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Nach vier Wochen gibt es wieder meine Liste von Lesenswertem, dieses mal mit Artikeln unter anderem zu Mars, Social Collaboration, Irak, Schreiben, Public Relations, Coworking, Burnout. Ein paar Longreads sind auch dabei.

Viel Spaß beim Stöbern!

Seit einigen Jahren benutze ich Social Bookmarks, inzwischen ist Pinboard das Werkzeug zur Sammlung meiner Lesezeichen. Für meine Leser kennzeichne ich besonders Lesenswertes mit dem Tag “INJELEA-Lesenswertes“. In unregelmäßigen Abständen veröffentliche ich diese lesenswerten Lesezeichen hier im Blog.

Alle besonders lesenswerten Lesezeichen gibt es auf Pinboard: “INJELEA-Lesenswertes“. Und natürlich auch zum Abonnieren als RSS-Feed ;-)

Viel Spaß beim Lesen!

Frank Hamm

\V/_ (Live long and prosper!)

Schloss Montfort, Langenargen

Bloggen ohne Blog” – geht das? Und geht das erfolgreich? Meike Leopold ruft zur Blogparade auf. Ein launischer Meinungsartikel (was wäre ein Blog schließlich ohne Launen und ohne Meinung).

Duplicate Content? Mir doch egal!

Früher, da war es so einfach zu bloggen. Okay, man musste selbst Hand anlegen und brauchte einen “Webspace” bei einem Hoster. Da gab es zig Blogsysteme wie WordPress oder Plog. Aber auch das Bloggen auf einer Plattform wie Blogger ging damals schon. Aber letztendlich war es das eigene Blog, egal ob selbst gehostet oder auf einer Plattform.

Dann kam Social Media (Nein, es kam nicht, es war schon da, denn ein Blog ist auch Social Media!). Facebook, Google Wave, Google Buzz, Posterous … Immer vielfältiger wurde die Landschaft. Inzwischen kann man auf allen möglichen Plattformen wie Medium bloggen. Google Plus ist je nach Gusto und Lesart der heilige Gral oder der heilige Friedhof. Doch plötzlich kann man jetzt auch auf Linkedin bloggen. Nicht mehr lange, dann ist Twitter das neue Medium mit mehr Zeichen, mehr Followern und mehr Mehr. Wofür also noch ein eigenes Blog?

Diese Frage habe ich mir in den letzten zehn Jahren immer wieder gestellt. Ja, mein Blog ist mein Castle. Doch was bringt es mir ansonsten außer viel Aufwand? Warum nicht einfach dort bloggen, wo die berüchtigten “Stakeholder” sind?

Weil mein Blog meine Zentrale ist. Sicher, auf Linkedin erreiche ich mit einem Artikel schon einmal 1.500 Leser oder mehr. Möglicherweise sind das auch die richtigen Leser, die ich erreichen will. Doch die ganzen Plattformen sind nichts anderes als Snapchat-Ruinen. Kaum ist mein Artikel gepostet und hat ein paar Leser, schon ist er wieder vergessen. Zwar gibt es ein paar “Evergreens”, doch ansonsten verschwinden die Artikel wieder im Vergessen. Vor allem weiß ich nicht so genau, wie das mit der jeweiligen Plattform weitergeht. Oder mit der jeweiligen Funktion.

Wer weiß, ob Linkedin seinen “Pulse” nicht in ein paar Monaten einstellt oder einfach nur die Regeln ändert? Wer weiß, ob sich das Schreiben längerer Artikel (also mehr als ein kleines Status Update mit 200 oder 400 Zeichen) auf der Plattform durchsetzt. Facebook Notes gibt es schon länger. Es verschwand quasi nach wenigen Monaten bis … Facebook letztes Jahr den Notes ein Facelifting verpasste. Und jetzt: Wo sind die Facebook Notes Blogger?

Auf einer Plattform stehe ich in der Konkurrenz mit allen möglichen und unmöglichen anderen Schreiberlingen, die um Aufmerksamkeit heischen so wie ich Schreiberling. So wie wir Blogger mit Suchmaschinenoptimierung versuchten, die Aufmerksamkeit Suchender bei Google auf uns zu lenken, so versuchen wir jetzt mit allen möglichen Tricks die Algorithmen der jeweiligen Plattform zu überlisten und … ja, wen eigentlich, auf uns aufmerksam zu machen. Entweder wir greifen auf Werbung zurück (Buh!) oder wir schreiben maschinengewehrartig Artikel mit schlagzeilenartig optimierten Titeln und Inhalten. Denn ansonsten können wir das auch gleich bleiben lassen und in unserer jeweiligen Filterblase bleiben. Wer liest denn den super Artikel auf Medium außer den (’tschuldigung) Nerds, die uns sowieso schon von Facebook, Twitter und inzwischen auch Linkedin kennen? Eben.

Da lobe ich mir meine Blogs. Meine Blogs sind meine Castles. Ich bestimme und ich optimiere und ich schreibe für mich. Wem das nicht passt, der wäre hier eh verkehrt. Ich verbiege mich nicht. Ich blogge, also bin ich.

Ich bekenne: Inzwischen zweit-, dritt- und mehrverwerte ich meine Blogartikel auf den Plattformen, über die ich gerade herziehe. Aber die Inhalte sind auf meinen Blogs.

Seltsamerweise hat sich etwas seit Jahren – auch trotz der neuen Plattformen – nicht verändert: Leute (er)kennen mich von meinen Blogs. Sicher, die Aufmerksamkeit gewinne ich zunehmend auf (mehr oder weniger flüchtigen) “Social Media”-Plattformen. Doch der (Wieder-)Erkennungseffekt kommt von mir als Person – und mein Blog ist Teil meiner Person.

Wie haben sie geheult, diese Posterous-Blogger, als Posterous eingestellt und abgestellt wurde. Wie werden die ganzen überzeugten Tumblr-Blogger heulen, wenn Marissa Tumblr abschaltet.

Ja, Bloggen ohne Blog, das geht. Das geht sicherlich auch erfolgreich – je nachdem, welche Ziele man erreichen will. Aber das eine (”Mein Blog ist mein Castle”) schließt das andere nicht aus (”Ich blogge dort, wo meine Stakeholder sind”). Also warum nicht auch beides nutzen? Und wenn sich ein Stakeholder wirklich über einen oder das Unternehmen ernsthaft informieren will, dann wird er den zentralen Hub (das eigene Blog) gerne besuchen.

Ich bleibe bei meinem Blog als meinem zentralen Hub, wo ich schreibe und blogge (und ja, mich auch präsentiere). Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass ein Blog seinen zentralen Nutzen hat. Und gerne re-blogge ich meine Artikel woanders.

Denn ich erinnere mich an Zeiten, als ein paar Unternehmen ihre “Homepage” abschalteten. Sie brauchten sie ja nicht mehr, es gab ja die Facebook-Seite. Träumt weiter. Keine Plattform ist “too big to fail”.

Mein Blog, mein Castle, meine Regeln.

P.S. Natürlich re-blogge ich diesen Artikel gleich noch auf Linkedin, Facebook und Medium. Damit ihn auch ja keiner verpasst. Es ist allerdings schade, dass ich auf Xing immer noch nicht bloggen darf :-(

P.P.S. Habe fertig. Da, da, da, da und sogar da.

P.P.P.S. (01.03.2016) So sieht die Statistik für den Artikel auf Linkedin aus:

My Blog is my Castle auf Linkedin (01.03.2016)

My Blog is my Castle auf Linkedin (01.03.2016)

Bildnachweis: Schloss Montfort, Langenargen, eigene Aufnahme.

Im Dezember und über die Feiertage habe ich lesenswerte Artikel gesammelt zu Themen wie Science, Productivity, (Lang)Lesen, NewWork, Collaboration, Public Relations und Flüchtlinge.

Viel Spaß beim Stöbern!

Seit einigen Jahren benutze ich Social Bookmarks, inzwischen ist Pinboard das Werkzeug zur Sammlung meiner Lesezeichen. Für meine Leser kennzeichne ich besonders Lesenswertes mit dem Tag “INJELEA-Lesenswertes“. In unregelmäßigen Abständen veröffentliche ich diese lesenswerten Lesezeichen hier im Blog.

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Frank Hamm

\V/_ (Live long and prosper!)

Volkswagen-Dieselgate: Homepage

Heute abend meldete ZDFheute, dass Volkswagen eine „Internetseite“ zum ‪#‎dieselgate‬ hätte. Wer hätte das gedacht. Wo doch die Homepage von Volkswagen eben nichts, aber auch gar nichts zum Abgasskandal anzeigte. Kein Text, kein Link, kein Hinweis. Noch nicht einmal oder auch besonders nicht zur Nachrichten-Primetime.

Wir werden alle unsere Kunden weiterhin fortlaufend und transparent informieren. – Thomas Zahn, Leiter Vertrieb und Marketing

Volkswagen, Dieselgate, Winterkorn. Für Volkswagen scheint es derzeit nicht besonders einfach zu sein. Ich beschäftigte mich bislang nicht näher mit dem Thema, auch nicht aus Public-Relations-Sicht. Doch heute bekam ich in ZDFheute die Nachricht mit, dass es eine Website mit Informationen gäbe. Dort könnten Kunden sich mit ihrer Fahrzeug-Informationsnummer erkundigen, ob ihr Fahrzeug betroffen sei.

Unser Golf Plus mit Dieselmotor ist aus dem Jahr 2006 und sollte daher nicht betroffen sein. Doch ich bin neugierig und öffne die Volkswagen-Homepage.

Volkswagen-Dieselgate: Homepage

Volkswagen-Dieselgate: Homepage

Kein Text, kein Link, kein Hinweis auf Informationen zur Diesel-Affäre. Ein Klick auf Aktuelle Meldungen führt auf eine Liste von News.

Volkswagen-Dieselgate: News

Volkswagen-Dieselgate: News

Der zweite Eintrag führt unter der sinnigen Überschrift „Volkswagen aktuell.“ durch den Link Mehr zu einem Text mit etwa zweihundert Wörtern, selbstverständlich irgendwie passend in kleiner Schrift. Nach dem Durchlesen von allgemeiner Argumentation und der Bitte um Verständnis folgt ein weiterer Link zu weiterer Information.

Volkswagen-Dieselgate: Nachricht

Volkswagen-Dieselgate: Nachricht

Dort informiert die erste Nachricht auf volkswagen-media-services.com über eine Internetseite zur Aufklärung. Na also, denke ich. Und weiter geht es über …mehr

Volkswagen-Dieselgate: Media Services

Volkswagen-Dieselgate: Media Services

zu einer Pressemitteilung! Als normaler Kunde, so stelle ich mir vor, klicke ich gerne ständig auf irgendwelche Links und freue mich über eine Pressemitteilung. Aber immerhin ist dort ein Link zu www.volkswagen.de/info.

Volkswagen-Dieselgate: Pressemitteilung

Volkswagen-Dieselgate: Pressemitteilung

Wo ich als Kunde zunächst erfahre, dass Volkswagen keine Zeit verlieren werde. Werde? Warum verliert Volkswagen nicht jetzt schon keine Zeit, denke ich mir. Ich jedenfalls verliere weitere Zeit, weil ich erst einmal weiter nach unten scrollen muss.

Volkswagen-Dieselgate: Information

Volkswagen-Dieselgate: Information

Dann sehe ich eine Schaltfläche, mit der ich prüfen kann, ob mein Fahrzeug betroffen ist.

Volkswagen-Dieselgate: Information

Volkswagen-Dieselgate: Information

Volkswagen-Dieselgate: Prüfen

Volkswagen-Dieselgate: Prüfen

Endlich am Ziel. Und tatsächlich stelle ich fest, dass mein Fahrzeug nicht betroffen ist, wie mir Thomas Zahn, Leiter Vertrieb und Marketing Deutschland, versichert.

Volkswagen-Dieselgate: Nicht betroffen

Volkswagen-Dieselgate: Nicht betroffen

Genauso, wie er mir versichert, dass Volkswagen seine Kunden transparent informiert.

Public Relations und Krisenkommunikation geht anders. Wichtige Informationen für Kunden hinter einem Link in einer für die Presse bestimmten Mitteilung nach zig Klicks zu verstecken ist… eine miserable User Expericence und nach meinem Verständnis kein transparentes Informieren. Und unter „keine Zeit verlieren“ verstehe ich ebenfalls etwas anderes.

Update: Während ich hier den Artikel erstelle, hat Volkswagen den Text von „Aktuelle Meldungen“ auf „Aktuelle Kundeninformation“ geändert. Außerdem führt ein Klick darauf jetzt direkt zur Website mit Informationen zum Dieselgate. Endlich.

Salesforcelive

Am 2. Juli 2015 war ich im Rahmen von Influencer-Relations zur Salesforce World Tour in München eingeladen. Sehr gute Influencer Relations und eine „Documentary Show“ haben einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen.

Influencer Relations

Wie schon vor zwei Jahren hat Salesforce, diesmal zusammen mit der Agentur Storymaker, bei ihren Influencer Relations bei mir einen herausragenden Eindruck hinterlassen. Die Einladung erfolgte persönlich, die Durchführung war sehr gut vorbereitet und die Betreuung vor Ort war sehr gut. Ein Großteil der Blogger war in einem Hotel an der Messe untergebracht. So trafen wir uns am Vortag gegen 17 Uhr und fuhren mit der U-Bahn zum Bloggertreffen.

Salesforcelive: Auf dem Weg zum Bloggertreffen

Salesforcelive: Auf dem Weg zum Bloggertreffen (Thorsten Ulmer, Oliver Gassner, Claudia Hilker, Falk Hedemannn, Mike Schnoor)

Unser Programm:

Vorabendevent, 1. Juli 2015 um 18:00 Uhr

  • Get-Together und Netzwerken bei Dinner und Cocktails inkl. kurzem Vortrag zur „Digitalen Transformation“ vom Vice President Enterprise Strategy Frank Engelhardt im Trader Vic’s Restaurant & Bar

Veranstaltungstag, 2. Juli 2015

  • 8:30 Uhr Pressefrühstück mit Präsentation der IDC-Studie „The Economic Impact of Salesforce in Germany“
  • 9:45 Uhr Opening Ke ynot e mit unserem CEO Marc Benioff
  • 12:00 Uhr Presse- und Analysten-Q&A mit Salesforce Deutschland-Chef Joachim Schreiner
  • 12:45 Uhr Lunch in der Presse Lounge
  • 13.30 Uhr Blogger-Tour über die Cloud-Expo in 3-4 Stationen (mit der Möglichkeit, direkt mit Kunden und Entwicklern zu sprechen)
  • 16.00 Uhr Closing Keynote „Maschinenbau im Wandel: Koenig & Bauer stellt die digitalen Weichen“

Dadurch war die Veranstaltung zwar ziemlich vollgepackt, aber die Hinweise waren klar: Das waren Vorschläge, wir konnten uns jederzeit zu anderen Programmpunkten oder Vorträgen begeben. Das habe ich beispielsweise während der Blogger-Tour gemacht, um mir einen Vortrag über die App-Entwicklung mit Salesforce anzuschauen.

Insbesondere möchte ich Meike Leopold von Salesforce und Sarah Söhlemann von Storymaker für ihre hervorragende Vorbereitung und Betreuung danken. Danke auch für die Bitte um Feedback nach der Veranstaltung – jetzt bekommt Ihr es auch hier ;-)

Die Veranstaltung

Salesforce betonte immer wieder direkt oder indirekt ihr Partner Ecosystem bestehend aus Salesforce selbst, Software Vendors, Service Providers, Digital Agencies, Resellers, Consultants. Und Salesforce legt großen Wert auf den engen Kundenkontakt. So bezog der CEO Marc Benioff in seiner Keynote immer wieder Testimonials durch Kunden ein, die mit auf die Bühen kamen. Die Bühne war jedoch nicht erhöht und frontal sonder die Bühne war der Teilnehmerraum selbst mit konzentrischen Stuhlreihen in 360 Grad, den Gängen dazwischen und einem freien Feld in der Mitte.

Salesforcelive: Marc Benioff

Salesforcelive: Marc Benioff

Für viele war das Format der Keynote ungewohnt: Es gab kein Rednerpult, keine Bühne, kein Podium. Marc Benioff lief frei in den Gängen und im freien Feld in der Mitte herum und hielt seine Keynote. Immer wieder hielt er zwischendurch an, um mit Kunden oder einer Charity-Organisation ein Interview zu halten. Dazu gab es Videoeinblendungen oder Erläuterungen von Salesforce-Leuten, wobei auf den vielen großen Leinwänden zugehörige Slides zu sehen waren. Die Keynote von Marc Benioff war für den deutschen Kulturkreis sehr showmäßig, und ich hörte (oder las auf Twitter) von dem einen oder anderen, dass er es doch für sehr übertrieben hielt. Auch in anderen Vorträgen kam diese Art von „Powershow“ immer mal wieder durch.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=B761QsOqEGI&feature=youtu.be

Für mich waren die Erfolgsstories der Kunden von den Kunden sowie Praxisbeispiele der rote Faden durch die Veranstaltung.

Grundthema der Salesforce World Tour war in München die digitale Transformation. Mich hat überrascht, wie sehr anwenderorientiert Salesforce seine Plattformen ausgebaut hat. Dabei sieht Salesforce zwar als Anwender auch das Unternehmen, das die Plattformen nutzt, aber vor allem die Benutzer selbst. Im Vordergrund, so mein Eindruck, stehen der Nutzen für den Anwender im Unternehmen und für den Kunden. Letztendlich unterstützt Salesforce die „Customer Journey“ und die „Employee Journey“.

Salesforce Developer Evangelists

Salesforce Developer Evangelists

Dabei greift Saleforce auf alle möglichen Datenquellen (inklusive solcher wie Google Drive) zurück und agiert sehr offen auch für Anwendungen von Konkurrenten (wie Yammer oder Sharepoint von Microsoft). Die Komplexität wird für den Anwender verborgen, so dass selbst Anwender Unternehmens-Apps entwickeln können, ohne über Coding Know How zu verfügen. Auf unserer Blogger-Tour durch die Cloud-Expo sprachen wir mit zwei Developer Evangelists, die Kunden betreuen, damit diese sehr schnell und einfach mit Salesforce selbst Anwendungen entwickeln können.

Aktivieren Sie JavaScript um das Video zu sehen.
Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=Z2nkdvYSWOs

(Oliver Gassner: #salesforcelive Blogger-Tour: Themenauswahl)

Selbst Kids können kleine Anwendungen mit Salesforce entwickeln. Bei den Apps muss es aber nicht um Salesforce-Anwendungen und -Daten gehen.

Salesforcelive: Kids programmieren gemeinsam

Salesforcelive: Kids programmieren gemeinsam

Insgesamt hat mir die Veranstaltung sehr gut gefallen. Dabei berücksichtige ich auch, dass es in erster Linie eine Kundenveranstaltung ist. Sie „peitscht“ auch ein bisschen auf die aktuellen Entwicklungen ein und legt sehr viel Wert auf Austausch und ein gewisses „Wir-Gefühl“.

Was andere schreiben:

Bezahlung? Nein, danke!
Ich erhalte keine Bezahlung für meine Teilnahme an der Salesforce World Tour oder für diesen Artikel. Lediglich die Reisekosten werden übernommen.
Viva la Revolución (Tie Cut)

Kein frischer Wind sondern ein Sturm geht durch die Unternehmen und die Unternehmenskommunikation. Thilo Specht sagt, Intern sei das neue Extern in der Kommunikation, und Lars Kempin meint, man solle einfach mal ein Seminar halten, wenn man keine Ahnung habe. Beide zusammen haben acht MBA-Studenten am Institut für Marketing und Kommunikation MBA-Studenten das Thema Interne Kommunikation näher gebracht. Heraus kam das von den Studenten erarbeitete Manifest der Integralen Kommunikation.

Manifest der Integralen Kommunikation

Manifest der Integralen Kommunikation (Quelle: Thilo Specht)

Da finden sich dann so wunderbare Aussagen wie:

Scheitern und Irren sind keine Tabus, sondern Meilensteine auf dem Weg des Besserwerdens. Deswegen müssen Fehler, Misserfolge und andere schlechte Nachrichten genauso kommuniziert werden wie gute.

(das erinnert mich doch sehr an das verlorene Wort „Beta“)

Wenn Lars meint „Es lebe die Integrale Kommunikation!„, so schnappe ich mir eine Überschrift aus Thilos Artikel und werfe in den vormedialen Raum:

Viva la Revolución!

Viva la Revolución!

Viva la Revolución! – Mauricio Moreno (CC-BY-2.0)

Tatsächlich habe ich genau diesen Ausruf in der Präsentation für mein Social Business Seminar verwendet. Denn die neuen Ausprägungen der Kommunikation und der Kollaboration rütteln an den traditionellen Werten von Top-Down, One Voice und Wasserfall-Kommunikation. Doch bereits seit längerem wird so manchem Unternehmenskommunikator und PR’ler klar, dass sich die Public Relations definitionsgemäß weder auf die externe PR-Arbeit noch auf ein Herausposaunen beschränken.

Die Pflege von Beziehungen mit Öffentlichkeiten basiert auf Kommunikation, und Kommunikation ist per definitione mindestens bilateral. Und Öffentlichkeiten beinhalten interne und externe Öffentlichkeiten. Wer sich PRler genannt und auf das Herausposaunen nach außen beschränkt hat, war für mich zumindest kein wirklicher PRler. Wenn ich mir dann die Entwicklung im Bereich Enterprise 2.0 und Social Business betrachte, dann verändert sich gerade in vielen Unternehmen deren Kultur. Sicherlich fast immer langsam, sehr langsam. Genau das ist aber auch eine Eigenheit von Unternehmenskultur. Deswegen aber trifft der dem „Management-Papst“ Peter Drucker zugeschriebene Ausspruch um so mehr zu:

Culture Eats Strategy For Lunch

Denn Kultur ist etwas tief in den Menschen verankertes, das mit ein paar warmen Worten in einer Ansprache oder in einem Artikel des CEOs und ein paar begleitenden Maßnahmen für eine neue Strategie nicht verändert wird:

Culture is a balanced blend of human psychology, attitudes, actions, and beliefs that combined create either pleasure or pain, serious momentum or miserable stagnation. A strong culture flourishes with a clear set of values and norms that actively guide the way a company operates. Employees are actively and passionately engaged in the business, operating from a sense of confidence and empowerment rather than navigating their days through miserably extensive procedures and mind-numbing bureaucracy.

[ Culture Eats Strategy For Lunch ]

Betrachte ich mir dann das 3-Ebenen-Modell von Edgar H. Schein, so bemerke ich in meinem Berufsleben seit den Achtzigern in vielen Unternehmen eine Veränderung.

  1. an der Oberfläche liegen die sichtbaren Verhaltensweisen und andere physische Manifestationen, Artefakte und Erzeugnisse.Beispiele sind das Kommunikationsverhalten mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten, Logo, Parkplätze, Bürolayout, verwendete Technologie, das Leitbild, aber auch die Rituale und Mythen der Organisation.
  2. unter dieser Ebene liegt das Gefühl, wie die Dinge sein sollen; kollektive Werte sind beispielsweise „Ehrlichkeit“, „Freundlichkeit“, „Technik-Verliebtheit“, „spielerisch“, „konservativ“ usw. also Einstellungen, die das Verhalten von Mitarbeitern bestimmen.
  3. auf der tiefsten Ebene sind die Dinge, die als selbstverständlich angenommen werden für die Art und Weise, wie man auf die Umwelt reagiert (Grundannahmen). Diese Grundannahmen (engl. basic assumptions) werden nicht hinterfragt oder diskutiert. Sie sind so tief im Denken verwurzelt, dass sie von Mitgliedern der Organisation nicht bewusst wahrgenommen werden.

Es ist dieses Muster von Grundannahmen, die Schein als Kultur beschreibt.

[ Seite „Organisationskultur“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 14. April 2014, 12:52 UTC. (Abgerufen: 28. September 2014, 14:11 UTC) ]

Mehr dazu in meinem Audioboo „Viva la Revolución!„:

Viva la Revolución (Tie Cut)

Viva la Revolución (Tie Cut)

Und deswegen trage ich jetzt auch als sichtbares Artefakt endgültig keine Krawatte mehr.

Siehe auch:

Anmerkung zu Pinterest: Zwangsakquisition mag ich nicht. Wenn ich mir bei Pinterest keine Pins ohne Registrierung ansehen kann, dann lasse ich es eben. Unternehmen sollten das beachten, wenn sie Pinterest als Plattform einsetzen wollen.

Tag Cloud

Tag Cloud

Interessante und reichlich Lesezeichen für Sie zum Stöbern und Lesen mit Themen wie Collaboration, Social Business, Social Enterprise, Social Media, Holocracy, Public Relations und Intranets.

Seit einigen Jahren benutze ich Social Bookmarks, inzwischen ist Pinboard das Werkzeug zur Sammlung meiner Lesezeichen. Für meine Leser kennzeichne ich besonders Lesenswertes mit dem Tag “INJELEA-Lesenswertes“. In unregelmäßigen Abständen veröffentliche ich diese lesenswerten Lesezeichen hier im Blog.

  • Die 4 C´s der digitalen Kommunikation: Content, Context, Cooperation und Collaboration | Prof. Dr. Heike Simmet
    Prof. Dr. Heike Simmet: „Die Dynamik der Technologieentwicklung und die wachsenden Ansprüche der Kunden erfordern strategische Anpassungen der digitalen Kommunikation. Das neue Strategiekonzept lässt sich mit den 4 C´s Content, Context, Cooperation und Collaboration umreißen.“
  • Björn Eichstädt: Wer Social Business will, muss interne E-Mails abschaffen – Das CeBIT-Blog
    Björn Eichstädt zum Thema Social Collaboration in Deutschland/Europa:
    „Ich habe das Gefühl, aber das ist wirklich nur ein Gefühl, dass das immer noch alles sehr kleine Pflänzchen sind, die da wachsen. Auch in anderen Ländern. Wo die Early Adopter denken, dass Social schon längst wieder vorbei ist, da sind ganz viele Menschen noch immer nicht dort angekommen. Wir dürfen uns nicht von Facebook-Nutzerzahlen blenden lassen: die wahre Nutzung von Social Tools, egal ob privat oder im Business-Einsatz ist noch recht gering. In vielen Unternehmen gibt es Vorreiter und vorreitende Gruppen, aber in der Breite sind diese Tools und Kommunikations- sowie Interaktionsmechanismen sehr selten implementiert.“
    Unternehmen sollten sich fragen, ob sie warten sollen, bis diese Vorreiter ihnen weggeritten sind.
  • Social Enterprise: Konzerne bauen Online-Netzwerke für Mitarbeiter – computerwoche.de
    „Tobias Arns schätzt, dass sich inzwischen etwa ein Drittel der Dax-Unternehmen eigene Netzwerke eingerichtet haben. Vor einigen Jahren sei das noch mit sehr aufwendig gewesen, sagt der Social-Media-Experte vom IT-Branchenverband Bitkom (PDF-Link). ‚Früher musste man sich solch eine Social Software extra anfertigen lassen oder selbst programmieren. Heute gibt es gute Lösungen von der Stange.'“
  • Social Media Richtlinien – Der bunte Leitfaden für die Mitarbeiter oder steckt mehr dahinter? | Social Media Recht Blog
    „Social Media im Unternehmen. Für so manche handelt es sich dabei immer noch um eine Art verheißungsvolles #Neuland, das Unternehmen via Blogs, Facebook, Youtube, Google+, Twitter & Co neue Wege öffnet, um mit Kunden oder Bewerbern zu kommunizieren und Produkte oder Arbeitgeber vorzustellen. Aus Furcht den Anschluss zu verlieren, wird – leider immer noch all zu oft – erst einmal eine Facebook-Seite auf- und sodann der Praktikant an die Arbeit gesetzt (der kennt sich schließlich damit aus!).“
  • Holacracy Is Not The Answer To Your Employee Disengagement Issues | Social Enterprise Today
    Ein Wolf im Schafspelz bleibt ein Wolf.
    „It’s my belief organizations are disengaged today because they do not possess the open and collaborative types of participative behaviours that are necessary in today’s society. Holacracy might work for some but it doesn’t address the root issue for a disengaged employee or organization, which is … how can you and your organization become more humane?“
  • Collaborative Innovation: The Cure for Pharma’s Innovation Affliction? | LinkedIn
    Notably the healthcare and pharma branch that until now was always „closed shop minded“ starts to rethink innovation:
    „Reaching out and collaborating in a hub and spoke system is nothing new to the pharmaceutical industry but thanks to ubiquitous and pervasive connectivity there are more spokes and fewer hubs these days. This not only levels the playing field for small biotech companies but also creates diseconomies of scale for behemoth corporations that carry the weight of extensive overhead. InnoCentive, the open innovation company that connects searchers and solvers to create innovative solutions was born out of the challenges of Eli Lilly faced in the late 1990’s when their product pipeline dried up.“
  • PR 2014: Wir brauchen einen radikalen Schnitt! | PR-Doktor

    Ein sehr schöner Rant über einen Schnitt: Social Media ist nicht neu, nicht am kommen, keine separate Unternehmenseinheit sondern Teil des Unternehmen und Basis für viele, wenn nicht alle Unternehmenseinheiten.“Ein Weckruf für die Unternehmenskommunikation zum Jahresbeginn

    Es hat sich etwas gedreht. Dass wir uns mitten in einem der größten medialen Paradigmenwechsel seit Erfindung des Buchdrucks befinden, ist eigentlich klar – nur ebenso offensichtlich wie erstaunlicherweise immer noch nicht allen. Jedenfalls höre ich in Vorträgen, die ich zu PR- und Social-Media-Themen halte, immer noch erstaunlich oft Einwände wie: “Dieses Facebook ist doch nur vorübergehend.” – “Für Social Media haben wir in unserer Unternehmenskommunikation keinen Platz.” “Das bringt nichts.” “Ich würde mich ja einarbeiten, aber die Geschäftsleitung …”“

  • Die neuen Fesseln der Wissensarbeiter: Arbeit ohne festen Arbeitsplatz – computerwoche.de
    Lesenswertes Interview in der Computerwoche mit Ulrich Klotz über „die Arbeit“ und vor allem, wie derzeit deren traditionelle Organisation im Umbruch und vor Herausforderungen steht. Hierarchie ist unpassend für Wissensarbeiter.“Im Wettbewerb von morgen zählen gute Ideen und kreative Köpfe. Beide können sich in hierarchisch organisierten Firmen wenig entfalten, sagt der Informatiker und Arbeitswissenschaftler Ulrich Klotz. Lernen könnten Unternehmen dagegen von Open-Source-Communities.“
  • Carrera Online: Porsche digitalisiert die Unternehmenskultur – CIO.de
    „Nachrichten-, Wissens- und Kollaborationsportal – all das soll“Carrera Online“ sein. Über die neue Intranet-Plattform von Porsche können die Mitarbeiter des Stuttgarter Sportwagenherstellers nicht nur Informationen abrufen, sondern sich in Social-Web-Manier miteinander vernetzen und selbst aktiv werden – etwa in Form von Kommentaren oder Blog-Beiträgen.“
  • Facilitating Collaborative Learning: 20 Things You Need to Know From the Pros
    Gute Anregungen und Erklärungen nicht nur fürs Lernen sondern auch für Projekte in Unternehmen:
    „Groups tend to learn through “discussion, clarification of ideas, and evaluation of other’s ideas”. Perhaps information that is discussed is retained in long term memory. Research by Webb suggests that students who worked collaboratively on math computational problems earned significantly higher scores than those who worked alone. Plus, students who demonstrated lower levels of achievement improved when working in diverse groups.“
  • IF-Blog » Blog Archiv » Das Ende des Managements
    Nachdenkenswerte Fragen und Einwürfe zu dem klassischen Projektmanagement
    „Warum sprechen wir immer nur von “Managen” und “Managern” und nicht von Unterstützern oder Gestaltern?!
    Warum glauben wir, dass ein Projekt ein Anfang und ein Ende hat?!
    Wer kam auf die Idee, dass Ziele statisch sind?!“
  • This is Your Real Social Business Strategy Challenge

    „A few weeks ago, Altimeter Group published an infographic on the state of social business (see below), meant to promote their research on that same state of social business (in 2013), released in October. The “headline” of the infographic: “Social Media Matures, Yet Many Companies Still Lack a Strategic Foundation”.The infographic mainly focuses on the use of social media in the enterprise, just a piece of what social business in the broader sense is really about. Yet, the main findings (the lack of a holistic and cross-enterprise level strategy) can be applied to other social business domains such as social collaboration, to name just one of many more, as well. We still focus too much on social media and not enough on strategy, business and the bigger reality of social business.“

  • A Manifesto For A New Way Of Work – Chautauqua
    Zu illusionär oder einfach nur gewagt?
    „The new way of work is as big a break with the industrial model as the industrial model was with the time of artisanal and agricultural work that preceded the rise of steam power and electricity. Unlike that transition, however, we will not be looking for inspiration from armies, or the slave battalions that built the pyramids. No, instead we will look to nature, or the growth of cities for inspiration.“
  • [DE] Der heißeste Job im ‘sozialen Zeitalter’ in 2104: Chief Content Officer « Digital Naiv
    „Und nun wird – so Sofie De Beule – der heißeste Job im ‘sozialen Zeitalter’ ausgeschrieben: der des ‘Chief Content Officers’, denn 2014 ist – so Sofie – das Jahr, wo Content Marketing erwachsen wird und die Unternehmen ganze Abteilungen rund um ‘Social Media’ und ‘Content’ aufbauen. Neudeutsche Begriffe wie ‘Story Telling’ – ich habe es mal Geschichten erzählen genannt -, ‘Thought Leadership’, ‘Earned Media’ und ‘Word of Mouth’ schwirren durch die Gazetten und Blogs. Leute, die das können, brauchen und der CCO ist der Chef von allem“
  • Collaboration, Project Management, and Social Business: 2014 Trends to Watch Out For – Business 2 Community
    Weitere Trends: Mobile/BYOD, verteilte Teams, Ressourcenmanagement, Big Data, Power of Crowd.
    „1. Collaboration will Migrate from ‘Initiative’ to StrategyThis is already the case for many companies, but we often see a disconnect between what it means to implement collaboration software and what it takes to foster a collaborative culture. The raw truth is that it’s a combination of the two, and deploying collaboration programs successfully will require continual feedback, integration across the business, and cultural change agents.“
  • Experton Group stellt ersten Social Business Vendor Benchmark für Deutschland vor
    Laut Bericht hat die Experton Group viele Angebote geprüft. In den Grafiken zumindest landeten nur die ganz großen Anbieter. Lösungen für Kleine und kleine mittelständische Unternehmen zumindest sind davon IMHO nicht zu erwarten. Dennoch eine interessante Übersicht.“Erster Prüfstand für Anbieter von Social-Business-Software und -Services
    Die Benchmark-Studie erfasst Stärken und Schwächen von etwa 100 Social-Business-Anbietern
    Umfassende Orientierung für Entscheider in Anwenderunternehmen“
  • 10 Best Intranets of 2014

    Der jährliche Report der Nielsen Norman Group. Unternehmen müssen kräftig dafür zahlen, um geprüft zu werden. Der 314-seitige Report kostet dann 248 USD (Einzellizenz) bzw. 488 USD (Gruppenlizenz).“Intranet team sizes continue to grow at a slow but steady pace, while smaller organizations are producing the best intranets. Focusing on Agile development and wireframing methods, intranet teams are completing design and deployment within much shorter timeframes.“

  • BarCamps: Lernen, plaudern, gutes Chili essen – Gesellschaft – FAZ
    Ein Bericht über das BarCamp RheinMain im November 2013 auf dem Mediencampus in Dieburg. Unter anderem auch über unsere Hawaii/Hula-Session :-)
    „Zu „BarCamps“ gehen mittlerweile längst nicht mehr nur Nerds, sondern zum Beispiel auch Mitarbeiter der Bahn. Warum sind diese sogenannten Unkonferenzen so erfolgreich? Ein Besuch. „
  • Was ist Social Business? | der wissensarbeiter
    „Der Begriff Social Business ist gerade in aller Munde. Daneben existieren auch noch Begriffe wie Enterprise 2.0, Social Media, Web 2.0 usw. Eine sehr gute Definition aus der unten eingeblendeten Präsentation lautet:“

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Viel Spaß beim Lesen, ein erfolgreiches und gutes Jahr 2014 und… live long and prosper!

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Blogger Relations

Mike Schnoor ruft zur Blogparade “Blogger Relations” auf, und ich folge seinem Ruf nach seinem Stubser. Die Versuchung in mir ist groß, möglichst viele der bereits geschriebenen Artikel zu lesen, um mich mit dem erworbenen Wissen als Experten zu präsentieren. Doch genau dies sind alle Blogger irgendwie sowieso: Experten.

Ein Experte ist eine Person, die zu einem zufälligen Zeitpunkt genau ein bisschen mehr weiß als andere, möglichst als genau die anderen, die gerade im Raum, auf Facebook oder auf Twitter sind.

Solch ein Zeitpunkt ist ein Punkt, und der nächste Punkt kommt sofort als Fragezeichen oder Ausrufezeichen. Denn im nächsten Augenblick kommt der nächste Blogger daher, und dahin ist es mit dem mühsam erworbenen Expertentum. Kaum ein Blogartikel, der nicht umgehend durch einen anderen ergänzt, kritisiert, verbessert, widerlegt werden könnte. Deswegen ist geradezu fahrlässig, sich als Unternehmen oder Blogger auf sein Expertentum zu verlassen oder zu berufen. Kaum ist das Expertentum veröffentlicht – schon meldet sich jemand dazu auf Twitter, auf Facebook, auf Google+ oder sonst irgendwo. Oder der Artikel selbst erscheint auf einem Mikroblog (wie Twitter!). Was ist überhaupt ein Blog?

Das Blog [blɔg] (auch: der Blog) oder auch Weblog [ˈwɛb.lɔg], engl. [ˈwɛblɒg], Wortkreuzung aus engl. World Wide Web und Log für Logbuch, ist ein auf einer Website geführtes und damit – meist öffentlich – einsehbares Tagebuch oder Journal, in dem mindestens eine Person, der Web-Logger, kurz Blogger genannt, Aufzeichnungen führt, Sachverhalte protokolliert (‘postet’) oder Gedanken niederschreibt.

[ Seite „Blog“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 21. November 2013, 14:37 UTC. (Abgerufen: 21. November 2013, 15:07 UTC) ]

Das Blog muss also weder auf einer eigenen Website sein noch muss es öffentlich einsehbar sein. Die Inhalte unterliegen strenggenommen keiner Beschränkung. Auch die nachfolgenden Absätze und Abschnitte in Wikipedia lassen für mich nur einen Schluss zu: Jemand veröffentlicht mehr oder weniger regelmäßig etwas digital. Dabei ist es unerheblich, ob dies auf einer selbst verantworteten oder betriebenen Plattform (“Webspace”) erfolgt oder ob dies bei einem Anbieter auf dessen Plattform erfolgt. Also beispielsweise auf der Website einer Zeitung oder auf der Website eines anderen Anbieters wie… Twitter, Facebook, Google+! Das Netz macht alle gleich. Auch wenn es viele nicht so sehen, ich sehe es so. Was zwingt mich dazu, meine Inhalte wie Texte, Fotos oder andere Materialien auf einem “klassischen” Blog zu veröffentlichen? Nichts und niemand.

Deswegen sind wir alle Publisher 2.0. Doch wir sind mehr als Publisher – wir sind soziale Wesen. Wir agieren, reagieren und interagieren. Wer daher meint, einfach eine Schublade mit dem Aufkleber “Blogger” versehen und darin “klassische” Blogger einpacken zu können, um diese bei Bedarf mit einer Bloggermitteilung zu bombardieren, der versteht Menschen nicht. Ich stimme also Mike Schnoor zu, wenn er sagt:

Ich rate immer dazu, zwischen Journalisten und Bloggern in puncto Höflichkeit und Ehrlichkeit keinen Unterschied zu machen.

Dabei sollte es keine Rolle spielen, wo die Journalisten und Blogger ihre Inhalte veröffentlichen. Wer seine Kolumne beispielsweise auf Google Buzz veröffentlichte, der hatte zwar 2011 Pech, weil seine Inhalte weg waren – aber er war Blogger. Wer heute im Social Web publiziert und für ein Unternehmen “relevant” ist, der hat eine respektvolle Art und Weise in der Pflege der Beziehungen durch dieses Unternehmen (oder seine Vertreter wie Agenturen) verdient. Denn wir sind soziale Wesen. Deswegen glaube ich Mike Schnoor, wenn er sagt:

Zudem glaube ich, dass viele Blogger gar nicht so heiß auf abgedroschene PR-Infos sind.

Zudem glaube ich, dass viele Journalisten und viele andere Stakeholder gar nicht so heiß auf abgedroschene PR-Infos sind. Was bedeutet dies für Unternehmen?

  • Recherchieren
  • Analysieren
  • Strategien festlegen
  • Planen
  • Umsetzen

Dabei geht es um Unternehmensziele, Themen/Botschaften, Stakeholder, Maßnahmen, Budgets, Zeiträume. Es geht darum, zielorientiert Beziehungen aufzubauen und zu pflegen. Das beginnt nicht mit einer Blogger- oder Pressemitteilung sondern mit einem PR-Konzept. “Aber, das kostet doch Zeit und Geld!” Stimmt.

Beziehungspflege ist eine zeit- und oft geldintensive Tätigkeit. Gerade deswegen sollten Sie am Anfang investieren und nicht am Ende. Seien Sie sich über ihre Ziele, Strategien und Stakeholder im Klaren und handeln Sie erst dann. Konzentrieren Sie ihre Kräfte. Dazu gehört auch, dass Sie ihre Stakeholder segmentieren, wenn beispielsweise bestimmtes Fachwissen oder Wissen über die Stakeholder notwendig sind. Doch wenn Sie der Überzeugung sind, dass bestimmte Stakeholdergruppen wichtig für Sie sind, dann investieren Sie in Beziehungen mit ihnen. Dann sollte es Ihnen egal sein, ob es Blogger, Twitterer, Journalisten oder Facebooker sind. Oder ob sie dabei mehrere Hüte zur selben Zeit auf haben. Betreiben Sie nicht nur Blogger Relations sondern Social Relations.

Wenn ihr an dieser Blogparade interessiert seid, schreibt noch heute euren Artikel zu euren Erfahrungen mit Blogger Relations und veröffentlicht diesen Beitrag in eurem eigenen Blog. Wirklich jeder Blogger kann mitmachen, aber auch jeder Journalist, Redakteur und natürlich PR-Experten und Social Media Manager.

Von Anfang an lief dieser Artikel aus dem Ruder und an den Anforderungen von Mike vorbei. Ich hätte über meine Erfahrungen schreiben sollen. Aber so sind Blogger nun einmal. Damit Sie nicht gänzlich vergeblich hier gelandet sind, habe ich noch eine kleine Linkschleuder mit Artikeln aus dem INJELEA-Blog für Sie:

P.S.: Einen kleinen Augenblick hatte ich daran gedacht, diesen Artikel auf meinem Blog bei Google zu veröffentlichen… aber wirklich nur einen sehr kleinen Augenblick ;-)

P.P.S.: Sie finden mich unter anderem auf meinen Blogs bei INJELEA, auf Facebook, auf Tumblr, auf Tumblr und auf Twitter.

P.P.P.S.: Wer an einem kleinen Rückblick ins Jahr 2007 interessiert ist: eBook: Blogger Relations – Neue Aufgaben für die Unternehmenskommunikation von Olaf Nitz.

Tag Cloud

Tag Cloud

Ich habe wieder ein paar interessante Lesezeichen für Sie zum Stöbern und Lesen. Unter anderen Themen mit dabei: Content Strategy, Megatrends, (Social) CEOs, Blogger Relations.

Seit einigen Jahren benutze ich Social Bookmarks, inzwischen ist Pinboard das Werkzeug zur Sammlung meiner Lesezeichen. Für meine Leser kennzeichne ich besonders Lesenswertes mit dem Tag “INJELEA-Lesenswertes“.

In unregelmäßigen Abständen veröffentliche ich diese lesenswerten Lesezeichen hier im Blog.

  • Just Delete Me | A directory of direct links to delete your account from web services.
    Wer weiß auf Anhieb, wo er seine Web-Accounts löschen kann? justdelete.me hilft dabei: A directory of direct links to delete your account from web services.
  • How to: Create a Content Strategy (only 652 steps!) – Portent

    First, a content strategy is not an inventory or an audit.An inventory is a simple list. A strategy:

    Inventories existing content
    Analyzes the competition
    Draws conclusions
    Lays out a strategy based on those conclusions

    #1 is the most mechanically-involved task, because you have to grab a lot of data and mush it all together. #2 is the shortest. #3 and 4 are the most demanding (for me, anyway) because I have to suss out impossible-to-automate marketing stuff that’s essential to success.

  • Führung: drei Megatrends der Zukunft – bernetblog.ch
    Der Stil, wie man ein Unternehmen führt, verändert sich im Laufe der Geschichte – geprägt vom gesellschaftlichen Wandel. Das Gottlieb Duttweiler Institut und das Schweizerische Institut für Betriebsökonomie haben eine Studie zu den Trends veröffentlicht, die den grössten Einfluss auf die Führung haben.
  • The Characteristics of a “Social CEO”?
    By Andrew Grill, CEO of Kred: „Lately there has been much talk about “Social CEOs”, and I’ve been thinking about this post for a while. Two other posts prompted it – namely, “The top 50 “social CEOs” list” published on Huffington Post by Vala Afshar and a recent blog post titled “Why CEOs should not be involved in social media.” Last month, the Guardian had a “sponsored Q&A” on the subject as well.“
  • How CEOs Can Engage Through Social Media — A Conversation With Weber Shandwick CEO Andy Polansky On CEOs And Social Media – Forbes
    Social media has rapidly evolved into an integral part of marketing and public relations strategy. Just as having a company website has become standard operating procedure over the past two decades, utilizing social media channels has now become an increasingly essential platform for companies to communicate their messages to the general public and other audiences. What about the CEOs of those companies? Is there a place for them on Facebook FB +1.44%, YouTube, LinkedIn LNKD -0.56% and Twitter, and is this helpful or harmful to their company and role as CEO?
  • Blogger Relations: Was funktioniert in Deutschland und wo hakt es?
    Meike Leopold liefert ein paar Grafiken und Zahlen und fragt dann: „Was ist für euch die wichtigste Währung: Kontaktpflege, gute Informationen, Banner, Content? Oder alles zusammen? Was macht die Zusammenarbeit mit einem Unternehmen für euch interessant? Welche positiven Beispiele von Blogger Relations aus der jüngsten Zeit fallen euch ein? Oder welche Aktionen fandet ihr nicht besonders geglückt?“

Alle besonders lesenswerten Lesezeichen gibt es auf Pinboard: “INJELEA-Lesenswertes“. Und natürlich auch zum Abonnieren als RSS-Feed ;-)

Viel Spaß beim Lesen und… live long and prosper!

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