Bei meiner Stellensuche als Social Media Manager sehe ich viele Stellenanzeigen mit „Irgendwas mit Social Media“. Social Media ist hipp, Social Media ist in. Da scheint es für manche Unternehmen auch hipp zu sein, mit einem irgendwie social „Du“ die Bewerber anzusprechen – ganz als (Vor-) Zeichen einer social Unternehmenskultur.

Ich freue mich dann ob des von Anbeginn eines möglichen Arbeitsverhältnisses an vertrauten Tones. Very social und offen – das vermittelt einen Einblick in die Unternehmenskultur des potentiellen Arbeitgebers. So könnte der unbedarfte Leser und mögliche neue Social Media Manager des Unternehmens denken. Schließlich wird er mit vielen Bereichen des Unternehmens zu tun haben und kann sich schon einmal mit dem Ton und den Anreden im Unternehmen vertraut machen.

  • „Wir suchen Dich als unseren neuen…“
  • „Du hast Dich bereits intensiv mit…“
  • „Wir freuen uns auf Deine Bewerbung…“

Ich gehe gerne auf diese Tonalität ein. Erstens, weil ich mich als Social Media Manager in dem Unternehmen wohlfühlen will und von Anfang an das Unternehmen wahrnehmen sowie seine „Identität“ erfühlen will. Und zweitens, weil ich testen möchte, ob und wie das vermittelte Bild beibehalten wird. Ob das Bild letztendlich der Wirklichkeit entspricht – das wird sich trotz allem Beschnuppern erst im Laufe von ein einigen Wochen im Unternehmen zeigen.

Ich habe kein Problem, wenn mich jemand mit „Du“ anspricht. Ich antworte auf gleicher Augenhöhe ebenfalls mit einem „Du“ und bin gespannt.

  • „Eure Stellenanzeige…“
  • „Du kannst mir jederzeit…“ (wenn mich in der Stellenanzeige oder im Blogartikel eine Person anspricht)
  • „Ich würde mich freuen, wenn Ihr…“

Oft kommt dann very social (gerne auch erst auf Nachfrage und Wochen später) die Eingangsbestätigung.

Sehr geehrter Herr Hamm,

mit diesem Schreiben bestätigen wir Ihnen den Eingang Ihrer Bewerbung in unserem Haus.

Im ersten Augenblick erscheint die Stellenanzeige im Rückblick dann eher als „Social Media Advertisement“ denn als Start einer „Social Media Conversation“. Ich frage mich dann: Will das Unternehmen nur so „umgänglich“ erscheinen? Ist die Anzeige wirklich (nur) für Bewerber oder eher für die breite Masse gedacht, um ein bestimmtes Corporate Image zu vermitteln?

Ich bin dann um so mehr gespannt…

Mein Tipp an Unternehmen

Bleiben Sie sich treu!

Wenn Sie im Unternehmen primär das „Sie“ verwenden, dann verwenden Sie das „Sie“ auch in Stellenanzeigen. Und zwar durchgängig. Es ist wenig glaubhaft, wenn Sie in 95 Prozent der Stellenanzeigen das „Sie“ verwenden, um dann in 5 Prozent auf das „Du“ zu welchseln. Ich habe mittlerweile einige Unternehmen kennengelernt. In manchen Unternehmen wird relativ schnell auf das „Du“ gewechselt. In anderen dauert es länger. In einigen Unternehmen ist es je nach Unternehmensbereich unterschiedlich. Doch wie soll ein Bewerber aufgrund einer Anzeige das erkennen? Ich antworte gerne mit einem „Sie“ und lerne Sie anschließend besser kennen.

Bleibt Euch treu!

Wenn Ihr Euch in Eurem Unternehmen fast nur oder weit überwiegend mit „Du“ ansprecht, dann sprecht Eure potentiellen neuen Mitarbeiter in Stellenanzeigen auch mit einem „Du“ an. Und zwar durchgängig. Wenn Ihr im Unternehmen und in den Stellenanzeigen das „Du“ benutzt, dann erscheint ein plötzliches „Sie“ inkonsistent. Ebenso inkonsistent erscheint Ihr, wenn der Bewerber mit „Du“ beziehungsweise „Ihr“ antwortet und Ihr mit „Sie“ und Standardformulierungen reagiert. Wenn das „Du“ zur Unternehmenskultur gehört, dann steht auch dazu. Ich antworte gerne mit einem „Du“ und lerne Euch anschließend besser kennen.

2 Kommentare
  1. Alexander Stocker sagte:

    Ich möchte Sie gerne auf eine einzigartike Konferenz hinweisen, die für Sie vielleicht interessant sein könnte – die I-KNOW (www.i-know.at)! I-KNOW – der Vernetzungskongress für Wirtschaft und Wissenschaft – feiert heuer das 10-jähriges Jubiläum und begeistert mit den Themen Wissensmanagement, Enterprise 2.0, Soziale Medien, Semantische Technologien und Future Internet wieder mehr als 400 TeilnehmerInnen. Ich würde mich sehr freuen, Sie bei der I-KNOW begrüßen zu dürfen! LG Alexander Stocker

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