für Sie sind, dann investieren Sie in Beziehungen mit ihnen. Dann sollte es Ihnen egal sein, ob es Blogger, Twitterer, Journalisten oder Facebooker sind. Oder ob sie dabei mehrere Hüte zur selben Zeit auf haben. Betreiben Sie nicht nur Blogger Relations sondern Social Relations.

Wenn ihr an dieser Blogparade interessiert seid, schreibt noch heute euren Artikel zu euren Erfahrungen mit Blogger Relations und veröffentlicht diesen Beitrag in eurem eigenen Blog. Wirklich jeder Blogger kann mitmachen, aber auch jeder Journalist, Redakteur und natürlich PR-Experten und Social Media Manager.

Von Anfang an lief dieser Artikel aus dem Ruder und an den Anforderungen von Mike vorbei. Ich hätte über meine Erfahrungen schreiben sollen. Aber so sind Blogger nun einmal. Damit Sie nicht gänzlich vergeblich hier gelandet sind, habe ich noch eine kleine Linkschleuder mit Artikeln aus dem INJELEA-Blog für Sie:

P.S.: Einen kleinen Augenblick hatte ich daran gedacht, diesen Artikel auf meinem Blog bei Google zu veröffentlichen… aber wirklich nur einen sehr kleinen Augenblick ;-)

P.P.S.: Sie finden mich unter anderem auf meinen Blogs bei INJELEA, auf Facebook, auf Tumblr, auf Tumblr und auf Twitter.

P.P.P.S.: Wer an einem kleinen Rückblick ins Jahr 2007 interessiert ist: eBook: Blogger Relations – Neue Aufgaben für die Unternehmenskommunikation von Olaf Nitz.