Seit zwei Monaten läuft meine Umzugsplanung und -durchführung mit einem, bei einem und teilweise gegen ein Unternehmen der Telekommunikationsbranche (ja, der physische Umzug war bereits vor zwei Wochen). Eine von meinen Erfahrungen inspirierte Kolumne.

Kunde:

Ich möchte eines der leckeren, saftigen, großen Angus-Steaks aus Ihrem Prospekt.

Metzger:

Ich biete Ihnen ein Angus Steak Comfort mit bis zu 1600 Gramm.

Kunde:

Sehr gut, ich nehme es!

(freut sich)

Metzger:

(geht weg, klappert gelegentlich, seufzt gelegentlich, legt ein Steak auf die Theke)

Kunde:

Aber das hier sind nur 100 Gramm! Und das ist nur das normale Steak! Und ohne Papier sind das nur 50 Gramm!

Metzger:

Tja. Moment… jetzt sind es 600 Gramm.

Kunde:

[…]

(sprachlos, schnappt nach Luft)

Metzger:

Die Prüfung und Realisierung ihrer Bestellung hat auf der Waage eine geringere Kapazität ergeben. Aber Sie haben Glück: Der Preis bleibt derselbe.

Kunde:

@]¢¡¶[|&$%!!!!

(telefoniert mit Verbraucherzentrale, Report Mainz)

Verbraucherzentrale, Report Mainz:

Das ist ein Verstoß gegen das UWG, Skandal!

Bei Handwerk und Handel: Ein Skandal.

Bei Telekommunikation: Eine Verfügbarkeitsprüfung.

Anmerkung: Eine wichtige Protagonistin habe ich aus Gründen der Dramaturgie weggelassen. Die Kollegin aus dem Team des Metzgers wirbelt im Hintergrund und kämpft vermutlich gegen die Tücken des Metzgerladens (handschriftliche Notizen in der Schublade, Schlüsselbund hängt irgendwo in der Garage, verkritzelter Kalender an der Wand…). Ich beneide sie nicht, bin ihr dankbar für ihre Wirbelei. Aber gegen den unbeweglichen, halsstarrigen Metzger kann sie in vielen Dingen einfach nicht ankommen. Noch habe ich mein 1600 Gramm Steak nicht – ein Angus Steak wird es auf keinen Fall. Aber die nette Kollegin wirbelt…

P.S.: Wenn Sie jetzt monieren, dies sei doch gar keine richtige Kolumne… tja. Moment… die Tastaturprüfung hat eine geringere Kapazität ergeben. Aber Sie haben Glück: Der Preis bleibt derselbe.

2 Kommentare
  1. Spionin_1 sagte:

    Als ehemalige „Angestellte dieses Metzgers“ kann ich das hier dargestellte 100% unterschreiben und möchte dazu nur anmerken, das nicht der Metzger sondern die wirbelnde, im Hintergrund sich die Köpfe an die Wand schlagenden Mitarbeiter dem Burn Out verfallen und der Metzger sich immer noch freut, das jeden Tag neue „Kunden“ den Laden betreten die er wieder „glücklich“ machen darf und die durch Krankheit, Frust ausfallenden, langjährigen, erfahrenen, motivierten aber eben „TEUEREN“ Mitarbeiter locker leicht, aber sehr sehr gerne durch „billigere“ Kräfte ersetzt werden können die auch nur die Ladentüre öffnen und dann im Hintergrund wirbeln ohne hoffentlich den Kopf einzuschalten, darauf hinzuweisen das etwas nicht rund läuft oder gar noch darüber ausserhalb reden.

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