Heute vor 20 Jahren fiel die Mauer. Das war der Auftakt für 20 Jahre Wiedervereinigung. Ich saß fassungslos vor dem Fernseher und konnte es nicht begreifen. Gleichzeitig wußte ich: Das ist das Ende des Warschauer Pakts. Ich war Offizier der Bundeswehr gewesen und glaubte an die Notwendigkeit einer Verteidigung gegen die imperialistische und aggressive Haltung der Paktstaaten – letztendlich der Sowjetunion. Ich kannte Protokolle einer Rede des Leonid Iljitsch Breschnew vor einer großen Runde sowjetischer Offiziere über die "Friedliche Koexistenz" in den Siebzigern. Letztendlich ging es um die Fortsetzung des Klassenkampfs ohne kriegerische Auseinandersetzung (d.h. Krieg Staaten gegen Staaten) – ansonsten war alles erlaubt.

Ich vertraute dem Warschauer Pakt nicht und glaubte nicht, dass der Warschauer Pakt den Bürgern irgendwann freiwillig und ohne Auseinandersetzungen Freiheiten gewähren würde. Doch wie so viele überschätzte ich die Position der Machthaber. Eigentlich war das System seit Jahren "vermorscht" und eine offene Diskussion von Meinungen und Themen fand nicht statt. Bei uns und in der DDR sah offiziell alles so "normal" aus. Doch wie ich in unserem Kurzurlaub in Wismar, Schwerin und Rostock in den Kirchen lernte, brodelte es gewaltig. Doch ich hörte und erkannte damals nicht die Signale trotz der Grenzöffnung Ungarns im Sommer 1989.

Und dann war die Grenze offen. Heute bereue ich, dass ich nicht sofort in den Wagen gesprungen und an die Grenze gefahren bin. Es war halt unbegreiflich. Ebenso unbegreiflich, wie viele die Situation und die Verhältnisse in der DDR heute nicht begreifen und in "Ostalgie" die alte Zeit herbeiwünschen. Ebenso, wie viele noch in den Sechzigern der alten Zeit des Dritten Reichs hinterhertrauerten.

Was passierte eigentlich?

Was am 9. November 1989 geschah, das gibt es im Öffentlich-Rechtlichen, einfach ruhig und gut erzählt:

[ via @RogGreen ]

Die Vergangenheit ist nicht vergangen – sie ist in unseren Köpfen. Wir müssen sie nur entdecken.

[ ich ]