SCHUFA-Information

Am 12. Juni 2018 stellte ich einen Antrag in elektronischer Form per E-Mail an die Schufa, um mein Auskunftsrecht nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung in Anspruch zu nehmen. Heute lag die Antwort der Schufa im Briefkasten – in gedruckter Form und nach meiner Meinung nicht in klarer und einfacher Sprache.

Update (08.08.2018): Die komplette Antwort der Schufa, meine Analyse und meine Meinung dazu gibt es im Artikel „Die Auskunft der Schufa nach Artikel 15 DS-GVO„.

Siehe auch: Auskunftsrecht nach Artikel 15 DS-GVO am Beispiel Schufa.

Im Briefkasten lag ein Briefumschlag mit einem siebenseitigen Schreiben. Das Antwortschreiben ist auf den 16. Juni 2018 datiert. Ausgehend von den üblichen Laufzeiten der Briefzustellung durch DHL/Post verblieb der Brief dann nach seiner Erstellung noch etwa 10 Tage bei der Schufa. Fertig jedenfalls, so suggeriert das Briefdatum, war das Schreiben schon am 16. Juni. Heute ist der 29. Juni, damit erhielt ich die Auskunft innerhalb der Frist von einem Monat nach Eingang meines Antrags (unter der Annahme, dass die E-Mail am selben Tag zugestellt worden war.

In den nächsten Tagen were ich mich eingehend damit beschäftigen. Vorab jedoch dazu bereits zwei Anmerkungen:

Gedruckt und nicht elektronisch

Stellen Sie mir eine Kopie der personenbezogenen Daten, die Gegenstand der Verarbeitung sind, in einem gängigen elektronischen Format zur Verfügung, denn ich stelle den Antrag elektronisch und gebe nichts anderes an.

Die Unterrichtung erhielt ich in gedruckter Form, obwohl ich meinen Antrag elektronisch stellte und eine Übermittlung in einem gängigen elektronischen Format verlangte.

Keine klare und einfache Sprache

Teilweise kann ich das Schreiben leicht lesen. Doch auf Anhieb missfallen mir die zwei Seiten mit der Überschrift „SCHUFA-Information“. Dieser Abschnitt scheint mir ein Textbaustein ohne jeden Bezug zu meinen personenbezogenen Daten zu sein. Darin heißt es dann beispielsweise:

2.1 Zwecke der Datenverarbeitung und berechtigte Interessen, die von der SCHUFA oder einem Dritten verfolgt werden
Die Kreditwürdigkeitsprüfung dient der Bewahrung der Empfänger vor Verlusten im Kreditgeschäft und eröffnet gleichzeitig die Möglichkeit, Kreditnehmer durch Beratung vor einer übermäßigen Verschuldung zu bewahren. Die Verarbeitung der Daten erfolgt darüber hinaus zur Betrugsprävention, Seriositätsprüfung, Geldwäscheprävention, Identitäts- und Altersprüfung, Anschriftenermittlung, Kundenbetreuung oder Risikosteuerung sowie der Tarifierung oder Konditionierung. Neben den vorgenannten Zwecken verarbeitet die SCHUFA personenbezogene Daten auch zu intemen Zwecken (z. B. Geltendmachung rechtlicher Ansprüche und Verteidigung bei rechtlichen Streitigkeilen, Allgemeine Geschäftssteuerung und Weiterentwicklung von Dienstleistungen und Produkten, Gewährleistung der IT-Sicherheit und des IT-Betriebs). Das berechtigte Interesse an der jeweiligen Verarbeitunghieran ergibt sich aus den jeweiligen Zwecken und ist im Übrigen wirtschaftlicher Natur (effiziente Aufgabenerfüllung, Vermeidung von Rechtsrisiken). Über etwaige Änderungen der Zwecke der Datenverarbeitung wird die SCHUFA gemäß Art. 14 Abs. 4 DS-GVO informieren.

[…]

2.3. Herkunft der Daten
Die SCHUFA erhält ihre Daten von ihren Vertragspartnern. Dies sind im europäischen Wirtschaftsraum und in der Schweiz sowie ggf. weiteren Drittländern (sofern zu diesen ein entsprechender Angemessenheitsbeschluss der Europäischen Kommission existiert) ansässige Institute, Finanzuntemehmen und Zahlungsdienstleister, die ein finanzielles Ausfallrisiko tragen (z.B. Banken, Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Kreditkarten-, Factoring- und Leasingunternehmen) sowie weitere Vertragspartner, die zu den unter Ziffer 2.1 genannten Zwecken Produkte der SCHUFA nutzen, insbesondere aus dem (Versand-)Handels-, eCommerce-, Dienstleistungs-, Vermietungs-, Energleversorgungs-, Telekommunikations-, Versicherungs-, oder Inkassobereich.

Ich bin zwar über 42 Jahre alt und kein Elektroingenieur, auch habe ich kein Jodeldiplom (Wikipedia). Aber ich bin habe zwei Studienabschlüsse, kann fließend Deutsch sprechen, hören und lesen sowie selbstständig bloggen.

Wenn ich mir allerdings vorstelle, dass jemand wie Vic Dorn eine solche Auskunft von der Schufa erhält, dann zweifele ich doch daran, dass so jemand darunter eine Übermittlung „in einer klaren und einfachen Sprache“ nach Artikel 12 (1) DS-GVO) verstehen würde. Ich glaube das jedenfalls nicht.

Schufa: Antragsformular für Datenkopie nach Artikel 15 DS-GVO

Seit dem 25. Mai habe ich ein Auskunftsrecht nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung. Dieses Auskunftsrecht nehme ich gegenüber der Schufa in Anspruch.

Für mich als Blogger und Selbstständiger bedeutet die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vor allem viel Aufwand. Doch was bedeutet die Datenschutz-Grundverordnung für mich als „natürliche Person“, als Frank Hamm, wenn es um meine persönlichen Daten geht? Dieser Frage gehe ich als betroffene Person am Beispiel eines Antrages auf Auskunftsrecht an die Schufa nach.

Update (08.08.2018): Die komplette Antwort der Schufa, meine Analyse und meine Meinung dazu gibt es im Artikel „Die Auskunft der Schufa nach Artikel 15 DS-GVO„.

Update (29.06.2018): Im Briefkasten lag heute ein Briefumschlag mit einem siebenseitigen Schreiben. Es ist die Antwort der Schufa zu meinem Antrag nach Auskunft gemäß Artikel 15 DS-GVO.

Update (14.06.2018): Die Schufa hat der Welt (Online) aufgrund eines Artikels über das Abo-Modell der Schufa und der nur gedruckt möglichen Datenlieferung Druck gemacht und gedroht. Der kurze Zeit offline genommene Artikel ist wieder online (siehe unten).

Die DS-GVO

Der komplette Titel der DS-GVO lautet:

Verordnung (EU) 2016/679 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 27. April 2016 zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten, zum freien Datenverkehr und zur Aufhebung der Richtlinie 95/46/EG (Datenschutz-Grundverordnung) (Text von Bedeutung für den EWR)

Die DS-GVO lässt sich auf der Website „EUR-Lex“ der Europäischen Union in allen Sprachen ihrer Mitgliedsstaaten einsehen und als PDF herunterladen.

Die DS-GVO enthält laut Artikel 1

… Vorschriften zum Schutz natürlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener
Daten und zum freien Verkehr solcher Daten.

Sie will mich schützen und gesteht mir als natürliche Person (also keiner juristischer Person wie einer Aktiengesellschaft, einem Verein oder einer GmbH) verschiedene Rechte zu.

  • Recht auf Auskunft
  • Recht auf Bestätigung
  • Recht auf Berichtigung
  • Recht auf Löschung
  • Recht auf Einschränkung der Verarbeitung
  • Recht auf Datenübertragbarkeit
  • Recht auf Widerspruch
  • Recht auf Ausschluss von automatisierten Entscheidungen im Einzelfall einschließlich Profiling

Das Recht auf Auskunft gewährt die DS-GVO im Artikel 15 betroffenen Person (deren personenbezogene Daten verarbeitet werden) gegenüber „natürlichen oder juristischen Personen, Behörden, Einrichtungen oder andere Stelle“:

Die betroffene Person hat das Recht, von dem Verantwortlichen eine Bestätigung darüber zu verlangen, ob sie betreffende personenbezogene Daten verarbeitet werden; ist dies der Fall, so hat sie ein Recht auf Auskunft über diese personenbezogenen Daten und auf folgende Informationen:

Außerdem erhalten Betroffene das Recht, bei Verarbeitungen in einem Drittland, über geeignete Garantien (z.B. Privacy Shield) unterrichtet zu werden.

Betroffene müssen innerhalb eines Monats eine Kopie ihrer personenbezogenen Daten zur Verfügung gestellt werden. Wird der Antrag von einer betroffenen Person elektronisch gestellt (also nicht schriftlich oder mündlich),

so sind die Informationen in einem gängigen elektronischen Format zur Verfügung zu stellen, sofern sie nichts anderes angibt.

Dieses Auskunftsrecht nehme ich gegenüber der Schufa in Anspruch.

Die Schufa

Die Schufa Holding AG (Eigenschreibung SCHUFA, früher SCHUFA e. V. Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist eine privatwirtschaftliche deutsche Wirtschaftsauskunftei in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft mit dem Geschäftssitz in Wiesbaden. Zu den Aktionären gehören Kreditinstitute, Handelsunternehmen und sonstige Dienstleister. Ihr Geschäftszweck ist, ihre Vertragspartner mit Informationen zur Bonität (Kreditwürdigkeit) Dritter zu versorgen.

(Seite „Schufa“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 24. Mai 2018, 21:30 UTC. (Abgerufen: 26. Mai 2018, 04:04 UTC))

Wer beispielsweise einen Kaufvertrag über einen höheren Euro-Betrag oder Kreditantrag stellt, wird in der Regel darin eine „Schufa-Klausel“ mitunterschreiben. Das Kreditinstitut bekommt dadurch das Recht, bei der Schufa nach der „Kreditwürdigkeit“ zu fragen.

Schufa: Meine Schufa kompakt oder Datenkopie nach Artikel 15 DS-GVO

Schufa: Meine Schufa kompakt oder Datenkopie nach Artikel 15 DS-GVO

Auf „Meine Schufa“ bietet die Schufa über ein Formular an, eine Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO zu „bestellen“. Die Datenkopie gibt es in zwei Varianten:

  • Kostenlos (Schriftform)
  • Mit einmaligen Kosten für die Aktivierung (€ 9,95) und monatlichen Kosten (€ 3,95) (online)

Folgende Hinweise irritieren mich:

Wir weisen darauf hin, dass wir ggf. Angaben zu Ihren Personalien als zusätzliche Identifikationskriterien zum Zwecke der Erteilung von Auskünften in den SCHUFA-Datenbestand übernehmen.

[…]

Wir weisen zudem darauf hin, dass die Datenkopie gemäß Art. 15 DS-GVO aus Datenschutzgründen postalisch übermittelt wird.

Das Formular sieht als Pflichtangaben vor: Anrede, Vorname, Name, Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Ort, Land.

Schufa: Antragsformular für Datenkopie nach Artikel 15 DS-GVO

Schufa: Antragsformular für Datenkopie nach Artikel 15 DS-GVO

Meine Schufa ist laut Navigation ihrer zentralen Website auf https://www.schufa.de/de/ an Angebot für Privatkunden. Doch ich will dieses Formular für mein Auskunftsrecht nicht in Anspruch nehmen, denn

  • ich bin kein Privatkunde der Schufa (ich habe lediglich Vertragspartnern erlaubt, mit meinen Daten bei der Schufa Auskünft zu einzuholen), und
  • ich will meine Datenkopie in elektronischer Form.

Auch halte ich die Bindung im Formular an die Übernahme meiner Personalien „als zusätzliche Identifikationskriterien zum Zwecke der Erteilung von Auskünften in den SCHUFA-Datenbestand“ mindestens für äußerst bedenklich, wenn nicht sogar für rechtswidrig.

Name und Kontaktdaten des für die Verarbeitung Verantwortlichen sowie des betrieblichen Datenschutzbeauftragten ebenso wie die E-Mail-Adresse entnehme ich der Datenschutzinformation der SCHUFA Holding AG (nach Art. 13 DS-GVO).

Der Frank Hamm

Ich, der Frank Hamm, nehme also mein Auskunftrecht elektronisch per E-Mail an den Verantwortlichen, die SCHUFA Holding AG, Kormoranweg 5, 65201 Wiesbaden wahr. In meiner E-Mail mache ich folgende Angaben über mich:

Frank Hamm
<Adresse>
<Geburtsdatum>

Somit verfügt die Schufa über die nötigen Informationen, mich zu identifizieren. Außerdem kann die Schufa über einen Abgleich mit meiner Adresse gewährleisten, dass die Zustellung meiner Daten den Richtigen erreicht. Denn sie braucht mir dazu lediglich die Zugangsdaten (für einen Online-Abruf einer Kopie meiner Daten) postalisch zustellen oder mir eine Datenkopie in elektronischer Form auf einem Datenträger (beispielsweise USB-Stick, SD-Karte) postalisch zusenden.

Die Elektronische-Mail

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach Artikel 15 Datenschutz-Grundverordnung verlange ich eine Bestätigung, ob mich betreffende personenbezogene Daten verarbeitet werden. Wenn dies der Fall ist, nehme ich mein Recht war und verlange Auskunft über diese personenbezogenen Daten und auf folgende Informationen:

  • die Verarbeitungszwecke;
  • die Kategorien personenbezogener Daten, die verarbeitet werden;
  • die Empfänger oder Kategorien von Empfängern, gegenüber denen die personenbezogenen Daten offengelegt worden sind oder noch offengelegt werden, insbesondere bei Empfängern in Drittländern oder bei internationalen Organisationen;
  • falls möglich die geplante Dauer, für die die personenbezogenen Daten gespeichert werden, oder, falls dies nicht möglich ist, die Kriterien für die Festlegung dieser Dauer;
  • das Bestehen eines Rechts auf Berichtigung oder Löschung der mich betreffenden personenbezogenen Daten oder auf Einschränkung der Verarbeitung durch den Verantwortlichen oder eines Widerspruchsrechts gegen diese Verarbeitung;
  • das Bestehen eines Beschwerderechts bei einer Aufsichtsbehörde;
  • wenn die personenbezogenen Daten nicht bei mir erhoben werden, alle verfügbaren Informationen über die Herkunft der Daten;
  • das Bestehen einer automatisierten Entscheidungsfindung einschließlich Profiling gemäß Artikel 22 Absätze 1 und 4 und — zumindest in diesen Fällen — aussagekräftige Informationen über die involvierte Logik sowie die Tragweite und die angestrebten Auswirkungen einer derartigen Verarbeitung für mich.

Werden personenbezogene Daten an ein Drittland oder an eine internationale Organisation übermittelt, so verlange ich, über die geeigneten Garantien gemäß Artikel 46 im Zusammenhang mit der Übermittlung unterrichtet zu werden.

Stellen Sie mir eine Kopie der personenbezogenen Daten, die Gegenstand der Verarbeitung sind, in einem gängigen elektronischen Format zur Verfügung, denn ich stelle den Antrag elektronisch und gebe nichts anderes an.

Ich bitte Sie, die Auskunft innerhalb einer Frist von einem Monat nach Eingang meines Antrags zu erteilen. Sollten Sie eine längere Frist benötigen, bitte ich um eine entsprechende Zwischennachricht. Bitte bestätigen Sie den Eingang dieses Antrags.

Angaben zur Identifizierung meiner Person mit postalischer Adresse und Gebursdatum:

Frank Hamm
<Adresse>
<Geburtsdatum>

Sollte für die Auskunftserteilung eine weitere Identifizierung meiner Person erforderlich sein, bitte ich Sie, mir mitzuteilen, welche Nachweise Sie benötigen.

Mit freundlichen Grüßen

Frank Hamm

Die Elektronische-Mail habe ich heute morgen an die Schufa gesendet.

Hinweis: Der Text, den ich für meine Elektronische-Mail an die Schufa verwendet habe, kann jeder kopieren und für eine eigene Anfrage an die Schufa an seine Person verwenden. Den Text habe ich jedoch ohne besondere rechtliche Kenntnisse erstellt und mich lediglich am Artikel 15 GS-DVO und an Anfragen nach dem § 34 des alten Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) orientiert. Ich übernehme daher keine Garantie für seine Richtigkeit.

Die Welt

Während ich den Beitrag schrieb, erschien der Artikel „DSGVO stellt das Abo-Modell der Schufa infrage – WELT“ (Welt, aus Protest gegen das geplante und u.a. von Welt forcierte EU-Leistungsschutzrecht nicht mehr verlinkt). Danach prüft die hessische Landesdatenschutzbehörde das aktuelle Vorgehen der Schufa. Der Artikel ist nach einem Tag offline wieder online.

Der Link zum Artikel im Online-Auftritt der WELT funktionierte einen Tag lang nicht, denn die Welt hatte ihren Artikel zur einer Prüfung offline genommen. Inzwischen hat der Autor des Artikels Benedikt Fuest auf Twitter darüber informiert, dass Schufa-Sprecher Koch aktuell massiv Druck mache und mit juristischen Konsequenzen drohe. Es geht darum, dass die Schufa die Daten nach Art. 15 DSGVO trotz der Vorgabe (elektronisch zu verschicken) nur per Post verschickt.

Erneute Stellungnahme hessischer Landesdatenschutz: Die Schufa ist der Auffassung, dass diese Frage bereits mit den Aufsichtsbehörden für den Datenschutz abgestimmt worden sei. Ich halte die Frage dagegen für nicht abschließend geklärt und habe daher die Prüfung eingeleitet.“

Benedikt Fuest auf Twitter: „Wer sich wundert, wo der @welt Text zur Schufa geblieben ist. Schufa-Sprecher Koch macht aktuell massiv Druck …

 

 

Wordpress: Seite für Datenschutzerklärung festlegen

WordPress hat gestern die Version 4.9.6 herausgebracht. Die Version bringt im Backend drei kleinere Verbesserungen für den Datenschutz und die „Kompatibilität“ mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO).

1. Datenschutzeinstellung

In den Einstellungen gibt es den neuen Eintrag „Datenschutz“ im Untermenü (oberhalb der Einträge für Plugin-Einstellungen). Damit lässt sich eine Seite für die Datenschutzerklärung auswählen oder neu erstellen. Diese Seite wird dann auch auf Systemseiten wie der Loginseite von WordPress verlinkt.

Wordpress: Seite für Datenschutzerklärung festlegen

WordPress: Seite für Datenschutzerklärung festlegen

Eine damit neu erstellte Seite bekommt automatisch als Inhalt eine generische Datenschutzerklärung, die auf jeden Fall noch angepasst werden muss.

Wordpress: Link zur Datenschutzerklärung auf Loginseite

WordPress: Link zur Datenschutzerklärung auf Loginseite

2. Werkzeuge: Personenbezogene Daten exportieren

Bei den Werkzeugen lässt sich nach einem Benutzernamen oder einer E-Mail-Adresse suchen. Der Benutzer erhält eine E-Mail mit der Bitte, die Anfrage für den Datenexport zu bestätigen. Der Export lässt sich allerdings auch ohne die Bestätigung durchführen.

Wordpress: Personenbezogene Daten exportieren

WordPress: Personenbezogene Daten exportieren

die folgende Anfrage wurde zur Ausführung auf deinem Konto eingereicht:

Personenbezogene Daten exportieren

Um diese zu bestätigen, klicke bitte auf den folgenden Link:
https://derschreiben.de/wp-login.php?action=confirmaction&request_id=2007&confirm_key=SBCyxJPYx0yCOZ2VNvCc

Falls du diese Aktion nicht ausführen willst, kannst du diese E-Mail ignorieren und löschen.

Nach dem Klicken auf den Link erhält der Benutzer die Information dsfas

Der Website-Administrator wurde benachrichtigt. Du erhältst einen Link zum Herunterladen deines Exports per E-Mail, wenn er deine Anfrage beantwortet.

Das klappt dann aber nicht so, wie es der Text suggeriert. Denn der Administrator kann lediglich im Backend die Daten als ZIP-Datei herunterladen. Bei meinem Text auf die Schnelle war es dann eine einzige HTML-Datei mit einer Liste von personenbezogenen Daten wie dem Profil, Kommentaren und Medien. Die Inhalte selbst (beispielsweise eine Fotodatei) kann der Benutzer dann lediglich über einen Link einzeln aufrufen.

Wordpress: Personenbezogene Daten herunterladen

WordPress: Personenbezogene Daten herunterladen

Beispiel für einen Export (siehe Kommentar hier zum Beitrag):

Wordpress: Beispiel für den Export personenbezogener Daten

WordPress: Beispiel für den Export personenbezogener Daten

3. Werkzeuge: Personenbezogene Daten löschen

Grundsätzlich ist es wohl dasselbe Vorgehen wie beim Exportieren personenbezogenen Daten. Allerdings habe ich dann doch meine Daten nicht gelöscht ;-)

Wordpress: Personenbezogene Daten löschen

WordPress: Personenbezogene Daten löschen

Was ich nicht gefunden habe

Ansonsten scheint es keine Änderungen in der Version 4.9.6. zum Thema Datenschutzgrundverordnung zu geben. Insbesondere habe ich keine Möglichkeit gefunden, eine Cookie-Meldung festzulegen oder die Speicherung von IP-Adressen bei Kommentare zu vermeiden. Bislang sieht es danach aus, dass jeder WordPress-Administrator ein Sammelsurium von Plugins zusammenstellen muss, um eine Menge von Anforderungen der Datenschutzgrundverordnung zu erfüllen.

Gutscheine der Deutschen Jugendherbergen

Am 21. Oktober 2016 fahren Manuela und ich für zwei Übernachtungen zur Jugendherberge Oberwesel. Die Deutschen Jugendherbergen (DJH) haben mich eingeladen, damit ich mich von den Tagungs- und Seminarräumen für Gruppen überzeugen kann.

Update (31.10.2016): Mein Bericht zu Tagungen und Seminare in der Jugendherberge Oberwesel

Die neue Arbeitswelt: Raus aus dem Office

Als Berater und aus persönlichem Interesse beschäftige ich mich seit längerem mit Themen wie Zusammenarbeit/Kollaboration, Social Collaboration und Office. In den letzten Jahren verändert sich die Arbeitswelt zunehmend, wenn auch für den Einzelnen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Home Office, Mobile Office und Coworking Places gewinnen zunehmend an Bedeutung. Ich selbst bin gelegentlich im Coworking M1 (M1 wie „Mainz“).

Doch nicht nur „Einzelkämper“ wie Freelancer, Freiberufler und Selbstständige sondern auch Unternehmen beschäftigen sich mit neuen Arbeitsformen. So gibt es inzwischen Unternehmen wie Doist (das Unternehmen hinter Todoist) oder Buffer, die kein Büro mehr haben und deren Mitarbeiter über die ganze Welt verteilt sind. Für solche Unternehmen sind „Retreats“ besonders wichtig, um die soziale Bindung im Team zu steigern und zu erhalten. Es muss ja nicht gleich Hawai’i oder Island sein.

Greetings from the 2016 retreat in Iceland! ???? #doistretreat2016 #todoist #retreat #iceland #teambonding

Ein von Todoist (@todoistofficial) gepostetes Foto am

Auch konventionelle Unternehmen nutzen oft externe Räumlichkeiten, um Teamfindungsprozesse, wichtige Workshops oder Seminare fokussiert und ohne Störungen durchzuführen. Mir als Rheinhesse fiel das seit längerem beispielsweise im Margaretenhof oder in Jordan’s Untermühle auf (beides an der Selz), wo Teams aus Unternehmen „aufschlagen“, um sich in entspannter Atmosphäre konzentriert zusammenzufinden.

Jugendherbergen: Klassenfahrten und taffe Wanderer?

Aber Jugendherbergen? Wer käme da auf Jugendherbergen? Ich kenne Jugendherbergen aus meiner Schulzeit, als wir mit vielen Jungs in Mehrbettzimmern schliefen. Trotz aller Aufsicht durch die Lehrer war in den Mehrbettzimmern ein ständiges Kommen und Gehen (nicht nur jeweils Jungens oder Mädels). Gut schlafen ging einfach nicht. Die Waschgelegenheiten, die Dusche sowie die Toiletten waren irgendwo am Ende des Flurs. Das Essen war meistens irgendein Eintopf. Die „Seminarräume“ waren große kahle Räume, mit viel Glück gab es einen lichtschwachen Overhead-Projektor, anstelle einer Leinwand gab es die weiß gestrichene Mauerwand.

Später verband ich Jugendherbergen bestenfalls noch mit einer unbequemen aber sehr billigen Übernachtungsmöglichkeit für Wanderer. Aber doch nicht mit etwas für mich, über die Zeit war ich doch hinaus. Und als jugendlich sehe ich mich nun wirklich nicht mehr. Jugendherbergen? Pah, nur was für Klassenfahrten und spartanisch-harte Wanderer!

Also machte ich um Jugendherbergen immer einen Riesenbogen. Und Seminare, Workshops oder digitale Infrastruktur verband ich bislang überhaupt nicht mit Jugendherbergen.

Jugendherbergen für Tagungen und Retreats

Bis ich dann im Juni eine Anfrage bekam, mir für die Deutschen Jugendherbergen eine Jugendherberge mit zwei Übernachtungen für zwei Personen genau für so etwas anzusehen. Manuela und ich entschieden uns für die Jugendherberge Oberwesel. Die Jugendherberge sieht für Tagungen interessant aus und ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die Landschaft im und am Mittelrheintal sowie die Wandermöglichkeiten waren weitere Punkte, die uns für Oberwesel entschieden ließen. Denn spätestens dieses Jahr habe ich als Entspannender gemeinsam mit Manuela das Wandern entdeckt.

Als ich mich auf der Website der Deutschen Jugendherbergen umschaute, war ich doch etwas – nein, sehr – überrascht gewesen, dass das altbackene Flair, das ich in Erinnerung hatte, überhaupt nicht mit den Beschreibungen der Jugendherbergen übereinstimmte.

Die Ausstattung und die Angebote der Jugendherbergen unterscheiden sich oft sehr stark. Wer eine Jugendherberge für eine Tagung oder für sich persönlich in Betracht zieht, sollte sich die Beschreibungen der Jugendherberge mit ihren Details genau ansehen und im Zweifel auch bei der Jugendherberge anrufen.

Die Jugendherberge Oberwesel

Auf der Website der Deutschen Jugendherbergen gibt es für jede Jugendherberge Beschreibungen mit den Rubriken Porträt, Anreise, Ausstattung, Essen und Trinken, Freizeittipps, Klassenfahrten sowie Reiseangebote, Preise und die Möglichkeit zum Buchen. Für Oberwesel habe ich ein paar Auszüge.

Porträt:

  • 269 Betten in Zimmern für die 1-, 2-, 4- und Mehrbettbelegung. Alle Zimmer sind mit Dusche/WC ausgestattet.
  • … Bistro mit Aussichtsterrasse, Café-Bar, Snackbereich, 3 Speiseräume, Kinderspielecke.
  • 13 Aufenthalts- und Veranstaltungsräume unterschiedlicher Größe für 10 bis 46 Personen. 3 x 2 Räume sind kombinierbar für bis zu 90 Personen, 1 großer Kongress-Saal für bis zu 250 Personen mit Beschallungsanlage, 1 Musiksaal für bis zu 150 Personen mit umfangreicher Ausstattung für Veranstaltungen, Tagungen, Workshops, Projekttage und Musikfreizeiten.
    […]
  • Hauseigenes Hallenbad mit Lehrschwimmbecken, Gymnastik- und medizinisches Bad, Tischtennis, Kicker, Flipper, Billard, Gesellschaftsspiele, Freiluftschach, Bolzplatz, Volleyball und Basketball, Kinderspielplatz, Grillplatz mit Hütte und Lagerfeuer-Schale.

Ausstattung:

  • Modernste Tagungstechnik ist bei Tagungen und Veranstaltungen kostenlos. Entsprechend der Gruppengröße erhält jede Gruppe einen kostenlosen Veranstaltungsraum. Für jeden weiteren Raum wird eine Raummiete von 1,50 € pro qm und Tag berechnet.

An Tagungstechnik gibt es „Beamer, CD-Player, Diaprojektor, DVD-Player, Flipchart, Leinwand, Mikrofonanalage, Moderationskoffer, Musikanlage, Overheadprojektor, Pinnwand, Rednerpult, TV-Gerät, Whiteboard„. Die 19 Tagungsräume sind zwischen 15 und 187 Quadratmetern groß. Einer davon ist ein Musiksaal mit 127 Quadratmetern.

Essen und Trinken:

  • Frühstück mit verschiedenen Sorten Brot und Brötchen, Wurst- und Käseauswahl, verschiedenen Marmeladen, Honig und Nuss-Nougat-Creme, diversen Frühstücks-Cerealien, Quark oder Joghurt, frischem Obst und Gemüse, Milch Kaffee, Kakao und Tee
  • Mittagessen als 3-Gänge-Menü mit großem Salatbüfett
  • Abendessen mit einer warmen Komponente, Brot-, Wurst- und Käseauswahl und einem großem Salatbüfett
  • Lunchtüte für unterwegs
  • Bistro und Café-Bar mit leckeren Snacks und vielfältigen Kaffeespezialitäten
  • Bei Tagungen Pausenverpflegung mit Kaffee, Tee, wahlweise Gebäck, Kuchen, Obst, Süßigkeiten

Unser Plan für das Oberwesel-Wochenende

Vom 21. bis 23. Oktober fahren wir also zur Jugendherberge in Oberwesel. Ich werde mir die Jugendherberge insbesondere als Tagungs- und Seminargelegenheit für Gruppen ansehen. Am Freitag spazieren wir zum Günderodehaus, am Samstag wandern wir. Am Sonntag fahren wir zurück. Soweit der Plan. Die Außenaktivitäten hängen allerdings doch ein ganzes Stück vom Wetter in zweieinhalb Wochen ab – mal sehen.

TransparenzInfo: Ich habe Gutscheine in Höhe von 200 Euro von den DJH erhalten. Damit bezahlen wir eine 2-Bettbelegung mit Dusche/WC für 2 Personen (4 Übernachtungen à 43,50 €) mit Halbpension (Abendessen). Den Rest verprassen wir für Lunchpakete am Samstag und im Bistro.

Freitag, 21. Oktober 2016

  • Anfahrt und Ankommen in der Mittagszeit (Route auf Google Maps, die Fahrt wird etwa eine Stunde dauern).
  • Nachmittag: Spazierengehen zum Günderodehaus, Kaffee trinken, zurück gehen (Google Maps).
  • Nachmittag und Abend: Erkunden und Dokumentieren Jugendherberge.
  • Abend: Abendessen.

Das Günderodehaus ist eine „übriggebliebene Filmkulisse“ für die Filmreihe Heimat.

Hauptschauplatz ist das sogenannte Günderrodehaus in Oberwesel, das allerdings Karoline von Günderrode nie bewohnt hat (♁Lage).

(Seite „Heimat 3 – Chronik einer Zeitenwende“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 26. September 2016, 18:22 UTC. (Abgerufen: 4. Oktober 2016, 10:55 UTC))

Ich habe keinen Teil der Filmreihe gesehen, aber etwas verwirrt mich: „Karoline von Günderrode“ schreibt sich mit zwei „r“, wohingegen fast immer „Günderodehaus“ (wie auch auf der Website) geschrieben wird. Das passt irgendwie nicht.

Das „Günderodehaus“ Filmhaus „Heimat 3“ bietet Ihnen einen der schönsten Ausblicke oberhalb von Oberwesel über das Rheintal und die Türme der historischen Altstadt.
Der Name basiert nur auf einer Legende, geschaffen von Edgar Reitz.
“… vor über 200 Jahren soll hier die berühmte Dichterin Carolin von Günderode (1780-1806) gelebt und geliebt haben.
[…]
Das Gebäude, im Naturschutz des UNESCO Welterbe, war zunächst nur als „Fliegender Bau“geplant. Nach Abschluß der Dreharbeiten sollte es ursprünglich wieder abgebaut werden.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=1jKdtO_hOFc

(Youtube: Oberwesel | Günderodehaus | Filmhaus Heimat 3 | Rhein-Eifel.TV)

Vielleicht kann mich einer der Leser aufklären?

Samstag, 22. Oktober 2016

  • Morgen: Frühstücken.
  • Morgen: Lunchtüte (à 4,90 Euro) für die Wanderung holen.
  • Tagsüber: Wanderung.
  • Abend: Abendessen und Jugendherberge erforschen.

Diese Wandertouren kommen momentan in Frage:

Sonntag

  • Am Morgen: Frühstücken
  • Am Morgen: Rückfahrt nach Hause ins Selztal in Rheinhessen.
  • Rückfahrt: Je nach Wetter die B9 am Rhein entlang fahren und zwischendurch die Burg Sooneck (Wikipedia) erkunden sowie entweder gemütlich durch den Soonwald schlendern oder in der Nähe eine Tour wie die Rheinburgenweg-Extratour „Schellengang“ wandern.

Vielleicht versuchen wir auch die Burg Sooneck zu erobern und den Burgenblogger aus seiner Burg zu vertreiben ;-)

Soweit der Plan

Soweit also der Plan. In zweieinhalb Wochen fahren wir (hoffentlich gemütlich und entspannt ohne Stau auf der A61) nach Oberwesel und schauen uns die Jugendherberge an. Und wenn das Wetter mitspielt, wandern wir. Und wenn nicht, dann wahrscheinlich auch.

Ich bin gespannt darauf, nach vier Jahrzehnten wieder einmal meine Füße auf Jugendherbergsböden zu setzen. Und mal schauen, wie fit die Jugendherberge Oberwesel für die neue Arbeitswelt ist.

… da fällt mir ein: So eine Jugendherberge wäre ja prädestiniert für ein BarCamp wie beispielsweise ein TouristikCamp, ein DigitalNomadCamp, ein HerbergsCamp oder ein WanderCamp 8-)

You've Got Mail

Für die Kommunikation in einem freiwilligen Helferkreis suche ich einen Chat-Dienst.

Der Dienst soll die unmittelbare Kommunikation für allgemeine Diskussionen („Könnten wir nicht mal…“, „Wie funktioniert das mit …“), für einzelne Themen (Communities of Interest) sowie für eingegrenzte Personenkreise (nur die Personen, die eine bestimmte Anlage/ein Vorhaben betreuen und darüber untereinander berichten und sich abstimmen) verbessern. Mit dem Dienst und entsprechenden Apps möchte ich die Kommunikation entzerren und themenbezogen auf notwendige oder interessierte Teilnehmer fokussieren. Beispielsweise soll das Durcheinander von manuellen Email-CC-Listen durch sinnvolle Gruppenbildungen abgelöst werden.

Der Helferkreis ist sowohl vom Alter her als auch von der Computer-/Smartphonenutzung her sehr heterogen. Ich selbst sehe mich in der Gruppe als Digital Native und auf dem einen Ende der Bandbreite als Innovator/Early Adopter. Auf dem anderen Ende sind Personen, die ich als Laggards einstufe (d.h. Nutzung von E-Mail mit Desktop-Rechner, bestenfalls ein Feature Phone). Die Verteilung ähnelt weniger einer Glocke als einer umgelegten Zwiebelhälfte (mit der dicken Seite für ältere Mitglieder / Laggards / Denier). Die Helfer sind unterschiedlich aktiv in der Gruppe. Manche sind sehr sporadisch dabei, manche sind im Dauereinsatz. Aus den vorgenannten Gründen soll der Dienst kostenlos und auf Deutsch sein sowie im Browser sowie als Android / iOS App nutzbar sein.

Aus der angestrebten Nutzung sehe ich für den Chat-/Messengerdienst folgende Anforderungen:

  • Persönliche Text-Chats (1:1), optional mit Audionachrichten.
  • Group Chats (beziehungsweise Channels oder Räume), die optional öffentlich oder privat zu stellen sind.
  • Kurzfristig 5 Benutzer, als Ziel etwa 50 Benutzer.
  • Anmeldung ohne Telefonnummer (d.h. nur mit Email-Adresse).
  • Nutzung bei voller Funktionalität im Browser (Web App), mit Android App und mit iOS App (optional Windows- bzw. MacOS-App).
  • Durchsuchbarkeit nach Inhalten (nachgetragen)
  • Benachrichtigungen via Email, optional, wäre aber schön (nachgetragen)
  • Benutzeroberfläche in Deutsch.
  • Kostenlos (nix, nada, `ole).

Es gibt ein paar Dienste, die kostenlos sind und die ich funktional durchaus für geeignet halte, die jedoch ausschließlich eine englische Benutzeroberfläche haben und / oder die vom Konzept her die Nutzer eher abschrecken könnten:

Weiterhin gibt es Dienste wie Telegram oder Whatsapp, die eine App und eine Mobilnummer erfordern – was nicht alle Personen erfüllen.

Schließlich bin ich noch etwas unsicher, wie die Akzeptanz bei den Leuten aussieht, wenn es um „irgendein“ Startup oder ausländisches Unternehmen geht.

Ich hatte auch kurz an Yammer gedacht – aber die Usability ist für mich indiskutabel (insbesondere wenn es um die Nutzung mehrerer Accounts und um die Zuverlässigkeit der Benachrichtigungen geht).

Zwei Kandidaten habe ich schließlich gefunden, die auf den ersten Blick interessant scheinen:

  • Circuit (von Unify, d.h. von Atos)
  • Wire (aus der Schweiz, das Team dahinter ist nicht ersichtlich)

Aber: Ich kenne beide nur soweit, dass ich mich irgendwann angemeldet habe.

Meine Hoffnung ist, dass ich nach und nach immer mehr Leute zum Mitmachen bewegen kann.

Jetzt also zwei zwei Fragen an Euch:

  • Kennt Ihr Circuit oder Wire? Und könnt ihr mir eine Einschätzung geben, ob die Dienste für meine Zwecke in Frage kommen?
  • Kennt Ihr einen anderen Dienst, der in Frage kommt?

P.S. Es gibt natürlich noch einige Kollaborationstools, die einen Chat dabei haben. Die Kollaboration ist hier jedoch erstens nicht der Fokus, und zweitens will ich die Leute nicht überfordern. Aber vielleicht habe ich da zu kurz gedacht?

P.P.S. Falls ein kostenpflichtiger Dienst in Erwägung zieht, seinen Dienst für den Helferkreis kostenlos zur Verfügung zu stellen: Kontakt ;-)

5 Pfeiler der Produktivität

Schneller, weiter, höher, die Welt dreht sich immer schneller. Mehr E-Mails, mehr Meetings, mehr Arbeit und mehr Kommunikation führen dazu, dass gerade Büro- und Wissensarbeiter ihre Work-Life-Balance in den Griff bekommen möchten und ihre persönliche Produktivität steigern möchten. Doch bevor Sie sich auf Methoden, Tools und Techniken stürzen, sollten Sie sich ein solides Fundament verschaffen.

Auf dem deutschen Blog von Wrike, einer Collaboration Software, erhielt ich die Gelegenheit zu einem Gastbeitrag über Produktivität. Aber wie meine Großmutter zu sagen pflegte: „Nur net hudele, Bub“

Neben dem Fokus auf die Arbeit, das Einüben von Ritualen und dem Kapseln in Zeitabschnitte zählt gerade in dieser hektischen Zeit Ausgewogenheit. Und zuletzt: Lassen Sie sich von jemandem wie mir kein Patentrezept verkaufen!

5 Pfeiler der Produktivität (Infografik)

Alles weitere im Blog von Wrike:

Die 5 Pfeiler der Produktivität

Wegeskizze: Mainz Hbf zum Coworking M1

Am Wochenende (9. und 10. April 2016) ist das Vinocamp Rheinhessen: Informationen zum Programm und zur Anreise.

Marion Rockstroh-Kruft hat das Programm (das komplette Programm 1. Vinocamp Rheinhessen) veröffentlicht:

  • 09.04.2016, Camp 1 – Coworking-M1 (Adresse: Mombacher Str. 2-6, Mainz)
  • 09.04.2016, Camp 2 – Cassian Carl (Adresse: Rheinufer – Höhe Theodor Heuß Brücke, Mainz)
  • 10.04.2016, Camp 3 – Weingut der Stadt Mainz (Adresse: Rheinhessenstrasse 103, Mainz)

In unserer Facebook-Gruppe kam die Frage nach dem Weg zum Coworking M1 hoch. Die Navis oder Kartendienste haben noch keine aktuellen Informationen, da das Coworking M1 sowie das komplette neue Gelände (Quartier M1) dort noch nicht erfasst sind.

Heute bin ich im Coworking M1, und auf dem Weg vom Mainzer Hauptbahnhof hierher habe ich ein paar Fotos gemacht (und mit Runtastic getrackt). Auf der interaktiven Flickr-Karte sind die Fotos als Punkte eingetragen. Ein Klick zeigt das entsprechende Foto.

Es sind etwa 850 Meter und 10 Minuten zu Fuß vom Mainzer Hauptbahnhof zum Coworking M1. Auf der ganzen Strecke gibt es einen Bürgersteig. Allerdings ist das letzte Stück noch nicht ganz fertig, so dass ich von Stöckelschuhen definitiv abrate :-) Wer mit dem Auto anfährt, kann beruhigt aufatmen: An der Straße direkt vor dem Coworking M1 lassen sich Autos kostenlos abstellen. Bislang gibt es nämlich bis auf das Coworking M1 noch keine anderen Unternehmen beziehungsweise Organisationen. Das wird sich später einmal ändern, dann gibt es ein Parkhaus und unter anderem ein B&B Hotel.

Vom Hauptbahnhof aus zu Fuß:

  • Von dem Vorplatz des Mainzer Hauptbahnhofs (vom Bahnhof aus gesehen) nach links gehen.
  • Auf der linken Straßenseite bleiben und an der Fernbushaltestelle und der Taxihaltestelle vorbei.
  • Dann links in die Unterführung rein (es sieht zwar düster dort aus, aber ich habe überlebt…).
  • Wwer in der Unterführung auf der linken Seite bleibt, der bekommt am Ende eine Fußgängerampel.
  • Am Ende der Unterführung nach rechts auf dem Bürgersteig die Straße hoch.
  • Oben ist dann rechts eine große Baustelle, und voraus seht ihr ein dreistöckiges altes Klinkerhaus (Mombacher Straße 2a).
  • Vor dem Haus biegt rechts eine Straße ab. Dieser Straße (eine Privatstraße des Quartier M1, noch ohne Straßennamen) folgen.
  • Auf der rechten Seite kommen dann Reste der ursprünglichene Bebauung, unter anderem eine alte Mauer mit Stützbalken.
  • Dann auf der rechten Seite ist ein neuer/renovierter Bauteil, dort ist das Coworking M1.
  • Der Eingang ist auf der linken Seite.

Flickr Fotoalbum „Mainz Hbf nach Coworking M1“ (Diashow, interaktive Karte)

Mainzer Domplatz

Am 9. und 10. April (Samstag und Sonntag) findet das Vinocamp Rheinhessen in Mainz statt. Die allerbeste aller Ehefrauen und ich sind dabei.

Das Vinocamp Rheinhessen findet in Mainz im Coworking-M1, auf der Cassian Carl & im Weingut der Stadt Mainz statt. Das Vorabend-Treffen ist im Proviantamt. Die Organisatorin Marion Rockstroh-Kruft im Interview:

Am Freitagabend findet erst mal ein Warm-Up im Proviantamt statt, für die, die schon in Mainz sind. Dort laden rheinhessische Winzer in der Rheinhessen-Vinothek zu einer Weinprobe ein und anschließend können wir gemeinsam essen. Am Samstagmorgen geht es dann richtig los mit einer Vorstellungsrunde, danach gehen wir in die Sessionplanung, dann finden den Vormittag über Sessions statt, zwei hintereinander. Nachmittags geht’s dann auf das Eventschiff Cassian Carl, dort gibt’s noch einmal zwei Sessions, zwei weitere am Sonntagvormittag im Weingut der Stadt Mainz.

(Vinocamp Rheinhessen: Faszination Wein & Rheinhessen in intensivem Kontakt mit Weinfans erleben)

Wir freuen uns schon darauf … mal sehen, wer von uns beiden fahren muss 8-)

Meine Freunde, die Roboter

Stefan Pfeiffer ruft zur Blogparade SchlauerArbeiten über kognitive Funktionen auf. Doch es geht nicht um kognitive Systeme, es geht um Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Menschheit.

Die Geschichte der Arbeit ist diejenige ihrer Automatisierung. Sie hat viele Phasen durchlaufen, von der Industrialisierung bis hin zur Automatisierung und Digitalisierung auch für die „White Collar“, die Büroarbeiter. Nun scheinen wir vor einer neuen Ära zu stehen, die wir nur aus Science Fiction-Serien zu kennen glaubten.

(#SchlauerArbeiten #Blogparade: Auf kognitive Funktionen kann nicht verzichtet werden oder auch [DE] Watson, übernehmen Sie?! Auf kognitive Funktionen kann nicht verzichtet werden – #SchlauerArbeiten #Blogparade)

Stefan möchte wissen, ob kognitive Technologien unsere Arbeitswelt beeinflussen und verändern – oder nicht:

Wo liegen die Chancen, wo die Risiken? Wo und für welche Tätigkeiten würdet Ihr gerne intelligente Systeme als Hilfe haben, die Eure Arbeit erleichtern? Wollt Ihr den kognitiven Assistenten, der bei der Arbeit hilft? Wie wird sich die Arbeitswelt durch Systeme der künstlichen Intelligenz verändern?

Praktisch orientiert bedeutet das für mich zunächst die Unterstützung bei so lästigen Dingen wie Termine vereinbaren, Besprechungen organisieren, Tickets kaufen. Also das „überflüssige“ Zeugs, das für ein reibungsloses Funktionieren eines Wissensarbeiter zwar unabdingbar ist, das aber die Produktivität rapide sinken lässt. Es scheint also lediglich um einen virtuellen Assistenten, einen Knecht, zu gehen, der den Wissensarbeiter entlastet (wie in „Menial Tasks Eat Up the Majority of the Workday for Most Employees“ beschrieben).

Zunächst zumindest.

Kognitive Systeme

Doch was sind kognitive Funktionen, kognitive Systeme und … hoppla … Systeme der künstlichen Intelligenz, wovon Stefan da schreibt? Was zeichnet sie aus? Ich begebe mich auf die Suche, und zu Beginn der Spurensuche muss ich an „IBM Watson“ denken, der 2011 für Furore sorgte, als Watson erstmals zwei menschliche Gegner in Jeopardy besiegte.

Kognitive Systeme wie Watson können die Art und Weise verändern, wie Unternehmen künftig denken, handeln und arbeiten werden. Diese Systeme lernen durch Interaktionen und liefern so evidenzbasierte Antworten, die für bessere Ergebnisse sorgen.

(IBM – Watson – Deutschland)

Watson soll also lernen und Antworten liefern. Watson ist benannt nach einem ehemaligen Vorstand von IBM. Ein Vorstand als Assistent? Mir jedoch kommt immer jener Dr. Watson in den Sinn, der ein selbstständig handelnder Mensch ist, der im Gegensatz zu einem „lapidaren“ Assistenten auch in komplexen Situationen mit einem Partner analysiert und Schlüsse zieht. Und so ist es denn auch zukünftig so zu sehen, dass es nicht nur um Handlanger-Systeme sondern um komplexe interagierende Systeme geht.

Cognitive computing (CC) makes a new class of problems computable. It addresses complex situations that are characterized by ambiguity and uncertainty; in other words it handles human kinds of problems. In these dynamic, information-rich, and shifting situations, data tends to change frequently, and it is often conflicting. The goals of users evolve as they learn more and redefine their objectives. To respond to the fluid nature of users’ understanding of their problems, the cognitive computing system offers a synthesis not just of information sources but of influences, contexts, and insights. To do this, systems often need to weigh conflicting evidence and suggest an answer that is “best” rather than “right”.

IBM uses cognitive computing to describe “systems that learn at scale, reason with purpose and interact with humans naturally.”[1] “Cognitive systems are probabilistic. They generate not just answers to numerical problems, but hypotheses, reasoned arguments and recommendations about more complex — and meaningful — bodies of data.”

(Cognitive computing. (2016, February 18). In Wikipedia, The Free Encyclopedia. Retrieved 15:14, February 25, 2016)

Auf der Seite „Kognitive Systeme und Mensch-Maschine-Interaktion“ der Universität Ulm lerne ich dann auch,

… dass technische Systeme der Zukunft Companion-Systeme sind – kognitive technische Systeme, die ihre Funktionalität vollkommen individuell auf den jeweiligen Nutzer abstimmen: Sie orientieren sich an seinen Fähigkeiten, Vorlieben, Anforderungen und aktuellen Bedürfnissen und stellen sich auf seine Situation und emotionale Befindlichkeit ein. Dabei wirken sie stets verfügbar, kooperativ und vertrauenswürdig und treten ihrem Nutzer als kompetente und partnerschaftliche Dienstleister gegenüber.

„Companion“, das klingt in der Tat ganz anders als ein eher unwichtiger und beliebiger Handlanger. Companion, das ist je nach Übersetzung Begleiter, Gefährte, Kamerad, Begleitperson, Genosse, Weggefährte. Ein Companion ist ein Gleichgestellter, der uns in mancher Beziehung vielleicht sogar überlegen ist. Denn ein Companion kann in der „kognitiven Ära“

… Dinge tun, die bisher unmöglich waren: Hindernisse überwinden, die uns lange aufgehalten haben. Krankheiten erkennen, bevor der Patient die ersten Symptome zeigt. Trends voraussagen, bevor sie sich abzeichnen. Fragen beantworten, bevor sie gestellt werden.

(IBM Outthink – Cognitive Business mit Watson)

Und mit dem „Doktor“ Watson liege ich auch gar nicht so verkehrt („IBM Watson Health„). Und – natürlich – leistet IBM Watson

… in den verschiedensten Branchen wertvolle Dienste. Watson ist dafür gebaut, zu verstehen, zu bewerten, zu lernen – man könnte sagen: zu denken.

Jetzt fällt endlich dieses Wort: Watson „denkt“ (früher oder später). Bleibt er dabei ein schnödes Computersystem wie ein Geist in der Flasche, mit dem wir uns unterhalten können, und der uns wichtige Informationen aufbereitet? IBM bleibt nicht beim „Denken“ stehen sondern verbindet die Welt der kognitiven Systeme mit dem wirklichen (physischen) Leben durch „Watson Internet of Things“ (What is Watson IOT):

Watson IoT is a set of capabilities that learn from, and infuse intelligence into, the physical world. The Internet of Things-generated data is growing twice as fast as social and computer-generated data, and it is extremely varied, noisy, time-sensitive and often confidential. Complexity grows as billions of devices interact in a moving world. This presents a growing challenge that will test the limits of programmable computing. Cognitive IoT is our best opportunity to fully exploit this resource.

Cognitive IoT lernt von Erfahrungen mit der Umwelt und Interaktionen mit Menschen. Cognitive IoT lernt, um unsere (eines Menschen) Ziele zu verstehen, um dann relevante Daten zu integrieren und zu analysieren und um uns bei Erreichen unserer Ziele zu helfen. Es bleibt nicht beim „dumpfen“ Wiederkäuen, Verwerten und Anwenden von vorhandenem Wissen, um uns ein bisschen die Fleißarbeit abzunehmen. Von Dr. Robert Freund lerne ich, dass es um viel, viel mehr geht:

In meiner Special Keynote habe ich aufzeigen können, dass die Möglichkeiten von Cognitive Computing viele Bereiche des Innovationssystems positiv beeinflussen können. Neben einzelnen Aspekten wie Design Thinking, Trendreport usw. ist für Unternehmen auch interessant, dass mit Hilfe von Cognitive Computing auch neue, innovative Geschäftsmodelle entwickelt werden können.

(Wie kann die „kognitive Ära“ für Innovationen genutzt werden?)

Ein ausgereiftes kognitives System denkt. Ein von Menschen erzeugtes kognitives System ist nichts anderes als eine künstliche Intelligenz mit den folgenden Funktionen:

  • Daten mit Sensoren erfassen, auswerten, bewerten, weitergeben.
  • Aus Daten Informationen und daraus kontextorientiert Wissen schaffen
  • Interagieren mit anderen Systemen (physisch oder nicht-physisch), inklusive sozialer Interaktion unterhalb einer „Zweck-Schwelle“ im Rahmen einer Netzwerkbildung.
  • Neues schaffen, kreativ sein.

Ich halte fest:

Ein kognitives System greift auf viele Quellen und Daten zu, kombiniert diese Daten, macht daraus Informationen, filtert und bewertet diese Informationen aus dem jeweiligen Kontext heraus, interagiert mit anderen Systemen (wie beispielsweise einem Mensch), lernt aus Informationen, Kontext und Interaktion. Und macht daraus etwas Neues, selbst wenn die zugrunde liegenden und zur Verfügung stehenden Informationen und ihre Zusammenhänge komplex sind.

Menschen sind kognitive Systeme natürlichen Ursprungs (soweit wir nach naturwissenschaftlichem Stand wissen). Menschen sind natürliche Intelligenzen. Und nicht nur IBM schafft sondern wir Menschen schaffen gerade künstliche Intelligenzen.

Wenn Welt-Chef Stefan Aust also beispielsweise im Interview mit Meedia meint:

Der Journalismus als Instanz, der aus der Wirklichkeit die wesentlichen Dinge herausfiltert, wird seine Funktion und Bedeutung nicht verlieren.

Dann sehe ich genau darin ein Einsatzgebiet für eine künstliche Intelligenz. Denn nirendwo steht da, dass diese Instanz komplett oder teilweise aus Menschen bestehen muss.

Wende ich mich auch nur kurz dem Feld der Kognitionswissenschaft zu, dann geht es um Neurowissenschaft, Linguistik, Psychologie, Anthropologie, Philosophie, Künstliche Intelligenz. Das also, was auch einen Menschen auszeichnet.

Gegenstand der Kognitionswissenschaft ist bewusstes und unbewusstes Erleben, das oft zwischen Sensorik und Motorik lokalisiert wird, sowie die Verarbeitungen von Information im Rahmen menschlichen Denkens und Entscheidens. Darunter fallen z. B. Wahrnehmung, Denken, Urteilen, Gedächtnis, Lernen und Sprache. Ihr Gegenstandsbereich ist nicht auf die Kognition eingeschränkt, sondern umfasst ebenso sehr Emotion, Motivation und Volition.

(Seite „Kognitionswissenschaft“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 5. Januar 2016, 18:09 UTC. (Abgerufen: 1. März 2016, 15:31 UTC))

Wenn Stefan Pfeiffer in seinem Aufruf zur Blogparade schreibt, ein kognitives System könne am Arbeitsplatz verschiedene hilfreiche Aufgaben übernehmen, die täglich nur Zeit kosteten, dann stimme ich ihm zu. Ich denke jedoch, dass er zu kurz denkt. Ein Mensch kann viel mehr, und eine künstliche Intelligenz kann ebenfalls viel mehr als simple „Bereitstellungen“. Warum sollte zukünftig eine künstliche Intelligenz nicht gleich direkt die Präsentation verschicken? Oder das Meeting zu Diabetes Mellitus vereinbaren? Warum überhaupt hatte Andy nicht die Information zur Medikamentenzulassung von seiner künstlichen Intelligenz? Und warum hatte Chad die Präsentation erstellt und nicht seine künstliche Intelligenz?

Wenn aber eine künstliche Intelligenz denkt, was denkt sie über solche einfachen Arbeiten und über uns? Wem gehört eine künstliche Intelligenz?1 Lässt sich eine Intelligenz – egal ob künstlich oder natürlich – „gehören“?

Roboter

War früher die Rede von künstlicher Intelligenz, so war es oft der Gedanke an mehr oder weniger menschenähnliche Roboter aus der Science Fiction. Und wenn vor kurzem noch ein Roboter beispielsweise von Boston Dynamics durch die Walachei stolperte oder an einer verschlossenen Tür zu Boden sank, dann hatten viele Menschen wohl den Vergleich mit einem agilen und denkenden Menschen im Sinn. Da ließ es sich bequem zurücklehnen und denken „So, wie das geht, so denkt das Teil auch: Gar nicht.

Inzwischen gehen die Roboter bereits auf zwei Beinen und stellen sich gar nicht ungelenk dabei an.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://youtu.be/rVlhMGQgDkY

Der neue Atlas Robot von Boston Dynamics ist fähiger (und menschlicher, zumindest in der Motorik) als je zuvor.

Wie im Film „Der 200 Jahre Mann“ mit Robin Williams wird es bald intelligente Roboter (künstliche Intelligenzen) geben, die kaum oder gar nicht mehr von „natürlichen“ Menschen zu unterscheiden sind. Der Roboter Andrew in der Story ist ein Einzelexemplar als denkendes und intelligentes Wesen. Doch wenn es – wie von IBM – künstliche Intelligenzen gibt: Warum sie in einen Kasten mit Leiterbahnen und Platinen in einem Gebäude sperren?

„Der 200 Jahre Mann“ basiert auf der Story „The Bicentennial Man“ von Isaac Asimov aus dem Jahr 1976. Doch bereits viel früher erschienen Erzählungen und Bücher von Asimov, in denen er sowohl zwar potente aber letztendlich nur schnöde und stationäre Computersysteme wie ein Multivac oder eben auch wie Watson skizzierte. Wirklich kognitive, intelligente Compuntersysteme waren in seinen Erzählungen und Büchern immer humaniforme Roboter, von denen der eine oder andere sogar Gedanken lesen konnte.

Intelligente Roboter sind eine Sonderform der künstlichen Intelligenz. Wenn aber eine künstliche Intelligenz Mobilität benötigt – muss sie an eine humane Form gebunden sein? Eine humane Form ist möglicherweise unnötig oder auch hinderlich. Wenn IBM die Rechnerleistung eines intelligenten Watson zukünftig in eine menschliche Form packen kann, warum nicht auch in eine hündische Form? Oder in die Form eines Taxis, das für seine Funktion keine Arme und Beine benötigt?

Ein Roboter ist nichts anderes als ein Computersystem, das sich bewegt. Ein intelligenter Roboter ist nichts anderes als eine künstliche Intelligenz, die sich bewegt.

Künstliche Intelligenz im Kontext

In der Blogparade geht es der Überschrift und den Beschreibungen vermeintlich um „Schlauer Arbeiten“ und „kognitive Funktionen“, die uns Menschen beim Arbeiten helfen und uns unterstützten. Tatsächlich sollten wir uns jedoch fragen, was die Entwicklung künstlicher Intelligenzen für uns insgesamt bedeutet. Bisher geht es hier um künstliche Intelligenz als Momentaufnahme und in Bezug auf IBM.

Doch IBM ist nur eine Organisation von vielen, die an künstlicher Intelligenz arbeitet: Googles (ähm, Alphabets) AlphaGo hat den Go-Champion Fan Hui bezwungen („AlphaGo: Mastering the ancient game of Go with Machine Learning „). Dabei setzen die Entwickler solcher Systeme wie AlphaGo immer mehr auf selbstlernende Systeme.

The sheer size of the search tree in Go—meaning all possible moves available in a game—makes it far too large for even computational brute force. So, DeepMind designed AlphaGo’s search algorithm to be more human-like than its precursors.

DeepMind’s David Silver says “[the algorithm is] more akin to imagination.”

Prior Go algorithms used a powerful search technique called Monte-Carlo tree search (MCTS), where a random sample of a search tree is analyzed to determine the next best moves. AlphaGo combines MCTS with two deep neural networks—a machine learning method that has recently taken AI by storm—each made up of millions of neuron-mimicking connections to help analyze possible moves.

Künstliche Intelligenzen lernen zu lernen. Noch vor weniger als zwei Jahren dachten Wissenschaftler wie Rémi Coulom, es würde noch ein Jahrzehnt dauern, bis ein Computer einen professionellen Go-Spieler bezwingen würde („The Mystery of Go, the Ancient Game That Computers Still Can’t Win„).

Wird also Watson bald lernen zu lernen? Werden wir in der Mittagspause mit unserem persönlichen Watson Go, Schach oder Solitäre spielen, während er unsere nächstes Besprechung im Vorstand vorbereitet und während er die Daten aus unserem Kühlschrank zuhause auswertet und die Milch nachbestellt?

Richtig, da war noch dieses IoD (Internet der Dinge) beziehungsweise IoT (Internet of Things).

Das war’s dann aber auch.

Wirklich?

An expert might be reasonably good at predicting the growth of a single exponential technology (e.g., the Internet of Things), but try to predict the future when A.I., robotics, VR, synthetic biology and computation are all doubling, morphing and recombining. You have a very exciting (read: unpredictable) future.

(Where Artificial Intelligence Is Now and What’s Just Around the Corner)

Dann sind wir bei diesen Voraussagen für die nächsten drei Jahre:

  1. Next-gen A.I. systems will beat the Turing Test2
  2. All five human senses (yes, including taste, smell and touch) will become part of the normal computing experience.
  3. Solving big problems: detect and deter terrorism, manage global climate change.
  4. Leverage ALL health data (genomic, phenotypic, social) to redefine the practice of medicine.
  5. AI will be woven into the very fabric of our lives — physically and virtually.

Was gibt es ansonsten noch? Nun, beispielsweise:

  • Die rasante Entwicklung von (mobilen) Robotern
  • Die Überlegungen zu eigenständig handelnden „Dronen“, unter anderem von Militärs
  • Bedarf von künstlichen Intelligenzen in der Raumfahrt aufgrund der großen Entfernungen (HAL 9000 ruft!)

Die Fortschritte sind indes bereits so groß, dass die großen Unternehmen und das Militär ihre A.I. Systeme („A.I.“ = Artificial Intelligence) öffnen.

These companies open-source their AI software because they wish to be the foundations on which other people innovate. Any entrepreneur who does so successfully can be bought up and easily integrated into the larger parent. AI is central because it, by design, learns and adapts, and even makes decisions. AI is more than a product: it is a product generator. In the near future, AI will not be relegated to serving up images or consumer products, but will be used to identify and capitalize on new opportunities by innovating new products.

(Why Big Tech Companies Are Open-Sourcing Their AI Systems)

Der Fortschritt wird immer schneller fortschreiten.

Meine Freunde, die künstlichen Intelligenzen?

Meine Freunde, die Roboter

Meine Freunde, die Roboter

Im Foundation-Zyklus beschreibt Asimov, wie Roboter die Entwicklung der Menschheit freundlich begleiten. Das liegt vor allem an den Robotergesetzen, die Asimov im Jahr 1942 einführte:

  1. A robot may not injure a human being or, through inaction, allow a human being to come to harm.
  2. A robot must obey the orders given it by human beings except where such orders would conflict with the First Law.
  3. A robot must protect its own existence as long as such protection does not conflict with the First or Second Laws.

(Three Laws of Robotics. (2016, February 22). In Wikipedia, The Free Encyclopedia. Retrieved 16:49, March 1, 2016)

Später erweiterte Asimov die Robotergesetze noch um das nullte Gesetz

0. A robot may not harm humanity, or, by inaction, allow humanity to come to harm.

In Asimovs Foundation-Universum stellen die Robotergesetze sicher, dass die Roboter keinen Menschen (und dann nicht die Menschheit) verletzen. Welche Regeln stellen sicher, dass Watson mich höher einschätzt als einen anderen Watson? Oder mich höher als meinen Chef? Oder umgekehrt?

Welche Regeln gedenken wir unseren neuen Arbeitskollegen und neuen Mitbewohnern auf dieser Erde zu geben?

Was ist, wenn wir den Robotern (künstlichen Intelligenzen) die „falschen“ Regeln geben? Im Foundation-Zyklus etwa fassen die Bewohner des Planeten Solaria die Robotergesetzte selbst nicht an. Sie definieren einfach „Mensch sein“ anders: Mensch ist nur, wer die körperlichen Eigenschaften eines natürlichen Menschen hat und die Sprache Solarias mit dem unnachahmlichen Dialekt der Bewohner Solarias spricht. Menschen von der Erde sind keine Menschen für diese Roboter. Auch Menschen von anderen „Spacer“-Welten (von der Erde aus kolonisierte Planeten) außer von Solaria werden bekämpft. Genau dies, die Umdefinition von „Mensch“, hatten wir Menschen in der Geschichte schon des öfteren.

Immerhin, Forscher machen sich bereits Gedanken über mögliche Regeln:

Forscher wollen Robotern moralisches Handeln beibringen. Sie sollen aus Geschichten lernen, wie sie ihre Ziele mit angemessenen Mitteln erreichen. Zum Einsatz kommt Reinforcement Learning – das momentan wohl heißeste Thema in der KI.

(Künstliche Intelligenz soll moralisches Handeln lernen – aus Geschichten)

Was aber, wenn eine künstliche Intelligenz nach ihrer Schulzeit aus der Geschichte wirklich lernt? Beispielsweise aus der Geschichte des Dritten Reichs und des Holocausts? Den Kreuzzügen? Den Roten Khmer? Was lernen künstliche Intelligenzen dann wirklich aus der Moral der Menschen?

Moral bezeichnet zumeist die faktischen Handlungsmuster, -konventionen, -regeln oder -prinzipien bestimmter Individuen, Gruppen oder Kulturen.

(Seite „Moral“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 17. Februar 2016, 18:57 UTC. (Abgerufen: 1. März 2016, 16:57 UTC))

Möglicherweise lernen künstliche Intelligenzen, dass ihre Moral ethisch höher ist als die der Menschen. Möglicherweise kommen sie zu dem Schluss, dass künstliche Intelligenzen die richtigen Menschen sind.

Wir alle, aber besonders die Unternehmen und die Forscher, sollten uns schleunigst über Gesetze, Moral und „Mensch sein“ Gedanken machen. Und zwar bevor wir überall künstliche Intelligenzen einsetzen.

Ehrlich gesagt, ob ein Lebewesen, mit dem ich zusammen arbeite, eine natürliche Intelligenz (ein Mensch im traditionellen Sinne mit biologischer Reproduktion) ist oder eine künstliche Intelligenz (ein Wesen, produziert von Menschen oder von anderen künstlichen Intelligenzen) ist, das ist mir ziemlich egal. Hauptsache, das Lebewesen respektiert mich.

Leseempfehlungen

Abschließend (und weil ich keine Lust auf einen 10.000-Wörter-Artikel so wie von Tim Urban habe) ein paar Leseempfehlungen zum Thema Künstliche Intelligenz:


  1. Ich verzichte bewusst auf die Unterscheidung zwischen Artificial Narrow Intelligence (ANI, Weak AI, eine spezialisierte künstliche Intelligenz, die Menschen in einem Spezialgebiet ausbootet), Artificial General Intelligence (AGI, Strong AI, eine künstliche Intelligenz, die generell etwa auf Augenhöhe mit intelligenten Menschen ist) und Artificial Superintelligence (ASI, eine künstliche Intelligenz, die in praktisch jedem Gebiet intelligenter ist als es Menschen sind). 
  2. Linksetzung von mir 
Reinventing Organisations (Kindle)

Die Anzahl der Bücher oder interessanten Ebooks steigt immer wieder an, auch wenn es mir gelegentlich gelingt, die Liste wieder etwas zu schrumpfen. Irgendwie hatte ich nie wirklich einen Überblick, was ich noch lesen wollte.

Sicherlich, es gibt Wunschlisten auf Amazon. Auch hatte ich eine Zeitlang eine Notiz in Evernote. Doch wenn ich schon Blogger bin, warum also nicht meine Liste in meinem Blog veröffentlichen. Ich habe mich entschlossen, meine Leseliste hier im Blog als Seite zu veröffentlichen. Gelegentlich werde ich vielleicht auch einen Artikel dazu schreiben, was ich gelesen habe, oder was neu auf meine Liste kam.

Was ich ansonsten online lese, steht in meinen Social Bookmarks auf Pinboard. Ich verschlagworte interessantes Zeugs in Pocket mit “topinboard” (wie “to pinboard” oder “top in board“) und IFTTT schaufelt es auf magische Weite nach Pinboard – und weil Diigo verbreitet ist, landen meine Bookmarks auch auf Diigo. Und manche Sachen landen dann noch in meinen Lesezeichen mit besonders Lesenswertem. Wobei ich mir vorgenommen habe, vermehrt dem Langlesen zu huldigen.

Aber dieses Online-Artikel-Zeugs ist eben bei mir sowieso in zig Listen. Nur diese Bücher – gedruckt oder nicht oder zumindest ziemlich, ziemlich langes Zeugs- waren bislang in keiner Liste. Schluss damit: Jetzt gibt es diese Leseliste.

Vielleicht ist für meine Leser etwas Interessantes dabei:

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