Public Relations, Online PR, Social Media und Corporate Communications

Salesforce (Reden ist Silber, Bloggen ist Gold)
Salesforce (Reden ist Silber, Bloggen ist Gold)

Salesforce (Reden ist Silber, Bloggen ist Gold)

Anfang Juli war ich als Blogger zur Salesforce Customer Company Tour in München. An diesem Wochenende schaffe ich es endlich, darüber zu schreiben – schließlich ist Reden nur Silber, Bloggen aber Gold :-) Für mich ist der Ablauf meiner Einladung und Teilnahme ein gelungenes Beispiel für Blogger Relations.

Salesforce ist in den letzten Jahren zu einer Macht herangewachsen, die zunehmend aus dem CRM-Universum hinaustritt und die von Gartner im Social Software Magic Quadrant zusammen mit Jive Software, IBM, Microsoft und Yammer (Microsoft) als Führer eingeordnet wird.

Die Veranstaltung

Das Vorabend-Dinner bot bereits jede Menge Vernetzung und interessante Gespräche. Die Veranstaltung selbst am 2. Juli war groß und umfangreich.

Für mich besonders interessant waren die Salesforce Chatter Communities und Radian6. Meine Eindrücke:

  • Die Communities stoßen genau in das Segment von Jive vor. Dabei gibt es eine (nach meinem Eindruck) intensive Integration in das Salesforce-Universum. Auch bei Chatter gibt es die Möglichkeit, Communities nicht nur für Mitarbeiter sondern auch für Kunden und Partner einzusetzen.
  • Radian6 ist ein umfangreiches Monitoring-Tool, das eine gute Vorbereitung hinsichtlich Zielen und Strategie erfordert. Ich hatte mir Radian6 vor ein paar Jahren schon einmal angeschaut, aber jetzt ist es noch funktionsreicher geworden.

[ Direktlink YouTube-Video von Salesforce | Fotos von Salesforce auf Flickr ]

Blogger Relations

Reserviert Presse/Blogger/Analysten

Blogger? Ja, Blogger.

  • Im Mai erhielt ich eine Email der Agentur Hill+Knowlton Strategies mit einem „Save the date“ im Namen von Salesforce für die Customer Company Tour Anfang Juli. Die Email enthielt eine persönliche Anrede, war von Anita Zech und nicht von einem Newsletter-/Mailingbot. Kosten für Unterkunft und Anreise würde Salesforce übernehmen, zur Koordination könne ich mich gerne persönlich bei ihr melden.
  • Anfang Juni kam das Programm mit der Einladung als Blogger für das INJELEA-Blog inklusive der Einladung zum Dinner am Vorabend und dem Angebot, Einzelgespräche mit Sprechern, Kunden und Partnern von salesforce.com zu organisieren.
  • Eine Woche vor der Veranstaltung bekam ich das Zugticket, meine persönliche Agenda mit Terminen, Adressen und Kontaktdaten. Bei Fragen könne ich mich jederzeit an Anita Zech oder Meike Leopold (aka @Leopom) von Salesforce wenden.
  • Am 1. Juli fuhr ich nach München mit allen benötigten Unterlagen.

Dazwischen hatte ich zwei oder drei Telefonate mit Fragen und Antworten. Und Vorfreude auf die Veranstaltung :-)

Beim Dinner begrüßten mich Anita Zech und Meike Leopold, und wir unterhielten uns. Es gab eine Tischordnung, mit der die Blogger und andere Gästen „zusammengewürfelt“ wurden. Damit hatte ich dann auch gleich die Gelegenheit, mich nicht nur im „eigenen Bloggerteller“ sondern auch über den Tellerrand hinaus zu unterhalten. Am Veranstaltungstag selbst hatten wir die hilfreichen „Vergünstigungen“ wie den Presseraum, spezielles WLAN, reservierte Plätze zur Keynote, Interviewtermine. Zur Vorstellung der Studie zur Vernetzung waren wir ebenfalls eingeladen. Und am Nachmittag erhielten wir eine gesonderte Einführung mit Fragen und Antworten zu Radian6.

Während der ganzen Zeit war das Salesforce-Team immer für mich da. Zwei Wochen nach der Veranstaltung kam noch ein nettes Dankeschön vom Salesforce-Team mit Hinweisen und einem Angebot zu Kontaktmöglichkeiten. Und eine Tasse mit Keksen, wie sie auch auf der Veranstaltungen verteilt worden waren :-)

Ja, die Blogger Relations haben für mich funktioniert. Meike Leopold ist schließlich selbst Bloggerin (so hatte sie beispielsweise das Cirquent Blog aufgebaut und hat sie auch noch ihr eigenes Blog).

[ Direktlink zum YouTube-Video ]

So fragt sie in ihrem aktuellen Artikel „Blogger Relations: Was funktioniert in Deutschland und wo hakt es?

Was ist für euch die wichtigste Währung: Kontaktpflege, gute Informationen, Banner, Content? Oder alles zusammen?

Was macht die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen für euch interessant? Welche positiven Beispiele von Blogger Relations aus der jüngsten Zeit fallen euch ein? Oder welche Aktionen fandet ihr nicht besonders geglückt?

Was für mich wichtig ist: Gute, persönliche Kontaktpflege, gute Informationen und guter Content, gute und rechtzeitige Unterlagen für eine Veranstaltung. Und ein positives Beispiel von Blogger Relations? Lassen Sie mich mal überlegen… Da fällt mir ganz spontan meine Einladung zur Salesforce Customer Company Tour am 2. Juli in München ein :-D

Meine Fotoeindrücke

Ein paar Eindrücke von der Salesforce Customer Company Tour in München habe ich im Fotoalbum auf Flickr festgehalten:

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Weitere Artikel

 

Twitter - RZChefredakteur- Die @rheinzeitung verlässt Google News

Twitter – RZChefredakteur- Die @rheinzeitung verlässt Google News

Morgen startet unsere Gesellschaft in das Leistungsschutzrecht für Presseverleger. Nachdem diese sehr viel Wind machten und geradezu darum bettelten… knicken viele ein und lassen sich weiterhin kostenlos in Google News aufnehmen. Doch die Rhein-Zeitung will nicht.

Warum nicht

In der W&V lese ich einerseits, dass viele Verlage weiterhin bei Google News mitmachen – und dass „für umme“. Natürlich mit den üblichen rechtlichen Vorbehalten (nur erst mal so, mal sehen, auf gar keinen Fall ein Eingeständnis…). Andererseits gibt es Verlage, die nicht wollen. Oder die Google News nicht brauchen. So wie die Rhein-Zeitung:

‚Wir freuen uns sehr, dass hunderte deutsche Verlage ihr Einverständnis bestätigt haben und weiterhin geschätzte Partner von Google News bleiben‘, sagte Google-Sprecher Kay Oberbeck der Nachrichtenagentur dpa. Zu den Verlagen, die Google keine Nutzungserlaubnis gegeben haben, gehört die ‚Rhein-Zeitung‘ in Koblenz. Man habe ‚eigene Wege für die Verbreitung unseres Contents‘, twitterte Chefredakteur Christian Lindner.

[ „Verlage wollen bei Google News bleiben – jedenfalls ein bißchen“ via @stephanfink ]

Erstaunlich, dachte ich mir, wie niedrig wohl der Traffic via Google News für die Rhein-Zeitung ist? Und was die Rhein-Zeitung wohl für eigene Wege hat? Bei Betrachtung der Tweet-Konversation, auf den sich W&V bezieht, wird es klarer:

  1. Lars Wienand von der Rhein-Zeitung springt ein und beantwortet die Frage von Kim Zickenheiner, wie viele der User über Google News gekommen seien, mit „1,56 Prozent in den vergangenen drei Monaten„.
  2. @Rheinzeitung meint süffisantWir finden, das hier ist einer… ;-)„, und Christian @RZChefredakteur Lindner meintSocial Media, Online Classic, Print Classic, epaper, digitale RZ – weitere Projekte in der Pipeline. Und viel Unikat-Stoff.

Wienand verlinkt auch auf Analytics bei SimilarWeb für die Rhein-Zeitung.

Search

Da wird schnell klar: Zwar kommt insgesamt 32,05 Prozent des Traffics über Suche zu Rhein-Zeitung.de, aber nur 1,56 Prozent kommen von „News“. Moment… 1,56 Prozent von 32,05 Prozent. Also eigentlich so gut wie… nichts!

Rhein-Zeitung.de: Website Traffic - Search - SimilarWeb

Nur 1,56 Prozent des Search-Traffics auf Rhein-Zeitung.de kommt von „News“

Interessant ist übrigens, dass über 8 Prozent des Search-Traffics von der Bildersuche kommen ;-)

Social

Bei den Social Referrern (immerhin bereits 11,85 Prozent) dominiert Facebook mit davon 90,11 Prozent. Social hat also einen wesentlich höheren Anteil als Google News, wenn auch noch nicht höher als die Suche . Bei den ganzen Quellen, die Lindner aufzählt, ist Social also ein ganz anderer Brocken.

Rhein-Zeitung.de: Website Traffic - Social - SimilarWeb

Bei Social dominiert Facebook mit davon 90,11 Prozent.

Mobile?

Was in den Statistiken allerdings nicht gezeigt wird, was mich aber brennend interessiert: Wie hoch ist der Anteil der Mobilzugriffe bei der @Rheinzeitung?

Unsocial Top-Management

Unsocial Top-Management

Die Universität Leipzig und die Humboldt-Universität in Berlin geben eine Studie heraus: „Unternehmenskommunikation aus der Perspektive des Top-Managements„. Befragt wurden 602 Vorstände und Geschäftsführer in deutschen Großunternehmen, und zwar ausschließlich aus der ersten Führungsebene. Ein Ergebnis daraus: Soziale Medien sind wichtig für das Unternehmen aber nicht für das Top-Management. Anders ausgedrückt: Das deutsche Top-Management mag einfach nicht twittern sondern lieber einen Brief texten.

Das ist Kommunikation

Als Blogger, Social Networker und Digital Silver habe ich mir die Ergebnisse der Studie von Ansgar Zerfaß, Joachim Schwalbach und Muschda Sherzada angeschaut und Merkwürdiges entdeckt. Dies mag damit zusammenhängen, dass immerhin 62 Prozent der Top-Manager sich der Fachdisziplin Wirtschaftswissenschaften zuorden und mit kommunikativen oder sogar philosophischen Ansätzen vermutlich nichts anfangen können. Da denken sie denn wohl eher an fest definierte betriebswirtschaftliche Prozesse. Da kippt man etwas Information hinein, die wird dann zum Empfänger übertragen und dort ausgekippt. Fertig. Das ist Kommunikation, finden zwei Drittel (Seite 39). Nur ein Drittel stimmt zu, Beteiligte würden mittels Zeichen und Symbolen Bedeutungen und soziale Wirklichkeiten schaffen.

Konstruierte Wirklichkeiten des Top-Managements

Gerade die sozialen Medien haben ziemlich viel mit Kommunikation zu tun. Da passt das Bild mit dem Ein- und Auskippen der Information nicht wirklich, das scheint etwas komplizierter. Nach verschiedenen Ansätzen des Konstruktivismus‘ gibt es sowieso überhaupt keine objektiven sondern nur konstruierte Wirklichkeiten. In den sozialen Medien werden sicherlich viele davon konstruiert. Das scheint dem Top-Management nicht geheuer zu sein. Doch das Top-Management hat wohl auch einige konstruierte Wirklichkeiten.

Denn 72 Prozent stimmen (voll und ganz) zu, die Diskussion in sozialen Medien (Facebook, Twitter etc.) beeinflusse die Reputation von Unternehmen. Soziale Medien sind also wichtig. Doch nur 14 Prozent finden, dass für das Top-Management die Fähigkeit zur Kommunikation in sozialen Medien (sehr) wichtig sei. Dann schon lieber eine Broschüre oder einen Brief texten, das halten nämlich 28 Prozent für (sehr) wichtig. Da kann man nämlich ganz einfach Information in die Broschüre oder den Brief reinkippen, und später nach der Übertragung ergießt sie sich über den Empfänger. So simpel ist das.

Reputation

Wenn soziale Medien so wichtig sind, warum nutzen es so wenige aus dem Top-Management, um an der Reputation ihres Unternehmens zu arbeiten? Und – mal so nebenbei – damit auch an ihrer ganz persönlichen Reputation. In den sozialen Medien haben sie ihre Reputation in ihrem ganz persönlichen Einfluss. Kein Redenschreiber und kein Journalist wirft sich zwischen sie und ihre Kunden, Lieferanten und Partner. Möglicherweise entdecken die Top-Manager sogar, dass sie direkt und ungefiltert mit ihren Mitarbeitern kommunizieren können. Aber vielleicht ist ihnen das auch unangenehm, möglicherweise haben sie und die ganz verschiedene konstruierte Wirklichkeiten. Und dann ist das mit der Reputation so eine Sache ;-)

Anforderungen an ein CMS

Am Wochenende war ich an beiden Tagen beim Content Strategy Camp. Auf dem BarCamp waren etwa 120 Teilnehmer, die vorwiegend aus Kommunikations-, PR und Marketingagenturen (beziehungsweise entsprechende Selbständige) und dem Hochschulbereich kamen. Ich wünsche mir, dass beim nächsten Content Strategy Camp doch einige Teilnehmer aus Unternehmen dabei sind. Am ersten Tag habe ich Thomas Pleil zu Content Strategy und dem Camp interviewt.

Anforderungen an ein Content Management System

Anforderungen an ein CMS

Am Freitag entschied ich mich spontan zu einer Session „Anforderungen an ein Content Management System (CMS)„. Dabei berichtete ich über Punkte, die ich als Intranet Manager (auch wenn ich nicht diesen Titel trug) in meiner Tätigkeit als wichtig empfand. Dabei geht es nicht nur um umfangreiche Projekte sondern auch um Punkte, die bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) wichtig sind.

Auch die anderen Teilnehmer der Session erzählten von ihren Erfahrungen und Problemen in der Anwendung verschiedener CMS, wobei es auch um die Kundenkommunikation und die Einbindung von Social Media ging.

Bei CMS-Projekten gilt es einerseits, möglichst viele sinnvolle Funktionen im System selbst abzubilden und andererseits die Benutzer nicht zu überfordern. Wenn ein teures Projekt am Schluss aufgrund zu wenig übrig gebliebenem Budget die Benutzer mit einer überfrachteten Oberfläche zur Pflege von Inhalten und mit zu umfangreichen und starren Workflows belastet, dann sinkt die Akzeptanz des Systems rapide.

Heutzutage gibt es immer weniger Website-Projekte, die nur mit einem CMS arbeiten, in dem dann Texte, Fotos und Downloads hinterlegt sind. Immer öfter sind es komplexe Systeme, die auch auf operative Systeme des Unternehmens zurückgreifen.

Schwierig ist nach dem Go Live der Website auch die Wartung der Inhalte. Content Strategie und Content Management dürfen dann nicht aufhören. Inkonsistente und veraltete Inhalte darf es nicht geben. Auch dabei kann ein Content Management System unterstützen, doch wichtig ist eine klare Zuordnung von Verantwortlichen zu den Inhalten.

Am nächsten Tag fand ich in der Session von Ute Klingelhöfer und Monica Rivera zu Content Strategien bei technischen Dokumentationen.

Google Hangout mit Margot Bloomstein

Am Freitag Nachmittag gab es einen Google Hangout mit Margot Bloomstein, eine der bekanntesten Verfechterinnen der Content Strategy und Autorin des Buches „Content Strategy at Work„.

Organisation

Die Organisation des BarCamps war super. Veranstalter und Organisatoren waren der e-Business-Lotse Darmstadt-Dieburg und die Hochschule Darmstadt, Initiator war SCRIPT Communications, eine Agentur für Unternehmenskommunikation und PR aus Frankfurt am Main. Vielen Dank an das ganze Team.

Mein Dank gilt vor allem den Studenten, die uns ganz toll unterstützten. Jede Session wurde von Studenten protokolliert, alle Dokumente (auch in der Vorbereitung) lagen und liegen in Google Drive. Jederzeit gab es eine Antwort auf eine Frage. Und wenn ein Whiteboard-Marker fehlte, rannte der Helfer los und organisierte einen.

Abgesehen davon gab es ein reichhaltiges Frühstück, Mittagessen und Kuchen. Am Freitag Abend trafen wir uns in dem Zeitraum zum Grillen und Klönen ;-)

Storify

Anne und Lisa haben die beiden Tage auf Storify dokumentiert:

Twitterliste Content Strategy

Auf Twitter habe ich eine Liste von Twitterati, die sich mit Content Strategie beschäftigen.

Fotos

Impressionen vom Content Strategy Camp

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Prof. Dr. Thomas Pleil (Content Strategy Camp
Prof. Dr. Thomas Pleil (Content Strategy Camp

Prof. Dr. Thomas Pleil (Content Strategy Camp)

Am 7. und 8. Juni 2013 findet in Dieburg an der Hochschule Darmstadt das erste Content Strategy Camp in Deutschland statt. Am ersten Tag habe ich Mitorganisator Prof. Dr. Thomas Pleil (Textdepot) von der Hochschule Darmstadt interviewt. In den Fragen ging es um die Aufgabenstellung von Content Strategy, die Auflösung der Silogräben beispielsweise zwischen Marketing und Pubic Relations, die Themen auf dem Camp und darum, wie die Hochschule Darmstadt und der e-Business-Lotse Darmstadt-Dieburg dazu kommen, ein BarCamp zu organisieren.

Code Literacy

Code Literacy gehört in unserer Welt dazu. Ohne Lochstreifenprogrammierung in der Oberstufe wäre ich nicht über 30 Jahre später in der PR gelandet.

  • In der Oberstufe im Gymnasium Michelstadt war ich in einer Programmier-AG, die viel Spaß gemacht hat. #70er
  • Bei der Bundeswehr war ich Feuerleitoffizier. Zum Zeitvertreib während der langen, teilweise mehrtägigen Wach- und Bereitschaftsdienste und aus Interesse haben wir uns zunächst C64 und später PC-kompatible Rechner geholt. Gespielt, gepoked und programmiert. Später habe ich Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Informatik und Organisation studiert. #80er
  • Großrechnerprogrammierung, Beratung, Controlling, Business Data Warehouse – überall war dieses IT dabei. #90er
  • Intranet aufgebaut, interne Kommunikation, Web 2.0, Bloggen, Kommunikation, PR-Studium. Mit dabei: Programmieren, Verständnis für Zusammenhänge im Digitalen und mit der Kommunikation. #00er
  • Consultant in Kommunikationsagentur. Überall ist dieses Digitale dabei. Über vieles Unwissen über dieses Digitale schüttele ich den Kopf, da fehlt grundsätzliches Verständnis. #10er

Ich habe viele Sprachen gelernt: Basic in verschiedenen Varianten, COBOL, PL/I, Pascal, Turbo Pascal, Object Pascal, ABAP, C, VBA, SGML, SQL, Oracle PL/SQL, HTML, XML, PHP, Java, Deutsch, Englisch, Latein, Französisch, Neu-Griechisch, Spanisch. Alle mehr oder weniger intensiv und gut. Viel Gelerntes habe ich wieder vergessen, doch eines blieb bei mir haften:

Wer programmiert, lernt eine Menge über Kommunikation, Sprachen, Verständnis und Übersetzung.

<?php
$statement = „Das eigentliche Problem beim Programmieren war für mich eigentlich nicht die Sprache, sondern es waren die Fragen und die Antworten über die Daten: Woher, wohin, welches Format, wie kann ich zugreifen, darf ich sie verwenden, wer hat die Hoheit über die Daten, woher bekomme ich die Freigaben zur Verwendung, wer soll die Daten wann erhalten, wie sollen sie aufbereitet werden, sollen sie gedruckt werden? Gibt es Rückmeldung vom User über die Daten, ändert er die Daten vielleicht sogar? Muss ich versionieren?

Das erforderte ständige Kommunikation und Hineindenken in andere.

Zwangsläufig kam es zu meist unbeantworteten Fragen wie: Wer könnte wie dafür sorgen, dass ich mich um so Zeug später nicht wieder kümmern müsste, dass ich nicht jedes Mal von vorne anfange, alles unklar ist, es zu ewig langen Meetings und Diskussionen kommt? Welche bestehende Daten gibt es zur Aufgabenstellung im Unternehmen? Könnte man das rund um die Daten nicht besser planen?

Kurz gesagt: Eine Datenstrategie fehlte immer.“;
echo $statement;
?>

Und heute?

<?php
$onceuponatime = array(„Daten“, „Datenstrategie“, „fehlte“);
$nowadays = array(„Inhalte“, „Content Strategy„, „fehlt“);

$newstatement = str_replace($nowadays, $onceuponatime, $statement);
echo $newstatement;
?>

Wer programmiert, lernt viele – vor allem die richtigen – Fragen zu stellen, zuzuhören und zu antworten. Auch solche, die in der Kommunikation gerne für die Umsetzung und in der Fachabteilung beim Kunden vorgesehen werden. Programmierer wissen: Dann ist es meistens zu spät. Vielleicht deswegen kommt die Idee der Content Strategy aus der digitalen Welt.

Von Jahr zu Jahr verschiebt sich das Verhältnis der Wirtschaftssektoren immer weiter zu Gunsten des Quartätsektors. Als Teil der Informatik wird auch das Programmieren immer wichtiger:

Computer science is transforming industries–and igniting a renaissance in the creating of things. Just as in the 1950s, when writing and communications skills became the essence of the paradigmatic „white collar“ job, increasingly every artisan, manufacturer, and entrepreneur who makes something will need to code.

[ Coding Is Coming To Every Industry You Can Think Of, Time To Start Learning It Now]

Deswegen sollte Informatik in Schulen unterrichtet werden.

Aber man kann ja nie wissen, was Politiker so darüber denken. Schließlich ist die digitale Revolution weitgehend abgeschlossen.

Nachtrag (03.06.2013): Passend dazu von Frank Bergmann – Fremdsprache oder Programmiersprache

 

Kommunikation: Netzwerk-/Systemmodell

Daniel Rehn greift die Blogparade von Tim Krischak auf und fragt, ob die Blogroll angesichts der Entwicklung bei WordPress antiquiert sei. Nein, finde ich.

Daniel Rehn stellt fest, dass er immer seltener auf eine Blogroll stößt. Sogar WordPress vernachlässige sie:

WordPress hat mit Version 3.5 die bekannte Kategorie “Links” im Dashboard und auch das Blogroll-Widget entfernt.

Nachvollziehbar ist also, dass er sich und uns fragt: Was ist mit der Blogroll passiert?.

In den Kommentaren gibt es unterschiedliche Meinungen dazu. Manche meinen, sie sei tot, denn schließlich gebe es Social Media und jede Menge Backlinks. Andere mögen sie immer noch und weigern sich, auf ihre Beerdigung zu gehen. So wie ich.

Ich mag Blogrolls

Denn bei der Blogroll geht es nicht um neueste einzelne Artikel sondern um Quellen und/oder Autoren, die für Themen interessant sind. Die hochgelobten Backlinks aus Aggregatoren wie Rivva und Social Media wie Facebook, Twitter oder Google+ bringen mir gar nichts, wenn ich ein Thema recherchiere, ein super Blog dazu aber gerade in der letzten Zeit nicht referenziert wurde. Wenn ich Mainstream haben will, dann bekomme ich den auch. Einzelne Perlen gehen in dem steten Strom normalerweise unter. Über den Tellerrand schauen fällt dadurch aber wesentlich schwerer als beispielsweise über eine Blogroll. Für mich ist eine Blogroll eine Antwort auf eine Frage in einem noch nicht persönlich begonnen Gespräch: Welche Blogs empfiehlst Du für den Einstieg oder weitere Recherchen für das Thema X?

Märkte und Menschen sind Gespräche, und kaum etwas ist in einem Gespräch zweier Beteiligter für einen Dritten so wertvoll wie eine Empfehlung. Eine Empfehlung, die für mich eindeutiger ist als ein Retweet oder das Pushen eines Links oder der Position eines einzelnen Artikels auf einer Suchergebnissseite.

Wenn ich über einen Link (egal ob in einem aktuellen Post oder über die Suche in Google oder über Social Media) auf ein interessantes Blog stoße, dann ist dessen Blogroll genau die Möglichkeit, um ein Informationsnetz und neue dauerhafte, auch nicht so prominente Quellen aufzubauen. Weil ich eine Empfehlung erhalten habe.

Vorausgesetzt allerdings, dass in der Blogroll nicht nur die Quellen gelistet sind, auf die ich über die Suche sowieso stoße. Der Nutzen, den ich von Blogrolls ziehe, hängt also sehr stark von der Art und Weise ab, wie diese gepflegt wird.

Weiterhin ermöglicht mir die Blogroll einen Beitrag für eine 360-Grad-Betrachtung: Was ist das für ein Mensch hinter dem Blog und dem Namen? Was sind seine Interessen, gibt es eventuell weitere Gemeinsamkeiten? Was berührt ihn? Da wir gerade von Bloggern sprechen und es in diesem Blog auch um Public Relations geht: Unternehmen und Medien sollten die Blogroll lieben, denn für den Aufbau von Blogger-Relations kann sie wertvolle Aspekte liefern.

Was ist also mit meiner Blogroll passiert?

Vor zwei Jahren habe ich meine Blogroll wieder aufgebaut. Ich pflege sie weiter, denn ich glaube an die Wiederauferstehung der Blogroll.

In den Kommentaren bei Daniel gibt es von Martin und Matthias den Ansatz einer automatischen Blogroll. So etwas hatte ich ja schon einmal. Grundsätzlich gefällt mir die Idee, allerdings zöge ich eine Halbautomatik vor. Manche Blogs habe ich manchmal in meiner Roll, obwohl ich diese nicht mehr oft lese oder obwohl sie nicht mehr aktuell gepflegt werden.

Doch angeblich soll es auch Inhalte geben, die auch nach ein paar Wochen oder sogar Monaten noch interessant sind… :-)) Die würde ich dann in solch einer halbautomatischen Blogroll dennoch drinlassen. Und nur, weil ich in der letzten Zeit viele Artikel beispielsweise von Mashable gelesen oder social gepostet habe, würde ich diese Quelle nicht in meine Blogroll aufnehmen.

Deswegen gehe ich etwa alle zwei Monate über die Einträge in meiner Blogroll und aktualisiere sie. Über ein Plugin werfe ich eine zufällige Auswahl meiner “Links” in WordPress in der Fußzeile aus und verlinke auf eine eigene Blogroll-Seite.

In meiner Blogroll werde ich demnächst eine neue Kategorie aufnehmen: Podcasts. Denn seit ich nach Frankfurt pendle höre ich wieder Podcasts. Dabei sind auch einige, die ich meinen Lesern empfehlen werde ;-)

Talkwalker Alerts Startseite

Gestern Morgen wies Mirko Lange auf den neuen Dienst Talkwalker Alerts hin. Talkwalker Alerts solle wie Google Alerts sein. Ich habe Talkwalker Alerts einem ersten Test unterzogen.

Nach Mirko Langes Hinweis auf Talkwalker Alerts habe ich einen Alert aufgesetzt und mich angemeldet. Nach Erstellung eines Alerts mit einer Emailadresse erhielt ich das Passwort im Klartext zugesendet. Das gibt einen Punktabzug. Ich erwarte, dass ich mein Passwort bei einer Registrierung auf der Website selbst vergebe. Das Passwort zum ersten Anmelden im Klartext zu versenden ist für mich ein No-Go, auch wenn damit nur ein geringes Risiko verbunden ist. Das richtige Vorgehen wäre: Email und Passwort angeben, (kryptischer) Bestätigungslink kommt per Email, danach ist das Anmelden möglich.

Manage Talkwalker Alerts

Der Alert war sehr simple:

  • Abfragebedingung: injelea OR fwhamm OR „Frank Hamm“
  • Egal ob News, Blog, Forum etc.
  • Alle Sprachen
  • So oft ein Treffer gefunden wird
  • Alle Ergebnisse (und nicht nur die wichtigsten)

Gut zu wissen: Talkwalker Alerts unterstützt eine reichhaltige Syntax.

Zunächst kamen alle möglichen Ergebnisse (jüngere und ältere) querbeet aus den letzten Jahren (beispielsweise ein vier Jahre alter Blogeintrag, in dem ich erwähnt worden war) sowohl in einer Email und auch im RSS-Feed. Allerdings waren die Ergebnisse bei weitem nicht vollständig. Bei solchen historischen Ergebnissen ist mir das auch nicht wichtig. Besser wären vollständige Startergebnisse nur für die letzten x Wochen und ein Live Monitoring danach.

Dann setzte ich einen kleinen Taumler-Beitrag zum Testen auf:

Mit Talkwalker-Alerts ist ein neuer Alertspieler auf dem Feld:

> Monitor the Web for interesting new content about your name, brand, competitors, events or any favourite topic with Talkwalker Alerts!

> Talkwalker Alerts are an easy and free alerting service that provides email updates of the latest relevant mentions on the Web directly to your email box or RSS feed reader.

Jetzt teste ich einmal mit fwhamm und injelea, ob Talkwalker Alerts diesen Artikel findet…

Eine Talkwalker Alert-Email

Die entsprechende Email mit dem Alert kam etwa 6 Stunden später. Bis jetzt ist im RSS-Feed der entsprechende Eintrag allerdings nicht vorhanden. Ich ziehe RSS-Feeds beim Monitoring einer Email-Benachrichtigung vor, denn dann habe ich sie alle übersichtlich in meinem RSS-Reader (besser gesagt: In allen meiner RSS-Reader auf allen Plattformen).

Mein erstes Fazit: Der Dienst hat großes Potential, aber bisher überzeugt er mich nach einem Tag noch nicht. Abwarten und Tee Kaffee trinken – und beispielsweise darauf warten, dass dieser Blogartikel von mir (ich mache es einfach: „Frank Hamm“) in einem Alert erscheint ;-)

Update 1: Der Email-Alert von Talkwalker Alerts zu diesem Artikel kam etwa eine halbe Stunde nach Veröffentlichung.

Update 2: Trendiction (Hersteller von Talkwalker) hat reagiert und die Behebung des RSS-Problems angekündigt (im Kommentar zu diesem Beitrag).

Bildquellen: Talkwalker Alerts Screenshots.

Friend_Contact_or_Foe

Am 9. Februar rief ich zur Blogparade Kontaktanfragen auf. Neun weitere Blogger beteiligten sich mit Beiträgen zur Blogparade und beleuchteten Kontaktanfragen im Social Web aus ihrer Sicht.

Freund, Kontakt, Follower: Dimensionen digitaler Gespräche – Blogparade (Oliver Gassner)

Der erste Beitrag kam von Oliver Gassner (Freund, Kontakt, Follower: Dimensionen digitaler Gespräche – Blogparade). Er unterscheidet zwischen Freund, Kontakt und Follower. Außerdem sortiert Oliver die Kontakte in verschiedene Kategorien wie Freund, Familie, getroffen oder Kunden (das erinnert mich sehr an die Kreise von Google+). Außerdem handhabt er das Akzeptieren von Kontaktanfragen je nach Plattform unterschiedlich. Sein Fazit:

Nicht die Menge an Information oder menschen/Kontakten ist das Problem, sondern die Filterung. Und dass man sich selbst klar wird, dass es mehr gibt als “nur” Freunde oder Follower und dass sich diese wiederum (nach eigenem Gusto) splitten lassen. ebenso wichtig ist, dass man Nervtüten einfach ausblendet – aber das wäre eine andere Blogparade.

Kontakte im Social Web (Alexander Liebrecht)

Alexander Liebrecht Kontakte im Social Web muss einen virtuellen Kontakt nicht persönlich kennen, um mit ihm befreundet zu sein. Er fügt Kontakte in Sozialen Netzwerken aufgrund gemeinsamer Interessen hinzu und ist stets dabei, sein Netzwerk zu vergrößern

Alles in allem sind Blogger sehr kontaktfreudige Wesen und adden was das Zeug hält. Ich habe auch nichts dagegen.

Blogparade: Kontaktanfragen (Stephan Fielt)

Stephan Fielt nimmt als Hipster an der Blogparade Kontaktanfrage teil und added auf Facebook, was das Zeug hält. Es geht ihm auf Facebook um Sichtbarkeit und Selbstdarstellung. Auf Twitter geht es ihm um ein gutes Verhältnis von Followings zu Follower, wobei er Anderen aus verschiedenen Gründen folgt. Google+ benutzt er wie eine Mischform aus Facebook und Twitter. Sein Fazit:

Je mehr Anhänger ich in meinen Kontakten habe, desto besser fühle ich mich.

Kein Grund für Beziehungschaos: Freunde, Friends und Follower (Lisa Schreiber)

Lisa Schreiber, Linguistin und Digital Native, hat kein eigenes Blog und nahm mein Angebot eines Gastbeitrags im INJELEA-Blog an. Nicht jeder Facebook-Freund ist auch wirklich ihr Freund, doch deswegen lehnt sie nicht alle Kontaktanfragen von Menschen ab, die sie nicht als Freunde bezeichnen würde. Das akzeptable Maß hängt jedoch für sie auch von der Plattform und ihren Funktionen und Gepflogenheiten ab. Sie hält es dabei ähnlich wie in der Offline-Welt: Ein Plausch mit den Nachbarn macht sie ebenfalls noch nicht zu Freunden.

Interessen und der persönliche Bezug spielen für sie große Rollen, und Qualität geht für sie vor Quantität.

Denn echte Beziehungen – online oder offline – leben von echtem Interesse an der Person bzw. an ihren Themen. Dieser Leitsatz kann die Einordnung von Kontaktanfragen erleichtern.

Denn um ehrlich zu sein: Menschen zu denen ich keinen Draht habe und keinerlei Anknüpfungspunkt sehe, kann ich schwerlich echtes Interesse entgegenbringen. Und das gestehe ich umgekehrt auch anderen zu.

Wollen wir Facebook-Freunde sein? (Stephanie Kraus)

Für Stephanie Kraus ist es normal, dass wildfremde Personen mit ihr “befreundet” sein wollen und sie fragen, ob sie Facebook-Freunde sein wollen. Doch der Umgang mit “Freunden” besteht auch in der Möglichkeit, diese zu blockieren oder die Sichtbarkeit anzupassen. Dazu benutzt sie dann Gruppen, um Freunde zuzuordnen und den Zugriff auf Posts entsprechend einzuschränken.

Ob im sozialen Netzwerk Facebook oder in der Realität, fest steht: Ohne unsere Freunde wäre das (virtuelle) Leben mehr als langweilig. Dennoch sollte man seine Freunde mit Sorgfalt suchen, denn die Feinde finden sich von alleine.

Was ist ein Freund (2.0) ? Blogparade von Injelea (Uwe Hauck)

Uwe Hauck fragt, was ein Freund 2.0 ist Er unterscheidet im Umgang zwischen den verschiedenen Plattformen. Für ihn sind Xing und Linkedin geschäftliche Netzwerke, Google+ ist eine Austauschplattform, Facebook ein öffentlicher Marktplatz und Twitter ist ein Nachrichtenstrom. Dabei versteht er alle Kontakte als “Friends” im englischen Sinne, die nicht unbedingt gleich engere Freunde sind. Wer gegen seine Werte verstößt, der wird zum “Feind” und fliegt raus. Aber das Gegenteil geschieht genauso:

Letztlich habe ich im Netz Bekannte, die durch andere, nicht aus dem Netz an sich resultierende Umstände zu Freunden werden können. Ganz wenige sind durch das Netz zu meinen Freunden geworden. Umso wertvoller finde ich diese.

Blogparade: Freund sein im Web 2.0 (Stefan Hoffmeister)

Stefan Hoffmeister beschreibt seine ganz persönliche Meinung und sein Verhalten zum Thema Freund sein im Web 2.0. Ein Freund ist für ihn jemand, für den er sein Herz aufschließt und der das ebenso für ihn macht. Einseitige Beziehungen können für ihn keine Freundschaften sein. Freundschaften entwickeln sich über eine Zeit hinweg, in der man sich immer besser kennen lernt und schätzen lernt.

In den sozialen Netzwerken versucht Stefan sich an den Rahmen der jeweiligen Plattform anzupassen. So ist Twitter für ein öffentlicher und beruflicher Kanal. Je nach Interessen und Themen hat er auch unterschiedliche Accounts. Auf Google+ wird es für ihn persönlicher, auf Facebook lehnt er Freundschaftsanfragen von ihm unbekannten Personen ab. Stefan legt höheren Wert auf Qualität als auf Quantität. Für ihn kommt ab einem bestimmten Punkt der Übergang zum “richtigen” Leben:

Ja, ich habe über das Internet wertvolle Menschen kennen gelernt. Es hat mir schon geholfen Freunde kennen zu lernen. Doch ab einem bestimmten Punkt kommt immer der Wunsch sich in die Augen zu sehen. Sich real gegenüber zu stehen…

Raus aus dem Netz und rein ins Leben – so werden aus anonymen Social-Media-Kontakten wertvolle Businesspartner (Insa Künkel)

Insa Künkel habe ich im letzten Jahr zum ersten Mal auf der Re:publica persönlich kennen gelernt, doch zuvor kannten wir uns schon viel länger über Twitter. Das passt zur Überschrift ihres Beitrags (auch wenn wir noch keine Businesspartner sind). Insa erläutert das Beispiel eines vollkommen Fremden, der sie im Supermarkt quasi überfällt und ihr seine Visitenkarte in die Hand drückt. Das macht sie ganz perplex. Genauso wie dies manche Kontaktanfragen von Fremden auf Xing mit ihr machen.

Sie will aber nicht teil einer Online-Beute von Kontaktejägern werden. Wichtig sind ihr Gemeinsamkeiten und die passende Ansprache. Wer sich mit ihr als Person und ihren Interessen auseinandergesetzt hat, der hat schon einmal gute Chancen auf Annahme seines Antrages. Auch Sie eine Gemeinsamkeit mit dem richtigen Leben: Wenn sich eine gemeinsame Wellenlänge und ein gewisses Vertrauen einstellt, dann ist das ein guter Schritt zum Austausch:

Und was bedeuten mir nun meine Follower und Kontakte? Viel, wenn die Basis des medialen Austausches stimmt: Man gibt sich zum Beispiel gegenseitig Tipps, ohne dabei gleich an den nächsten Auftrag zu denken. Wie es Frank Hamm in seinem Blog geschrieben hat, sind „Beziehungen kein Status, sondern ein ständiger Prozess.“ Wenn beide Seiten, ob nun via Xing, Twitter, Facebook oder Google+, daran arbeiten, ist vieles möglich.

Freund oder Fremder: Kontakte in den Social Media (Kerstin Boll)

Kerstin Boll fragt sich, ob man den Beziehungszustand wohl mit einem Thermometer abbilden könnte, wie häufig der aktualisiert werden müsste und ob man für private und berufliche Kontakte unterschiedliche Farben verwenden müsste. Denn Beziehungen durchliefen Phasen, die man auf dem Social Media Plattformen nicht erkennen könne. Für sie stößt die Technik da an Grenzen.

Für sie dienen bei der Frage Freund oder Fremder die Online-Plattformen zwar als Sprungbrett, doch die Beziehung nimmt auf anderen Wegen Gestalt an. Die Plattformen unterscheiden sich für sie, aber letztendlich liegt es am Einsatz der Beteiligten, ob eine Beziehung durch Austausch und die Häufigkeit der Kommunikation, die Themen, das Vertrauen wächst.

So richtig neu ist das alles übrigens nicht: Wenn Sie an Ihr Adressbuch denken, was bedeutet Ihnen dann eine Telefonnummer? Die Nummer an sich ist es doch nicht, wohl aber das, was Sie mit dem Inhaber der Nummer verbindet: Ihre Wertschätzung, Ihre Freundschaft, die Zuneigung. Und vielleicht drückt sich Ihre Haltung zu dieser Person darin aus, wo Sie die Nummer ablegen – in Ihrem Handy-Speicher bei den ganz wichtigen Nummern oder im großen Zettelkasten.

Blogparade – Friend, Contact or Foe? (Frank Hamm)

Im Großen und Ganzen bestätigen mir die Beiträge zur Blogparade meine Ansichten zum Umgang mit Kontaktanfragen.

  • Jeder interpretiert den Beziehungsstatus einer Plattform für sich.
  • Jeder hat so seine “Rules of Engagement” (Oliver Gassner hat sie sogar in seiner Kontaktcharta niedergeschrieben).
  • Die Art, mit Kontaktanfragen und Beziehungsstatus umzugehen, unterscheidet sich von Plattform zu Plattform.
  • Ein Kontaktstatus beziehungweise eine Anfrage wird je nach Plattform eher lockerer (wie auf Twitter) oder eher enger (wie auf Facebook oder Xing) gesehen.
  • Ein Kontaktstatus kann einseitig (asymmetrisch) oder zweiseitig (symmetrisch) sein.
  • Eine Kontaktanfrage oder ein Beziehungsstatus ist nur eine Momentaufnahme, erst im Zeitablauf entwickelt sich eine Beziehung. Zum Guten oder zum Schlechten.
  • Oft Entwickeln sich Beziehungen vom Online zum Offline.

In einem Teil der Beiträge kristallisiert sich ein Unterschied der Plattformen nach privaten/persönlichen und nach beruflichen Interessen heraus. Ich sehe das mittlerweile nicht mehr als so wichtig an. Ich vernetze mich mit jemandem, weil ich ihn als Person irgendwie sympathisch finde und wir gemeinsame Interessen haben oder zumindest in einer gewissen Regelmäßigkeit miteinanander zu tun haben. Ob die gemeinsame Sphäre beruflich, persönlich, privat, hobbymäßig oder sonstwie gelagert ist… ist für mich nicht so wichtig. Nach inzwischen über 30 Berufsjahren ist das mein Erfahrungsschatz. Manchmal muss ich Kompromisse schließen, aber das muss ich im Beruf genauso wie im Hobby oder im Privaten.

Vielen Dank an die Teilnehmer der Blogparade für Ihre Ansichten und Einsichten!

Und wenn wir uns einmal treffen, beispielsweise auf der Re:publica, dann können wir unsere Kontaktdaten austauschen und einen Kaffee oder Tee darauf trinken :-D

Nachtrag: Ute Klingelhöfer hat in einem Kommentar auf ihre Blogparade hingewiesen, die sie am 7. März gestartet hat:

Schauen Sie einfach einmal in den Artikel, vielleicht bekommen Sie Lust an ihrer Blogparade teilzunehmen ;-)

News Aktuell: Epic Relations Fail?

News Aktuell: Epic Relations Fail?

Seit etwa zwei Wochen erhalte ich Pressemitteilungen von irgendwelchen Unternehmen und PR-Agenturen, mit denen ich noch nie etwas zu tun hatte. Zu Themen, die mich nur wenig oder gar nicht interessieren. Das schmeichelt meinem Ego gar nicht und macht mich traurig. Und ein bisschen wütend auf News Aktuell.

Presseverteiler recherchieren und erstellen ist eine mühsame Arbeit. Doch glücklicherweise gibt es Dienste und Produkte wie Convento oder Zimpel, die einem die Mühe erleichtern. Schnell ein paar Journalisten, Redakteure oder Schreiberlinge gesucht und gefunden, ab in einen Verteiler für das neue Produkt. Fertig. Nun gibt es aber Unternehmen und PR-Agenturen, die diese Einfachheit zu einfach nehmen. Schwups, schon ist Mann oder Frau in einem Verteiler. Wer sich nicht wehrt, ist beim nächsten Aussand für das nächste Produkt oder für die nächste tolle Nachricht („Unser CEO ist im Fernsehen!“) auch wieder dabei.

Damit müssen Redakteure und Journalisten inzwischen leben (müssen sie wirklich… aber das ist eine andere Geschichte). Ich aber bin etwas gaaaaaanz anderes: Ich bin Blogger. Ich bin nicht einer dieser Journalisten, die für Lohn oder Brot alles tun – sogar sich in solchen Systemen verewigen lassen. Das ist schließlich ihr täglich Brot. Angeblich sollen schließlich inzwischen je nach Quelle mehr als die Hälfte, mehr als zwei Drittel, mehr als drei Viertel, mehr als vier Fünftel oder sogar mehr als fünf Hälftel der veröffentlichten Presseartikel auf PR-Arbeit (bitte daran denken: PR wie Public Relations!) beruhen. Mehr oder weniger also auf PRessemitteilungen.

Aber ich, ich war davon immer verschont geblieben. Ein bisschen hat mich das schon gewurmt. Wenn mich jemand kontaktierte, dann hat er mich nicht nur in einen Verteiler geworfen sondern mich richtig kontaktiert und sogar eine Beziehung aufgebaut. Beispielsweise auf einem BarCamp. Das fand ich zwar toll. Aber in so ein richtig großes professionelles System kam ich nie. Einerseits also toll, andererseits… na ja, bin ich denen nicht wichtig genug?

Aber das ist Schnee von gestern. Jetzt bin ich wichtig! Ich bin in ein solches System hineingekommen! Man (oder Fra) hat meine Wichtigkeit erkannt (endlich!) und mich da hinein gesteckt in ein solches System! Anders konnte ich mir nicht erklären, warum ich plötzlich regelmäßig Pressemitteilungen in meinem Postfach vorfand. Einfach so. Mal ging es um eine tolle App für eine Vorabendserie, mal um eine neue tolle Late Night Show. Ein anderes Mal bot mir ein Online-Marktplatz die berauschende Chance, einen Artikel kostenlos für meine Leser abzudrucken (das mir: Drucken!). Also war ich wichtig. Ich war begeistert.

Bis ich anfing zu denken und enteckte, dass mich das alles nicht die Bohne interessiert. Dass mich da Organisationen (Unternehmen, Agenturen, Anstalten) gedankenlos in einen Verteiler geworfen hatten und mir damit meinen Posteingang vollmüllten. Nicht gut, dachte ich. Aber wieso kamen die jetzt alle plötzlich auf die Idee, mich in diese Verteiler aufzunehmen? Nachdem ich viele, viele Jahre vergeblich darauf geh… davon verschont geblieben war?

Drin!

Irgendwie mussten die doch an meinen Namen und meine Mailadresse gekommen sein. Sicher, in meinen Impressi, Impressums oder Impressen steht sie. Doch wieso hatten die… Bis ich auf die Idee kam: Ich bin drin! In irgend einem System bin ich drin!

Aber so was von drin. Und ich hatte einen Verdacht. Doch wie sollte ich den bestätigen… Ach, ich mache das, was man früher (vor Social Media) immer gemacht hatte: Ich rief an, bat um die Entfernung meiner Adresse aus dem Verteiler. Und dann fragte ich, wie ich denn da rein gekommen sei.

Epic Relations Fail von News Aktuell?

News Aktuell: Epic Relations

Epic Relations (Quelle: News Aktuell)

Ich erhielt die Bestätigung. Man hatte mich in dem super neuen tollen System Epic Relations von News Aktuell gefunden. Dort bin ich jetzt also drin. Toll. Not. Nehmt mich also bitte raus. Aus Euren Verteilern und vor allem: Aus dem epischen Beziehungsfail. Denn zumindest meine Adresse ist nicht pflegsam eingepflegt. Ich bin in irgendwelche Zielgruppen spielend reingekommen, in denen ich nicht zu finden sein will. Ich will auch nicht, dass meine Adresse weltweit, auch nicht temporär, zu buchen ist. Und schnappt Euch Eure Redaktion, die 720.000 weltweite redaktionelle Adressen eingepflegt und redaktioniert hat. Die sollte nämlich alle 720.000 redaktionelle Adressen durchgehen und die armen Blogger da raus nehmen, die nicht da drin sein wollen. Kontaktiert die Leute gefällig und fragt sie, bevor Ihr deren Adressen verkauft.

Und vielleicht wäre der eine oder andere Journalist auch froh, wenn er da wieder raus käme :-)

Übrigens: Wie sieht Ihr Posteingang in letzter Zeit so aus? Sind da irgendwelche merkwürdigen Pressemitteilungen dabei..

P.S.: Mal sehen, wie gut das Media Sonar von News Aktuell ist ;-)