Public Relations, Online PR, Social Media und Corporate Communications

T3n zeigt 10 Beispiele für gute Corporate Blogs, von mir gibt es drei dazu. In den Kommentaren auf T3n gibt es noch jede Menge weitere Hinweise auf Blogs. Meine Beispiele hatte ich als Kommentar gepostet, irgendwie ging mein Kommentar irgendwie unter. Dafür jetzt hier mit kurzen Erläuterungen.

Randy’s Journal

Ein Dinosaurier unter den Corporate Blogs ist Randy’s Journal. Das(!) Blog von Boeings Vice President, Marketing gibt es seit 2005 und vermittelt Eindrücke von Flugzeugen, Produkten und natürlich dem Unternehmen. Social Media in Business-to-Business (b2b) funktioniert und ist nichts Neues!

Navy Live

Das zentrale Blog der US Navy: Navy Live. Genau genommen also kein „Corporate“ Blog. Doch ein weiteres Beispiel, wie überm Teich seit Jahren die Chancen von Social Media erkannt und genutzt werden. Die Streitkräfte der USA sind – anders als die deutschen Streitkräfte – bereits seit Jahren in Social Media unterwegs („US Navy und Social Media„), die britischen Streitkräfte ebenso. Wer an weiteren Blogs der US Streitkräfte interessiert ist, für den liefert Department of Defense Blog weitere Adressen.

View From Here – Hawaii Travel Blog

Und dann noch was fürs Fernweh: Auf Outrigger Hotels und Resorts Website schreibt Kim Steutermann Rogers das View From Here – Hawaii Travel Blog:

Welcome to View from Here, a travel blog, where I write about living in, traveling about and experiencing Hawaii as a malihini, a 12-year-resident of the Hawaiian Islands. My name is Kim Steutermann Rogers, and you’re likely to find blog posts here about food–who doesn’t like to eat?–and outdoor adventure.

 

Andreas Schulze-Kopp veröffentlich auf seinem Blog ein Videointerview von Heike Simmet mit Andreas Bock über die Auswirkungen von Social Media unter anderem auf den Kundenservice und fragt: Wie seht Ihr die Zusammenhänge zwischen Social Media intern vs. extern? Meine Sicht darauf.

Damals

Viele Jahre funktionierte Unternehmenskommunikation (und damit auch Support) nach dem inzwischen veralteten Sender-Empfänger-Modell. Die Prozesse waren im Vergleich zu heute stabil. Änderungen dauerten Monate wenn nicht Jahre. Damit gab es recht klar definierbare Schnittstellen zwischen innen und außen. Inzwischen ist der Druck auf Unternehmen stark gewachsen. Zunächst war es der Konkurrenzkampf, der eine höhere Veränderungsgeschwindigkeit erforderte. Dann kam Social Media, Soziale Systeme manifestierten sich offen sichtbar, und dadurch werden die Kommunikationsketten und Prozessketten immer öfter aufgebrochen.

Projektarbeit quer durch das Unternehmen und seine Aufbaustruktur ist in vielen Unternehmen bereits Alltag. Zu den gewohnten Projektbeteiligten aus Abteilungen wie IT, Einkauf, Produktion oder Vertrieb kommen immer öfter ungewohnte Beteiligte hinzu: Mitarbeiter mit speziellem Wissen genau für das eine Projekt, externe Unternehmen, Partnerunternehmen, möglicherweise sogar Konkurrenzunternehmen, Kunden. Und dann sind da noch die Mitarbeiter 2.0…

Heute

Als Unternehmen oder verantwortlicher Unternehmensleiter muss ich mir über diese qualitative Veränderung im Klaren sein und im Unternehmen zusätzlich zu den „stabilen“ Prozessen für Routineaufgaben auch Netzwerke fördern und etablieren, die abweichende Kommunikation, Aufgaben und Prozessveränderungen ermöglichen.

Die Strukturen und Prozesse müssen – wie von Andreas Bock im Interview angesprochen – an die veränderte Welt angepasst werden, damit sie für Netzwerkeffekte belastbar werden und damit sie auch aus eigener Kraft angepasst werden können.

Deswegen kann kein Unternehmen auf Dauer nach außen hin 2.0 und innendrin 1.0 sein, die internen Aufbau- und Ablaufstrukturen würden daran zerbrechen. Und Strukturen bedeuten in Unternehmen immer Menschen, von denen Teile ablehnen, abwarten, mitlaufen oder vorpreschen.

Deswegen: Kein Social Media extern ohne intern.

Nachtrag: Vernetzte Firmen

Der Elektrische Reporter berichtet über vernetzte Firmen. Auf Facebook wurde ich durch Jan Westerbarkey auf das Video aufmerksam. Aber natürlich sind nicht die Firmen vernetzt sondern die Menschen darin und darum herum (auch über Unternehmensgrenzen hinweg) – so wie Jan und ich :-)

[ Direktlink Youtube ]

 

Die Grenze zwischen Privat und Beruf verwischt immer mehr. Organisationen achten darauf, dass diese Grenze bestehen bleibt. Ihnen und ihren Mitgliedern beziehungsweise Mitarbeitern helfen dabei Social Media Guidelines. Doch dürfen die Organisationen den Mitarbeitern darin vorschreiben, was diese in ihrer Privatsphäre zu tun haben?

Thomas Wiegold berichtet auf Augen Geradeaus! über die Social Media Guidelines der Bundeswehr. Die Bundeswehr nennt sie Empfehlungen für einen sicheren Umgang mit Sozialen Medien: “Wenn möglich auch mit Humor”: Die Social Media Guidelines der Bundeswehr. Dabei stolperte ich über diese Formulierungen:

  1. Trennung zwischen beruflicher und privater Nutzung
    Alle Angehörigen des Bundesverteidigungsministerium (BMVg) und der Bundeswehr können privat soziale Medien nutzen. Es muss aus allen Kommentaren erkenntlich sein, wenn es sich um die private Meinung handelt (Beispiel: „Ich bin Soldat und vertrete hier meine eigene Auffassung“).

Ähnliche Formulierungen gibt es in den meisten Social Media Guidelines. Ich finde es wichtig und richtig, dass Mitarbeiter in ihrer privaten Sphäre nicht unbeabsichtigt als „Unternehmenssprecher“; auftreten und damit möglicherweise sich und das Unternehmen gehörig in die Bredouille bringen.

Aber was machen die Unternehmen mit ihren Formulierungen ? Schreiben sie ihren Mitarbeitern damit nicht vor, was sie in ihrer Privatsphäre und ihrer Freizeit tun sollen?

Wieso muss ich bei der privaten Nutzung Sozialer Medien als Privatperson preisgeben und verkünden, zu welchem Unternehmen oder welcher Organisation ich gehöre? Wie absurd sind diese Gedanken:

  • Das Türschild: „Frank Hamm, Mitarbeiter von XYZ (Privatwohnung)“.
  • Der Leserbrief: „Ich bin Frank Hamm und schreibe diesen Brief hier privat.“
  • Die Diskussion bei einer Bürgerversammlung: „Ich arbeite bei XYZ aber ich bin privat gegen die Routenführung der Umgehungsstraße“.
  • Die Signatur im Leserforum einer Zeitung: „Frank Hamm, Soldat aber hier privat“.
  • Die Begrüßung im Laden: „Mein Name ist Lohse, ich kaufe hier ein – privat!„.

Organisationen verlangen implizit von ihren Mitgliedern, in ihrer Privatsphäre ständig zu betonen, dass sie privat und als sie selbst auftreten. Persönliche Konten in „Sozialen Medien“ werden von Personen genutzt, um soziale Kontakte zu pflegen. Nicht umsonst gibt es beispielsweise bei Facebook persönliche Konten und Unternehmenskonten sowie persönliche Profile und Seiten.

Ist dies nicht eine Form der „Schuldvermutung“ und ein Eingriff der Organisationen in die Privatsphäre ihrer Mitglieder? Was denken Sie?

 

Vor zwei Jahren begann die Telekom auf Twitter und kurz danach auf Facebook mit einer Revolution: Als @Telekom_hilft führt ein Team in Kiel seitdem Dialog mit ihren Kunden. Im Dialog hilft die Telekom – das geht soweit, dass der betroffene Kunde bei umfangreichen beziehungsweise längeren Themen einen festen Ansprechpartner erhält. Jetzt startet die Telekom die „Telekom-hilft Feedback-Community“. Eine Anmeldung zum Closed-Beta-Test ist jetzt möglich.

Auf der Re:publica in Berlin stellte die Telekom heute ihre neue Community vor, die von Mark Pohlmann (@tafkap) kommt:

jetzt ist es offiziell: @telekom-hilft nutzt unsere Feedback Community Brandslisten für ihre Service Strategie. Wir freuen uns sehr! #rp12

Nach den guten Erfahrungen der Telekom auf Twitter und Facebook gibt es damit eine Plattform, auf der Erfahrungen, Fragen und Antworten zentral zur Verfügung stehen. In der Feedback-Community können Kunden Fragen stellen, die von Mitarbeitern des Telekom-hilft-Teams und von Kunden beantwortet werden. Die richtigen Antworten werden von Kunden und den Telekom-Mitarbeitern markiert, so dass ein anderer Kunde bei einer Suche sofort die Lösung erhält.

Von Social Media-Plattformen wie Twitter oder Facebook kann auf entsprechende Einträge verlinkt werden. Für Facebook gibt es eine Anwendung, die in der Facebookseite von Telekom-hilft die Suche und die Anzeige aus der Feedback-Community integriert.

Damit soll einerseits die Unterstützung für den Kunden effizienter werden. Andererseits wird das Telekom-hilft-Team auf das sechsfache der bisherigen Stärke ausgebaut, um noch mehr Kunden mit Telekom-hilft zu unterstützen.

Zwei Entwicklungen helfen dem Team dabei:

  • Kunden helfen anderen Kunden mit Hinweisen und Lösungen.
  • Telekom-Mitarbeiter, die nicht zum Telekom-hilft-Team gehören, „klinken“ sich in den Dialog und helfen freiwillig bei der Lösung von Problemen.

Die Telekom lädt zur Teilnahme an der Preview der Feedback-Community ein. Auf der Seite

http://preview.telekom-hilft.de/

können Sie sich unter Angabe Ihrer E-Mailadresse für die Teilnahme an dem Closed Beta-Test registrieren.

In einer Diskussion nach der Präsentation gab es Schätzungen zur Anzahl der Registrierungen zwischen 30 und 200. Ich habe mich schon einmal registriert, um die Zahl nach oben zu treiben :-)

Wie wär’s: Machen Sie mit? Packen wir die 500?