Während einer Veranstaltung der Darmstädter PR-Agentur Profilwerkstatt ("Web x.0 – was PR von morgen sich trauen muss") fragte ein Teilnehmer Robert Basic ("PR und Blogs"), wer ihn denn authorisieren würde, "über Unternehmen, Produkte und Services zu bloggen". Da ist die Diskussion also immer noch: Wer darf denn außer Public Relations Leuten oder Journalisten (möglicherweise auch Politiker, sofern sie denn eine haben) überhaupt in diesem Staat seine Meinung äußern – egal ob Blog oder nicht?

Meine Meinung, die ich hier dazu äußere, ist eindeutig. Ich darf hier oder woanders, in einem Blog oder einem anderen Subkanal des Internets oder einem anderen Kanal, meine Meinung aufgrund des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland äußern:

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

[ Grundgesetz für die Bundesrepublic Deutschland, Artikel 5, Absatz 1 ]

Basta!

[ Eine der seltenten Gelegenheiten, bei denen ich dieses Zitat verwende ]

Allerdings habe ich einen Verbesserungsvorschlag für Satz 2 des Artikels 5:

Die Medienfreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk, Film, Internet oder andere Kanäle werden gewährleistet.

Weitere Meinungsäußerungen zur Veranstaltung (mit weiteren Links zu weiteren Meinungsäußerungen):

Abgesehen davon freue ich mich, auch beim Kaffeeklatsch meine Meinung zu äußern. Je nach Kaffee und Teilnehmer kommt es manchmal zu erstaunlichen Ergebnissen. Oder wer glaubt ernsthaft, der Wortlaut des Grundgesetzes sei nur während der offiziellen Treffen und Konferenzen und dort auch nicht während der Kaffeepausen entstanden? Es soll sogar Menschen geben, die glauben, Kaffeepausen seien die besseren Konferenzen