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Distraction free software (Byword)

Wann immer es um das Schreiben von etwas längeren Texten geht, benutze ich inzwischen Software für ablenkungsfreies Schreiben (“distraction free writing„): Byword und WriteMonkey.

Am Donnerstag hatte ich einen Abgabetermin für einen zweiseitigen Printartikel. Gestern schrieb ich eine etwas längere Email (ja, Email ohne Bindestrich). Vor zwei Wochen bloggte ich über Schreibblockaden und Schreibbloggaden. Jetzt gerade schreibe ich einen Text, der wahrscheinlich ein Blogartikel wird – entweder im INJELEA-Blog oder in meinem Everfach.

Die Gemeinsamkeit? Alles solche Texte schreibe ich mit sogenannten “distraction free” Schreibprogrammen auf meinem Macbook Air, meinem Windows-Rechner oder meinem iPad. Teilweise wechsele ich bei einem Text zwischen den verschiedenen Geräten. Plötzlich fällt mir noch etwas ein, und ich schnappe mir das Gerät, das ich gerade zur Verfügung habe und blende die Umwelt aus. Oder ich setze mich gezielt hin und lege los. So wie jetzt. Okay, genau genommen sitze ich nicht sondern liege an einem Sonntag Morgen im Bett. Irgendwie kam ich auf die Idee meine Empfindungen beim Schreiben in den letzten Tagen festzuhalten.

Ich rufe einen solchen “distraction free” Editor auf und schreibe los. Was diese Editoren auszeichnet? Eigentlich nichts, denn nichts soll vom Denken und Schreiben ablenken:

  • Vollbildmodus
  • Keine Symbolleiste
  • Keine Menüleiste
  • Keine Titelleiste
  • Die Fußzeile enthält nur mit ein paar Zahlen (z.B. Anzahl der Wörter und/oder Zeichen), oft blende ich sogar die aus
  • Keine Formatierungen wie unterschiedliche Schriftgrößen,
  • Nur Text
  • Kein Layout (Spalten, Grafiken…)
  • Zwei Farben: Hintergrund und Schrift
  • Der Text nimmt nur eine Breite von etwa 70 Zeichen in Anspruch

Das ist alles. Und dann geht es los. In der Regel benutze ich Markdown, und davon wenige Markierungen: Überschriften, Links, Fettschrift, Aufzählungslisten. Bei Printartikeln fallen dann (leider) sogar die Links weg. Mit Markdown kann ich mir den Text jederzeit in der Vorschau betrachten und als HTML für ein Content Management System wie WordPress exportieren.

Nichts soll mich ablenken. Vorausgesetzt, dass ich zuvor alle Programme geschlossen habe, die mich ablenken könnten. Also beispielsweise Instant Messenger, Email. Keine Benachrichtigungen (Notifications). Manche “distraction free” Software wie WriteMonkey kann Hintergrundgeräusche wie Regenplätschern, Vögelzwitschern oder sogar eine Bürogeräuschkulisse einblenden. Manche Schreiber brauchen das. Ich setze auf beruhigende Musik wie elektronische Harfenmusik von Andreas Vollenweider oder Smooth Jazz.

Nichts lenkt mich ab. Oder dann doch das vehemente Klopfen der Postbotin am Fenster, ob ich ihr nicht bei dem schweren Paket mit dem Katzenfutter helfen könne. Das mache ich dann auch. Aber anschließend brauche ich wieder ein paar Minuten, bis ich meine Schreibkonzentration wiedergefunden habe.

Meine “distraction free” Software:

Inzwischen frage ich mich beim Schreiben, ob dieser Artikel etwas mit der Blogparade von PR-Doktor Kerstin Hoffmann zu tun hat – obwohl ich daran die ganze Zeit nicht dachte. Und ich finde jetzt: Ja, diese “distraction free” Software hilft mir wahnsinnig gut gegen Schreibblockaden. Keine Ablenkung. Fokus auf das Schreiben. Nun ja, Denken soll dabei auch hilfreich sein…

Inzwischen zeigt mir die Fußzeile, dass ich etwa 600 Wörter beziehungsweise über 4.300 Zeichen geschrieben habe. Das ging aber schnell. Ich wurde allerdings auch nicht abgelenkt.

Evernote + Postach.io = Everfach

Evernote + Postach.io = Everfach

Evernote ist das Schweizer Messer fürs Büro. Notieren, Schreiben, Planen und jetzt auch Bloggen. Das Startup Postach.io gewinnt den Devcup Gold von Evernote. Jeder Evernoter kann jetzt mit Postach.io genial und einfach bloggen.

Ich benutze Evernote seit 2010 mit einem Premiumaccount, mit dem ich damals unsere komplette Reiseplanung in einem Offline-Notizbuch ablegte. Doch inzwischen dient es mir sowohl als Speicher für Freizeit, Büro und Job (zusammen mit Pinboard) als auch als Schreibmedium. Warum also nicht auch zum Bloggen? Eben.

Evernote + Postach.io = Everfach.

Ich habe ein Fach aka Notizbuch in Evernote angelegt und blogge jetzt via Postach.io auf everfach.frank-hamm.com.

Wie damals beim Taumler probiere ich es zunächst noch ohne konkrete Vorstellungen aus. Was mich am Taumler etwas stört, ist die Speicherung meiner Beiträge bei Tumblr. Wenn Tumblr geschlossen wird (beispielsweise wenn Mayer meint, Tumblr müsse ins Büro von Yahoo), dann sind meine Inhalte weg. Deswegen veröffentliche ich dort keine eigenen Inhalte mehr, die nur noch im Taumler abgelegt sind.

Mit Postach.io sind meine Inhalte komplett in Evernote und damit auch lokal auf meinen Devices (Mac, Windows, Android, iOS). Das kann Postach.io:

  • Ein Notebook in Evernote festlegen
  • Alle Notes mit dem Tag #published werden im eigenen Postach.io-Blog veröffentlicht (das Hashtag kann geändert werden)
  • Notes mit festzulegenden Tags werden getwittert beziehungsweise auf Facebook veröffentlicht
  • Text, Fotos, Audio – alles was von Evernote unterstützt wird
  • Formatierungen wie mit dem Evernote-Editor oder mit Markdown (ich bevorzuge Markdown)
  • Shortcodes beispielsweise für Youtube, Slideshare, Vimeo
  • Einfacher HTML-Code wird unterstützt
  • Mehrere Themes zur Auswahl
  • Theme-Anpassungen im Quelltext möglich
  • Alle Notizen mit dem Tag #page werden als Seite und nicht als Artikel angelegt
  • Mittels Disqus kann kommentiert werden

Also rein theoretisch kann ich jetzt super simpel von jeder Evernote-App aus bloggen. Oder mit jeder anderen App, die Notizen in Evernote erstellen kann. Praktisch gibt es noch ab und zu mit der Formatierung Probleme (beispielweise beim Posten per Email).

[ Direktlink YouTube ]

Tag Cloud

Tag Cloud

Interessante Lesezeichen für Sie zum Stöbern und Lesen. Die Themen dieses Mal: Management, Führung, Social Media B2B, Corporate Blogging, Corporate Knowledge, Social Intranet, Content Strategy, PR und Keyword Analytics mit Google (oder eben halt nicht mehr).

Das Video mit Peter Kruse zur Führung gibt es direkt eingebunden auch hier:

Seit einigen Jahren benutze ich Social Bookmarks, inzwischen ist Pinboard das Werkzeug zur Sammlung meiner Lesezeichen. Für meine Leser kennzeichne ich besonders Lesenswertes mit dem Tag “INJELEA-Lesenswertes“. In unregelmäßigen Abständen veröffentliche ich diese lesenswerten Lesezeichen hier im Blog.

  • Zukunft von Führung: kompetent, kollektiv oder katastrophal ? – YouTube
    Prof. Dr. Peter Kruse bezieht zu der Frage Stellung, was zeichnet in Zukunft gute Führung aus. Die wesentlichen Herausforderungen, die er für den Prozess von Führung identifiert sind: die steigende Vernetzungsdichte, die Dynamik und die schiere Masse an Information (Komplexitätsfalle), das kollektive Wissen als Weg der Falle zu entgehen, Push-Strategien durch Pull-Strategien zu ersetzen und lernen mit der „Kernschmelze“ zu leben. Sein theoretisches Grundgerüst wird durch die ersten Zwischenergebnisse der Studie „Gute Führung“ gestützt.
  • Social-Media-Ranking B2B Industrie – Facebook, Twitter, Foursquare, YouTube, Google+
    Social-Media-Ranking B2B KW38/2013
    für die Investitionsgüterindustrie
  • Das Scout24 Blog – warum nicht abschalten? – Salesforce Blog
    Jan-Paul Schmidt betreut das Thema Social Media im Corporate Communications-Team der Scout24-Gruppe und ist verantwortlich für Konzeption und Redaktion des Scout24 Corporate Blogs. Ein Gespräch unter Blog-Chef-Kollegen.
  • Shadow IT and the Fragmentation of Company Knowledge
    BYOA brings a flood of new services and opportunities. Ignoring it will leave a company drowning in a mess of fragmented information services; trying to prevent it will inevitably fail as the pressure to change becomes too great. Instead, IT departments and business users need a new contract in place to allow new services to be adopted in a safe, consistent way that both improves business efficiency and protects corporate data.
  • 15 Tactics to Build Active Communities on your Social Intranet
    Communities on your social intranet (also called “groups”, “online workspaces”, “team sites”, etc.) likely won’t grow active and vibrant on their own. Thoughtful planning and consistent effort will likely be the keys to the engagement palace.
  • Content strategy in a content economy
    David Armano predicts we are entering the content economy. Is your content prepared?
  • Hat PR eine Zukunft? | pressesprecher
    Die Branche steht vor einem Paradigmen-Wechsel. Thomas Mickeleit, Director of Communications bei Microsoft, beschreibt, warum die PR neue Geschäftsmodelle braucht und was sich ändern muss.
  • Piwik: Suchbegriff nicht definiert in der Webanalyse
    Piwik, Google Analytics immer irrelevanter für Keywordanalyse: Google übergibt kaum noch die Suchworte als Parameter. Magere Abhilfe ist die Keywordliste der Google Webmaster-Tools.“Der Grund für die fehlenden Suchbegriffe bei Piwik ist recht schnell erklärt: Als eingeloggter Nutzer bei Google findet automatisch eine Google-Suche unter HTTPS, also abhörsicher/ verschlüsselt, statt. Ebenso wenn man explizit https://www.google.de für die Recherche im Internet verwendet; sicherlich wird dies der künftig der Standard bei Google werden.
    Im HyperText Transfer Protocol Secure (HTTPS) ist festgelegt, dass der Referrer – und somit auch der auf einer HTTPS-Seite eingegebene Suchbegriff – nicht mit an eine unverschlüsselte Seiten übergeben werden soll. Da die meisten ihre Websites unverschlüsselt betreiben, und somit ein Protokollwechel von HTTPS auf HTTP statt findet, bekommt somit auch das Analytics-Tool am Ende der Datenkette keine auswertbaren Informationen.“

Alle besonders lesenswerten Lesezeichen gibt es auf Pinboard: “INJELEA-Lesenswertes“. Und natürlich auch zum Abonnieren als RSS-Feed ;-)

Viel Spaß beim Lesen und… live long and prosper!

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Unternehmenskultur, Werte, Bloggen: Betonschicht 2.0

Unternehmenskultur, Werte, Bloggen: Betonschicht 2.0

Stefan “Hirnrinde” Evertz fragt in seiner Blogparade nach dem ersten BarCamp. Mein erstes Mal war das BarCamp Frankfurt im April 2007 bei Cisco. Nervös und blauäugig zugleich ließ ich mich auf dieses Experiment ein. Was sollte schließlich schiefgehen? Alles ging schief: Mein Leben geriet aus den Fugen.

Im Februar oder März 2007 erfuhr ich von diesem BarCamp, das ein paar Blogger in Frankfurt organisieren wollten. Eigentlich wollte ich nur da hin, weil das eine tolle Gelegenheit zum Kennen lernen der ganzen Blogger war. Wie bei jeder Konferenz ein bisschen berieseln lassen und ansonsten wie bei jeder Konferenz viel Kaffee trinken bei viel Networking. Das war mein Plan. Irgendwann muss mich wohl irgendjemand gefragt haben, ob ich denn auch eine “Session” halten würde. Anders kann ich mir die Katastrophe nicht erklären. Denn leichtsinnigerweise beschloss ich genau dieses zu tun.

Unternehmenskultur, Wert, Bloggen

Was macht ein Blogger, wenn ihm nichts einfällt? Er erzählt übers Bloggen. Dazu packte ich noch eine Prise Corporate Blogging und eine Prise Unternehmenskultur. Dann schraubte ich eine Präsentation zusammen. Der Inhalt passt großteils noch immer. Aus heutiger Perspektive sieht die Präsentation jedoch furchtbar aus. Doch damals war ich noch jemand anderer.

Die Infektion

Obwohl ich versucht hatte, mich vorab zu informieren, war ich nicht auf die Infektion mit diesem BarCamp-Virus vorbereitet. Nicht wirklich hatte ich bei meinem klassischem Werdegang (Offizier, Betriebswirt) damit gerechnet, dass so etwas wie eine Unkonferenz funktionieren könnte. Doch Unkonferenzen funktionieren. Ich lernte viele viele verschiedene und faszinierende Menschen und Themen kennen. Einige kenne ich immer noch und treffe ich immer noch mal wieder. Zusammen mit Thomas Wanhoff war es mein erstes BarCamp. Saftdieb Gerrit van Aaken habe ich schon länger nicht mehr getroffen. Oliver Gassner und ich laufen uns immer mal wieder über die Füße. Uwe Hauck kenne ich inzwischen schon lange, aber warst Du auf dem BarCamp 2007 in Frankfurt (auf dem BodenseeCamp war ich damals nicht)?

Am Morgen danach ratterte es immer noch ständig in meinem Kopf, um die ganzen Eindrücke, Gespräche und Informationen vom BarCamp Frankfurt zu verarbeiten. Immer noch wusste ich nicht so genau was da passiert war:

Menschen, Informationen, Gespräche, Kommunikation, Improvisation, gleiche Augenhöhe, keine Hierarchien, Interaktion, Lernen, Denken, Kennen lernen, Freuen, Spaß, Wir-Gefühl, Anders Denken

Wie war es?

Gnadenlos kopiere ich aus meinem Artikel von vor über sechs Jahren:

Als ich mich anmeldete, dachte ich mir: “Was kannst Du denn dazu beitragen? Kannst Du überhaupt eine Session ‘halten’? Wen interessiert das, was Dich interessiert?” Erst in der Woche vor dem BarCamp hat sich so langsam das Thema kristallisiert. Jedoch dachte ich irgendwie: “Vielleicht interessiert es die Leute gar nicht so richtig, was du zu sagen hast, aber vielleicht hören sie Dir zumindest höflich bei einer Präsentation zu”. Am Donnerstag habe ich dann eine so richtig klassische Präsentation zusammengestellt: “Unternehmenskultur, Werte, Bloggen”. Noch beim Losfahren am Samstag Morgen war ich aufgeregt und dachte mir: “Ist überhaupt jemand interessiert? Vielleicht bekommst Du ja einen Raum mit 8 oder 10 Leuten zusammen.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Bei der Vorstellungsrunde der Sessions nannte Christian Korff von Cisco Systems am Samstag Morgen sein Thema “Blogs, Podcasts, Wikis in Unternehmen”, und ich nannte kurz darauf mein Thema. Robert (Basic) meinte recht trocken, die Themen seien ähnlich und würden zueinander passen – ob wir die Sessions nicht zusammen legen wollten. Und bevor ich überhaupt wusste, welche Meinung ich dazu haben sollte, hatten Christian und ich “ja” gesagt :-)

Da viele ihr Interesse bekundet hatten (bei Christian viel mehr als bei mir), waren wir dann im zweiten Slot im grossen Raum mit vielen Leuten (40 oder 50? Keine Ahnung). Viel Zeit zur Vorbereitung blieb nicht. Wir sprachen kurz über das Vorgehen und vereinbarten, mit meinen Folien anzufangen und loszulegen. “Toller Plan”, dachte ich, “das kann nur schief gehen. Wir beide kennen uns nicht, kaum einer kennt uns, und wir wissen beide nicht, was der andere sagen will oder wird.

Tatsächlich habe ich von meinen 16 Folien nur eine Handvoll gezeigt. Was ich gut finde. Nicht weil ich nicht zu den Inhalten der Folien stehe, sondern weil wir durch die Folien einen guten Einstieg hatten, Christian direkt Beispiele aus der Praxis lieferte (u.a. Wikis, Podcasts) und eine Diskussion begann. Dann entwickelte sich ein Faden rund um Unternehmenskultur und Werte, der von allen gemeinsam gesponnen wurde. Viele unterschiedliche Ansichten ergänzten sich, “variierten sich” und ergaben ein Bild. Vielen Dank an Christian und die lebhaften Teilnehmer!

Dynamik

Irgend ein Militärstratege hat einmal sinngemäß gesagt: “Kein Plan überlebt die erste Schlacht, aber ohne Plan übersteht die Front nicht das erste Aufeinandertreffen.”. Mir hat das Erstellen der Präsentation sehr geholfen, meine Gedanken zu sammeln und mir bewusst zu werden, worüber ich sprechen will. Aber der tatsächliche Ablauf war viel dynamischer, lebhafter und mit vielen Bällen (Informationen und Bälle, die hin und her geworfen wurden) versehen, das hat mir wahnsinnig viel gebracht und Spaß gemacht. Man muss einfach nur die Dynamik zulassen, dann entsteht etwas Besonderes.

Fotos

Damals gab es tatsächlich schon Flickr, und tatsächlich gibt es Flickr auch noch. So kann ich auf meine Fotos von damals zurückgreifen und in Erinnerungen schwelgen im Fotoalbum BarCamp Frankfurt 2007.

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Wie ging es weiter?

In Folge geriet ich immer tiefer in einen Strudel aus Kommunikation, Kollaboration, Vernetzung und Veränderung. Im Jahr danach begann ich als 47-Jähriger ein PR-Studium. Obwohl ich scheinbar keine silbernen Löffel geklaut hatte kündigte ich nach über elf Jahren meinen Job bei einer Bank. Nach weiteren zwei turbulenten Jahren bin ich jetzt selbständig und Berater für Kommunikation und Kollaboration. Ich hätte mir das alles sparen können und weiterhin ein klassisches Rädchen 1.0 bleiben können. Wollte ich aber nicht, und will ich auch nicht. Vermutlich sagen das alle Süchtigen und Infizierten.

Doch deswegen war das BarCamp Frankfurt 2007 wie damals von mir angedroht nicht mein letztes BarCamp ;-) Pro Jahr bin ich etwa auf drei oder vier BarCamps. Dazu kommt eine dynamische Welt, von der ich vor sieben Jahren nichts geahnt hatte. Kommendes Wochenende fahre ich zum BarCamp Stuttgart, am Freitag danach zum Corporate Learning Camp nach Frankfurt.

Sehen wir uns dort?

P.S. Ich bin ich immer noch davon überzeugt, dass es nicht nur im Krieg sondern auch in Unternehmen gilt (Napoleon Bonaparte zugeschrieben):

Ein Mann riskiert nicht für einen jämmerlichen Sold sein Leben. Man muss seine Seele ansprechen, um ihn zu elektrisieren.

Daniel Rehn hat einen wunderbaren Blogartikel veröffentlicht, der sehr viel – nach meinem Eindruck positive – Resonanz erzeugt. Daniel sagt „Mehr Spaß, weniger Ego: Wir haben die Renaissance des Bloggens selbst in der Hand„. Und er lügt sagt nicht so ganz die passende Wahrheit dabei. Denn er hat das Bloggen nicht selbst in der Hand.

Wahrheiten sind immer konstruiert. Hier ist meine konstruierte Wahrheit über mein „richtiges“ Bloggerdasein:

Das sind alles „Fremdplattformen“, die mir jederzeit den Stuhl unter dem Hintern wegziehen können. Genau das war nach meinem Verständnis ein Hauptkritikpunkt des Entertainers und der Gottschalk-Raab-Chimäre der Netzwelt Sascha Lobo in seiner Rede auf der Republica.

Doch da ist da noch dieses INJELEA-Blog. Dies ist und bleibt mein „Hub“, mein persönliches bei einem Dienstleister gehostetes Blog mit eigener Domain. Ja, ich twittere und produziere mich auf zig anderen Plattformen. Doch ich bin mein INJELEA-Blog. Mein eigenes Blog.

Es ist bezeichnend, dass Daniel die beiden ersten Links in seinem Blogartikel zu Sascha Lobos primären Präsenzen… auf TWITTER und SPIEGEL-ONLINE setzt! Dort produziert sich Sascha, dort fühlt er sich wohl. Sascha Lobo ruft in der Kolumne „Euer Internet ist nur geborgt“ auf zum mündigen Digitalbürger und fordert:

Der Weg vom Netzkonsumenten zum mündigen Digitalbürger führt nur über eine selbstkontrollierte Web-Seite, alles andere ist unterhaltsames, nützliches, schmückendes Beiwerk.

Und dies, das schlägt dem Faß den Boden aus, macht Lobo in seiner Kolumne auf Spiegel-Online. Einer Web-Seite, die er eben nicht selbst kontrolliert. Karl May würde seinem Protagonisten an diesem Punkt diese Worte in den Mund legen: „Irokese sprechen mit gespaltener Zunge!„.

Das ist mindestens nur unterhaltsam, nur schmucklos und wenig nützlich für mich. Genauso wie seine Präsenzen auf Facebook, Google+, Formspring oder woanders außerhalb seines Blogs. Sein Blog Saschalobo.com ist nur noch schmückendes Beiwerk.

Und Daniel Rehn? Er setzt die nächsten Links in seinem Blogartikel… zu den Präsenzen von Mario Sixtus, Robert Basic, Stefan Niggemeier, Richard Gutjahr… auf Twitter.

Und Daniel Rehn schreibt seinen Blogartikel auf seinem Blog auf WordPress.com. Wo er die Renaissance des Bloggens nicht selbst in eigener Hand hat. Noch nicht mal mit eigener Domain.

Schade eigentlich.

Ich bin Journalist

Gerade loben viele Autoren und Blogger und Schreiberlinge und Kommentatoren (ja, wer eigentlich? Vor allem Linke, Liberale, Sozis?) Frank Schirrmacher für seinen Artikel „Bürgerliche Werte ‚Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat‘“ in den Himmel und sehen in ihm gar einen Konvertiten. Ich sehe ihn gar nicht. Ein Kommentar – vielleicht aber auch nur eine Mischung aus Kolumne, Kommentar und Analyse.

Ich sehe Frank Schirrmacher weder als Konvertiten noch sehe ich ihn überhaupt. Sechs Mal kommt im Text das Wort „Ich“ vor – aber ausschließlich in zwei Zitaten von Charles Moore. Im Artikel selbst verwendet Frank Schirrmacher grandios nichtssagende Formulierungen wie:

Es gibt Sätze, die sind falsch. Und es gibt Sätze, die sind richtig. Schlimm ist, wenn Sätze, die falsch waren, plötzlich richtig werden. Dann beginnt der Zweifel an der Rationalität des Ganzen. Dann beginnen die Zweifel, ob man richtig gelegen hat, ein ganzes Leben lang. Es ist historisch der Moment, wo alte Fahrensleute sich noch einmal zu Wort melden, um zu retten, was zu retten ist.

Ja, es gibt Sätze, die falsch sind. Daran glaube ich bereits seit Jahrzehnten. Richtig und Falsch sind relativ in Bezug auf das Auge des Betrachters. Doch wer ist der Betrachter? Bei wem beginnen die Zweifel? Wer ist „man„? Und woher kommt das Zitat im Titel des Artikels? Wer beginnt zu glauben? Was glaubt Schirrmacher, was zu retten sein sollte und was zu retten ist?

Schirrmacher hat hier vieles geschrieben, das ich nachvollziehen kann. Doch was Schirrmacher glaubt, welche Ansichten er hat: Das weiß ich nicht, besonders nicht nach diesem Artikel. Vielleicht ist man noch auf der Suche. Es braucht halt immer etwas Zeit. Viel davon hat man nicht mehr. Schirrmacher versteht grandios einen Eindruck von seiner Person zu vermitteln, den er nicht stützt, nicht belegt und mit dem er mich nicht überzeugt. Man schreibt einfach nur nieder, was da so ist. Analytisch journalistisch nichtssagend. Ein paar Zitate, die meisten von Charles Moore, ein paar Statements. Fertig ist eine Mischung aus Kolumne, Kommentar und Analyse.

Ich halte ihn für einen anonymen Journalisten, der in seinen Artikeln vermeintlich objektive Sachverhalte mal so und mal so erscheinen lässt, als ob er selbst eine Meinung hätte. In diesem Artikel habe ich keine von Schirrmacher gefunden.

Das, was er als vermeintlich überraschende Sachverhalte und Meinungen (anderer und von wem auch immer) darstellt, weiß ich schon länger.

Man könnte sagen: Im Rechten nichts Neues. Ich tue es: Im Rechten nichts Neues.