Herr Patalong hat bei Spiegel Online wieder einen Artikel geschrieben. Dieses Mal schreibt er über die getrennten Wege von Netzeitung und Michael Maier ("Netzeitung 2.0 statt Web 2.0?"):

Die "Netzeitung" und deren Gründer und Chef Michael Maier gehen künftig getrennte Wege. Sein Projekt "Readers Edition" darf er mitnehmen, was Maier gut passt: Im Web 2.0 sieht er seine Zukunft. Die "Netzeitung" besinnt sich derweil auf das, was wirklich wichtig ist. 

So weit, so gut. In der Mitte des Artikels jedoch frage ich mich, wo denn die Sorgfaltspflicht des Journalisten geblieben ist:

Die Leser der "Netzeitung" wittern jedoch hinter der Pressemitteilung als einen normalen Wechsel an der Führungsspitze und eine Trennung von der mit so viel Vorschusslorbeeren gestarteten "Readers Edition". "Also trennt sich die 'Netzeitung' von der Idee, einen Bürgerjournalismus im Schlepptau zu ziehen", resümiert da ein Leser. "Vermutlich auch aufgrund der schlechten Qualität eine gute Entscheidung." 

Aha, da hat sich ein Leser der Netzeitung…. Moment mal, der Netzeitung? Schauen wir doch einmal nach dem Zitat. Da ist das Original, ein Kommentar von U. Wilmers am 19. Dezember um 17:57 Uhr in der Readers Edition zur Bekanntgabe, dass die Readers Edition zur Blogform Verlags GmbH gehe:

also trennt sich die Netzeitung von der Idee, einen Bürgerjournalismus im Schlepptau zu ziehen. Vermutlich auch aufgrund der schlechten Qaulität eine gute Entscheidung. 

Das schreibt also ein Leser der Readers Edition. Und das schreibt der Pressekodex in Ziffer 2:

Zur Veröffentlichung bestimmte Nachrichten und Informationen in Wort und Bild sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Dokumente müssen sinngetreu wiedergegeben werden. 

Da sollte Herr Patalong doch bitte auch die richtige Quelle angeben. Und nicht nur ganz ominös von "Leser der Netzeitung" schreiben. Außerdem: Bei der Erfindung des World Wide Web gab es gleich noch kostenlos Hyperlinks dazu. Dazu lässt sich wunderbar auf eine Quelle im Netz verlinken. Ich habs getan, ich bin Blogger.

Das passt ja wunderbar zur Diskussion um das neue Telemediengesetz, nach dem auch Blogger dem Pressekodex unterliegen sollen. Bereits der Weltherrscher fragte nach den Zeichen der Zeit, und ich halte mich auch lieber an den Blogger-Kodex.

Disclaimer: Ich bin Autor und Moderator bei Readers Edition und habe den o.a. Artikel bei Readers Edition geschrieben

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