Heute morgen war die letzte Auslieferung: Die Allgemeine Zeitung war heute das letzte Mal in unserem Briefkasten. Anläßlich unseres Umzuges haben wir das Print-Abonnement gekündigt.

Geht also das Print-Sterben weiter? Ja, denn immer mehr unserer Freunde und Bekannte „1.0“ steigen auf Online um. Schleichend beginnt der Prozess mit einem Ebook-Reader wie dem Kindle. So ein Teil ist einfach zu bequem, besonders für den Urlaub und mit Kindern dabei. Meistens haben sie auch schon ein Notebook, aber das ist zu unhandlich für Urlaub am Strand und am Frühstückstisch. Doch durch den Ebook-Reader auf den Geschmack gekommen, wird ein Tablet gekauft. Und das Teil (egal von welchem Hersteller) ist einfach bequem. Damit werden zunehmend die Nachrichten dieser Welt und auch die lokalen Nachrichten gelesen. Nicht jedem ist bewusst, dass nicht alle gedruckten Nachrichten auch im Online landen.

Uns ist es bewusst, und dennoch wagen wir den Verzicht auf die gedruckte Tageszeitung. Wir wollen sehen, ob es funktioniert. Dabei geht es uns nicht um den Verzicht auf die Tageszeitung sondern den Verzicht auf das Medium. Zu unhandlich, zu wenig portabel, zu wenig bequem, zu wenig personalisiert, zu teuer (weil Print). Noch kenne ich kein Angebot, das unseren Vorstellungen entspricht. Aber ich glaube an eine Nachfrage, den Wettbewerb (hier zwischen Rhein-Zeitung und Allgemeine Zeitung) und daran, dass es ein passendes Angebot geben wird. Online. Es hat nur noch keiner die Lösung für uns gefunden.

Doch nicht alle Print-Produkte sterben: Die sterbende gedruckte Tageszeitung ist ein Medium, für das Verlage ein passendes Geschäftsmodell entwickelt hatten. Das ist aber schon Jahrhunderte her. Ich glaube, Wolfgang Blau (noch von der Zeit und bald vom Guardian) hat es sehr gut formuliert, dass diese Lösungen für den Markt nicht mehr passen. Ich weiß bloß nicht mehr, wie er es formuliert hat; mein Bookmarking hat versagt.

Edel-Print-Magazine dürften noch lange Zeit Bestand haben, da sehe ich es nicht so wild mit dem Sterben. Aber was ist heutzutage schon eine lange Zeit. Deren Anbieter sollten sich bereits auf die Suche nach einem neuen Geschäftsmodell machen, und nicht so wie die Tageszeitungen einfach von Print nach Online übertragen.

Man liest sich – online natürlich :-)

 

2 Kommentare
  1. Pia Johannson sagte:

    Dazu fällt mir der ein: http://www.youtube.com/watch?v=9Eq3rS-SxbE (2008 Henri Nannen Preisverleihung Bühnensketch). Und ich muss sagen, dass ich mit meinen Kindern noch der alten Gewohnheit fröne, nach der morgens die Zeitung auf dem Tisch liegt, und jeder mit seinem bevorzugten Teil anfängt….

    • Frank Hamm sagte:

       Der Sketch hat mir auch gut gefallen. Etwas hölzern am Anfang aber gut :-)

      Das „Sharing“ geht mit der Papierzeitung am Frühstückstisch wirklich am einfachsten. Eine „teilbare“ Zeitung in der Familie gehört für mich auch auf die Wunschliste für eine gute Online-Zeitung. Schließlich will ich nicht dieselbe Zeitung mehrfach abonnieren, bloß weil mein Partner oder Kinder sie auch lesen wollen.

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