Nach der Namensänderung des Online-Magazins von "Die Gegenwart" in "Neue Gegenwart" gibt es jetzt die aktuelle und erste Ausgabe mit dem neuen Namen. Der Themenschwerpunkt liegt auf Europa:

Europas Gemeinsamkeiten sind politischer und
– bestenfalls – wirtschaftlicher Art. Ein europäisches Bewusstsein hingegen will in den Köpfen der EU-Bürger nicht recht aufkommen. Europa – schwer vermittelbar?

Björn Brückerhoff und andere Autoren zeichnen ein durchwachsenes Bild von Europa: Ein Flickenteppich aus verschiedenen Farben und Stoffen, der einerseits immer wieder aufgrund der Verschiedenartigkeit sowie der (bürokratischen) Realität auseinander zu fallen droht, und der andererseits von Visionären ständig erweitert und genäht wird.

Vieles "stinkt" mir an Europa: Die Bürokratie, die Regelwut, die ewigen Diskussionen der Politiker, Lobbyismus.

Jedoch: Ich fühle mich als Europäer. Eine Stunde von hier überfahre ich die französisch-deutsche Grenze in das Elsaß – und ich merke es zunächst nur an den anderen Straßenmarkierungen. Die Sprache ist kein (großes) Hindernis, sondern ein willkommener Anlaß zur Kommunikation. Ich bin willkommen, man unterhält sich. Man kennt sich irgendwie und erkennt sich als Europäer. Vogesen, Paris, Österreich, Ligurien, Italien, Europa. Es gibt einen gemeinsamen Nenner, der oft nicht bewußt wahrgenommen wird, der aber trotzdem da ist.