Fehlertoleranz und Humor

Die Wertekommission weist in ihrem Blog auf einen aktuellen Artikel vo…

Die Wertekommission weist in ihrem Blog auf einen aktuellen Artikel von MLP im regelmäßig erscheinenden MLP Forum hin ("Wertekommission in den Medien"). In dem Artikel "Karriere mit Sinn" berichtet darin Dagmar Sobull über die Wertekommission und einzelne Mitglieder, darunter auch über Kai Hattendorf (im Vorstand der Wertekommission):

"Hattendorf selbst will als Kommunikationschef der Messe Frankfurt AG Rahmenbedingungen schaffen, die seinen Mitarbeitern die Möglichkeit geben, ‚wirklich gut zu sein‘. Dazu gehöre auch eine interne Fehlertoleranz, bei der sich die Mitarbeiter auch trauen können, Neues zu wagen."

Ich bin der Ansicht, dass zu einer gesunden Unternehmenskultur eine Fehlertoleranz in Unternehmen gehört. Es soll Unternehmen geben, in denen die Mitarbeiter nach folgendem Motto leben und arbeiten (müssen):

  1. Wer viel arbeitet, der macht viele Fehler!
  2. Wer wenig arbeitet, der macht nur wenige Fehler!
  3. Wer gar nicht arbeitet, der macht gar keine Fehler! 

Humorverlust droht 

Zu arbeiten ohne auch zumindest einige Fehler zu begehen, das ist eher unwahrscheinlich. "Otto Normalmitarbeiter" dürfte im entsprechenden Umfeld eher zu Möglichkeit 3 tendieren. Und ich befürchte, damit geht ein Humorverlust einher. Humor ist meines Erachtens aber eine herausragende Errungenschaft der Menschheit. Leider vermag eine Unternehmenskultur den Humor zu unterdrücken. 

Doch gerade Humor sorgt für Abwechslung, Engagement und Mut zu Ungewohntem. Man muss bei einem Fehler auch darüber lachen können. Glücklicherweise ist in derselben Ausgabe des MLP-Forums ein Interview von Melanie Contoli mit Dr. med. Eckart von Hirschhausen ("Das Gesundheitssystem braucht einen Hofnarren und den gebe ich gern"). Dr. med. Eckart von Hirschhausen informiert über Humor, sieht darin ebenfalls einen wichtigen Faktor und glaubt an eine positive Bilanz mit Fehlern: 

"Grundsätzlich glaube ich, dass die meisten Menschen mehr Humor haben, als sie sich selbst zutrauen. Die Angst vor einem Fettnapf ist groß – und auch berechtigt. Denn wenn ich spontan bin, klappt es in neun Fällen gut, aber in einem haue ich eben auch mal daneben. Ich sage aber, diese Bilanz lohnt sich – denn lieber eine von zehn Gelegenheiten verpatzen, als langweilig und dröge sein." 

Lachen 

Humor offenbart sich in seiner Extremform als Lachen – das bedeutet auch über seine eigenen Macken zu lachen und dazu zu stehen. Humor ist für mich eindeutig ein Indiz für Authentizität. Dr. Eckart von Hirschhausen dazu:

Verstell dich nicht, mache etwas aus deinen Stärken und lache über deine Macken.

Jammern 

Also nicht jammern, sondern darüber lachen. Und natürlich aus den Fehlern und Macken lernen. Wobei wir Deutsche da allerdings ein möglicherweise medizinisches Problem haben. Dr. med. Eckart von Hirschhausen klärt auf über den Aufbau des menschlichen Gehirns:

Das menschliche Hirn besteht aus einem Frontallappen – der plant. Und aus einem Seitenlappen – der vernetzt. Wir Deutschen haben ein zusätzliches Hirnteil – den Jammerlappen, der verhindert. Der hat keine Verbindung zum Sehnerv, hat aber immer schon alles kommen sehen. 

Vorwärts leben und authentisch sein

Man kann nicht alles planen, und auch den schönsten Plan des Frontallappens zerhaut "Dr. Zufall". In jedem Leben gibt es Kreuzungen und Abzweigungen. Doch der Blick sollte im Wesentlichen nach vorne gerichtet sein. Dr. med. Eckart von Hirschhausen meint: 

Das Leben ist eine Reihe von Zufällen, und schon Kierkegaard wusste: Leben kann man nur vorwärts. Es ist eine große Lüge, wenn die Karriereratgeber zu einer stringenten Biografie raten. 

Nein, eine stringente Biografie für die Karriere ist spätestens nach 30 Jahren Glücksache (oder ein Zeichen für sehr geschicktes Identity Management). Aber wichtig ist, sich selbst treu zu bleiben und authentisch zu sein.

Termin bei Dr. med. Eckart von Hirschhausen 

Wer Interesse daran hat, sich ein Rezept abzuholen und anschließend zumindest mit einem zwinkernden Auge durch die Welt zu gehen, dem empfehle ich dringend einen Termin bei Dr. med. Eckart von Hirschhausen

Ich hatte bereits meinen zweiten Termin bei Dr. von Hirschhausen im März 2006, und ich beabsichtige einen weiteren Termin.

Autor: Frank Hamm

Frank Hamm](https://frank-hamm.com) (* 14. April 1961 in Ingelheim am Rhein) ist ein deutscher Kommunikationsberater, Blogger und Autor. Hamm lebt in der Ortsgemeinde Selzen (Rheinhessen). Im INJELEA-Blog behandelt er seit 2005 Fachliches aus Kommunikation, Produktivität, Kollaboration und Intranets. Als Der Entspannende berichtet Hamm über Wandern, Genuss und Kultur in Deutschland. Sein gleichnamiges Blog gehört zu den etablierten deutschsprachigen Wanderblogs. Subjektives aus Raum und Zeit veröffentlicht er in seinem Kolumnen-Blog Der Schreibende. In den Sozialen Medien ist Hamm aktiv auf Twitter als @DerEntspannende und als @fwhamm, auf Facebook als Der Entspannende und auf Instagram als Der Entspannende. Nachrichten und Anfragen beantwortet Hamm per E-Mail via frank@frank-hamm.com.