Wie sehr in Deutschland das Verständnis von Meinungsfreiheit "gediehen" ist, das zeigt die inzwischen mehrmonatige Auseinandersetzung zwischen Jens Weinreich und Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB), (oder eher: "Zwanziger gegen Weinreich"). Inzwischen muss Jens Weinreich um Spenden bitten, weil die juristische Auseinandersetzung ihn viel Geld gekostet hat und voraussichtlich noch viel Geld kosten wird. Auch wenn er nach seinen Angaben bisher in den Verfahren obsiegte ("Zwanziger/DFB ./. Weinreich: Spenden und Mitleidsbekundungen"):

Ich weiß, dass ich Ende November, als ich großspurig das Dreinull verkündete, darum bat, von Spenden und anderen Mitleidsbekundungen abzusehen. Inzwischen sehe ich das anders. Zwar sind seither ein weiterer Gerichtsbeschluss und ein Urteil zu meinen Gunsten ergangen. Doch meine Kosten sind beträchtlich gestiegen. Längst hat sich eine fünfstellige Summe an Anwalts- und Gerichtskosten angehäuft, nur ein Teil davon muss die Gegenseite erstatten. Für alle Nichtjuristen: Es ist keinesfalls so, dass ich keine Rechnungen begleichen muss, nur weil ich bislang vor Gericht gut abgeschnitten habe.

Jens Weinreich ist Journalist und hat im Juli 2008 (!) ("Dr. Theo Zwanziger ./. Weinreich"):

[…] den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger, unlängst in einem Kommentar nebenan beim Direkten Freistoß als “unglaublichen Demagogen” bezeichnet. Dies geschah meiner Überzeugung nach sehr sachbezogen. Diese Überzeugung und meine Argumentation teilte im September zunächst das Landgericht Berlin – und im Oktober auch das Kammergericht.

Seitdem laufen die juristischen Auseinandersetzungen und Angriffe nicht nur gerichtlicher Art seitens Zwanziger (beispielsweise in Interviews). Wer sich ein Bild verschaffen möchte, der schaue einfach in die Ergebnisliste der Googlesuche für "+Zwanziger +DFB +weinreich". Oder in die entsprechende Google Blogsuche.

Meine Meinung

Deswegen ist es wichtig, dass die Gesetze klar und verständlich sind, und das Recht nicht nur daraus entsteht, dass Heerscharen von Anwälten und Gerichten das Gesetz und das Recht erst interpretieren, wenden und formulieren müssen. Theo Zwanziger scheint hier mit seiner Finanz- und Verbändemacht "sein" Recht und nicht "das" Recht durchdrücken zu wollen. Für mich ist er eine Person auf einem Egotrip und einem Feldzug, auf dem er keine Verwundete zurücklassen will.

Medienfreiheit statt Pressefreiheit

Medienfreiheit statt Pressefreiheit

Daher ist es wichtig, dass das Grundgesetz nicht nur die Meinungsfreiheit klar definiert sondern auch die Pressefreiheit durch die Medienfreiheit ablöst.