Vor ein paar Wochen habe ich mir einen Netzwerkspeicher (NAS) gekauft. Ursprünglich waren das wirklich nur „dumme“ Festplatten zum Speichern von Daten. Inzwischen können diese Teile auch im SOHO-Markt viel mehr und dienen als Server für die verschiedensten Funktionen. Ich hatte zuvor mit einer USB-Festplatte an dem Router angefangen. Der Vorteil ist die Einfachheit, so eine Platte ist sehr schnell angeschlossen und eingerichtet. Und ein Terrabyte Terabyte (siehe Kommentar) kostet heutzutage ja fast nichts mehr. Doch irgendwann wollte ich mehr. Doch sollte man vielleicht sofort mit mehr anfangen?

Festplatte am Router

Meine USB-Festplatten habe ich am Rechner bzw. Router für Sicherungszwecke. Das war für mich auch ein Punkt für den Netzwerkspeicher, doch die Umstellung auf den NAS steht mir noch bevor. Derzeit lasse ich meine Sicherungen alle noch über meinen Desktoprechner auf zwei unterschiedliche USB-Festplatten laufen. Eine hängt direkt am Rechner als Festplatte H: und die andere hängt am Router. Einige Daten synchronisiere ich außerdem mit Sugarsync zwischen meinen verschiedenen Rechnern (Desktop, Macbook, Netbook und Notebook meiner Frau). Da ich einige Rechner habe und immer wieder auf verschiedene Daten zugreifen will, brauche ich das auf jeden Fall. Diese synchronisierten Verzeichnisse werden über den Desktoprechner auf die USB-Platten mitgesichert. Für die reguläre Sicherung mit Historie (Full + incremental Backups) benutze ich Cobian Backup. Meine Multimedia-Dateien wie Bilder und Filme synchronisiere ich mit Fling von NCH Software ebenfalls auf die beiden USB-Festplatten.

Um auch für den GAU (Haus brennt ab) gewappnet zu sein, sichere ich den Desktoprechner und mein Macbook mit Mozy (Mozy Online-Backup in Deutsch und in europäischen Rechenzentren).

Mein Router (Speedport W 920V) stellt den Plattenplatz nur per FTP zur Verfügung. Falls ein Router auch die Platte auch ganz normal übers Netzwerk via SAMBA bzw. SMB zur Verfügung stellen kann, ist das ein eindeutiges Plus. Denn dann gibt es den Plattenplatz direkt im Explorer bzw. Finder. Damit lässt sich ein Verzeichnis mit Mehreren im lokalen Netz ganz einfach teilen.

Netzwerkspeicher

Ein Netzwerkspeicher kostet Zeit zum Einrichten. Andererseits schätze ich, dass die Preise nächstes Jahr da noch kräftig fallen, und die NAS immer einfacher zu bedienen sein werden. Ich habe mir einen NAS von QNAP geholt: QNAP-419P. 8 Terrabyte kosteten mich ca. 900 Euro. Mit RAID-6 bleiben etwa noch knapp 6 Terrabyte. Das Teil kann jedoch noch viel mehr als nur Festplatte sein: Logitech Squeezebox-Server, Mediaserver, Fileserver, Webserver, MySQL-Datenbankserver und noch mehr. Den NAS könnte ich über DynDNS sogar übers Internet ansprechen. Derzeit nutze ich ihn primär als Squeezebox-Server, sukzessive erkunde ich die weiteren Features. Da ist bei mir auch ein Stück Neugier dabei. BTW: Ja, ich muss noch einen Artikel darüber schreiben, wie ich meine Squeezeboxen und den Server nutze

Bereits das Einarbeiten für die Suche nach dem richtigen Netzwerkspeicher kostet bereits Zeit. Eine gute Stelle für den Einstieg ist eine Suche bei Stadt-Bremerhaven.de von Carsten Knobloch.

Falls jemand primär an einem Media-Player interessiert ist (der aber auch noch ein paar Sachen wie Netzwerkspeicher kann), dann würde ich Geräte wie den QNAP NMP-1000P empfehlen. Auch da meine Einschätzung: Die Teile werden sicherlich nächstes Jahr um einiges günstiger und auch besser. Vielleicht hole ich mir sowas noch nächstes Jahr dazu…

Mein Fazit

Wem es (zunächst) nur um die Sicherung seiner Daten und das Teilen von Plattenplatz im LAN geht, der sollte sich eine günstige Festplatte holen und sie an seinen Router hängen (insbesondere wenn es sich um einen Fritz!box Fon WLAN 7390 handelt).

Wer sich gerne in neue technische Themen einarbeitet und gleich mit Media-Server, Webserver etc. loslegen möchte, der sollte sich auch gleich einen Netzwerkspeicher holen. Mit Platten gibt es die je nach Größe und Ausstattung durchaus auch für deutlich unter 500 Euro.

Wer beides möchte, sich aber noch etwas Zeit lassen kann oder will, der sollte zunächst eine Festplatte holen, sie an den Router anschließen. Dann die Sicherung einrichten und die Platte als Netzwerkspeicher fürs LAN einrichten. Dann würde ich mich im nächsten Jahr in Ruhe mit dem Thema Netzwerkspeicher beschäftigen, auf neue Modelle mit einfacherer Bedienung warten und mir dann zu Weihnachten etwas gönnen :-)

Und zum Netzwerkspeicher noch ein Hinweis: Der muss auch gesichert werden! Trotz RAID-5 oder RAID-6 kann die Kiste auch den Geist aufgeben. Für den Fall müssen die Dateien noch irgendwo anders liegen. Derzeit sind alle meine Dateien des Netzwerkspeichers auch auf den USB-Festplatten gesichert. Ebenfalls ein Punkt, warum man mit einer Festplatte am Router anfangen sollte (deswegen da auch nicht bei der Festplattengröße sparen). Wenns richtig viel wird, dann gibt es halt irgendwann einen zweiten NAS als Backup-Server :-)

4 Kommentare
  1. Christian sagte:

    Hallo Frank,

    mit aufmerksamkeit habe ich Deinen Artikel gelesen und Frage mich ob Dir mal eine Festplatte zuvor am Router abgefackelt ist ? Ich hab seit ein paar Wochen nun auch eine am Router und das „blaue“ Licht brennt dauernt, wenn ich diese Abziehe hört das leise siren auf. Kann es sein das die unter dauerbelasung läuft und dann irgendwann schneller den Geist aufgibt ??
    Hast Du da mal einen Erfahrungsbericht zu ?

    Viele Grüße
    Christian

    • Frank Hamm sagte:

      Hallo Christian,

      bisher ist mir noch keine Festplatte am Router abgeraucht – ich habe allerdings auch keine Festplatte am Router ;-)

      Allerdings sind die normalen USB-/eSATA-Festplatten nicht unbedingt für 24/7 Betrieb konstruiert. Inzwischen gibt es genau deswegen inzwischen von Seagate und Western Digital spezielle Festplatten für NAS-Systeme, die zwischen dem Consumer- und dem Enterprisesegment angesiedelt sind. Die kosten etwas mehr (z.B. die Western Digital R.E.D. 2 TB etwa 85 Euro), haben aber 3 Jahre Garantie und sollen eben rund um die Uhr laufen können. Im Enterprisesegment haben Festplatten dann noch mehr „Ausrüstung“ wie Vibrationssensoren, die Preise sind da aber noch deutlich teurer.

      Meine Einschätzung: Am Router läuft eine Festplatte i.d.R. sehr oft und sehr lange, selbst wenn sie eine automatische Abschaltung hat. Deswegen würde ich durchaus damit rechnen, dass eine Festplatte da irgendwann mal den Geist aufgibt, und die Platte regelmäßig sichern. Bei einem Ausfall kostet so eine Platte aber auch nicht so viel wie eine für den NAS- oder Enterprisebereich.

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