Beiträge

Diese Woche im #E20MOOC geht es laut Programm um „Social Business Tools“. Das ruft Ellen Trude auf den Plan und in die Diskussion. Für Ellen scheint die Frage nach den Tools wie die nach dem Streichholz und nicht, warum und in welcher Art man am besten Brandstifter wird.

Okay, jetzt vergaloppiere ich mich doch etwas. Das mag damit zusammenhängen, dass ich heute etwas angeschlagen bin. Angeschlagenheit äußert sich bei mir manchmal in verquerem Querdenken. Jetzt gerade denke ich beispielsweise wieder über ein Tool nach: Ich habe immer noch kein gutes Tool zum gemeinschaftlichen sozialen Schreiben gefunden. Es soll nämlich nicht nur wie ein Etherpad sein sondern auch noch explizite Revisionen können und Freigabeverfahren und vor allem Markdown können und…

Ich schweife ab. Das ist das Gefährliche mit den Tools: Man kann sich so wundervoll verlieren, weil es so viele davon gibt und weil jeder irgendetwas dazu sagen kann. Selten aber wird reflektiert so wie das Ellen in ihrem Beitrag „Open Thinking: #e20mooc mit der Frage der Woche: Diskussion der Social Media Tool Präferenzen“ macht:

Erst im Zusammenwirken mit anderen, im gemeinschaftlichen Nutzen von Tools wird ein social draus. „Machen wir doch, ich teile per Mail immer allen, die ich kenne, alles mit!“ Stimmt, das Tool E-Mail vergaß ich, gehört es doch auch noch zu meinen Instrumenten (+ Anhänge). Gehört aber, genau so wie z. B. What’s App, zur „Einwegekommunikation“. Gemeinschaftlich Tools nutzen, social verhalten, setzt mehr voraus als die Bereitschaft, einen oder mehrer Empfänger für meine Botschaft auszuwählen. Setzt das „Aushalten“ voraus, dass in „meinem Text“ einfach jemand hineinschreibt, gar korrigiert (Wiki), aber nicht nur das Aushalten, sondern auch die Bereitschaft hineinzuschreiben – und eben nicht, wie ich es erlebt habe, ein Mail zu schreiben: „Du, schau mal, in der Seite fehlt ein Komma.“ Das Denken für social Toolnutzung setzt voraus, dass der Begriff „mein(e) Text / Mail / Botschaft usw. ein „Unser-Verständnis“ erhält. Wir arbeiten gemeinsam und schauen, mit welchen Tools es uns am leichtesten ist, das Ziel zu erreichen.

Genau. Am Ende geht es um Tools, nicht am Anfang. Einer meiner Lieblingszitate (von denen ich meistens nicht weiß, ob es Zitate, allgemeine Lebensweisheiten oder philosophische Wahrheiten sind) lautet:

A Fool with a Tool is still a Fool.

Da war doch was… richtig: Warum benutze ich Messer und Gabel und keine Stäbchen? Sind Stäbchen nicht viel mehr „social“? Oder doch Messer und Gabel? Oder lässt sich mit einem Löffel nicht doch alles viel besser essen?

Oder liegt das Social vielleicht doch an uns, den Menschen? Ob und wie wir uns unterhalten? In welcher Sprache? Und liegt es manchmal sehr an unserer jeweiligen Kultur, warum und wie wir uns in einer bestimmten Sprache unterhalten und welches Werkzeug wir zum Essen benutzen?

Als ich soeben mit dem Festhalten meiner Gedanken begann, wählte ich erst mein Tumblog und dann WriteMonkey. Der Schreibaffe kann beim Aufrufen einen zufälligen Spruch liefern, so wie diesen eben:

Many people confuse bad management with destiny.

Aber wann und wie erkennen wir, dass wir uns keine Gedanken mehr machen sondern etwas einfach nur einsetzen? Ein Werkzeug beispielsweise, oder eine Methode? Doch wir brauchen sie, um das zu tun, was wir wollen.

Sollten wir uns also lieber unterhalten über Ursachen, Zusammenhänge und Folgen und nicht über die Tools? Oder können wir manche Personen manchmal eben doch besser über die Frage nach dem Werkzeug erreichen und sie darüber zum Nachdenken bringen? Personen aus unseren (warum auch immer) Zielgruppen? Oder uns selbst…

Jetzt bin ich übrigens bei Draft gelandet.

Keine Sorge, am Donnerstag um 11:00 Uhr bin ich wieder fit. Da bin ich nämlich mit Wilke Riesenbeck, Markus Besch und Andreas Schulze-Koop im #E20MOOC Google Hangout.

Mehr Diskussionen im laufenden #E20MOOC gibt es auf Twitter.

Für Neugierige zum Nachlesen: