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Der JamCamp Social Bus vor dem IBM Campus

Sieben Tage auf IBM Social Business JamCamp Bustour durch Deutschland: Viele neue „Freunde“, viele Unternehmen, viele Diskussionen, viele Eindrücke und viel Spaß. Bereits während der Tour bin ich begeistert und twittere und taumle darüber. Doch es dauert drei Wochen bis zu meinem ersten Blogartikel über dieses phantastische Erlebnis. Es ist kein einfacher Bericht – es ist ein Wahrnehmungsbericht.

Bei mir geschieht in den letzten Monaten einiges Ungewöhnliches:

Das ist mein Hintergrund, mit dem ich auf Tour gehe. Ich merke, dass mich das alles irgendwie verändert und dass ich viel Zeit mit Nachdenken verbringe.

Koalition der Unwilligen auf Tour

Ich empfinde uns als eine Koalition der Unwilligen. Unwillig ein klassisches Arbeitnehmerdasein 9-to-5 zu führen. Dieses klassische Arbeitnehmerdasein ist nicht primär durch die Uhrzeiten gekennzeichnet sondern durch eine irgendwie immer wiederkehrende Art der Arbeit – unabhängig davon, ob die Arbeitswoche 36, 40, 50 oder 60 Stunden hat.

Bei keinem der Mitfahrer kann ich mir einen klassischen Schreibtischtäterjob vorstellen. Vielleicht will ich es einfach nur nicht sondern an Veränderung und eine Bewegung in der weltweiten „Workforce“ glauben. Eine Bewegung, die auch viele die Workforce verlassen lässt.

Ich selbst habe bis zum August diesen Jahres ein klassisches Arbeitnehmerdasein. Ich bin einer dieser von Gunter Dueck so verachteten BWLern, war sogar Controller. Ich bin aber auch ITler und inzwischen sogar PRler – aber alles als Arbeitnehmer mit einem klassischen Arbeitsverhältnis und einem klassischen Arbeitsplatz. Lange Zeit war ich mit einem klassischen Arbeitsplatz zufrieden.

Arbeitsplatz?

Doch „Arbeitsplatz“ ist ein Konstrukt des Taylorismus. „Arbeitsplatz“ geht von einer abhängigen Beschäftigung zur Erledigung von in Einzelschritten zerlegten Abläufen an einem bestimmten Ort oder bestimmten Orten aus. Das zeigt sich bereits bei der Definition auf Wikipedia:

Der Arbeitsplatz ist jene Stelle im Betrieb, einer Verwaltung oder einer Organisation, an welcher ein abhängig Beschäftigter seine im Rahmen des Arbeitsverhältnisses geschuldete Tätigkeit erbringt. Der zu Grunde liegende Arbeitsvertrag kann ferner die Vereinbarung eines bestimmten Arbeitsortes (das sind beispielsweise eine Gemeinde, eine Stadt, ein Einödhof usw.) enthalten.

Als Arbeitsplatz wird umgangssprachlich der Ort, das Unternehmen oder die Position bezeichnet, an dem ein Arbeitnehmer in einer sozialversicherungspflichtigen (auch geringfügig beschäftigten oder als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme finanzierten) Tätigkeit beschäftigt ist. Die selbstständige Beschäftigung wird landläufig nicht als „Arbeitsplatz“ bezeichnet.

Wikipedia ist sicherlich nicht die absolute Instanz zur Definition von Begriffen, doch ist diese Definition ein Indiz dafür, auf welchen altertümlichen Annahmen die Denke viele Personen und gerade Entscheider beruhen.

Die Industriegesellschaft ist fast schon Schnee von gestern, die Anzahl der Selbständigen nimmt immer mehr zu, immer mehr wollen immer weniger ein Schreibtischtäter sein.

Wir sind anders…

Die letzte Fahrt - zum Steigenberger Airport Hotel

„Wir“ sind Journalisten, Blogger, „Fachleute“, Studenten, Angestellte, Selbständige. Wir sind vor Allem eines: Anders. „Wir“ im Bus denken anders über Arbeit. So zumindest habe ich das empfunden.

Wir schauen nicht nur über den Tellerrand sondern springen auch darüber. Wir haben den Anspruch, eigenverantwortlich über unsere Arbeit, den Ort und die Zeit zu entscheiden. Wir glauben, dass dies in vielen Unternehmen möglich ist oder zumindest wäre.

Busstationen

Auf unseren Busstationen nehme ich unterschiedliche (Unternehmens-)Welten wahr. Das ist zwar schwierig genau einzuschätzen bei nur zwei bis vier Stunden Aufenthalt und Kontakt mit den Menschen des Unternehmens. Doch mit meinen paar Jahrzehnten glaube ich ein Gespür dafür zu haben. Auch innerhalb der Unternehmen beziehungsweise Organisationen gibt es unterschiedliche Strömungen zum Verständnis von Arbeit und Arbeitsplatz. Überall hat das Nachdenken über die neue Social Business-Welt begonnen und darüber, dass sich etwas in der Art und Weise von Arbeit ändern muss. Manche haben den Schritt vom Nachdenken zu Durchführen schon getan.

Im nächsten Artikel beschreibe ich meine Wahrnehmungen, wie die unterschiedlichen Organisationen der Busstationen mit dem Social Business umgehen (wollen). Es sind nur Wahrnehmungen basierend auf einem kurzen Blick von der Straße durch ein Fenster. Wahrscheinlich werden einige andere Personen den Kopf schütteln, aber es sind meine Wahrnehmungen. Ich freue mich von Wahrnehmungen anderer zu lesen. Komplettieren Sie die Wahrnehmungen und zeigen Sie mir, ob ich richtig oder falsch liege.