Aktuell stehen Kollegen und ich vor einigen (ge)wichtigen Änderungen und Vorhaben im Online-Bereich. Ein zentraler Themenkomplex ist dabei das Selbstverständnis und die Aufgabenstellung eines Teams, welches das "Intranet" und das "Internet" eines Unternehmens betreut.

Welche Aufgaben haben Verantwortliche für das Management von Intranet und Internet? Was macht ein Intranetteam? Was macht ein Internetteam? Welche Aufgaben hat ein "I-Net Team"? Wie und was organisiert man?

Im Januar 2007 bereits schrieb Toby Ward im Intranet Blog den Artikel "How to hire an intranet manager". Darin formulierte er die Aufgaben und Qualifikationen für einen Intranet Manager, den man einstellen möchte.

Dieser Artikel wurde für mich zum Ausgangspunkt. Beim Konkretisieren stellte ich schnell fest, dass die Aufgaben eines Intranet Managers nicht auf das Intranet beschränkt bleiben sollten. Die Zielgruppen und Bezugsgruppen unterscheiden sich zwar bei Internet und Intranet. Aber viele Themen und Inhalte sind gleich – lediglich die Zielsetzung und die Ausprägung unterscheiden sich dann. Deswegen sollte es keinesfalls getrennte Intranetmanager und Internetmanager geben. Es geht um Online – nicht um Internet, Intranet oder Extranet.

Online Management

Eine erste Formulierung zum Online Management ergibt folgende Aufgaben: 

  • Redaktionelle ("editorial") Führung der Online-Bereiche, Bearbeitung und Überwachung ("scannen") des täglichen Inhalts und von Nachrichtenproduktion
  • Ausrichtung und Unterstützung schneller und effektiver interner und externer Kommunikation
    • Entwicklung und Wahrnehmung eines redaktionellen Zeitplanes und
    • Generierung, Schreiben und Betreuen von Schlüssel-Inhalten für das Content Management System und andere Anwendungen inklusive Unternehmensnachrichten, PodCasts, Umfragen, Diskussionen, Fotos
  • Entwicklung, Erhaltung und Management der nötigen Infrastruktur für
    Veröffentlichungen von Inhalten (Text, Audio, Video, Foto etc.)
    inklusive Festlegung von Regeln, Prozessen und Abläufen ("Policies")
  • Festlegung und Überprüfung von Standards zur Qualitätskontrolle der Inhalte in Zusammenarbeit mit den Bereichen und Geschäftsfeldern sowie Inhaltsverantwortlichen auf Basis entsprechender Policies
  • Durchsetzung und Gewährleistung von redaktionellen Policies und Corporate Identity Richtlinien
  • Vorsitz des Redaktionsausschusses und aktives Mitglied eines Intranet bzw. Internet Beirates
  • Partner von Beiräten, IT, Bereichen, Inhaltsverantwortlichen und Projekt-Anspruchsgruppen zur Identifizierung von Gelegenheiten und zur Implementierung von Lösungen (welche die Benutzung vorantreiben, Prozesse optimieren und Kommunikation erleichtern)
  • Entwicklung von Zielen und Strategien zum weiteren Wachstum von Inhalten
  • Kontinuierliche Durchsicht und Analyse des Nutzungsverhaltens (Webcontrollung u.a. mit Webanalytics, Auswertung der Suchmaschinennutzung) unter Einbeziehung des Dialogs mit den Nutzern (Umfrage, Face-to-Face, Kommentarfunktionen – angepasst an das jeweilige Medium. Ergreifung von geeigneten und angemessenen Maßnahmen zur Nutzungsförderung und Inhaltsverbesserung
  • Unterstützung und Implementierung von Initiativen zur Mitarbeiterkommunikation inklusive regelmäßigen Mitarbeiterinformationen, Dialogkommunikation, elektronischen Newslettern und speziellen Vorhaben
  • Entwicklung, Erhaltung und Management der nötigen Infrastruktur für die Kommunikation und Kollaboration von Mitarbeitern zum Wissensmanagement und Austausch von Arbeitsergebnissen inklusive Festlegung von Regeln, Prozessen und Abläufen ("Policies")
  • Identifizieren von Multiplikatoren, Wissensträgern und Meinungsbildnern und diese aktiv zur Rolle als Thementreiber fördern. (Nachtrag von Gerald, siehe Kommentar. Danke!)

Auffälliges 

Diese Aufgabenliste ist einige Tage alt. Bereits beim Schreiben hier im Blog nahm ich (schon) wieder Änderungen und Ergänzungen vor. Mir persönlich fällt auf: 

  • Die Aufgabenliste erscheint mir immer noch unvollständig. Eigentlich erscheint sie mir nach jeder Erweiterung und bei jedem Lesen wieder unvollständig.
  • Online Management bewegt sich weg von der Technik. Die Technik wird immer unwichtiger, weil die Internettechnologie (auch mit Web 2.0) inszwischen so viel so einfach kann (d.h. der Autor, Leser, Kommentierer etc. kann es). Mir doch egal, ob Oracle oder MySQL oder Flatfile.
  • Online Management wird ein wesentlicher Teil der Unternehmenskommunikation (sofern es dies nicht bereits ist). 
  • Online Management bewegt sich hin zur Redaktionsarbeit im Unternehmen für die Vermittlung und gemeinsame Erarbeitung von Themen und deren Inhalten. 

Redaktion im Newsroom

Irgendwann bemerkte ich, dass ich mich selbst in einen Käfig gesperrt hatte. Ich schrieb vom Online Management und meinte nur das Internet Intranet bzw. den Internetauftritt des / eines Unternehmens – am liebsten natürlich mit viel Zweinull ;-).

Tatsächlich gehören zu Online noch andere Medien wie Email, Instant Messaging, Adscreens (z.B. an prominenten Positionen vor der Kantine oder im Empfangsbereich).

Tatsächlich sollte es mir auch egal sein, ob Themen, Inhalte und Kommunikation online oder offline "geschehen". Denn es geht um die Themen, die Inhalte und die Menschen.

Deswegen läuft die redaktionelle Arbeit (auch im Sinne von Dialog!) nach meiner Meinung auf eine integrierte Redaktion in einem Newsroom hinaus.

Eure Meinung?

Bin ich jetzt zu abgehoben? Welche Meinung habt Ihr dazu? Gibt es überhaupt bereits Newsrooms in Unternehmen? Ist ein Newsroom in einem Unternehmen überhaupt sinnvoll? Ist ein "Newsroom" auch ein Käfig?