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Facebook Workplace Pricing

Workplace by Facebook gibt es inzwischen seit 2016. Bislang gab es in Abhängigkeit von der Nutzerzahl gestaffelte Preise (Pricing).

  • $3 (USD) per user for the first 1,000 active users
  • $2 (USD) per user for the next 9,000 active users
  • $1 (USD) for each additional active user

Gerade erhielt ich eine Mail von Facebook, die über eine Preisänderung informiert:

This week, we are standardizing pricing for new customers. We’re moving to a flat price of $3 per active user per month.

We wanted to let you know this change will not affect you as an existing customer. The fees and terms in your enterprise agreement will remain in place for the period stated in the agreement.

Bestehende Kunden seien davon nicht betroffen. Doch warum werden jetzt alle Benutzer mit $3 abgerechnet?

It’s important to us that Workplace Premium pricing is fair, simple, and predictable. As we’ve talked to organizations, they’ve told us they want a more straightforward pricing structure. A flat rate is easy to understand and makes it easier for customers to plan and budget for their total investment.

Um die Preise fair zu gestalten, wird also die Staffelung abgeschafft. Wer zukünftig Kunde bei Facebook für Workplace by Facebook wird, bezahlt dann $3 für jeden seiner aktiven Benutzer – teilweise deutlich mehr, als das Bestandskunden tun. Diese Staffelung ist also wirklich unübersichtlich und unfair? Ein Beispiel.

  • Ein Bestandskunde zahlt für 5.000 aktive User pro Monat $11.000 (1.000*3 + 4.000*2)
  • Ein neuer Kunde zahlt für 5.000 aktive User pro Monat $15.000 (5.000*3)

Das ist ein Preisunterschied von 36 Prozent. Noch ein Beispiel, diesmal ein etwas höhere Mitarbeiterzahl (30.000 aktive User pro Monat):

  • Bestandskunde: $41.000 (1.000*3 + 9.000*2 + 10.000*1)
  • Neukunde: $90.000 (30.000*3)

Das ist ein Preisunterschied von 120 Prozent. Große Unternehmen werden sich freuen … wenn sie schon mit ein paar Mitarbeiter aktiv sind und jetzt ausrollen wollen. Neukunden könnten sich da durchaus etwas unfair behandelt vorkommen.

Gerade hat Facebook anscheinene die Seite „Pricing“ geändert. Die alten Preise sind nicht mehr zu sehen, jetzt wird nur noch ein Preis von $3 ausgewiesen. Darunter ist jedoch ein Button:

Over 1,000 Users? Get in touch

Ob sich da bereits die ersten Interessenten gemeldet haben?

 

 

Interessenliste Hawaii

Facebook bietet mit Interessenlisten, intelligenten Listen und Freundeslisten eine gute Möglichkeit, der Informationsflut auf Facebook Herr zu werden und keine Neuigkeit zu verpassen.

Letzte Woche war ich bei einem b.FAST Business Facebook Stammtisches Treffen zum Thema „Trennung von privat und geschäftlich„. Mit Freundeslisten oder intelligenten Listen arbeiten bereits einige, insbesondere für die Einstellung der Sichtbarkeit von Posts. Doch die Möglichkeiten der Interessenlisten von Facebook sind nur wenigen bekannt.

Freundeslisten

Für Freunde gibt es von Facebook Freundeslisten, in die Sie Ihre Freunde einordnen können:

  • Enge Freunde
  • Bekannte
  • Eingeschränkt
Facebook-Freundeslisten

Freundeslisten (Quelle: Facebook)

Freundeslisten gibt Facebook automatisch vor. Sie selbst jedoch entscheiden mit Ihrer Angabe darüber, wer in den jeweiligen Listen erscheint.

Intelligente Listen

Weiterhin gibt es von Facebook automatisch generierte Listen aufgrund Ihrer eigenen Angaben in Ihrem eigenen Profil sowie den Angaben, die Ihre Freunde in deren Profil gemacht haben. Dies betrifft beispielsweise Arbeitgebern, Ihrer Ausbildung (Schulen, Hochschulen…) und Ihrer Ortsangaben. Ich habe beispielsweise diese intelligenten Listen:

  • Familie (aufgrund Ihrer Verwandtschaftsangaben)
  • Selzen-Umgebung (Freunde in der Nähe vom Wohnort Selzen, die Entfernung können Sie anpassen)
  • Bundeswehr (ein früherer Arbeitgeber)
  • Kukui High School (weil ich sie als meine High School auf Hawai’i angegeben habe)
  • PR PLUS (wo ich studiert habe)

Aber Vorsicht: Die richtige Schreibweisen entscheidet darüber, welche und wie viele Einträge es insbesondere bei Unternehmen oder Schulen gibt. Wenn Ihr Kollege das Unternehmen nicht angibt oder eine andere Schreibweise wie Sie verwendet, dann erscheint Ihr Kollege in Ihrer Liste nicht. Auch muss es die Organisation gar nicht geben. Beispielsweise exisitert die Kukui High School gar nicht – sie ist eine “virtuelle” High School aufgrund der ersten Folge der TV-Serie Hawaii Five–0.

Facebook: Intelligente Listen

Facebook: Intelligente Listen (Quelle: Facebook, Avatare unkenntlich gemacht)

Ihre Freundeslisten und Intelligenten Listen finden Sie über die Adresse

https://www.facebook.com/bookmarks/lists.

Freunde zu Freundeslisten oder intelligenten Listen hinzufügen

Sie können einen Facebook-Freund auf seiner Profilseite zu einer Freundesliste oder einer intelligenten Liste hinzufügen. Bei einem Facebook-Freund erhalten Sie auf dessen Profilseite ein entsprechendes Menü unter “Freunde”, mit dem Sie die Person zu einer Interessenliste hinzufügen oder eine neue Interessenliste anlegen können.

Freund zu Liste hinzufügen

Freund zu Liste hinzufügen (Quelle: Facebook)

 

Freund zu Liste hinzufügen

Freund zu Liste hinzufügen (Quelle: Facebook)

Interessenlisten

Auf die beiden oben genannten Listen dürften Sie früher oder später einmal gestoßen sein. Doch vielen unbekannt sind die Interessenlisten. Interessenlisten müssen Sie selbst anlegen und selbst pflegen.

Ihre Liste der Interessenlisten finden Sie auf

https://www.facebook.com/bookmarks/interests.

Dort können Sie Listen anlegen, in Ihre Facebook-Favoriten legen oder löschen. Jede Interessenliste können Sie teilen und verwalten. Sie erhalten beim Aufruf einer Seite auch Vorschläge für Ihre Liste und können weitere Einträge hinzufügen. Hier das Beispiel meiner öffentlichen Interessenliste Rheinhessen:

Interessenliste Rheinhessen

Interessenliste Rheinhessen

Interessenliste verwalten

Interessenliste verwalten

Beim Bearbeiten können Sie Einträge entfernen oder aus Ihren Freunden, Seiten und Abonnements entsprechende Profile oder Seiten hinzufügen.

Interessenliste Rheinhessen bearbeiten

Interessenliste Rheinhessen bearbeiten

Eine Seite müssen Sie hier weder gemögt (“gelikt”) noch abonniert haben. Wenn Sie also beispielsweise als Social Media Manager für ein Unternehmen tätig sind, können Sie die Seiten von Konkurrenten auf eine Liste packen und sich dadurch immer auf dem Laufenden über die Konkurrenz halten. Und das, ohne dass Sie sie liken oder abonnieren müssen. Außerdem bekommen Sie dadurch alle Updates der Seiten mit, ohne dass Sie händisch von Seite zu Seite springen und deren Timeline durchsuchen müssen.

Eine neue Liste können Sie in zwei Schritten erstellen. Zunächst Seiten, Abonnements und Freunde hinzufügen:

Interessenliste erstellen

Interessenliste erstellen

Im zweiten Schritt müssen Sie angeben, ob die Liste öffentlich, für Freunde oder nur für Sie selbst („privat“) ist. Ihre privaten Listen und deren Beiträge können nur Sie selbst aufrufen. Öffentliche Listen kann wirklich jeder aufrufen (wenn er die Adresse kennt). Dafür gibt es die Möglichkeit eine Interessenliste zu teilen :-)

Interessenliste erstellen (Sichtbarkeit)

Interessenliste erstellen (Sichtbarkeit)

Das war es dann auch schon. Ich kenne die Interessenlisten seit längerem. Ich benutze solche Listen beispielsweise, um Freunde oder Seiten zusammenzufassen, die sich mit einem bestimmten Thema beschäftigen und die oft zu dem Thema etwas posten. Beispielsweise interessiert mich, was sich auf und über Hawaii so tut. Also habe ich meine Freunde aus Hawaii sowie interessante Seiten aus und über Hawaii in eine Interessenliste gepackt:

https://www.facebook.com/lists/10150733123986419

Interessenlisten haben zwei Vorteile:

  1. Sie verpassen durch den Aufruf der Interessenliste keinen Statusupdate, weil Sie alle Einträge erhalten (zumindest bekomme ich alle). Höhepunkte erscheinen sogar in Ihrer Timeline als Hauptmeldung und Neuigkeit.
  2. Ihre normale Timeline können Sie in unterschiedliche Gruppen aufteilen. Damit behalten Sie einen besseren Überblick, auch wenn Sie einige hundert oder sogar ein paar Tausend Freunde auf Facebook haben.

Möglicherweise waren die Facebook-Interessenlisten die Anregung für die Kreise in Google Plus. Google allerdings hat diese Idee weit besser umgesetzt. Facebook scheint die Interessenliste sogar absichtlich verstecken zu wollen :-)

Seiten direkt hinzufügen

Sie können auch eine Seite direkt zu einer Interessenliste hinzufügen. Dazu müssen Sie die Seite aber gelikt haben, denn nur dann erscheint der Menüpunkt „Zur Interessenliste hinzufügen“ (dort können Sie auch direkt eine neue Liste anlegen).

Facebookseite_direkt_zu_Interessenliste

Facebookseite direkt zu Interessenliste hinzufügen

Facebookseite direkt zu Interessenliste hinzufügen (Auswahl)

Facebookseite direkt zu Interessenliste hinzufügen (Auswahl)

 

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu Listen gibt es in der Facebook-Hilfe:

Die Facebook Graph Search ist genial, mächtig und einfach. Sie wird die Suchwelt verändern – wenn Facebook es nicht verbockt. Ich habe Facebooks Graph Search soeben getestet. Hier ist mein erster Eindruck.

Facebook Graph Search is Here

Heute erhielt ich von Facebook das Angebot, die neue Facebook Graph Search einzuschalten. Was ich angenommen habe :-) Seitdem habe ich eine veränderte Kopfzeile mit einem neuen Suchfeld, das bei Eingaben dynamisch einen Assistenten zum weiteren Verfeinern der Suche einblendet. Die Symbole inklusive Anzahl der neuen Mitteilungen wandern von links nach rechts. Im Safari-Browser auf dem iPad bekomme ich noch das alte Suchfeld in der Kopfzeile angezeigt.

Ich habe die Suche für einen ersten Eindruck mit der TV-Serie Hawaii Five-0 und dem Thema „Fotos“ getestet.

  • Bei der Eingabe des ersten Suchkriteriums im Suchfeld blendet der Assistent mögliche oder wahrscheinliche Verfeinerungen ein. Mit „SEE MORE“ kann ich weitere Verfeinerungen einblenden.
  • Ich muss mich jedoch nicht an die stufenweise Verfeinerung halten, sondern ich kann direkt mehrere Schlüsselworte eingeben wie „Hawaii five-0 photos friends“ oder „photos frankfurt friends“. Der Assistent blendet dann entsprechende Verfeinerungen als Suchoptionen ein.
  • Wenn ich eine Zeile ausgewählt habe und dann die TAB-Taste tippe, erhalte ich weitere Verfeinerungsmöglichkeiten.
  • Wenn ich mit der Maus auf eine Zeile klicke, dann zeigt Facebook die Ergebnisse an. Je nach Suche als Liste, Gitter oder Fotomosaik. Wenn der Ergebnistyp mehrere Darstellungsmöglichkeiten zulässt, kann ich wechseln (beispielsweise zwischen Liste und Gitter bei Personen).
  • Auf der rechten Seite gibt es die Möglichkeit, die Suche um weitere Kriterien einzugrenzen. Und diese Kriterien sind sehr, sehr umfangreich. Eigentlich alle Eigenschaften, die jemand im Profil angegeben und freigegeben hat, und alle Aktionen in der Timeline. Beispiel: „Photos taken in Frankfurt, Germany by my friends of my friends commented on by my friends who work at XYZ who speak English who like Hawaii Five-0 who like Honolulu, Hawaii who… „

Ich habe vor ein paar Tagen auf irgendeiner Facebookseite meinen Willen zur Graph Search bekundet. Meine Spracheinstellung in Facebook ist Englisch. Ansonsten weiß ich wirklich nicht, warum ich die Graph Search jetzt angeboten bekam. Vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich Hawaii Addicted bin… :-D

Mein Eindruck

Graph Search ist mächtiges und einfach zu bedienendes Suchwerkzeug, das an eine semantischer Suche angelehnt ist, und das auf alle Eigenschaften und Aktivitäten in Facebook zurückgreift. Aufgrund dieser Mächtigkeit und Einfachheit wird die Graph Search ein Erfolg werden, wenn Facebook es nicht verbockt.

Für Datenschutz ein Albtraum? Wahrscheinlich schon. Aber ich bestehe auf meine Selbstbestimmung als Mitglied eines Netzwerks und auf meine Rechte zur Freigabe meiner Informationen. Ich bestimme, welche Informationen ich für wen freigebe. Keine Regierung und kein Datenschützer. Dafür verlange ich von Facebook, dass es transparent und offen mit den Einstellungsmöglichkeiten und -änderungen umgeht und diese mir einfach zur Verfügung stellt.

Spätestens mit Einführung der Graph Search sollte sich jeder genau überlegen welche Informationen er/sie auf Facebook einstellt. Denn bei den Einstellungen ist schnell ein Haken verkehrt gesetzt – und dann sieht potentiell beispielsweise jeder, dass ich [ zensiert ] :-D

Screenshots

Ein paar Eindrücke von der Graph Search geben die Screenshots wieder:

[ Fotoalbum auf Flickr: Facebook Graph Search ]

[AFG_gallery id=’15‘]

Facebook führt bei den Profilen (d.h. Personenprofilen) ein neues Layout ein. Für die Seiten („Fanpages“) ändert sich zunächst nichts. Bisher aber wurden Änderungen an dem Profillayout immer auch danach bei Seiten eingeführt. Das könnte für Seitenbetreiber aufgrund der Impressumpflicht problematisch werden.

Bisher haben viele Seitenbetreiber den Link zu ihrem Impressum mit entsprechendem Text in den Kasten „About“ (bzw. „Info“) geschrieben. Die ersten Zeichen des „About“-Inhaltes und damit auch der Link und der Text „Impressum“ waren damit sofort erkennbar. Damit war die Impressumspflicht erfüllt und keine aufwändige Impressums-App erforderlich:

Die Zahl an Abmahnungen wegen Impressumsfehlern auf Facebook-Fanseiten nimmt rapide zu. Seit letzter Woche kursieren zudem Berichte über Abmahnungen der Kanzlei HWK, die anscheinend im größeren Umfang für eine Firma Binary Services GmbH Impressumsfehler geltend macht. Mir liegen bereits drei dieser Abmahnungen vor. Abgemahnt werden nicht nur Fanseiten, die gar kein Impressum haben, sondern auch solche, bei denen das Impressum im “Info”-Bereich steht oder bei denen die Impressums-Apps falsch verwendet werden.

[ Thomas Schwenke: Abmahnwelle wegen Impressumsfehlern – Sichern Sie Ihre Fanseite in 5 Minuten ]

Facebook beginnt nun offenbar, Layoutänderungen für die Profile auszurollen:

Zunächst hieß es bei thenextweb.com, das neue “einspaltige Profillayout” werde bislang nur in Neuseeland eingeführt. Einige meiner deutschen Leser berichteten mir daraufhin, dass sie das neue Layout – zumindest in Teilen – auch schon bei sich sehen. Und angekündigt war es ja schon länger. Es spricht also einiges dafür, dass die Layoutänderungen demnächst bei allen ankommen werden.

[ Annette Schwindt: Facebook räumt das Profillayout auf – bald für alle? ]

Dadurch entfallen zukünftig die Kästen, und es wird nur ein Menü mit einem Titel wie „About“ oder „Photos angezeigt: Der Text „Impressum“ (wie von den Gerichten gefordert) verschwindet. Wie üblich würde Facebook keine Rücksicht auf die rechtlichen Rahmenbedingungen in Deutschland nehmen. Ich bin gespannt, wie sich das Thema entwickelt.

Meine 365 - Jeden Tag mindestens eine neue Tat: Ein Bild für alle.

Zum Sonntag gibt es Zeugs rund um Facebook, INJELEA, den Taumler, Hawaii Twentyten und meine wiedergeborene Blogroll.

Facebook-Seiten

Facebook hat ein neues Layout für Seiten eingeführt. Bisher ist die Umstellung auf das neue Layout noch freiwillig, aber im März wird jede Seite zwangsweise auf das neue Layout umgestellt. Jeder kann bereits jetzt über die Adresse http://www.facebook.com/pages/status/ das neue Layout für einzelne oder alle Seiten auswählen.

Annette Schwindt hat eine sehr ausführliche und sehr gute Reihe darüber geschrieben: Neues Layout für Facebook-Fanseiten verfügbar. Über die Navigation erreichen Sie die Folgeartikel.

INJELEA, Der Taumler, Hawaii Twentyten

Ich habe die Facebook-Seiten INJELEA und Hawaii Twentyten auf das neue Seitenlayout umgestellt. Außerdem habe ich eine Facebook-Seite für den Taumler angelegt. Weiterlesen

Die große Herausforderung für Unternehmen durch Social Media ist weder die Beherrschung der Tools noch die Kommunikation mit den Stakeholdern. Doch in der zweiten Möglichkeit liegt bereits die Ursache für die große Herausforderung: Jeder nimmt an Social Media teil oder kann potentiell daran teilnehmen. Und damit ist Social Media nicht beschränkt auf eine „Zielgruppe“ wie Kunden.

Wenn ein Unternehmen – gewollt oder ungewollt – in Social Media aktiv ist, dann wird es dort angesprochen von den unterschiedlichsten Stakeholdern: Kunden, Lieferanten, Blogger, Journalisten, Nachbarn, Politiker. Oder die Stakeholder erzählen plötzlich über das Unternehmen und lästern, motzen oder loben. Da sitzt dann also der arme Social Media Manager oder Community Manager vor seinem Bildschirm. Und wenn die internen Prozesse und Zuständigkeiten nicht geklärt sind, und er nicht bereits vorab gute Drähte zu all den (potentiellen) internen Organisationseinheiten und deren „Managern“ hat, dann „geht’s rund“. Dann sitzt der arme Social Media Manager oder Community Manager (im Zweifel schon einmal der neue Praktikant im Vertrieb) vor dem Bildschirm und schwitzt:

The social channel, even if owned by the communication department, is shared by many processus (customer service, quality…) this department does not own but facilitate. What implies to prepare things beforehand. The community manager is only the front of the system and has to work with many people from many departments across the organization and mobilize them. So he or she has to have the required legitimacy. Moreover, that’s not a job for an intern or a junior, rather a senior who knows the organization quite well. According to Pezzoni, this person must know whom to ask questions and have a strong internal network.

[ Bertrand Duperrin’s Notepad: Is Facebook the future of call-centers ? The Air France KLM Switzerland case ]

Selbst wenn eine Facebookseite oder ein Twitteraccount als Call Center-Kanal vorgesehen ist wird ein über die letzte Pressemitteilung wütender Blogger loslegen und sich beschweren. Warum mühsam an die Pressestelle wenden und auf Rückruf oder die E-Mailantwort warten. Vielleicht reagiert die Pressestelle gar nicht, vielleicht weil man „nur“ ein Blogger ist? Vielleicht erfährt man das noch nicht einmal… Also lieber gleich für alle öffentlich „anflaumen“ – dann muss das Unternehmen irgendwann reagieren.

Warum auf der 0800er oder sogar der 180er Nummer anrufen, wenn der Staubsauger nicht das saugt, was die Werbung verspricht? Das Unternehmen hat doch auf Facebook eine Unternehmensseite, also los und das Problem reinkippen.

Damit wird der Alptraum wahr, den viele Unternehmen in den Neunzigern (oder war es schon in den Achtzigern) selbst propagierten: One Face to the Customer!

Bloß, dass die Stakeholder selbst entscheiden, wo, wie und mit wem Sie Kontakt aufnehmen. Sie lassen sich auch nicht sagen: „Bitte nur Kunden!“. Sie lassen sich kein Gesicht vor den Bildschirm setzen: Sie suchen sich ihr Gesicht aus auf Facebook, Twitter, Xing und Co. Die Stakeholder bestimmen den Kanal und das Gesicht. Davon lassen sie sich nicht abhalten und reagieren dann schon einmal bei einer Unterlassungserklärung wegen Kontaktaufnahme via Xing mit einem eigenen Anwalt ;-)

Deswegen muss Social Media die Unternehmensprozesse durchziehen wie die Luft zu atmen. Das ist die wahre Herausforderung für Unternehmen, die in den Neunzigern und zu Beginn des dritten Jahrtausends Erfolg haten mit ihren Silos und abgeschotteten Bereichen. Jetzt muss die Produktion mit dem PRler und der sogar mit dem Marketeer sprechen. Furchtbar – aber richtig gemacht sehr fruchtbar.

Stopp von Anssi Koskinen

Ich bin dagegen, dass Mitarbeiter am Arbeitsplatz ihre Zeit und die Zeit ihres Arbeitgebers vertrödeln, während sie etwas besseres zu tun haben: Arbeiten. Tag für Tag, Woche für Woche, Monat für Monat entgehen in Deutschland den Unternehmen wertvolle Produktivkräft. Kein Wunder, dass wir Deutschen es nie so richtig behende von Null auf Hundert schaffen.

Der Grund ist offensichtlich: Wir Deutschen vertrödeln unsere Zeit mit Facebook. Viel schlimer: Facebook mag neu sein – das Vertrödeln ist es nicht. Seit Jahren werden Millionen unseres Bruttosozialproduktes in den Wind geschossen. Deutsche Mitarbeiter quatschen in der Kaffeeküche. Deutsche Mitarbeiter verrauchen sinnlos Zeit und schädigen dabei auch noch ihre Gesundheit. Obwohl… das treibt immerhin den Anteil der Gesundheitsbranche am Bruttosozialprodukt in die Höhe. Deutsche Mitarbeiter sitzen sich sogar am Schreibtisch gegenüber und diskutieren die neuesten Bundesligaspiele und -ergebnisse. Deutsche Mitarbeiter telefonieren mit Frau, Mann, Kind, Kegel, Studienkollegen, Vereinskollegen und wem auch sonst noch. Die jüngeren, die mittleren und die älteren Mitarbeiter SMSen sich die Finger wund.

All dies tun sie anstelle dass sie ihre ganze Arbeitskraft für ihren fürsorglichen Arbeitgeber einsetzen. Welch Verschwendung! So kann es nicht weitergehen! Deswegen bin ich gegen Facebook, Twitter und überhaupt das ganze Internet am Arbeitsplatz für jeden und jederzeit! Deswegen habe ich Verständnis für Unternehmen wie Daimler, das Facebook an einigen Standorten gesperrt haben soll:

Jeder fünfte Büroangestellte nutzt bei der Arbeit soziale Online-Netzwerke wie Facebook und Twitter. 41 Prozent rufen laut einer Umfrage ihre privaten Emails ab. Das ist vielen Arbeitgebern ein Dorn im Auge. Daimler geht nun dagegen vor.

[ n-tv.de: Daimler verbietet Facebook via @westerbarkey ]

Deutsche Mitarbeiter sollten sich auf deutsche Tugenden wie Fleiß, Strebsamkeit und Ehrlichkeit besinnen – wenn sie arbeiten. Doch warum arbeiten sie dann nicht? Vielleicht, weil zu Arbeitsteilung, Hierarchie und Organisation in klassischen deutschen Unternehmen eine weitere Tugend gehört: Verantwortung. Führungskräfte sind verantwortlich für ihre Mitarbeiter. Wie kommt es also, dass deutsche Mitarbeiter seit Jahrzehnten wertvolle Arbeitszeit ihrer Unternehmen verschwenden? Erhalten Sie keine Arbeitspakete von ihren Führungskräften? Werden sie etwa nicht geführt?

Ich bin dafür, dass Mitarbeiter gelegentlich auch während ihrer Arbeitszeit privat kommunizieren. Solange ihre Arbeit nicht darunter leidet. Dafür sind beide verantwortlich: Sie selbst und ihre Führungskräfte.

Unternehmen verlangen von ihren Mitarbeitern Flexibilität. Sie sollten sie auch ihren Mitarbeitern zugestehen.